Monday, July 4, 2022

Altargesteck am 03.07.2022 – 3. Sonntag nach Trinitatis


 
Der Wochenspruch lautet: „Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ [1] Und dazu paßt dann auch das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das man im Lukasevangelium nachlesen kann [2], falls man es nicht kennt.

Der Predigttext steht beim Propheten Hesekiel (Ezechiel) [3]. Wahrscheinlich kennt man Hesekiel besser aus „Pulp Fiction“ denn aus der Bibel. Allerdings ist das, was Jules Winnfield (Samuel L. Jackson) zitiert, nicht der Text, der in der Bibel steht [4]. Kern des Predigttextes ist das Sprichwort: „Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden.“ Es soll nicht mehr gelten. Jeder soll selbst für seine Schuld verantwortlich sein. Das ist neu, jedenfalls zur Zeit des Alten Testaments [5]. Aber erst so  werden Vergebung und Versöhnung möglich.  

Wie steht es um das Altargesteck? Gut, daß die liturgische Farbe in der Trinitatiszeit fast immer Grün ist [6], denn die ist immer vertreten. Schönes Gesteck, aber das war es auch schon. Und wer jetzt möchte, der darf gerne das aktuelle Bild mit dem der Vorwoche vergleichen [7].

In der Zwischenzeit haben die Kinder ihre Begegnung mit der Kunst gehabt – und selbst haben sie auch gemalt [8].



Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).


Links und Anmerkungen:
[1] Lk 19,10    
[2] https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lutherbibel-2017/bibeltext/bibel/text/lesen/stelle/52/150001/150003/ Lk 15,11–32 Oft gelesene Stelle, aber nicht in der Hitliste: https://reformiert.info/de/recherche/johannes-3-16-platz-eins-auf-der-hitliste-der-bibelverse-15640.html
[3] https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU17/EZK.18/Hesekiel-18 Hes 18,1–4.21–24.30–32
[4] Film noch einmal anschauen und hier nachschauen: https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU17/EZK.25/Hesekiel-25 Hes 25,17
[5] … „der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft lässt er niemand, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied.“ https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU17/EXO.34/2.-Mose-34  2. Mose 34,7
[6] https://www.kirchenjahr-evangelisch.de/article.php#1051
[7] https://rheumatologe.blogspot.com/2022/06/altargesteck-am-26062022-2-sonntag-nach.html  
[8] http://www.klecksteufel.de/

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Saturday, July 2, 2022

Kurzer Besuch der Sistig-Krekeler Heide

 



Hätte ich heute in der Frühe in meinen Briefkasten geschaut, wäre mir der Besuch der Heide entgangen, denn dann wäre ich in die andere Richtung zum Einkaufen gefahren, so aber kam ich oben an der Heide vorbei und habe sie kurz entschlossen besucht. Ich war überrascht, niemanden anzutreffen, denn erstens sind Ferien, zweitens schönes Wetter und drittens Wochenende und dann sind eher mehr Wanderer unterwegs. In Belgien gibt es bereits Wanderwege, die nur in einer bestimmten Richtung und nicht in beiden Richtungen ausgeschildert sind – damit es nicht zu Begegnungen kommt. Da hat sich wegen Corona jemand etwas Interessantes ausgedacht. Über die Sistig-Krekeler Heide habe ich schon mehrfach berichtet, aber es es immer wieder lohnenswert [1]. Einen Teil bin ich auch über den Arnika-Weg gelaufen [2].




Das Gras steht hoch, Schmetterlinge flogen um mich herum, die Arnika (Arnica montana) blüht. Und erst das Heidekraut (Calluna-Art?). Und wenn man, will kann man auch noch bei den Pferden vorbeigehen. Sonst sind auch Schafe und/oder Ziegen zu sehen. Die sind besonders wichtig, denn sonst wird aus der Heide schnell ein Birkenwald.



Es gibt immer etwas zu sehen, egal wann, aber hingehen bzw. hinfahren muss man schon selbst.
 



