Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.
34. KW
Paul Celan: [Dein] / [Schechina]
Im St.-Elisabeth-Hospital in Meerbusch-Lank spuckte einmal eine der SchreibDamen einen PflaumenKern aus dem Fenster und daraus wuchs ein Baum. Recht schön anzusehen [1]. Er überLebte, weil er dem Rasen nicht zu nahe gekommen war, für eine Weile, aber dann schon mit nennenswertem Stämmchen wurde er gefällt, denn er stand zu nahe am Haus. Niemals gibt es die richtige Entfernung – zu irgendetwas ist man immer zu nahe.
Die Bohne
die Bohne
Wächst
An
Ihrer
Stange
Und
Schaut
Auf's
Gras
Hin-
Ab
Und
Doch
Der Schnitter
Kommt
Zu beiden
Uns führt der Blick zum Grabe hin -: und doch nicht weiter, selbst wenn wir im Grabe liegen – dann blickt es sich nicht mehr.
Gott wächst sich nicht zu, aus allem Tod schafft er Neues. Deshalb gibt es den Phoenix aus der Asche.
Im Tod -: Nein, einmal anders. Muß Gott nicht sterben können, um vollKommen zu sein und gehört azu nicht auch die Auferstehung? So mußte Gott Mensch werden. Gott ist nicht tot (Nietzsche), er ist aufgestanden
Im Tod -: Im Tod sind wir gleich. Aber davor waren wir es nicht und so ist es auch richtig – fast. Denn ein wenig näher zur Mitte würde allen helfen.
Gott
was ist
Das
Für
Ein
Gott
Der
In
Jedes
FettNäpfchen
Tritt?
Den Menschen
ZuGewandt
Ist er
34. KW
Kommentar: Michael Speier
Es gibt Menschen, die haben ihren Alltag mystisch gestalten können, aber auch sie scheitern an der Realität.
Gott in der Trinität hat mit dem Sohn direkten Anteil an den Menschen und mit dem Heiligen Geist direkten Anteil an jedem Winkel seiner Schöpfung.
Das Numinose nimmt an einem Teil. Nur da es uns verändert, verändert es die Welt. Nichts ÜberNatürliches wirkt im physischen Universum direkt.
„Alltag und Mystik werden ineinandergeblendet“ -: Wie wäre es andersherum, da? Alltag und Mystik, Esoterik und Exoterik immer gemeinsam existieren?
„Das rasche Wachstum der Bohnen“ -: in meinem Garten verhindern das die Schnecken. Bohnen, die Blätter der Kartoffel und insbesondere Estragon mögen sie. Dafür mögen die Ameisen die jungen Kirschblätter. Die ersten sind schleimig und die zweiten harte SklavenHalter [2].
34. KW
Paul Celan: [Dein] / [Schechina]
Im St.-Elisabeth-Hospital in Meerbusch-Lank spuckte einmal eine der SchreibDamen einen PflaumenKern aus dem Fenster und daraus wuchs ein Baum. Recht schön anzusehen [1]. Er überLebte, weil er dem Rasen nicht zu nahe gekommen war, für eine Weile, aber dann schon mit nennenswertem Stämmchen wurde er gefällt, denn er stand zu nahe am Haus. Niemals gibt es die richtige Entfernung – zu irgendetwas ist man immer zu nahe.
Die Bohne
die Bohne
Wächst
An
Ihrer
Stange
Und
Schaut
Auf's
Gras
Hin-
Ab
Und
Doch
Der Schnitter
Kommt
Zu beiden
Uns führt der Blick zum Grabe hin -: und doch nicht weiter, selbst wenn wir im Grabe liegen – dann blickt es sich nicht mehr.
Gott wächst sich nicht zu, aus allem Tod schafft er Neues. Deshalb gibt es den Phoenix aus der Asche.
Im Tod -: Nein, einmal anders. Muß Gott nicht sterben können, um vollKommen zu sein und gehört azu nicht auch die Auferstehung? So mußte Gott Mensch werden. Gott ist nicht tot (Nietzsche), er ist aufgestanden
Im Tod -: Im Tod sind wir gleich. Aber davor waren wir es nicht und so ist es auch richtig – fast. Denn ein wenig näher zur Mitte würde allen helfen.
Gott
was ist
Das
Für
Ein
Gott
Der
In
Jedes
FettNäpfchen
Tritt?
Den Menschen
ZuGewandt
Ist er
34. KW
Kommentar: Michael Speier
Es gibt Menschen, die haben ihren Alltag mystisch gestalten können, aber auch sie scheitern an der Realität.
Gott in der Trinität hat mit dem Sohn direkten Anteil an den Menschen und mit dem Heiligen Geist direkten Anteil an jedem Winkel seiner Schöpfung.
Das Numinose nimmt an einem Teil. Nur da es uns verändert, verändert es die Welt. Nichts ÜberNatürliches wirkt im physischen Universum direkt.
„Alltag und Mystik werden ineinandergeblendet“ -: Wie wäre es andersherum, da? Alltag und Mystik, Esoterik und Exoterik immer gemeinsam existieren?
„Das rasche Wachstum der Bohnen“ -: in meinem Garten verhindern das die Schnecken. Bohnen, die Blätter der Kartoffel und insbesondere Estragon mögen sie. Dafür mögen die Ameisen die jungen Kirschblätter. Die ersten sind schleimig und die zweiten harte SklavenHalter [2].
![]() |
| Der PflaumenBaum ist leider nicht zu sehen, denn er versteckt sich hinter der HängeBuche. Ich konnte nicht ahnen, daß später einmal ein Foto von ihm nützlich wäre. |
Links und Anmerkungen:
[1] Davon habe ich leider kein Foto gemacht. Auf dem Bild steht der kleine PflaumenBaum hinter der HängeBuche versteckt.
[2] Ob es sich um die Pharaoameise (Monomorium pharaonis) handelt, sei dahinGestellt.
[3] This footnote is intentionally left blank. https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk
.






















