Monday, March 23, 2026

The Lion Tombs at Dadan or al-'Ula (ٱلْعُلَا), Saudi Arabia

 


I have already mentioned the city of al-'Ula [1]. The official spelling is AlUla, but al 'Ula or al-'Ula (العلا) would be more accurate. There is a lot to see in and around it. So also the rock tombs. Over 100 Nabataean tombs (Mada'in Salih) carved into the sandstone cliffs have been counted. These tombs were designated a UNESCO World Heritage Site in 2008. Among them are the Lion Tombs, as well as others, including those where additional graves have been exposed by the wind in front of them. Inscriptions tell the stories of those buried there. Today I want to write more about the Lion Tombs and their culture, as they are the highlight of the Old City of Dadan, whereof the remnants of this old Nabatean city are close by. The lions are carved into the rocks. One has to look through binoculars as the site is only open to the public from a distance. I can understand this precaution, as the majority of people seem to need haptic sensory input where simply looking would suffice.



Dadan, or Lihyan in Arabic (لحيان), was an ancient kingdom that flourished between the 5th and 1st centuries BCE. The country derived its wealth from the frankincense trade [2]. The Dedanites were already mentioned in the Old Testament [3], indicating they existed as a people much longer. Little is known about the Dadanitic language, despite the existence of inscriptions. For example, the Wikipedia article states: “The grammar of Dadanitic is poorly understood, ..." [4]. The landscape gives an eery feeling nowadays.

Handy through the observation binoculars

There are more than twenty of these lion tombs (مقابر الأسود الدادنية), which were built between 600 and 500 BCE. The lions at the rock tombs were meant to protect the deceased [5]. Overall, the tombs also demonstrate the wealth of the dadanite society, or perhaps I should say the upper class; this is no different 2500 years later. The name of the chief god of the Dadanites was Dhu-Ghabat, the name means "he of the thicket" [6]. But again, there isn't any thicket seen today, though closer the the oasis there is green in the date palm groves.



Links and Annotations:
[1] The City of AlUla in Saudi Arabia – An Overview
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/01/the-city-of-alula-in-saudi-arabia.html 
Some Observations Concerning Women in Saudi Arabia
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/03/some-observations-concerning-women-in.html 
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Dadan 
[3] E.g.: "A prophecy against Arabia: You caravans of Dedanites, who camp in the thickets of Arabia, bring water for the thirsty; you who live in Tema, bring food for the fugitives."
Isaiah 21:13-14
[4] https://en.wikipedia.org/wiki/Dadanitic 
[5] https://en.wikipedia.org/wiki/Lion_tombs_of_Dedan 
[6] https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_pre-Islamic_Arabian_deities 

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Sunday, March 22, 2026

Altargesteck am fünften Sonntag der Passionszeit – Judika – 21./22.03.2026

 


Der fünfte Sonntag der Passionszeit wird auch Judika [1] genannt; Judika kommt von „iudica me, Deus“ [Richte mich, o Gott] aus Psalm 43,1. Von der Hingabe des Lebens ist im Wochenspruch die Rede: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“ [2] Der Christus gibt sein Leben als Lösegeld zur Versöhnung der Menschheit. Der Predigttext, zu dem wir noch kommen, umfaßt nur drei Verse und steht im Hebräerbrief, der besser als Predigt oder Homilie aufgefaßt werden soll [3]. Die Versöhnung und das Opfer vor dem Tor (Golgatha!), also außerhalb Jerusalems, spielt auf den höchsten jüdischen Feiertag, den Yom Kippur, an, aber ich greife wieder einmal vor!

Bei der Lesung aus dem Alten Testament geht es um „Das Opfer Abrahams“ [4]. „Und er [Gott] sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.“ Abraham gehorcht und im letzten Augenblick wir Isaak gerettet. Gott erwartet nicht die Konsequenz, die er selbst bereit ist einzugehen – das Opfer des einzigen Sohnes. Eine Kopie von Marc Chagalls Bild „Die Opferung Isaaks“ wurde vor einigen Jahren von den KonfirmandInnen der Versöhnungskirche (Köln-Holweide) erstellt. Es ist die Szene kurz vor der Rettung Isaaks. Wollte Gott überhaupt ein Menschenopfer? Nein! Das gerade nicht, denn hiermit wird die Praxis von Menschenopfern beendet. Angeprangert wird dies, wenn es um die Anbetung von Fremdgöttern geht. Wir können außerdem später noch die Abwendung vom Tieropfer feststellen.




