Friday, April 17, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 17.04.2026

 


Wie lustig springen die
Füße
In der Spießrutengasse.

Auf Stelzen torkeln der
Häuser
Silhouetten breitbeinig

Spiegelnd in Glas der ge-
hengten
Dilettantisches Tanzspiel.
Ernst Jürgen Dreyer [1]


Geboren
    geboren werden
An
Jedem
Neuen
Tag
Wie
Auch selbst
    Jeder
Neue Tag  

Köln / Colonia / CCAA
01 
die stadt ist der verkehr 
und der verkehr drum rum 
in die stadt 
aus der stadt 
rückLichter
blitzLichter
lichtHupe
hupe
02 
die geSpannten blicke 
wie geSpannte hähne 
eines revolvers 
oder einer MP 
rattatata rattatata
03 
streik bei luftHansa 
streik bei KVB 
kein streik auf der autoBahn
dort nur stau 
04
MUSEEN DER STADT KÖLN 
05 
heißes wasser 
heiße würstchen 
auch vegan 
versteht sich
06 
wieder celan 
von schwelle zu schwelle 
und die zeugen jehovas 
oder die mormonen
das nächste mal 
hinein bitten 
fragende gesichter
07 
in der vorstadt 
wo die lieder spielen
die 1970er 
die 1980er 
eckKneipen
heute wird draußen geraucht 
08 
die DVD ist zerKraTzT
aus der nachbarWohnung 
dringt musik
hört wieder auf 
die sonne sinkt
09 
hinter den gelben feldern 
verIrrt sich die stadt 
aber sie hat ausLauf
wie die kleinen hunde 
10 
alexander auf dem weg 
nach indien 
immer weiter 
alexanderQuelle 
in steglitz
nicht in köln 
11 
dieser schwarze tango 
dieses köln 
eigene sprache 
sprachraum 
stadt ohne raum 
ripuarisch
RIP u. arisch
12 
betonFestungen 
und DER DOM 
brücken 
und DER RHEIN 
köln 
alaaf nicht helau
nicht lau
eher warm
auch im winter  

Strand 
    sich in 
Den 
Sand 
Fallen 
Lassen 
Von 
Der 
Sonne 
Wärmen 
Lassen 
Und 
Der 
Brandung 
Lauschen 
Den 
Sand 
Auf der Haut 
    EinFach 
Nicht wahrNehmen 

Mittag 
    kurz vor 
Dem 
MittagEssen 
Kreist
Die 
Sonne 
In 
Licht 
Und Schatten 
    Zwischen 
Den Bäumen 

Fernsicht Ukraine 
                    Für Anton G. Leitner
Das Land nun mit 
Der Kamera. (Der Blick 

Bleibt hängen an
Gelb und Blau.) Die Fahne

Flattert ängstlich in der 
Nacht und erwacht 

Ebbe 
    laß doch 
Die 
Ebbe 
FortFühren 
Was 
Sie 
Will 
Und 
Uns 
Auf die 
    Nächste 
Flut hoffen 






Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Ernst Jürgen Dreyer [1a]: Chansons III. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 6. Jahrgang 1959. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 127.
[1a] Ernst-Jürgen Dreyer (1934-2011) war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker, Übersetzer und Musikwissenschaftler.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst-J%C3%BCrgen_Dreyer 
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Thursday, April 16, 2026

Sammelsurium (303) 16.04.2026

 


In die Enge treiben
Schienen
Lichter
führen hinters Licht
Fitz Pratz [1]

RückSchau
1226 n. Chr. [2]

Tod von Franz von Assisi. Domkirche in Riga wird nach 11 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Lübeck freie Reichsstadt.

Spiegelung
In den jauchigen, schwarzen Spiegeln am Boden vor dem ViehStall erblickte ich mich, älter ja, aber so farbig wie zuvor.   

Zu viele Zuschauer 
„Zu viele Zuschauer“, dachte der Rote Milan, als er niederStürzte und die Krähen ihn dabe beobachteten. Da zog er elegant in einem Bogen wieder hinauf in den Himmel, wo er sich unbeobachtet fühlte.  

Vom Himmel hoch
Vom Himmel hoch tropften kristallen die Sternlein herab.

Köln-Kalk
Die beiden älteren Türkinnen sitzen auf dem Rand eines BlumenKübels in der Sonne und der Wind bauscht ihre Röcke auf.