Links und Amerkungen:

[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2020/10/sistiger-heide.html und https://rheumatologe.blogspot.com/2017/06/blog-krekeler-heide.html
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2020/03/der-arnika-weg-wandern-in-der-sistiger.html


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Friday, July 1, 2022

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 01.07.2022


蒼蒼竹林寺,杳杳鐘聲晚。
荷笠帶斜陽,青山獨歸遠。
送靈澈
劉長卿
Vom Tempel her, tief, tief im Bambuswald,
Tönt dong, dong die Abendglocke.
Die Dämmerung umspielt den geflochtenen Hut
Während der einsamen Rückkehr vom grünen Berg.
Verabschiedung von Meister Ling Che
von Liu Changqing



Am Feuer
Während die Glut schwächer wird
Steigt Rauch auf
In den die unterGehende Sonne strahlt

Was wir gestern geErntet hatten
Aßen wir heut'
Nun ist ein Rest Wein noch im Glas

Nostalgie

    laßt uns
Eine
Nostalgie
Schaffen
Aus
Datschen
Und
GartenHäuschen
In
SchreberGärten
Bevor
Auch das
    Nicht
Mehr geht

SelbstSchau
    ich bin
Nicht
Besonders
Mutig
Aber
Mir
Kommt
Die
MagenSäure
Nicht
Hoch
Und
Die AugenLider
    Flattern
Auch nicht

Zusammen
    du siehst
Sie
Zusammen
Sitzen
In
Der
KirchBank
Und
Auf
Der
Veranda
Vergangenheit
    Und
Zukunft

Landschaft
    grau und
Rau
Stehen
Die Felsen
Zwischen
Dem
Blau
Des Himmels
Und
Dem
Grün
Der Kiefern
In
Der
Landschaft
Wir
Aber
Stolpern
Ohne
Zu sehen
    Durch
Die Landschaft

Schlafen
    laß alle
Potentaten
SoWie
Ihre
Generäle
Und
Minister
In
Einen
Tiefen
Schlaf
Fallen
Denn
Nur
Wer schläft
    Kann
Nicht sündigen

Gefängnis
    laß in
Der
Grauen
Mauer
Einen
Riss
Sein
In den
Sich
Ein
UnKraut
Setzen
Kann
Denn
Jedes Kräutlein
    Preiset
Den Herrn

„Botschaften des Regens“
    der Regen
Trommelt
Keine
Botschaften
Mehr
Redet
Nicht
Mehr
Sondern
Spricht nur
    Noch
VerWünschungen aus

Lachen
    manchMal
Brauchst
Du
Das
Echo
Deines
Eigenen
Lachens
Oder
Den
AnBlick
Deines eigenen
    Lächelns
Im Spiegel

Übersetzung
    überSetze
Das
Sirren
Des
Pfeiles
In
Ein
EKG
Und
Wenn
Der
Pfeil
Dein Herz
    Trifft -
Null-Linie

Pappeln
    die Schwarz-
Pappeln
Der
Jugend
Die
Sich
Wie Bambus
Bogen
Sind
Alle
GeFällt
Was mir
Nicht
GeFällt
Aber
Es
Stehen immer
    Noch
Die Robinien



Li Changqing (劉長卿) ist ein bekannter Dichter der Tang-Zeit. Elf seiner Gedichte wurden in die Kompilation 300 Gedichte der Tang-Zeit aufgenommen. Und seine Gedichte waren schon zu Lebzeiten bekannt. Er selbst war u.a. Gouverneur von Suizhou. Da verwundert es schon, daß die Daten zu seinem Leben sehr widersprüchlich sind. Als Geburtsjahr liest man 709/710, aber auch 725, und gestorben ist zwischen 785 und 790. Ich habe (qīnɡ) mit grün übersetzt, aber es handelt sich um einen Farbton zwischen Blau und Grün. Die Verwirrung setzt sich bis heute z.B. in Japan durch, wo die Ampelphase für unser Auge blau und nicht grün ist. Zu gibt es eine nette Quora-Diskussion: https://www.quora.com/In-Chinese-does-the-color-%E9%9D%92-mean-green-or-blue.

