Friday, October 9, 2026

K. und die Befragung


K. wurde in einem Hotel untergebracht, es hatte keine Klasse, aber es war auch nicht schlecht. Morgens wurde er geweckt und ging zum Frühstück. Und immer war er gut gekleidet. K. wurde von einem Chauffeur erwartet, der ihm den Wagenschlag öffnete. „Haben Sie sich auch angeschnallt?“ Es folgte eine Fahrt von etwa 10 Minuten, die K. gedanklich nicht verfolgte. Dann kam er zu einem Gebäude, dessen Funktion er noch nicht ausfindig machen konnte. Vielleicht eine RundfunkAnstalt oder eine ForschungsAnstalt oder gar der Geheimdienst? Er wurde mit Handschlag begrüßt und in ein Zimmer geführt, das voller Geräte war. Dann werden ihm EKG, BauchGurt und ein Sensor für den HautWiderstand angelegt. K. wurde bis zum Mittag befragt. Mittags war eine Pause, danach wurde er wieder in das Zimmer geführt und bis zum Abend wieder befragt. Im Hotel konnte er gerade noch eine Mahlzeit einnehmen. Kurz danach fällt er in einen tiefen, traumlosen Schlaf. Er weiß nicht, worum es geht. Und bislang sind sicherlich 5000 verschiedene Fragen gestellt, wenn nicht noch mehr, gestellt worden. Immer wieder einmal wiederholte sich eine, dessen war sich K. sicher, aber bei der Menge der Fragen konnte er sich unmöglich merken, was er früher einmal geantwortet hatte. Vielleicht waren die meisten Fragen aber auch nur Füllsel, damit er nicht merkte, worum es eigentlich ging. Mit der Zeit wurde K. immer genauer in seinen Antworten. Er erwartete Fragen, die ihn belasten könnten. Aber solche Fragen wurden nicht gestellt. Womit könnte man ihn belasten, dachte er zwischen den Fragen, aber die Pausen zwischen den Fragen waren äußerst gering und abends ist er immer zu müde.  
Dann wiederholten sich die Fragen sogar in der gleichen ReihenFolge. K stellte neue Überlegungen an, die er aber wieder vergaß.
Dann kamen viele neue Fragen ohne einen offensichtlichen Zusammenhang. 
Es folgten Wiederholungen und weitere neue Fragen.
Nach langer Zeit begriff K., daß er an einem Programm für GehirnWäsche teilnahm. Aber als er das verstand, war es bereits zu spät.


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Die evangelische Kirche von Vöhl

 


Vöhl ist eine Gemeinde im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg, sie liegt im Nationalpark Kellerwald-Edersee [1]. Als Höhe wird 297 m angegeben. Die Gemeinde ist überwiegend evangelisch. Vöhl läßt sich erstmals im Jahre 1144 als „Vohulen“ urkundlich nachweisen. Ich wage mich etymologisch einmal etwas vor und würde es demnach mit Fähenhain übersetzen. Die lutherische Martinskirche auf der Kuppe des Schulbergs sah ich von Ferne und sie regte mich an, auf meiner Fahrt aus dem Harz in die Eifel dort Halt zu machen. Ich sah dann noch ein Hinweisschild für eine Synagoge, aber das ist eine andere Geschichte. Die Martinskirche ist Teil des alten Ortskerns und geht auf Vorgängerbauten aus romanischer Zeit zurück.

Der Westturm aus Bruchstein geht auf den mittelalterlichen Bau zurück, der Glockenstuhl wird auf 1769 datiert. Das Kirchenschiff wird auf 1843 datiert [2]. 





Die Orgel ist im OrganIndex beschrieben [3]. Die Orgel wurde 1975 von Wolfgang Böttner [4] unter Verwendung des Gehäuses und einiger Pfeifen der Vorgängerorgel (Vogt-Orgel aus dem Jahr 1886) geschaffen und von seinem Sohn Christoph Böttner 2018 umfassend überholt. Spiel- und Registertraktur sind mechanisch. Das Instrument verfügt über 19 Register, 2 Manuale und ein Pedal sowie Tremulant und Zymbelstern. 

