Sunday, April 19, 2026

Altargesteck zu Miserikordias Domini 2026

 


Der zweite Sonntag nach Ostern trägt den Namen Miserikordias Domini [1]. Das geht auf den 33. Psalm, bzw. die Antiphon, zurück: „misericordias domini plena est terra“ [2]. Ein anderer Begriff für den aktuellen Sonntag ist Hirtensonntag. Das wiederum geht auf das Evangelium nach Johannes zurück: „Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ [3] Dies ist auch der Wochenspruch. 

Viele Menschen, die wenig mit der Kirche oder sogar dem christlichen Glauben zu tun haben, kennen den Psalm 23, in dem vordergründig von grüner Aue, frischem Wasser, Erquicken, rechtem Weg, Trost usw. die Rede ist [4].  Es handelt sich wahrscheinlich um den bekanntesten Bibeltext. Der kurze Psalm schafft ein Gefühl der Geborgenheit und Zuversicht. Ruhe (R) und Bewegung (B) wechseln nicht gleichmäßig, so daß der Psalm daraus seine Dynamik entwickelt. Weiden (R), Führen (B), Erquicken (R), Führen (B), Wandern (B), Tisch (R), Salben (R), Einschenken (R), Folgen (B). 
Ich habe Bilder für Schafe ausgesucht, die in den letzten zwei Jahren gemacht habe; ganz in der Nähe von meinem Wohnort, 1,5 bis 2,5 km Luftlinie, ich habe es gerade nachgemessen. Ansonsten sind uns Schafherden nicht mehr so geläufig. 
Die erste Schafherde mit Hirten habe ich als Kind auf der Merheimer Heide in Köln gesehen. Das war ein Spaziergang von Buchforst aus, bevor die Stadtautobahn gebaut worden war. Später lebte in dem Schäferkarren ein Künstler, von dem meine Mutter einen Satz überlieferte: „Dös is a Griessuppn, die geht direkt ins Bluat.“ Der Mann war Vegetarier und lebte in dem Karren, der zum Hof in Merheim gehörte, auf dem meine Eltern kurz nach dem 2. Weltkrieg gewohnt hatten.


Der Text der Lesung aus dem Alten Testament steht beim Propheten Hesekiel (Ezechiel) und es geht um die schlechten Hirten und den rechten Hirt [5]. „Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide, und ich will euer Gott sein, spricht Gott der Herr.“ Es ist ein längerer Text, den man selbst lesen sollte. Aktuell wird Hesekiel, oder was Pete Hegseth [6] dafür hält, in den sozialen Medien zitiert. Es handelt sich um eine Veränderung des Textes, den Jules Winnfield (gespielt von Samuel L. Jackson) in Pulp Fiction gesagt hat: „The path of the righteous man is beset on all sides by the inequities of the selfish and the tyranny of evil men. ... And I will strike down upon thee with great vengeance and furious anger those who attempt to poison and destroy my brothers. And you will know I am the Lord when I lay my vengeance upon you.“ [7] Angeblich steht der Vers in Hesekiel 25,17 [8], aber da steht ein viel kürzerer Text. Wenn man eine Andacht hält, sollte man die Bibel und nicht „Pulp Fiction“ zitieren, obwohl es sich ja um einen tollen Film handelt [9].

Im Evangelium für heute heißt es dann: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht ...“; auch diesen Text darf man bekannt nennen [10].

Die Epistellesung stammt aus dem ersten Brief des Petrus und der Text rundet den Hirtensonntag ab, denn wir lesen oder hören: „Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.“ [11] 

Das Altargesteck in Kall zeigte eine liebevolle Zusammenstellung von weißen Blüten in einem grünen Rahmen. Das Deckchen und die schlichte weiße Kerze waren ebenfalls in der aktuellen liturgischen Farbe. Die kleine Kerze wird immer entzündet, wenn KonfirmandInnen am Gottesdienst teilnehmen und davon waren drei anwesend. Ach, und zwei Täuflinge, eine Amelia und ein Leon, waren auch gekommen bzw. sie wurden getragen, aber wurde nicht auch der Gichtbrüchige zu Jesus getragen?! [12]




Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/miserikordias-domini/   
[2] „Die Erde ist voll der Güte des Herrn.“   
[3] Joh 10,11a.27–28a  
[4] https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm23 Ps 23
[5] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/EZK.34 Hes 34,1–2(3–9)10–16.31
[6] Peter „Pete“ Brian Hegseth (geb. 1980) ist seit Januar 2025 Verteidigungsminister in den USA und wird von der Exekutive als Zweitbezeichnung „Kriegsminister“ (SecretarySecretary of War) genannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pete_Hegseth  
[7] „Der Weg des Gerechten ist allseits von der Ungerechtigkeit der Selbstsüchtigen und der Tyrannei der Bösen umgeben. … Und ich werde mit großer Rache und grimmigem Zorn über diejenigen kommen, die versuchen, meine Brüder zu vergiften und zu vernichten. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Rache an euch vollziehe.“
[8] Und zwar: „und will bittere Rache an ihnen üben und sie mit Grimm strafen, dass sie erfahren sollen, dass ich der HERR bin, wenn ich Vergeltung an ihnen übe.“ 
https://www.bibleserver.com/LUT/Hesekiel25 Hes 25,17
[9] "Pulp Fiction ist ein US-amerikanischer Gangsterfilm von und mit Quentin Tarantino aus dem Jahr 1994." 
https://de.wikipedia.org/wiki/Pulp_Fiction 
[10] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.10 Joh 10,11–16(27–30) 
[11] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1PE.2 1. Petr 2,21b–25
[12] Die Heilung eines Gichtbrüchigen 
https://www.calvin09.de/19._Sonntag_nach_Trinitatis_Markus_2%2C1_12_%E2%80%93_Die_Heilung_eines_Gichtbruechigen-4279-0-105-23.html  
 
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Die Kirche St. Nikolaus in Oberbettingen, Eifel

 


Die Kirche St. Nikolaus in Oberbettingen ist eine Filialkirche der Pfarrei Niederbettingen. So nun ist das schon einmal raus! Oberbettingen gehört zur Verbandsgemeinde Gerolstein [1], während Niederbettingen ein Stadtteil von Hillesheim ist. Interessanterweise hat nun Oberbettingen etwa 760 Einwohner, während die Zahl für Niederbettingen bei 270 liegt. Vielleicht hat es etwas mit der Säkularisierung zu tun. Die strikte Trennung nennt man Laizismus [2]. In Deutschland besteht eine hinkende Trennung, was ich jetzt einmal unkommentiert lasse. Oberbettingen wurde erstmalig im Jahr 845 in einer Urkunde Kaiser Lothar I. [3] erwähnt. Es gehört zum Bistum Trier.

Eine Kirche gab es in Oberbettingen seit mindestens 1658 (das liegt 10 Jahre nach Ende des 30jährigen Krieges). 1750 wurde sie Filialkirche von Niederbettingen. Nennenswerte Baumaßnahmen wurden 1827 (Chorraum), 1841 (Kirchenschiff), 1937 (Kirchturm) und 1960 (Kirchenschiff) durchgeführt [4]. Da die Kirche Nikolaus von Myra und darüber Brigida von Kildare geweiht ist, sind auch Holzfiguren von Nikolaus (17. Jahrhundert) und Brigida (18. Jahrhundert) vorhanden.


Die Orgel stammt von Orgelbau Hubert Fasen [5]. Über die Orgel in St. Nikolaus gibt es jedoch keine näheren Angaben

Fast alle Fenster stammen von Walter Bettendorf [6], über den das Internet angesichts des großen Werkes erschreckend wenig weiter zu geben hat. Ich habe „Maria unter dem Kreuz“ und „St. Brigida von Kildare“ ausgesucht, die aus dem Jahr 1960 stammen [7].



Der Namenspatron ist Nikolaus, und der ist einer der bekanntesten Heiligen. Er war Bischof von Myra in der kleinasiatischen Region Lykien. Erstaunlich unscharf aber sind seine Lebensdaten -: geboren wurde er zwischen 270 und 286 (16 Jahre Ungewißheit) und gestorben ist er am 6. Dezember, allerdings werden die Jahre 326, 345, 351 und 365 genannt (das sind sogar 39 [8] Jahre Ungewißheit) [9]. Also erreichte er ein Lebensalter von 40 bis 95 Jahre. 
Zu den Wundern des hl. Nikolaus zählt das Quellenwunder: am Kopfende des Sarkophags entsprang eine Quelle mit Salböl und am Fußende eine mit Wasser, aber wahrscheinlich sind die Quellen versiegt, sonst könnten wir sie auf TikTok oder Twitter („X“) bewundern. 