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Thursday, June 30, 2022

St. Chrysanthus und Daria in Bad Münstereifel (Bam)

 



Die Kirche St. Chrysanthus und Daria, auch Stiftskirche genannt, hatte wie die ganze Stadtmitte von Bad Münstereifel gelitten [1], denn hier führt die Erft durch. Man kann an der Eingangstür ungefähr sehen, wie hoch das Wasser stand. Das Foto oben von St. Chrysanthus und Daria ist ca. sechs Jahre alt; ich habe es ausgesucht, nicht weil die Kirche von außen heute wesentlich anders aussähe, sondern weil damals keine Autos davor geparkt hatten.


Das  Hauptproblem besteht in der Heizungsanlage, die wie bei den meisten Kirchen unten ist. Es handelt sich um eine Warmluftheizung. Diese Form der Heizung ist sinnvoll, da warme Luft nach oben steigt und so auch die gesamte Kirche mit warmer Luft durchlüftet wird. Wichtig ist dies für die Orgel, damit Teile aus Leder oder anderen organischen Materialien nicht verschimmeln. Ich hatte extra nachgeschaut [2]; frühe Formen dieser Heizungsart finden sich bereits vor über 1000 Jahren. Der Wikipedia-Artikel listet u.a. folgende Vorteile: „Schnelle Aufheizzeit, Zumischen von Frischluft möglich, Umluft kann gefiltert werden“. Bei den Nachteilen findet sich „die relative Luftfeuchtigkeit kann stark sinken“ - darin sehe ich allerdings bei der Beheizung von Kirchen einen Vorteil. Aber es fehlt der Nachteil, daß bei Überschwemmung das Heizungssystem mit Wasser vollläuft, also absäuft. Und das ist bei St. Chrysanthus und Daria auch geschehen.

Die ehemalige Stiftskirche St. Chrysanthus und Daria ist eine gut erhaltene romanische Basilika [3]. In der Regierungszeit von Lothar I. (795-855) [4] wurde von Prüm aus das Kloster in Bad Münstereifel gegründet, wohin Jahr 844 die Reliquien des römischen Märtyrerpaars Chrysanthus und Daria kamen. Die heutige Basilika stammt aus dem 11. Jahrhundert, mußte allerdings im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts erheblich restauriert werden.  

Noch ein kurzer Exkurs zu den Märtyrern St. Chrysanthus und Daria: Chrysanthus bekehrte und heiratete die Vestalin Daria [5]. Der Legende nach wurde er gefoltert und sie in ein Bordell gezwungen (das allerdings ist unwahrscheinlich), schließlich sollen beide lebendig begraben worden sein. Sie starben am 25. Oktober, wobei man sich jedoch beim Jahr nicht sicher ist: 283 oder 284.

Die Fenster sind von Franz Pauli gestaltet worden. Leider war vor einigen Jahren meine Hauptkamera defekt, so daß ich keine passablen Bilder habe, aber dafür kann man sich die Bilder bei der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. ansehen [6]. Neben Ornamenten sind interessante wissenschaftliche Abbildungen zu sehen, im Kern sind das elektronenmikroskopische Darstellungen, z.B. Eisennitrid Fe4N in 120.000facher Vergrößerung. Franz Pauli wurde 1927 geboren und starb 1970 in Köln [7]. Der Wikipedia-Artikel berichtet über ein „umfangreiches, vielgestaltiges Werk“ mit Öl-Lackbildern, Druckgrafiken, Siebdrucken, dreidimensionalen Objekte und weiteren. Die Forschungsstelle hat über 100 Kirchen mit Glasmalereien von Franz Pauli aufgelistet. Der Wikipedia-Artikel hat wahrscheinlich noch mehr gelistet, auch im Ausland und in Profan-Bauten; hier müßte man viel Zeit zum Vergleichen investieren. Auf jeden Fall lohnt sich der Besuch der Stiftskirche St. Chrysanthus und Daria.