Die Lesung aus der Epistel steht auch im Hebräerbrief [5]. Es geht darum, daß sich Jesus Christus nicht selbst erhöht hat, sondern Gott ihn als Sohn bezeichnet und ihn als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks eingesetzt hat. Das bezieht sich einerseits auf zwei Stellen im Psalter [6] und andererseits auf das 1. Buch Mose [7].

Die Lesung aus dem Evangelium handelt „Vom Herrschen und vom Dienen“ [8] und steht im Markusevangelium: „Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“ Die Stelle aber beginnt mit der Bitte der Jünger Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus [9], die zur Rechten und Linken von Jesus „in seiner Herrlichkeit“ sitzen wollen. Das führte unter anderem zu Unwillen der anderen Jünger und endet in dem bereits zitierten Text. Ich finde ja die Stelle bei Matthäus gelungener, denn dort trägt die Mutter der beiden die Bitte vor [10].

Den Predigttext will ich unten zitieren, aber man sollte ihn in der Bibel nachlesen, um das Umfeld des Textes nicht zu verpassen [11]. Was geschah denn am Yom Kippur? Das ist im 16. Kapitel des 3. Buches Mose (Levitikus) ausführlich beschrieben [12]. Über zwei Böcke wird das Los geworfen, der eine wird geopfert und der zweite wird Asasel genannt und dann in die Wüste geschickt, wohin er die Sünden mitnehmen soll. Das alles geschah vor der Stadt, vor dem Tor. Bei „vor dem Tor“ denke ich an „Am Brunnen vor dem Tore“ bzw. „Der Lindenbaum“ aus der Winterreise [13]. Und an „Lili Marleen“ [14] von Lale Andersen: „Vor der Kaserne, vor dem großen Tor / Stand eine Laterne und steht sie noch davor“. Und was hat das jetzt mit unserem Text zu? Berechtigte Frage, die ich mit einem Zitat beantworten möchte: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens / und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“ [15]

Das Altargesteck in der Versöhnungskirche erinnerte mich an eine alte, sehr alte Diva, die noch einmal Make-up aufgelegt hatte. Also die Blüten hängen tiefer und unten sind zwei Schnittblumen hinzu gesteckt worden. Das sah in Kall deutlich besser aus und da wurde der Gottesdienst nach dem Format „Auf ein Wort“ gefeiert. Es wurde sogar an die liturgische Farbe Violett gedacht, die ja nicht so einfach ist. Zwischen dem Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch und dem Kirchenkreis Kalungu besteht eine Partnerschaft [16] und dafür sollte ein Teil ein Teil der Kollekte dienen. Ich sollte „Kalungu, Dominikanische Republik Kongo“ vorlesen – habe ich aber noch rechtzeitig entdeckt.





Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/judika/ 
[2] Mt 20,28    
[3] Vergleiche auch: Hans Conzelmann und Andreas Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament. 11. Auflage. Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 1995. ISBN: 3-8252-0052-3 (UTB). S. 396 ff.
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/GEN.22 1. Mose 22,1–14(15–19)
Der Song „Highway 61 Revisited“ von Bob Dylan erzählt in der 1. Strophe einen Teil dieser Geschichte [4a]. Johnny Cash liest den Text als Einleitung zu seinem Song „When The Man Comes Around“ [4b], den er für den Film „The Hunted“ [4c] eingespielt hatte; Cash singt: „And the whirlwind is in the thorn tree“. Da könnte sich der Widder verfangen haben.
[4a] “Highway 61 Revisited" by Bob Dylan
https://www.youtube.com/watch?v=8hr3Stnk8_k
[4b] Johnny Cash: Highway 61 Revisited/When The Man Comes Around  
https://www.youtube.com/watch?v=Y0x2iwK0BKM
[4c] „The Hunted is a 2003 American action thriller film directed by William Friedkin. It stars Tommy Lee Jones as a retired civilian contractor and SOF Trainer, who is tasked with tracking down a former student of his played by Benicio del Toro who has gone rogue; Connie Nielsen also stars.“
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Hunted_(2003_film)
[5] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/HEB.5 Hebr 5,(1–6)7–9(10)
[6]: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Ps 2,7 
 „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“ Ps 110,4
[7] Gen 14,18-20
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MRK.10 Mk 10,35–45 
[9] Die beiden waren zusammen mit Petrus auf dem Berg, wo sie die mystische Verklärung Jesu erlebten.
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.17 Mt 17,1–9 
[10] „Da trat zu ihm die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und wollte ihn um etwas bitten. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Lass diese meine beiden Söhne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken.“
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.20 Mt 20,20.21
[11] „Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/HEB.13 Hebr 13,12–14
[12] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LEV.16 3. Mose 16
[13] „Am Brunnen vor dem Tore“ ist der erste Vers von „Der Lindenbaum“ [13a] und wurde von Franz Schubert vertont. Und wer sich die „Winterreise“ von Dietrich Fischer-Dieskau gesungen [13b] noch nicht angehört hat, der hat echt was im Leben verpaßt. Der Text stammt von 
Wilhelm Müller [13c].
[13a] https://de.wikipedia.org/wiki/Am_Brunnen_vor_dem_Tore 
[13b] https://www.youtube.com/watch?v=l0Rry-ahcHM&t=805s – am Flügel Alfred Brendel.
[13c] Johann Ludwig Wilhelm Müller (1794-1827) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_M%C3%BCller_(Dichter) 
[14] Lale Anderson [14a] schrieb und sang das weltberühnte Lied [14b]. Und den Text haben wir auch [14c].
[14a] Lale Andersen, eigentlich Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg (1905-1972 war eine deutsche Sängerin und Schauspielerin.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lale_Andersen 
[14b] https://de.wikipedia.org/wiki/Lili_Marleen 
[14c] https://www.songtexte.com/songtext/lale-andersen/lili-marleen-23c0a40b.html 
[15] Ps 36,10 
[16] https://www.kirche-koeln.de/partnerschaft-zwischen-dem-kirchenkreis-koeln-rechtsrheinisch-und-dem-kirchenkreis-kalungu/ 

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PostAnschriften und PostAuslieferung

 


Als ich in Taiwan studierte, erinnerte ich mich an einen netten Aufenthalt im Norden der Republik Irland, in direkter Nähe von Lough Eske. Dort hatte ich ein Ehepaar getroffen, die Bed & Breakfast angeboten hatten. Als ich mich im WohnZimmer umsah, stieß ich auf ein Gedicht, das der HausEigentümer selber geschrieben hatte, es hatte mich fasziniert. So kam ich auf die Idee, ob er mir nicht eine Kopie senden könnte. Von den beiden wußte ich allerdings nur die Vornamen und eine Adresse hatte ich auch nicht. Ich schrieb die beiden Vornamen auf den Umschlag und machte für die Post eine Zeichnung von Lough Eske und wo ungefähr das Haus stand inmitten der Landschaft. Die Post ist angekommen und ich habe das Gedicht aus Irland nach Taiwan geschickt bekommen! 

Später hatte ich in Deutschland ähnlich Erlebnisse und sie bezogen sich auch auf China. Da kamen mehrfach inkorrekte Adressen an. Einmal war es besonders abenteuerlich. Da stand mein chinesischer Name, Köln ohne Postleitzahl, aber die Straße (Herschelstraße) war korrekt, wenn auch ohne Nummer. Die Sendung ist bei mir angekommen. 

Ich hatte in der Folge die Idee, daß nur die alte Post und die persönlich Beziehung zum Postboten das möglich machte. Nein, das stimmt so nicht. Es ist auch heute noch möglich. Ich habe gerade einen Brief bekommen, der eigentlich kaum die Chance hatte, anzukommen. Als Straße steht da Heistener Straße, aber es ist die Heisterter Straße. Ich habe schon oft die Adresse korrigieren müssen. Außerdem war auf diesem Brief auch der Ort falsch. Man schickte den Brief nach Kall-Heinsberg, aber der Ortsteil heißt nun mal Diefenbach. Wahrscheinlich war die richtige Postleitzahl ausschlaggebend. Trotzdem ich revidiere mein Urteil. Die Post ist besser als ihr Ruf. Und sie ist ganz sicher besser als die Deutsche Bahn. 
 