14 Jahre Vorfreude  
„14 Jahre Vorfreude haben sich gelohnt“. Das ist aus einer Imagekampagne für die Kölner Oper. Also mir geht die Oper am A... vorbei, aber das haben die Operliebhaber nicht verdient.

Stallungen 
Nun besitze ich ja selber einen SchweineStall, der aber schon seit JahrZehnten (?) nicht mehr genutzt wird. Aber ich erinnere mich noch gut an die SchweineStallungen, die von der Mutter einer Freundin auf dem Land zwischen Taipeh (
台北市) und dem Teegebiet von Oolong (烏龍), oberhalb von Shindian (新店市) betrieben wurden. Die Schweine hatten Koben aus Beton unter einem Dach, aber alles war offen; dann ging es durch ein Türchen an jedem Koben ins Freie, so daß die Schweine dann auch herausGelassen werden konnten, um sich im Freien auf natürlichem Boden zu ergehen. Und so ähnlich ist es bei den Menschen in GroßStädten. Sie können aus der Wohnung ins Freie auf den Balkon. JedenFalls war das während Corona so.  

VersammlungsOrt

„Und er versammelte sie an einem Ort, der heißt auf hebräisch Harmagedon“ [3], aber heute würde man sinnVollerweise das AutobahnKreuz Köln-Süd  benennen, denn da sammeln sich alle Völker jeden NachMittag. 

Der Geduldige & die BildungsHungrige
Der Frosch am Brunnenrand wartet ungeduldig auf die Prinzessin, die ihn küssen soll. Die aber nahm ein Buch. las und küßte es.

TransKarpatisch
    man mag
Zaudern
Wenn
Die 
Wohl
GeScheitelte
LandSchaft
WundTriefend
Sich
Mit Schnee
    AnStatt
MullBinden beDeckt

Mücken
Mücken können Millionen von Jahren in BernStein überDauern, aber soBald sie wieder frei sind, stechen sie auch wieder zu. 

Scherben [Shards]
Vorsehen – versehen 
Vorsehung – Versehung  
Verhören, Verhör, Verhörung
Vorhören, Vorhöher, Vorhörung

Moll – mol/l 
Dur - Evidur

vergeblich – geben  
vernehmlich – nehmen 

Naturerbe – Euterpe

Die Denke
Die Tanke
Die Fliege – nein, der Flieger
Zeitnah, aber bildungsfern 




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Fritz Pratz [1a]: Innenstadt. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 6. Jahrgang 1959. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 56.
[1a] Fritz Pratz (1927-2014) war ein Erzähler, Lyriker, Essayist, Hörspielautor. https://geheli.de/autoren/pratz-fritz.html    
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 528/529.
[3] Offb 16,16 // Und überhaupt -: Armageddon klinkt einfach besser!

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Peacocks, especially in Sri Lanka

 


What's rich to him
That has made a great peacock
With the pride of his eye?

William Butler Yeats [1]


I have seen a great deal of peacocks in my life, and they have always been present in my life. My earliest memories, however, are not of peacocks as such, as I might have seen them during a visit to the zoo, but rather of reports I saw as a child in the yellow press. These reports dealt with the Peacock Throne [2] in Persia, with the Shah of Persia, Soraya [3], and Farah Pahlavi; the tabloids called Soraya the "German on the Peacock Throne" because she had a German mother. Once, my family and I were watching an Edgar Wallace crime movie, a black and white movie, on television when my mother remarked, which was supposed to be set in London: "Ah, that's Peacock Island [4]!" And then we heard the calls of the peacocks. Now, these Edgar Wallace movies [5] were the German equivalent of B-movies. They were actually more amusing when viewed with some distance from the time of their shooting. And I remember peacocks that you could see and hear at Meerbusch-Ossum, near the hospital, where I worked as a heumatologist. I was walking through a small thicket when suddenly a peacock stood in a clearing and spread its tail feathers. It squawked and then ran off.


We speak of peacocks, but peafowl would be the correct term; in German, this isn't so noticeable, because there it's called "Pfau" (peacock). Peacock is the masculine form and peahen the feminine form of peafowl, but colloquially, people say "peacock." The Latin pava comes from the Greek taos, which was handed over from the Persian tavus (طاووس), which came from the Tamil word tokei (I've found mayil /
மயில் instead) [6]. Peacocks were already mentioned in the Bible, specifically in connection with King Solomon [7].