Brigida von Kildare (ca. 451 bis 523) ist neben St. Patrick und Columban eine der drei Nationalheiligen von Irland [1]. Sie ist u.a. Schutzpatronin der und Milchviehwirtschaft sowie der Babys, Wöchnerinnen und Hebammen. Warum ist sie nun Heilige? Wikipedia so: „ Sie soll ihren heidnischen Vater durch ihre Freigiebigkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber Armen und Kranken verärgert haben und daraufhin in ein Kloster gegangen sein.“ [10] Geradezu banal für eine Heilige des 5. Jahrhunderts. Interessant ist das Kreuz der Brigida, das aus Schilf oder Binsen geflochten wird.

Ich halte den Stopp in Oberbettingen für einen Besuch der Filialkirche St. Nikolaus für sinnvoll.
 




Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Oberbettingen 
[2] Wie in Frankreich durchgeführt. Für Einsteiger: es hat übrigens nichts mit Lamaismus zu tun. Die Wörter sehen nur ähnlich aus.
[3] Wikipedia schreibt: „in einer Urkunde des Königs Lothar“. Es muß aber Kaiser heißen, denn so steht es im Artikel zu Lothar I. [3a]. Und ich hatte zur Basilika von Prüm schon einmal Lothar I. erwähnt [3b].
[3a] https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_I._(Frankenreich) 
[3b] https://rheumatologe.blogspot.com/2023/03/die-sankt-salvator-basilika-in-prum.html 
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Nikolaus_(Oberbettingen) 
[5] Ich konnte den Betrieb kürzlich besuchen:
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/03/besuch-bei-orgelbau-fasen-in.html 
[6] Walter Bettendorf (1924-2004), mehr hier: https://rlp.museum-digital.de/people/1561
[7] Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. 
https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b8900/b8900.shtml 
[8] 39 aber ist die Zahl der kanonischen Bücher des Alten Testaments – allerdings im Protestantismus, der Katholizimus kennt 46. Also doch nichts mit Zahlenmystik!
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Myra 
[10] https://de.wikipedia.org/wiki/Brigida_von_Kildare 

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Friday, April 17, 2026

Drinking King Coconut in Sri Lanka


Om Projramm steht Weltreis,
Wie jeden Daach verzällt e’, wat ihm wo passiert ess:
Kokosnöss un Packeis,
Un wie e’ övver dä Äquator balanciert ess.
BAP [1]


The coconut (Cocos nucifera) belongs to the palm family. The term coconut refers to both the entire tree and the large, hard fruit. The coconut originates from the central Indo-Pacific region but is now found throughout the tropics [2]. This is interesting because I just realized I haven't taken any pictures of coconut palms in a long time. However, I did find a very old picture from Goa and one from Aitutaki (Cook Islands). Perhaps a further note about Goa: you can almost have the beach to yourself if you just walk a short distance along the shore. You might even see water buffalo or cattle bathing and cooling off in the sea. But I digress again…

In Sri Lanka, you often see roadside stalls selling coconuts that are opened for you, and from which you can drink the coconut water [3]. It really is almost entirely water, about 95%. 3-4% of coconut water is sugar, so it tastes sweet but contains significantly less sugar than soft drinks [4]. The protein and fat content of coconut water is negligible. It also contains only small amounts of vitamins and minerals. So if someone tells you that coconut water is healthy -: yes and no! It is only healthy if you drink it instead of soft drinks. For ecological reasons, I don't like it sold bottled or canned in Europe or Northern America. It is a drink to be bought locally.