Der Innenraum der Martinskirche wurde 2021 von Michael Possinger und Florian Seemüller (Cuxhaven) neu gestaltet. In der Kirche liegt der Text zur Gestaltung aus, aber den und die weitaus besseren Bilder des Innenraumes von Florian Seemüller kann man sich auf der Homepage ansehen [5].  

Wenn Sie in der Nähe sind, gehen Sie auf die Kuppe des Schulberg und sehen sich die Kirche an und vielleicht auch die Synagoge.




Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6hl 
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Martinskirche_V%C3%B6hl 
[3] https://organindex.de/index.php?title=V%C3%B6hl,_Martinskirche 
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Orgelbau_B%C3%B6ttner 
Die Daten sind unter Umständen inkomplett, denn Wolfgang Böttner wurde 1924 geboren, aber Christoph Böttner lebte von 1960 bis 2024. Er führt das Unternehmen bis zu seinem Tod.
[5] https://miposs.de/vohl  

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Zucker ist schlecht – Zuckerersatzstoffe ebenso

Ich las gerade einen sehr gut recherchierten Artikel von Dr. rer. med. Franz-Werner Dippel über Xylit auf DocCheck [1], so daß ich denke, es ist wieder einmal an der Zeit über Zucker und Zuckerersatzstoffe zu schreiben. Ich hatte dies bereits 2017 und 2023 auf Deutsch getan [2].

Max Otto Bruker [3] wetterte schon früh über den Fabrikzucker, Haushalts-, Rüben- oder Rohrzucker, also Saccharose. Ich fand seine Ideen grundsätzlich in Ordnung, aber überzogen, was zum Beispiel die Heilung rheumatischer Erkrankungen angeht, wenn man den Fabrikzucker weg läßt. Also weg von Fabrikzucker! Dann hat man lieber natürlich süßende Zutaten, wie Honig, Ahornsirup, Kokos- oder Palmzucker, Pflaumen- oder Granatapfelsirups oder -dicksäfte (Agavendicksaft kommt mir gerade in den Sinn) eingesetzt. Die sind um keinen Deut besser. Und weil wir dabei sind -: HFCS (High Fructose Corn Syrup, also Maissirup mit hohem Fructosegehalt) wird von der Industrie gerne als Süßungsmittel eingesetzt, aber erhöht wie reine Saccharose (auch gerne Kristallzucker genannt) das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und Adipositas, Typ-2-Diabetes und die Nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD).

Bei den Zuckerersatzstoffen gibt es solche, die keine Energie liefern, wie Aspartam, Cyclamat, Sucralose und Steviolglykoside (Stevia). dann gibt es die Zuckeralkohole (Polyole), die weniger Energie liefern, etwa 2,4 kcal pro Gramm. Das sind Xylit, Sorbit, Mannit, Maltit, Lactit, Isomalt und Polyglycitolsirup. Erythrit ist dem Xylit ähnlich, enthält allerdings mit 0,2 kcal pro Gramm keine nennenswerte Energie. 

Kris Verburgh hatte in seinem Buch „Die Ernährungs-Sanduhr“ [4] zu Stevia und Zuckeralkoholen wie Erythrit sowie Obst geraten, denn wie sonst könnte man das Dilemma zu süßen, ohne den Bluzuckerspiegel (wegen der Insulin-Spikes) zu erhöhen, sonst lösen?! Wir werden sehen.

