Tuesday, September 15, 2026

Haiku for National Haiku Writing Month – September 2026 First Half


National Haiku Writing Month has been founded by the well known haiku poet Michael Dylan Welch. The goal is to write at least one haiku a day. National Haiku Writing Month is in its 14th year. [1] I enjoy writing to the prompts on Facebook. Here are some interesting links: [2]. Our prompter this month is Debbie Guzzi, who's doing so for the first time. Thanks a lot for prompting, Debbie! I'm enjoying your prompts very much.


oh mica 
not all that glimmers 
but still … 
~ Mica

colorful foliage 
raked into heaps
history, too 
~ Rake



at the old pond 

the toad jumps 
yuck! 
~ Toad

empty deckchair 
it's raining outside 
sizzling haiku inside 
~ Sizzling

dry and warm 
lying on pine needles 
just a hawk's cry 
~ Pine Needles

looking at ladybugs 
or the color indigo 
thinking of coachella 
~ Ladybug

crickets and sunset 
the fireflies following 
living right now 
~ Fireflies

light and water 
entering the cracks 
and ivy 
~ Cracks



gothic castle 

lichen, moss, and ivy 
and of corpse … 
~ Lichen 

i used to eat 
fried fiddleheads 
now they grow out 
~ Fiddleheads

stopping 
the magma flow 
with a garden hose 
~ Magma

the magic returns 
to the reflecting pool 
optimist's view 
~ Reflection

the brain leaves 
ripples of memories 
then leaves 
~ Ripples

late summer 
the time is ripe for 
frosted muffins 
~ Frost

still blossoms 
and ripening fruits 
but frost lurks 
~ Frost

sleeping ducks 
floating on water 
with koi beneath 
~ Water 






Links and Annotations:
[1] National Haiku Writing Month https://www.facebook.com/NaHaiWriMo  
[2] „To help with haiku fundamentals, please have a look at "Becoming a Haiku Poet" at https://www.graceguts.com/essays/becoming-a-haiku-poet. Please review the "Haiku Checklist" at https://www.graceguts.com/essays/haiku-checklist. I also recommend to read: https://www.nahaiwrimo.com/why-no-5-7-5 

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Monday, September 14, 2026

Die Kapelle St. Antonius und St. Luzia in Oberreifferscheid (Eifel) - Revisited


Die Kapelle St. Antonius und St. Luzia befindet sich in Oberreifferscheid. Wie der Name es schon sagt, liegt Oberreifferscheid oberhalb von Reifferscheid in der Eifel. Ich hatte die Kapelle vor einigen Jahren besucht [1] und auch darüber berichtet, aber jetzt bin wieder einmal dort gewesen und ich habe auch etwas mehr über die Kapelle in Erfahrung bringen können. 

Oberreifferscheid hat etwa 150 Einwohner und liegt etwa 130 m höher als Reifferscheid. Der Ort ist als „Overryferscheit“ urkundlich für das Jahr 1397  belegt, aber man nimmt an, daß er eine längere Geschichte hat [2]. Ein Soldatenfriedhof befindet sich außerhalb des Ortes mit eigener Zufahrt; über diesen hatte ich schon einmal berichtet [3].

Die Kapelle St. Antonius und St. Luzia  im jetzigen Zustand stammt aus dem Jahr 1928, als der Westturm abgerissen wurde und durch einen zweigeschossigen Nordturm ersetzt wurde [4]. Es handelt sich um eine in Bruchstein gemauerte und glatt verputzte Saalkirche des 16. Jahrhunderts, an der auch nach dem 2. Weltkrieg Schäden beseitigt werden mußten. Dies geschah bereits 1948/49. Eine weitere Renovierung erfolgte 1974.