 


The yellow-skinned "King Coconut" (Cocos nucifera var. aurantiaca) [5] is native to Sri Lanka and contains more coconut water and less pulp, as it has been cultivated as a drinking coconut. It is known as Thæmbili (Sinhala: තැඹිලි); in Tamil it's Ārañcu (ஆரஞ்ச). The coconut water is the liquid endosperm of young coconuts, which develops into the rind of the coconut pulp. This can also be eaten, and a spoon is carved from the outer shell for you. Once the coconut is emptied, it is cut in half so that you can enjoy this part as well. The shells are dried and used as fuel; no bottles or cans are left over.


Goa (India)

Aitutaki (Cook Islands)

Links and Annotations:

[1] From the song „Jupp“ [1a] by BAP [1b]. The text is in Kölsch, the dialect of Cologne and translates into German:
„Auf dem Programm steht Weltreise,
Wie jeden Tag erzählt er, was ihm wo passiert ist:
Kokosnüsse und Packeis,
Und wie er über den Äquator balanciert ist.“
And English:
„On the agenda is a world trip,
Like every day, he tells us what happened to him and where:
Coconuts and pack ice,
And how he balanced across the equator.“
[1a] https://bap.de/songtext/jupp/  
[1b] BAP is a successful German rock band. The lyrics are in Kölsch/Ripuarian.
https://en.wikipedia.org/wiki/BAP_(German_band) 
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Coconut  
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Coconut_water  
[4] Although soft drinks in Germany contain somewhat less sugar than in the USA, they contain about three times the amount compared to coconut water. 
[5] https://en.wikipedia.org/wiki/King_coconut 

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FreitagsGedichte / #KurzLyrik 17.04.2026

 


Wie lustig springen die
Füße
In der Spießrutengasse.

Auf Stelzen torkeln der
Häuser
Silhouetten breitbeinig

Spiegelnd in Glas der ge-
hengten
Dilettantisches Tanzspiel.
Ernst Jürgen Dreyer [1]


Geboren
    geboren werden
An
Jedem
Neuen
Tag
Wie
Auch selbst
    Jeder
Neue Tag  

Köln / Colonia / CCAA
01 
die stadt ist der verkehr 
und der verkehr drum rum 
in die stadt 
aus der stadt 
rückLichter
blitzLichter
lichtHupe
hupe
02 
die geSpannten blicke 
wie geSpannte hähne 
eines revolvers 
oder einer MP 
rattatata rattatata
03 
streik bei luftHansa 
streik bei KVB 
kein streik auf der autoBahn
dort nur stau 
04
MUSEEN DER STADT KÖLN 
05 
heißes wasser 
heiße würstchen 
auch vegan 
versteht sich
06 
wieder celan 
von schwelle zu schwelle 
und die zeugen jehovas 
oder die mormonen
das nächste mal 
hinein bitten 
fragende gesichter
07 
in der vorstadt 
wo die lieder spielen
die 1970er 
die 1980er 
eckKneipen
heute wird draußen geraucht 
08 
die DVD ist zerKraTzT
aus der nachbarWohnung 
dringt musik
hört wieder auf 
die sonne sinkt
09 
hinter den gelben feldern 
verIrrt sich die stadt 
aber sie hat ausLauf
wie die kleinen hunde 
10 
alexander auf dem weg 
nach indien 
immer weiter 
alexanderQuelle 
in steglitz
nicht in köln 
11 
dieser schwarze tango 
dieses köln 
eigene sprache 
sprachraum 
stadt ohne raum 
ripuarisch
RIP u. arisch
12 
betonFestungen 
und DER DOM 
brücken 
und DER RHEIN 
köln 
alaaf nicht helau
nicht lau
eher warm
auch im winter  

Strand 
    sich in 
Den 
Sand 
Fallen 
Lassen 
Von 
Der 
Sonne 
Wärmen 
Lassen 
Und 
Der 
Brandung 
Lauschen 
Den 
Sand 
Auf der Haut 
    EinFach 
Nicht wahrNehmen 

Mittag 
    kurz vor 
Dem 
MittagEssen 
Kreist
Die 
Sonne 
In 
Licht 
Und Schatten 
    Zwischen 
Den Bäumen 

Fernsicht Ukraine 
                    Für Anton G. Leitner
Das Land nun mit 
Der Kamera. (Der Blick 

