Sunday, September 20, 2026

Altargesteck zum 16. Sonntag nach Trinitatis 2026


Hast du gesprochen: „Weine nicht!“
Du weißt, daß nicht die Toten weinen,
Ob schier im Traum das Herze bricht
Annette von Droste-Hülshoff [1]


Der heutige Sonntag ist der 16. Sonntag nach dem Trinitatis-Fest [2]. Es geht um den Protest gegen den Tod. „Lazarus, komm heraus“ – geht es sonst kräftiger gegen den Tod in den Evangelien?! Der Wochenspruch lautet deshalb: „Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium“ [3]. Hier ist Hoffnung spürbar und das sagt auch das Motto zum Gemeindefestgottesdienst in Köln-Dellbrück/Holweide aus: „Der Himmel geht über allen auf“.


Das war ein bemerkenswerter Gottesdienst. Die ersten Akkorde der Orgelmusik zum Eingang [4] erweckten in mir die Vorstellung, daß gleich ein Vorhang aufgezogen würde, zumal im Psalm [5] das Wort Lichtspiele (wie in Buchforster Lichtspiele) [6] erschien.

Bei Nacht
Der Sternlein Zahl
GeZählet
Viele sind's
Ich kam
Ich sah
GrauTier
Ich kam
Mit dem Kranich
 
In der Predigt („Inhaltliche Mitte“) wurde auf den Himmel eingegangen, wie er z.B. in der Jugendfreizeit erlebt wurde. Ich dachte ebenfalls an Situationen, in der ich den Sternenhimmel besonders wahrgenommen hatte, einmal vom Himmel über der Eifel abgesehen: es waren dabei einige Nächte der Reise im Juli 2026 in die Mongolei (schwarzer Himmel, kaum Feuchtigkeit, keine Lichtverschmutzung, kein Mond, keine Wolken) bzw. vor langer Zeit in den Wüsten Australiens. Und von da kommt man sehr schnell zum Himmel als Erlebnis der Gegenwart. Auf dem Liedblatt waren weiße Wolken am blauen Himmel abgebildet und das ist für mich wieder ein Bezug zur Mongolei. 


Eins von beiden? Oder doch beide?


„Die Auferweckung des Lazarus“ steht im Johannesevangelium und sie ist einer der längsten Lesungstexte [7], weshalb ich das selbstständige Lesen anregen möchte und gar nicht daran denke, den Text anders als kondensiert darzustellen. Lazarus ist der Bruder von Maria und Martha aus Bethanien. Wir kennen Maria und Martha bereits aus der Geschichte mit dem Salböl. Als Lazarus erkrankt ist, fragt man Jesus, ob er nicht nach Bethanien kommen könne, da er ihn doch lieb hat. Aber Jesus bleibt noch in Jerusalem. Trödelt Jesus nun herum? Nein, das sei ferne! Denn er verzögert wissentlich den Aufbruch; fast hätte ich jetzt Abreise gesagt. Bethanien liegt nur etwa drei Kilometer entfernt. Vers 16 finde ich nun interessant, denn da macht der spätere Zweifler Thomas den Vorschlag: „Da sprach Thomas, der Zwilling genannt wird, zu den andern Jüngern: Lasst uns mit ihm gehen, dass wir mit ihm sterben!“ Als Jesus dann nach Bethanien geht, kommt ihm auf den Weg schon Martha entgegen. Es entspannt sich ein Gespräch über die Auferstehung. Aber es geht eigentlich um die Auferweckung und Jesus geht zum Grab. Martha sagt: „Herr, er stinkt schon“. Woher weiß das Martha? Gut, ich wurde im Notdienst zu nicht ganz frischen Leichen gerufen, und die riechen nicht wie Babys (nachdem die Windeln gewechselt worden sind). In der Welt außerhalb des Evangeliums stinkt Lazarus, wenn er verwest, aber nicht, wenn nicht verwest; das ließe Raum für Spekulationen. Danke, Johannes! Aber man öffnet schließlich das Grab und dann spricht Jesus die Worte: „Lazarus komm heraus!“ Lazarus kommt heraus und ich stelle es mir jetzt so vor wie in „Der Fluch der Mumie“, denn er ist in Binden und Grabtücher gehüllt, von denen man ihn dann befreit; übrigens über der Kleidung. Die Geschichte will uns die Furcht vor dem Tod nehmen und die Zusicherung des ewigen Lebens geben.

