Seiten / Pages

Saturday, January 31, 2026

Haiku for National Haiku Writing Month – January 2026 Second Half

 


National Haiku Writing Month has been founded by the well known haiku poet Michael Dylan Welch. The goal is to write at least one haiku a day. National Haiku Writing Month is in its 14th year. [1] I enjoy writing to the prompts on Facebook. Here are some interesting links: [2]. Our prompter this month has been Peggy Hall Bilbro [3]. She has done so for the 6th time. Thank you very much for all you work, Peggy!


venice in winter 
walking along the canali 
to san marco 
~ Sunny Place In Winter [4]

neighbor's cat 
writhing on my back porch 
sunny and no snow 
~ Sunny Place In Winter 

shadows hiding under trees 
from the milky moon light 
on the fresh snow 
~ Shadow In Winter  

the birch trees 
are wearing hoarfrost 
a hearse passes 
~ Frost-Covered Trees 



it's snowing 

out of the fog 
an aster appears 
~ Winter Chrysanthemum 

first primroses 
still some snow at the edges 
and the warbler's song 
~ Bush Warbler

first plum blossoms 
competing with snowflakes 
watching from inside 
~ Plum Blossom 

rime ice 
under the steps
the grass moans 
~ Frozen Fog 



ghost lights floating 

between moor and graveyard 
we are to blind to see 
~ Hitodama

no howling 
only crunching steps 
unter the wolf moon 
~ Wolf Moon

they still chant 
in the old abbey at the maar 
 no eruption due 
~ Sleeping Mountain [5]



the icicles are hidden 

behind the ice flowers 
we huddle closer 
~ Great Coldness

sleeping ducks 
floating on water into a dream 
of sitting ducks 
~ Waterfowl Sleeping On Water 

cold rain 
icing the snowman 
for a moment 
~ Cold Rain

frosty morning 
we talk less and less 
what keeps the bus? 
~ Frost

the death of barry frost 
frost gripping me 
~ Frost [6]

whale watching 
out of season 
not my thing 
~ Whale Watching 

neighbor's dog 
chasing rabbits 
he only wants to play 
~ Rabbit




Links and Annotations:
[1] National Haiku Writing Month 
https://www.facebook.com/NaHaiWriMo
  
[2] „To help with haiku fundamentals, please have a look at "Becoming a Haiku Poet" at https://www.graceguts.com/essays/becoming-a-haiku-poet. Please review the "Haiku Checklist" at https://www.graceguts.com/essays/haiku-checklist. I also recommend to read: https://www.nahaiwrimo.com/why-no-5-7-5 
[3] https://www.nahaiwrimo.com/meet-the-prompters/peggy-hale-bilbro   
[4] I've just read on of Donna Leon's novel, which play in Venice, but perhaps I thought of Thomas Mann's “Death in Venice” (German: Der Tod in Venedig), which I remember better from Visconti's movie [4a]. Or you recall the movie “Don't Look Now” [4b], which I remember better under the German title “Wenn die Gondeln Trauer tragen [When the gondolas bear mourning]; normally the German titles are abyssmal, but this time better than the English or Italian titles. Or you recall a trip to Venice like I do. 
[4a] “Death in Venice” (“Morte a Venezia”) is a 1971 historical drama film by Luchino Visconti, starring Dirk Bogarde.
https://en.wikipedia.org/wiki/Death_in_Venice_(film) 
[4b] “Don't Look Now” (“A Venezia... un Dicembre rosso shocking”) is a 1973 movie by Nicolas Roeg, adapted from a short story by Daphne du Maurier, starring Julie Christie and Donald Sutherland.
https://en.wikipedia.org/wiki/Don%27t_Look_Now 
[5] The picture shows Maria Laach Abbey [5a] and has been painted by Lukas Ruegenberg OSB [5b]. Laach means lake and is an old Caldera filled with water. I had this lake in mind, though strictly speaking it isn't a maar.
[5a] https://en.wikipedia.org/wiki/Maria_Laach_Abbey 
[5b] https://de.wikipedia.org/wiki/Lukas_Ruegenberg 
[6] Barry Frost is a fictional character in the US-american TV series [6a] played by Lee Thompson Young [6b]. I admired his play and also how the crew dealt with his death – very moving performance especially by Angie Harmon as Jane Rizzoli. 
[6a] Rizzoli & Isles is a US-American crime drama television series (2010-2016).
https://en.wikipedia.org/wiki/Rizzoli_%26_Isles  
[6b] Lee Thompson Young (1984-2013) was a US-American Actor.
https://en.wikipedia.org/wiki/Lee_Thompson_Young 

.
 

