Sunday, March 15, 2026

Altargesteck am Sonntag Lätare 2026


Der vierte Sonntag der Passionszeit wird auch Lätare [1] genannt oder auch das kleine Osterfest während der Passionszeit. Deshalb kann die liturgische Farbe der Passionszeit – das Violett – auch zu Rosa aufgehellt werden, aber das muß man nicht, zumal viele Gemeinden auch keine Paramente in Rosa besitzen. Laetare ist Lateinisch und bedeutet „freue dich“ oder auch „freuet euch“. Es geht zurück auf diese Stelle im Buch Jesaja: „Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.“ [2] 

aktuell aber war ein ganz anderer Gottesdienst, denn es ging um das Leseprojekt „Ein unauslesbares Buch“, bei dem fast 60 Gemeindeglieder begonnen hatten, die gesamte Bibel innerhalb von zweimal sechs Monaten (jeweils im Winter) durchzulesen. Freundlicherweise hatte die TeilnehmerInnen Texte zur Verfügung gestellt, die während des Gottesdienstes verlesen wurden.

Die Lesung stammte aus dem Alten Testament. Es war fast das gesamte Kapitel 8 [3]. Interessanterweise wird die Information, daß sich das gesamte Volk am Wassertor versammelt hatte gleich zweimal erzählt. Wir erfahren, daß Mattitja, Schema, Anaja, Uria, Hilkija und Maaseja zu Esras Rechten, aber zu seiner Linken Pedaja, Mischaël, Malkija, Haschum, Haschbaddana, Secharja und Meschullam standen. Außerdem unterwiesen die Leviten Jeschua, Bani, Scherebja, Jamin, Akkub, Schabbetai, Hodija, Maaseja, Kelita, Asarja, Josabad, Hanan, Pelaja das Volk im Gesetz. Das mag jetzt verwegen klingen, aber im Gottesdienst hat es hervorragend gepaßt.

Jesus vergleicht seinen Kreuzestod mit einem Samenkorn, das ersterben muss, damit Neues wächst und vielfache Frucht bringen kann. Gottes Zusage steht bei Jesaja und war Teil der Lesung aus dem Alten Testament: „Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.“ [4]

Das Altargesteck erinnerte mich an die Hängenden Gärten von Babylon, also eines der Sieben Weltwunder des Altertums, mir besser als die Hängenden Gärten der Semiramis bekannt. Vielleicht aber kam die Assoziation zustanden, weil ich gerade ein Buch über die Sieben Weltwunder lese [5]. Sagen wir es gnadenlos: das Gesteckt war angetrocknet. Vor der Kirche waren schönere Blüten zu sehen.





Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/laetare/ 
[2] https://www.bibleserver.com/LUT/Jesaja66 Jes 66,10 und auf Latein so: laetare ierusalem. et conventum facite omnes qui diligitis eam. gaudete cum laetitia, qui in tristitia fuistis. ut exsultetis, et satiemini ab uberibus consolationis vestrae.   
[3] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/NEH.8 Neh 8,1-10
[4] https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU17/ISA.54/Jesaja-54 Jes 54,7–10
[5] Irving L. Finkel: Die Hängenden Gärten von Babylon. In: Peter A. Clayton und Martin J. Price (Hrsg.): Die Sieben Weltwunder..
Reclam, Leipzig 2000. ISBN: 3379017019. S. 56 ff.

