
Bevor ich in meinem Travelogue in Einzelheiten und dann primär auf Englisch über die Reise nach Sri Lanka berichte, möchte ich schon einmal etwas auf meinen Blog stellen. Nämlich, was das für eine Reise war und was der Hintergrund dafür war. Ich bin in den Jahren 1976 bis 1978 insgesamt dreimal in Sri Lanka gewesen und das hatte mir damals wahnsinnig gefallen, aber ich hatte später nicht die Zeit aufbringen können, nochmals dorthin zu reisen. Und jetzt war ausschlaggebend, daß ich auch einen entsprechenden Reiseveranstalter gefunden hatte, denn die Gefahr mit Sri Lanka ist groß, daß man entweder nur Kultur oder keine Kultur macht und sich dann einfach auf der Tropeninsel ans Meer legt, was natürlich auch schön ist. Ich war schon mit dem Anbieter Wolkenbote auf einer Abenteuerreise durch die Mongolei unterwegs gewesen. Nun wurde eine Reise nach Sri Lanka angeboten. Da habe ich zugesagt und habe es nicht bedauert. Es war eine wunderschöne Reise.
Der Veranstalter hat den prosaischen Namen „Reisen mit Dr. Elvira Friedrich“, aber die Webseite ist viel interessanter und dort heißt der Veranstalter Wolkenbote. Zum Wolkenboten zitiere ich gerne hier aus der Webseite von Frau Dr. Elvira Friedrich [1], einer Indologin. Es handelt sich um einen Eine-Frau-Betrieb.
Der Name Sri Lanka (Singhalesisch ශ්රී ලංකා, Tamil இ லங்க) hat sich mittlerweile durchgesetzt, obwohl man immer noch vom Ceylontee spricht [2]. Ich erinnere mich gerne an meinen Vater, der gerne aus einem Englisch-Lehrbuch der 1930iger Jahre zitierte: „Tea from Ceylon is the best“. 1972 wurde der Name von Ceylon in Sri Lanka geändert. Die Portugiesen kamen im 16. Jahrhundert nach Sri Lanka und nannten die Insel Ceilao, die nachfolgenden Niederländer machte daraus Ceylon; der Name blieb von 1796 bis 1972. Ich war also in den 1970iger Jahren noch nah am Namen Ceylon. Ich erinnere mich, daß ich damals noch häufig erklären mußte, was nun Sri Lanka für ein Land sei. Übersetzen kann man den Namen Sri Lanka mit „die erhabene Strahlende [Insel]“. Im Jahr 2027 wir es auch eine Reise mit dem Wolkenboten geben [3].
Hier ist erst einmal die grobe Route:
Diefenbach - Köln - FRA - CMB - Negombo - Colombo - Yapuhawu - Wilpattu - Mihintale - Anuradhapura - Polonnaruwa - Sigiriya - Dambulla - Kandy - Ella – Buduruwagala - Tissamahara - Kataragama - Bundala - Rekawa - Galle - CMB - FRA - Köln - Diefenbach
Mein Bruder Frank meint, daß die Fahrt aus der Eifel nach Frankfurt und dann wieder zurück das große Abenteuer wäre. Ich würde Abenteuer in Unwägbarkeiten ändern. Google KI schreibt: „Die Deutsche Bahn (DB) ist für ihre Unzuverlässigkeit bekannt, insbesondere im Fernverkehr. Viele Züge sind verspätet oder fallen aus, was zu Frustration bei den Reisenden führt. Die Hauptursache für diese Unzuverlässigkeit liegt im maroden und überlasteten Schienennetz sowie in den zahlreichen Baustellen, die zur Sanierung notwendig sind.“ Und ich schrieb einmal über das Gefühl nach einer Reise gestrandet zu sein [4].
Meinen Bruder Lutz nebst Schwägerin hatte ich in Sri Lanka nicht getroffen, wir habe uns nur knapp in Galle (um ein bis zwei Stunden) verfehlt. Allerdings hatte ich die beiden einmal in Frankfurt auf dem Flughafen (Sicherheitsbereich) zufällig getroffen, als sie von einer Reise zurückkehrten und ich gerade meine Reise begann. Von ihnen wird aber nochmals die Rede sein.
Nach einem Vol de nuit, also ziemlich kurze Nacht (!), kamen wir auf dem Flughafen in Sri Lanka an, ich erinnerte mich an den alten Flughafen, auf dem einem ein Gemisch von Zimt- und Kerosingeruch entgegenschlug. Das war jetzt anders, weil man aus dem Flugzeug direkt in das Abfertigungsgebäude kam. Dann ging es aber auch sofort weiter und zwar nach Negombo, wo wir uns das den Ort, den Fischmarkt und natürlich die Boote ansahen, die für die Gegend von Negombo typisch sind. Danach ging es nach Colombo und durch die Altstadt. Das war sehr schön und das genau das Richtige, damit man den Jetlag völlig vergißt. Gewohnt haben wir dort im Galle Face Hotel, in dem ein wenig die Atmosphäre der Kolonialzeit überdauert hat. In einem musealen Teil wird an das britische Königshaus erinnert.