Der Episteltext steht im zweiten Brief an Timotheus, aus dem auch der bereits zitierte Wochenspruch stammt [8]. Der Text beginnt mit: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Und er endet mit: „Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium, für das ich eingesetzt bin als Prediger und Apostel und Lehrer.“ Paßt!

Das Altargesteck in der Pauluskirche war sehr schön gestaltet und paßte (wie schon der Episteltext) sehr gut zur Stimmung des Tages. Mein Blick ging hoch und ich sah ein Bild von den Konfis mit der Aufschrift „Family“. Ich erinnerte mich an einen Zwischenrufer in einem Konzert von Roger Chapman & The Shortlist mit „Shadow on the Wall“ [9], der laufend „Family“ brüllte, aber zugegeben, ich drifte ab, wenn mich auch der Schattenwurf des Kreuzes, der  aktuell nicht zu sehen ist, immer schon interessierte.


Zum Ausgang spielte Thomas Becker „Toccata in F-Dur“ von Dietrich Buxtehude [10], die vielleicht geläufig sein mag. Davor schweiften einmal meine Gedanken zu Mitch Ryder („Naked but not Dead“) ab [11]. Und dressed to sing -: die Kantoreien unter der Leitung von Mechthild Brand mit „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ aus Joseph Haydens „Die Schöpfung“, ebenfalls ein Genuß für Ohren, Geist und die Erbauung.






Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] Annette von Droste-Hülshoff: Das geistliche Jahr. Union Verlag, Berlin 1952. S. 133-134. Am XVII. Sonntage nach Pfingsten.
[2] https://kirchenjahr-evangelisch.de/16-sonntag-nach-trinitatis/ 
[3] 2. Tim 1,10b
[4] „Introitus“ von Zoltan Kodaly aus der Missa, gespielt von Thomas Becker
[5] Psalm 19 nach Reiner Knieling
[6] https://www.koeln-im-film.de/datenbank/kinos-a-z/detail/93 
Das Bild wurde nach der Schließung (1974) aufgenommen.
[7] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.11 Joh 11,1(2)3.17–27(28–38a)38b–45
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/2TI.1 2. Tim 1,7–10
[9] https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/rockpalast/video-roger-chapman-and-the-shortlist--shadow-on-the-wall-100.html 
[10] Sonst: https://www.youtube.com/watch?v=4u14_yotoaY 
Toccata in F-Dur, BuxWV 157

[11] Mitch Ryder (geb. 1945) ist ein US-amerikanischer Rocksänger.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mitch_Ryder  

 


Mongolia – No Gas


I have actually been thinking to write the following text for weeks but kept putting it off—much like I have postponed other blogposts about Mongolia and Sri Lanka (which is also worth noting here)—simply because I lack the necessary time. However, I drove to Cologne and back today, and both times I saw lines of cars—albeit in the opposite direction of travel. Prices for various types of fuel have risen above €2.50 per liter. You would think that people would drive less as a result. But they don’t! It was a similar story during the trip through Mongolia.



The main problem with the trip in July 2026 [1] was a fuel shortage. Gasoline and diesel are primarily sourced from Russia; the war in Ukraine caused—and continues to cause—a supply deficit, making the journey possible only through significant logistical efforts. Diesel had to be carried on the roof of the kitchen truck, and there was a contract with a gas station chain that would only dispense pre-ordered fuel. Many stations had run out of fuel entirely. Long lines—up to 200 meters—formed at the stations that were still dispensing fuel; this occurred not only near the capital, Ulaanbaatar, though the lines were somewhat shorter elsewhere.


While Russia and the war in Ukraine—instigated by Putin—are the root of the problem in Mongolia, we can hold the war with Iran—instigated by Donald Trump—responsible for the situation in Europe, Germany, and large parts of the rest of the world. China is on the path to becoming independent of fossil fuels, particularly through wind and solar energy. Europe and Mongolia would do well to follow suit.





Link(s) and Annotation(s):
[1] Reisen durch die Mongolei im Juli 2026 und im Juni 2023
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/08/reisen-durch-die-mongolei-im-juli-2026.html 
Text in German without translation, but maybe I republish this blogpost in English.