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Friday, March 13, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 13.03.2026

 


Der Tag fällt vom Lichtbaum ab.
Große Flügel werden dunkler und dunkler.
Nun bauen die Träume
eifrig an einem Blumenstern.
Hans Arp [1]


Licht 
    in der 
UnEndlichen 
Dunkelheit 
Sind 
Die 
AufLodernden 
Sterne 
Nur 
LichtPunkte  
Aber 
Man nennt 
    Sie 
Auch Hoffnung
 
Singen
    laßt mich 
Noch 
Ein 
Wenig 
Singen 
In 
Meinem 
Garten 
Eden 
Oder 
Shangri-la 
Aber bitte 
    Hört 
Nicht zu

Am Strand 
    der feine 
Sand 
Am 
Strand 
Kann 
Nicht 
Musizieren 
Auch 
Wenn 
Die 
Brandung 
Röhrt 
Aber 
Der 
MuschelKalk 
Oder 
Die 
Kiesel 
Können 
Beim AusLaufen 
    Der 
Wellen singen 

Schönheit 
    manchMal 
Schmerzen 
Schönheit 
Kunst 
Harmonie
Weil 
Sich 
Doch 
So 
Viel 
Häßliches 
Künstliches 
DisHarmonisches 
Zeigen läßt 
    In 
Unserem Leben  
 
VerPaßt
    verpaßt haben 
Wir 
Den 
100. JahresTag 
Der 
OktoberRevolution 
Aber 
Es gab auch 
    Nichts 
Zu feiern 

Äolisch
    Drehung, Um-
Drehung 
Um 
UmDrehung 
Die 
Das 
WindRad 
Nicht 
Zählt
Aber 
Der 
Strom 
Zählt
Für den 
    Das 
WindRad ächzt  

AufSammeln 
    ich sammle 
Auf 
Das 
Laub 
Vom 
VerGangenen 
Jahr 
Und 
Es 
Raschelt 
Noch 
Aber 
Dann hört 
    Auch 
Das auf 

Realität 
In der Realität sind wir auch 
Nur in einem Film voll greller Farben 
Und dunklen Fluren
Unsere Stimmen verEbben 
In der zähFlüssigen Luft 
Es riecht nach unserer VerWesung 
Und eine Diele knarrt 

Blumen
    die Blumen 
Und 
Kränze 
Am 
Grab 
Sind 
VerWelkt 
Aber die 
    Trauer 
Sie bleibt 

Veilchen 
    über dem 
Violett 
Eines 
Veilchens 
Brummt 
Eine 
Hummel 
Bevor 
Sie sich 
    In die 
Blüte stürzt  

Die Erde 
    und was 
Wenn 
Die 
Erde 
Doch 
Nur 
Die KotKugel 
    Eines 
MistKäfers wäre? 

Der Fluß 
    ich lag 
Am 
Fluss 
Der 
Sich 
Geruhsam 
Durch 
Die 
FrühlingsFarben 
BeWegte 
Ganz langsam 
    Wie 
Meine Gedanken  


Links und Anmerkungen:

[1] Aus: Hans Arp [1a]: Neue Gedichte. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 305.
[1a] Hans Arp (1886-1966) war ein deutsch-französischer Maler, Grafiker, Bildhauer und Lyriker. Mitbegründer des Dadaismus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Arp   
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Wednesday, March 11, 2026

Masjid Al Qiblatayn (مسجد القبلتين) in Medina, Saudi Arabia

 


Masjid Al Qiblatayn is located just under 4 km from the Prophet's Mosque. It is a very early mosque, as it was there that the Prophet Muhammad received the revelation to change the direction of prayer from Jerusalem to the Kaaba in Mecca. The Qur'an states: “We have certainly seen the turning of your face toward heaven, so We will surely turn you to a qiblah with which you will be pleased. So turn your face toward al-Masjid al-Haram.” [1] This event occurred shortly after the Hijra. [2]


The name Masjid al-Qiblatayn (مسجد القبلتين) means Mosque of the Two Qiblas. The core of the mosque is among the earliest mosques in Medina and was built by Sawad ibn Ghanam ibn Ka'ab al-Ansari in 623 CE. However, many modifications have been necessary, and most of the current mosque dates from 1987, when almost the entire original mosque was demolished. The mihrab facing Mecca was retained, and a small marker mihrab was installed in its place, to recall the earlier orientation. Now, 2,000 worshippers can pray there simultaneously.


