Monday, April 13, 2026

Cinnamon and Cardamom in Sri Lanka


Die fischer überliefern dass im süden
Auf einer insel reich an zimmt und öl ...
[The fishermen tell us that in the south
On an island rich in cinnamon and oil ...]
Stefan George


I was just reading the poem by Stefan George from which the two lines above are taken [1] and thought I could write about two of the many spices for which Sri Lanka is known.
These spices include:
Cinnamon (Cinnamomum verum)
Cardamom / green cardamom pods
Nutmeg & Mace
Turmeric
Curry Leaves
Lemongrass
Black pepper
Cloves

In this blog post, I will focus on the first two, cinnamon and cardamom. This is for personal reasons. Firstly, I remembered three visits to Sri Lanka in the 1970s, when planes still landed at the old airport. Back then, walking from the plane to the terminal meant crossing the tarmac. A mixture of cinnamon and kerosene, along with the heat, would hit you. It was a very typical smell. I was a little disappointed when, after all these years, I landed at the new airport in Sri Lanka and we went straight from the plane into the terminal building, so the particular aroma is no longer there. However, I've developed a close relationship with cinnamon since then. I've also been using cardamom for a very long time, more intensively after my trip to Sikkim three years ago; one of the pictures is from Sikkim. Especially after my trip to Saudi Arabia last autumn, I was able to reconnect with earlier flavor experiences in Jordan, because in the Arab world, cardamom is a spice used, for example, to flavor coffee.

Cardamom plant in Sri Lanka


Cinnamon (Cinnamomum verum)

Spices from Sri Lanka (taprobane, serendib) reached Greece and the Roman Empire as early as antiquity [2]. In the 14th century, many trade routes for spices passed through Sri Lanka. Later, Portugal, the Netherlands, and the United Kingdom sought sea routes to Sri Lanka and other spice islands to break the monopoly held by Arab middlemen.

Cardamom
The name comes from a latinized Greek word, namely καρδάμωμον (kardámōmon) [3], which was formerly used to mean cress [4]. As I learned in Sikkim, the plant is demanding and needs plenty of sunshine, but not too much, and sufficient water. There, Amomum subulatum, which has brown seeds, is more commonly cultivated, while in Sri Lanka Elettaria cardamomum with black seeds is more prevalent. The seeds are used as a spice, but they are left in the pods. Many powders also contain the seed pods, increasing the quantity but not the flavor. Terpenes are responsible for the flavor. Cardamom is expensive.

Cinnamon
Cinnamon is obtained from the inner bark of various trees. Ceylon cinnamon (Cinnamomum verum) originates from Sri Lanka, and this variety has a low coumarin content. Many cinnamon powders are made from cassia, which has a significantly higher coumarin content. The word cinnamon can be traced back to Latin and the Ancient Greek κιννάμωμον (kinnámōmon, later κίνναμον: kínnamon), the Greek being based on a Phoenician word [5]. Cinnamon was already being imported to Egypt 4000 years ago. Cinnamaldehyde is its main component [6] which we smell and taste. Even though it is more expensive and cumbersome, one should buy and use the bark pieces.



Cardamom plant in Sikkim


Links and Annotations:
[1] Stefan George: Der Herr der Insel. In: Die Bücher der Hirten- und Preisgedichte der Sagen und Sänge und der hängenden Gärten. Zweite Ausgabe. Georg Bondi, Berlin 1899. S. 20/21. 
[Stefan George: The Lord of the Island. In: The Books of Pastoral and Praise Poems, Legends and Songs, and the Hanging Gardens. Second Edition. Georg Bondi, Berlin 1899. pp. 20/21.]
The book sells for €190.00 today!
[2] https://lakpura.com/pages/spices?srsltid=AfmBOopT05VmP5EKm60bZXOE-LIdzc820iQPto49S5JJ-Z57afQ5l7DA
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Cardamom
[4] Attested in Mycenaean Greek, written in Linear B syllabic script. And I won't write anything now about Michael Ventris, who was instrumental in the first attempts at decipherment.
[5] https://en.wikipedia.org/wiki/Cinnamon
[6] https://en.wikipedia.org/wiki/Cinnamaldehyde

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LYRIK-Taschenkalender 2013 31. KW 13.04.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


31. KW
Monika Rinck: Der Schlichter ist krank


„Meine Assistenten prügeln“ -: der Prügler in Franz Kafkas „Der Prozess“ hat eine ganz andere Präsenz.