Die Glasfenster wurden von der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts erfaßt [5] und stammen fast alle aus dem Jahr 1960. Es wird die Firma Hein Derix genannt. Hein Derix lebte von 1904 bis 1987 [6]; das erinnert mich an meinen Großvater Otto Koerber, der von 1904 bis 1993 lebte und damit den Halley'schen Kometen nur einmal gesehen hat. Die Anfänge der Firma Hein Derix gehen auf Wilhelm Derix zurück, „der 1866 in Goch ein Atelier ins Leben gerufen hatte“. Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts berichtet noch über ein Fenster im Chor, dessen Künstler und Entstehungszeit nicht bekannt sind. Da hätte ich vor etwa sechs Jahren genauer hinschauen sollen. Es handelt sich um eine Darstellung von St. Antonius, bei der man ganz eindeutig ein Schwein erkennen kann.

Auch die Glocken wurden erfaßt [7]. Eine Glocke aus dem Jahr 1933 hat den Krieg nicht überdauert, aber die aus dem Jahr 1891 schon. Diese wurde von August Mark (Eifeler Glockengießerei, Brockscheid/Daun) gegossen und wiegt 50 kg. Der Schlagton wird mit a“ benannt.

Wer aber sind die Heiligen, die der Kapelle den Namen gaben? Antonius fand ich vor sechs Jahren schwierig, weil davon sehr mehrere gibt; Antonius von Padua hatte ich vermutet, aber gerade der ist es nicht. Es ist Antonius der Große (um 251 bis 356) der ägyptische Mönch, Asket, Anachoret und Einsiedler [8]. Er war der erste Wüstenvater und Begründer des christlichen Mönchstums. Hand Conrad Zander widmet ihm 140 Seiten in seinem Buch „Als die Religion noch nicht langweilig war / Die Geschichte der Wüstenväter“ [9]. Kommen wir zum Schwein. Der Antoniter-Orden hatte das Recht, das  „Antoniusschwein“ zur Mast im Dorf auf Kosten der Allgemeinheit frei herumlaufen zu lassen, um es unterscheiden zu können, trug es ein Glöckchen. 




Als Luzia habe ich die heilige Luzia von Syrakus identifiziert [10], die im Jahre 304 zur Märtyrerin wurde. Die Mutter wollte Luzia verheiraten, doch diese hatte ihre Jungfräulichkeit Christi gelobt. Eine Wallfahrt zum Grab der heiligen Agatha in Catania (die mit den Minne di Sant’Agata, also den Brüsten der Hl. Agatha [11]) heilte die Mutter von einer schweren Erkrankung, so daß sie dem Gelübde ihrer Tochter zustimmte. Der zurückgewiesene Bräutigam hatte dann nichts Besseres zu tun, als sie bei der Christenverfolgung anzuschwärzen. Ein Ochsengespann sollte Luzia in ein Bordell bringen, konnte aber Luzia (wie auch 1000 Männer) nicht fortbewegen. Siedendes Öl und weitere Martern konnten ihr nichts anhaben, mit einem Schwertstich in die Kehle wurde sie dann aber doch getötet. Halt, aber sie starb erst, „nachdem ihr eine Hostie durch einen Priester gereicht“ worden war.

Ein Abstecher zur Kapelle St. Antonius und St. Luzia lohnt sich. Wenn Sie Oberreifferscheid besuchen, vergessen Sie nicht die Kriegsgräberstätte, die vor Oberreifferscheid nach rechts liegt, wenn man von Reifferscheid kommt (also nordöstlich von Oberreifferscheid).






Links und Anmerkungen:
[1] Die Kapelle St. Antonius und St. Luzia in Oberreifferscheid 
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/12/die-kapelle-st-antonius-und-st-luzia-in.html 
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Oberreifferscheid 
[3] Kriegsgräberstätte Oberreifferscheid 
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/05/kriegsgraberstatte-oberreifferscheid.html 
[4] https://www.katholische-kirche-hellenthal-schleiden.de/gemeinden-einrichtungen/seelsorgebereich-hellenthal/reifferscheid/glaubenszeugnisse/Kapelle-Oberreifferscheid/ 
[5] Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. 
https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b2830/b2830.shtml 
[6] https://blattus.de/archiv/kaz/texte/d_kaz/derix_hein.html 
[7] https://www.bistum-aachen.de/export/sites/Bistum-Aachen/portal-bistum-aachen/glaube/liturgie/kirchenmusik-bistum-aachen/.galleries/Glockenbuecher/Gelaute-in-der-Region-Eifel.pdf 
[8] https://de.wikipedia.org/wiki/Antonius_der_Gro%C3%9Fe 
[9] Hans Conrad Zander: Als die Religion noch nicht langweilig war. Die Geschichte der Wüstenväter. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, ISBN 3-462-02982-7. 
[10] https://de.wikipedia.org/wiki/Lucia_von_Syrakus 
[11] Mehr zu dieser interessanten Abschweifung hier:
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/07/st-apollinaris-und-agatha-in-kall.html 