Friday, January 30, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 30.01.2026

  


Schnee am Himmel
Das Licht des Mondes macht die Wolken weiß,
Als ob der Schnee auf den Himmel gefallen sei,
Lose gefügt auf den schwarzen Boden des Himmels
Sowie er hier auf die Erde gefallen ist.
Adriaan Morrien [1]


Sonne
    um zu 
Leben
Verbrennt 
    Sich 
Die Sonne

Sand
    es fand
Sich
Noch
Etwas
Sand
In
Einer
HosenTasche
Sand
Aus
Der
Heimat
Von einer
    Anderen
SandUhr

Weg
Ich nahm den Weg
Den verWunschenen
Über BuchenLaub und Fels 
Über Moos und durch das Moor 
Nebel streiften mich und Ahnungen
Aber ich wich nicht ab vom Weg 
Schwarz stand der TannenWald
Wie eine Wand 
Und ich Schritt 
Über den federnden Grund 
Ich hörte die Quelle 
Und ich ging meinen Weg
Das Ziel vor Augen 
Selbst da verließ ich ihn nicht 

Haar
    was auch
Passiert -:
Diesem
Gedicht
Habe
Ich
VerBoten
Daß
Dein schwarzes
    Haar
Je erGraut

Am Seil

Heute wachte ich auf und hing an einem Seil. Nein. Ich hing nicht am Galgen, ich hing über dem Abgrund, dessen Tiefe im Dunkel ich nicht sah. Ich sah keine Wand und ich sah nicht den Anfang des Seiles im Licht. Sollte ich zum Licht hin klettern? Oder mich in die Tiefe fallen lassen? Ich kletterte nach oben Während das Seil sich immer weiter nach unten bewegte. Nur nicht aufhören. Nur nicht aufhören mit dem Klettern.



Paradies 
    die Cherubim 
Stehen 
GeLangweilt 
Vor 
Dem 
Paradies
Herum 
Denn
Es 
VerLangt niemand 
    EinGelassen 
Zu werden 

Worte 
    meine Worte 
Trägt 
Der 
Wind 
Mit 
Sich 
Fort
VerLiert 
Sie 
Und trägt 
    Sie 
Nicht aus

am alten brunnen
der frosch wird' heut' nicht springen
er wurde geküßt

Keile 
    Flugzeuge zie-
Hen 
L
 I
  N
   I
    E
     N 
Über 
Den 
Himmel
Gänse 
Und 
Kraniche 
Treiben Keile 
    Über 
Den Himmel

Beim FischHändler
    da – schau  
Dir 
Die 
Käufer 
An
Sie 
Gehen 
Zum 
FischHändler nur 
    Noch 
In TaucherAnzügen 

Blau
Im blauen Zimmer
Die Bilder der blauen Periode 
Der blaue Tee 
Zur blauen Stunde 
In blauem Porzellan
 – Wir sind so blau – 
Der Enzian und wir 
Gibt es eine schönere Farbe? 

Zeichen 
Ich schrieb Zeichen in den Sand
In den Schnee und in das Wasser 
Nichts blieb, denn alles verSchwand
[Die vierte Zeile am Rand] 

Stille 
    in der 
Stille 
Kannst 
Du 
Das 
UmBlättern 
Der 
Seiten 
Hören 
Wie 
Das Pendel 
    Bei 
Einer StandUhr 

Pfützen 
    spring ruhig 
In 
Die 
Pfützen
Die 
Der 
Himmel 
Über die 
    Menschheit 
GeWeint hat






Links und Anmerkungen:

[1] Aus: Adriaan Morrien [1a]: Schnee am Himmel. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1957. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 567. 
[1a] Adriaan Morriën (1912-2002) war ein niederländischer Lyriker, Erzähler, Essayist Literaturkritiker und Übersetzer (unter anderem von Heinrich Böll, Erich Kästner, Sigmund Freud, Albert Camus und Guy de Maupassant).  Er bekam 1954 den Preis der Gruppe 47.
https://de.wikipedia.org/wiki/Adriaan_Morri%C3%ABn  
[2] Fand sich nicht – ich habe gesucht, Hand aufs Herz.

.


Thursday, January 29, 2026

Sammelsurium (300) 29.01.2026

 


Mit dem Mond kann ich nicht
in Einklang kommen.
Im Rachen der Raben
färben die Rosen sich schwarz.
Wolfgang Bächler [1]

RückSchau
726 n. Chr. [2]

Der byzantinische Kaiser Leo III. [2a] verbietet religiösen BilderDienst. Papst Gregor II. [2b] bekämpft das BilderVerbot. Interessant an diesem Streit ist noch, daß Quellen ausschließlich von den BilderVerehrern überLiefert worden sind.

Babylon
Da war einer durchs Dorf gekommen, der sprach von der großen Stadt. Babylon nannte er sie, aber so hieß doch keine Stadt. Bornhausen, Stolzenbach, … aber Babylon? Vielleicht liegt sie hinter den Bergen, aber die selbst lagen verSchwommen im Nebel.  

Bambalapitiya 
Soll ich versuchen, Bambalapitiya [3] nochmals zu besuchen, das Restaurant Chopsticks mit der stöhnenden Klimaanlage? Oder das Café suchen, in dem sich der DeckenVentilator träge drehte. Ich war verschwitzt und werde wieder schwitzen. Die Luft war voll Zimt. Und Kerosin, jedenfalls am Bandaranaike FlugHafen.

Dimensionen
Immer wieder befragten sie ihn, bis er ihnen eröffnete, daß er die dreidimensionale Manifestation einer fünfdimensionalen Person sei.

Flache Erde 
Die Grenzen der flachen Erde bestünden aus Eis, höre ich sagen. Das ich nicht lache! Dahinten am Ende der Welt ist sie mit Brettern vernagelt. 
P.S. Am Ende des Lebens ist die Welt ebenso mit Brettern vernagelt.