„Oweh“ -: „weh unser guter kasper ist tot.“ [1] 

Ich bin nach 11 Tagen wieder hier angelangt, sonst schaffe ich das nicht in Monaten. Es scheint alles an Assoziationen durch zu sein. 

NachSchlagen und Schlägerei eher [Scherben]. 

„Zackbumm“ -: „Fakt bumm!“ sagte ein Mann in einem Interview nach jedem Satz. Es war vielleicht ein Zackbumm gemischt mit einem Faktum. Ich denke gerade an: „Fakten, Fakten, Fakten“ [2].    

Sprache 
  da rollt 
Sie 
Langsam 
Dahin
Wie 
Der
Klicker 
Eines 
Kindes 
Schillernd
Bis 
Sie 
Wieder 
Für eine 
    Weile 
Still steht 


31. KW
Kommentar: Ulf Stolterfoht


Mich zieht das Gedicht nicht in diesen „ungeheuren rhythmischen Sog“. 

„Ohne blinde Stellen und schwarze Löcher“ -: aber auch ohne seltsame Attraktoren (ChaosTheorie) [3].

„Magisch / makellos“ -: naja, auf jeden Fall aber keine Makulatur. 

„Wie man heute politische Gedichte schreiben kann“ (U.St.) -: Zackbumm (M. R.). 

Tja
    dann 
Wundern 
Sich 
Die 
Weisen 
Und 
Sprechen 
Leise 
In die 
    Welt 
Ihr -: Tja
 





Links und Anmerkungen:
[1] Hans Arp: Kaspar ist tot [Zweite Fassung]. In: Wulf Segebrecht (Hrsg.): Das deutsche Gedicht. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. S. Fischer, Hamburg 2005. ISBN: 3-10-074440-3. S. 346.
[2] Helmut Markwort (Focus): „Fakten, Fakten, Fakten – und immer an die Leser denken“.   
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Seltsamer_Attraktor 

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Sunday, April 12, 2026

Altargesteck zu Quasimodogeniti 2026


Der erste Sonntag nach Ostern wird Quasimodogeniti genannt [1]. Dies geht auf den ersten Brief des Petrus Kapitel 2, Vers 2 unter der Überschrift „Das neue Gottesvolk“ [2] zurück: „quasi modo geniti infantes rationabile sine dolo lac concupiscite ... bzw. Vulgata: sicut modo geniti infantes rationale sine dolo lac concupiscite ...“ [„und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein“]. Neugeborene Kindlein bezieht sich auf die damalige Praxis, daß Ostern getauft wurde und die Täuflinge ihre weißen Kleider bis zum nächsten Sonntag trugen. Und daher kommt auch die Bezeichnung Weißer Sonntag, der aber eher in der römisch-katholischen Kirche benutzt wird. Das englische Whitsunday bezeichnet Pfingsten und nicht diesen Sonntag. 

Bleiben wir für den Wochenspruch im ersten Petrusbrief: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ [3]  Als Kernaussage des heutigen Sonntags kann man direkt aus dem Evangelium zitieren: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ [4].

Der vorgesehene Text für den heutigen Sonntag steht im Johannesevangelium [4]. Es geht um die Zweifel von Thomas, der auch Zwilling genannt wurde. Die Jünger saßen bis auf Thomas hinter verschlossenen Türen und Jesus kam zu ihnen. Sie sahen seine Wundmale. Später erzählten sie Thomas davon, der meinte, er könne es nur glauben, wenn er es selbst sähe und seine Finger in die Wundmale legte. Thomas ist eine der Gestalten, denen etwas unrühmliches anhaftet. Bei Matthäus wird er nur als Jünger genannt [5], ebenso in der Apostelgeschichte als einer der Zwölf [6]. Im Johannesevangelium finden wir ihn dreimal: etwas vorlaut spricht er zu den anderen Jüngern vor dem Besuch in Bethanien [7], im 14.Kapitel gibt Thomas die Vorlage zu „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ [8], und dann die Stelle, die ihn als Zweifler brandmarkt. Als Thomas den Christus sieht, glaubt er, aber Jesus spricht zu Thomas: „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ Auch Petrus kommt nicht gut weg: da wird er als Satan bezeichnet, da muß er im Wasser versinken als Kleingläubiger, da muß er bitterlich weinen wegen seines Verrats. Oder Martha, die anscheinend die schlechtere Wahl getroffen hat [9]. Und in dem Zusammenhang dürfen wir nicht Judas vergessen.