I must admit that the steady stream of pilgrims interested me more than the building itself. Non-Muslims could enter the courtyard, where one could see people from across the Islamic world. Whether one was Sunni or Shia didn't matter. And we drank water from the Zamzam fountain—it seemed like the perfect place for it.




Tuesday, March 10, 2026

Sammelsurium (301) 10.03.2026

 


Engel aus Licht
und Harfenspiel
im veilchenblauen Zelt
der Nacht
unter der unendlichen
Weltallpalme.
Hans Arp [1]

RückSchau
1026 n. Chr. [2]

„† Lin Pu, chines. Dichter; suchte alle seine Gedichte als unvollkommen zu vernichten bis auf sein letztes, das er mit ins Grab nahm (*965)“
Hier muß ich einschreiten! Lin Bu (林逋), posthumer Name Lin Hejing (林和靖), lebte von 967 bis 1028 [3]. Er war ein Dichter der Nördlichen Song Dynastie und lebte zurückgezogen. Mit dem Versuch, seine Gedichte zu vernichten, war er nicht erfolgreich, denn es sind viele (300?) überliefert worden, die man (auf Chinesisch) sogar in einer PDF-Datei lesen kann [4].

TageBuch 03.03.2026 06:30 Uhr
Ich habe gerade meinem Wecker den Namen „Der Gnadenlose“ verpaßt. 

Tethered Caps
„Tethered Caps“ (deutsch: angebundene Deckel) sind EU-weit seit Juli 2024 vorgeschrieben. Gerade AfD-Anhänger prostestieren dagegen. Sie schaffen es nicht, mit diesen Verschlüssen umzugehen. 

Sharing thoughts 
Sharing thoughts  stand auf den NotizZetteln im Galle Face Hotel (Colombo). Ich denke an Krimis und AgentenFilme, in denen durchgedrückte Nachrichten mit Bleistift sichtbar gemacht wurden. So was von Kalter Krieg, Boomer.

Als ich einmal über mich sprach
In einem Gespräch sagte ich, daß ich eine Eule bin, vom Beruf gezwungen wurde, zur Leiche (Lerche) zu werden. 

Konferenz 
Und einer kam mit einer zu Hause belegten KäseSchnitte und dazu hatte er Kaffee oder Tee (?) in der ThermosKanne. Das es so etwas noch gibt?! Aber schön ist es doch. 
Die bernsteinfarbene Perle Harzer Käse und das „lehmige GeKaff“. Arno Schmidt trank also MilchKaffee [5]. 

I'm on Fire

Bruce Springsteen sang im Radio „I'm on Fire“ und der Himmel stand „on fire“ auf der Fahrt von Köln in die Eifel. 

ReihenFolge 
Für die ReihenFolge von Bier und Wein gibt es eine Regel, aber keine für Sekt und Likör. Und schon gar keine für Kaffee und Tee. 
NB. Warum sagt man, daß jemand „einen im Tee hat“? Muß wohl ein Pharisäer gewesen sein. 

TrittSicher 
Sicher, denke ich, bin ich trittSicher, aber der Boden ist sich nicht sicher. 

Dichten 
Dichten heißt AusLöschen, immer mehr Ruß vom Papier lösen, bis ein wenig Schwarz auf viel Weiß übrig bleibt. 

Dichotomie 
Laßt uns die Dichotomie vom Wesentlichen und UnWesentlichen verLassen und das Wesentliche im UnWesentlichen finden.  

Schweine 
War es schon immer so und ich merke erst jetzt, daß mehr Menschen zu Schweinen werden, ohne daß Kirke sie verwandeln müßte? 

Scherben [Shards]
sharing thoughts - shaving thoughts 
Die Vesper im Krematorium
 




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Hans Arp [1a]: Neue Gedichtet. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 304.
[1a] Hans Arp (1886-1966) war ein deutsch-französischer Maler, Grafiker, Bildhauer und Lyriker. Mitbegründer des Dadaismus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Arp 
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 449. 
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Lin_Bu   
[4] https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d7/NLC416-10jh001740-45576_%E6%9E%97%E5%92%8C%E9%9D%96%E8%A9%A9%E9%9B%86.pdf  
[5] Ich meine in „Aus dem Leben eines Fauns“, aber das suche ich jetzt nicht.