Platten 
Sprechen wir von TonTrägern, die auf FlohMärkten angeboten werden, oder einem kaputten Reifen?  

Auf Kipp
Ich habe Fenster, die kann man auf Kipp stellen, aber das mache ich selbstVerständlich nicht. 

„da, da, da“
„da, da, da“ stammt aus dem Gedicht mit dem Anfang „Es ist alles anders“ von Paul Celan (Die Niemandsrose) [4] und nicht von der Gruppe Trio [5], auch wenn wir das im Kopf hatten, als der Radiologe in der Vorlesung etwas zweigte und es kommentierte mit:„da, da, da“ und nicht verstand, warum alle lachten.

Das aschFahle Licht 
Das aschFahle Licht des jungen Mondes schleicht über mir umher. IrgendWie wirkt der Mond dadurch elliptisch; was er schließlich auch ist (Ellipsoid), aber nicht in diesem Ausmaß. Eine merkwürdige SinnesTäuschung, denn die Sichel wirkt, als wäre sie einem aschFahlen VollMond angeklebt worden.

In einem Traum unterwegs

Ich bin in einer Gruppe unterwegs. Wir stehen irgendWo und betrachten etwas. Dann sagt jemand etwas, das Astrologie und Medizin zusammenbringt. Ich sage, daß der wissenschaftliche Diskurs frei von Geschwurbel bleiben muß. Schweigen. Wir gehen weiter. IrgendWo sind Grabmäler, die man betreten kann, aber sie sind geschlossen. Gleich daneben sind sehr enge FerienWohnungen. Wir kommen an einem Kiosk vorbei, an dem manche etwas kaufen. Wir kommen zu einem Eingang (Museum) und der Astrologie-Jünger (er hat eng zusammenStehende Augen) stellt sich ganz nah vor eine BacksteinWand und schaut sie an, während ich hinter ihm vorbeiGehe. Dunkel.

Noch ein dunkler Traum
Dunkle Atmosphäre wie bei einem UnWetter. Ich sehe eine Mauer mit einem ErdWall rechts, ganz in Violett, aber bei dem ErdWall fließen große WasserMassen und das ErdReich ist braun. Ich will ein Video drehen und es kommen laufend Blitze aus meiner Kamera. Zunächst dachte ich an ein Gewitter. Der WeinKeller in der Mauer von jemandem ist vollGelaufen, aber der Schaden ist nicht groß. Das Wasser kam aus einem Rohr, das dann von Jemandem geSchlossen wurde. Ich wollte bei DemJenigen eigentlich mitfahren, mache es dann aber doch nicht. Ich komme an einer Kirche vorbei, das Licht ist jetzt hell. Jemand kommt aus der Kirche gestürzt. Danach erklingt OrgelMusik. Dunkel.


Scherben [Shards]
Deutung und Täuschung liegen nicht nur laulich eng beisammen. 
Die eleusischen Prophezeiungen
Urin – Uran – UrAhn – Uhren – Ohren – Iren -: IrrSinn
Sonate – Monate 





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Wolfgang Bächler [1a]: Weiße Nacht. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 458.
[1a] Wolfgang Bächler (1925-2007 war ein deutscher Lyriker und Prosaschriftsteller. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_B%C3%A4chler
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 362/363. 
[2a] Leo III. (geb. um 680. gest. 741) war von 717 bis 741 byzantinischer Kaiser.
https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_III._(Byzanz)  
[2b] Von Gregor II.  gibt es keine Daten zur Geburt, er war Papst von 715 bis 731. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_II._(Papst) 
[3] Bambalapitiya (Singhalesisch: බම්බලපිටිය, Tamil: பம்பலப்பிட்டி) ist ein VorOrt von Colombo.
https://en.wikipedia.org/wiki/Bambalapitiya 
[4] Paul Celan: Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe, suhrkamp taschenbuch 3665. 
Suhrkamp, Frankfurt am Main 2012. ISBN: 9783518456651. S. 162/163, Zeile 60. 
[5] Trio ist der Name einer Band aus Norddeutschland, die Anfang der 1980er Jahre im Zuge der Neuen Deutschen Welle durch musikalischen Minimalismus bekannt wurde. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Trio_(Band)




Tuesday, January 27, 2026

Die Achenlochhöhle(n) bei Urft in der Eifel


Gerade sah ich mir einige ältere Fotos von Wanderungen an und stutzte wieder einmal bei Fotos von den Achenlochhöhlen, denn ich dachte mir schon  mehrfach -: wen könnte es denn interessieren? Aber die Höhlen sind ein Ziel, das gut erreichbar ist und an dem so mancher Wanderweg vorbeiführt. Die Achenlochhöhlen liegen schräg gegenüber vom Haus Dalbenden, das zu Urft gehört, und in der Nähe ist auch das Naturschutzgebiet Stolzenburg. Wie kam ich nun dazu, mir diese Achenlochhöhlen anzusehen? Nun, ich wohne in Diefenbach und das Dorf liegt am Kuttenbach, der in der Sistiger Heide entspringt und nach etwa fünf Kilometern zwischen Urft und Sötenich, etwa unterhalb der Stolzenburg, in die Urft mündet. 

