Tuesday, February 3, 2026

The Prophet's Mosque and Medina, Saudi Arabia

 


Mecca is the holiest city in Islam, but Medina is a close second, and Jerusalem is the third holiest city. Mecca (مكة) remains closed to non-Muslims, and Medina had been also closed until 2022. The Prophet's Mosque is still closed to to non-Muslims visitors, and restrictions apply, but when you can walk through the rows of worshippers outside and see the green dome of the tombs of Muhammad and two of his companions and fathers-in-law, Abu Bakr and Umar, from your hotel, these restriction don't mean much. 

The correct name for Medina is al-Madīna al-Munawwara (Arabic: المَدِينَةُ المُنَوَّرَة). Medina is home to approximately 1.5 million inhabitants and a fluctuating number of pilgrims on their way to Mecca, even outside the pilgrimage month of Dhu al-Hijjah (ذي الحجة). Medina can be considered the "cradle of Islamic culture and civilization." Previously, the city was called Yathrib (َثْرِب), a name found on Babylonian inscriptions. Muhammad initially renamed the city Taybah, the Kind or the Good (طَيْبَة). Today, it is most commonly called Al-Madinah (The City) [1]. 




The Prophet's Mosque (ٱلْمَسْجِد ٱلنَّبَوِي) can accommodate 1 million worshippers. But there's also space around the mosque, and during my visit, there were worshippers praying there. These are separate areas through which even non-Muslims can walk from one side of the square to the other. The mosque and the prayer area measure approximately 1000 by 400 meters. The square is lined with shops and hotels. Those interested in the architecture can find more information in the Wikipedia article [2]. 




Between our hotel and the mosque was The International Exhibition and Museum of the Prophet's Biography and Islamic Civilization (المعرض والمتحف الدولي للسيرة النبوية) [3]. Besides artifacts, visitors walk past enormous walls: 3D, virtual reality, and panoramic, interactive, and cinematic displays educate visitors. "Content: Highlights include the Prophet's life, noble manners, Islamic civilization, and detailed models of Makkah and Medina." The museum guide who accompanied us spoke perfect English and French, but also understood German. 


Since there was even more to see in Medina, I will certainly write about it again. I noticed that the pilgrims also engage in some tourism, as people back home expect a report and perhaps a souvenir. 




Sunday, February 1, 2026

Altargesteck am Letzten Sonntag nach Epiphanias 2026

 


Der letzte Sonntag nach Epiphanias markiert das Ende des Weihnachtskreises im liturgischen Jahr [1]. In der katholischen Kirche wird drei Tage später Lichtmess (Maria Lichtmess) gefeiert; offiziell heißt das Fest Darstellung des Herrn. Man hat an diesem Tag Krippe und Weihnachtsbaum aus der Stube entfernt. Aber Hintergrund sind die 40 Tage nach der Geburt Christi, denn Maria galt für diese Zeit als unrein und mußte sich einem Reinigungsritual unterziehen und Jesus mußte als Erstgeburt ausgelöst werden. Von Weihnachten her strahlt das Licht noch hell und die Jünger, erlebten die „Verklärung Jesu“. Verklären muss man sich heute erklären, aber vielleicht paßt als Definition ganz gut: besser, schöner erscheinen, in einem neuen Licht erscheinen. Der Text zur Verklärung Jesu steht im Matthäus-Evangelium [2]. Der zentrale Vers lautet: „Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören.“ Wolken geben Schatten ist für uns eine gängige Erfahrung, aber daß eine lichte Wolke die Szene überschattet ist nicht mehr alltäglich. Eine mystische Verklärung! Diese aber erleben die drei Jünger, die Jesus mit auf einen Berg; es waren Petrus; Jakobus und Johannes. Sie sahen ihn so: „sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht“ und dazu gesellten sich Moses und Elias zu einem Gespräch mit Jesus. Petrus wollte auf dem Berg bleiben, drei Hütten für Jesus, Moses und Elias bauen, denn für ihn galt: „Herr, hier ist gut sein!“ Aber nach der Verklärung stiegen Jesus und die Jünger wieder zu Tal in den Alltag, der unweigerlich nach Golgatha führte.

Der Wochenspruch steht bei Jesaja: „Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ [3] Da erscheint die lichte Wolke in einem ganz neuen Licht. Sie schützt uns. Wir können den Herrn nur in seiner menschlichen Gestalt, als Sohn sehen.