Franz-Werner Dippel berichtet über neuere Studien, die „mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod“ einhergehen. „Xylit ist trotz Birkenzucker-Image kein Naturprodukt, sondern wird industriell aus Holz- oder Landwirtschaftsabfällen hergestellt und steckt in vielen kalorienreduzierten Fertigprodukten.“ Stephan Martin [5] zitierte zwei Studien [6], wobei die letztere Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko beobachtete und erhöhte Spiegel von Erythrid bei denen mit schweren kardiovaskulären Ereignissen (MACE – major adverse cardiovascular event – das sind Tod, nicht-tödlicher Herzinfarkt, Schlaganfall) fand. Erythrid erhöht die Thrombozytenreaktivität und führt damit zu einer verstärkten Thrombosebildung. Eine in-vivo-Studie an gesunden Probanden zeigte einen deutlichen Anstieg der Plasmakonzentration bei Einnahme von Erythrid, die oberhalb des Schwellenwertes lag, der zu einer erhöhten Throbozytenreaktivität geführt hatte. Es wird ein Klassen-Effekt diskutiert, d.h. daß es alle Zuckeralkohole betrifft. Der von Dippel zitierte Artikel von Witkowski [7] beschreibt ebenfalls eine erhöhte Thromozytenreaktivität, die eine Erklärung für das erhöhte kardiovaskuläre Risiko darstellt.

Zusammenfassend bestätigt mich der Artikel von Dippel in Hinsicht auf folgende Ratschläge:
    · Verzichten Sie auf Zucker
    · Verzichten Sie auf gefärbten Zucker (raffinierter Zucker mit etwas Melasse)
    · Verzichten Sie auf Kokos- und Palmzucker (ist auch im wesentlichen Saccharose)
    · Verzichten Sie auf Honig
    · Verzichten Sie auf Dicksäfte / Sirups (z.B. Ahronsirup, Agavensirup, Rübenkraut, Granatapfelsirup) 
    · Verzichten Sie auf HFCS gesüßte Speisen
    · Essen Sie Obst, aber eben auch nicht zu viel davon

Und mein Fazit über Süßstoffe:
Es kann nicht darum gehen, Alternativen für Zucker zu suchen, die sich dann auch als problematisch herausstellen. Dicksäfte oder Süßstoffe verändern nichts. Sie halten die Sucht nach Süßem aufrecht. Viel besser für die Gesundheit wäre es, den Geschmack umzutrainieren. Lassen Sie aber Zeit dabei. Viel Erfolg!



Links und Anmerkungen:

[1] Dr. rer. med. Franz-Werner Dippel: Xylit erhöht Kardio-Risiko.
https://www.doccheck.com/de/detail/articles/54396-xylit-erhoeht-kardio-risiko?utm_source=DC-Ne 
[2] Ich hatte mehrfach über Xylit (auch Englisch) geschrieben, auf Deutsch war das 2017 [2a] und 2023 [2b] der Fall.
[2a] Süß, süßer, SüßStuss 
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/06/su-suer-sustuss.html 
[2b] Mögliche Risiken bei Erythritol / Erythrid, einem Zuckeralkohol  
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/05/mogliche-risiken-bei-erythritol.htm 
[3] Max Otto Bruker (1909-2001) war Arzt, Sachbuchautor und Verfechter der Vollwerternährung.
https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Otto_Bruker 
[4] Dr. Kris Verburgh: Die Ernährungs-Sanduhr. Wilhelm Goldmann Verlag, München 2015. ISBN: ‎978-3-442-17506-2.
[5] Stephan Martin: Herzrisiken durch Süßstoff Erythrid? Vorsicht ist ratsam. BDI aktuell, Mai 2023, S. 14.
Prof. Dr. med. Stephan Martin ist ein anerkannter Diabetologe und Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums des Verbundes der Katholischen Kliniken Düsseldorf (VKKD).
[6a] Katie C. Hootman, Jean-Pierre Trezzi, Lisa Kraemer, +6 , and Patricia A. Cassano: Erythritol is a pentose-phosphate pathway metabolite and associated with adiposity gain in young adults. Proc Natl Acad Sci USA, May 8, 2017, 114 (21) E4233-E4240.  
https://www.pnas.org/doi/full/10.1073/pnas.1620079114 