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Sunday, September 13, 2026

Sammelsurium (314) 13.09.2026


Die kleine Schachtel erinnert sich ihrer Kindheit
Und vor übergrößerer Sehnsucht
Wird sie wieder die kleine Schachtel
Vasko Popa [1]

RückSchau
910 n. Chr. [2]

Gründung der Benediktinerabtei Cluny. Beginn der Herrschaft der Fatimiden (nach der jüngsten Tochter Mohammeds, Fatima). 

Fährten lesen
Die FährtenLeser sahen die Spuren von verSchiedenen Tieren und lasen darin, welches Tier es war und wann es die Spur hinterLassen hatte. Damit wurde die Spur zum Symbol des Tieres und die Beschaffenheit zur ZeitAngabe.

Sprachen & Sprache
Ich bin fasziniert von Sprachen und Sprache. Ich erinnere mich gern an eine Begebenheit. Als ich Gutachter beim LandesSozialGericht war und der Vorsitzende Richter meine vorsichtigen Worte in juristisches gebrauchsfähiges Deutsch umwandelte. Er sprach in ein Diktiergerät. Ja, so genau konnte man es auch sagen, wenn man all die Epizykel von SonderVerläufen der Erkrankung wegLieß. 

Absolute Dunkelheit
Eine Dunkelheit, die keine Schatten mehr zuließ. Wieviel Nachtigall das wohl sein mögen? [3]

TotenMasken
Wo werden den Neugeborenen die Totenmasken vor das Gesicht gehängt und sie werden diese ihr Leben lang tragen? 

SchwarzMarkt
Drogen, ja, Drogen kauft man immer noch an StraßenEcken, in schummrigen TrinkHallen, bei „Freunden“, in Parks, im VerBorgenen. Aber den SchwarzMarkt gab es schon lange nicht mehr. Der fiel dem WirtschaftsWunder zum Opfer. Sowie Fahrten nach Holland wegen Kaffee, Tabak und Genever.  

VerGänglichkeit & Ewigkeit
Warum nur suchen wir in dieser Welt der Vergänglichkeit immer wieder Dinge, die uns Ewigkeit vorgaukeln? Die teure Uhr, die schon jetzt nicht mehr gebraucht wird, weil jeder in sein Handy schaut.

Apokalypse 

Manche erwarten die Apokalypse, wie sie in der Bibel offenbart wird, aber sie vergessen, daß laufend eine Apokalypse an die nächste Apokalypse gereiht wird. Wir aber sind noch nicht reif selbst für die nächste, kleinste der Apokalypsen. 

Oder auch -: die güld'ne Sonne
Die wärmende Sonne verSchwand und der Mond schob seinen grauen Schimmer durch dunkle WolkenBurgen. Die Toten jagten die Lebenden durch ihre nächtlichen AlpTäume. Laß uns folgen, mit Kreuz & WeihWasser. Laß uns folgen, mit Feuer & Gebet. Laß die Kerze brennen im Sturm & Glocken läuten. Es ist nur das DrehBuch eines HorrorFilmes.   

Goldenes ZeitAlter 
Natürlich gibt es das goldene ZeitAlter, es ist die Kindheit -: und nicht der goldene BallSaal. 

ArmBandUhr
Ich trage keine ArmBandUhr schon lange nicht mehr, außer vielleicht, wenn ich einen Flug nicht verPassen will. Für jemanden, dem die Zeit egal ist, habe ich viele Uhren im Haus, aber manchmal bemerke ich erst (wahrscheinlich nach Tagen), daß wieder eine stehen geblieben ist, und dann dauert es Wochen, bis ich den Akku oder die Batterie auswechsle.

