Friday, March 27, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 27.03.2026

 



Folge nur diesem Duft.
Singbar wölbt sich dein Schritt
über den Herd in das Dunkel
einer geweissagten Brunst.
Lothar Klünner [1]

Fahrt auf Charons Fähre
    Charon er-
Klärte 
Gerade 
Noch 
Die 
SicherheitsBestimmungen 
Sirenen 
SchwimmWesten 
Und 
Ich 
Sagte 
Vielleicht 
Etwas 
Zu 
Laut 
Es 
Sitzt 
Sich 
Doch gut 
    Auf 
Charons Fähre

Architektur
    in der 
Architektur 
Der 
Liebe 
Passen 
Knorrige 
Zweige 
Und 
Bunte 
Blumen 
In der 
    Form 
Von Ikebana

Amphore
    die antike 
Amphore 
Am 
Boden 
Des 
MittelMeeres 
Ist leer 
    ObWohl 
Sie Wasser entHält

Torf
    die Geister 
Stechen 
Nicht 
Den 
Torf 
Sie 
Stechen 
Die Wolken 
Und 
Weinen dabei

Aus dem Nest
    wir alle 
Sind 
Aus 
Dem 
Nest 
GeFallen 
Die 
Einen 
Flogen 
Die 
Anderen 
Fielen 
Hinab
Aber schließlich 
    Flogen 
Wir alle

WaldRand
    vom Wald-
Rand 
Winken 
Uns 
Die 
Grünen 
Äste 
HerBei 
Und 
Wir 
BeTreten 
Das 
Dunkel 
Unter 
Den 
Fichten des 
    MutterLeibes 
Der uns aufNimmt

Straße
    die Sonne 
Läßt 
Den 
RegenLack 
Der 
Straße 
Glänzen 
Bis 
Ein 
Auto 
Zwei 
Furchen 
In 
Ihn 
Zieht 
Die sich 
    Langsam 
Wieder schließen

Krieger
    der Krieger 
Stand 
Lange 
Genug 
In 
HeldenHafter 
Pose 
Auf 
Dem 
DenkmalsPodest 
Nun 
Steigt 
Er 
Immer 
Häufiger 
Herunter 
Vielleicht auch
    Wegen 
Seiner Prostata

Nacht
    die Nacht 
Ist 
Ein 
Dunkler 
Kühler 
See 
In 
Den 
Man 
EinTaucht 
Und 
Der
Einen 
FortFührt 
Bis 
Man aufTaucht 
    Und 
Nach Luft schnappt

Stille
    ich liebe 
Die 
Stille 
Und 
Habe 
Den 
Fischen 
Das 
Singen 
Und 
Dem 
Mond 
Das 
Pfeifen 
UnterSagt 
Nur 
Die Schmetterlinge 
    Dürfen 
TagsÜber flüstern

Heimat
    der Krieg 
Zerstört 
Die 
Heimat 
Und 
Wir 
Reißen 
Die 
Ruinen 
Ab 
Und 
Bauen sie 
    Neu 
Die Heimat





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Lothar Klünner [1a]: Pro Domo. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 358.
[1a] Lothar Klünner (1922-2012) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer aus dem Französischen. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_Kl%C3%BCnner  
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Thursday, March 26, 2026

Die Wallfahrtskirche St. Maria in Auel, Eifel

 


Als ich kürzlich nach Oberbettingen fuhr, um die Orgelwerkstatt Fasen zu besuchen [1], kam ich durch Steffeln und Auel. Und in Aue?l war mir die Kirche im Vorbeifahren aufgefallen. Es handelt sich um die Wallfahrtskirche St. Maria,  zu der man erst hinfahren muß, also von der Durchfahrtsstraße in den Ort hinein muß. Aber das lohnt sich! Ich bin in die Kirche hineingegangen und mußte mich erst einmal hinsetzen, so überwältigt war ich von der Schönheit dieser kleinen Kirche. Und ich gestehe es, diese Schönheit hat mir eine Gänsehaut verschafft. Nachdem ich mir alles in Ruhe angesehen hatte, habe ich natürlich auch Fotos gemacht. Und ich wusste, daß ich diese Fotos hier auf dem Blog in einem Blogpost verwenden würde. Einigermaßen überrascht war ich, als ich begann, über die Kirche zu recherchieren, denn es gibt bislang keinen Wikipediaeintrag. Andererseits gibt es genügend anderer Quellen.