In der Epistellesung wird das Phänomen Licht aufgegriffen, denn Paulus schreibt: „Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“ [4] Es handelt sich um eine Stelle aus dem zweiten Brief an die Korinther, von dem man annimmt, daß er wirklich von Paulus (plus Co-Autor Timotheus) stammt [5]. 

Der Predigttext hat es in sich, denn er stammt aus der Offenbarung. Die meisten Zitate hier stammen aus der Lutherübersetzung von 2017 [6], aber in einem Gottesdienst wurde die Fassung von Walter Jens [7] verlesen. Der Verfasser der Offenbarung ist wahrscheinlich nicht mit dem des Evangeliums oder Briefe des Johannes identisch. Jedenfalls ist die Person Johannes den sieben Gemeinden, die benannt werden (Ephesus, Smyrna,  Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea), bekannt. Er wurde auf die Insel Patmos (Πάτμος), die geografisch zu den Südlichen Sporaden gehört, verbannt. Diese Verbannung erfolgte unter dem römischen Kaiser Domitian (81-96), der möglicherweise für die ersten größeren Christenverfolgungen verantwortlich war. Die Höhle, in der Johannes die Visionen hatte, ist heute zur Kirche ausgebaut. Das würde mich bei einem Besuch nicht weiter stören, denn solche Kraftorte für Gläubige werden auch anderswo umgestaltet. Ich hatte einmal über Milarepas Höhle in Tibet berichtet [8]. Was ich nachvollziehen kann, ist die Warnung bei Anwesenheit von größeren Touristenscharen, wenn z.B. Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen.
Johannes hört, und das ist typisch für Visionen, zunächst eine Stimme und sieht dann Bilder. Das Hören kommt vor dem Sehen. Übrigens auch in unserem Begriff audiovisuell, denn wir hätte auch videoauditiv prägen können. Johannes hörte also eine Stimme „in seinem Rücken“ und die wies ihn an: „Schreib auf, was du siehst“, erst dann kommt die Vision: „[...] Sein Haupt und seine Haare: strahlend weiß wie schimmernde Wolle, nein, heller noch: wie Schnee!“ Also auch hier das Licht! 
Weitere geht es mit sieben Leuchtern (Licht) und sieben Sternen (erneut Licht) in der Hand des Menschensohnes. Die Zahl sieben kommt 54mal in der Offenbarung vor und weitere 303mal im Rest von beiden Testamenten. Die sieben Sterne stehen symbolisch für die Herrschaft des Christus über die gesamte Kirche. Die sieben Planeten können nicht gemeint sein, denn Uranus wurde erst 1781 von Wilhelm Herschel entdeckt; das weiß ich, weil ich eine Zeit in der Herschelstraße in Köln-Buchheim gewohnt habe. Neptun wurde wurde erst 1846 entdeckt. 
Der Verfasser fällt dem Christus zu Füßen und bekommt die Zusicherung: „Fürchte die nicht!“ Wie so oft in der Bibel. Und Christus / der Lebendige sagt: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ Es waren aber noch mehr Schlüssel in diesem Gottesdienst: der Violinschlüssel, der Bassschlüssel und der Orgelschlüssel.
Was aber ist die Offenbarung als solche? Weder Apokalypse im Sinne des Alten Testaments noch Brief. Conzelmann et al.: „[...] ein Visionsbericht, der sich teilweise der Briefform bedient.“ [9]

Wenden wir uns den Altargestecken zu. In Köln welkte das Gesteck auf dem Altar dahin, auch wenn es nicht so warm in der Kirche. In Kall stand ein wohlgefälliges, frisches Gesteck auf dem Altar. Auch in Kall war es in der Kirche etwas kühler als gewöhnlich, was aber dem Gottesdienst nicht weiter geschadet hat; selbst der Kanon hat geklappt.
 




Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/letzter-sonntag-nach-epiphanias/ 
[2] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.17 Mt 17,1–9 
[3] Jes 60,2 
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/2CO.4 2. Kor 4,6–10
[5] Von den 13 paulinischen Briefen werden sieben als sicher echt nach H. Conzelmann et. al. [5a] eingestuft. Die beiden Briefe an die Korinther gehören dazu.
[5a] Hans Conzelmann und Andreas Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament. 11. Auflage. Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 1995. ISBN: 3-8252-0052-3 (UTB). S. 221.
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/REV.1 Offb 1,9–18 
[7] Walter Jens (1923-2013) übersetzte die vier Evangelien, den Römerbrief und die Offenbarung des Johannes.
[8] Carpe Diem Haiku Tokubetsudesu No. 70 Tibetan’s Mgur, a religious form of poetry 
https://rheumatologe.blogspot.com/2016/02/carpe-diem-haiku-tokubetsudesu-no-70.html 
[9] Conzelmann a.a.O. S. 390.

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Saturday, January 31, 2026

Haiku for National Haiku Writing Month – January 2026 Second Half

 


National Haiku Writing Month has been founded by the well known haiku poet Michael Dylan Welch. The goal is to write at least one haiku a day. National Haiku Writing Month is in its 14th year. [1] I enjoy writing to the prompts on Facebook. Here are some interesting links: [2]. Our prompter this month has been Peggy Hall Bilbro [3]. She has done so for the 6th time. Thank you very much for all you work, Peggy!


venice in winter 
walking along the canali 
to san marco 
~ Sunny Place In Winter [4]

neighbor's cat 
writhing on my back porch 
sunny and no snow 
~ Sunny Place In Winter 

shadows hiding under trees 
from the milky moon light 
on the fresh snow 
~ Shadow In Winter  

the birch trees 
are wearing hoarfrost 
a hearse passes 
~ Frost-Covered Trees 



it's snowing 

out of the fog 
an aster appears 
~ Winter Chrysanthemum 

first primroses 
still some snow at the edges 
and the warbler's song 
~ Bush Warbler

first plum blossoms 
competing with snowflakes 
watching from inside 
~ Plum Blossom 

rime ice 
under the steps
the grass moans 
~ Frozen Fog 



ghost lights floating 

between moor and graveyard 
we are to blind to see 
~ Hitodama

no howling 
only crunching steps 
unter the wolf moon 
~ Wolf Moon

they still chant 
in the old abbey at the maar 
 no eruption due 
~ Sleeping Mountain [5]



the icicles are hidden 

behind the ice flowers 
we huddle closer 
~ Great Coldness

sleeping ducks 
floating on water into a dream 
of sitting ducks 
~ Waterfowl Sleeping On Water 

cold rain 
icing the snowman 
for a moment 
~ Cold Rain

frosty morning 
we talk less and less 
what keeps the bus? 
~ Frost

the death of barry frost 
frost gripping me 
~ Frost [6]

whale watching 
out of season 
not my thing 
~ Whale Watching 

neighbor's dog 
chasing rabbits 
he only wants to play 
~ Rabbit




Links and Annotations:
[1] National Haiku Writing Month 
https://www.facebook.com/NaHaiWriMo
  
[2] „To help with haiku fundamentals, please have a look at "Becoming a Haiku Poet" at https://www.graceguts.com/essays/becoming-a-haiku-poet. Please review the "Haiku Checklist" at https://www.graceguts.com/essays/haiku-checklist. I also recommend to read: https://www.nahaiwrimo.com/why-no-5-7-5 
[3] https://www.nahaiwrimo.com/meet-the-prompters/peggy-hale-bilbro   
[4] I've just read on of Donna Leon's novel, which play in Venice, but perhaps I thought of Thomas Mann's “Death in Venice” (German: Der Tod in Venedig), which I remember better from Visconti's movie [4a]. Or you recall the movie “Don't Look Now” [4b], which I remember better under the German title “Wenn die Gondeln Trauer tragen [When the gondolas bear mourning]; normally the German titles are abyssmal, but this time better than the English or Italian titles. Or you recall a trip to Venice like I do. 
[4a] “Death in Venice” (“Morte a Venezia”) is a 1971 historical drama film by Luchino Visconti, starring Dirk Bogarde.
https://en.wikipedia.org/wiki/Death_in_Venice_(film) 
[4b] “Don't Look Now” (“A Venezia... un Dicembre rosso shocking”) is a 1973 movie by Nicolas Roeg, adapted from a short story by Daphne du Maurier, starring Julie Christie and Donald Sutherland.
https://en.wikipedia.org/wiki/Don%27t_Look_Now 
[5] The picture shows Maria Laach Abbey [5a] and has been painted by Lukas Ruegenberg OSB [5b]. Laach means lake and is an old Caldera filled with water. I had this lake in mind, though strictly speaking it isn't a maar.
[5a] https://en.wikipedia.org/wiki/Maria_Laach_Abbey 
[5b] https://de.wikipedia.org/wiki/Lukas_Ruegenberg 
[6] Barry Frost is a fictional character in the US-american TV series [6a] played by Lee Thompson Young [6b]. I admired his play and also how the crew dealt with his death – very moving performance especially by Angie Harmon as Jane Rizzoli. 
[6a] Rizzoli & Isles is a US-American crime drama television series (2010-2016).
https://en.wikipedia.org/wiki/Rizzoli_%26_Isles  
[6b] Lee Thompson Young (1984-2013) was a US-American Actor.
https://en.wikipedia.org/wiki/Lee_Thompson_Young 

