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Friday, February 13, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 13.02.2026

 



In der Wüste 
Der Tod war mein Gast 
In der Wüste am Feuer 
Und ich lud ihn ein 
Mit mir einen Tee zu trinken 
Der Tod kam ohne Sense 
Und setzte sich zu mir 
Der Tod sprach mit leiser Stimme 
Er redete freundlich mit mir 
Und dann ging er
Hinaus in die Nacht 
Und nahm seine Sense mit   

Helden
    von Helden
Lobebæren
Jeder
Comic
Ist
Voll
Davon
Und
Dann
Lassen
Wir
Sie
Ziehen
In die
    Kälte
Des Todes

GaLeere
    wir sitzen
Auf
Charons
GaLeere
Und 
Schweigend
Rudern
Wir
Charon
Setzt
Über
Aber
Kein
Ufer
Weit und
    Breit
Nur Leere

Malen 
An die beschlagene FensterScheibe 
Malst du mit dem Finger ein Herz 
Auf die schmutzige Heckscheibe 
Malst du mit dem Finger PIG 

JahresZeiten 
Die Zeit ist gekommen 
Daß der Baum seine Blätter verLiert 
Um das prächtige Weiß des Schnees tragen zu können 
Die Zeit ist gekommen 
Daß wir AbSchied nehmen 
Und all unsere Liebe war nicht vergebens

Dunkel 
    das Dunkel 
Der 
Nacht 
Wogt 
Mit 
Dem 
Meer 
Und
Wir
Blicken
In die
    Leere
Unserer Augen 

Stunde um Stunde
    mit den Händen
Schöpften
Wir
Gierig
Aus
Den 
Stunden
Nur
Minuten
Und
Es blieben
    Uns
Bloß Sekunden

SchlafLos
    wieder eine
SchlafLose
Nacht?
Vielleicht
Kann 
Ich
Dir 
Helfen
Du
Sollst
Die Schafe
    Zählen
Nicht Scheren

GrauBlau
    deine grau-
Blaue
Iris
UmRahmt
Ein
Schwarzes
Loch
In 
Das
Ich mich
    Hinein-
               |
               |
               |
               |
Ziehen lasse

Das Pendel

Das Pendel der Uhr schwingt
Hin und her 
Von SchwerMut zu MißMut 
Und wieder zurück
Und hin und her
Zwischen MißMut und SchwerMut
Kein Tick und Tack 
Kein Tick und Tack 
Nur hin und her 
Hin und her 
Dann ein Stöhnen 
Und vielleicht noch eine Uhrzeit 
Für den NotArzt

Herz (aztekisch)
Trägst du dein Herz am rechten Fleck?
Aber sicher!
Gut, gut!
Dann kann man es dir auch herausReiß-ß-ß-ß-en

Wind 
    aus großer 
Ferne 
Kommt 
Der 
Wind 
Und 
Doch 
Findet 
Er 
Dein 
Haar 
Um in 
    Ihm 
Zu spielen 
 

 
.
 

Sunday, February 8, 2026

Altargesteck am Zweiter Sonntag vor der Passionszeit – Sexagesimä 2026



Mit Sexagesimä [1] wird einer der Sonntage der Vorfastenzeit benannt, vom Namen her bedeutet er, daß es noch etwa 60 Tage bis Ostern sind. Der Sonntag wird auch zweitletzter Sonntag vor der Fastenzeit genannt. Der Fokus liegt im Hören auf Gottes Wort. So paßt sich schon der Wochenspruch gut ein: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.“ [2] Außerdem trägt der Sonntag noch den Namen Exsurge, wahrscheinlich nur, damit es noch komplizierter wird, das kommt von: „Exsurge, quare obdormis, Domine“ / „Wach auf! Warum schläfst du, Herr?“) [3]  

Die Lesung aus dem Evangelium erfolgte aus dem Lukasevangelium und zwar das Gleichnis vom Sämann [4]. In der Auslegung heißt es dann: „Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.“ [5] Und dort steht auch: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Der Predigttext behandelt die Berufung zum Propheten, so wie es der Prophet Hesekiel (Ezechiel) berichtet [6]. Hesekiel muss eine Schriftrolle („r außen und innen beschrieben“) essen und sie schmeckt süß wie Honig. Dieses Essen einer Schriftrolle wird in der Offenbarung des Johannes wieder aufgegriffen, aber dort schmeckt die kleine Schriftrolle zwar süß, ist aber bitter im Magen [7]. Beide Text in der Bibel sind apokalyptische Visionen, die in bildhafter Sprache geschildert werden.