Ich habe hier eine Route von Komoot –: „Naturschutzgebiet Geistal, Achenlochhöhlen, Runde von Keldenich“ [1] ausgesucht, aber es gibt auch noch eine ganze Reihe anderer Beschreibungen für einen Weg daran vorbei. Ob man es als eine oder zwei Höhlen ausfaßt, ist mir nicht ganz klar, auf jeden Fall gibt es zwei Eingänge, ob sie dahinter verbunden sind, kann ich nicht sagen. Die Achenlochhöhlen dienen im Winter als Fledermausquartier. Deshalb gilt immer, daß man dort nicht ihren Winterschlaf stört. Andererseits ist auch das Klettern am Felsen untersagt, weil es zu Zerstörungen führt. Dieser Teil der Eifel gehört zur Kalkeifel. Bei den Resten der Stolzenburg gibt es weitere Höhlen, aber von denen will ich hier gar nicht weiter berichten. Denn ich habe auch nur diese Achenlochhöhlen [2] besucht. Es haben dort elf Fledermausarten [3] ihr Winterquartier gefunden. Aber in der Regel sieht man keine Fledermäuse. Die sieht man eher hier in den Gärten, allerdings nicht im Winter; wenn man ruhig sitzt, fliegen sie bisweilen sehr dicht (30 cm) an einem vorbei. Und auch etwas anderes sieht man nicht -: eine römische Münze aus der Zeit Marc Aurels, die man bei einer Grabung gefunden hat [4].

Muß man unbedingt dahin? Nein! Soll man sie sich ansehen, wenn man daran vorbeikommt? Auf jeden Fall. Fachliteratur nicht vergessen [4]!



Links und Anmerkungen:
[1] https://www.komoot.com/de-de/smarttour/18582044 
[2] Das Korrekturprogramm schlägt mir gerade „Affenlochhöhlen“ vor. 
[3] https://www.kreis-euskirchen.de/fileadmin/user_upload/lp_kall_text.pdf 
[4] „Die Münze stammt aus der Zeit des Kaisers Mark Aurel (161-180 n. Chr.). Sie wurde von Toni Hürten, dem langjährigen Archiv- und Museumsleiter aus Bad Münstereifel, in der Achenlochhöhle bei Urft gefunden. Dies geschah bei einer nicht ganz offiziellen Grabung, einer „Raubgrabung“.“
http://www.eifelschätze.de/page/index.php?option=com_content&view=article&id=182%3Aroemische-muenze&Itemid=65
[5] „Vincent flattert ins Abenteuer“, „Die kleine Fledermaus Wegda“, 
„Flapp lernt fliegen“ und weitere mehr.

.

Monday, January 26, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 27. KW 26.01.2026

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


27. KW
Farhad Showghi: [Wie eine Sommerwolke ...]


Tja, wir sind alle Marionetten und können nur in einer beschränkten TheaterWelt leben. 

Schatten
    Schatten sein 
Unter 
Anderen 
Schatten 
In 
Einer 
Welt 
Von 
Schatten 
Möchte ich 
    Doch 
Lieber nicht 

Sonne
    könnte doch 
Der 
Kloß 
In 
Meinem 
Hals 
UnterGehen 
Wie 
Die 
Sonne 
Und 
Wir
Reden uns 
    Wieder 
In die Nacht 

Im Iran 
Sie lassen die Oppositionellen 
An Seilen hängen
Bis die Stirn hinunterHängt. 
Und sie nicht mehr sprechen 

„Gardinenfalten“ -: Ich denke an den ZitronenFalter nd den GardinenFalter. 

„Mein Mund ist ein HohlRaum“ -: ein EchoRaum, in dem alle Wörter hallen und verHallen. 

Mit einem Lächeln in den Tod. Der Vater im Iran, der seiner kleinen Tochter zulächelt, als er gehängt wird.  


27. KW
Kommentar: Dorothea Grünzweig


Man ist nur Marionette, wenn man nicht erkennt, daß die Mitte des Universums man selbst ist und sich aus dieser Mitte ziehen läßt. 

„Er lässt Osten und Westen verschmelzen“ -: das tat doch Goethe auch Im west-östlichen Diwan.    

Das Paradies ist der einGezäunte bzw. umMauerte Garten. Das Wort Paradies läßt sich etymologisch aus der altiranischen awestischen Sprache herleiten [3] und bezeichnete „einen von einem Wall umgebener Baumpark“. Das Paradies ist somit ein geschützter Ort, voll Ruhe, Schönheit und Harmonie, in dem Mensch und Natur in perfektem Einklang existieren – bis nach dem Alten Testament durch den SündenFall der Mensch aus dem Paradies vertrieben wird. Die Bibel sagt nichts von einem Tor, aber wo sonst sollten die Cherubim lagern? Übrigens so wie der Tartar in Kafkas …, aber nun werde ich hier stoppen.

Meditation  
    der Bach 
Liegt 
Im 
SonnenSchein
Kein 
RegenWasser
Keine 
SchneeSchmelze 
Einfach 
Nur 
Eine Weile 
    Vor 
Sich hinGlucksen 

Universum 
    das Universum 
Kann 
Nicht 
Denken 
Ohne 
Den 
Menschen 
Nicht 
Ein Wort 
    Zu 
Papier bringen 





Links und Anmerkungen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Paradies und
https://en.wikipedia.org/wiki/Paradise 
[2] This footnote is intentionally left blank.



