Monday, March 9, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 28. KW 09.03.2026

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.



28. KW
Volker Sielaff: Licht


„... genagelt / ans Kreuz ...“ -: das ist wie ein Kneifen, das einem die Wirklichkeit offenbart.

„einen Gekreuzigten sahen ...“ -: ich sah einmal ein Foto von zwei Frauen im TrümmerFrauenOutfit, die vor einer Kirche den Jesus am Kreuz schräg über die Treppen hielten und ihn mit einem Schlauch abSpritzten. 

Kreuze 
    die Kreuze 
Lagen 
ZerBrochen 
Am 
Boden 
Und 
Den 
Heiland 
Hatte 
Man 
Von 
Der 
Wand 
GeNommen
Was 
Aber 
Ist 
Das 
Für 
Ein
Sieg
Der in 
    Die 
Hölle führt 

Nicht die Kreuzung ist heiter sondern die Auferstehung. Paulus im Brief an die Philipper: „Freut Euch!“     
 

28. KW
Kommentar: Michael Braun


Museumsbesuch -: Der Panther im Jardin des Plantes, Paris von Rainer Maria Rilke 

„Augen für das, was wir nicht sehen“ -: hier muss man, wie es St. Exupéry ausdrückte, mit dem Herzen sehen. 

In Kirchen ist es häufig dunkel, um nicht im KunstLicht zu sitzen. Die Kerze oder das ÖlLicht könen der Kontemplation zuGerechnet werden. 

Das Heilige wird durch den HeiligenSchein verDeutlicht.






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Sunday, March 8, 2026

Altargesteck am Sonntag Okuli 2026



Der dritte Sonntag der Passionszeit wird auch Okuli [1] genannt. Die Bezeichnung geht auf die lateinische Fassung eines Psalm-Verses zurück: „Oculi mei semper ad Dominum“ [2]. Der Wochenspruch lautet: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ [3] 

Aber bleiben wir zunächst bei den Augen, denn in der Predigt in der Versöhnungskirche ging es um das 16. Kapitel der Genesis (1. Buch Mose). (Blätter! Blätter!) Dort geht es um die Kinderlosigkeit von Abrams Frau Sarai, die dazu führt, daß Abram mit Hagar Ismael zeugte. Diese Schwangerschaft führte zu einer Machtumkehr im Hause Abrams, denn Hagar schaute auf Sarai hinunter. Sarai behandelte Hagar hart, so daß diese floh, aber in der Wüste zur Umkehr bewegt wurde. Hagar sprach die Worte: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ Interessanterweise wird für Okuli als Lesung aus dem Alten Testament empfohlen: „Und Ahab erzählte der Isebel alles, ...“ [4]. Das denke ich gleich an Kapitän Ahab. Und Herman Melvilles Roman „Moby-Dick“ aus dem Jahr 1851 beginnt mit dem Satz: „Call me Ishmael“ [5]. Aber was erfahren wir über Ismael in der Bibel? Er wurde mit seiner Mutter Hagar in die Wüste Paran vertrieben, dort nahm Hagar ihm eine Frau aus Ägypten. Im 25. Kapitel der Genesis erfahren wir, daß Abraham von Isaak und Ismael gemeinsam begraben wurde. Ismael selbst wurde 137 Jahre alt und seine Söhne „von Hawila an bis nach Sur, das östlich von Ägypten liegt, gegen Assur hin“ [6]. Im Islam zählt Ismael (إسماعيل) zu den Propheten und Stammvater der Araber. Zusammen mit seinem Vater Abraham bzw. Ibrahim (إبراهيم) hat er laut Koran die Kaaba in Mekka errichtet [7].

Der Text für die Lesung aus dem Evangelium trägt den Titel „Vom Ernst der Nachfolge“ steht im 9. Kapitel des Lukasevangeliums [8].  Die Textauszug beginnt mit: „Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst.“ Er kulminiert in: „Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!“ Und endet mit: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ Vielleicht will Jesus Christus uns einen Entscheidungskonflikt, ein Dilemma, aufzeigen. Wir müssen im Einzelfall selbst entscheiden, welchen Weg wir einschlagen.
Ich dachte gerade an die Zeile, die im Englischen so lautet: „Let the dead bury the dead“. Ich hatte Barry McGuire mit „Eve of Destruction“ [9] im Kopf, aber in dem Lied singt er: „You can bury your dead“. Er singt „Let the dead bury the dead“ in einem anderen Lied [10]. Mir gefällt aber „Eve of Destruction“ weitaus besser, gerade weil der Song nach 60 Jahren topaktuell ist.