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Friday, March 20, 2026

Küchenschellen im Gillesbachtal 2026

 


Die Küchenschellen im Gillesbachtal besuche ich jedes Jahr und darüber habe ich bereits mehrfach berichtet [1]. Die Gewöhnliche Küchenschelle oder Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) gehört in die Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und ist in West- und Mitteleuropa verbreitet. Weitere Namen sind Wolfspfote, Bocksbart, Schlafblume und Hackerkraut. Sämtliche Bestandteile der Pflanze sind giftig. Aber sie wird auch gerne als Gartenpflanze angepflanzt, wie von meiner Schwägerin; da habe ich gerade auch ein Bild von gemacht. Die Küchenschelle ist eigentlich eine Kühchen-Schelle, also die Glocke, die man einer Kuh umhängt, und da hat man gleich die ungewöhnliche Diminutivform gewählt. Ich war heute dort und es war mit einer Temperatur von etwa 10° C deutlich wärmer als in den letzten Jahren, so daß sich der Besuch der Küchenschellen lohnte. 



Man kann auf dem Parkplatz, der zwischen Marmagen und Wahlen in der Nähe des Klärwerks liegt, sehr gut parken, wenn man früh genug kommt und von dort spazieren oder eine kleine Wanderung machen. Dort ist einer der Ausgangspunkte für die Rundwanderung Eifelschleife Küchenschellen. Das ist ein interessanter Weg, über den ich mehrfach schon berichtet habe [2]. Der Rundweg führt an der Hallenthaler Mühle vorbei. Die Hallenthaler Mühle liegt ungefähr einen Kilometer vom Kloster Steinfeld entfernt. Nicht zu verwechseln mit der Hellenthaler Mühle, die meines Wissens nicht mehr existiert und ca. 10 km Luftlinie in westlicher Richtung lag. Die Hallenthaler Mühle kann nur von außen besichtigt werden. Wanderer würden gerne dort einkehren, aber da keine Straße dorthin führt, könnte sich der Betrieb nicht tragen. Urkundlich belegt ist die Hallenthaler Mühle für das Jahr 1272 und gehörte zum Kloster Steinfeld [3]; wie so viele Ort und Gebäude in der Eifel. Wie alt das Gebäude dort ist, konnte ich nicht ermitteln. Wenn Sie dort vorbei wandern und einmal jemanden außer dem Gärtner sehen, schreiben Sie einen Kommentar. Ich konnte noch nie jemanden sehen. In der Gegend wächst auch Bärlauch.  




In der Nähe des Parkplatzes entdeckt -
taxonomisch bislang nicht erfaßt!


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FreitagsGedichte / #KurzLyrik 20.03.2026

 


Wer sollte kommen? Ein Regen
zieht herauf.
Der Liebe Gesten, längst gewohnt,
erfinde neu.
Walter Helmut Fritz [1]

Suryanamaskar
    der Sonne 
Brülle 
Ich 
Den 
MorgenGruß 
EntGegen 
Blende 
Mich 
Nicht 
Sondern 
Steige hoch 
    Und 
Leuchte dem Tag

AufGeschreckte Seele
Eine aufGeschreckte Seele
Die aber Honig 
Im Pus einer auf-
GeBro_CheNen EiterBeule verMutet

Brunnen
Der Brunnen am WaldRand
Über den der Wind streicht
NachDem er in den Kiefern geTanzt hat
Das Wasser schießt aus dem Boden
Und plätschert in ein Rund aus NaturStein
Wir schöpfen das klare kalte Wasser
Das labende Nass
Den UrSprung unseres Lebens
Das meiste aber fließt zu Tal

VorFrühling
    selbst der 
Erste 
Schmetterling 
Fliegt 
Nicht 
UnBeholfen 
Die erste 
    Blüte 
Duftet ebenFalls

Rauch
    laß uns 
Dem 
Schwarzen 
Rauch 
NachBlicken 
Wenn 
Der 
Wind 
Ihn 
FortGeweht 
Hat 
Ist er ja 
    Nur noch 
In uns

Steif
    bei einer 
Steifen 
Brise 
Hilft 
Dir 
Ein 
Steifer 
Grog 
Aber 
Einen 
Steifen 
Baum 
Fällt die 
    Steife 
Brise doch

Blick
    wehMütig blickt 
Die 
WinterSonne 
Durch 
Den 
Kahlen 
Baum 
Und 
BeTrachtet sich 
    Als 
Seinen Schatten

Lieder
    nur mit 
Liedern 
Als 
WegZehrung 
ÜberQuerten 
Wir 
Den 
Strom 
Und 
Schnappten 
Nach 
Luft 
Wie Fische 
    Auf 
Dem Trockenen

Wände
    der Wind 
BeFleckt 
Die 
HausWände 
Mit 
Den 
Flüchen 
Der WinterLandschaft 
    Und 
Der Bäume