Auel liegt in der Vulkaneifel und gehört zur Ortsgemeinde Steffen [2]. Der Ort hat 166 Einwohner und ist seit mindestens 800 Jahren bekannt. Eine Erwähnung ist für das Jahr 1222 im Prümer Güterverzeichnis oder Urbar („Ovele villan I iuxta Lisendorpht que Ovele applatur.“) bekannt. Aber nach der einem Eintrag über Steffeln wäre auch 983 möglich [3]. Ich fand dann aber aus dem Prümer Urbar einen Hinweis, der beide Zahlen rechtfertigt: „Giuinesdorpht tenet comes de seyne de ecclesia et est sita satis propinqua linneche. predictus comes seynensis tenet I villam super fluvium kila que ouele appelatur“ [4]. Na gut, man hat vor einigen Jahren 800 Jahre Auel gefeiert und damit ist es wohl abschließend entschieden. Insgesamt ist die Gegend bereits seit der Römerzeit bewohnt: „In römischer Zeit (2./3. Jahrhundert) befand sich oberhalb des heutigen Ortes ein Gutshof (Villa rustica). Die Römer bauten bereits die vulkanischen Tuffe am Kirchberg ab.“ 

Die Wallfahrtskapelle stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde Ende der 1750er bis zum Jahr 1779 (Angabe an der Kirche „um 1760“) deutlich vergrößert und instandgesetzt. Aber bereits im Jahr 1257 war Auel als Filiale der Pfarrei Lissendorf bekannt und 1660 wurden Steffeln und Auel vom Pfarrverband Lissendorf als eigene Pfarrei abgetrennt. Der Hochaltar wurde im 17. Jahrhundert in der Werkstatt des Himmeroder Klosters erschaffen. Auel ist eigentlich kein Wallfahrtsort, denn verschiedene Bittprozessionen wurden 1832 untersagt, aber bis in die heutige Zeit führen Pilgerreisen durch Auel. Der Westturm stammt aus dem Jahr 1881 [5]. Eng mit der Geschichte der Kirche ist der Pfarrer und Kirchenstifter Michael Baur verbunden. Er war als Adjutant des Generals Graf Superi Teilnehmer des 4. österreichisch-russischen Türkenkrieges und heiratete nach dessen Tod die gräfliche Witwe, schlug die Erhebung zum Adelsstand aus, zog nach dem Tod der Ehefrau in die Heimat zurück und wurde später in Köln zum Priester geweiht. Durch den ererbten Reichtum konnte er die Kirche auf das Doppelte vergrößern und ausstatten. Interessanterweise starb er dann auch 1779 im Alter von 71 Jahren [6].






Der Hochaltar (Mitte) birgt eine Mondsichelmadonna, die wahrscheinlich im Auftrag der Gräfin von Blankenheim von einem Himmeroder Künstler  geschnitzt wurde. Zum linken Seitenaltar führte Peter May aus: „Bemerkenswert erscheinen die drei heiligen Frauen am linken Seitenaltar. Sie erinnern an den uralten keltisch-römischen Matronenkult, den wir von zahlreichen römischen Göttersteinen vor allem aus der Nordeifel kennen. Als Matronen wurden drei Frauen verehrt – eine junge zwischen zwei älteren -, die regelmäßig mit Fruchtkörben, Blumen, Ähren oder Wickelkindern dargestellt sind und denen sicherlich eine Bedeutung für die Fruchtbarkeit von Erde, Mensch und Tier zukam.“ [4] Über die Matronenheiligtümer hatte ich mehrfach berichtet [7]. Peter May vermutet, daß die Marienverehrung auf vorchristliche Muttergottheiten und Fruchtbarkeitskulte zurückgeht. Er führt eine Reihe von Prozessionen aus Esch, Hillesheim, Niederbettingen, Rockeskyll und Büdesheim an, die als Bittgänge für günstige Witterung und eine gute Ernte gedacht waren. So verwundert das Verbot im Jahr 1832 für das gesamte Bistum schon weniger.