In der Predigt in Kall ging es um die Speisung der 5000 [11]. Dabei waren übrigens nur die Männer gemeint und nicht die Frauen und Kinder, die sich dort auch noch aufhielten (Vers 10). Mit Bordmitteln war das Ziel der Speisung nicht zu erreichen –  „Nicht einmal Brot für 200 Silberstücke reicht aus, dass jeder auch nur ein kleines Stück bekommt!“ Die Predigt griff dies auf, daß wir immer mehr wollen. Jesus will, daß alle genug haben und als am Ende „zwölf Körbe mit den Resten von den fünf Gerstenbroten“ übrig bleiben, sollen ie gesammelt werden, damit nichts verdirbt. Wir erinnerten uns auch an die Geschichte von Joseph, der die Träume des Pharaos deutete, daß auf die sieben fetten Jahre sieben magere Jahre folgen sollten [12]. „Mehr“ (magis) trieb auch die Jesuiten an, die darunter aber verstanden, mehr zu tun, was Gott und den Menschen dient. Was die irdischen Güter angeht, ist das Mehr durch ein Genug zu ersetzen, denn dann hat jeder Teil an der Welt. Was war eigentlich mit den Fischen? Wo sind die geblieben? Alle vier Evangelisten berichten von dem Brotwunder, aber nur Markus erwähnt die Fische - „Und sie sammelten die Brocken auf, 12 Körbe voll, und von den Fischen“ [13].

Die liturgische Farbe ist Violett. Das Gesteck in der Versöhnungskirche stand abseits auf dem Altar, aber für 15 Personen reicht der Platz um den Taufstein völlig aus. In Kall stand eine Vase mit Tulpen auf dem Altar. Übrigens gab es vor sechs Jahren an Okuli noch ein Gesteck, aber keinen Gottesdienst mehr. So wie es aktuell ist, gefällt es mir besser.





Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/okuli/  
[2] Ps 25,15 [wörtlich: meines Augen immer zum Herrn; oder: Meine Augen schauen stets auf den Herrn]
[3] Lk 9,62
[4] 1. Kön 19,1–8(9–13a)
[5] https://www.gutenberg.org/files/2701/2701-h/2701-h.htm#link2HCH0001 
[6] 1. Mose 25,18 
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Ismael 
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.9  Lk 9,57–62 
[9] Barry McGuire - Eve Of Destruction 
https://www.youtube.com/watch?v=qfZVu0alU0I  
[10] Barry McGuire - Let The Dead
https://www.youtube.com/watch?v=iu1IYZVc99M  
[11] https://www.bibleserver.com/LUT.SLT/Johannes6 Joh 6,1-15  
[12] Bitte nachlesen: https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose41 1. Mose 41,1 ff.
[13] Mk 6,43



My Trip to Sri Lanka 2026 … Before the Details

 


Before I'll write about my trip to Sri Lanka in detail in my travelogue, primarily in English, I wanted to share something on my blog in German [1], which I translate here. Namely, what kind of trip it was and what the background was. I visited Sri Lanka three times between 1976 and 1978, and I absolutely loved it back then, but I never had the time to go back. The deciding factor this time was that I found a suitable tour operator, because there's a big risk with Sri Lanka that I either do all the culture or nothing at all, and then just lie on the beach on the tropical island, which is of course also lovely. I had already traveled with the operator „Wolkenbote [Cloud Messenger]“ on an adventure trip through Mongolia. Now Wolkenbote had been offering a trip to Sri Lanka. I accepted, and I haven't regretted it. It was a wonderful trip.

The tour operator has the prosaic name "Travel with Dr. Elvira Friedrich", but the website is much more interesting, and there the operator is called „Wolkenbote [Cloud Messenger]“. Regarding Wolkenbote, I'd like to quote here from the website of Dr. Elvira Friedrich [2], an Indologist. It's a one-woman operation.

