Friday, March 20, 2026

Küchenschellen im Gillesbachtal 2026

 


Die Küchenschellen im Gillesbachtal besuche ich jedes Jahr und darüber habe ich bereits mehrfach berichtet [1]. Die Gewöhnliche Küchenschelle oder Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) gehört in die Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und ist in West- und Mitteleuropa verbreitet. Weitere Namen sind Wolfspfote, Bocksbart, Schlafblume und Hackerkraut. Sämtliche Bestandteile der Pflanze sind giftig. Aber sie wird auch gerne als Gartenpflanze angepflanzt, wie von meiner Schwägerin; da habe ich gerade auch ein Bild von gemacht. Die Küchenschelle ist eigentlich eine Kühchen-Schelle, also die Glocke, die man einer Kuh umhängt, und da hat man gleich die ungewöhnliche Diminutivform gewählt. Ich war heute dort und es war mit einer Temperatur von etwa 10° C deutlich wärmer als in den letzten Jahren, so daß sich der Besuch der Küchenschellen lohnte. 



Man kann auf dem Parkplatz, der zwischen Marmagen und Wahlen in der Nähe des Klärwerks liegt, sehr gut parken, wenn man früh genug kommt und von dort spazieren oder eine kleine Wanderung machen. Dort ist einer der Ausgangspunkte für die Rundwanderung Eifelschleife Küchenschellen. Das ist ein interessanter Weg, über den ich mehrfach schon berichtet habe [2]. Der Rundweg führt an der Hallenthaler Mühle vorbei. Die Hallenthaler Mühle liegt ungefähr einen Kilometer vom Kloster Steinfeld entfernt. Nicht zu verwechseln mit der Hellenthaler Mühle, die meines Wissens nicht mehr existiert und ca. 10 km Luftlinie in westlicher Richtung lag. Die Hallenthaler Mühle kann nur von außen besichtigt werden. Wanderer würden gerne dort einkehren, aber da keine Straße dorthin führt, könnte sich der Betrieb nicht tragen. Urkundlich belegt ist die Hallenthaler Mühle für das Jahr 1272 und gehörte zum Kloster Steinfeld [3]; wie so viele Ort und Gebäude in der Eifel. Wie alt das Gebäude dort ist, konnte ich nicht ermitteln. Wenn Sie dort vorbei wandern und einmal jemanden außer dem Gärtner sehen, schreiben Sie einen Kommentar. Ich konnte noch nie jemanden sehen. In der Gegend wächst auch Bärlauch.  




In der Nähe des Parkplatzes entdeckt -
taxonomisch bislang nicht erfaßt!


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FreitagsGedichte / #KurzLyrik 20.03.2026

 


Wer sollte kommen? Ein Regen
zieht herauf.
Der Liebe Gesten, längst gewohnt,
erfinde neu.
Walter Helmut Fritz [1]

Suryanamaskar
    der Sonne 
Brülle 
Ich 
Den 
MorgenGruß 
EntGegen 
Blende 
Mich 
Nicht 
Sondern 
Steige hoch 
    Und 
Leuchte dem Tag

AufGeschreckte Seele
Eine aufGeschreckte Seele
Die aber Honig 
Im Pus einer auf-
GeBro_CheNen EiterBeule verMutet

Brunnen
Der Brunnen am WaldRand
Über den der Wind streicht
NachDem er in den Kiefern geTanzt hat
Das Wasser schießt aus dem Boden
Und plätschert in ein Rund aus NaturStein
Wir schöpfen das klare kalte Wasser
Das labende Nass
Den UrSprung unseres Lebens
Das meiste aber fließt zu Tal

VorFrühling
    selbst der 
Erste 
Schmetterling 
Fliegt 
Nicht 
UnBeholfen 
Die erste 
    Blüte 
Duftet ebenFalls

Rauch
    laß uns 
Dem 
Schwarzen 
Rauch 
NachBlicken 
Wenn 
Der 
Wind 
Ihn 
FortGeweht 
Hat 
Ist er ja 
    Nur noch 
In uns