Die liturgische Farbe hat von Weiß nach Grün gewechselt. Ein Gesteck hatten wir nicht, aber einen bescheidenen Strauß, der in Richtung Fastenzeit weist.



Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/sexagesimae/  
[2] Hebr 3,15 
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Fastensonntag 
[4] https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU17/LUK.8/Lukas-8 Lk 8,4–8
[5] Lk 8,9–15 
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/EZK.2 und https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/EZK.3 Hes 2,1–5(6–7)8–10; 3,1–3
[7] https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung10 Offb 10,9-10

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Friday, February 6, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 06.02.2026

 


Vor einer Laube sitzt, vom Alter bleich,
ein Mütterchen im fahlgeblümten Kleid:
es tönt von fern der Tanzmusik Gestreich.
Georg Heym [1]


VerStecke
    es gibt 
VerStecke
In 
Die 
Sich 
Einzelne 
Wörter 
Zurück____________GeZo|-|Gen 
Haben
Um 
Dort 
Zu meditieren 
    Oder 
Zu faulenzen 

Morgens 
    der Schnee 
Reflektierte 
Das 
Trübe 
Licht 
Das 
Sich 
Durch 
Wolken 
Und 
SchneeFall 
Stahl 
Ich 
Reflektierte
Gar nichts 
    In 
Diesem Moment 

LottoZahlen 
    der verGlich 
Die 
LottoZahlen 
Der 
Letzten 
Ziehung 
Auf 
Seinem 
LottoDauerAuftrag 
Hinter 
Schwedischen 
Gardinen
Er 
Denkt 
Also an 
    Ein 
Leben danach 

Grenzen 
    keine Brücken 
Über 
Den 
GrenzFluß 
Keine 
Nahe 
Der 
Fuge 
Des 
Schnittes
Nur 
Eine Narbe 
    Im Fluss 
Der Zeit?

Der Junge 
    der Junge 
Zer=Riss 
GrasHalme 
Und 
Zog 
Ihren 
Duft 
In 
Die 
Nase 
HinEin 
Denn 
Er 
Wußte 
Nicht
Daß er 
    Den 
Tod roch

Gräber 
    laß uns 
Zu 
Den 
Gräbern 
Gehen 
Den 
VerGilbten 
TaschenBüchern
In 
Denen 
Die Gedichte 
    BeGraben 
Liegen

Strand 
    eng ist 
Der 
Strand 
GeWorden
Aber 
TrotzDem 
Stehen 
Wir 
Bei 
Flut 
Bis zum 
    Hals 
Im Wasser

KirschRot 
    der Wild-
KirschBaum 
Hat 
Früchte 
Auf 
Den 
Asphalt 
GeWorfen
Nun 
Fließt 
Dort 
Blut
Viele realistischer 
    Als 
Im Film 

Himmel 
    der dicht 
BeWölkte 
Himmel 
Der 
Gleich 
Auf 
Uns 
Zu 
Fallen 
Droht
Und 
Wir 
Haben 
Keinen Averner-
    Schild 
Beim Teutatis

Tokonoma [2] 
    die Tusch-
Schwarze 
Nacht 
Hängt 
Gardinen 
Vor 
Die 
Nische 
Du 
Hättest 
Die 
Zeichen 
Doch 
Nicht 
Lesen 
Können 
Sagst du dir -: na und? 
Ästhetik geht 
    Vor 
VerStehen 

Tränen 
    ich leckte 
Dir 
Die
Tränen 
Aus 
Dem 
Gesicht
Nicht 
Salzig
Waren sie 
    Sie waren
So bitter

Die Toten

    sie weinen 
Immer 
Noch 
In 
Ihren 
Särgen
Die 
Toten 
Und 
Würden 
ErTrinken 
Wären sie 
    Nicht 
Schon tot 

Gott 
    als Gott 
Sich 
Unter 
Die 
Menschen 
Mischte
Wußte 
Er 
Schon
Daß 
Nur 
Der 
Tod 
Ihn 
Aus 
Dieser Sack-
    Gasse hinaus-
Bringen würde

SchneeFlocken
    die Schnee-
Flocken 
Wirbeln 
UmEinAnDer 
Und 
ErZählen 
Sich 
Ihre 
Namen 
Für 
Mehr 
Bleibt 
Keine 
Zeit
Und 
Am 
Boden 
Haben sie 
    Selbst 
Die verGessen