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Friday, January 30, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 30.01.2026

  


Schnee am Himmel
Das Licht des Mondes macht die Wolken weiß,
Als ob der Schnee auf den Himmel gefallen sei,
Lose gefügt auf den schwarzen Boden des Himmels
Sowie er hier auf die Erde gefallen ist.
Adriaan Morrien [1]


Sonne
    um zu 
Leben
Verbrennt 
    Sich 
Die Sonne

Sand
    es fand
Sich
Noch
Etwas
Sand
In
Einer
HosenTasche
Sand
Aus
Der
Heimat
Von einer
    Anderen
SandUhr

Weg
Ich nahm den Weg
Den verWunschenen
Über BuchenLaub und Fels 
Über Moos und durch das Moor 
Nebel streiften mich und Ahnungen
Aber ich wich nicht ab vom Weg 
Schwarz stand der TannenWald
Wie eine Wand 
Und ich Schritt 
Über den federnden Grund 
Ich hörte die Quelle 
Und ich ging meinen Weg
Das Ziel vor Augen 
Selbst da verließ ich ihn nicht 

Haar
    was auch
Passiert -:
Diesem
Gedicht
Habe
Ich
VerBoten
Daß
Dein schwarzes
    Haar
Je erGraut

Am Seil

Heute wachte ich auf und hing an einem Seil. Nein. Ich hing nicht am Galgen, ich hing über dem Abgrund, dessen Tiefe im Dunkel ich nicht sah. Ich sah keine Wand und ich sah nicht den Anfang des Seiles im Licht. Sollte ich zum Licht hin klettern? Oder mich in die Tiefe fallen lassen? Ich kletterte nach oben Während das Seil sich immer weiter nach unten bewegte. Nur nicht aufhören. Nur nicht aufhören mit dem Klettern.



Paradies 
    die Cherubim 
Stehen 
GeLangweilt 
Vor 
Dem 
Paradies
Herum 
Denn
Es 
VerLangt niemand 
    EinGelassen 
Zu werden 

Worte 
    meine Worte 
Trägt 
Der 
Wind 
Mit 
Sich 
Fort
VerLiert 
Sie 
Und trägt 
    Sie 
Nicht aus

am alten brunnen
der frosch wird' heut' nicht springen
er wurde geküßt

Keile 
    Flugzeuge zie-
Hen 
L
 I
  N
   I
    E
     N 
Über 
Den 
Himmel
Gänse 
Und 
Kraniche 
Treiben Keile 
    Über 
Den Himmel

Beim FischHändler
    da – schau  
Dir 
Die 
Käufer 
An
Sie 
Gehen 
Zum 
FischHändler nur 
    Noch 
In TaucherAnzügen 

Blau
Im blauen Zimmer
Die Bilder der blauen Periode 
Der blaue Tee 
Zur blauen Stunde 
In blauem Porzellan
 – Wir sind so blau – 
Der Enzian und wir 
Gibt es eine schönere Farbe? 