Sunday, January 25, 2026

Altargesteck am 3. Sonntag nach Epiphanias 2026

 


Der Wochenspruch zeigt uns bereits das Thema des aktuellen Sonntags [1]: „Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ Für den dritten Sonntag nach Epiphanias kann man als Kernaussage die grenzenlose Liebe Gottes ansehen, die man z.B. in „Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund“ und dem Heilungswunder an dem Knecht des römischen Hauptmanns erkennen kann [2]. Alle Menschen sind gemeint und das von Anfang an. Im Predigttext kommt ein weiterer Hauptmann, nämlich Kornelius, ins Spiel.

Wenn man nun die Menschen von „Osten und von Westen, von Norden und von Süden“ und noch das Konzept Ökumene hinzufügt, gelangt man schnell nach Taizé. In Köln feierten wir eine Taizé-Andacht. Die Gemeinschaft von Taizé versteht sich als internationaler ökumenischer Männerorden, wurde aber bekannt durch ökumenischen Jugendtreffen, zu denen jährlich bis zu 100.000 Besucher vieler Nationalitäten und Konfessionen kamen; vor der Pandemie kamen immerhin 15.000 Teilnehmer [3] zusammen und so scheint es sich auch aktuell eingependelt zu haben. Interessant fand ich am Wikipedia-Artikel diese Worte: „Taizé wird kritisiert als „Vermengung konfessioneller Grenzen“. Beispielsweise geben katholische Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle wie selbstverständlich sonntags das eucharistische Mahl wissentlich an evangelische Christen. Allerdings ist gerade dieser Punkt für die große Mehrheit derer, die Taizé betrachten, ein Hoffnungszeichen der Ökumene.“ Wir feierten aktuell kein Abendmahl, aber wenn wir es tun dann in ökumenischer Gastfreundschaft. Es waren mehr Teilnehmer als üblich da und die Gesänge wurden mit Streichinstrumenten, Klavier und Flöte begleitet. Herzlichen Dank den MusikerInnen.
 
In Kall feierten wir eine Andacht um den kleinen Altartisch im Format „Auf ein Wort“ mit der liturgischen Eröffnung nach der Iona Kommunität [4]. Der Kern war die die Jahreslosung: „Siehe, ich mache alles neu!“ [5] Daran schloß sich ein Austausch an, in dem Fragen und Ideen auftauchten wie:
  • Wirklich alles?
  • Ist neu automatisch besser als alt?
  • Angst vor Veränderung
  • Berichtet wird über schlechte anstatt gute Nachrichten
  • Neuanfang, aber wo?
  • Was kann man ändern?
  • Muß ich mir alles aufladen?
Die Kerzen wurden bei stummen Fürbitten aufgestellt.

Ich hatte oben bereits angedeutet, daß heute der Sonntag der Hauptleute war. In der Lesung aus dem Alten Testament treffen wir auf den aramäischen Feldhauptmann Naaman, der deshalb auch als „trefflicher Mann“ geschildert wird [6]. Aber er war mit Aussatz geschlagen und wurde vom Propheten Elisa geheilt – die Geschichte ist aber sehr lang. Im Predigttext ist vom Hauptmann Kornelius die Rede („ein gerechter und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden“ [7]). Diese Perikope berichtet über Petrus, der zu der Erkenntnis kommt, „dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm.“ Das Evangelium steht bei Matthäus und es geht um den Hauptmann von Kapernaum, dessen Knecht krank liegt [8]. In dem Text kommt eine sehr bekannte Stelle vor: „Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.“ Während die Synoptiker viele Perikopen miteinander teilen, ist das bei Johannes die Ausnahme, hier ist so eine. Sie steht unter der Überschrift „Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten“ und spielt in Kana und Kapernaum [9]. Und hier muß ich stoppen, denn darüber werden wir im Ökumenischen Bibelgespräch sprechen [10].

Wenden wir uns dem Altargesteck in Köln zu. Einsam stand es auf dem Altar, denn wir feierten um den Taufstein. Beim Fotografieren des Gestecks  fühlte ich mich ein wenig in den Film „Barry Lyndon“ von Stanley Kubrick [11] versetzt, da dieser die Innenaufnahmen aus Gründen der Authentizität mit Kerzenlicht ausleuchten ließ. Das Gesteck war sorfältigt gefertigt, aber es versäumte, einen liturgischen Bezug hervorzurufen.






Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] Lk 13,29
[2] https://kirchenjahr-evangelisch.de/3-sonntag-nach-epiphanias/ 
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Communaut%C3%A9_de_Taiz%C3%A9  siehe dort Quellenangaben zu den Zahlen in den Fußnoten [62] und [63]. 
[4] „Die Iona Community (auch Gemeinschaft von Iona oder Iona-Kommunität genannt) ist eine auf der schottischen Insel Iona lebende ökumenische Gemeinschaft (Kommunität), die 1938 von George MacLeod gegründet wurde.“ 
https://de.wikipedia.org/wiki/Iona_Community  
Eigentlich hätte ich hier weiter zitieren sollen, aber dann wäre das Zitat zu lang geworden, bitte selbst nachschauen, falls noch nicht getan, denn es lohnt sich.
[5] Offb. 21,5
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/2KI.5 2. Kön 5,(1–8)9–15(16–18)19a
[7] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ACT.10 Apg 10,21–35 
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.8 Mt 8,5–13 
[9] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.4 Joh 4,46-53
[10] Ökumenische Bibelgespräche 2026. Die Bibelgespräche finden freitags von 18:00 – 19:30 Uhr im Gemeindehaus der evangelischen Kirche, 53937 Schleiden, Am Hähnchen 1 statt. Termine: 16.01., 30.01., 13.02., 27.02., 13.03., 27.03. und 10.04.2026.
[11] „Barry Lyndon“ ist ein Historienfilm des Regisseurs Stanley Kubrick aus dem Jahr 1975.
https://de.wikipedia.org/wiki/Barry_Lyndon  
Wikipedia berichtet in diesem Artikel weiter:
„Um die Stimmung von Rokokobildern authentisch wiederzugeben, drehte Kubrick einige Szenen vollständig bei Kerzenlicht, also ohne elektrische Beleuchtung. Möglich wurde dies durch die Verwendung eines extrem lichtstarken Objektivs (Planar 0,7/50 mm), das ursprünglich von Carl Zeiss für die NASA hergestellt worden war.“   

.


Der Pferdekopf raucht wieder

 


Es scheint, als ob the Pferdekopf wieder einmal rauche. Vor einigen Tagen hatte ich mich mit dem Vulkanismus in der Eifel, insbesondere mit dem Laacher See, beschäftigt [1]. Der Vulkanismus hat die Eifel maßgeblich geprägt. Nicht gerade hier, aber in der Region Vulkaneifel ist die Landschaft durch die Maare geprägt. Maare entstanden aus Explosionskratern, also durch den Kontakt des aussteigenden Magmas mit Grundwasser. Die Vulkanologen [2] erachten die Eifel als weiterhin aktives Gebiet, denn sie messen seismische Aktivitäten und Gasaustritte. Und nun können auch wir Aktivitäten sehen.

Ich stutzte ein wenig, als ich aus der Sistiger Heide zurück nach Diefenbach kommend Rauch bzw. Wolken aus dem Pferdekopf aufsteigen sah. Es erinnerte mich an Mount Bromo im indonesischen Hochland (Java). Der Begriff Pferdekopf ist in der Wissenschaft verbreitet; ich denke da an den Pferdekopfnebel im Sternbild Orion. Es handelt sich um die Übersetzung des lateinischen Begriffes Mons Capitis Equi, aber man vermutet dahinter die Übersetzug eines alten keltischen Toponyms. Und wer nun mehr über den Vulkanismus in der Eifel und der Vulkaneifel wissen möchte, der benötigt einen längeren Artikel, denn immerhin begann der Vulkanismus hier im Tertiär (also vor 50 Millionen Jahren), und da gibt es einen sehr schönen Artikel auf Wikipedia [3].





Links und Anmerkungen:
[1] Der Laacher See eine mit Wasser gefüllte Caldera, die vor etwa 13.000 Jahren bei einem Vulkanausbruch entstand. Ich hatte den See im Kopf, als ich folgendes Haiku für National Haiku Writing Month schrieb:
they still chant 
in the old abbey at the maar 
no eruption due  

Der Laacher See wird gerne als Maar bezeichnet, ist aber kein Maar!
[2] Das sind übrigens keine Vulkanier.
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Vulkaneifel 

.


Saturday, January 24, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 26. KW 23.01.2026



Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


26. KW
Mara Genschel: [Der leere Briefkasten]


ClipperSchiffe von Fred Tate [1]. 

StapelLauf 
 
Der Junge nahm Papier vom Stapel 
Faltete ein Boot
Schrieb einen Namen an den Bug 
Dann lassen wir es 
Vom Stapel laufen

Der BackOfen als TV-Satz? 

[Der BriefKasten quillt über] 
Wieder nach Tagen vor der Haustür. Der BriefKasten quillt über mit Reklame. Nur nicht die wirkliche Post wegWerfen! Der Schnee näßt die Annoncen-Zeitung. Ich könnte mir die TodesAnzeigen durchLesen. Oder die BekanntschaftsAnzeigen. Also was Lustiges. Ach, weg damit! 

SchneeBälle  
     der Wind 
Wirft 
Den 
Fest 
Gefrorenen 
Schnee 
Von 
Den 
Bäumen
So viel 
    Spaß 
Hat er selten

[Der leere BackOfen] 
Bunte Reklame. Mir fallen Zeitungen und ein Magazin auf den nassen Boden. Und der Regen fällt auch schon wieder. Es wird alles wieder trocken. Ich muß nur die Treppe hoch und die Heizung darf nicht ausFallen. So oder so -: die Seiten backen zusammen.   


26. KW
Kommentar: Konstantin Ames


Warum Braten? 

Ich habe den Kommentar noch einmal gelesen, nachdem ich ihn schon mehrfach gelesen hatte, von Mal zu Mal gefällt er mir noch weniger.  

Else Lasker-Schüler [2] (und nicht Laker-Schüler) kam mir nicht in den Sinn oder wenn ich Miniatur als „miniature“ lese, dann kommt sie über die KlaviaTür herein, aber das hat nichts mit Mara Genschels Gedicht zu tun.  