Der Text für die Epistellesung und Predigttext sind identisch und er steht wie der Wochenspruch im ersten Petrusbrief [10]. Dieser Brief weist eine genauso hohe theologische Komplexität auf wie etwa der Römerbrief. Über den Verfasser wissen wir nichts. Mit Simon Petrus hat er natürlich nichts zu tun. In der Lesung geht es um die „Lebendige Hoffnung“. Durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten wir uns im Himmel ein unvergängliche, unbeflecktes und unverwelkliches – so der Text – Erbe im Himmel bewahrt. Es ist von Leid/Anfechtungen die Rede, in denen sich der Glaube bewähren soll. Dann aber: „ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.“ Wenn man den Text überfliegt, dann wirkt er wenig hoffnungsvoll, wenn man ihn genauer liest, dann sieht man, daß man im Glauben bereits jetzt und hier Teil hat an der „Seelen Seligkeit“, sprich dem ewigen Heil. Und deshalb schrieb auch Paulus: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ [11]

Die Lesung aus dem Alten Testament steht im Buch Jesaja [12], unter anderem die schönen Verse: „Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ In anderen Übersetzungen steht anstatt „kriegen“ bekommen oder empfangen, beide Lösungen finde ich besser.

Das Gesteck in Holweide war überraschend schön und ich hätte es früher in den höchsten Tönen gelobt, aber in Kall paßte es doch besser zum Sonntag Quasimodogeniti. Weiß ist nun einmal die aktuelle liturgische Farbe und die wurde mit verschiedenen Sorten von Blumen ausgelotet und zu einem floristischen Kunstwerk gesteckt.





Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/quasimodogeniti/ Was hatte es gleich mit Quasimodo [1a] auf sich?
[1a] So hießt der Glöckner von Notre Dame in dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1939; mit Charles Laughton und Maureen O'Hara (Esmeralda). https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gl%C3%B6ckner_von_Notre_Dame_(1939)  
[2] https://www.bibleserver.com/text/LUT/1.Petrus2     
[3] 1. Petr 1,3
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.20 Joh 20,19–20(21–23)24–29, hier Vers 29
[5] Mt 10,3
[6] Apg 1,13
[7] Jesus will zum verstorbenen Lazarus gehen, übrigens von Bethanien am Jordan nach Bethanien bei Jerusalem, als Thomas spricht: „Laßt uns mit ihm gehen, daß wir mit ihm sterben!“ Joh 11,16b
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.14 Joh 14,5-6
[9] Lk 10,41.42
[10] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1PE.1 1. Petr 1,3–9
[11] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/PHP.4 Phil 4.4
[12] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ISA.40 Jes 40,26–31

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Friday, April 10, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 10.04.2026

  



Flüchtige Miniaturen //
Flüchtige Miniaturen – //
Schattengerank
An zerbröckelnder Mauer,
Geschmeidiger Eidechsenblitz
Überm Kis. //
Die Leere der Luft
Schmeckt nach Anis.
Walter Richter-Ruhland [1]



Schatten
    ich schaue 
Auf 
Meinen 
Schatten
HinAb 
Und 
Wahrscheinlich 
Nimmt er 
    Mir 
Das Übel

Strand
    der Wind 
Weht 
Über 
Den 
Strand
Trocknet 
Den
Sand
Und 
Feine 
SandKörner 
Landen auf 
    Den 
Pommes frites 

VorBei 
    vorBei sind 
Die 
Zeiten 
Von 
FeldGrau 
Und 
FeldStecher
Und 
Spat 
Im 
Feld 
Auf 
FeldsSat
Liegt das 
    Grauen 
Im FeldGrau

Abends 
    die Trauben 
Des 
MorgenRufes 
GeKeltert 
In 
Der 
Feigen 
Geschäftigkeit 
Des 
Tages
Abends 
Prosten 
Wir uns mit 
    Dieser 
Plörre zu 

Wiesen 
    das Grün 
Der 
FrühlingsWiesen 
VerSchmolz 
Mit 
Dem 
Licht 
Des 
Mondes 
Und 
Ich 
Stellte die 
    Kamera 
Auf SepiaFunktion