Zeichen 
Ich schrieb Zeichen in den Sand
In den Schnee und in das Wasser 
Nichts blieb, denn alles verSchwand
[Die vierte Zeile am Rand] 

Stille 
    in der 
Stille 
Kannst 
Du 
Das 
UmBlättern 
Der 
Seiten 
Hören 
Wie 
Das Pendel 
    Bei 
Einer StandUhr 

Pfützen 
    spring ruhig 
In 
Die 
Pfützen
Die 
Der 
Himmel 
Über die 
    Menschheit 
GeWeint hat






Links und Anmerkungen:

[1] Aus: Adriaan Morrien [1a]: Schnee am Himmel. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1957. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 567. 
[1a] Adriaan Morriën (1912-2002) war ein niederländischer Lyriker, Erzähler, Essayist Literaturkritiker und Übersetzer (unter anderem von Heinrich Böll, Erich Kästner, Sigmund Freud, Albert Camus und Guy de Maupassant).  Er bekam 1954 den Preis der Gruppe 47.
https://de.wikipedia.org/wiki/Adriaan_Morri%C3%ABn  
[2] Fand sich nicht – ich habe gesucht, Hand aufs Herz.

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Thursday, January 29, 2026

Sammelsurium (300) 29.01.2026

 


Mit dem Mond kann ich nicht
in Einklang kommen.
Im Rachen der Raben
färben die Rosen sich schwarz.
Wolfgang Bächler [1]

RückSchau
726 n. Chr. [2]

Der byzantinische Kaiser Leo III. [2a] verbietet religiösen BilderDienst. Papst Gregor II. [2b] bekämpft das BilderVerbot. Interessant an diesem Streit ist noch, daß Quellen ausschließlich von den BilderVerehrern überLiefert worden sind.

Babylon
Da war einer durchs Dorf gekommen, der sprach von der großen Stadt. Babylon nannte er sie, aber so hieß doch keine Stadt. Bornhausen, Stolzenbach, … aber Babylon? Vielleicht liegt sie hinter den Bergen, aber die selbst lagen verSchwommen im Nebel.  

Bambalapitiya 
Soll ich versuchen, Bambalapitiya [3] nochmals zu besuchen, das Restaurant Chopsticks mit der stöhnenden Klimaanlage? Oder das Café suchen, in dem sich der DeckenVentilator träge drehte. Ich war verschwitzt und werde wieder schwitzen. Die Luft war voll Zimt. Und Kerosin, jedenfalls am Bandaranaike FlugHafen.

Dimensionen
Immer wieder befragten sie ihn, bis er ihnen eröffnete, daß er die dreidimensionale Manifestation einer fünfdimensionalen Person sei.

Flache Erde 
Die Grenzen der flachen Erde bestünden aus Eis, höre ich sagen. Das ich nicht lache! Dahinten am Ende der Welt ist sie mit Brettern vernagelt. 
P.S. Am Ende des Lebens ist die Welt ebenso mit Brettern vernagelt.

Platten 
Sprechen wir von TonTrägern, die auf FlohMärkten angeboten werden, oder einem kaputten Reifen?  

Auf Kipp
Ich habe Fenster, die kann man auf Kipp stellen, aber das mache ich selbstVerständlich nicht. 

„da, da, da“
„da, da, da“ stammt aus dem Gedicht mit dem Anfang „Es ist alles anders“ von Paul Celan (Die Niemandsrose) [4] und nicht von der Gruppe Trio [5], auch wenn wir das im Kopf hatten, als der Radiologe in der Vorlesung etwas zweigte und es kommentierte mit:„da, da, da“ und nicht verstand, warum alle lachten.

Das aschFahle Licht 
Das aschFahle Licht des jungen Mondes schleicht über mir umher. IrgendWie wirkt der Mond dadurch elliptisch; was er schließlich auch ist (Ellipsoid), aber nicht in diesem Ausmaß. Eine merkwürdige SinnesTäuschung, denn die Sichel wirkt, als wäre sie einem aschFahlen VollMond angeklebt worden.

In einem Traum unterwegs

Ich bin in einer Gruppe unterwegs. Wir stehen irgendWo und betrachten etwas. Dann sagt jemand etwas, das Astrologie und Medizin zusammenbringt. Ich sage, daß der wissenschaftliche Diskurs frei von Geschwurbel bleiben muß. Schweigen. Wir gehen weiter. IrgendWo sind Grabmäler, die man betreten kann, aber sie sind geschlossen. Gleich daneben sind sehr enge FerienWohnungen. Wir kommen an einem Kiosk vorbei, an dem manche etwas kaufen. Wir kommen zu einem Eingang (Museum) und der Astrologie-Jünger (er hat eng zusammenStehende Augen) stellt sich ganz nah vor eine BacksteinWand und schaut sie an, während ich hinter ihm vorbeiGehe. Dunkel.