I made three trips to Sri Lanka in the 1970s and didn't see a single peacock. This surprised me greatly, as we saw peacocks in all the parks — in trees or displaying their plumage — and also at various tourist attractions and historical sites. We visited Wilpattu National Park, Minneriya Park, the vast Yala National Park, and Bundala Park, which is particularly rich in birds, with around 200 species. We saw the Indian peafowl (Pavo cristatus), also known as the blue peafowl, which is native to the Indian subcontinent and thus also to Sri Lanka. Since it has also been introduced to other parts of the world, I even spotted one on the balcony of my hotel in San Pedro de la Atacama, Chile.


What fascinated me most about peacocks on this trip were the warning signs along the highway, cautioning drivers to beware of peacocks crossing the road. Incidentally, over 40 years ago, there were no highways in the south of the country. A road network existed, but the roads were narrow and the busses slow. During the trip, someone had mentioned the book "The Peacock" by Isabel Bogdan, which I read afterwards [8]. I enjoyed it very much, and I've now found another book, "The Peacock Garden" by Anthony Weller [9], which I might read. In any case, the peacocks in Sri Lanka were very interesting and have stayed with me for quite some time, and will continue to do so. I just discovered that the Sri Lankan airline has a peacock in its logo — well, Lufthansa has a crane.




Links and Annotations:
[1] From: William Butler Yeats [1a]: The Peacock.
https://allpoetry.com/The-Peacock
[1a] William Butler Yeats (1865-1939) was an Irish poet, dramatist, writer, and literary critic.
https://en.wikipedia.org/wiki/W._B._Yeats
[2] The Peacock Throne (تخت طاووس) was a throne made of gold and reportedly 26,733 precious stones, belonging to the Mughal emperors of the Indo-Islamic Mughal Empire in northern India. This Peacock Throne was lost, but the name remained as a synonym for Persia.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pfauenthron
[3] Soraya Esfandiary-Bakhtiary (ثریا اسفندیاری بختیاری) was Queen of Persia from 1951 to 1958 through her marriage to Shah Mohammad Reza Pahlavi; she lived from 1932 to 2001.
Soraya grew up in Berlin and Isfahan; I love both cities.
https://de.wikipedia.org/wiki/Soraya_Esfandiary_Bakhtiary
https://en.wikipedia.org/wiki/Soraya_Esfandiary-Bakhtiary
[4] Peacock Island with Peacock Island Palace is located in the Havel River in southwest Berlin and, since 1990, has been on the list of the UNESCO World Heritage Sites, along with the palaces and parks of Sanssouci in Potsdam and others. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Pfaueninsel
https://en.wikipedia.org/wiki/Pfaueninsel
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Edgar-Wallace-Filme
But please read:
https://en.wikipedia.org/wiki/Films_based_on_works_by_Edgar_Wallace#German_Krimi_adaptations
[6] https://en.wikipedia.org/wiki/Indian_peafowl
[7] In the First Book of Kings: “For the king had a fleet of ships of Tarshish at sea with the fleet of Hiram. “Once every three years the fleet of ships of Tarshish used to come bringing gold, silver, ivory, apes, and peacocks.” 1 Kings 10:22
https://biblehub.com/esv/1_kings/10.htm
[8] Isabel Bogdan: Der Pfau. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, ISBN: 978-3-462-04800-1.
Isabel Bogdan: The Peacock. Translated by Annie Rutherford. Voland & Quist, Berlin 2021. ISBN: 978-3-863-91293-2.
[9] Anthony Weller: Der Pfauengarten. Translated by Doris Styron. Lichtenberg Verlag, München 1997. ISBN: 9783785281031.
Anthony Weller: The Garden of the Peacocks. Da Capo Press, New York 1998. ISBN: 978-1569246962.

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Wednesday, April 15, 2026

Haiku for National Haiku Writing Month – April 2026 First Half

 


National Haiku Writing Month has been founded by the well known haiku poet Michael Dylan Welch. The goal is to write at least one haiku a day. National Haiku Writing Month is in its 14th year. [1] I enjoy writing to the prompts on Facebook. Here are some interesting links: [2]. Our prompter this month is  Andrea Piscitelli Narciso[3]. Andrea has done so before in May 2017, June 2023, and May 2024. Thank you for prompting again, Andrea!