Bleibt hängen an
Gelb und Blau.) Die Fahne

Flattert ängstlich in der 
Nacht und erwacht 

Ebbe 
    laß doch 
Die 
Ebbe 
FortFühren 
Was 
Sie 
Will 
Und 
Uns 
Auf die 
    Nächste 
Flut hoffen 






Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Ernst Jürgen Dreyer [1a]: Chansons III. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 6. Jahrgang 1959. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 127.
[1a] Ernst-Jürgen Dreyer (1934-2011) war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker, Übersetzer und Musikwissenschaftler.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst-J%C3%BCrgen_Dreyer 
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Thursday, April 16, 2026

Sammelsurium (303) 16.04.2026

 


In die Enge treiben
Schienen
Lichter
führen hinters Licht
Fitz Pratz [1]

RückSchau
1226 n. Chr. [2]

Tod von Franz von Assisi. Domkirche in Riga wird nach 11 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Lübeck freie Reichsstadt.

Spiegelung
In den jauchigen, schwarzen Spiegeln am Boden vor dem ViehStall erblickte ich mich, älter ja, aber so farbig wie zuvor.   

Zu viele Zuschauer 
„Zu viele Zuschauer“, dachte der Rote Milan, als er niederStürzte und die Krähen ihn dabe beobachteten. Da zog er elegant in einem Bogen wieder hinauf in den Himmel, wo er sich unbeobachtet fühlte.  

Vom Himmel hoch
Vom Himmel hoch tropften kristallen die Sternlein herab.

Köln-Kalk
Die beiden älteren Türkinnen sitzen auf dem Rand eines BlumenKübels in der Sonne und der Wind bauscht ihre Röcke auf.

14 Jahre Vorfreude  
„14 Jahre Vorfreude haben sich gelohnt“. Das ist aus einer Imagekampagne für die Kölner Oper. Also mir geht die Oper am A... vorbei, aber das haben die Operliebhaber nicht verdient.

Stallungen 
Nun besitze ich ja selber einen SchweineStall, der aber schon seit JahrZehnten (?) nicht mehr genutzt wird. Aber ich erinnere mich noch gut an die SchweineStallungen, die von der Mutter einer Freundin auf dem Land zwischen Taipeh (
台北市) und dem Teegebiet von Oolong (烏龍), oberhalb von Shindian (新店市) betrieben wurden. Die Schweine hatten Koben aus Beton unter einem Dach, aber alles war offen; dann ging es durch ein Türchen an jedem Koben ins Freie, so daß die Schweine dann auch herausGelassen werden konnten, um sich im Freien auf natürlichem Boden zu ergehen. Und so ähnlich ist es bei den Menschen in GroßStädten. Sie können aus der Wohnung ins Freie auf den Balkon. JedenFalls war das während Corona so.  

VersammlungsOrt

„Und er versammelte sie an einem Ort, der heißt auf hebräisch Harmagedon“ [3], aber heute würde man sinnVollerweise das AutobahnKreuz Köln-Süd  benennen, denn da sammeln sich alle Völker jeden NachMittag. 

Der Geduldige & die BildungsHungrige
Der Frosch am Brunnenrand wartet ungeduldig auf die Prinzessin, die ihn küssen soll. Die aber nahm ein Buch. las und küßte es.

TransKarpatisch
    man mag
Zaudern
Wenn
Die 
Wohl
GeScheitelte
LandSchaft
WundTriefend
Sich
Mit Schnee
    AnStatt
MullBinden beDeckt

Mücken
Mücken können Millionen von Jahren in BernStein überDauern, aber soBald sie wieder frei sind, stechen sie auch wieder zu. 

Scherben [Shards]
Vorsehen – versehen 
Vorsehung – Versehung  
Verhören, Verhör, Verhörung
Vorhören, Vorhöher, Vorhörung

Moll – mol/l 
Dur - Evidur

vergeblich – geben  
vernehmlich – nehmen 

Naturerbe – Euterpe

Die Denke
Die Tanke
Die Fliege – nein, der Flieger
Zeitnah, aber bildungsfern 




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Fritz Pratz [1a]: Innenstadt. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 6. Jahrgang 1959. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 56.
[1a] Fritz Pratz (1927-2014) war ein Erzähler, Lyriker, Essayist, Hörspielautor. https://geheli.de/autoren/pratz-fritz.html    
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 528/529.
[3] Offb 16,16 // Und überhaupt -: Armageddon klinkt einfach besser!