Tränen
    wenn die 
KiefernScheite 
Erst 
Im 
Ofen 
Brennen 
ÜberSieht man 
    Die 
Harzigen Tränen

Rauch
    Rauch steht 
Über 
Der 
MüllHalde 
Und 
Der 
Geruch 
Der VerWesung 
Menschen 
Stehen 
Auf 
Der anderen 
    Seite 
Aus Rauch

Reiten
    ich reite 
Durch 
Die 
Landschaft 
Don Q. 
Und 
Sancho P. 
In 
Einer 
Gestalt 
Und 
Rede 
Mit 
Zweierlei Zunge 
    Zu 
Meiner Rosinante

GeSichter
    das lebhafte 
GeSicht 
Dann 
Das 
HochRote 
GeSicht 
Das 
Blaue 
GeSicht 
Das 
Fahle 
GeSicht 
Und dann 
    Erst 
Die Maske

Strand
    leer ist 
Der 
Strand 
Zur 
Nacht 
Und 
Der 
Mond 
Schabt das 
    StrandLeben 
Vom Sand

DaSein
    eine Weile 
JedenFalls 
Hatten 
Sie 
VerSucht 
Die 
Berichte 
Über  
Sein 
DaSein 
Auf 
Diesem 
Planeten 
Mit einem 
    RadierGummi 
Zu löschen

Stein
    da meditiert 
Der 
UnBehauene 
Stein 
In 
Der 
Sonne 
Während 
Der 
BeHauene
Stein 
Von lauter 
    GeBeten 
GeStört wird

MühlBach
    in Stufen 
Fließt 
Der 
MühlBach 
Zu
Tal
Die 
Mühle 
Steht 
Noch 
Aber 
Das MühlRad 
    Ist 
Schon lange fort
 




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Walter Helmut Fritz [1a]: Augenblick. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 305.
[1a] Walter Helmut Fritz (1929-2010) war ein deutscher Lyriker, Essayist und Romancier. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Helmut_Fritz  
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Thursday, March 19, 2026

Besuch bei Orgelbau Fasen in Oberbettingen, Eifel


Da die evangelische Gemeinde in Köln Dellbrück-Holweide die Orgel in der Christuskirche von Orgelbau Huber Fasen umbauen läßt [1], kam es zu einer Besichtigung der Werkstätte und zu einer Einführung in den Orgelbau durch Herrn Hubert Fasen. Die Geschichte des Betrieb kann man sich auf der Homepage von Orgelbau Fasen ansehen [2]. Ich hatte über Orgelbau Fasen immer wieder gelesen, denn einige der Kirchen, die ich in der Eifel besucht habe, sind von diesem Betrieb entweder mit einer neuen Orgel oder der Restauration einer alten Orgel versehen worden. Eine der ersten Orgeln und die erste Rekonstruktion war die Balthasar König Orgel in Niederehe [3]. 

Niederehe ist ein Ortsteil der Gemeinde Üxheim in der Vulkaneifel mit etwa 410 Einwohner [4] und vor etwa neun Jahren wäre ich fast dort hingezogen. Warum in nicht dorthin gezogen bin, ist eine andere Geschichte, die ich bislang nur unzureichend erzählt habe, aber ich werde mich in der Zukunft auch damit noch einmal genauer beschäftigen. Immerhin konnte ich dort in der Kirche St. Leodegar die Orgel besichtigen. Die Orgel ist Balthasar Königs Erstlingswerk (1715) [5]. Ich blicke von meinem Küchenfenster in Diefenbach aus auf die Türme von Kloster Steinfeld; die Orgel der Basilika stammt aus dem Jahr 1727 und ist ebenfalls von Balthasar König. Die Orgel in St. Leodegar wurde 1923 eingreifend romantisierend umgebaut (Orgelbauer Burkart der Firma Klais, Bonn). Im Organ-Index lesen wir: „1997/98 erfolgte dann durch Hubert Fasen, Oberbettingen, eine mustergültige Renovierung und Rekonstruktion des Zustandes von 1715 unter Beibehaltung des Müller-Pedals.“ [6] In Schleiden steht eine weitere König Orgel, allerdings vom Sohn Christian Ludwig König [7]; der übrigens sehr viele Orgeln in Köln geschaffen hatte und auch dort lebte und starb.