The name Sri Lanka (Sinhalese: ශ්‍රී ලංකා, Tamil: இலங்க) has now become established, although people still refer to it as in Ceylon tea [3]. I fondly remember my father, who liked to quote from an English textbook from the 1930s: "Tea from Ceylon is the best." In 1972, the name was changed from Ceylon to Sri Lanka. The Portuguese arrived in Sri Lanka in the 16th century and named the island Ceilao; the Dutch who followed renamed it Ceylon, a name that remained in use from 1796 to 1972. So, in the 1970s, I was still  close to the name Ceylon in the 1970s. I remember frequently having to explain what kind of country Sri Lanka actually was. The name Sri Lanka can be translated as "the sublime, radiant [island]". In 2027, there will also be a voyage with the Cloud Messenger [4].
 
Here's the rough route:
Diefenbach - Cologne - Frankfurt - CMB - Negombo - Colombo - Yapuhawu - Wilpattu - Mihintale - Anuradhapura - Polonnaruwa - Sigiriya - Dambulla - Kandy - Ella - Buduruwagala - Tissamahara - Kataragama - Bundala - Rekawa - Galle - CMB - Frankfurt - Cologne - Diefenbach

My brother Frank thinks that the trip from the Eifel region to Frankfurt and back would be the real adventure. I would change "adventure" to "uncertainty". Google AI writes: "Deutsche Bahn (DB) is known for its unreliability, especially in long-distance travel. Many trains are delayed or canceled, leading to frustration among passengers. The main cause of this unreliability lies in the dilapidated and overloaded rail network, as well as the numerous construction sites required for its renovation." And I once wrote about the feeling of being stranded after a trip [5].

I didn't meet my brother Lutz and my sister-in-law in Sri Lanka; we just missed each other in Galle (by an hour or two). However, I had run into them once by chance at Frankfurt Airport (in the security area) when they were returning from a trip and I was just starting my own. I'll tell you more about them later.

After a very short night (!), we arrived at the airport in Sri Lanka. I remembered the old airport, where you were greeted by a mixture of cinnamon and kerosene smells. This time it was different, because you went straight from the plane into the terminal building. Then we immediately continued on to Negombo, where we explored the town, the fish market, and of course, the boats typical to the Negombo area. After that, we went to Colombo and strolled through the old town. It was lovely and exactly what we needed to completely forget about jet lag. We stayed at the Galle Face Hotel, which still retains a touch of colonial atmosphere. A museum section commemorates the British royal family.

In Yapahuwa, we visited the rock fortress – it involves climbing quite a few stairs, but the view is worth it. From there, we continued past salt pans to a hotel near Wilpattu National Park, interestingly situated on a lagoon. We set off early the next day, as early morning wildlife viewing is recommended. After seeing elephants, birds, buffalos, and deer, we drove to Anuradhapura.
We stayed two nights in Anuradhapura and visited Mihintale, considered the "cradle of Buddhism". There, we also visited the foundations of an Ayurvedic hospital.

After seeing the 14-meter-high monumental Buddha statue from the 5th century AD, we arrived at Minneriya National Park. The ancient Lake Minneriya, built in the 3rd century AD, is also located there. with the Ekho Lake House situated right on its shores.




















Onward to Polonnaruwa, for centuries the capital of the Sinhalese kingdom, only to be reclaimed by jungle until its rediscovery in 1890.

In Sigiriya, we encountered mass tourism, as tourists moved their way up the rock and steel stairs like a snake. Photographing the Cloud Maidens is no longer permitted; I'll have to check if I still have an old slide. From the rock, there's a beautiful view of the plain. There's still jungle there, and I'll tell you about the tourist who ignored the warnings and…

We also visited the cave temples of Dambulla (a UNESCO World Heritage Site). The walls are covered from top to bottom with colorful depictions of the historical Buddha. From Aluvihara – where the Buddhist canon (Tripitaka/Tipitaka) was written down for the first time in the first century BCE [6] – we traveled to Kandy, where we stayed at the Queens Hotel. The hotel dates back to 1844 and is located opposite the Temple of the Tooth.

On our journey, we visited a rubber plantation and then, of course, a tea plantation. This was particularly important for me, as I want to write about tea again and I can use some of the photos as illustrations. I had previously had to resort to some 40-year-old pictures for my old tea articles. Then we arrived in Ella, where we climbed Little Adam's Peak and enjoyed the magnificent view of the valley from the hotel. Due to the damage caused by cyclone Diwah in early December 2025, the railway line from Nanu Oya to Ella was still closed, but the line between Badulla and Ella was open; I recommend traveling in that direction as well. It was a delightful journey.