Gras 
    das Gras 
In 
Den 
Händen 
ZerR.i-eB-en
Schrieb 
Ich
Mit 
Grünen 
Händen 
In 
Grüner Tinte 
    Das 
Wort Hulk [3]

Sterne 
    die Sterne 
Nötigen 
Mit 
Ihrem 
Funkeln 
Dem 
Fels 
Schatten auf 
    Schatten auf 
Schatten ab
 
GedankenVersunken 
    da -: 
Der 
Knabe
Steht 
Unter 
Den 
Bäumen 
Unter 
Sternen
Ja
Auch 
Unter Fenstern 
    In   
GeDanken verSunken 

Nachts 
    das schrundige 
Gesicht 
Des 
Himmels 
Zieht 
Sich 
Glatt 
Und 
Der 
Mond 
Dreht 
Sich 
Zur Seite
    Träume 
Ich bestimmt 

Amboß 
Einst hatte der Schmied 
Eine BriefMarke auf den Amboß geKlebt
Aber die Post holte ihn nicht ab 
Vielleicht war es auch ein Kuckuck 
Vielleicht holte man den Schmied anstatt 
Einst aus der Schmiede





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Georg Heym [1a]: Laubenkolonie. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 5. Jahrgang 1958. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 4. 
[1a] Georg  Heym (1887-1912) war ein deutscher Schriftsteller und einer der wichtigsten Lyriker des frühen literarischen Expressionismus. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Heym  
[2] Tokonoma (床の間) ist ein Element der traditionellen japanischen Architektur. Oft steht dort eine Vase, Figur, Pflanze oder HängeBild mit einem Zeichen oder einem Gedicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Tokonoma 
[3] In dem Marvel-Comic von Stan Lee und Jack Kirby verwandelt sich der Nuklearphysiker Dr. Bruce Banner in den grünen Hulk. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Hulk_(Comic) 

[4] Das Pfandsiegel des Gerichtsvollzieher wird umgangssprachlich Kuckuck genannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pfandsiegel 

Thursday, February 5, 2026

Wilhelmstal zwischen Rinnen und Sötenich

 


Wilhelmstal liegt zwischen Rinnen und Sötenich und ist mittlerweile durch ein grünes Ortshinweisschild mit gelber Schrift [1] gekennzeichnet. Die L203 ist ziemlich befahren, was einerseits Teile von Sötenich und Rinnen als Wohnort unattraktiv machen. Von Rinnen in Richtung Sötenich verjüngt sich das Tal zunächst und dort stehen zwei Häuser von Wilhelmstal, etwas abseits von den anderen etwa 6 Häusern, die teilweise etwas zurückgesetzt stehen, da sich dort das Tal wieder weitet, allerdings ist man dort wieder näher an der Zementfabrik. Immer wenn ich dort vorbeikomme, denke ich darüber nach, das ist schon obsessiv zu nennen, weshalb man gerade dort wohnt. 





Wenn man sich im Internet über Wilhelmstal informieren will, findet man sehr wenig. Nicht nur die beiden Häuser, die mich besonders interessieren, sondern auch die weiteren, näher an Sötenich gelegenen Häuser gehören zum  Ortsvorsteherbezirk Rinnen [2]. Man kann auch nachlesen, daß dort wegen Überschwemmungen bei Starkregen eine Verrohrung notwendig wurde [3], aber das liegt schon bis über ein Jahrzehnt zurück und wurde nach dem Ausbau der Rinnener Ortsdurchfahrt notwendig. In der Zwischenzeit hatte ich aber nochmals solche Arbeiten dort gesehen. Dort führt übrigens nicht der Salberbach entlang, denn der vereint sich südlich von Rinnen mit dem Weiersbach zum Kallbach und führt westlich an Rinnen (hinter dem Pferdekopf) vorbei, um dann in Kall ggf. bei Überschwemmungen mitzuhelfen.

Bevor ich zum geheimnisvollen Teil komme, was kann man denn im Netz sehen? Man sieh selbst am meisten, wenn man die L203 entlang fährt. Ein Wanderweg besteht dort nicht, auch wenn man an der Straße sicher entlang laufen kann (bergseitig). Man kann sich eine sehr gute Übersicht auf Google Maps verschaffen [4] und ein ähnliches Bild, wie ich es gemacht habe, kann man auf Street View sehen [5]. Google Maps zeigt Wege, aber die bestehen nur noch teilweise, führen auch über Privatgelände [6] und enden, wenn man einen findet, unterhalb von Abraum und Warntafeln, da im Steinbruch gesprengt wird. Andererseits gibt es aber einen Wanderweg, der durch den Steinbruch führt – die LKW-Fahrer halten an, um Wanderer nicht zu gefährden; weiter östlich über den Kuttenbach kommt man dann an der Hermann-Josef-Quelle vorbei.