I
Ich habe verpaßt, mich zu dieser Tastatur informieren zu lassen - 
wahrscheinlich für die Zwölftonmusik nach Arnold Schönberg.

Die meisten Pfeifen, insbesondere die großen Pfeifen waren bereits nach Köln abtransportiert, aber die Größe des Nachbaus der Orgel, die zum Einpassen diente, war noch der vorhanden und an Hand dessen konnten auch die Neuerungen für die Manuale und Pedale sowie die Registeranordnung erläutert werden. Im oberen Stockwerk waren noch kleinere Pfeifen vorhanden, wie man im Bild sehen kann, die bereits angeordnet waren. Für mich war interessant, wie diese Zusammenwirken als Register zustande kommt oder wie die verschiedenartigen Pfeifen gestimmt werden können. Es gibt geschlossene und offene Pfeifen. Das Material, Holz oder Metall, Dicke, Länge, Struktur sind für Klang und Obertöne verantwortlich. Ich habe bei dir soll Gelegenheit sehr viel über Orgeln gelernt. Es empfiehlt sich zu wissen, wie der Klang entsteht, wenn man sich sonst nur am Klang der Orgel erfreut. 

Die Möglichkeiten für die umgebaute Orgel in Köln-Dellbrück sind deutlich besser. Es war für uns als Kirchengemeinde eine große Investition und die Übernahme durch Orgelbau Fasen paßte. Wenn so eine Firma eine Orgel rundum erneuert, dann ist sie in der Regel nur mit diesem Instrument beschäftigt. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht nur bei Orgelbau Fasen / Herrn Hubert Fasen, sondern auch bei unserer Kantoristin Mechthild Brand und natürlich auch den anderen Teilnehmern bedanken, die durch ihre Diskussionsbeiträge und Fragen die Runde belebt haben.

Am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026 wird die alte/neue Orgel in der Christuskirche begrüßt werden. Ein Bericht zur Führung in der Orgelwerkstatt ist mit noch mehr Bildern auf der Homepage der Gemeinde zu finden [8].



Vorher

Zwischenher


Links und Anmerkungen:
[1] Die Orgel in der Christuskirche und eine Installation von Reinhard Doubrawa 
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/06/die-orgel-in-der-christuskirche-und.html 
[2] https://www.orgelbau-fasen.de/firma.htm 
[3] Die Pfarrkirche St. Leodegar am ehemaligen Kloster Niederehe (Eifel) 
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/12/die-pfarrkirche-st-leodegar-am.html 
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Niederehe 
[5] Balthasar König (1684-1756) war ein deutscher Orgelbauer. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Balthasar_K%C3%B6nig 
[6] https://organindex.de/index.php?title=%C3%9Cxheim/Niederehe,_St._Leodegar 
[7] Christian Ludwig König (1717-1789) war ein deutscher Orgelbauer. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Ludwig_K%C3%B6nig 
[8] Führung in der Orgelwerkstatt in Oberbettingen/Eifel
https://evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de/fuehrung-in-der-orgelwerkstatt-in-oberbettingen-eifel/ 

Gehört irgendwie mit dazu!


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Tuesday, March 17, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 29. KW 17.03.2026

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


29. KW
Ann Cotten: sitzt, passt, raubt mir die Luft


Stil als Konstante. Im Film „R.E.D. 2“ sind die Protagonisten in Paris und unterhalten sich darüber. 

Ach Ann 

… und schnapp 
herum 
wie Schnappi, das grüne Krokodil 
schnapp, schnapp, schnapp 

Und sage 
Wahnfried, du bist ja völlig aus 
dem Häuschen und öffne
die Tür zum Bad 
im Hof
im Freien
in Freiheit

Auf dem Asphalt liegt 
was vom Hund 
keine Kettwurst
schnapp, schnapp, schnapp 

Da bellt der Köter 
die Töle
die Bitch 
und schnapp, schnapp, schnapp
schnappt Schnappi die Kettwurst weg

„jaulend wie der grünste Hund“ -: schnapp, schnapp, Schnappi, das grünste Krokodil.     
 

29. KW
Kommentar: Michael Braun


R(eflexion) = S(prache) / G(ewalt) ∙ √U(nberechenbarkeit)

Lyrisches SoSein

    die Wahrheit
Kann
Nicht
ZuNehmen
Und
Die
Ewigkeit
Kann
Nicht
AbNehmen
Die 
Lyrik
Hofft
Auf ewige
    Wahtheit
Glaube ich




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