moonwake 
the silent scar 
of a leaving boat 
~ Moonwake

moonwake 
coffee or beer 
hikiwake 
~ Moonwake

finnegans wake 
is about whiskey 
not coffee 
~ Moonwake

slow and moody 
the river meanders 
then foams over the cliff  
~ Meander

off road 
across the grasslands 
a red kite above 
~ Grasslands 

only the wind 
behind the grapevine 
I hear you 
~ Grapevine

golden hour 
beats happy hour beats 
rush hour 
~ Golden Hour

coffee and tea 
brioche, marmelade and wasps 
welcome to the party 
~ Garden Party

we love 
the yellow flecks on the meadow 
humans and cattle 
~ Fleck of Color 

too early 
for fireflies 
but imagening 
~ Firefly [4]



cape town's 
oranjezicht farmers market 
a thief's paradise 
~ Farmers Market 

some walk on sunshine 
some on dew-kissed grass 
just one on water 
~ Dew-Kissed 

dew-kissed 
the narcissus waits 
for the sun's kiss 
~ Dew-Kissed 

counting stars on 
the hollywood walk of fame 
except for one 
~ Counting Stars 

black desert night 
counting the stars above 
until you catch sleep 
~ Counting Stars 

no ice left
the water is running smoothly
at the cascade 
~ Cascade

you might not 
like a bee sting, how about 
a bee sting cake 
~ Bee Sting

sitting 
in the apple grove 
with only one flower 
~ Apple Grove 

april showers 
on the fresh blossoms 
glossing the view 
~ April Showers 





Links and Annotations:
[1] National Haiku Writing Month https://www.facebook.com/NaHaiWriMo  
[2] „To help with haiku fundamentals, please have a look at "Becoming a Haiku Poet" at https://www.graceguts.com/essays/becoming-a-haiku-poet. Please review the "Haiku Checklist" at https://www.graceguts.com/essays/haiku-checklist. I also recommend to read: https://www.nahaiwrimo.com/why-no-5-7-5 
[3] https://www.nahaiwrimo.com/meet-the-prompters/andrea-piscitelli-narciso-2023 
[4] Strange coincidence – I've just started to read Sara Lewis: Silent Sparks. The Wondrous World of Fireflies.

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Monday, April 13, 2026

Cinnamon and Cardamom in Sri Lanka


Die fischer überliefern dass im süden
Auf einer insel reich an zimmt und öl ...
[The fishermen tell us that in the south
On an island rich in cinnamon and oil ...]
Stefan George


I was just reading the poem by Stefan George from which the two lines above are taken [1] and thought I could write about two of the many spices for which Sri Lanka is known.
These spices include:
Cinnamon (Cinnamomum verum)
Cardamom / green cardamom pods
Nutmeg & Mace
Turmeric
Curry Leaves
Lemongrass
Black pepper
Cloves

In this blog post, I will focus on the first two, cinnamon and cardamom. This is for personal reasons. Firstly, I remembered three visits to Sri Lanka in the 1970s, when planes still landed at the old airport. Back then, walking from the plane to the terminal meant crossing the tarmac. A mixture of cinnamon and kerosene, along with the heat, would hit you. It was a very typical smell. I was a little disappointed when, after all these years, I landed at the new airport in Sri Lanka and we went straight from the plane into the terminal building, so the particular aroma is no longer there. However, I've developed a close relationship with cinnamon since then. I've also been using cardamom for a very long time, more intensively after my trip to Sikkim three years ago; one of the pictures is from Sikkim. Especially after my trip to Saudi Arabia last autumn, I was able to reconnect with earlier flavor experiences in Jordan, because in the Arab world, cardamom is a spice used, for example, to flavor coffee.

Cardamom plant in Sri Lanka


Cinnamon (Cinnamomum verum)

Spices from Sri Lanka (taprobane, serendib) reached Greece and the Roman Empire as early as antiquity [2]. In the 14th century, many trade routes for spices passed through Sri Lanka. Later, Portugal, the Netherlands, and the United Kingdom sought sea routes to Sri Lanka and other spice islands to break the monopoly held by Arab middlemen.

Cardamom
The name comes from a latinized Greek word, namely καρδάμωμον (kardámōmon) [3], which was formerly used to mean cress [4]. As I learned in Sikkim, the plant is demanding and needs plenty of sunshine, but not too much, and sufficient water. There, Amomum subulatum, which has brown seeds, is more commonly cultivated, while in Sri Lanka Elettaria cardamomum with black seeds is more prevalent. The seeds are used as a spice, but they are left in the pods. Many powders also contain the seed pods, increasing the quantity but not the flavor. Terpenes are responsible for the flavor. Cardamom is expensive.

