Der letzte Sonntag nach Epiphanias markiert das Ende des Weihnachtskreises im liturgischen Jahr [1]. In der katholischen Kirche wird drei Tage später Lichtmess (Maria Lichtmess) gefeiert; offiziell heißt das Fest Darstellung des Herrn. Man hat an diesem Tag Krippe und Weihnachtsbaum aus der Stube entfernt. Aber Hintergrund sind die 40 Tage nach der Geburt Christi, denn Maria galt für diese Zeit als unrein und mußte sich einem Reinigungsritual unterziehen und Jesus mußte als Erstgeburt ausgelöst werden. Von Weihnachten her strahlt das Licht noch hell und die Jünger, erlebten die „Verklärung Jesu“. Verklären muss man sich heute erklären, aber vielleicht paßt als Definition ganz gut: besser, schöner erscheinen, in einem neuen Licht erscheinen. Der Text zur Verklärung Jesu steht im Matthäus-Evangelium [2]. Der zentrale Vers lautet: „Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören.“ Wolken geben Schatten ist für uns eine gängige Erfahrung, aber daß eine lichte Wolke die Szene überschattet ist nicht mehr alltäglich. Eine mystische Verklärung! Diese aber erleben die drei Jünger, die Jesus mit auf einen Berg; es waren Petrus; Jakobus und Johannes. Sie sahen ihn so: „sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht“ und dazu gesellten sich Moses und Elias zu einem Gespräch mit Jesus. Petrus wollte auf dem Berg bleiben, drei Hütten für Jesus, Moses und Elias bauen, denn für ihn galt: „Herr, hier ist gut sein!“ Aber nach der Verklärung stiegen Jesus und die Jünger wieder zu Tal in den Alltag, der unweigerlich nach Golgatha führte.
Der Wochenspruch steht bei Jesaja: „Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ [3] Da erscheint die lichte Wolke in einem ganz neuen Licht. Sie schützt uns. Wir können den Herrn nur in seiner menschlichen Gestalt, als Sohn sehen.
In der Epistellesung wird das Phänomen Licht aufgegriffen, denn Paulus schreibt: „Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“ [4] Es handelt sich um eine Stelle aus dem zweiten Brief an die Korinther, von dem man annimmt, daß er wirklich von Paulus (plus Co-Autor Timotheus) stammt [5].
Der Predigttext hat es in sich, denn er stammt aus der Offenbarung. Die meisten Zitate hier stammen aus der Lutherübersetzung von 2017 [6], aber in einem Gottesdienst wurde die Fassung von Walter Jens [7] verlesen. Der Verfasser der Offenbarung ist wahrscheinlich nicht mit dem des Evangeliums oder Briefe des Johannes identisch. Jedenfalls ist die Person Johannes den sieben Gemeinden, die benannt werden (Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea), bekannt. Er wurde auf die Insel Patmos (Πάτμος), die geografisch zu den Südlichen Sporaden gehört, verbannt. Diese Verbannung erfolgte unter dem römischen Kaiser Domitian (81-96), der möglicherweise für die ersten größeren Christenverfolgungen verantwortlich war. Die Höhle, in der Johannes die Visionen hatte, ist heute zur Kirche ausgebaut. Das würde mich bei einem Besuch nicht weiter stören, denn solche Kraftorte für Gläubige werden auch anderswo umgestaltet. Ich hatte einmal über Milarepas Höhle in Tibet berichtet [8]. Was ich nachvollziehen kann, ist die Warnung bei Anwesenheit von größeren Touristenscharen, wenn z.B. Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen.
Johannes hört, und das ist typisch für Visionen, zunächst eine Stimme und sieht dann Bilder. Das Hören kommt vor dem Sehen. Übrigens auch in unserem Begriff audiovisuell, denn wir hätte auch videoauditiv prägen können. Johannes hörte also eine Stimme „in seinem Rücken“ und die wies ihn an: „Schreib auf, was du siehst“, erst dann kommt die Vision: „[...] Sein Haupt und seine Haare: strahlend weiß wie schimmernde Wolle, nein, heller noch: wie Schnee!“ Also auch hier das Licht!
Weitere geht es mit sieben Leuchtern (Licht) und sieben Sternen (erneut Licht) in der Hand des Menschensohnes. Die Zahl sieben kommt 54mal in der Offenbarung vor und weitere 303mal im Rest von beiden Testamenten. Die sieben Sterne stehen symbolisch für die Herrschaft des Christus über die gesamte Kirche. Die sieben Planeten können nicht gemeint sein, denn Uranus wurde erst 1781 von Wilhelm Herschel entdeckt; das weiß ich, weil ich eine Zeit in der Herschelstraße in Köln-Buchheim gewohnt habe. Neptun wurde wurde erst 1846 entdeckt.
Der Verfasser fällt dem Christus zu Füßen und bekommt die Zusicherung: „Fürchte die nicht!“ Wie so oft in der Bibel. Und Christus / der Lebendige sagt: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ Es waren aber noch mehr Schlüssel in diesem Gottesdienst: der Violinschlüssel, der Bassschlüssel und der Orgelschlüssel.