Ich hatte diesmal nur einen kurzen Blick in die Kirche hinein werfen können, denn Georg Wessel wird in der Kirche unter dem Titel „Bam! ... danach“ Fotografien ausstellen [8]; er begann gerade mit den Arbieten dazu. Er hat Zerstörungen und Einsatz der Helferinnen und Helfer unmittelbar in den ersten Tagen nach der Katastrophe festgehalten. „Mein Sohn lebt in der Schoßpforte und ich hatte Todesangst um ihn“, sagte Wessel zu Thomas Schmitz, der noch mehr Einzelheiten im Kölner Stadt-Anzeiger zu berichten weiß [9]. Die Fotografien sind vom 04.07.2022, 16:00 Uhr, bis zum 17.07.2022 in der Stiftskirche zu besichtigen.

Für mich hat Bam noch eine ganz andere Bedeutung. Ich habe 2004 und 2018 den Iran besucht. 2004 mußte ich auf den Besuch verzichten, denn die Stadt Bam [10] war von einem Erdbeben zerstört worden. Schätzungsweise 40.000 Tote und 30.000 Verletzte. Insbesondere hatte die aus Lehmziegeln bestehenden Zitadelle Arg-é Bam [11], die nach dem Erdbeben zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, sehr gelitten, wurde aber schon zu großen Teilen wiederaufgebaut, wie ich 2018 sehen konnte. Man nimmt an, daß sie im 6.-4. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde.
 
Bam - erneut, originalgetreu, neu



Links und Anmerkungen:
[1] Hier mehr zu Bad Münstereifel, fast ein Jahr nach der Flut: https://rheumatologe.blogspot.com/2022/06/bad-munstereifel-fast-ein-jahr-nach-der.html. Übrigens öffnen die Geschäfte des City-Outlets wieder ab heute (30.06.2022), siehe dazu auch den WochenSpiegel (Schleiden): https://wi-paper.de/show/4b06a98dd83e/epaper S. 1
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Warmluftheizung
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Chrysanthus_und_Daria_(Bad_M%C3%BCnstereifel)
[4] Das Grab liegt in der Abtei Prüm. Ich bin übrigens nicht nach Lothar I. benannt, sondern nach meinen beiden Onkeln, die selbst nach Manfred und Lothar von Richthofen ihre Namen bekommen hatten.
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Chrysanthus_und_Daria
[6] http://www.glasmalerei-ev.de/pages/b5413/b5413.shtml
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Pauli
[8] https://www.bad-muenstereifel.de/fileadmin/user_upload/aktuelles/Folder_Fest_Jahrestag_Flutkatastrophe.pdf
[9] https://www.ksta.de/region/euskirchen-eifel/bad-muenstereifel/gedenk--und-dankesfeier-bad-muenstereifel-stellt-plaene-fuer-jahrestag-der-flut-vor-39718052?cb=1656436481640&  
[10] https://de.wikipedia.org/wiki/Bam_(Iran)


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Tuesday, June 28, 2022

Bad Münstereifel – fast ein Jahr nach der Flut


 

Ich bin nach langer Zeit wieder einmal durch Bad Münstereifel gekommen. Es ist Sommer und hier in NRW sind Sommerferien. Ich aber hatte keine Problem, einen Parkplatz zu finden, ja ich hatte nicht einmal suchen müssen. Bad Münstereifel hatte sehr unter den Folgen der Flut gelitten und fast ein Jahr danach sieht es immer noch schwer angeschlagen aus. Aber viel ist bereits getan worden und überall kann man laufende Arbeiten sehen. Ob sich die Outlet-Stadt aber von Flut und Pandemie noch einmal erholen kann, ist doch nicht sicher. Immerhin sind wieder verschiedene Läden geöffnet und Tourismus, nicht Katastrophentourismus ist wieder möglich.