Cinnamon
Cinnamon is obtained from the inner bark of various trees. Ceylon cinnamon (Cinnamomum verum) originates from Sri Lanka, and this variety has a low coumarin content. Many cinnamon powders are made from cassia, which has a significantly higher coumarin content. The word cinnamon can be traced back to Latin and the Ancient Greek κιννάμωμον (kinnámōmon, later κίνναμον: kínnamon), the Greek being based on a Phoenician word [5]. Cinnamon was already being imported to Egypt 4000 years ago. Cinnamaldehyde is its main component [6] which we smell and taste. Even though it is more expensive and cumbersome, one should buy and use the bark pieces.



Cardamom plant in Sikkim


Links and Annotations:
[1] Stefan George: Der Herr der Insel. In: Die Bücher der Hirten- und Preisgedichte der Sagen und Sänge und der hängenden Gärten. Zweite Ausgabe. Georg Bondi, Berlin 1899. S. 20/21. 
[Stefan George: The Lord of the Island. In: The Books of Pastoral and Praise Poems, Legends and Songs, and the Hanging Gardens. Second Edition. Georg Bondi, Berlin 1899. pp. 20/21.]
The book sells for €190.00 today!
[2] https://lakpura.com/pages/spices?srsltid=AfmBOopT05VmP5EKm60bZXOE-LIdzc820iQPto49S5JJ-Z57afQ5l7DA
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Cardamom
[4] Attested in Mycenaean Greek, written in Linear B syllabic script. And I won't write anything now about Michael Ventris, who was instrumental in the first attempts at decipherment.
[5] https://en.wikipedia.org/wiki/Cinnamon
[6] https://en.wikipedia.org/wiki/Cinnamaldehyde

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LYRIK-Taschenkalender 2013 31. KW 13.04.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


31. KW
Monika Rinck: Der Schlichter ist krank


„Meine Assistenten prügeln“ -: der Prügler in Franz Kafkas „Der Prozess“ hat eine ganz andere Präsenz.

„Oweh“ -: „weh unser guter kasper ist tot.“ [1] 

Ich bin nach 11 Tagen wieder hier angelangt, sonst schaffe ich das nicht in Monaten. Es scheint alles an Assoziationen durch zu sein. 

NachSchlagen und Schlägerei eher [Scherben]. 

„Zackbumm“ -: „Fakt bumm!“ sagte ein Mann in einem Interview nach jedem Satz. Es war vielleicht ein Zackbumm gemischt mit einem Faktum. Ich denke gerade an: „Fakten, Fakten, Fakten“ [2].    

Sprache 
  da rollt 
Sie 
Langsam 
Dahin
Wie 
Der
Klicker 
Eines 
Kindes 
Schillernd
Bis 
Sie 
Wieder 
Für eine 
    Weile 
Still steht 


31. KW
Kommentar: Ulf Stolterfoht


Mich zieht das Gedicht nicht in diesen „ungeheuren rhythmischen Sog“. 

„Ohne blinde Stellen und schwarze Löcher“ -: aber auch ohne seltsame Attraktoren (ChaosTheorie) [3].

„Magisch / makellos“ -: naja, auf jeden Fall aber keine Makulatur. 

„Wie man heute politische Gedichte schreiben kann“ (U.St.) -: Zackbumm (M. R.). 

Tja
    dann 
Wundern 
Sich 
Die 
Weisen 
Und 
Sprechen 
Leise 
In die 
    Welt 
Ihr -: Tja
 





Links und Anmerkungen:
[1] Hans Arp: Kaspar ist tot [Zweite Fassung]. In: Wulf Segebrecht (Hrsg.): Das deutsche Gedicht. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. S. Fischer, Hamburg 2005. ISBN: 3-10-074440-3. S. 346.
[2] Helmut Markwort (Focus): „Fakten, Fakten, Fakten – und immer an die Leser denken“.   
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Seltsamer_Attraktor 

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Sunday, April 12, 2026

Altargesteck zu Quasimodogeniti 2026


Der erste Sonntag nach Ostern wird Quasimodogeniti genannt [1]. Dies geht auf den ersten Brief des Petrus Kapitel 2, Vers 2 unter der Überschrift „Das neue Gottesvolk“ [2] zurück: „quasi modo geniti infantes rationabile sine dolo lac concupiscite ... bzw. Vulgata: sicut modo geniti infantes rationale sine dolo lac concupiscite ...“ [„und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein“]. Neugeborene Kindlein bezieht sich auf die damalige Praxis, daß Ostern getauft wurde und die Täuflinge ihre weißen Kleider bis zum nächsten Sonntag trugen. Und daher kommt auch die Bezeichnung Weißer Sonntag, der aber eher in der römisch-katholischen Kirche benutzt wird. Das englische Whitsunday bezeichnet Pfingsten und nicht diesen Sonntag. 