AufGestanden
    mit dir 
Sind 
AufGestanden 
Aus 
Dem 
Bett 
Deine 
Träume 
Und 
Dein 
Schatten 
Du 
Kannst dich 
    Also 
Wieder hinLegen

AntWorten & Fragen 
    wir schreiben 
Die 
AntWorten 
Von 
Links 
Nach 
Rechts
Aber 
Wir 
Fragen 
Nicht 
Von 
Rechts 
Nach 
Links 
Das jedenFalls 
    Frage 
Ich mich 

Harfen & Posaunen
    die Harfen 
Und 
Posaunen
Warten 
Noch 
VerPackt 
Für 
Die 
Wanderung 
Auf 
Den 
TragTieren 
Wir 
Aber 
Sangen 
Ohne 
BeGleitung 
Laut 
In 
Der klaren 
    WüstenLuft 
Des Morgens

Wechsel 
    im schnellen 
Wechsel 
Fallen 
Regen 
Und 
Sonne 
In 
Den 
Garten
ManchMal 
Stehe 
Ich 
Schon in der Sonne 
    Und 
Der Regen fällt noch

EinGemauert
    einGemauert 
Von 
Der 
Nacht 
Fest 
Und 
UnDurchdringBar 
Das 
Wachs 
Der 
Kerze 
VerBraucht 
Sich 
Kaum 
Und 
Die Nacht 
    Kann 
Nicht schwinden 

WinterSonne 
    so hoch 
Sich 
Auch 
Die 
WinterSonne 
Reckt
Schwach 
Bleibt ihr Licht 
    Und 
Kalt der Tag 

Am Ende der Gasse 
    das halb-
Offene 
Törchen 
Am
Ende 
Der 
Gasse 
Zum 
Garten 
Deines
Hauses 
Nach 
All 
Den 
Jahren 
Quietscht 
Es immer 
    Noch 
Wie einst

Herz 
    so hart 
Ist 
Dein 
Herz 
GeWorden
Daß 
Du Diamanten 
    Damit 
Schleifen könntest 

Zeit
    Reiche zer-
Fallen 
Planeten 
ZerBrechen
Sterne 
ExPlodieren 
Galaxien 
VerSchwinden 
Nur 
Der 
Ewigkeit bleibt 
    Noch 
Etwas Zeit

Jargon 
    nie lernte 
Ich 
So 
Richtig 
Den 
HainbuchenJargon 
Zu 
Sprechen 
Oder 
Zu 
Schreiben 
Aber
Auch das 
    Ist 
Längst verGessen

ErInnerungen
    an allen 
ErInnerungen 
Bleibten 
Post-its 
Mit 
AnMerkungen 
Oder 
Nur 
AusrufeZeichen
Ich 
Sollte 
Einmal aufRäumen 
    In 
Meinem GeHirn

Jetzt
    laßt uns 
Noch 
Einen 
AugenBlick 
Länger 
Im 
Jetzt 
VerWeilen
Denn 
DaNach 
Ist es 
    Auf 
Ewig fort




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Walter Richter-Ruhland [1a]: Gedichte / Flüchtige Miniaturen. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 433.
[1a] Walter Richter-Ruhland (1910-1975) war ein deutscher Schriftsteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Richter-Ruhland 
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 


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Tuesday, April 7, 2026

Reminiscing Tea from Ceylon (Sri Lanka)

 


“Tea from Ceylon is the best.”

Last year, I wrote in German about a visit to the highlands of Sri Lanka and, in particular, about tea [1]. I would like to present this text in English before my report on a tea plantation and Ceylon tea. At the time, I was looking for a picture from Sri Lanka and came across some I had forgotten about, namely those I had taken in the tea-growing region of Nuwara Eliya. They aren't particularly good photos, as they were taken with a small-format camera without a focus mechanism. But these pictures did prompt me to reflect on that time, and then I decided to write about it. The trip took place around 1976/1977. I was traveling with a Sinhalese friend and a German friend who were looking for a cook in the highlands and found one; I remember a very delicious dish that was also very spicy (hot).

“Tea from Ceylon is the best.” [2] This is a matter for debate, especially with afficionados of Darjeeling tea. William H. Ukers, whose book we will discuss later, would never have made such a sweeping statement. Ceylon is now called Sri Lanka, and this name refers not just since the present day, but after the colonial period. However, in the 1970s, this was still such a new concept that I had to explain to many people in Germany what country Sri Lanka was. However, the old name, Ceylon tea, has persisted.