Noch ein dunkler Traum
Dunkle Atmosphäre wie bei einem UnWetter. Ich sehe eine Mauer mit einem ErdWall rechts, ganz in Violett, aber bei dem ErdWall fließen große WasserMassen und das ErdReich ist braun. Ich will ein Video drehen und es kommen laufend Blitze aus meiner Kamera. Zunächst dachte ich an ein Gewitter. Der WeinKeller in der Mauer von jemandem ist vollGelaufen, aber der Schaden ist nicht groß. Das Wasser kam aus einem Rohr, das dann von Jemandem geSchlossen wurde. Ich wollte bei DemJenigen eigentlich mitfahren, mache es dann aber doch nicht. Ich komme an einer Kirche vorbei, das Licht ist jetzt hell. Jemand kommt aus der Kirche gestürzt. Danach erklingt OrgelMusik. Dunkel.


Scherben [Shards]
Deutung und Täuschung liegen nicht nur laulich eng beisammen. 
Die eleusischen Prophezeiungen
Urin – Uran – UrAhn – Uhren – Ohren – Iren -: IrrSinn
Sonate – Monate 





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Wolfgang Bächler [1a]: Weiße Nacht. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 458.
[1a] Wolfgang Bächler (1925-2007 war ein deutscher Lyriker und Prosaschriftsteller. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_B%C3%A4chler
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 362/363. 
[2a] Leo III. (geb. um 680. gest. 741) war von 717 bis 741 byzantinischer Kaiser.
https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_III._(Byzanz)  
[2b] Von Gregor II.  gibt es keine Daten zur Geburt, er war Papst von 715 bis 731. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_II._(Papst) 
[3] Bambalapitiya (Singhalesisch: බම්බලපිටිය, Tamil: பம்பலப்பிட்டி) ist ein VorOrt von Colombo.
https://en.wikipedia.org/wiki/Bambalapitiya 
[4] Paul Celan: Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe, suhrkamp taschenbuch 3665. 
Suhrkamp, Frankfurt am Main 2012. ISBN: 9783518456651. S. 162/163, Zeile 60. 
[5] Trio ist der Name einer Band aus Norddeutschland, die Anfang der 1980er Jahre im Zuge der Neuen Deutschen Welle durch musikalischen Minimalismus bekannt wurde. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Trio_(Band)




Tuesday, January 27, 2026

Die Achenlochhöhle(n) bei Urft in der Eifel


Gerade sah ich mir einige ältere Fotos von Wanderungen an und stutzte wieder einmal bei Fotos von den Achenlochhöhlen, denn ich dachte mir schon  mehrfach -: wen könnte es denn interessieren? Aber die Höhlen sind ein Ziel, das gut erreichbar ist und an dem so mancher Wanderweg vorbeiführt. Die Achenlochhöhlen liegen schräg gegenüber vom Haus Dalbenden, das zu Urft gehört, und in der Nähe ist auch das Naturschutzgebiet Stolzenburg. Wie kam ich nun dazu, mir diese Achenlochhöhlen anzusehen? Nun, ich wohne in Diefenbach und das Dorf liegt am Kuttenbach, der in der Sistiger Heide entspringt und nach etwa fünf Kilometern zwischen Urft und Sötenich, etwa unterhalb der Stolzenburg, in die Urft mündet. 

Ich habe hier eine Route von Komoot –: „Naturschutzgebiet Geistal, Achenlochhöhlen, Runde von Keldenich“ [1] ausgesucht, aber es gibt auch noch eine ganze Reihe anderer Beschreibungen für einen Weg daran vorbei. Ob man es als eine oder zwei Höhlen ausfaßt, ist mir nicht ganz klar, auf jeden Fall gibt es zwei Eingänge, ob sie dahinter verbunden sind, kann ich nicht sagen. Die Achenlochhöhlen dienen im Winter als Fledermausquartier. Deshalb gilt immer, daß man dort nicht ihren Winterschlaf stört. Andererseits ist auch das Klettern am Felsen untersagt, weil es zu Zerstörungen führt. Dieser Teil der Eifel gehört zur Kalkeifel. Bei den Resten der Stolzenburg gibt es weitere Höhlen, aber von denen will ich hier gar nicht weiter berichten. Denn ich habe auch nur diese Achenlochhöhlen [2] besucht. Es haben dort elf Fledermausarten [3] ihr Winterquartier gefunden. Aber in der Regel sieht man keine Fledermäuse. Die sieht man eher hier in den Gärten, allerdings nicht im Winter; wenn man ruhig sitzt, fliegen sie bisweilen sehr dicht (30 cm) an einem vorbei. Und auch etwas anderes sieht man nicht -: eine römische Münze aus der Zeit Marc Aurels, die man bei einer Grabung gefunden hat [4].