Bleiben wir für den Wochenspruch im ersten Petrusbrief: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ [3]  Als Kernaussage des heutigen Sonntags kann man direkt aus dem Evangelium zitieren: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ [4].

Der vorgesehene Text für den heutigen Sonntag steht im Johannesevangelium [4]. Es geht um die Zweifel von Thomas, der auch Zwilling genannt wurde. Die Jünger saßen bis auf Thomas hinter verschlossenen Türen und Jesus kam zu ihnen. Sie sahen seine Wundmale. Später erzählten sie Thomas davon, der meinte, er könne es nur glauben, wenn er es selbst sähe und seine Finger in die Wundmale legte. Thomas ist eine der Gestalten, denen etwas unrühmliches anhaftet. Bei Matthäus wird er nur als Jünger genannt [5], ebenso in der Apostelgeschichte als einer der Zwölf [6]. Im Johannesevangelium finden wir ihn dreimal: etwas vorlaut spricht er zu den anderen Jüngern vor dem Besuch in Bethanien [7], im 14.Kapitel gibt Thomas die Vorlage zu „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ [8], und dann die Stelle, die ihn als Zweifler brandmarkt. Als Thomas den Christus sieht, glaubt er, aber Jesus spricht zu Thomas: „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ Auch Petrus kommt nicht gut weg: da wird er als Satan bezeichnet, da muß er im Wasser versinken als Kleingläubiger, da muß er bitterlich weinen wegen seines Verrats. Oder Martha, die anscheinend die schlechtere Wahl getroffen hat [9]. Und in dem Zusammenhang dürfen wir nicht Judas vergessen.

Der Text für die Epistellesung und Predigttext sind identisch und er steht wie der Wochenspruch im ersten Petrusbrief [10]. Dieser Brief weist eine genauso hohe theologische Komplexität auf wie etwa der Römerbrief. Über den Verfasser wissen wir nichts. Mit Simon Petrus hat er natürlich nichts zu tun. In der Lesung geht es um die „Lebendige Hoffnung“. Durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten wir uns im Himmel ein unvergängliche, unbeflecktes und unverwelkliches – so der Text – Erbe im Himmel bewahrt. Es ist von Leid/Anfechtungen die Rede, in denen sich der Glaube bewähren soll. Dann aber: „ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.“ Wenn man den Text überfliegt, dann wirkt er wenig hoffnungsvoll, wenn man ihn genauer liest, dann sieht man, daß man im Glauben bereits jetzt und hier Teil hat an der „Seelen Seligkeit“, sprich dem ewigen Heil. Und deshalb schrieb auch Paulus: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ [11]

Die Lesung aus dem Alten Testament steht im Buch Jesaja [12], unter anderem die schönen Verse: „Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ In anderen Übersetzungen steht anstatt „kriegen“ bekommen oder empfangen, beide Lösungen finde ich besser.

Das Gesteck in Holweide war überraschend schön und ich hätte es früher in den höchsten Tönen gelobt, aber in Kall paßte es doch besser zum Sonntag Quasimodogeniti. Weiß ist nun einmal die aktuelle liturgische Farbe und die wurde mit verschiedenen Sorten von Blumen ausgelotet und zu einem floristischen Kunstwerk gesteckt.





Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/quasimodogeniti/ Was hatte es gleich mit Quasimodo [1a] auf sich?
[1a] So hießt der Glöckner von Notre Dame in dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1939; mit Charles Laughton und Maureen O'Hara (Esmeralda). https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gl%C3%B6ckner_von_Notre_Dame_(1939)  
[2] https://www.bibleserver.com/text/LUT/1.Petrus2     
[3] 1. Petr 1,3
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.20 Joh 20,19–20(21–23)24–29, hier Vers 29
[5] Mt 10,3
[6] Apg 1,13
[7] Jesus will zum verstorbenen Lazarus gehen, übrigens von Bethanien am Jordan nach Bethanien bei Jerusalem, als Thomas spricht: „Laßt uns mit ihm gehen, daß wir mit ihm sterben!“ Joh 11,16b
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.14 Joh 14,5-6
[9] Lk 10,41.42
[10] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1PE.1 1. Petr 1,3–9
[11] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/PHP.4 Phil 4.4
[12] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ISA.40 Jes 40,26–31

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