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Some Observations Concerning Women in Saudi Arabia

 


One might object to this blog post: what does a white, older man have to say about women in Saudi Arabia? I would like to disagree. Of course, I cannot competently discuss the position of women in Saudi Arabian society here, nor is it my place to make judgments. But I can observe, and I have observed some things and heard others. I want to report on these. Progress regarding women's rights in Saudi Arabia has been noticeable since 2017, but there is still much room for development. 2017 was also the year of a fatwa stating that women have only a quarter of the brainpower of men. This can be read, for example, in a BBC article [1]. Overall, Wikipedia has a very comprehensive article on women's rights in Saudi Arabia, which could also be used for information [2].



Most women continue to wear the black abaya and niqab [3]. But you do see blue, gray, lightly patterned, and burgundy abayas, borders, and gray or brown stripes on the black abaya, but black is clearly the dominant color. You rarely see women dressed in Western clothing, or rather, you do see this clothing under the abaya; for example, women wear jeans under the abaya. The edges of the black abaya are often embellished with floral patterns. Instead of a niqab, they wear a black face mask. Women are more frequently seen traveling in pairs or groups of three.

As a group, we had a very interesting conversation with a female driver/shuttle bus driver; the translator was the German tour guide, who had studied Arabic and ethnology and earned his doctorate about a related topic. The young woman has ten brothers and five sisters. She is ten years younger than her oldest sister, with whom she lives. She is 29 years old. The older sister had originally wanted to study but was then married off. The legal situation was different back then; she had no right to appeal. Then, however, a change in the father's attitude seems to have occurred, and the other daughters were allowed to object to a marriage. However, he has since passed away, and the eldest brother is now responsible for the unmarried sisters. She is very pleased with the change in the law. The older sister wasn't so happy about the marriage, but she eventually resigned herself to her fate. The marriage wasn't bad, although she wasn't truly happy. She has seven children. Her husband has since died in a car accident. The father had a total of three wives. Many of the children were completely unaware of the second marriage, or even that two of their siblings weren't from the first and third wives. They were so well integrated that no one questioned who the siblings' mother was. The father's second marriage ended in divorce. In total, 16 children grew up from his marriages with three women, one of whom contributed only two children.


That evening, she wore a dark burgundy abaya and a niqab. She herself would break with tradition, but the women in the family insisted on it. She wouldn't, however, forgo the hijab and abaya, which she sees as required by her religion and which she observes. When I asked if much had changed, she confirmed that it had. I had pointed out that the time between women being able to get a driver's license and drive a car and them working as shuttle drivers was quite short. Since I had noticed quite a few women in the tourism sector, I inquired further. She explained that there were actually fewer women working in tourism because families, and especially the men, believed it involved too much contact with the opposite sex. She reported that many more women were already working in banking or hospitals. Furthermore, many sectors were giving preference to female employees, although one may suspect that altruistic motives weren't the only factor. International travel was permitted, but it had to be work-related. And she herself had already been to Egypt and Jordan.

The husband has to provide for his wive(s) and children, but if the wife or our unmarried driver earns money it belongs to her. I wonder how long this will be that case. She maintains an own car, drives around and doesn't care if her female neighbors question this practice.

Looking back on the trip, particularly with regard to the women, I must admit that my perspective was limited. Medina is a special case, as it's packed with pilgrims, and the same is true for Jeddah. In smaller towns, women were almost exclusively seen wearing black abayas and niqabs. Riyadh showed the greatest variety. Western-dressed women were seen in cars; many wore hijabs but no longer niqabs. And I remember one very young woman on the streets who wore an abaya, but her face and hair were uncovered.
 