Scherben [Shards]:
„Prost Proust!“ Prust, haha hehe oder so ähnlich.
Phon Phrijhijt war die Rede … 
Klon – Clown – Klaun 






Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Vasko Popa [1a]: Die kleine Schachtel. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 8. Jahrgang 1961. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 462.
[1a] Vasile ‚Vasko‘ Popa (Васко Попа) war ein serbischer Dichter, geboren 1922, gestorben 1991.
https://de.wikipedia.org/wiki/Vasko_Popa  
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 418.
[3] Die Maßeinheit für Dunkelheit (Nachtigall) geht auf Professor Dr. Abdul Nachtigaller zurück. 1 Nachtigall = die Dunkelheit in einem geschlossenen KühlSchrank, wenn das Licht ausgeschaltet ist. Weitere interessante Einzelheiten am besten hier nachlesen:
https://zamonien.fandom.com/de/wiki/Nachtigall 
Oder direkt nach Zamonien fahren.

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Altargesteck zum 15. Sonntag nach Trinitatis 2026

 


Schaut doch die jungen Raben an,
Wie sind sie matt und wohlgetan,
Wie blank und glatt geschnüret!
Annette von Droste-Hülshoff [1]


Der heutige Sonntag ist der 15. Sonntag nach dem Trinitatis-Fest [2]. Die Kernaussage ist: „Sorgt euch nicht!“ Der Wochenspruch lautet deshalb: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ [3] Und fast jeder hat schon einmal das gehört: „Don’t worry, be happy.“ Das gehört zu einem Liedtext:
„In every life we have some trouble
But when you worry you make it double
Don’t worry, be happy.“ [4]
Weniger bekannt ist, daß dieser Wunsch oder Auftrag auf den indischen Guru und Mystiker Meher Baba (مهر بابا) [5] zurückgeht. Wer jetzt aufgepaßt hat, dem ist aufgefallen, daß hier arabische Zeichen stehen – und das bei Indien? Es ist streng genommen kein Arabisch sondern Persisch, der Meher Baba gehörte zunächst einmal der zoroastrischen Minderheit in Indien an; wie übrigens auch Freddy Mercury.

Aber auch Bekleidung ist Thema des Sonntags. Die Lesung aus dem Alten Testament steht ganz vorne in der Bibel unter dem Titel „Der Garten Eden“ [6]. Da ist Adam zunächst einmal allein und nackt, bekommt dann die Männin Eva an seine Seite, auch nackt, aber sie „schämten sich nicht“. Wir wissen ja, daß dies nicht gut ging, die beiden aßen einen Apfel vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, fühlten sich auf einmal nackt und ab da mußte Kleidung her. Im Evangelium des heutigen Tages heißt es dann: „Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.“ [7] Für den openair-Gottesdienst an der Oberprether Mühle hatten die Konfis (Kirchenjargon für KonfirmandInnen) Texte aus den Sprüchen Salomons und ein Spiel zu „Salomons Urteil“, nämlich als zwei Frauen (der Luthertext hat es drastischer) vor Salomon kamen, um die Mutterschaft eines Kindes zu klären [8]. Es ist eine der großen biblischen Geschichten, die Nachhall in der Literatur fand: ich denke da an „Der kaukasische Kreidekreis“ von Bertolt Brecht oder „Der Kreidekreis“ von Klabund; natürlich auch an Ephraim Kishons „Salomos Urteil, zweite Instanz“. 

Im Gottesdienst an der Oberprether Mühle gab es noch zwei Taufen von KonfirmandInnen. Ein Täufling legte sich dazu mutig in den wenig Wasser führenden Mühlbach (korrekt Prether Bach) und wurde getauft. Er hatte aber für Wechselwäsche gesorgt, denn während es am Jordan in der Regel warm ist, hatten wir heute nur 16° C in der Eifel (Autothermometer). Die zweite Konfirmandin wurde klassisch, aber im Bach stehen mit dem klaren Wasser des Baches getauft.