Wenn die Bäume belaubt sind, sieht man sehr wenig von den beiden Häusern, die nahe an Rinnen liegen. Ich versuchte, um die Häuser herum einen Zuweg zu finden, aber man kann sie nur von der belebten Straße aus sehen. Das eine Haus liegt sehr nah an der Straße und scheint aktuell nicht mehr bewohnt zu sein. Aber dort ist eine Video-Überwachung. Ich nehme an, daß meine Einwände gegen den Ort (Verkehr und Lärm [7]) es den Erben erschwert, einen Käufer zu finden. Das andere Haus liegt versteckter und auch etwas versteckter hinter einem Wäldchen. Das kann kann man abends am Licht erkennen. Es hat den verwunscheneren Charakter. Ich bin allerdings viel zu schüchtern, als daß ich dort nachfragen würde. So denke ich ich weiter darüber nach, welches Schicksal die Bewohner dorthin geführt hat.

Ist Wilhelmstal nun ein Top-Ziel für Wanderungen? Nein, lassen Sie die Menschen dort in Frieden, aber achten Sie darauf, wenn Sie am Ort vorbei fahren, mehr als 70 km/h sind sowieso nicht erlaubt. Von Rinnen aus, kann man allerdings sehr gut wandern (nach Westen). Und den Weg nach Steinfeld (nach Osten) durch den Steinbruch, der ist ebenfalls interessant.






Links und Anmerkungen:
[1] Das Ortshinweisschild ist das Verkehrszeichen 385 und dient nur der Orientierung. Zwischen Rinnen und Sötenich kann man sich kaum verirren, weshalb es umso netter ist, daß es dieses Zeichen dort gibt.
[2] Wir nennen die Ortsvorsteher übrigens Bürgermeister, auch und gerade wenn es sich um kleine Gemeinden handelt. Aber „mehr“ zu Wilhelmstal steht hier: https://www.kall.de/politik/ortsrecht/allgemeine-verwaltung/3.Aenderungssatzung-Hauptsatzung.pdf  
[3] https://www.rundschau-online.de/region/euskirchen-eifel/kall/kall-soetenich-neuer-kanal-an-der-landesstrasse-203-schuetzt-vor-wassermassen-249473 und 
https://eifelon.de/kall/volles-programm-im-kaller-rat.html 
Die Änderungen der Ortsdurchfahrt erfolgten 2013/2014, die Sitzung 2017 und die Arbeiten erfolgten 2020.
[4] https://www.google.com/maps/@50.5172095,6.5512369,377m/data=!3m1!1e3?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDIwMS4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D 
[5] https://www.google.com/maps/@50.5167149,6.549616,3a,75y,108.53h,85.04t/data=!3m7!1e1!3m5!1sNqCh0aOKC0iWz8vNFaVHPg!2e0!6shttps:%2F%2Fstreetviewpixels-pa.googleapis.com%2Fv1%2Fthumbnail%3Fcb_client%3Dmaps_sv.tactile%26w%3D900%26h%3D600%26pitch%3D4.9639375912569506%26panoid%3DNqCh0aOKC0iWz8vNFaVHPg%26yaw%3D108.5342305029548!7i16384!8i8192?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDIwMS4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D  
[6] Teilweise Weiden/Wiesen, teilweise den Hausbesitzern und teilweise Steinbruch/Zementwerk [6a]. Manche Wege sind sehr überwachsen und als solche fast nicht mehr zu identifizieren.
[6a] Schloss Neuschwanstein in Sötenich 
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/01/schloss-neuschwanstein-in-sotenich.html  
[7] Ich erinnere mich an einen Fernsehbericht von Leute im Caravan, die einen Platz direkt an einer Autobahnbrücke hatte und dort immer ihren Urlaub verbrachten.



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Tuesday, February 3, 2026

The Prophet's Mosque and Medina, Saudi Arabia

 


Mecca is the holiest city in Islam, but Medina is a close second, and Jerusalem is the third holiest city. Mecca (مكة) remains closed to non-Muslims, and Medina had been also closed until 2022. The Prophet's Mosque is still closed to to non-Muslims visitors, and restrictions apply, but when you can walk through the rows of worshippers outside and see the green dome of the tombs of Muhammad and two of his companions and fathers-in-law, Abu Bakr and Umar, from your hotel, these restriction don't mean much. 