[6b] Witkowski M, Nemet I, Alamri H, Wilcox J, Gupta N, Nimer N, Haghikia A, Li XS, Wu Y, Saha PP, Demuth I, König M, Steinhagen-Thiessen E, Cajka T, Fiehn O, Landmesser U, Tang WHW, Hazen SL. The artificial sweetener erythritol and cardiovascular event risk. Nat Med. 2023 Mar;29(3):710-718. doi: 10.1038/s41591-023-02223-9. Epub 2023 Feb 27. PMID: 36849732.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36849732/ 
[7] Witkowski et al.: The artificial sweetener erythritol and cardiovascular event risk. Nat Med, 2023. doi: 10.1038/s41591-023-02223-9. (So von Dippel zitiert.) 

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FreitagsGedichte / #KurzLyrik 09.10.2026

 



der Weberknecht an der Steinwand
beschreibt
die morgen verpfändete Stille.
Manfred Peter Hein [1]


Harz 
    hinter dem 
Knorrigen 
Baum 
Der 
Einsam 
Steht 
Ein 
Kahles 
Feld 
GenauSo 
Einsam 
Und daHinter 
    Schwanken 
Die Berge 

Wind 
    laß den 
Wind 
ZuNächst 
Dein
Haar 
ZerZausen 
BeVor 
Er sich 
    Den 
Büschen zuWendet  

Lieder
Immer leiser hauchen wir 
Unsere melancholischen Lieder 
In die Abendbrise 
Die vom Meer herWeht 
Die schiffBrüchigen Wolken 
Lassen sich vom Wind mitNehmen 
Wohin auch unsere Lieder verWehen   

VorMittag 
    zwischen einer 
RegenSchauer
Dem 
Wind 
Und 
Treibenden 
HerbstBlättern 
EntWickelt 
Sich 
Der VorMittag -:
    Kriecht 
Leidend herum
   
Bücher 
Als sie wieder begannen
Bücher zu verBrennen
Hilflos, wie wir waren
BeGruben wir die Bücher
Besser still verModern 
Als auf dem ScheiterHaufen 
Bei GeJohle zu verBrennen 

Fallen 
    alles fällt 
Die 
Perseiden 
Im 
Sommer 
Die 
Blätter 
Im 
Herbst 
Und 
Manchmal 
Auch die 
    Eltern 
Im Alter


Verdacht
Das Gras ist welk geworden 
Die Bücher haben StockFlecken 
Und ich habe keinen Spiegel mehr 
Ach ja -: so ist es auch gut

WeinKönigin
Schluck um Schluck
Alle prosten mir zu
Denn ich bin WeinKönigin
Es ist zum Weinen
Mir brummt der Schädel
Denn ich bin WeinKönigin [2] 

VorHölle 
    kurz vor 
Der 
Hölle 
Ist 
Die 
Hoffnung 
Nass 
Von 
Tränen
Aber 
Da trocknet 
    Sie 
Auch wieder 




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Manfred Peter Hein [1a]: Kulisse. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 10. Jahrgang 1963. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 293. 
[1a] Manfred Peter Hein (1931-2025) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer, der ab 1958 in Finnland lebte [1aa]. Ich lernte ihn über die Anthologie „Auf der Karte Europas ein Fleck“ [1ab] kennen.
[1aa] https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Peter_Hein 
[1ab] Manfred Peter Hein: Auf der Karte Europas ein Fleck. Gedichte der osteuropäischen Avantgarde. Ammann Verlag, Zürich 1991. ISBN: 3-250-10116-8
[2] Das Gedicht kann, ja darf ich nicht jemandem widmen. 