Die jüngere Glocke (Marien-Glocke) wurde 1950 aus der ursprünglichen Glocke gegossen. Die ältere Johannes-Glocke stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1473 vom Meister Johann bzw. Jan von Alfter, zu dem ich an anderer Stelle (Sankt Margareta Reetz / Blankenheim) bereits recherchiert hatte, aber nicht mehr als den Namen gefunden hatte [8].

Mir hatte die Pietà, Fenster im Chor, aus dem Jahr 1919 besonders gefallen. Außerdem ist die Darstellung des Erzengels Raphael von Jakob Melchior (um 1950) zu nennen; mir gefiel am unteren Teil die Darstellung des Ortes mit der Wallfahrtskirche [9].

Wie erreicht man nun dieses Kleinod sakraler Architektur? Am besten geben Sie Auel, An der Kirch, (50.28270914890528, 6.587090649109899) in Ihr NAVI ein. 
 



Links und Anmerkungen:
[1] Besuch bei Orgelbau Fasen in Oberbettingen, Eifel 
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/03/besuch-bei-orgelbau-fasen-in.html 
[2] https://www.eifelverein-steffeln.de/index.php/bildergalerie/geschichte Als Informationsquelle wird Heinz Kilian aus Auel benannt.
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Steffeln 
[4] „Gewelsdorf hat der Graf von Sayn von der Kirche zu Lehen, es liegt ganz nahe bei Linnich. Der vorgenannte Graf von Sayn hat auch ein Dorf am Fluss Kyll, welches Auel genannt wird.“ Übersetzung von Peter May:  
https://auel-800.jimdosite.com/  
Im Prümer Urbar wurden im Jahre 893 viele der Rechte und Einkünfte Benediktinerabtei Prüm aufgezeichnet, von dem aber nur die im Jahr 1222 angefertigte Abschrift und ergänzung des Exabtes Caesarius von Milendonk überdauert hat. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%BCmer_Urbar  
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Auel_(Steffeln) 
[6] https://www.heimatjahrbuch-vulkaneifel.de/VT/hjb1986/hjb1986.59.htm 
[7] Z.B. hier:
Die Matronenheiligtümer um Nettersheim in der Eifel 
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/08/die-matronenheiligtumer-um-nettersheim.html 
[8] Die Pfarrkirche Sankt Margareta Reetz 
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/11/die-pfarrkirche-sankt-margareta-reetz.html 
[9] https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b8643/b8643.shtml 

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Wednesday, March 25, 2026

Jabal Ikmah (جبل عكمة) or more then 300 Inscriptions at al-'Ula (ٱلْعُلَا), Saudi Arabia

 


This blog post is also about al'Ula (ٱلْعُلَا‎), where there is simply so much to see, and you can see various archaeological monuments all at once [1]. Today I want to talk about Jabal Ikmah (جبل عكمة). “Inducted into UNESCO's Memory of the World Register, Jabal Ikmah features more than 300 historically significant carved inscriptions. This spectacular mountain contains the largest concentration of Dadanitic and Lihyanite inscriptions in the world.” [2]





It is unclear what led to this particular region being covered with inscriptions over centuries and across different civilizations. According to one theory, the sedimentary rock, with its ease of working, invited these inscriptions and images. Much has been learned about the Lihyanite civilization, which flourished from the 6th century BCE to the 2nd century BCE, through these inscriptions. Chronological data about the kingdom, toponyms, commercial transactions, names of various musical instruments such as flutes, drums, and stringed instruments, descriptions of sculpture and metalwork, and much more were found. The rocky region is often described as an open library [3]. Inscriptions in various languages were found, including Dadanitic, Aramaic, Safaitic, Minaic, Nabataean, and others that predate the Arabic era and also influenced the development of the Arabic script.

