Nur in des Lebens Kümmernissen
Und der Ergebung Gnadengruß:
Dann wirst du schon am besten wissen
Wie viel ich tragen kann und muß.
Annette von Droste-Hülshoff [1]
Und der Ergebung Gnadengruß:
Dann wirst du schon am besten wissen
Wie viel ich tragen kann und muß.
Annette von Droste-Hülshoff [1]
Der heutige Sonntag heißt Exaudi und hat nichts mit dem Auto der/des Ex zu tun, obwohl …. Exaudi ist der 6. Sonntag nach Ostern; exaudi kommt von: „Exaudi, Domine, vocem meam“ [„Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe“ (Ps 27,7)] [2]. Es gibt auch einen Bezug zur Automarke, denn August Horch konnte seinen Namen nicht verwenden, da er eine neue Firma gründete und da nahm er audi – höre bzw. horch!
Gerade mußten die Jünger von ihrem Rabbi Abschied nehmen. Der Christus bereitete seine Jünger und uns auf den Tröster, den Heiligen Geist, vor, denn wir stehen eine Woche vor Pfingsten. Und er gab uns mehr noch die Verheißung, die der heutige Wochenspruch ausdrückt: „Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. [3] Das war auch schon Christi Himmelfahrt der Wochenspruch, aber darum heißt er ja auch Wochenspruch.
In der Lesung aus dem Alten Testament prophezeit Jeremia: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, ...“ [4] In jener Zeit stehen Juda und damit Jerusalem vor dem Fall und der babylonischen Gefangenschaft, aber der Prophet spricht bereits von einer Zukunft danach. Irgendwie paßt die Stelle in die Liturgie vieler Sonntage, aber der heutige Bezug ist mir nicht ganz klar. Alle Menschen sollen Gott erkennen und er will „ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.“ Vielleicht sollen wir ein vernünftiger werden: mehr auf unsere Mitmenschen achten oder die Schöpfung bewahren, so wie die Bürger in Ninive im Buch des Propheten Jona.
Wie oben bereits angedeutet, werden wir im Evangelium zum heutigen Sonntag auf den Heiligen Geist vorbereitet. Jesus verabschiedet sich bereits nach seinem Einzug in Jerusalem von seinen Jüngern, aber er macht dies mit der Zusage auf ein Wiedersehen. Und er tut dies noch einmal vor seiner Gefangennahme: „Auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“ [5]. In Vers 7 wird der Heilige Geist auch Tröster [6] genannt: „Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden.“ Eine Vorausschau (foreshadowing) auf das Pfingstfest. Der Abschied erfolgte an dem Tag, den wir mit Christi Himmelfahrt feiern, und der im Lukasevangelium beschrieben wird – nachdem er die Jünger gesegnet hatte, fuhr Jesus auf in den Himmel [7]. Segnen ist im Alltagsleben wahrscheinlich nicht mehr so geläufig, aber man könnte Kindern vor dem zu Bett gehen für die Nacht segnen und ein Kreuz auf die Stirn mit dem Daumen zeichnen.
Die neue Kerze der KonfirmandInnen stand auf dem Altar und drei nahmen am Gottesdienst teil. Sie waren erst am Vortag von einer mehrtägigen Fahrt zurückgekehrt. Im Rahmen dieser Fahrt wurde die Kerze erstellt. Mir kam sie ein wenig zu düster vor und ich dachte später, daß Wachs heruntergetropft war und so den Effekt abmilderte, aber es war schlicht eine Spiegelung. Das grüne Wesen ist kein Außerirdischer sondern ein Dinosaurier. Auch wenn ich den Bezug nicht kenne, in dem Alter fand ich Dinos ebenfalls cool.
Das Altargesteck von Kerstin Schüer war großartig. Es spielte mit verschiedenen Blumen, Weißtönungen, Höhen und Tiefen und ist somit ein Abbild der Unterschiedlichkeit von Menschen und ihrem Glauben, die aber in einem Gesteck zusammenstehen. Außerdem findet sich ein Hinweis schon auf Pfingsten und wenn man weiter hinschaut auch auf die Trinitatiszeit, die danach vor uns liegt [8]. Im Vorraum zwischen Kirchsaal, Garderobe, Küche und Gemeinderaum ist genügend Platz für einen Strauß Blumen.
Das Altargesteck von Kerstin Schüer war großartig. Es spielte mit verschiedenen Blumen, Weißtönungen, Höhen und Tiefen und ist somit ein Abbild der Unterschiedlichkeit von Menschen und ihrem Glauben, die aber in einem Gesteck zusammenstehen. Außerdem findet sich ein Hinweis schon auf Pfingsten und wenn man weiter hinschaut auch auf die Trinitatiszeit, die danach vor uns liegt [8]. Im Vorraum zwischen Kirchsaal, Garderobe, Küche und Gemeinderaum ist genügend Platz für einen Strauß Blumen.
Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).
Links und Anmerkungen:
[1] Annette von Droste-Hülshoff: Das geistliche Jahr. Union Verlag, Berlin 1952. S. 89-91. Am VI. Sonntage nach Ostern.
[2] https://kirchenjahr-evangelisch.de/exaudi/
[3] Joh 12,32
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JER.31 Jer 31,31–34 (auch Predigttext!)
[5] https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes16 Joh 16,5–15
[6] Oder auch Helfer. Bei Helfer muss ich allerdings immer an das Helferlein von Daniel Düsentrieb denke und deshalb ist Heiliger Geist doch die beste aller Bezeichnungen.
[7] https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas24 Luk 24,50.51
[8] „Ukatjja, Pentecostés urut parlkasajj nayratpachwa parli, ukat jukʼamp yatjjataspa ukhajja, Trinidad tiempot parlirakiwa, ukajj nayraqatasankiwa.“ So heißt der Satz auf Aymara. Und warum ich ihn vom Google-Übersetzer in Aymara übersetzen ließ, erzähle ich ein anderes Mal.
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