In Köln gab es auch einen außergewöhnlichen Gottesdienst; das Format ist eigentlich keines, es wird „Im Augenblick“ genannt und folgt keiner niedergelegten Liturgie, sondern die eine wünscht sich einen Psalm, ein anderer erzählt etwas, man singt, man betet, man hält auch Stille ein und aus. Man stellt z.B. eine theologische Frage. Ein Gottesdienst, der für alles offen ist und so lange dauert, wie Ideen, Lust auf Neues und Altes andauern und der Segen gesprochen wird. 

Auch im Freien gab es ein Gesteck, das schon Weg in den Herbst weist. In Köln gab es ein merkwürdiges Phänomen, nämlich, daß die mittlerweile tief stehende Sonne das Gesteck ungleich ausleuchtete, weshalb ich mich zu einem Teilausschnitt entschlossen habe. Beide Gestecke waren in sich anders als gewohnt und interessant.





Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:

[1] Annette von Droste-Hülshoff: Das geistliche Jahr. Union Verlag, Berlin 1952. S. 130-132. Am XVI. Sonntage nach Pfingsten.
[2] https://kirchenjahr-evangelisch.de/15-sonntag-nach-trinitatis/ 
[3] 1. Petr 5,7
[4] Übersetzung: „Jedes Leben hat seine Sorgen, / doch wer sich grämt, verdoppelt sie nur. / Mach dir keine Sorgen, sei glücklich. [4a] Das Lied stammt von Bobby McFerrin [4b].
[4a] Vorständiger englischer Liedtext: https://de.wikipedia.org/wiki/Don%E2%80%99t_Worry,_Be_Happy 
[4b] Bobby McFerrin (geb. 1950) ist ein US-amerikanischer Vokalkünstler, Sänger und Dirigent. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Bobby_McFerrin 
[5] Meher Baba [مهر بابا] (1894-1969) war ein indischer Guru und Mystiker.
https://de.wikipedia.org/wiki/Meher_Baba 
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/GEN.2 1. Mose 2,4b–9(10–14)15(18–25) 
[7] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.6 Mt 6,25–34 
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1KI.3 1. Kön 3,16-28

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Saturday, September 12, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 40. KW 12.09.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


40. KW 
Berndt Jentzsch: Dicht am Boden


Ach, der Herr Dichter hatte doch schon aus dem Bett gefunden. 

„Dicht am Boden“ und „auf allen Vieren“ -: vielleicht so eine Art Yoga oder die fünf Tibeter. 

„Dicht am Boden“ soll man sein, wenn sich im Raum Rauch entWickelt hat und möglichst auf allen Vieren den Raum verlassen, weil man sonst vielleicht die Welt verläßt. 

Dem Springen der Lämmer die Echternacher SpringProzession in Luxemburg entgegen setzen?  

Ich erinnere mich an das Springen der Lämmer auf den Weiden von Texel.



39. KW
Kommentar: Ulrich Koch


„Dicht am Boden“ -: wenn es zu RauchEntwicklung im FlugZeug kommt, soll man auch dicht am Boden zum NotAusgang des FlugZeugs kriechen. 

Überschaubar wie das Essen im 3 Sterne Restaurant. 

„Hoffnungen begraben“ -: nein, aber das Herz wird an der Biegung des Flusses begraben. 

Ich käme nicht auf die Idee, in diesem Gedicht die Dialektik von Unschuld &  Sünde zu suchen, um es zu verstehen, aber doch noch in der Konkordanz [1] von Schuld & Sühne über das Symbol des Lammes, den „Stairway to Heaven“ zu finden. 

„Ein Ende der Lektüre … nicht abzusehen“ -: ich lese seit Jahren circa einmal pro Jahr die „Straelener Manuskripte 1-10“ [2] und entdecke jedes Mal neue Aspekte. So haben der Herr Koch und ich doch etwas gemein.  