Links and Annotations:
[1] Georgina Rannard & Muhammad Shukri / BBC News: Women have 'quarter of brain' says Saudi cleric.
https://www.bbc.com/news/blogs-trending-41361123
Quote: Women "don't deserve to drive because they only have a quarter of a brain.”
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Women%27s_rights_in_Saudi_Arabia
[3] Glossary:
Abaya (عباية) – Outer garment worn by women over their normal clothing outside the home
Niqab (نقاب) – Face veil
Hijab (حجاب) – Headscarf covering the hair, neck, and often the shoulders
More on Niqab: https://en.wikipedia.org/wiki/Niqab

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Monday, March 9, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 28. KW 09.03.2026

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.



28. KW
Volker Sielaff: Licht


„... genagelt / ans Kreuz ...“ -: das ist wie ein Kneifen, das einem die Wirklichkeit offenbart.

„einen Gekreuzigten sahen ...“ -: ich sah einmal ein Foto von zwei Frauen im TrümmerFrauenOutfit, die vor einer Kirche den Jesus am Kreuz schräg über die Treppen hielten und ihn mit einem Schlauch abSpritzten. 

Kreuze 
    die Kreuze 
Lagen 
ZerBrochen 
Am 
Boden 
Und 
Den 
Heiland 
Hatte 
Man 
Von 
Der 
Wand 
GeNommen
Was 
Aber 
Ist 
Das 
Für 
Ein
Sieg
Der in 
    Die 
Hölle führt 

Nicht die Kreuzung ist heiter sondern die Auferstehung. Paulus im Brief an die Philipper: „Freut Euch!“     
 

28. KW
Kommentar: Michael Braun


Museumsbesuch -: Der Panther im Jardin des Plantes, Paris von Rainer Maria Rilke 

„Augen für das, was wir nicht sehen“ -: hier muss man, wie es St. Exupéry ausdrückte, mit dem Herzen sehen. 

In Kirchen ist es häufig dunkel, um nicht im KunstLicht zu sitzen. Die Kerze oder das ÖlLicht könen der Kontemplation zuGerechnet werden. 

Das Heilige wird durch den HeiligenSchein verDeutlicht.






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Sunday, March 8, 2026

Altargesteck am Sonntag Okuli 2026



Der dritte Sonntag der Passionszeit wird auch Okuli [1] genannt. Die Bezeichnung geht auf die lateinische Fassung eines Psalm-Verses zurück: „Oculi mei semper ad Dominum“ [2]. Der Wochenspruch lautet: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ [3] 

Aber bleiben wir zunächst bei den Augen, denn in der Predigt in der Versöhnungskirche ging es um das 16. Kapitel der Genesis (1. Buch Mose). (Blätter! Blätter!) Dort geht es um die Kinderlosigkeit von Abrams Frau Sarai, die dazu führt, daß Abram mit Hagar Ismael zeugte. Diese Schwangerschaft führte zu einer Machtumkehr im Hause Abrams, denn Hagar schaute auf Sarai hinunter. Sarai behandelte Hagar hart, so daß diese floh, aber in der Wüste zur Umkehr bewegt wurde. Hagar sprach die Worte: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ Interessanterweise wird für Okuli als Lesung aus dem Alten Testament empfohlen: „Und Ahab erzählte der Isebel alles, ...“ [4]. Das denke ich gleich an Kapitän Ahab. Und Herman Melvilles Roman „Moby-Dick“ aus dem Jahr 1851 beginnt mit dem Satz: „Call me Ishmael“ [5]. Aber was erfahren wir über Ismael in der Bibel? Er wurde mit seiner Mutter Hagar in die Wüste Paran vertrieben, dort nahm Hagar ihm eine Frau aus Ägypten. Im 25. Kapitel der Genesis erfahren wir, daß Abraham von Isaak und Ismael gemeinsam begraben wurde. Ismael selbst wurde 137 Jahre alt und seine Söhne „von Hawila an bis nach Sur, das östlich von Ägypten liegt, gegen Assur hin“ [6]. Im Islam zählt Ismael (إسماعيل) zu den Propheten und Stammvater der Araber. Zusammen mit seinem Vater Abraham bzw. Ibrahim (إبراهيم) hat er laut Koran die Kaaba in Mekka errichtet [7].