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Thursday, October 8, 2026

Sammelsurium (317) 08.10.2026


Auf deinen Sarg leg ich,
als Schaufel des Totengräbers,
die offene Hand: den Mond.
Julian Przyboś [1]

RückSchau

1209 n. Chr. [2]

Baubeginn des Magdeburger Doms, der als erster gotischer Bau in Deutschland gilt, Fertigstellung der Westtürme 1520 – das ist deutlich schneller als der Kölner Dom. Beginn der Albigenserkriege. Die Albigenser gehörten zu den Katharern, wovon das Wort Ketzer kommt. 

Ein Stückchen Glück 

In einem öffentlichen Bücherschrank sah ich „Jeden Tag ein Stückchen Glück, mein Tagebuch“ [3]. Ich dachte, nimm's besser mit, sonst füllt es noch jemand aus, dem eine Psychotherapie besser helfen würde. Es gibt:
    ∙  Tage zum Ankreuzen
    ∙  Datum
    ∙  6 Auswahlmöglichkeiten an Wetter
    ∙  Tagesrückblick in 12 Kategorien zum Ankreuzen
    ∙  So fühle ich mich heute mit 10 Herzen zum Ankreuzen oder ausmalen
    ∙  Achtsamkeit & Zeit für mich
    ∙  Meine heutigen 2 Momente
    ∙  wundervolle Erlebnisse & bleibende Eindrücke
    ∙  Ich bin dankbar für
    ∙  Das nehme ich mir für morgen vor. 
Krankhaft finde ich diese Idee, circa 80 Tage umfasst das Tagebuch. Das wiederum ist erstaunlich zurückHaltend. Wahrscheinlich weiß man, daß entweder die Übung abGebrochen wird oder man einen Therapeuten gefunden hat.

Tränen & Regen 
Man meint Regen und Tränen unterScheiden zu können. Tränen sind salzig, Regen ist es nicht, es sei denn Du läufst am Strand spazieren. Und wer weiß denn, ob wenn man so viel wie eine RegenSchauer weint, die Tränen nicht auch salzFrei werden. So ein Weinen kann bekanntlich sehr befreiend wirken. Nach Regen kommt SonnenSchein – sagt der VolksMund. Die Sonne glänzt auf der gesäuberten Welt. Sie lacht. Und nun Du!

Ł - ein sakraler Buchstabe? 
Ist das polnische Ł/ł ein sakraler Buchstabe, denn es erinnert mich an das orthodoxe Kreuz (Schrägstrich)? Natürlich ist es das nicht! Denn erstens ist es kein L, sondern ein W und zweitens haben die Polen nichts mit der Orthodoxen Kirche zu schaffen. Sie sind römisch-katholisch. Aber sie hätten ihre Sprache besser mit kyrillischen Buchstaben darstellen sollen, was aber ein ganz anderes Thema ist. Ach ja, das Ł/ł wird wie englische wh ausGesprochen. Zum Whiehern!

Zur Ruhe kommen 
Ich lese häufig „zur Ruhe kommen“ und da wollen Leute „die Seele baumeln lassen“, andere versuchen mit Gewalt die Erleuchtung zu erlangen, einige vergessen über das Suchen das Finden. Was aber ist, wenn sich perfekte Momente in Ruhe anEinAnderReihen und eine GänseHaut die andere abLöst? Dann ist man zur Ruhe gekommen, der Sturm schweigt und die Füße spüren den Boden.

Das Museum in Punta Arenas

Ich las das Gedicht „Was zu lernen war“ von Eva Corino [4] und dachte an das Museum in Punta Arenas; es handelt sich um das Museo Salesiano Maggiorino Borgatello, wie mir Google heraussuchte [5]. Punta Arenas ist eine Stadt, die gegenüber von Feuerland liegt. Ich hatte dieses Museum bei meiner ersten FeuerlandReise besucht. Da hatte Einer der Patres Insekten gesammelt, wahrscheinlich über Jahrzehnte und man sah die Bezeichnungen in schwarzer Tusche, wie sie immer zittriger wurden. Aber während es bei Eva Corino um das Glück des Entdeckens geht, das man als Kind hat, war es bei dem Forscher wichtiger, Exemplare zu sammeln, zum Beispiel die Varianz von Käfern zu erfassen, wo beginnt eine neue Spezies? Und auch das kann Glück sein.  