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Friday, September 18, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 18.09.2026


Stoße zu. Du triffst
den Wind im Genick.
Als Staub stürzt er dir
vor die Füße.
Karl Krolow [1]


Waschungen 
    ich wusch 
Meine 
Hände 
Das 
Blut 
Ging 
Ab
Aber der 
    Honig 
Blieb kleben 

ÜberSchwemmung    
    laß die 
Flüsse 
ZurückFließen
Laß 
Die 
Städte 
Wieder 
ErStehen 
Und 
Laß 
Die 
Tränen 
In die 
    Augen 
ZurückFließen

Stimmen
Wir horchen anGestrengt auf die stimmen
Die unSichtbaren
Die unterIrdischen
Die unBelebten
Die unsrigen 
Wir horchen aufGeregt auf das sichtbare 
Das irdische
Das beLebte 
Eure stimmen? 
Wir horchen in den äther 
In das nichts 
In die leere des alls 
Doch keine stimme erTönt 
Aber wir horchen noch 

Morgen 
    der Morgen
Aus 
Dem 
Fenster 
Oben 
Grau
Unten 
Grün
Und 
Noch 
Tomaten 
Orange 
Bis 
Rot 
Dann ist 
    Die 
Ampel grün

Aufs Land 
    wieder 
Ist 
Frühling 
Und 
Die 
Wanderer 
Kommen 
Aus 
Der 
Stadt 
Aufs Land
Das 
Frische Grün 
    Hat die 
Felder oxidiert

Dritter WeltKrieg
    nach dem 
Dritten 
WeltKrieg 
Hatten 
Wir 
Uns 
Die 
Säcke 
Von 
Den 
Leibern 
GeRissen 
Und beFüllten 
    Sie 
Mit Kartoffeln 

Das dritte Auge 
    bei ihm 
Sei 
Das 
Dritte 
Auge 
Während 
Der 
Meditation 
Geöffnet -:
AnDächtiges Schweigen
    Aber 
Auch Lachen

DoppelPunkt
    das war 
Das 
Alte 
Leben. 
Aber 
Hinter 
Dem 
DoppelPunkt 
Beginnt nun 
    Das 
Neue Leben: 

YinYang [2] 
    so lauf 
Doch 
HinterHer 
Der 
Dunkelheit 
Nur 
Um 
Von 
Helligkeit sie 
    ErLeuchtet 
Zu sehen

Wächter 
Wir sind die Wächter deiner Schlaflosigkeit 
Wir sind die Schlafenden unserer Wachlosigkeit 
Wacht auf ihr Wächter alle 
Wacht über den Schlaf 
Wo so viel wacht ist 
Wo soll der Schlaf noch seinen Platz finden

Wir sind die Wächter deiner Schlaflosigkeit
Wenn wir einSchlafen 
Hast auch du eine Chance

Narben 
    die Narben 
Des 
Himmels 
Werden 
Vom 
Letzten 
Licht 
Des 
Tages 
Angestrahlt
Trost -: Ja
    Vielleicht 
Auch Heilung 

Mauern  
    als in 
Berlin 
Die 
Mauer 
Fiel 
Wurde 
Da 
Und 
Dort 
Schnell eine 
    LärmSchutzWand 
ErRichtet 

September  
    die Sonne 
Stakt
Zaghaft 
Durch 
ZerFeTzTe 
Wolken 
Und 
Du 
Sagst 
Regen 
Ja
Ich 
Wollte ihn 
    Schon 
Noch erWähnen 





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Karl Krolow: Der Mörder. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 9. Jahrgang 1962. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 523. 
[2] Das KorrekturProgramm schlug Pjöngjang anstatt YinYang vor. Nachts ist Nord Korea sehr dunkel und so wäre es nicht völlig falsch gewesen.
Pjöngjang und Düsseldorf 
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/12/pjongjang-und-dusseldorf.html 
[3] Again this footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk  

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Thursday, September 17, 2026

Sammelsurium (315) 17.09.2026


dann verlöscht das Nachtlicht.
Dann schreien die Mägde,
als habe ein Wind
ihre Zöpfe gepackt.
Erich Jansen [1]



RückSchau
1020 n. Chr. [2]

Beginn eines christlichen NormannenStaates in Unteritalien. Tod des persischen Dichters Firdausi [3].

Über die ErdKruste
Die einen wandern über die ErdKruste auf immer neuen Wegen, die anderen wandern auf sich wieder und wieder wiederHolenden Wegen; aber alle gelangen zu dem einen Ziel. 