On our way to Tissamahara, we visited rice paddies and sampled fresh mango and curd, a fermented milk product made from buffalo milk (a type of yogurt). In Budurawagala, we saw the reliefs carved into the rock in the 8th and 9th centuries. In Kataragama, the dagoba and a ceremony were on the agenda. I intend to dig out my old notes and scan some old photos for comparison.

We visited Yala National Park and the following day Bundula National Park, where we observed a variety of birds, as well as elephants, monitor lizards, crocodiles, and buffalo. Afterward, we experienced some beach life in Rekawa. We even spotted a few tortoises.


Finally, the end of the trip was approaching. We drove through Galle, where I missed my brother and sister-in-law. One of my fellow travelers was also at the Herder Gymnasium (high school) at the same time, but several grades below me. It was quite a coincidence that two people from Cologne met on a trip organized by a Hamburg tour operator. And, as I discovered when I got home, she and my brother had also graduated from the Herder Gymnasium (high school). We then traveled via Colombo, where we had dinner, to Bandaranaike Airport, and Sri Lankan Airlines flew us back to Germany via Pakistan and Afghanistan. Almost all other airlines were grounded because the war in Iran had started shortly before our trip to Colombo. If the map is to be believed, we practically plunged into the Caspian Sea and resurfaced from the Black Sea. But my brother Lutz and my sister-in-law are still in Sri Lanka, as they flew with Emirates. They extended their vacation and will return via Beijing.

Many thanks to Wolkenbote for a wonderful trip!



Links and Annotations:
[1] Meine Reise nach Sri Lanka 2026 … vor den Details
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/03/meine-reise-nach-sri-lanka-2026-vor-den.htm
[2] “Wolkenbote [Cloud Messenger]:
This is what the Indian poet Kalidasa called his lyrical work, which enjoyed extraordinary popularity. In this poem, a courtier exiled from his homeland commissions a cloud, which is traveling north with all its might, to comfort and greet his beloved who has been left behind. The cloud is to fly over the cities and countries, greeting the friends of the sorrowful man, who so longs to set out himself through the wondrous landscapes.”
https://www.wolkenbote.de/ 
[3] More about Sri Lanka here:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sri_Lanka
https://en.wikipedia.org/wiki/Sri_Lanka 
The English article is better for the various toponyms as not all are mentioned here on the blog.
[4] https://www.wolkenbote.de/reisen/sri-lanka-2027/ 
[5] https://rheumatologe.blogspot.com/2023/07/strandungen.html 
Text in German

[6] Pali Canon
https://en.wikipedia.org/wiki/Pali_Canon 
(I've looked it up for this translation.)


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Saturday, March 7, 2026

Weltgebetstag 2026, vorbereitet von Frauen aus Nigeria / Gottesdienst am 06.03.2026

 


Unter dem Motto: „Kommt! Bringt eure Last.“ hatten Frauen aus Nigeria den Weltgebetstag 2026 [1] vorbereitet und der Gottesdienst dazu fand am 06.03.2026 statt. Ich habe in Schleiden teilgenommen. Das Motto geht zurück aus einen Vers im Matthäusevangelium: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ [2]


Nigeria [3] ist eine Bundesrepublik wie Deutschland und hat 36 Bundesstaaten. Nigeria ist deutlich größer als Deutschland, etwa 2,6mal, so groß wie Spanien und Frankreich zusammen. Dafür leben dort deutlich mehr Menschen, denn Nigeria ist der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Da mehr als 250 Ethnien dort leben und diese 514 Sprachen sprechen, ergeben sich schon daraus Probleme. 50% der Bevölkerung sind muslimisch und 45% christlich. Es gibt Gegenden in denen unterschiedlicher kein Problem ist, aber leider ist das nicht überall so.  