Mälar
„mit Knoten und Dolle mit Mälarsee und Stockholm“ (Friederike Mayröcker) [6], „Der Ton war gemischt am Mälarsee“ [7] oder doch die New Seekers [8]? 

Scherben [Shards]:

Carrara – Carrera  
Masoret – Masochist 
HahaUsen – schmUsen 
Stadtoldendorf – Stadt und Dorf




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Julian Przyboś [1a]: Nacht. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 10. Jahrgang 1963. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 249.
[1a] „Julian Przyboś (* 5. März 1901 in Gwoźnica Dolna/Powiat Strzyżowski; † 6. Oktober 1970 in Warschau) war ein polnischer Lyriker der Krakauer Avantgarde, Essayist und Übersetzer.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Julian_Przybo%C5%9B 
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 516-517.
[3] Jeden Tag ein Stückchen Glück, mein Tagebuch. Korsch Verlag, Gilching 2021. ISBN. 978-3-7318-5945-1.
[4] Eva Corino: Keine Zeit für Tragödien. Berlin Verlag, Berlin 2001. ISBN: 3-8270-0389-X. S. 9.
[5] „Das Museo Salesiano Maggiorino Borgatello ist ein privates Regionalmuseum in Punta Arenas, das 1893 gegründet wurde und damit das drittälteste Museum Chiles ist.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Museo_Salesiano_Maggiorino_Borgatello  
[6] Friederike Mayröcker: Ein Lesebuch. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979. ISBN: 3-518-37048-0. S. 72.
Friederike Mayröcker (1924-2021) war eine österreichische Schriftstellerin.
https://de.wikipedia.org/wiki/Friederike_Mayr%C3%B6cker 
[7] Eine Vignette zu paranormalem Unsinn 
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/08/eine-vignette-zu-paranormalem-unsinn.html  
Hier ist noch eine RichtigStellung notwendig:
Der Parapsychologe Hans Bender (1907-1991) [7a] mit dem Schriftsteller und Akzente-Herausgeber Hans Bender (1919-2015) [7b].
[7a] https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Bender_(Psychologe)  
[7b] https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Bender_(Schriftsteller) 
[8] Es geht um den Song „Beg, steal or borrow“ von den New Seekers [8a], vor dem ich ausdrücklich warne, den ich aber von der B&B Vermieterin her kenne, denn sie trällerte den Song jedesmal mit, wenn er im Radio lief, aber schließlich war ich auch zum Englisch lernen in Shanklin (I.o.W.).
[8a] https://www.youtube.com/watch?v=QyxJeV8OLjI 

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Wetter und entzündlich-rheumatische Erkrankungen

 


Ich hatte vor etwa 13 Jahren über Wetter und entzündlich-rheumatische Erkrankungen geschrieben [1] und nun kam das Thema im Bekanntenkreis wieder einmal auf. 