Steif
    bei einer 
Steifen 
Brise 
Hilft 
Dir 
Ein 
Steifer 
Grog 
Aber 
Einen 
Steifen 
Baum 
Fällt die 
    Steife 
Brise doch

Blick
    wehMütig blickt 
Die 
WinterSonne 
Durch 
Den 
Kahlen 
Baum 
Und 
BeTrachtet sich 
    Als 
Seinen Schatten

Lieder
    nur mit 
Liedern 
Als 
WegZehrung 
ÜberQuerten 
Wir 
Den 
Strom 
Und 
Schnappten 
Nach 
Luft 
Wie Fische 
    Auf 
Dem Trockenen

Wände
    der Wind 
BeFleckt 
Die 
HausWände 
Mit 
Den 
Flüchen 
Der WinterLandschaft 
    Und 
Der Bäume

Tränen
    wenn die 
KiefernScheite 
Erst 
Im 
Ofen 
Brennen 
ÜberSieht man 
    Die 
Harzigen Tränen

Rauch
    Rauch steht 
Über 
Der 
MüllHalde 
Und 
Der 
Geruch 
Der VerWesung 
Menschen 
Stehen 
Auf 
Der anderen 
    Seite 
Aus Rauch

Reiten
    ich reite 
Durch 
Die 
Landschaft 
Don Q. 
Und 
Sancho P. 
In 
Einer 
Gestalt 
Und 
Rede 
Mit 
Zweierlei Zunge 
    Zu 
Meiner Rosinante

GeSichter
    das lebhafte 
GeSicht 
Dann 
Das 
HochRote 
GeSicht 
Das 
Blaue 
GeSicht 
Das 
Fahle 
GeSicht 
Und dann 
    Erst 
Die Maske

Strand
    leer ist 
Der 
Strand 
Zur 
Nacht 
Und 
Der 
Mond 
Schabt das 
    StrandLeben 
Vom Sand

DaSein
    eine Weile 
JedenFalls 
Hatten 
Sie 
VerSucht 
Die 
Berichte 
Über  
Sein 
DaSein 
Auf 
Diesem 
Planeten 
Mit einem 
    RadierGummi 
Zu löschen

Stein
    da meditiert 
Der 
UnBehauene 
Stein 
In 
Der 
Sonne 
Während 
Der 
BeHauene
Stein 
Von lauter 
    GeBeten 
GeStört wird

MühlBach
    in Stufen 
Fließt 
Der 
MühlBach 
Zu
Tal
Die 
Mühle 
Steht 
Noch 
Aber 
Das MühlRad 
    Ist 
Schon lange fort
 




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Walter Helmut Fritz [1a]: Augenblick. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 305.
[1a] Walter Helmut Fritz (1929-2010) war ein deutscher Lyriker, Essayist und Romancier. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Helmut_Fritz  
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Thursday, March 19, 2026

Besuch bei Orgelbau Fasen in Oberbettingen, Eifel


Da die evangelische Gemeinde in Köln Dellbrück-Holweide die Orgel in der Christuskirche von Orgelbau Huber Fasen umbauen läßt [1], kam es zu einer Besichtigung der Werkstätte und zu einer Einführung in den Orgelbau durch Herrn Hubert Fasen. Die Geschichte des Betrieb kann man sich auf der Homepage von Orgelbau Fasen ansehen [2]. Ich hatte über Orgelbau Fasen immer wieder gelesen, denn einige der Kirchen, die ich in der Eifel besucht habe, sind von diesem Betrieb entweder mit einer neuen Orgel oder der Restauration einer alten Orgel versehen worden. Eine der ersten Orgeln und die erste Rekonstruktion war die Balthasar König Orgel in Niederehe [3]. 