Wie auch die letzten Jahre gab es ein Lied-/Gottesdienst-Heft, daß alle Texte vereinigte und auch die Lieder, die sich gut singen ließen. Es waren noch englische Textteile übernommen worden, da Englisch Verkehrssprache in Nigeria ist. Außerdem wurden Teile in der Sprache Igbo übernommen, z.B. „Chineke, chineke mo i diri m'u ma idiga ban we [Gott, mein Gott, du bist meine Stärke und meine Kraft]“. Igbo (früher Ibo) ist die Bezeichnung einer Ethnie und ihrer Sprache im Südwesten Nigerias [4]. Igbo ist eine tonale Sprache. 
Außerdem gab es ein Faltblatt im Informationen zu Nigeria. Diese Materialien, die man unter [1] herunterladen („download“) kann, habe ich abfotografiert.

Drei Frauenschicksale sind vorgestellt worden:
Beatrice - Die Last der gesellschaftlichen Unterdrückung 
Yato - Die Last der religiösen Verfolgung 
Blessing - Die Last von Armut und Verzweiflung  

Im Anschluß an den Gottesdienst wurden nigerianische Speisen angeboten und für mich wichtiger noch Informationen zum Land vorgestellt. Für mich war das Highlight die Filmindustrie. Nollywood ist die zweitgrößte Filmindustrie der Welt. Hollywood ist nicht die größte! Der Superlativ gehört zu Bollywood. Ich muß gestehen, ich habe noch nie einen nigerianischen Film gesehen, aber immerhin, habe ich jetzt schon einmal nigerianisch gegessen.

Herzlichen Dank an die Organisatorinnen des Gottesdienstes und des Treffens!




Meine Reise nach Sri Lanka 2026 … vor den Details

Bevor ich in meinem Travelogue in Einzelheiten und dann primär auf Englisch über die Reise nach Sri Lanka berichte, möchte ich schon einmal etwas auf meinen Blog stellen. Nämlich, was das für eine Reise war und was der Hintergrund dafür war. Ich bin in den Jahren 1976 bis 1978 insgesamt dreimal in Sri Lanka gewesen und das hatte mir damals wahnsinnig gefallen, aber ich hatte später nicht die Zeit aufbringen können, nochmals dorthin zu reisen. Und jetzt war ausschlaggebend, daß ich auch einen entsprechenden Reiseveranstalter gefunden hatte, denn die Gefahr mit Sri Lanka ist groß, daß  man entweder nur Kultur oder keine Kultur macht und sich dann einfach auf der Tropeninsel ans Meer legt, was natürlich auch schön ist. Ich war schon mit dem Anbieter Wolkenbote auf einer Abenteuerreise durch die Mongolei unterwegs gewesen. Nun wurde eine Reise nach Sri Lanka angeboten. Da habe ich zugesagt und habe es nicht bedauert. Es war eine wunderschöne Reise.  


Der Veranstalter hat den prosaischen Namen „Reisen mit Dr. Elvira Friedrich“, aber die Webseite ist viel interessanter und dort heißt der Veranstalter Wolkenbote. Zum Wolkenboten zitiere ich gerne hier aus der Webseite von Frau Dr. Elvira Friedrich [1], einer Indologin. Es handelt sich um einen Eine-Frau-Betrieb.

Der Name Sri Lanka (Singhalesisch
ශ්‍රී ලංකා, Tamil இ லங்க) hat sich mittlerweile durchgesetzt, obwohl man immer noch vom Ceylontee spricht [2]. Ich erinnere mich gerne an meinen Vater, der gerne aus einem Englisch-Lehrbuch der 1930iger Jahre zitierte: „Tea from Ceylon is the best“. 1972 wurde der Name von Ceylon in Sri Lanka geändert. Die Portugiesen kamen im 16. Jahrhundert nach Sri Lanka und nannten die Insel Ceilao, die nachfolgenden Niederländer machte daraus Ceylon; der Name blieb von 1796 bis 1972. Ich war also in den 1970iger Jahren noch nah am Namen Ceylon. Ich erinnere mich, daß ich damals noch häufig erklären mußte, was nun Sri Lanka für ein Land sei. Übersetzen kann man den Namen Sri Lanka mit „die erhabene Strahlende [Insel]“. Im Jahr 2027 wir es auch eine Reise mit dem Wolkenboten geben [3].