The correct name for Medina is al-Madīna al-Munawwara (Arabic: المَدِينَةُ المُنَوَّرَة). Medina is home to approximately 1.5 million inhabitants and a fluctuating number of pilgrims on their way to Mecca, even outside the pilgrimage month of Dhu al-Hijjah (ذي الحجة). Medina can be considered the "cradle of Islamic culture and civilization." Previously, the city was called Yathrib (َثْرِب), a name found on Babylonian inscriptions. Muhammad initially renamed the city Taybah, the Kind or the Good (طَيْبَة). Today, it is most commonly called Al-Madinah (The City) [1]. 




The Prophet's Mosque (ٱلْمَسْجِد ٱلنَّبَوِي) can accommodate 1 million worshippers. But there's also space around the mosque, and during my visit, there were worshippers praying there. These are separate areas through which even non-Muslims can walk from one side of the square to the other. The mosque and the prayer area measure approximately 1000 by 400 meters. The square is lined with shops and hotels. Those interested in the architecture can find more information in the Wikipedia article [2]. 




Between our hotel and the mosque was The International Exhibition and Museum of the Prophet's Biography and Islamic Civilization (المعرض والمتحف الدولي للسيرة النبوية) [3]. Besides artifacts, visitors walk past enormous walls: 3D, virtual reality, and panoramic, interactive, and cinematic displays educate visitors. "Content: Highlights include the Prophet's life, noble manners, Islamic civilization, and detailed models of Makkah and Medina." The museum guide who accompanied us spoke perfect English and French, but also understood German. 


Since there was even more to see in Medina, I will certainly write about it again. I noticed that the pilgrims also engage in some tourism, as people back home expect a report and perhaps a souvenir. 




Sunday, February 1, 2026

Altargesteck am Letzten Sonntag nach Epiphanias 2026

 


Der letzte Sonntag nach Epiphanias markiert das Ende des Weihnachtskreises im liturgischen Jahr [1]. In der katholischen Kirche wird drei Tage später Lichtmess (Maria Lichtmess) gefeiert; offiziell heißt das Fest Darstellung des Herrn. Man hat an diesem Tag Krippe und Weihnachtsbaum aus der Stube entfernt. Aber Hintergrund sind die 40 Tage nach der Geburt Christi, denn Maria galt für diese Zeit als unrein und mußte sich einem Reinigungsritual unterziehen und Jesus mußte als Erstgeburt ausgelöst werden. Von Weihnachten her strahlt das Licht noch hell und die Jünger, erlebten die „Verklärung Jesu“. Verklären muss man sich heute erklären, aber vielleicht paßt als Definition ganz gut: besser, schöner erscheinen, in einem neuen Licht erscheinen. Der Text zur Verklärung Jesu steht im Matthäus-Evangelium [2]. Der zentrale Vers lautet: „Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören.“ Wolken geben Schatten ist für uns eine gängige Erfahrung, aber daß eine lichte Wolke die Szene überschattet ist nicht mehr alltäglich. Eine mystische Verklärung! Diese aber erleben die drei Jünger, die Jesus mit auf einen Berg; es waren Petrus; Jakobus und Johannes. Sie sahen ihn so: „sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht“ und dazu gesellten sich Moses und Elias zu einem Gespräch mit Jesus. Petrus wollte auf dem Berg bleiben, drei Hütten für Jesus, Moses und Elias bauen, denn für ihn galt: „Herr, hier ist gut sein!“ Aber nach der Verklärung stiegen Jesus und die Jünger wieder zu Tal in den Alltag, der unweigerlich nach Golgatha führte.

Der Wochenspruch steht bei Jesaja: „Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ [3] Da erscheint die lichte Wolke in einem ganz neuen Licht. Sie schützt uns. Wir können den Herrn nur in seiner menschlichen Gestalt, als Sohn sehen.

In der Epistellesung wird das Phänomen Licht aufgegriffen, denn Paulus schreibt: „Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“ [4] Es handelt sich um eine Stelle aus dem zweiten Brief an die Korinther, von dem man annimmt, daß er wirklich von Paulus (plus Co-Autor Timotheus) stammt [5]. 