Unter demTitel „GeDANKen und GeDENKEN“ wird es in etwa zwei Wochen vier Festtage geben. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete über die Vorstellung des Programms durch Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian „Gedenken (am 14. Juli), Kirmes (15. Juli), Feiern! (16. Juli) und Danken (17. Juli)“ [1]. Ich meine, daß man Aufbruchstimmung und Hoffnung von Bad Münstereifel sehen kann und daß es in Zukunft wieder schwieriger werden wird mit den Parkplätzen.


Wieso hat es die Stadt so schwer getroffen? Bad Münstereifel liegt an der Erft, und zwar etwa 250 tiefer als die Quellhöhe, wobei die sogenannte Erftquelle bereits etwa 100 m unterhalb dieser Höhe liegt [2]. Auch der Wikipedia-Artikel zur Erft erwähnt insbesondere die Schäden, die insbesondere in Bad Münstereifel und in Erftstadt entstanden sind [3]. Ich meine, daß man die brutale Gewalt der Erft in Bad Münstereifel durch den schnellen Zufluß (Höhenunterschied) und langsameren Abfluß erklären kann. Die Innenstadt hat viel von ihrem mittelalterlichen Flair bewahrt, aber darin liegt auch das Problem: es gibt für große Wassermassen keine Möglichkeit des Ausweichens.


2016

2022


Jedenfalls werde ich zusehen, daß ich zwischen dem 14. und 17. Juli 2022 in Bad Münstereifel [4]  auftauche (nein, aktuell führt die Erft nur wenig Wasser) bzw. erscheine, besonders um mir die Fotoausstellung von Georg Wessel anzusehen, aber das ist noch eine weitere Geschichte.

2016

2022



Links und Anmerkungen:
[1] https://www.ksta.de/region/euskirchen-eifel/bad-muenstereifel/gedenk--und-dankesfeier-bad-muenstereifel-stellt-plaene-fuer-jahrestag-der-flut-vor-39718052?cb=1656436481640&  
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2020/09/die-erftquelle-bei-holzmulheim.html
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Erft

PS. Das Korrekturprogramm wollte Bad Münstereifel in Bad Monstereifel ändern - da war ich eindeutig dagegen!
 

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Sunday, June 26, 2022

Altargesteck am 26.06.2022 – 2. Sonntag nach Trinitatis

 



Der Wochenspruch lautet: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ [1] Der Text der Lesung aus dem Evangelium steht bei Lukas und dazu hatte ich bereits etwas geschrieben [2]. Aber der Predigttext hat mit Jona zu tun [3].

Jona soll den Bürgern von Ninive eine schlechte Nachricht überbringen, das Ende prophezeien, flieht aber, so weit ihn ein Schiff bringen kann. Und wird dann im Sturm über Bord geworfen, um Gott zu besänftigen. Dann wird er von einem Walfisch … ich weiß -: das gibt es nicht. Der Wal ist kein Fisch sondern ein Säugetier. Und in der Bibel steht großer Fisch. D. Martin Luther übersetzte: „Vnd Jona war im leibe des Fisches / drey tag vnd drey nacht.“ [4] Herman Melville zitiert die Geschichte um Jona in seinem Roman Moby Dick und zwar im Kapitel The Sermon. Diese Predigt hält Father Mapple in der Kapelle in New Bedford [5], deren Kanzel mit der Festung Ehrenbreitstein verglichen wird. Er beschreibt den Wal, der Jona verschlungen hat, aber dann heißt es: „Then Jonah prayed unto the Lord out of the fish's belly“. Ich meine, daß man damals zwischen großem Fisch und dem Säugetier Wal in einer Stadt, die vom Walfang lebte, nicht differenziert hat.

In der Stelle, die den Predigttext [6] ausmacht, kommt Jona in die Megalopolis Ninive und sagt: „Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen. Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und riefen ein Fasten aus und zogen alle, Groß und Klein, den Sack zur Buße an.“ Und als Gott sah, daß Ninive bereute, verschonte er die Stadt. Ich muss zugeben, daß mich das vierte Kapitel des Buches Jona weit mehr fasziniert hat, denn es beginnt: „Das aber verdross Jona sehr, und er ward zornig [...]“. Da war er dann wieder sehr bockig, der Herr Prophet. Das Buch Jona ist kurz und es lohnt sich, es ganz zu lesen.
 