Es ist nicht ungewöhnlich, daß Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen über eine Zunahme von Symptomen bei bestimmten Wetterbedingungen berichten. Einige meiner (damaligen) Patienten fühlten anhand ihrer Symptome, daß es bald regnen würde. Andere Patienten mit rheumatoider Arthritis berichteten, daß Kälte, feuchte Witterungsbedingungen oder Luftdruckänderungen ihre Symptome, wie Schmerzen, Steifigkeit oder Gelenkschwellungen, verschlechterten.
Die Ergebnisse von Studien zu den Auswirkungen des Wetters auf die rheumatoide Arthritis sind hingegen sind damals nicht schlüssig gewesen und dem werde ich gleich nachgehen, ob das immer noch so ist.
Ich hatte aus konsekutiven Anamnesen damals Äußerungen zum Wetter genommen und analysiert.
Ich endete mit folgendem Text:
Beim Wetter scheint besonders regnerisches und kaltes Wetter Gelenkschmerzen und Steifigkeit zu erhöhen. Aber es trifft nicht auf alle gleichermaßen zu. Wahrscheinlich fühlen sich auch nicht Erkrankte weniger gut als Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Ich nehme an (Hypothese), dass die Empfindlichkeit gegenüber Wettereinflüssen durch die Erkrankung verstärkt wird – leider kann ich das nicht mit einer Studie belegen. Für mich trifft es eine Patientin am ehesten: „Es gibt eine Wohlfühltemperatur. Es darf nicht zu heiß und nicht zu kalt sein.“ Und ich darf ergänzen: feucht sollte es auch nicht sein.

Ich habe jetzt eine Literaturrecherche in PubMed durchgeführt und nicht viel gefunden; berichtenswert sind nur wenige Publikationen.

Eine Metaanalyse führten Chao Hu und weitere durch [2]. Sie analysierten 16.503 Patientendaten aus acht Studien. Sie kamen zu folgendem Ergebnis (Übersetzung): „Bestimmte meteorologische Faktoren, Temperatur und Luftdruck, können die Symptome von rheumatoider Arthritis geringfügig beeinflussen. Diese Erkenntnisse können zu einer individualisierten Behandlung beitragen und zukünftige Forschung zu Umwelteinflüssen bei Autoimmunerkrankungen leiten.“ Welche individualisierte Behandlung wird nicht gesagt. 

Eine Studie von E.M. Savage und weiteren stammt aus dem Jahr 2014 [3]. Sie untersuchten die Krankheitsaktivität mittels Entzündungsparametern und dem DAS-28 bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis gegen Wetterbedingungen. Sie kamen zu folgendem Ergebnis (Übersetzung): „In dieser Studie war die Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis (gemessen mittels DAS-28) sowohl bei sonnigerem Wetter als auch bei geringerer Luftfeuchtigkeit signifikant niedriger.“ Ich hatte, s.o., Ähnliches vermutet; ich danke für die Bestätigung.

Von der dritten Studie, sie stammt aus dem Jahr 1997, weiß ich nicht mehr, ob ich sie damals gefunden hatte. Die Studie von D. Drane und weiteren [4] hat Daten, die in Jahren 1985-1987 erhoben worden waren, 1997 publiziert. Die Ergebnisse waren mager (Übersetzung): „Auf der Grundlage dieser Ergebnisse scheint das Wetter nur einen minimalen Beitrag zu Schmerzen und Steifigkeit bei Frauen mit rheumatoider Arthritis zu leisten.“

Ich bin noch die Veröffentlichungen der EULAR Kongresse der letzten zwei Jahre durchgegangen; jeder Band mit den Abstracts umfaßt etwa 2500 Seiten [5]. Ich fand 2026 das Wort Wetter (weather) zweimal erwähnt:
„However, weather tryptophan could restore Tfh/Tfr imbalance in RA remains unclear.“ Das war ein Tippfehler, es hätte whether heißen müssen. Und:
„No planned travel outside the study region during the study (to account for any variations in weather)“. Das bringt uns auch nicht weiter.

Bei sonnigem, warmen und nicht zu feuchtem Wetter fühlen wir uns alle und erst von Rheumatoider Arthritis oder anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen geplagten Menschen besser. Neue Erkenntnisse, die Therapieänderungen nach sich ziehen könnten, habe ich auch 13 Jahre später nicht finden können. 




Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2013/10/wetter-und-entzundlich-rheumatische.html 
[2] Hu C, Wu J, Luo Y, Zhu Y, Chang R, Qian S, Ding X. Association between weather conditions and rheumatoid arthritis: A systematic review and meta-analysis. Autoimmun Rev. 2026 Jan;25(1):103941. doi: 10.1016/j.autrev.2025.103941. Epub 2025 Oct 11. PMID: 41083015. 
[3] Savage EM, McCormick D, McDonald S, Moore O, Stevenson M, Cairns AP. Does rheumatoid arthritis disease activity correlate with weather conditions? Rheumatol Int. 2015 May;35(5):887-90. doi: 10.1007/s00296-014-3161-5. Epub 2014 Oct 24. PMID: 25342437. 
[4] Drane D, Berry G, Bieri D, McFarlane AC, Brooks P. The association between external weather conditions and pain and stiffness in women with rheumatoid arthritis. J Rheumatol. 1997 Jul;24(7):1309-16. PMID: 9228130. 
[5] EULAR European Congress of Rheumatology / EULAR 2025
11–14 June 2025 in Barcelona
EULAR European Congress of Rheumatology / EULAR 2026
3–6 June 2026 in London

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Wednesday, October 7, 2026

Die römisch-katholische Herz-Jesu-Kirche in Poniatów, Wałbrzych

 


Die Herz-Jesu-Kirche (Polnisch: Kościół Najświętszego Serca Pana Jezusa) in Poniatów (Seitendorf) ist eine römisch-katholische Pfarrkirche [1]. Poniatów ist  Stadtteil von Wałbrzych (Waldenburg) [2].

Wałbrzych liegt in Niederschlesien und Poniatów (das bedeutet Seitendorf und so hieß der Ort auch früher) wurde 1973 eingemeindet. Seitendorf wurde 1945 polnisch und es kamen zwangumgesiedelten Polen aus dem Osten, denn dort war polnisches Gebiet an die Sowietunion gefallen. Der Ort wurde erstmals 1305 im Breslauer Zinsregister erwähnt. Mich interessierte der Ort seit der Kindheit, weil meine Großmutter daher stammte, aber die war bereits kurz nach dem 1. Weltkrieg nach Berlin gezogen. Darüberhinaus aber interessierte mich der Streit um die Tür zur Backstube einer Tante. Das war allerdings nicht der Grund für die Reise, denn erstens steht das Haus nicht mehr und zweitens sind Wałbrzych und das umgebende Land selbst eine Reise Wert. Die Fürstin Daisy von Pless (1873–1943) liebte sie die romantische Landschaft um das Schloß Fürstenstein, das wie zufällig nur ein paar Kilometer von Poniatów entfernt liegt.






Die Herz-Jesu-Kirche ist innen eine schlichte Saalkirche, die aber einigen Schmuck an den Wänden trägt. Von außen imponiert ein gotischer Baustil, denn die Kirche wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet und dann Mitte des 16. Jahrhunderts umgebaut. Die Wehrmauer trägt Schießscharten. Ein steinernes Portal stammt aus dem Jahr 1520.

Die Kirche besitzt eine Orgel der Firma Schlag & Söhne. Das Instrument verfügt über 7 Register sowie eine pneumatische Spiel- und Registertraktur, wie sie das Polnische Virtuelle Orgelzentrum (Polskie Wirtualne Centrum Organowe) beschreibt [3]. Allerdings wird dort auch berichtet, daß diese Orgel aktuell aufgrund eines gerissenen Balgs nicht bespielt wird. Die Orgelfirma  Schlag & Söhne baute und restaurierte von 1831 bis 1923 über 1000 Orgeln und war überregional bzw. sogar international bekannt. Der Sitz des Unternehmens lag in Schweidnitz (Świdnica) [4]. Poniatów (Seitendorf) liegt nur etwa 8 km von Schweidnitz (Świdnica) entfernt und so war mir dieser Ort auch ein Begriff. 

Ein Fenster stammt aus dem Jahr 1987 und zeigt IHS (Jesus, der Retter der Menschen), das Heiligste Herz Jesu (unendliche Liebe) und das Kreuz als Symbol für Leiden, Tod und Auferstehung Christi.