Der Text für die Lesung aus dem Evangelium trägt den Titel „Vom Ernst der Nachfolge“ steht im 9. Kapitel des Lukasevangeliums [8].  Die Textauszug beginnt mit: „Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst.“ Er kulminiert in: „Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!“ Und endet mit: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ Vielleicht will Jesus Christus uns einen Entscheidungskonflikt, ein Dilemma, aufzeigen. Wir müssen im Einzelfall selbst entscheiden, welchen Weg wir einschlagen.
Ich dachte gerade an die Zeile, die im Englischen so lautet: „Let the dead bury the dead“. Ich hatte Barry McGuire mit „Eve of Destruction“ [9] im Kopf, aber in dem Lied singt er: „You can bury your dead“. Er singt „Let the dead bury the dead“ in einem anderen Lied [10]. Mir gefällt aber „Eve of Destruction“ weitaus besser, gerade weil der Song nach 60 Jahren topaktuell ist.

In der Predigt in Kall ging es um die Speisung der 5000 [11]. Dabei waren übrigens nur die Männer gemeint und nicht die Frauen und Kinder, die sich dort auch noch aufhielten (Vers 10). Mit Bordmitteln war das Ziel der Speisung nicht zu erreichen –  „Nicht einmal Brot für 200 Silberstücke reicht aus, dass jeder auch nur ein kleines Stück bekommt!“ Die Predigt griff dies auf, daß wir immer mehr wollen. Jesus will, daß alle genug haben und als am Ende „zwölf Körbe mit den Resten von den fünf Gerstenbroten“ übrig bleiben, sollen ie gesammelt werden, damit nichts verdirbt. Wir erinnerten uns auch an die Geschichte von Joseph, der die Träume des Pharaos deutete, daß auf die sieben fetten Jahre sieben magere Jahre folgen sollten [12]. „Mehr“ (magis) trieb auch die Jesuiten an, die darunter aber verstanden, mehr zu tun, was Gott und den Menschen dient. Was die irdischen Güter angeht, ist das Mehr durch ein Genug zu ersetzen, denn dann hat jeder Teil an der Welt. Was war eigentlich mit den Fischen? Wo sind die geblieben? Alle vier Evangelisten berichten von dem Brotwunder, aber nur Markus erwähnt die Fische - „Und sie sammelten die Brocken auf, 12 Körbe voll, und von den Fischen“ [13].

Die liturgische Farbe ist Violett. Das Gesteck in der Versöhnungskirche stand abseits auf dem Altar, aber für 15 Personen reicht der Platz um den Taufstein völlig aus. In Kall stand eine Vase mit Tulpen auf dem Altar. Übrigens gab es vor sechs Jahren an Okuli noch ein Gesteck, aber keinen Gottesdienst mehr. So wie es aktuell ist, gefällt es mir besser.





Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/okuli/  
[2] Ps 25,15 [wörtlich: meines Augen immer zum Herrn; oder: Meine Augen schauen stets auf den Herrn]
[3] Lk 9,62
[4] 1. Kön 19,1–8(9–13a)
[5] https://www.gutenberg.org/files/2701/2701-h/2701-h.htm#link2HCH0001 
[6] 1. Mose 25,18 
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Ismael 
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.9  Lk 9,57–62 
[9] Barry McGuire - Eve Of Destruction 
https://www.youtube.com/watch?v=qfZVu0alU0I  
[10] Barry McGuire - Let The Dead
https://www.youtube.com/watch?v=iu1IYZVc99M  
[11] https://www.bibleserver.com/LUT.SLT/Johannes6 Joh 6,1-15  
[12] Bitte nachlesen: https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose41 1. Mose 41,1 ff.
[13] Mk 6,43