Nuwara Eliya (Sinhalese:
නුවරඑළි and Tamil: நுவரெலியா) is a small town with approximately 25,000 inhabitants today, located in the highlands of Sri Lanka at an altitude of just under 2,000 meters [3]. Samuel Baker, discoverer of Lake Albert and the upper Nile, founded Nuwara Eliya in 1846 because the climate was ideal for a retreat for British officials and plantation owners in Ceylon. It was also known as "Little England." There, the British colonialists could indulge in their now somewhat eccentric pastimes, such as fox, deer, and elephant hunting, as well as polo, golf, and cricket. Nearby is Mount Piduruthalagala, at 2,524 meters the highest mountain in Sri Lanka, though it is now closed to the public. The city maintains its colonial-era architectural style. New buildings (hotels or other tourist facilities) are often constructed in this style. Many private owners still value their lawns and English-style houses. And hydrangeas!




The region is famous for its Orange Pekoe tea, one of the most prized teas in the world. In this cooler mountain region, the tea plant grows slowly, allowing for the development of a more refined aroma.

I recently read through William H. Ukers' book "All About Tea" [4] (again!). The tea industry in Ceylon dates back to 1839. As early as 1840-1842, tea plants were planted on the land of Sir Anthony Oliphant, Chief Justice, near Queens Cottage, Nuwara Eliya (Vol. 1, p. 177). The average temperature there is approximately 15-16°C, and the temperature variation between day and night is greater than on the coast; this is also a factor that influences the composition of a plant's constituents. "Nuwara Eliya escapes the extreme effects of the monsoons, but receives a liberal rainfall." (Vol. 1, p. 422).

Orange Pekoe is not a type of tea but a description of the leaf size in black tea (whole leaves of medium size), and otherwise refers to the unopened tea bud [5]. This doesn't tell us anything about the quality, but it's worth noting that a tea made from whole, medium-sized leaves differs significantly from broken tea leaves or even fannings and dust. Several words from the Chinese language Minnanyu (
閩南語) are suggested as the etymology of the word Pekoe: either 白毫 (peh-ho) meaning "white hair" or "white down," or 白花 (peh-hoe) meaning "white flower." I'm inclined to believe the first option, which could refer to the white down on the young tea leaves.

How much does such a tea cost? It's difficult to say, but I'd estimate around €45-50/kg. Many teas on offer are blends, so let's just say you're on a case-by-case basis. Let your taste guide you.





Links and Annotations:
[1] Tea from Nuwara Eliya
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/09/tee-aus-nuwara-eliya.html
[2] This sentence appeared in an English textbook from the 1930s. Unfortunately, my father's textbook has not survived.
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Nuwara_Eliya and https://si.wikipedia.org/wiki/%E0%B6%B1%E0%B7%94%E0%B7%80%E0%B6%BB%E0%B6%91%E0%B7%85%E0%B7%92%E0%B6%BA as well as
https://de.wikipedia.org/wiki/Nuwara_Eliya
[4] William H. Ukers: All About Tea, 2 volumes. New York 1935. I borrowed this book once in the 1970s through interlibrary loan at the University Library of Cologne. Anyone wanting to purchase the first edition: https://www.abebooks.com/first-edition/Tea-Ukers-William-H-Coffee-Trade/31072643437/bd for US$2,800.00. It may also be purchased more cheaply, e.g., as a reprint. And it is now available digitally: https://www.univie.ac.at/Geschichte/China-Bibliographie/blog/2018/03/22/ukers-all-about-tea/
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Orange_Pekoe

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Monday, April 6, 2026

Altargesteck zu Ostermontag 2026

 


Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch das Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grüner Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Johann Wolfgang Goethe [1]


Die ersten beiden Zeilen sind wohlbekannt, von wem sind sie nur? Gut, das steht da oben, aber ich wollte nicht versäumen, einen Trick mitzuteilen. Wenn man es nicht genau weiß, dann sind es oft Goethe oder Schiller. Und was hat es mit Ostern zu tun? Davon später mehr.