In Yapahuwa besichtigten wir die Felsenfestung – da steigt man ziemlich viele Treppen hoch, aber die Aussieht lohnt sich. Von dort ging es weiter über Becken zu Salzgewinnung zu einem Hotel in der Nähe des Wilpattu Nationalparks, interessant an einer Laguna gelegen. Am nächsten Tag ging es früh los, da man zur Beobachtung von Tieren früh unterwegs sein sollte. Nach Elefanten, Vögeln, Büffeln, Hirschen fuhren wir nach Anuradhapura.
Wir blieben zwei Nächte in Anuradhapura und besichtigten Mihintale, das als „Wiege des Buddhismus“ gilt. Dort besichtigten wir auch die Fundamente eines ayurvedischen Hospitals.
Über die Besichtigung der 14 m hohen Monumentalstatue des Buddha aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. kamen wir zum Minneriya Nationalpark. Dort liegt auch der antike Minneriya See, erbaut im 3. Jahrhundert n. Chr., wobei das Ekho Lake House direkt am See liegt.
Weiter nach Polonnaruwa, Jahrhunderte lang Hauptstadt des singhalesischen Reiches, um schließlich vom Dschungel überwuchert zu werden, bis man sie im Jahr 1890 wieder entdeckte.
In Sigiriya hatten wir Kontakt mit dem Massentourismus, denn wie eine Schlange winden sich sie Touristen auf den Felsen. Die Wolkenmädchen dürfen nicht mehr fotografiert werden; ich muss einmal nachschauen, ob ich noch ein altes Dia habe. Von dem Felsen hat man eine schöne aussicht auf die Ebene. Dort ist auch noch Dschungel und ich werde noch über den Touristen berichten, der Warnungen in den Wind schlug und …
Wir besichtigten auch die Höhlentempel von Dambulla (UNESCO Weltkulturerbe). Die Wände sind über und über bedeckt mit
farbigen Darstellungen des historischen Buddha. Über Aluvihara – hier wurde im ersten vorchristlichen Jahrhundert zum ersten Mal der buddhistische Kanon (Tripitaka / Tipitaka) schriftlich niedergelegt – ging es nach Kandy, wo wir im Queens wohnten. Das Hotel stammt aus dem Jahr 1844 und liegt gegenüber des Zahntempels.
Auf dem weiteren Weg besichtigten wir eine Kautschukplantage und dann natürlich auch eine Teeplantage. Das war für mich besonders wichtig, da ich wieder über Tee schreiben möchte und ich einige Fotos als Illustration gut verwenden kann. Ich hatte teilweise bei meinen alten Teeartikeln auf 40 Jahre alte Bilder zurückgreifen müssen. Dann sind wir in Ella angekommen, wo wir einerseits den Little Adam's Peak bestiegen haben und andererseits uns an der grandiosen Aussicht vom Hotel aus in das Tal erfreut hatten. Wegen der Schäden, die der Zyklon Diwah Anfang Dezember 2025 hinterlassen hatte, war die Bahnstrecke von Nanu Oya nach Ella noch nicht befahrbar, aber die Strecke zwischen Badulla und Ella ist befahrbar; ich empfehle auch diese Richtung. Es war eine bezaubernde Fahrt.
Auf dem weiteren Weg nach Tissamahara besichtigten wir Reisfelder und probierten frische Mango und Curd, das ist ein Sauermilchprodukt aus Büffelmilch (eine Art Joghurt). In Budurawagala besichtigten wir die im 8. und 9. Jahrhundert aus dem Felsen gehauenen Reliefs. In Kataragama standen die Dagoba und eine Zeremonie auf dem Programm. Hierzu werde ich meine alten Unterlagen hervorholen und alte Fotos zum Vergleich einscannen.
Wir besuchten den Yala Nationalpark und am Tag darauf noch den Bundula Nationalpark, in dem besonders Vögel zu beobachten waren, aber auch Elefanten, Warane, Krokodile und Büffel. Danach gab es auch etwas Standleben in Rekawa. Die eine oder andere Schildkröte waren auch zu sehen.
Schließlich näherte sich das Ende der Reise. Wir fuhren über Galle, wo ich Bruder und Schwägerin verpaßt hatte. Eine Mitreisende war auch zeitgleich am Herdergymnasium, aber einige Klassen unter mir. Es war schon ein Zufall, daß auf der Reise eines Hamburger Veranstalter sich zwei Kölner trafen. Und sie hatte, wie ich zu Hause recherchierte, auch noch mit meinem Bruder in einer Jahrgangsstufe Abitur am Herdergymnasium gemacht. Wir fuhren dann über Colombo (Abendessen) weiter zum Bandaranaike Airport und Sri Lankan flog uns über Pakistan und Afghanistan zurück nach Deutschland. Fast alle anderen Linien flogen nicht, denn der Krieg im Iran hatte kurz vor unserer Fahrt nach Colombo begonnen. Wenn man der Flugkarte trauen kann, sind wir im Kaspischen Meer eingetaucht und im Schwarzen Meer wieder aufgetaucht. Aber mein Bruder Lutz und meine Schwägerin sind noch in Sri Lanka, denn sie sind mit Emirates geflogen. Sie haben den Urlaub verlängert und werden über Beijing zurückkehren.
Herzlichen Dank Wolkenbote für eine wunderschöne Reise!