Was aber ist die Offenbarung als solche? Weder Apokalypse im Sinne des Alten Testaments noch Brief. Conzelmann et al.: „[...] ein Visionsbericht, der sich teilweise der Briefform bedient.“ [9]
Wenden wir uns den Altargestecken zu. In Köln welkte das Gesteck auf dem Altar dahin, auch wenn es nicht so warm in der Kirche. In Kall stand ein wohlgefälliges, frisches Gesteck auf dem Altar. Auch in Kall war es in der Kirche etwas kühler als gewöhnlich, was aber dem Gottesdienst nicht weiter geschadet hat; selbst der Kanon hat geklappt.
Der Wochenspruch steht bei Jesaja: „Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ [3] Da erscheint die lichte Wolke in einem ganz neuen Licht. Sie schützt uns. Wir können den Herrn nur in seiner menschlichen Gestalt, als Sohn sehen.
In der Epistellesung wird das Phänomen Licht aufgegriffen, denn Paulus schreibt: „Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“ [4] Es handelt sich um eine Stelle aus dem zweiten Brief an die Korinther, von dem man annimmt, daß er wirklich von Paulus (plus Co-Autor Timotheus) stammt [5].
Der Predigttext hat es in sich, denn er stammt aus der Offenbarung. Die meisten Zitate hier stammen aus der Lutherübersetzung von 2017 [6], aber in einem Gottesdienst wurde die Fassung von Walter Jens [7] verlesen. Der Verfasser der Offenbarung ist wahrscheinlich nicht mit dem des Evangeliums oder Briefe des Johannes identisch. Jedenfalls ist die Person Johannes den sieben Gemeinden, die benannt werden (Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea), bekannt. Er wurde auf die Insel Patmos (Πάτμος), die geografisch zu den Südlichen Sporaden gehört, verbannt. Diese Verbannung erfolgte unter dem römischen Kaiser Domitian (81-96), der möglicherweise für die ersten größeren Christenverfolgungen verantwortlich war. Die Höhle, in der Johannes die Visionen hatte, ist heute zur Kirche ausgebaut. Das würde mich bei einem Besuch nicht weiter stören, denn solche Kraftorte für Gläubige werden auch anderswo umgestaltet. Ich hatte einmal über Milarepas Höhle in Tibet berichtet [8]. Was ich nachvollziehen kann, ist die Warnung bei Anwesenheit von größeren Touristenscharen, wenn z.B. Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen.
Johannes hört, und das ist typisch für Visionen, zunächst eine Stimme und sieht dann Bilder. Das Hören kommt vor dem Sehen. Übrigens auch in unserem Begriff audiovisuell, denn wir hätte auch videoauditiv prägen können. Johannes hörte also eine Stimme „in seinem Rücken“ und die wies ihn an: „Schreib auf, was du siehst“, erst dann kommt die Vision: „[...] Sein Haupt und seine Haare: strahlend weiß wie schimmernde Wolle, nein, heller noch: wie Schnee!“ Also auch hier das Licht!
Weitere geht es mit sieben Leuchtern (Licht) und sieben Sternen (erneut Licht) in der Hand des Menschensohnes. Die Zahl sieben kommt 54mal in der Offenbarung vor und weitere 303mal im Rest von beiden Testamenten. Die sieben Sterne stehen symbolisch für die Herrschaft des Christus über die gesamte Kirche. Die sieben Planeten können nicht gemeint sein, denn Uranus wurde erst 1781 von Wilhelm Herschel entdeckt; das weiß ich, weil ich eine Zeit in der Herschelstraße in Köln-Buchheim gewohnt habe. Neptun wurde wurde erst 1846 entdeckt.
Der Verfasser fällt dem Christus zu Füßen und bekommt die Zusicherung: „Fürchte die nicht!“ Wie so oft in der Bibel. Und Christus / der Lebendige sagt: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ Es waren aber noch mehr Schlüssel in diesem Gottesdienst: der Violinschlüssel, der Bassschlüssel und der Orgelschlüssel.
Was aber ist die Offenbarung als solche? Weder Apokalypse im Sinne des Alten Testaments noch Brief. Conzelmann et al.: „[...] ein Visionsbericht, der sich teilweise der Briefform bedient.“ [9]
Wenden wir uns den Altargestecken zu. In Köln welkte das Gesteck auf dem Altar dahin, auch wenn es nicht so warm in der Kirche. In Kall stand ein wohlgefälliges, frisches Gesteck auf dem Altar. Auch in Kall war es in der Kirche etwas kühler als gewöhnlich, was aber dem Gottesdienst nicht weiter geschadet hat; selbst der Kanon hat geklappt.
Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).
Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/letzter-sonntag-nach-epiphanias/
[2] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.17 Mt 17,1–9
[3] Jes 60,2
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/2CO.4 2. Kor 4,6–10
[5] Von den 13 paulinischen Briefen werden sieben als sicher echt nach H. Conzelmann et. al. [5a] eingestuft. Die beiden Briefe an die Korinther gehören dazu.
[5a] Hans Conzelmann und Andreas Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament. 11. Auflage. Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 1995. ISBN: 3-8252-0052-3 (UTB). S. 221.
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/REV.1 Offb 1,9–18
[7] Walter Jens (1923-2013) übersetzte die vier Evangelien, den Römerbrief und die Offenbarung des Johannes.
[8] Carpe Diem Haiku Tokubetsudesu No. 70 Tibetan’s Mgur, a religious form of poetry
https://rheumatologe.blogspot.com/2016/02/carpe-diem-haiku-tokubetsudesu-no-70.html
[9] Conzelmann a.a.O. S. 390.
.