Der Predigttext hat es in sich, denn er stammt aus der Offenbarung. Die meisten Zitate hier stammen aus der Lutherübersetzung von 2017 [6], aber in einem Gottesdienst wurde die Fassung von Walter Jens [7] verlesen. Der Verfasser der Offenbarung ist wahrscheinlich nicht mit dem des Evangeliums oder Briefe des Johannes identisch. Jedenfalls ist die Person Johannes den sieben Gemeinden, die benannt werden (Ephesus, Smyrna,  Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea), bekannt. Er wurde auf die Insel Patmos (Πάτμος), die geografisch zu den Südlichen Sporaden gehört, verbannt. Diese Verbannung erfolgte unter dem römischen Kaiser Domitian (81-96), der möglicherweise für die ersten größeren Christenverfolgungen verantwortlich war. Die Höhle, in der Johannes die Visionen hatte, ist heute zur Kirche ausgebaut. Das würde mich bei einem Besuch nicht weiter stören, denn solche Kraftorte für Gläubige werden auch anderswo umgestaltet. Ich hatte einmal über Milarepas Höhle in Tibet berichtet [8]. Was ich nachvollziehen kann, ist die Warnung bei Anwesenheit von größeren Touristenscharen, wenn z.B. Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen.
Johannes hört, und das ist typisch für Visionen, zunächst eine Stimme und sieht dann Bilder. Das Hören kommt vor dem Sehen. Übrigens auch in unserem Begriff audiovisuell, denn wir hätte auch videoauditiv prägen können. Johannes hörte also eine Stimme „in seinem Rücken“ und die wies ihn an: „Schreib auf, was du siehst“, erst dann kommt die Vision: „[...] Sein Haupt und seine Haare: strahlend weiß wie schimmernde Wolle, nein, heller noch: wie Schnee!“ Also auch hier das Licht! 
Weitere geht es mit sieben Leuchtern (Licht) und sieben Sternen (erneut Licht) in der Hand des Menschensohnes. Die Zahl sieben kommt 54mal in der Offenbarung vor und weitere 303mal im Rest von beiden Testamenten. Die sieben Sterne stehen symbolisch für die Herrschaft des Christus über die gesamte Kirche. Die sieben Planeten können nicht gemeint sein, denn Uranus wurde erst 1781 von Wilhelm Herschel entdeckt; das weiß ich, weil ich eine Zeit in der Herschelstraße in Köln-Buchheim gewohnt habe. Neptun wurde wurde erst 1846 entdeckt. 
Der Verfasser fällt dem Christus zu Füßen und bekommt die Zusicherung: „Fürchte die nicht!“ Wie so oft in der Bibel. Und Christus / der Lebendige sagt: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ Es waren aber noch mehr Schlüssel in diesem Gottesdienst: der Violinschlüssel, der Bassschlüssel und der Orgelschlüssel.
Was aber ist die Offenbarung als solche? Weder Apokalypse im Sinne des Alten Testaments noch Brief. Conzelmann et al.: „[...] ein Visionsbericht, der sich teilweise der Briefform bedient.“ [9]

Wenden wir uns den Altargestecken zu. In Köln welkte das Gesteck auf dem Altar dahin, auch wenn es nicht so warm in der Kirche. In Kall stand ein wohlgefälliges, frisches Gesteck auf dem Altar. Auch in Kall war es in der Kirche etwas kühler als gewöhnlich, was aber dem Gottesdienst nicht weiter geschadet hat; selbst der Kanon hat geklappt.
 




Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/letzter-sonntag-nach-epiphanias/ 
[2] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.17 Mt 17,1–9 
[3] Jes 60,2 
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/2CO.4 2. Kor 4,6–10
[5] Von den 13 paulinischen Briefen werden sieben als sicher echt nach H. Conzelmann et. al. [5a] eingestuft. Die beiden Briefe an die Korinther gehören dazu.
[5a] Hans Conzelmann und Andreas Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament. 11. Auflage. Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 1995. ISBN: 3-8252-0052-3 (UTB). S. 221.
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/REV.1 Offb 1,9–18 
[7] Walter Jens (1923-2013) übersetzte die vier Evangelien, den Römerbrief und die Offenbarung des Johannes.
[8] Carpe Diem Haiku Tokubetsudesu No. 70 Tibetan’s Mgur, a religious form of poetry 
https://rheumatologe.blogspot.com/2016/02/carpe-diem-haiku-tokubetsudesu-no-70.html 
[9] Conzelmann a.a.O. S. 390.

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