Warum gibt es eigentlich den Ostermontag als Feiertag? Ostern wurzelt im jüdischen Pessach, aber für Christen erinnert Ostern an die Auferstehung des Christus. Da hätte eigentlich der Ostersonntag genügt, den man schon seit dem 2. Jahrhundert gefeiert hat. Aber denken wir zunächst an die jüdische Wurzel – das Pessach-Fest dauert (immer noch) eine Woche an [2]. Die frühen Christen ließen sich in der Osternacht taufen – deshalb gibt es heute noch das Taufgedächtnis zu Ostern – und trugen das weiße Taufkleid die nächste Woche. So kann man in den Ostermontag eine Erinnerung daran interpretieren. aber eine bessere Erklärung ist die Vertiefung der Osterfeierlichkeiten, da es sich bei Ostern um das wichtigste christliche Fest handelt. Der Ostermontag ist eng mit dem Gang zweier Jünger nach Emmaus verbunden, denn die gingen am Tag nach der Auferstehung von Jerusalem nach Emmaus [3]. Und daher ist der Ostermontag mit dem Osterspaziergang verbunden. Die von Johann Wolfgang Goethe zitierte Passage, wird oft als „Osterspaziergang“ in Form eines Gedichtes abgedruckt, aber es handelt sich um einen Monolog von Faust, der an einem Ostersonntag mit seinem Famulus Wagner einen Spaziergang macht (die Szene heißt „Vor dem Tor“).

Der Wochenspruch hat sich seit gestern nicht geändert und lautet: „Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ [4] Widerspricht  sich da die Bibel? Wir meinen ja häufig, Widersprüche in der Bibel zu entdecken. Hat die nicht Petrus? Nein. Petrus hat die Schlüssel zu Himmelreich versprochen bekommen. „Ich will dir die Schüssel des Himmelreichs geben“ [5].

Gehen wir einmal die Texte durch, die in „Das Kirchenjahr – Evangelischer Sonn- und Feiertagskalender“ für den Ostermontag vorgeschlagen werden.
· Lesung aus dem Alten Testament: Das große Freudenmahl. „Und der Herr Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist.“ Der gesamte Text stammt aus dem Buch Jesaja [6]. 
· Epistelesung: Die Verwandlung der Gläubigen und der Sieg über den Tod. Die Stelle kann man im 15. Kapitel des ersten Briefes an die Korinther nachlesen [7]. „Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht Jes 25,8: »Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?«“ (Verse 54.55] Vielleicht ist es etwas enttäuschend, wenn man es mit [6] vergleicht. Und wenn man es mit einem Vers aus Hosea vergleicht, wird es auch nicht besser [8].
· Lesung aus dem Evangelium: Die Emmausjünger – steht im Lukasevangelium [9].
· Predigttext: Jesu Erscheinung vor den Jüngern – der steht im Anschluß an die Geschichte mit den Emmausjüngern [10]. „Als sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist.“

Lukas weiß eine lange und spannende Geschichte über die Emmausjünger zu erzählen. Markus erzählt die Geschichte in zwei Versen: „Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie aufs Feld gingen. Und die gingen auch hin und verkündeten es den andern. Aber auch denen glaubten sie nicht.“ [11] Die beiden Jünger, von denen einer Kleopas heißt, gehen von Jerusalem nach Emmaus, das sind etwa 12 km. Zu ihnen gesellt sich der Auferstandene, den sie aber nicht erkennen, und erklärt ihnen, was in und vor Jerusalem geschehen ist. Erst als er bei der gemeinsamen Mahlzeit das Brot bricht, gehen ihnen die Augen auf. Da aber verschwand der Christus. Als sie aber erkannt hatten, wer da mit ihnen gegangen war, kehrten sie sofort zurück nach Jerusalem, um es den anderen Jüngern zu berichten.

Der Gottesdienst für den Ostermontag fand in der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd (EvA) statt [12]. Die Lilien blüten weiß, wie auch anders, in der liturgischen Farbe des Festes. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Sieglinde Schneider (Sopran) [13] und Kantor Werner Harzheim, die den Gottesdienst zu einem musikalischen Erlebnis werden ließen.
 