Angst & Arschloch
Donald Trump hat Angst vor dem Tod, denn Fred Vargas beschrieb es so: „Gestern an der Gare de l'Est hat mir jemand in einem Café gesagt, daß das beste Mittel, keine Angst vor dem Tod zu haben, darin bestehe, das Leben eines Arschlochs zu führen.“ [4]

Gesäß oder Arsch 
Octavio Paz spricht von Gesäß & Gesicht in der Übersetzung [5]. Man hätte auch Arsch & Antlitz wählen können. 

Wäsche Waschen
Eigentlich wasche ich Wäsche nicht gern. Halt! Das geht genauer.
Die Maschine vollstopfen – OK   
Auf hängen – weniger toll
Abhängen – wieder OK 
Zusammenlegen – bäh!!! 

Das Leben 
ZuNächst verSucht das Leben, uns aufZubauen; zu schönen Menschen verSucht es uns zu geStalten. Wir aber geFallen uns schon während der BauPhase darin, uns zu zerStören, denn in Ruinen jammert es sich immer noch am besten. 

Sehen 
Zwischen "man sieht sich" und "man sieht sich immer zweimal" liegen doch Welten.

HaferMilch 
Die Lobbyisten von Anbietern konventionellen KuhMilch waren aufgeregt, man könnte HaferMilch mit KuhMilch verWechseln. Wie der VerBraucher natürlich auch ScheuerMilch, Gletschermilch, HühnerMilch, HexenMilch und LiebfrauenMilch mit KuhMilch verwechselt.
Gerade gab es ein VerFahren um veganen „Likör ohne Ei“ – der mit dem Hahn auf dem FlaschenAufdruck [6].

Capri
Wenn die Sonne so unterGeht, wie sie dort unterGeht, dann schwelgen wir in ErInnerungen an Capri. Aber da war ich noch nie. 

Listen
Ich mußte gestern einige Listen schreiben und da kam ich von Listen auf LISP, dann auf ComputerSprachen und natürliche Sprachen. Zu welchen Listen doch das menschliche Gehirn fähig ist! Manche ComputerSprachen sind besser für das eine oder andere Problem geeignet, aber prinzipiell kann alle Probleme bewältigen. Auch die natürlichen Sprachen haben ihre Grenzen und PräfeRenzen. Manche Sprachen sind besser geeignet, um Schnee zu beschreiben und andere sind besser geeignet für die Unterscheidung von bestimmten Fischen. Ich hatte mich früher auch einmal für LISP interessiert; eigentlich war das auch eine Abschweifung, als ich ein Buch über Computer für Ärzte geschrieben hatte, das aber ganz knapp nicht gedruckt worden ist. Das Manuskript war fertig und abgegeben, aber der Verlag war gerade pleite gegangen. Der hatte auch eine ComputerZeitschrift [7] heraus gebracht. Aber die Zeitschrift war so abGehoben, daß man sogar versuchte, in MaschinenCode anstatt einer ComputerSprache zu programmieren. So wurden sie und der Verlag einGestellt. Das Buch wurde nicht veröffentlicht und ich fand auch keinen anderen Verleger. Aber ich bin wirklich fürstlich ausBezahlt worden; eigentlich mehr als das Buch gebracht hätte. Aber dafür hatte ich es nicht geschrieben.  

Scherben [Shards]:
Taliban – Caliban  




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Erich Jansen [1a]: Frühstück. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 9. Jahrgang 1962. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 506.
[1a] Erich Jansen (1897-1968) war ein deutscher Apotheker und Schriftsteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Jansen  
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 446.
[3] Abu l-Qasem-e Firdausi i (ابوالقاسم فردوسی) war ein persischer Dichter und lebte von 940 bis 1020 [3a]. Er verfaßte das etwa etwa 55.000- 60.000 Verse umfassende Schāhnāme oder Schahnameh (شاهنامه) [3b]. Es ist doppelt so umfangreich wie Homers Epen und sechmal so lang wie das Nibelungenlied.
[3a] https://de.wikipedia.org/wiki/Firdausi  
[3b] https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C4%81hn%C4%81me  
[4] Fred Vagas: "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord". Aus dem französischen von Tobias Scheffel. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2003. ISBN: 3-7466-1512-7. S. 185.  
Herrjeh, warum müssen die Franzosen nur „die Bahnhof“ sagen?! 
[5] Octavio Paz: Verbindungen – Trennungen. Ein Essay. Aus dem Spanischen von Elke Wehr und Rudolf Wittkopf. Suhrkamp Verlag; Berlin 1984. ISBN: 978-3-518-04561-9. S. 11.
[6] Urteil im Prozess um veganen "Likör ohne Ei" am OLG Schleswig
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/pinneberg_segeberg_stormarn/urteil-veganer-eierlikoer-darf-sich-likoer-ohne-ei-nennen,eierlikoer-154.html 
[7] Das war DOS International / DOS Extra mit Andreas Hagedorn. https://archive.org/details/dos-extra-01/page/n1/mode/2up 

