![]() |
| Beijing |
Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.
32. KW
Johann Wolfgang Goethe: Chinesisch-Deutsche Jahres- und Tageszeiten VIII.
Warum Chinesisch-Deutsch?
„Schlanke Weiden“ und „Flut“ -: ich erinnere mich an ein Bild, das ich in Beijing (北京市) gemacht habe, Weidenzweige, die fast zum Wasser reichten.
Licht steigt auf vom Horizonte
Leuchtet sanft auf schlanke Wolken
Schon sind alle Küh gemolken
Auf zum Weiden, ins Besonnte
Dort am Walde stehn noch Schleier
Zum Stalle hin eilt nun die Magd
Holt von dort zum Frühstück Eier
Frisch aus dem Bett heraus! Es tagt
Bald ist dahin der Zauber
Den man im Dorf vermutet
Der Traktor ist schon sauber
Bei Abfahrt wird getutet
„Dämmung senkte“ „Nähe fern“ -: ich meine eher, daß die Ferne näher wirkt, wenn sich die Dämmrung senkt.
Schwarze Spiegel – Stern – ruhender See
MondLicht
das Mond-
Licht
BeFeuchtet
Die
Wellen
Auf
Dem
See
Aber
Der
Wind
Weht Sand
In
Die Augen
32. KW
Kommentar: Henning Ziebritzki
Unter Umständen meinte Goethe, die Naturbetrachtung, aber die ist nur Teil der chinesischen Dichtung.
Das Erotische -: Weiden sind in China ein erotisches Symbol, aber war das Goethe bekannt? Wahrscheinlich schon – der alte Schwerenöter!
„... kann man das gigantische Ausmaß der Restglut nur ahnden“ -: Ahnden oder ahnen – das ist wirklich eine Frage.
NeuMond
der Neu-
Mond
Stand
Über
Dem
Nebel
Im
Tal
Und
Die Vögel
Schwiegen
Wie ich
32. KW
Johann Wolfgang Goethe: Chinesisch-Deutsche Jahres- und Tageszeiten VIII.
Warum Chinesisch-Deutsch?
„Schlanke Weiden“ und „Flut“ -: ich erinnere mich an ein Bild, das ich in Beijing (北京市) gemacht habe, Weidenzweige, die fast zum Wasser reichten.
Licht steigt auf vom Horizonte
Leuchtet sanft auf schlanke Wolken
Schon sind alle Küh gemolken
Auf zum Weiden, ins Besonnte
Dort am Walde stehn noch Schleier
Zum Stalle hin eilt nun die Magd
Holt von dort zum Frühstück Eier
Frisch aus dem Bett heraus! Es tagt
Bald ist dahin der Zauber
Den man im Dorf vermutet
Der Traktor ist schon sauber
Bei Abfahrt wird getutet
„Dämmung senkte“ „Nähe fern“ -: ich meine eher, daß die Ferne näher wirkt, wenn sich die Dämmrung senkt.
Schwarze Spiegel – Stern – ruhender See
MondLicht
das Mond-
Licht
BeFeuchtet
Die
Wellen
Auf
Dem
See
Aber
Der
Wind
Weht Sand
In
Die Augen
32. KW
Kommentar: Henning Ziebritzki
Unter Umständen meinte Goethe, die Naturbetrachtung, aber die ist nur Teil der chinesischen Dichtung.
Das Erotische -: Weiden sind in China ein erotisches Symbol, aber war das Goethe bekannt? Wahrscheinlich schon – der alte Schwerenöter!
„... kann man das gigantische Ausmaß der Restglut nur ahnden“ -: Ahnden oder ahnen – das ist wirklich eine Frage.
NeuMond
der Neu-
Mond
Stand
Über
Dem
Nebel
Im
Tal
Und
Die Vögel
Schwiegen
Wie ich
.





