Niederehe ist ein Ortsteil der Gemeinde Üxheim in der Vulkaneifel mit etwa 410 Einwohner [4] und vor etwa neun Jahren wäre ich fast dort hingezogen. Warum in nicht dorthin gezogen bin, ist eine andere Geschichte, die ich bislang nur unzureichend erzählt habe, aber ich werde mich in der Zukunft auch damit noch einmal genauer beschäftigen. Immerhin konnte ich dort in der Kirche St. Leodegar die Orgel besichtigen. Die Orgel ist Balthasar Königs Erstlingswerk (1715) [5]. Ich blicke von meinem Küchenfenster in Diefenbach aus auf die Türme von Kloster Steinfeld; die Orgel der Basilika stammt aus dem Jahr 1727 und ist ebenfalls von Balthasar König. Die Orgel in St. Leodegar wurde 1923 eingreifend romantisierend umgebaut (Orgelbauer Burkart der Firma Klais, Bonn). Im Organ-Index lesen wir: „1997/98 erfolgte dann durch Hubert Fasen, Oberbettingen, eine mustergültige Renovierung und Rekonstruktion des Zustandes von 1715 unter Beibehaltung des Müller-Pedals.“ [6] In Schleiden steht eine weitere König Orgel, allerdings vom Sohn Christian Ludwig König [7]; der übrigens sehr viele Orgeln in Köln geschaffen hatte und auch dort lebte und starb.





I
Ich habe verpaßt, mich zu dieser Tastatur informieren zu lassen - 
wahrscheinlich für die Zwölftonmusik nach Arnold Schönberg.

Die meisten Pfeifen, insbesondere die großen Pfeifen waren bereits nach Köln abtransportiert, aber die Größe des Nachbaus der Orgel, die zum Einpassen diente, war noch der vorhanden und an Hand dessen konnten auch die Neuerungen für die Manuale und Pedale sowie die Registeranordnung erläutert werden. Im oberen Stockwerk waren noch kleinere Pfeifen vorhanden, wie man im Bild sehen kann, die bereits angeordnet waren. Für mich war interessant, wie diese Zusammenwirken als Register zustande kommt oder wie die verschiedenartigen Pfeifen gestimmt werden können. Es gibt geschlossene und offene Pfeifen. Das Material, Holz oder Metall, Dicke, Länge, Struktur sind für Klang und Obertöne verantwortlich. Ich habe bei dir soll Gelegenheit sehr viel über Orgeln gelernt. Es empfiehlt sich zu wissen, wie der Klang entsteht, wenn man sich sonst nur am Klang der Orgel erfreut. 

Die Möglichkeiten für die umgebaute Orgel in Köln-Dellbrück sind deutlich besser. Es war für uns als Kirchengemeinde eine große Investition und die Übernahme durch Orgelbau Fasen paßte. Wenn so eine Firma eine Orgel rundum erneuert, dann ist sie in der Regel nur mit diesem Instrument beschäftigt. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht nur bei Orgelbau Fasen / Herrn Hubert Fasen, sondern auch bei unserer Kantoristin Mechthild Brand und natürlich auch den anderen Teilnehmern bedanken, die durch ihre Diskussionsbeiträge und Fragen die Runde belebt haben.

Am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026 wird die alte/neue Orgel in der Christuskirche begrüßt werden. Ein Bericht zur Führung in der Orgelwerkstatt ist mit noch mehr Bildern auf der Homepage der Gemeinde zu finden [8].



Vorher

Zwischenher


Links und Anmerkungen:
[1] Die Orgel in der Christuskirche und eine Installation von Reinhard Doubrawa 
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/06/die-orgel-in-der-christuskirche-und.html 
[2] https://www.orgelbau-fasen.de/firma.htm 
[3] Die Pfarrkirche St. Leodegar am ehemaligen Kloster Niederehe (Eifel) 
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/12/die-pfarrkirche-st-leodegar-am.html 
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Niederehe 
[5] Balthasar König (1684-1756) war ein deutscher Orgelbauer. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Balthasar_K%C3%B6nig 
[6] https://organindex.de/index.php?title=%C3%9Cxheim/Niederehe,_St._Leodegar 
[7] Christian Ludwig König (1717-1789) war ein deutscher Orgelbauer. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Ludwig_K%C3%B6nig 
[8] Führung in der Orgelwerkstatt in Oberbettingen/Eifel
https://evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de/fuehrung-in-der-orgelwerkstatt-in-oberbettingen-eifel/ 

Gehört irgendwie mit dazu!