Hier ist erst einmal die grobe Route:
Diefenbach - Köln - FRA - CMB - Negombo - Colombo - Yapuhawu - Wilpattu - Mihintale - Anuradhapura - Polonnaruwa - Sigiriya - Dambulla - Kandy - Ella – Buduruwagala - Tissamahara - Kataragama - Bundala - Rekawa - Galle - CMB - FRA - Köln - Diefenbach 

Mein Bruder Frank meint, daß die Fahrt aus der Eifel nach Frankfurt und dann wieder zurück das große Abenteuer wäre. Ich würde Abenteuer in Unwägbarkeiten ändern. Google KI schreibt: „Die Deutsche Bahn (DB) ist für ihre Unzuverlässigkeit bekannt, insbesondere im Fernverkehr. Viele Züge sind verspätet oder fallen aus, was zu Frustration bei den Reisenden führt. Die Hauptursache für diese Unzuverlässigkeit liegt im maroden und überlasteten Schienennetz sowie in den zahlreichen Baustellen, die zur Sanierung notwendig sind.“ Und ich schrieb einmal über das Gefühl nach einer Reise gestrandet zu sein [4].

Meinen Bruder Lutz nebst Schwägerin hatte ich in Sri Lanka nicht getroffen, wir habe uns nur knapp in Galle (um ein bis zwei Stunden) verfehlt. Allerdings hatte ich die beiden einmal in Frankfurt auf dem Flughafen (Sicherheitsbereich) zufällig getroffen, als sie von einer Reise zurückkehrten und ich gerade meine Reise begann. Von ihnen wird aber nochmals die Rede sein.

Nach einem Vol de nuit, also ziemlich kurze Nacht (!), kamen wir auf dem Flughafen in Sri Lanka an, ich erinnerte mich an den alten Flughafen, auf dem  einem ein Gemisch von Zimt- und Kerosingeruch entgegenschlug. Das war jetzt anders, weil man aus dem Flugzeug direkt in das Abfertigungsgebäude kam. Dann ging es aber auch sofort weiter und zwar nach Negombo, wo wir uns das den Ort, den Fischmarkt und natürlich die Boote ansahen, die für die Gegend von Negombo typisch sind. Danach ging es nach Colombo und durch die Altstadt. Das war sehr schön und das genau das Richtige, damit man den  Jetlag völlig vergißt. Gewohnt haben wir dort im Galle Face Hotel, in dem ein wenig die Atmosphäre der Kolonialzeit überdauert hat. In einem musealen Teil wird an das britische Königshaus erinnert. 

In Yapahuwa besichtigten wir die Felsenfestung – da steigt man ziemlich viele Treppen hoch, aber die Aussieht lohnt sich. Von dort ging es weiter über Becken zu Salzgewinnung zu einem Hotel in der Nähe des Wilpattu Nationalparks, interessant an einer Laguna gelegen. Am nächsten Tag ging es früh los, da man zur Beobachtung von Tieren früh unterwegs sein sollte. Nach Elefanten, Vögeln, Büffeln, Hirschen fuhren wir nach Anuradhapura.

Wir blieben zwei Nächte in Anuradhapura und besichtigten Mihintale, das als „Wiege des Buddhismus“ gilt. Dort besichtigten wir auch die Fundamente eines ayurvedischen Hospitals. 

Über die Besichtigung der 14 m hohen Monumentalstatue des Buddha aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. kamen wir zum Minneriya Nationalpark. Dort liegt auch der antike Minneriya See, erbaut im 3. Jahrhundert n. Chr., wobei das Ekho Lake House direkt am See liegt.





















Weiter nach Polonnaruwa, Jahrhunderte lang Hauptstadt des singhalesischen Reiches, um schließlich vom Dschungel überwuchert zu werden, bis man sie im Jahr 1890 wieder entdeckte.

In Sigiriya hatten wir Kontakt mit dem Massentourismus, denn wie eine Schlange winden sich sie Touristen auf den Felsen. Die Wolkenmädchen dürfen nicht mehr fotografiert werden; ich muss einmal nachschauen, ob ich noch ein altes Dia habe. Von dem Felsen hat man eine schöne aussicht auf die Ebene. Dort ist auch noch Dschungel und ich werde noch über den Touristen berichten, der Warnungen in den Wind schlug und … 

Wir besichtigten auch die Höhlentempel von Dambulla (UNESCO Weltkulturerbe). Die Wände sind über und über bedeckt mit
farbigen Darstellungen des historischen Buddha. Über Aluvihara – hier wurde im ersten vorchristlichen Jahrhundert zum ersten Mal der buddhistische Kanon (Tripitaka / Tipitaka) schriftlich niedergelegt – ging es nach Kandy, wo wir im Queens wohnten. Das Hotel stammt aus dem Jahr 1844 und liegt gegenüber des Zahntempels.