Dummheit 
    er riet 
Mehr 
Dummheit
Zu 
Wagen 
Doch 
Ich 
Rief 
Aber 
Gibt 
Es 
Nicht 
Schon mehr 
    Als 
Genug davon 






Links und Anmerkungen:
[1] Ich dachte gerade an „Clipper Ships / ClipperSchiffe“, ein Gedicht von Fred Tate [1a]:
„Me and my dad make models of clipper ships.
Clipper ships sail on the ocean.
Clipper ships never sail on rivers or lakes.
I like clipper ships because they are fast.“ [1b] 
from the film Little Man Tate [5].
[1a] Fiktive Person aus [1c].
[1b] http://www.script-o-rama.com/movie_scripts/l/little-man-tate-script-transcript.html 
[1c] Little Man Tate (Das Wunderkind Tate) is ein US-amerikanischer Film ivon Jodie Foster aus dem Jahr 1991.
https://en.wikipedia.org/wiki/Little_Man_Tate  und
https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Wunderkind_Tate 
[2] „Elisabeth „Else“ Lasker-Schüler (geboren am 11. Februar 1869 als Elisabeth Schüler in Elberfeld; gestorben am 22. Januar 1945 in Jerusalem) war eine deutsche Dichterin und Zeichnerin.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Else_Lasker-Sch%C3%BCler 



Friday, January 23, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 23.01.2026

 


Uferschwer sinken die
Füße ins Schweigen
Späte Furche im Lehm.
Gertrud von Marschall [1]

Freiheit 
    hinter immer 
Mehr 
Türen 
Wird 
Die 
Freiheit 
VerSchLosSeN
Immer 
Tiefer 
Wird 
Sie 
EinGeKerKerT
Bis sie 
    AusBricht
Was nun?

Paradies 
    wenn deine 
Träume 
In 
Der 
Wirklichkeit 
AnGekommen 
Sind 
Und 
Du
Ein 
Gutes 
Leben 
Siehst
Dann 
Ist es 
    Schon 
Das Paradies

RauhReif  
    die Tropfen 
Von 
GeSchmolzenem 
RauhReif 
Hängen 
Im 
Licht 
Der 
MorgenSonne 
In 
Den 
Bäumen 
Ich 
Erstarre
Denn 
Ich 
Starre 
Auf die 
    Schönheit 
Des Todes

Ins UnBekannte 
    wir müssen 
Das 
UnBekannte 
ErForschen 
Die 
Ganze 
Welt 
Ist
Uns 
UnBekannt 
Aber 
Wir gehen 
    Meist 
Nicht mutig

Winde 
    nur die 
FrühlingsBrise 
Klingt 
Fröhlich
Der 
WinterWind 
Klingt 
Rau
Wirft 
Sich 
Gegen 
Haus 
Und 
Bäume 
Aber der 
    Schnee 
Tanzt fröhlich

Keine Antwort 
    der Komatöse 
Auf 
Der 
IntensivStation 
Oder 
Der 
Tote 
Im 
Grab 
Sie 
Könnten 
Neue
Perspektiven
Kennen 
Aber 
Man 
BeKommt von 
    Ihnen 
Keine Antwort

Gebet
    wenn die 
Ewigkeit 
Zum 
Moment 
Wird 
Im 
Gebet 
Aber nicht 
    Nur 
Im Gebet 

Schnee 
    der Schnee 
Fiel 
Und 
Wurde 
Vom 
Wind 
Getrieben 
Kam 
Nicht 
Zum 
Liegen
Und flog 
    Immer 
Weiter fort

Bolivien 
    Bolivien liegt 
Nicht 
Wie 
Böhmen 
Am 
Meer [2]
Paradise
Lost 
John Lackland 
Und Bolivien 
    Verlor 
Den Pazifik 

Laß uns
Laß uns noch mal unter der alten Kastanie sitzen 
Bevor sie abGeholzt wird
Laß uns noch mal in alten Büchern lesen 
Bevor man sie verBrennt 

        


Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Gertrud von Marschall[1a]: Geborstene Boote. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1957. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 374. 
[1a] „Gertrud von Marschall (1903–1983) war eine deutsche Lyrikerin, die für ihre tiefgründige, oft religiös gefärbte Sprache bekannt ist …“ schreibt die Google KI. Das kann nicht stimmen, denn nach Wofgang Weyrauchs Expeditionen [1b] ist sie 1936 in Erfurt geboren worden. Und das deckt sich mit dem Eintrag in Akzente [1c], den ich zunächst überschlagen hatte.
[1b] Wolfgang Weyrauch: Expeditionen. Deutsche Lyrik seit 1945. Paul List Verlag, München 1959. S. 167.
[1c] a.a.O. S. 384.
[2] Ingeborg Bachmann: Böhmen liegt am Meer (1964)
https://www.deutschelyrik.de/boehmen-liegt-am-meer.html  

.