„Kriechen, auf dem Boden, schlangengleich, den Mund im Staub.“ Herr Koch stuft das Kriechen tiefer ein als auf allen Vieren. Ich sehe auf allen Vieren den Kopf in HundeHöhe und erst beim Schlängeln den Mund im Staub. Koch spielt wahrscheinlich auf den Sündenfall an: „Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang.“ [3] Oder vielleicht auch nicht.






Links und Anmerkungen:

[1] Ich bemerke es gerade -: Konkordanz – mit Herz und Tanz.
[2] Straelener Manuskripte 1-10: Erstveröffentlichungen zeitgenössischer Poesie des Auslands 1984-1990. Herzberg, Judith / Csoori, Sandor / Tuwhare, Hone uvm. Straelener Manuskripte Verlags - GmbH, Straelen 2000. ISBN: 3891070462.
[3] 1. Mose (Genesis) 3,14 (Luther 2017)
[4] This footnote is intentionally left blank. https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Friday, September 11, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 11.09.2026

 


Füße vor mir züngeln treppauf.
Als feuriger Busch empfängt
der Bahnsteig.
Die Zugluft trommelt.
Jürgen Eggebrecht [1]


sarg unter gras
sarg auf gras
dann gras auf sarg 
und sand
dann tanz auf sand 
laß den tanz
laß gras wachsen 
über sand und sarg

Hölderlin 
    ich hatte 
Mich 
Auf 
Der 
WendelTreppe 
VerLaufen 
Ach egal
Hölderlin steht 
    Auch 
Im BuchRegal 

Scheibe 
    hinter der 
Scheibe 
Steht 
Der 
Mond 
Laß 
Ihn 
WeiterZiehen 
Er hat 
    SoWieSo 
Einen PlatzVerweis

Gras 
Du sitzt im Gras
Du liegst im Gras
Du gehst auf Gras 
BeZiehungsWeise 
Immer ist es unter dir 
Aber wehe 
Es wachse über dir

SerienMörder 
    der Serien-
Mörder 
Streift 
Wieder 
Durch 
Die 
Stadt 
Der 
Opfer
Doch keines 
    GeFällt 
Ihm heut' 

Labsal 
    du labst 
Dich 
An 
Den 
Gleißenden 
VerLockungen 
Der 
KaufHausAuslagen 
Nur um 
    BeSchämt 
Dich umZuDrehen

Licht 
Schon schreist du wieder nach Licht
Als hinter dem Sommer die Landschaft verWelkt 
Und deine Worte sich nur auf verGilbtes Papier schreiben lassen 
Licht wird die Worte löschen 
Die zu dunkel und schwer auf dem Papier lasten 
Ach ja, schrei doch nach Dunkelheit

Nacht / Dunkel 
    die dunkelste 
Nacht 
Habt 
Ihr 
GeWählt 
Für 
Den 
VerSuch 
Eine 
Kerze 
Zu 
Löschen
Und die 
    Dunkelheit 
Blieb erLeuchtet 

Zeit 
Vom Beginn der Zeit an 
Betet die Zeit einen RosenKranz
Der niemals enden soll 
Die Zeit betet -: Tick Tack 

Kreuze 
    nun werden 
Die 
Kreuze 
Aus 
TropenHolz 
AbGehängt
Wir 
Malen 
Neue 
Mit wasser-
    Farbe 
Auf RecyclingPapier 

Wein 
    wir trinken 
Wein 
Bei 
NeuMond 
GeKeltert 
In 
Den 
Dunklen 
Jahren 
GeLagert 
Und 
Trinken nie 
    Bei 
Hellem SonnenSchein 

betrachtungen 
die höhe aus der tiefe
die tiefe von der höhe
den gipfel vom tal
die menschen vom gipfel 
die ameisen
die spielzeugautos 
und auf dem gipfel 
von unten 
ist niemand zu sehen 

Hallen 
Die SpielHalle hat geSchlossen 
Und auch die TrinkHalle
Die TurnHalle und die BetHalle soWieSo
Aber wir haben ja Handys 

JahresZeitenWechsel 
    der weiche 
Wind 
Des 
Sommers
Wird 
Nun 
Dem 
Harschen 
HerbstWind 
Weichen 
Und 
Regen klatscht 
    Uns 
Ins Gesicht