Auf dem weiteren Weg besichtigten wir eine Kautschukplantage und dann natürlich auch eine Teeplantage. Das war für mich besonders wichtig, da ich wieder über Tee schreiben möchte und ich einige Fotos als Illustration gut verwenden kann. Ich hatte teilweise bei meinen alten Teeartikeln auf 40 Jahre alte Bilder zurückgreifen müssen. Dann sind wir in Ella angekommen, wo wir einerseits den Little Adam's Peak bestiegen haben und andererseits uns an der grandiosen Aussicht vom Hotel aus in das Tal erfreut hatten. Wegen der Schäden, die der Zyklon Diwah Anfang Dezember 2025 hinterlassen hatte, war die Bahnstrecke von Nanu Oya nach Ella noch nicht befahrbar, aber die Strecke zwischen Badulla und Ella ist befahrbar; ich empfehle auch diese Richtung. Es war eine bezaubernde Fahrt.

Auf dem weiteren Weg nach Tissamahara besichtigten wir Reisfelder und probierten frische Mango und Curd, das ist ein Sauermilchprodukt aus Büffelmilch (eine Art Joghurt). In Budurawagala besichtigten wir die im 8. und 9. Jahrhundert aus dem Felsen gehauenen Reliefs. In Kataragama standen die Dagoba und eine Zeremonie auf dem Programm. Hierzu werde ich meine alten Unterlagen hervorholen und alte Fotos zum Vergleich einscannen.

Wir besuchten den Yala Nationalpark und am Tag darauf noch den Bundula Nationalpark, in dem besonders Vögel zu beobachten waren, aber auch Elefanten, Warane, Krokodile und Büffel. Danach gab es auch etwas Standleben in Rekawa. Die eine oder andere Schildkröte waren auch zu sehen.


Schließlich näherte sich das Ende der Reise. Wir fuhren über Galle, wo ich Bruder und Schwägerin verpaßt hatte. Eine Mitreisende war auch zeitgleich am Herdergymnasium, aber einige Klassen unter mir. Es war schon ein Zufall, daß auf der Reise eines Hamburger Veranstalter sich zwei Kölner trafen. Und sie hatte, wie ich zu Hause recherchierte, auch noch mit meinem Bruder in einer Jahrgangsstufe Abitur am Herdergymnasium gemacht. Wir fuhren dann über Colombo (Abendessen) weiter zum Bandaranaike Airport und Sri Lankan flog uns über Pakistan und Afghanistan zurück nach Deutschland. Fast alle anderen Linien flogen nicht, denn der Krieg im Iran hatte kurz vor unserer Fahrt nach Colombo begonnen. Wenn man der Flugkarte trauen kann, sind wir im Kaspischen Meer eingetaucht und im Schwarzen Meer wieder aufgetaucht. Aber mein Bruder Lutz und meine Schwägerin sind noch in Sri Lanka, denn sie sind mit Emirates geflogen. Sie haben den Urlaub verlängert und werden über Beijing zurückkehren.

Herzlichen Dank Wolkenbote für eine wunderschöne Reise!




Links und Anmerkungen:
[1] „Wolkenbote:
So nannte der indische Dichter Kalidasa sein lyrisches Werk, das sich außerordentlicher Beliebtheit erfreute. In diesem Gedicht beauftragt ein aus seiner Heimat verbannter Höfling eine Wolke, die mit geballter Kraft gen Norden zieht, seine zurückgebliebene Geliebte zu trösten und zu grüßen. Die Wolke solle über die Städte und Länder fliegen, dabei die Freunde des Traurigen grüßen, der sich doch selbst so gern auf den Weg durch die wunderbaren Landschaften machen möchte.“
https://www.wolkenbote.de/ 
[2] Mehr zu Sri Lanka hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sri_Lanka 
https://en.wikipedia.org/wiki/Sri_Lanka 
Zu den verschiedenen Toponymen ist der englische Artikel besser.
[3] https://www.wolkenbote.de/reisen/sri-lanka-2027/ 
[4] https://rheumatologe.blogspot.com/2023/07/strandungen.html