I guess you didn'd expect the reptiloids among the readers of these scripts

The pictures are also taken in the “impressive” mode, which makes inscriptions better visible. I selected pictures that show the different techniques used.




Monday, March 23, 2026

The Lion Tombs at Dadan or al-'Ula (ٱلْعُلَا), Saudi Arabia

 


I have already mentioned the city of al-'Ula [1]. The official spelling is AlUla, but al 'Ula or al-'Ula (العلا) would be more accurate. There is a lot to see in and around it. So also the rock tombs. Over 100 Nabataean tombs (Mada'in Salih) carved into the sandstone cliffs have been counted. These tombs were designated a UNESCO World Heritage Site in 2008. Among them are the Lion Tombs, as well as others, including those where additional graves have been exposed by the wind in front of them. Inscriptions tell the stories of those buried there. Today I want to write more about the Lion Tombs and their culture, as they are the highlight of the Old City of Dadan, whereof the remnants of this old Nabatean city are close by. The lions are carved into the rocks. One has to look through binoculars as the site is only open to the public from a distance. I can understand this precaution, as the majority of people seem to need haptic sensory input where simply looking would suffice.



Dadan, or Lihyan in Arabic (لحيان), was an ancient kingdom that flourished between the 5th and 1st centuries BCE. The country derived its wealth from the frankincense trade [2]. The Dedanites were already mentioned in the Old Testament [3], indicating they existed as a people much longer. Little is known about the Dadanitic language, despite the existence of inscriptions. For example, the Wikipedia article states: “The grammar of Dadanitic is poorly understood, ..." [4]. The landscape gives an eery feeling nowadays.

Handy through the observation binoculars

There are more than twenty of these lion tombs (مقابر الأسود الدادنية), which were built between 600 and 500 BCE. The lions at the rock tombs were meant to protect the deceased [5]. Overall, the tombs also demonstrate the wealth of the dadanite society, or perhaps I should say the upper class; this is no different 2500 years later. The name of the chief god of the Dadanites was Dhu-Ghabat, the name means "he of the thicket" [6]. But again, there isn't any thicket seen today, though closer the the oasis there is green in the date palm groves.



Links and Annotations:
[1] The City of AlUla in Saudi Arabia – An Overview
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/01/the-city-of-alula-in-saudi-arabia.html 
Some Observations Concerning Women in Saudi Arabia
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/03/some-observations-concerning-women-in.html 
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Dadan 
[3] E.g.: "A prophecy against Arabia: You caravans of Dedanites, who camp in the thickets of Arabia, bring water for the thirsty; you who live in Tema, bring food for the fugitives."
Isaiah 21:13-14
[4] https://en.wikipedia.org/wiki/Dadanitic 
[5] https://en.wikipedia.org/wiki/Lion_tombs_of_Dedan 
[6] https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_pre-Islamic_Arabian_deities 

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Sunday, March 22, 2026

Altargesteck am fünften Sonntag der Passionszeit – Judika – 21./22.03.2026

 


Der fünfte Sonntag der Passionszeit wird auch Judika [1] genannt; Judika kommt von „iudica me, Deus“ [Richte mich, o Gott] aus Psalm 43,1. Von der Hingabe des Lebens ist im Wochenspruch die Rede: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“ [2] Der Christus gibt sein Leben als Lösegeld zur Versöhnung der Menschheit. Der Predigttext, zu dem wir noch kommen, umfaßt nur drei Verse und steht im Hebräerbrief, der besser als Predigt oder Homilie aufgefaßt werden soll [3]. Die Versöhnung und das Opfer vor dem Tor (Golgatha!), also außerhalb Jerusalems, spielt auf den höchsten jüdischen Feiertag, den Yom Kippur, an, aber ich greife wieder einmal vor!