Thursday, January 22, 2026

The Souk Al Zal in Riyadh, Saudi Arabia

 

The north end of the souk


I was with a group of tourists walking from Al Masmak Palace (قصر المصمك) through Safa Square (ساحة الصفاة) to Souk Al Zal (سوق الزل). Safa Square is also called Deera Square (ساحة الديرة) [1]. As we walked by, we saw some women performing their midday prayer. On the north side of the square is the General Presidency of the Commission for Promotion of Virtue and Prevention of Vice (فرع الرئاسة العامة لهيئة الأمر بالمعروف والنهي عن المنكر) [2]. Punishments were carried out there in the past. But one thing at a time.

The Al Masmak Palace, also called Masmak Fortress or Masmak Fort, was built with mud bricks and clay, planned in 1865 [3]. It was the site of the Battle of Riyadh in 1902. But enough history for now, because we were going to walk across Safa or Deera Square. The Commission for the Promotion of Virtue and Prevention of Vice (هيئة الأمر بالمعروف والنهي عن المنكر) has had its powers significantly curtailed in the last 20 years, and the square is now occupied by cafes and restaurants. Previously, it was the site of Hadd punishments (حد). [4] These punishments, prescribed under Islamic law, are for offenses that infringe upon God's rights. Examples include beheading (decapitation), lashing, stoning to death, and amputation of hands or feet. Today, these punishments are carried out in a military prison. Now it's an open space, with nothing to indicate its history.



But now we've arrived at Souk Al Zal. We simply arrived too early in the day, as the main trading hours are traditionally in the evening. We were able to visit various shops, and in retrospect, it was even better this way with fewer distractions. For example, we saw shops selling men's clothing, shoes and sandals, fabrics and children's clothing, toys, antiques, coffee pots and dishes, incense, frankincense and perfume (some alcohol-free [5]), agal, and more were open – I'll reveal the mystery behind the agal shortly.

In Saudi Arabia, men wear the white thawb (ثَوْب) [6], but we didn't see these shops; perhaps they are more likely to be custom-made or these shops are elsewhere. Women wear the black abaya (عباية) [7], but these shops weren't nearby. We saw them later on the trip, as the women in our group needed to buy abayas for visiting Medina. If Saudi Arabians visit government offices and agencies, they should wear the national dress. But let's stick with the men. Clothing varies depending on the region and the weather. For example, we were in Tabuk in warm weather, and 10 days later it snowed there. There are vests (صدارية) and the bisht (بِشْت), a flowing outer cloak [8].




In addition, the ghutrah (غُتْرَة), which is perhaps known here as keffiyeh (كُوفِيَّة) [9], was offered in the shops. It is a square woolen cloth, woven in red and white in Saudi Arabia and Jordan, for example, but black and white among Palestinians. One of my brothers brought such cloths back from Syria or Lebanon in the 1970s and sold them in Germany. Traditionally, the ghutrah was meant to protect against the sun. These shops also sold misbaha (مِسْبَحَة) [10] and walking sticks as accessories. The misbaha is a set of prayer beads; similar items are found as japamala in Hinduism, Jainism, Sikhism, and Buddhism, or the rosary used in Catholicism, which probably originated from the Greek Orthodox komboskini (κομποσκοίνι) or prayer rope [11].


Another shop manufactured agal (عِقَال) [12] and also sold pre-made ones. The agal is a doubled black cord made of wool and cotton, required for the ghutrah (keffiyah). The different fabrics are twisted together by machine to form a firm agal that should fit quite snugly so that the ghutrah does not slip.

Besides Western shoes, traditional leather sandals are also sold, which are described as very durable. They have a leather flap for the big toe. But in the cities, people probably already tend to wear Western shoes, sneakers, etc.


I also found the fragrance shops interesting and worth mentioning, selling aromatic wood and incense, but also perfume, which, to be honest, smelled too heavy and sweet to me. The wood is burned on a censer, mabkhara (مبخرة) [13], in such a way that a spicy smoke is produced, which is used to scent rooms and is also held towards guests, who then fan the smoke towards themselves.

If you visit the area around the souk, don't miss making a detour there. If you are more interested in the shops than the shoppers, then afternoon is a good time to go, as it is less crowded, while in the evening you will see more shops and more activity.



At about the south end of the souk



Links and Annotations:
[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Deera_Square
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Committee_for_the_Promotion_of_Virtue_and_the_Prevention_of_Vice_(Saudi_Arabia)
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Al_Masmak_Palace
[4] Hadd has two dd, even if one cannot see it in the Arabic without diacritic markers. The plural of hadd is hudud (حدود).
https://en.wikipedia.org/wiki/Hudud
https://de.wikipedia.org/wiki/Hadd-Strafe
[5] Traditional perfumes won't contain alcohol. In principle perfumes may contain alcohol according to the sharia, but traditional society banned perfumes for women in public as it could attract men.
[6] https://en.wikipedia.org/wiki/Thawb
[7] Look at the Arabic and you it should be written 'abaya. 
[8] https://en.wikipedia.org/wiki/Abaya

[9] https://en.wikipedia.org/wiki/Bisht_(clothing)
[10] https://en.wikipedia.org/wiki/Keffiyeh
[11] https://en.wikipedia.org/wiki/Misbaha
[12] https://en.wikipedia.org/wiki/Prayer_rope
[13] https://en.wikipedia.org/wiki/Agal_(accessory)
[14] https://en.wikipedia.org/wiki/Mabkhara 

PS. A picture of a shop selling abayas.




PS
.