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Peacocks, especially in Sri Lanka

 


What's rich to him
That has made a great peacock
With the pride of his eye?

William Butler Yeats [1]


I have seen a great deal of peacocks in my life, and they have always been present in my life. My earliest memories, however, are not of peacocks as such, as I might have seen them during a visit to the zoo, but rather of reports I saw as a child in the yellow press. These reports dealt with the Peacock Throne [2] in Persia, with the Shah of Persia, Soraya [3], and Farah Pahlavi; the tabloids called Soraya the "German on the Peacock Throne" because she had a German mother. Once, my family and I were watching an Edgar Wallace crime movie, a black and white movie, on television when my mother remarked, which was supposed to be set in London: "Ah, that's Peacock Island [4]!" And then we heard the calls of the peacocks. Now, these Edgar Wallace movies [5] were the German equivalent of B-movies. They were actually more amusing when viewed with some distance from the time of their shooting. And I remember peacocks that you could see and hear at Meerbusch-Ossum, near the hospital, where I worked as a heumatologist. I was walking through a small thicket when suddenly a peacock stood in a clearing and spread its tail feathers. It squawked and then ran off.


We speak of peacocks, but peafowl would be the correct term; in German, this isn't so noticeable, because there it's called "Pfau" (peacock). Peacock is the masculine form and peahen the feminine form of peafowl, but colloquially, people say "peacock." The Latin pava comes from the Greek taos, which was handed over from the Persian tavus (طاووس), which came from the Tamil word tokei (I've found mayil /
மயில் instead) [6]. Peacocks were already mentioned in the Bible, specifically in connection with King Solomon [7].




I made three trips to Sri Lanka in the 1970s and didn't see a single peacock. This surprised me greatly, as we saw peacocks in all the parks — in trees or displaying their plumage — and also at various tourist attractions and historical sites. We visited Wilpattu National Park, Minneriya Park, the vast Yala National Park, and Bundala Park, which is particularly rich in birds, with around 200 species. We saw the Indian peafowl (Pavo cristatus), also known as the blue peafowl, which is native to the Indian subcontinent and thus also to Sri Lanka. Since it has also been introduced to other parts of the world, I even spotted one on the balcony of my hotel in San Pedro de la Atacama, Chile.


What fascinated me most about peacocks on this trip were the warning signs along the highway, cautioning drivers to beware of peacocks crossing the road. Incidentally, over 40 years ago, there were no highways in the south of the country. A road network existed, but the roads were narrow and the busses slow. During the trip, someone had mentioned the book "The Peacock" by Isabel Bogdan, which I read afterwards [8]. I enjoyed it very much, and I've now found another book, "The Peacock Garden" by Anthony Weller [9], which I might read. In any case, the peacocks in Sri Lanka were very interesting and have stayed with me for quite some time, and will continue to do so. I just discovered that the Sri Lankan airline has a peacock in its logo — well, Lufthansa has a crane.