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Tuesday, March 17, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 29. KW 17.03.2026

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


29. KW
Ann Cotten: sitzt, passt, raubt mir die Luft


Stil als Konstante. Im Film „R.E.D. 2“ sind die Protagonisten in Paris und unterhalten sich darüber. 

Ach Ann 

… und schnapp 
herum 
wie Schnappi, das grüne Krokodil 
schnapp, schnapp, schnapp 

Und sage 
Wahnfried, du bist ja völlig aus 
dem Häuschen und öffne
die Tür zum Bad 
im Hof
im Freien
in Freiheit

Auf dem Asphalt liegt 
was vom Hund 
keine Kettwurst
schnapp, schnapp, schnapp 

Da bellt der Köter 
die Töle
die Bitch 
und schnapp, schnapp, schnapp
schnappt Schnappi die Kettwurst weg

„jaulend wie der grünste Hund“ -: schnapp, schnapp, Schnappi, das grünste Krokodil.     
 

29. KW
Kommentar: Michael Braun


R(eflexion) = S(prache) / G(ewalt) ∙ √U(nberechenbarkeit)

Lyrisches SoSein

    die Wahrheit
Kann
Nicht
ZuNehmen
Und
Die
Ewigkeit
Kann
Nicht
AbNehmen
Die 
Lyrik
Hofft
Auf ewige
    Wahtheit
Glaube ich




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Petroglyphs and Inscriptions at Jabel Umm Mountain, Saudi Arabia




I would like to report on the rock art in the Ha'il Region (الفنون الصخرية في منطقة حائل), specifically in the area surrounding Jabel Umm Mountain (جبل أم سنمان) near the city of Jubbah (جبة) [1]. I have previously reported on petroglyphs and inscriptions from various countries, such as Kyrgyzstan, Kazakhstan, Mongolia, and Jordan [2]. I am always amazed at how similar these ancient depictions from different times and places are, but this is due to the materials used and the artists' desire for realistic representation.






The petroglyphs and inscriptions at Jabel Umm Mountain were inscribed on the UNESCO World Heritage List in 2015. These depictions date back up to 10,000 years. The Neolithic images depict, for example, ibex; later, other wild and domesticated animals were added: equids, lesser kudu, gazelles, ostriches, lions, dogs, camels, cattle, but also plants and hunting scenes with hunters with bows and dogs. People can be seen on mounts (horses and camels). Overall, the depictions also offer insights into the social life of these times, about which we have no linguistic records. There are some inscriptions of later times, but these are more prominent at another site, which I plan to write about later. 

NB. Most pictures here are in enhanced mode to make them better visible.






Monday, March 16, 2026

Haiku for National Haiku Writing Month – March 2026 First Half

 


National Haiku Writing Month has been founded by the well known haiku poet Michael Dylan Welch. The goal is to write at least one haiku a day. National Haiku Writing Month is in its 14th year. [1] I enjoy writing to the prompts on Facebook. Here are some interesting links: [2]. Our prompter this month is Dorna Hainds [3]. She has done so in July 2025. Thank you for prompting again, Dorna!


To be or not to be 
on this stage
that is the question 
~ Marching to the Stage 

sand falling
down the hour glass 
till final ebb tide 
~ March of the Tides 

first day of school 
with the school cone 
walking home 
~ Child’s First March Home

first pollen 
falling from the willow 
busy bees 
~ March of Pollen 

marching for peace 
reason for day one: 
ICE ICE ICE 
~ Marching for Peace 

the full moon 
shines upon the trees 
not the shadows 
~ March of Shadows 

the moles keep 
worms without heads 
a no-brainer 
~ Worm’s Quiet March

snow melt 
running down the creek 
the pebbles chuckle 
~
Creek’s Muddy March 

chives and garlic 
are peeking out 
too early for the peas 
~ March of Seedlings 

despite the ivy 
the names are still visible 
and not forgotten 
~ Marching past Graves

even the grave 
and somber church yard 
allows bird songs 
~ Marching past Graves



the cranes return 
in v-spaped lines 
with squeakes 
~ Migrant Birds’ Line 

wind shaking 
the bare cherry trees 
wake up blossoms 
~ Wind’s Marching Band 

icicles 
glossed by thawing 
counting drops 
~ March of the Thaw 




Links and Annotations:

[1] National Haiku Writing Month https://www.facebook.com/NaHaiWriMo  
[2] „To help with haiku fundamentals, please have a look at "Becoming a Haiku Poet" at https://www.graceguts.com/essays/becoming-a-haiku-poet. Please review the "Haiku Checklist" at https://www.graceguts.com/essays/haiku-checklist. I also recommend to read: https://www.nahaiwrimo.com/why-no-5-7-5 
[3] https://www.nahaiwrimo.com/meet-the-prompters/dorna-hainds   

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Sunday, March 15, 2026

Altargesteck am Sonntag Lätare 2026


Der vierte Sonntag der Passionszeit wird auch Lätare [1] genannt oder auch das kleine Osterfest während der Passionszeit. Deshalb kann die liturgische Farbe der Passionszeit – das Violett – auch zu Rosa aufgehellt werden, aber das muß man nicht, zumal viele Gemeinden auch keine Paramente in Rosa besitzen. Laetare ist Lateinisch und bedeutet „freue dich“ oder auch „freuet euch“. Es geht zurück auf diese Stelle im Buch Jesaja: „Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.“ [2] 

aktuell aber war ein ganz anderer Gottesdienst, denn es ging um das Leseprojekt „Ein unauslesbares Buch“, bei dem fast 60 Gemeindeglieder begonnen hatten, die gesamte Bibel innerhalb von zweimal sechs Monaten (jeweils im Winter) durchzulesen. Freundlicherweise hatte die TeilnehmerInnen Texte zur Verfügung gestellt, die während des Gottesdienstes verlesen wurden.

Die Lesung stammte aus dem Alten Testament. Es war fast das gesamte Kapitel 8 [3]. Interessanterweise wird die Information, daß sich das gesamte Volk am Wassertor versammelt hatte gleich zweimal erzählt. Wir erfahren, daß Mattitja, Schema, Anaja, Uria, Hilkija und Maaseja zu Esras Rechten, aber zu seiner Linken Pedaja, Mischaël, Malkija, Haschum, Haschbaddana, Secharja und Meschullam standen. Außerdem unterwiesen die Leviten Jeschua, Bani, Scherebja, Jamin, Akkub, Schabbetai, Hodija, Maaseja, Kelita, Asarja, Josabad, Hanan, Pelaja das Volk im Gesetz. Das mag jetzt verwegen klingen, aber im Gottesdienst hat es hervorragend gepaßt.

Jesus vergleicht seinen Kreuzestod mit einem Samenkorn, das ersterben muss, damit Neues wächst und vielfache Frucht bringen kann. Gottes Zusage steht bei Jesaja und war Teil der Lesung aus dem Alten Testament: „Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.“ [4]

Das Altargesteck erinnerte mich an die Hängenden Gärten von Babylon, also eines der Sieben Weltwunder des Altertums, mir besser als die Hängenden Gärten der Semiramis bekannt. Vielleicht aber kam die Assoziation zustanden, weil ich gerade ein Buch über die Sieben Weltwunder lese [5]. Sagen wir es gnadenlos: das Gesteckt war angetrocknet. Vor der Kirche waren schönere Blüten zu sehen.





Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/laetare/ 
[2] https://www.bibleserver.com/LUT/Jesaja66 Jes 66,10 und auf Latein so: laetare ierusalem. et conventum facite omnes qui diligitis eam. gaudete cum laetitia, qui in tristitia fuistis. ut exsultetis, et satiemini ab uberibus consolationis vestrae.   
[3] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/NEH.8 Neh 8,1-10
[4] https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU17/ISA.54/Jesaja-54 Jes 54,7–10
[5] Irving L. Finkel: Die Hängenden Gärten von Babylon. In: Peter A. Clayton und Martin J. Price (Hrsg.): Die Sieben Weltwunder..
Reclam, Leipzig 2000. ISBN: 3379017019. S. 56 ff.

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