Das Altargesteck soll nicht zu kurz kommen. Das ist gelogen. Es muss zu kurz kommen, denn Jona und den Fisch kann ich nicht erkennen, auch keinen Bezug zu den „Wohlhabenden und Armen, Nahestehenden und Fernen, Glaubenden und Zweifelnden“ und bei Sehnsucht [3] denkt man eher an die Taiga. Schön gestaltet ist unser Altargesteck dennoch!

Eins gibt es aber noch zu berichten. Das Cassiopeia Theater hat in der Kirche ausgestellt: „Kunst will mit dir sprechen. Kinder begegnen Kunst und Künstlern“ - es werden Tusche-Zeichnungen von Claudia Hann ausgestellt, Eröffnung ist am 28.06.2022 um 10:30 Uhr in der Versöhnungskirche [7].




Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).


Links und Anmerkungen:
[1] Mt 11,28
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2018/06/altargesteck-2-sonntag-nach-trinitatis_11.html  
[3] https://www.kirchenjahr-evangelisch.de/article.php#1049
[4] Martin Luther: Die gantze Heilige Schrifft Deudsch. 2 Bände, München 1972.  http://www.zeno.org/Literatur/M/Luther,+Martin/Luther-Bibel+1545/Das+Alte+Testament/Der+Prophet+Jona/Jona+1 Beziehungsweise: „Aber der Herr ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte.“ https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU17/JON.2/Jona-2
[5] Herman Melville: Moby-Dick (Bantam Classics). New York 1981. ISBN: 0-553-21007-6. S. 46-54 (The Sermon). Anmerkung: Leider war ich nicht in New Bedford. Die Zeit reichte nur für Cape Cod / Hyannis und Plymouth. New Bedford besitzt ein Walfang-Museum.
[6] https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU17/JON.3/Jona-3 Jona 3,1–10
[7] http://www.klecksteufel.de/

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Der Amor-Tempel von Malmaison oder doch die Eifel?

 



Als ich kürzlich einen alten Band von Velhagen & Klasings Monatsheften durchsah, fiel mir ein Bild des Amor-Tempels von Malmaison [1] auf. Und da dachte ich daran, daß ich eine ähnliche Stimmung gerade vor einigen Tagen hier in der Eifel erlebt hatte.

Zu Schloß Malmaison kann man sich im Wikipedia-Artikel informieren [2], aber ich fand den Artikel von Karl Heinrich lesenswerter. Josephine und Napoleon zogen sich auf Schloß Malmaison, das nicht weit von Paris entfernt liegt, zurück. Josephine, eigentlich Marie Josèphe Rose de Tascher de la Pagerie, war die Witwe von Alexandre de Beauharnais, der im Rahmen der Revolution guillotiniert wurde. Das muss jetzt genügen! Auch über die Tochter von Marie Josèphe Rose und Alexandre de Beauharnais, Hortense, deren Bild gegenüber des Bildes vom Amortempel zu sehen ist, hülle ich mich in Schweigen.

Die Stufen mit dem Tempel waren für mich Nebensache, denn mein Blick richtete sich auf die Pflanzen am Ufer und das Gewässer. Sanft spiegeln sich die Pflanzen im Wasser. Es ist sehr beruhigend, am Wasser zu sitzen. Ob Napoleon auch dort am Wasser geweilt hat oder ob er nur seine Gedanken bei der Politik hatte? Vielleicht hätte er sich mehr Zeit am Wasser gönnen sollen. Ich rate jedenfalls dazu.






Links und Anmerkungen:
[1] Velhagen & Klasings Monatshefte. 1913/1914, Bd. 28, Heft 5, Januar 1914, S. 141, Ausschnitt. Der Artikel ist von Karl Heinrich.
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Malmaison

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