Klebrig 
Klebrig ist der 
    {flüssige} 
Honig
[RückMeldung -: 
    {nicht erneut erWerben}] 
Für den soviel 
    {bunte} 
Werbung gemacht wurde





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Jürgen Eggebrecht [1a]: Zum Express. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 9. Jahrgang 1962. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 402. 
[1a] Jürgen Eggebrecht (1898-1982) war ein deutscher Schriftsteller und Lektor. Seine Rolle als  OKW-Literaturfunktionär (Kriegsverwaltungsrat des Oberkommandos der Wehrmacht) wurde "noch 2002 zu einem Forschungsdesiderat erklärt." Fun-Fact: er wurde in Sachsen-Anhalt geboren.
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Eggebrecht   
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk  

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Thursday, September 10, 2026

Haiku for “Walking the path together...” – August 2026


I'd like to share some haiku I've written during August 2026 for the Facebook Group “PERCORRIAMO INSIEME... HAIKU E DINTORNI “Walking the path together...” [1]. Initiator of this group is Mrs Tiziana Ciola, who also prompted for “National Haiku Writing Month” [2]. I enjoyed very much writing there and the criticism and encouragement have been incredible. Right now I don't have enough time to read and write about other writer's haiku, though this improves your own efforts. Still in 2026 I have travels to come to Poland and Japan, but afterwards I hope that I'll still be welcome in this group.


Prompt ~ The Train and The Journey
summer vacation
the rattata rattata
and lazy eyes shut

Variation:
summer vacation
the surf rolls out softly
lazy eyes shut 

Prompt ~ Evening breeze
evening breeze 
filled with dark scents 
evanescing

Prompt ~ Figs
eating dried figs 
under the large fig tree 
a bit crazy

Prompt ~ Corn Cobs 
golden corn cobs 
hanging on withered plants 
harvest moon

Prompt ~ Gilthead Seabream 
under the moon 
the golden specks of seabreams 
escaping at last 

Prompt ~ Tent / Curtains!   
camping at the lake 
no luxury in the tent 
but no mosquitos

Prompt ~ Hydrangeas 
a pot of 
withered hydrangeas 
everlasting

Prompt ~ Drought
during this drought 
unripe apples are falling 
without a sound

Prompt ~ Summer Rain
a sudden rain 
on the parched country road 
this scent of summer

Variation:
a sudden rain 
on the parched country road 
wet holes in the dust

Prompt ~ Sweat
last day 
of summer vacation 
still sweating 

Prompt ~ "Fumo"
autumn approaches 
grey smoke leaves the chimney 
as leaves change color

Variation:
grey smoke
from the chimney —
leaves changing Color

Prompt ~ with azure moss and flowers
the graves are covered 
with azure moss and flowers 
but we keep Walking 

Prompt ~ Midges / Gnats 
camping at the lake 
humans are on the menu 
in gnat's fav resto

Prompt ~ Beach Evenings
beach evening 
plastic clings to seaweed 
but our eyes are shut

Prompt ~ Shooting Stars
summer is ending 
the meteors are to come 
we wait under clouds

Prompt ~ Mallow
mallow flower tea 
evening at the hostel 
recalling each time 

Prompt ~ Wheel
looking at 
the dharma wheel and sunflower 
both turn

Changed to:
look at
the dharma wheel and sunflower
both are turning 

Prompt ~ Blueberries
picking blueberries 
the hands are already blue 
as mouth and tongue

Prompt ~ Summer Breeze
summer breeze 
the reeds are bowing
as the boat rocks

Prompt ~ Salamander
the salamander 
under the marsh marigolds 
not minding the rain

Prompt ~ Zinnias
a bumble bee 
on the violet zinnia 
only I watch





Links and Annotations:
[1] PERCORRIAMO INSIEME... HAIKU E DINTORNI “Walking the path together...”
https://www.facebook.com/groups/1569690610826719
[2] National Haiku Writing Month 
https://www.facebook.com/NaHaiWriMo 

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