 



Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Johann Wolfgang Goethe: Faust. Eine Tragödie. In: Gesammelte Werke in sieben Bänden. Herausgegeben von Bernt von Heiseler. Dritter Band: Faust · Versepen. Im Bertelsmann Lesering, Bielefeld 1962. S. 32.
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Pessach 
[3] https://kirchenjahr-evangelisch.de/ostermontag/ 
[4] Offb 1,18 
[5] Mt 16,19
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ISA.25 Jes 25,6–9
[7] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1CO.15 1. Kor 15,50–58
[8] „Sollte ich sie aus der Hölle erlösen und vom Tod erretten? Tod, wo ist deine Seuche; Hölle, wo ist deine Pest? Meine Augen kennen kein Mitleid.“ 
https://www.bibleserver.com/LUT/Hosea13 Hos 13,14
[9] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.24 Lk 24,13–35 
[10] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.24 Lk 24,36–45
[11] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MRK.16 Mk 16,12-13
[12] Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd
https://eva-gepflegt.de/ueber-uns/ 
[13] https://de.wikipedia.org/wiki/Sieglinde_Schneider 

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Sunday, April 5, 2026

Die Wehrkirche St. Peter in Berndorf, Eifel

 


„Hand hoch, wer kennt Berndorf nicht?“ werfe ich mal in die Runde und werde es später auflösen. Berndorf liegt in der Vulkaneifel und gehört der Verbandsgemeinde Gerolstein an [1]. Der Ort hatte 510 Einwohner (Ende 2024). Im Jahre 1121 wurde der Ort erstmals urkundlich als „Berendorp“ erwähnt als das Kloster Steinfeld mit seinen Besitzungen an die Erzdiozöse Köln fiel (ich weiß, daß dies viel genauer geht, aber dafür gibt es die Anmerkungen). Nach dem Liber valoris wurde die Pfarrei „Berindorp“ genannt. In diesem Ort gibt es zwei Kirchen, die Wehrkirche St. Peter oben am Friedhof und etwas darunter liegend, die 1927 erbaute Pfarrkirche St. Peter, um die wir uns aber nicht kümmern wollen, denn die war abgeschlossen [2].

Bevor wir uns um die Wehrkirche kümmern, werfe ich nochmals den Ortsnamen Berndorf in die Runde. Michael Preute [3] hatte 23 Eifel-Krimis mit einer Auflage von 4-6 Millionen Exemplaren geschrieben und sein Verleger riet ihm Verleger zu dem Pseudonym „Jacques“, um die Romane von anderen Publikationen zu trennen, und Michael Preute ergänzte den Namen mit seinem damaligen Wohnort Berndorf.



Über die Wehrkirche St. Peter gibt es im Internet nur zwei kurze Absätze [4], keinen Wikipedia-Eintrag, keine Auflistung des Fenster bei Glasmalerei des 20. Jahrhunderts und da die Kirche keine Orgel besitzt, auch nichts über die Orgel. Einige Informationen finden sich aber an der Kirche selbst. Den Kirchenraum kann man einsehen, aber nicht begehen.

Die Wehrkirche wurde zwischen 1513 und 1515 erbaut, wobei Chor und Sakristei an eine noch ältere Kirche angebaut wurden. Die Kirche steht auf einer Anhöhe und wurde deshalb mehrfach durch Stürme oder Blitzeinschlag beschädigt. 1545 entstand der Turm. Zwischen 1748-1948 bestand eine Zeltdachpyramide als Turmdach und ab 1948 ein Satteldach. Die heutige Form der Kirche ist auf Renovierungsarbeiten zwischen 1961-1965 zurückzuführen.  „Links vom Chorbogen erblickt man eine Holzfigur des hl. Leonhard (um 1750), auf der rechten Seite steht die hl. Barbara (um 1680).“ Das Alter der Eingangstür wird auf etwa 500 Jahre geschätzt. Die Fresken, die teilweise schon vor Jahrhunderten bei Baumaßnahmen zerstört wurden, sind nur schlecht zu sehen. Das gilt auch für die Fenster. 

Am 08.09.1988 wurde die Wehrkirche als schutzwürdiges Kulturgut nach der Haager Konvention gekennzeichnet. Ich rate zum Besuch.






Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Berndorf_(Eifel)  
[2] Ich liebe es gar nicht, wenn Kirchen verschlossen sind, kann aber Ängste vor Diebstahl nachvollziehen.
[3] Michael Preute (1936-2022), Pseudonym Jacques Berndorf, war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er lebte Dreis-Brück bei Hillesheim. Wikipedia weiß außerdem: „Nach seinem Abitur begann er in Köln ein Medizinstudium.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Berndorf 
[4] https://www.eifel.info/pois/wehrkirche-berndorf und 
http://www.st-martin-hillesheim.de/index.php/pfarreien/kirchen/berndorf 


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