Bei der Lesung aus dem Alten Testament geht es um „Das Opfer Abrahams“ [4]. „Und er [Gott] sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.“ Abraham gehorcht und im letzten Augenblick wir Isaak gerettet. Gott erwartet nicht die Konsequenz, die er selbst bereit ist einzugehen – das Opfer des einzigen Sohnes. Eine Kopie von Marc Chagalls Bild „Die Opferung Isaaks“ wurde vor einigen Jahren von den KonfirmandInnen der Versöhnungskirche (Köln-Holweide) erstellt. Es ist die Szene kurz vor der Rettung Isaaks. Wollte Gott überhaupt ein Menschenopfer? Nein! Das gerade nicht, denn hiermit wird die Praxis von Menschenopfern beendet. Angeprangert wird dies, wenn es um die Anbetung von Fremdgöttern geht. Wir können außerdem später noch die Abwendung vom Tieropfer feststellen.




Die Lesung aus der Epistel steht auch im Hebräerbrief [5]. Es geht darum, daß sich Jesus Christus nicht selbst erhöht hat, sondern Gott ihn als Sohn bezeichnet und ihn als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks eingesetzt hat. Das bezieht sich einerseits auf zwei Stellen im Psalter [6] und andererseits auf das 1. Buch Mose [7].

Die Lesung aus dem Evangelium handelt „Vom Herrschen und vom Dienen“ [8] und steht im Markusevangelium: „Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“ Die Stelle aber beginnt mit der Bitte der Jünger Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus [9], die zur Rechten und Linken von Jesus „in seiner Herrlichkeit“ sitzen wollen. Das führte unter anderem zu Unwillen der anderen Jünger und endet in dem bereits zitierten Text. Ich finde ja die Stelle bei Matthäus gelungener, denn dort trägt die Mutter der beiden die Bitte vor [10].

Den Predigttext will ich unten zitieren, aber man sollte ihn in der Bibel nachlesen, um das Umfeld des Textes nicht zu verpassen [11]. Was geschah denn am Yom Kippur? Das ist im 16. Kapitel des 3. Buches Mose (Levitikus) ausführlich beschrieben [12]. Über zwei Böcke wird das Los geworfen, der eine wird geopfert und der zweite wird Asasel genannt und dann in die Wüste geschickt, wohin er die Sünden mitnehmen soll. Das alles geschah vor der Stadt, vor dem Tor. Bei „vor dem Tor“ denke ich an „Am Brunnen vor dem Tore“ bzw. „Der Lindenbaum“ aus der Winterreise [13]. Und an „Lili Marleen“ [14] von Lale Andersen: „Vor der Kaserne, vor dem großen Tor / Stand eine Laterne und steht sie noch davor“. Und was hat das jetzt mit unserem Text zu? Berechtigte Frage, die ich mit einem Zitat beantworten möchte: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens / und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“ [15]

Das Altargesteck in der Versöhnungskirche erinnerte mich an eine alte, sehr alte Diva, die noch einmal Make-up aufgelegt hatte. Also die Blüten hängen tiefer und unten sind zwei Schnittblumen hinzu gesteckt worden. Das sah in Kall deutlich besser aus und da wurde der Gottesdienst nach dem Format „Auf ein Wort“ gefeiert. Es wurde sogar an die liturgische Farbe Violett gedacht, die ja nicht so einfach ist. Zwischen dem Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch und dem Kirchenkreis Kalungu besteht eine Partnerschaft [16] und dafür sollte ein Teil ein Teil der Kollekte dienen. Ich sollte „Kalungu, Dominikanische Republik Kongo“ vorlesen – habe ich aber noch rechtzeitig entdeckt.





Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/judika/ 
[2] Mt 20,28    
[3] Vergleiche auch: Hans Conzelmann und Andreas Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament. 11. Auflage. Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 1995. ISBN: 3-8252-0052-3 (UTB). S. 396 ff.
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/GEN.22 1. Mose 22,1–14(15–19)
Der Song „Highway 61 Revisited“ von Bob Dylan erzählt in der 1. Strophe einen Teil dieser Geschichte [4a]. Johnny Cash liest den Text als Einleitung zu seinem Song „When The Man Comes Around“ [4b], den er für den Film „The Hunted“ [4c] eingespielt hatte; Cash singt: „And the whirlwind is in the thorn tree“. Da könnte sich der Widder verfangen haben.
[4a] “Highway 61 Revisited" by Bob Dylan
https://www.youtube.com/watch?v=8hr3Stnk8_k
[4b] Johnny Cash: Highway 61 Revisited/When The Man Comes Around  
https://www.youtube.com/watch?v=Y0x2iwK0BKM
[4c] „The Hunted is a 2003 American action thriller film directed by William Friedkin. It stars Tommy Lee Jones as a retired civilian contractor and SOF Trainer, who is tasked with tracking down a former student of his played by Benicio del Toro who has gone rogue; Connie Nielsen also stars.“
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Hunted_(2003_film)
[5] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/HEB.5 Hebr 5,(1–6)7–9(10)
[6]: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Ps 2,7 
 „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“ Ps 110,4
[7] Gen 14,18-20
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MRK.10 Mk 10,35–45 
[9] Die beiden waren zusammen mit Petrus auf dem Berg, wo sie die mystische Verklärung Jesu erlebten.
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.17 Mt 17,1–9 
[10] „Da trat zu ihm die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und wollte ihn um etwas bitten. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Lass diese meine beiden Söhne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken.“
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.20 Mt 20,20.21
[11] „Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/HEB.13 Hebr 13,12–14
[12] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LEV.16 3. Mose 16
[13] „Am Brunnen vor dem Tore“ ist der erste Vers von „Der Lindenbaum“ [13a] und wurde von Franz Schubert vertont. Und wer sich die „Winterreise“ von Dietrich Fischer-Dieskau gesungen [13b] noch nicht angehört hat, der hat echt was im Leben verpaßt. Der Text stammt von 
Wilhelm Müller [13c].
[13a] https://de.wikipedia.org/wiki/Am_Brunnen_vor_dem_Tore 
[13b] https://www.youtube.com/watch?v=l0Rry-ahcHM&t=805s – am Flügel Alfred Brendel.
[13c] Johann Ludwig Wilhelm Müller (1794-1827) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_M%C3%BCller_(Dichter) 
[14] Lale Anderson [14a] schrieb und sang das weltberühnte Lied [14b]. Und den Text haben wir auch [14c].
[14a] Lale Andersen, eigentlich Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg (1905-1972 war eine deutsche Sängerin und Schauspielerin.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lale_Andersen 
[14b] https://de.wikipedia.org/wiki/Lili_Marleen 
[14c] https://www.songtexte.com/songtext/lale-andersen/lili-marleen-23c0a40b.html 
[15] Ps 36,10 
[16] https://www.kirche-koeln.de/partnerschaft-zwischen-dem-kirchenkreis-koeln-rechtsrheinisch-und-dem-kirchenkreis-kalungu/ 

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PostAnschriften und PostAuslieferung

 


Als ich in Taiwan studierte, erinnerte ich mich an einen netten Aufenthalt im Norden der Republik Irland, in direkter Nähe von Lough Eske. Dort hatte ich ein Ehepaar getroffen, die Bed & Breakfast angeboten hatten. Als ich mich im WohnZimmer umsah, stieß ich auf ein Gedicht, das der HausEigentümer selber geschrieben hatte, es hatte mich fasziniert. So kam ich auf die Idee, ob er mir nicht eine Kopie senden könnte. Von den beiden wußte ich allerdings nur die Vornamen und eine Adresse hatte ich auch nicht. Ich schrieb die beiden Vornamen auf den Umschlag und machte für die Post eine Zeichnung von Lough Eske und wo ungefähr das Haus stand inmitten der Landschaft. Die Post ist angekommen und ich habe das Gedicht aus Irland nach Taiwan geschickt bekommen! 