Links and Annotations:
[1] From: William Butler Yeats [1a]: The Peacock.
https://allpoetry.com/The-Peacock
[1a] William Butler Yeats (1865-1939) was an Irish poet, dramatist, writer, and literary critic.
https://en.wikipedia.org/wiki/W._B._Yeats
[2] The Peacock Throne (تخت طاووس) was a throne made of gold and reportedly 26,733 precious stones, belonging to the Mughal emperors of the Indo-Islamic Mughal Empire in northern India. This Peacock Throne was lost, but the name remained as a synonym for Persia.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pfauenthron
[3] Soraya Esfandiary-Bakhtiary (ثریا اسفندیاری بختیاری) was Queen of Persia from 1951 to 1958 through her marriage to Shah Mohammad Reza Pahlavi; she lived from 1932 to 2001.
Soraya grew up in Berlin and Isfahan; I love both cities.
https://de.wikipedia.org/wiki/Soraya_Esfandiary_Bakhtiary
https://en.wikipedia.org/wiki/Soraya_Esfandiary-Bakhtiary
[4] Peacock Island with Peacock Island Palace is located in the Havel River in southwest Berlin and, since 1990, has been on the list of the UNESCO World Heritage Sites, along with the palaces and parks of Sanssouci in Potsdam and others. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Pfaueninsel
https://en.wikipedia.org/wiki/Pfaueninsel
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Edgar-Wallace-Filme
But please read:
https://en.wikipedia.org/wiki/Films_based_on_works_by_Edgar_Wallace#German_Krimi_adaptations
[6] https://en.wikipedia.org/wiki/Indian_peafowl
[7] In the First Book of Kings: “For the king had a fleet of ships of Tarshish at sea with the fleet of Hiram. “Once every three years the fleet of ships of Tarshish used to come bringing gold, silver, ivory, apes, and peacocks.” 1 Kings 10:22
https://biblehub.com/esv/1_kings/10.htm
[8] Isabel Bogdan: Der Pfau. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, ISBN: 978-3-462-04800-1.
Isabel Bogdan: The Peacock. Translated by Annie Rutherford. Voland & Quist, Berlin 2021. ISBN: 978-3-863-91293-2.
[9] Anthony Weller: Der Pfauengarten. Translated by Doris Styron. Lichtenberg Verlag, München 1997. ISBN: 9783785281031.
Anthony Weller: The Garden of the Peacocks. Da Capo Press, New York 1998. ISBN: 978-1569246962.

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Wednesday, April 15, 2026

Haiku for National Haiku Writing Month – April 2026 First Half

 


National Haiku Writing Month has been founded by the well known haiku poet Michael Dylan Welch. The goal is to write at least one haiku a day. National Haiku Writing Month is in its 14th year. [1] I enjoy writing to the prompts on Facebook. Here are some interesting links: [2]. Our prompter this month is  Andrea Piscitelli Narciso[3]. Andrea has done so before in May 2017, June 2023, and May 2024. Thank you for prompting again, Andrea!


moonwake 
the silent scar 
of a leaving boat 
~ Moonwake

moonwake 
coffee or beer 
hikiwake 
~ Moonwake

finnegans wake 
is about whiskey 
not coffee 
~ Moonwake

slow and moody 
the river meanders 
then foams over the cliff  
~ Meander

off road 
across the grasslands 
a red kite above 
~ Grasslands 

only the wind 
behind the grapevine 
I hear you 
~ Grapevine

golden hour 
beats happy hour beats 
rush hour 
~ Golden Hour

coffee and tea 
brioche, marmelade and wasps 
welcome to the party 
~ Garden Party

we love 
the yellow flecks on the meadow 
humans and cattle 
~ Fleck of Color 

too early 
for fireflies 
but imagening 
~ Firefly [4]



cape town's 
oranjezicht farmers market 
a thief's paradise 
~ Farmers Market 

some walk on sunshine 
some on dew-kissed grass 
just one on water 
~ Dew-Kissed 

dew-kissed 
the narcissus waits 
for the sun's kiss 
~ Dew-Kissed 

counting stars on 
the hollywood walk of fame 
except for one 
~ Counting Stars 

black desert night 
counting the stars above 
until you catch sleep 
~ Counting Stars 

no ice left
the water is running smoothly
at the cascade 
~ Cascade

you might not 
like a bee sting, how about 
a bee sting cake 
~ Bee Sting

sitting 
in the apple grove 
with only one flower 
~ Apple Grove 

april showers 
on the fresh blossoms 
glossing the view 
~ April Showers 





Links and Annotations:
[1] National Haiku Writing Month https://www.facebook.com/NaHaiWriMo  
[2] „To help with haiku fundamentals, please have a look at "Becoming a Haiku Poet" at https://www.graceguts.com/essays/becoming-a-haiku-poet. Please review the "Haiku Checklist" at https://www.graceguts.com/essays/haiku-checklist. I also recommend to read: https://www.nahaiwrimo.com/why-no-5-7-5 
[3] https://www.nahaiwrimo.com/meet-the-prompters/andrea-piscitelli-narciso-2023 
[4] Strange coincidence – I've just started to read Sara Lewis: Silent Sparks. The Wondrous World of Fireflies.

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