Muß man unbedingt dahin? Nein! Soll man sie sich ansehen, wenn man daran vorbeikommt? Auf jeden Fall. Fachliteratur nicht vergessen [4]!



Links und Anmerkungen:
[1] https://www.komoot.com/de-de/smarttour/18582044 
[2] Das Korrekturprogramm schlägt mir gerade „Affenlochhöhlen“ vor. 
[3] https://www.kreis-euskirchen.de/fileadmin/user_upload/lp_kall_text.pdf 
[4] „Die Münze stammt aus der Zeit des Kaisers Mark Aurel (161-180 n. Chr.). Sie wurde von Toni Hürten, dem langjährigen Archiv- und Museumsleiter aus Bad Münstereifel, in der Achenlochhöhle bei Urft gefunden. Dies geschah bei einer nicht ganz offiziellen Grabung, einer „Raubgrabung“.“
http://www.eifelschätze.de/page/index.php?option=com_content&view=article&id=182%3Aroemische-muenze&Itemid=65
[5] „Vincent flattert ins Abenteuer“, „Die kleine Fledermaus Wegda“, 
„Flapp lernt fliegen“ und weitere mehr.

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Monday, January 26, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 27. KW 26.01.2026

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


27. KW
Farhad Showghi: [Wie eine Sommerwolke ...]


Tja, wir sind alle Marionetten und können nur in einer beschränkten TheaterWelt leben. 

Schatten
    Schatten sein 
Unter 
Anderen 
Schatten 
In 
Einer 
Welt 
Von 
Schatten 
Möchte ich 
    Doch 
Lieber nicht 

Sonne
    könnte doch 
Der 
Kloß 
In 
Meinem 
Hals 
UnterGehen 
Wie 
Die 
Sonne 
Und 
Wir
Reden uns 
    Wieder 
In die Nacht 

Im Iran 
Sie lassen die Oppositionellen 
An Seilen hängen
Bis die Stirn hinunterHängt. 
Und sie nicht mehr sprechen 

„Gardinenfalten“ -: Ich denke an den ZitronenFalter nd den GardinenFalter. 

„Mein Mund ist ein HohlRaum“ -: ein EchoRaum, in dem alle Wörter hallen und verHallen. 

Mit einem Lächeln in den Tod. Der Vater im Iran, der seiner kleinen Tochter zulächelt, als er gehängt wird.  


27. KW
Kommentar: Dorothea Grünzweig


Man ist nur Marionette, wenn man nicht erkennt, daß die Mitte des Universums man selbst ist und sich aus dieser Mitte ziehen läßt. 

„Er lässt Osten und Westen verschmelzen“ -: das tat doch Goethe auch Im west-östlichen Diwan.    

Das Paradies ist der einGezäunte bzw. umMauerte Garten. Das Wort Paradies läßt sich etymologisch aus der altiranischen awestischen Sprache herleiten [3] und bezeichnete „einen von einem Wall umgebener Baumpark“. Das Paradies ist somit ein geschützter Ort, voll Ruhe, Schönheit und Harmonie, in dem Mensch und Natur in perfektem Einklang existieren – bis nach dem Alten Testament durch den SündenFall der Mensch aus dem Paradies vertrieben wird. Die Bibel sagt nichts von einem Tor, aber wo sonst sollten die Cherubim lagern? Übrigens so wie der Tartar in Kafkas …, aber nun werde ich hier stoppen.

Meditation  
    der Bach 
Liegt 
Im 
SonnenSchein
Kein 
RegenWasser
Keine 
SchneeSchmelze 
Einfach 
Nur 
Eine Weile 
    Vor 
Sich hinGlucksen 

Universum 
    das Universum 
Kann 
Nicht 
Denken 
Ohne 
Den 
Menschen 
Nicht 
Ein Wort 
    Zu 
Papier bringen 





Links und Anmerkungen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Paradies und
https://en.wikipedia.org/wiki/Paradise 
[2] This footnote is intentionally left blank.