Später hatte ich in Deutschland ähnlich Erlebnisse und sie bezogen sich auch auf China. Da kamen mehrfach inkorrekte Adressen an. Einmal war es besonders abenteuerlich. Da stand mein chinesischer Name, Köln ohne Postleitzahl, aber die Straße (Herschelstraße) war korrekt, wenn auch ohne Nummer. Die Sendung ist bei mir angekommen. 

Ich hatte in der Folge die Idee, daß nur die alte Post und die persönlich Beziehung zum Postboten das möglich machte. Nein, das stimmt so nicht. Es ist auch heute noch möglich. Ich habe gerade einen Brief bekommen, der eigentlich kaum die Chance hatte, anzukommen. Als Straße steht da Heistener Straße, aber es ist die Heisterter Straße. Ich habe schon oft die Adresse korrigieren müssen. Außerdem war auf diesem Brief auch der Ort falsch. Man schickte den Brief nach Kall-Heinsberg, aber der Ortsteil heißt nun mal Diefenbach. Wahrscheinlich war die richtige Postleitzahl ausschlaggebend. Trotzdem ich revidiere mein Urteil. Die Post ist besser als ihr Ruf. Und sie ist ganz sicher besser als die Deutsche Bahn. 
 




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Friday, March 20, 2026

Küchenschellen im Gillesbachtal 2026

 


Die Küchenschellen im Gillesbachtal besuche ich jedes Jahr und darüber habe ich bereits mehrfach berichtet [1]. Die Gewöhnliche Küchenschelle oder Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) gehört in die Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und ist in West- und Mitteleuropa verbreitet. Weitere Namen sind Wolfspfote, Bocksbart, Schlafblume und Hackerkraut. Sämtliche Bestandteile der Pflanze sind giftig. Aber sie wird auch gerne als Gartenpflanze angepflanzt, wie von meiner Schwägerin; da habe ich gerade auch ein Bild von gemacht. Die Küchenschelle ist eigentlich eine Kühchen-Schelle, also die Glocke, die man einer Kuh umhängt, und da hat man gleich die ungewöhnliche Diminutivform gewählt. Ich war heute dort und es war mit einer Temperatur von etwa 10° C deutlich wärmer als in den letzten Jahren, so daß sich der Besuch der Küchenschellen lohnte. 



Man kann auf dem Parkplatz, der zwischen Marmagen und Wahlen in der Nähe des Klärwerks liegt, sehr gut parken, wenn man früh genug kommt und von dort spazieren oder eine kleine Wanderung machen. Dort ist einer der Ausgangspunkte für die Rundwanderung Eifelschleife Küchenschellen. Das ist ein interessanter Weg, über den ich mehrfach schon berichtet habe [2]. Der Rundweg führt an der Hallenthaler Mühle vorbei. Die Hallenthaler Mühle liegt ungefähr einen Kilometer vom Kloster Steinfeld entfernt. Nicht zu verwechseln mit der Hellenthaler Mühle, die meines Wissens nicht mehr existiert und ca. 10 km Luftlinie in westlicher Richtung lag. Die Hallenthaler Mühle kann nur von außen besichtigt werden. Wanderer würden gerne dort einkehren, aber da keine Straße dorthin führt, könnte sich der Betrieb nicht tragen. Urkundlich belegt ist die Hallenthaler Mühle für das Jahr 1272 und gehörte zum Kloster Steinfeld [3]; wie so viele Ort und Gebäude in der Eifel. Wie alt das Gebäude dort ist, konnte ich nicht ermitteln. Wenn Sie dort vorbei wandern und einmal jemanden außer dem Gärtner sehen, schreiben Sie einen Kommentar. Ich konnte noch nie jemanden sehen. In der Gegend wächst auch Bärlauch.  




In der Nähe des Parkplatzes entdeckt -
taxonomisch bislang nicht erfaßt!


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