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Tuesday, September 15, 2026

Haiku for National Haiku Writing Month – September 2026 First Half


National Haiku Writing Month has been founded by the well known haiku poet Michael Dylan Welch. The goal is to write at least one haiku a day. National Haiku Writing Month is in its 14th year. [1] I enjoy writing to the prompts on Facebook. Here are some interesting links: [2]. Our prompter this month is Debbie Guzzi, who's doing so for the first time. Thanks a lot for prompting, Debbie! I'm enjoying your prompts very much.


oh mica 
not all that glimmers 
but still … 
~ Mica

colorful foliage 
raked into heaps
history, too 
~ Rake



at the old pond 

the toad jumps 
yuck! 
~ Toad

empty deckchair 
it's raining outside 
sizzling haiku inside 
~ Sizzling

dry and warm 
lying on pine needles 
just a hawk's cry 
~ Pine Needles

looking at ladybugs 
or the color indigo 
thinking of coachella 
~ Ladybug

crickets and sunset 
the fireflies following 
living right now 
~ Fireflies

light and water 
entering the cracks 
and ivy 
~ Cracks



gothic castle 

lichen, moss, and ivy 
and of corpse … 
~ Lichen 

i used to eat 
fried fiddleheads 
now they grow out 
~ Fiddleheads

stopping 
the magma flow 
with a garden hose 
~ Magma

the magic returns 
to the reflecting pool 
optimist's view 
~ Reflection

the brain leaves 
ripples of memories 
then leaves 
~ Ripples

late summer 
the time is ripe for 
frosted muffins 
~ Frost

still blossoms 
and ripening fruits 
but frost lurks 
~ Frost

sleeping ducks 
floating on water 
with koi beneath 
~ Water 






Links and Annotations:
[1] National Haiku Writing Month https://www.facebook.com/NaHaiWriMo  
[2] „To help with haiku fundamentals, please have a look at "Becoming a Haiku Poet" at https://www.graceguts.com/essays/becoming-a-haiku-poet. Please review the "Haiku Checklist" at https://www.graceguts.com/essays/haiku-checklist. I also recommend to read: https://www.nahaiwrimo.com/why-no-5-7-5 

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Monday, September 14, 2026

Die Kapelle St. Antonius und St. Luzia in Oberreifferscheid (Eifel) - Revisited


Die Kapelle St. Antonius und St. Luzia befindet sich in Oberreifferscheid. Wie der Name es schon sagt, liegt Oberreifferscheid oberhalb von Reifferscheid in der Eifel. Ich hatte die Kapelle vor einigen Jahren besucht [1] und auch darüber berichtet, aber jetzt bin wieder einmal dort gewesen und ich habe auch etwas mehr über die Kapelle in Erfahrung bringen können. 

Oberreifferscheid hat etwa 150 Einwohner und liegt etwa 130 m höher als Reifferscheid. Der Ort ist als „Overryferscheit“ urkundlich für das Jahr 1397  belegt, aber man nimmt an, daß er eine längere Geschichte hat [2]. Ein Soldatenfriedhof befindet sich außerhalb des Ortes mit eigener Zufahrt; über diesen hatte ich schon einmal berichtet [3].

Die Kapelle St. Antonius und St. Luzia  im jetzigen Zustand stammt aus dem Jahr 1928, als der Westturm abgerissen wurde und durch einen zweigeschossigen Nordturm ersetzt wurde [4]. Es handelt sich um eine in Bruchstein gemauerte und glatt verputzte Saalkirche des 16. Jahrhunderts, an der auch nach dem 2. Weltkrieg Schäden beseitigt werden mußten. Dies geschah bereits 1948/49. Eine weitere Renovierung erfolgte 1974.



Die Glasfenster wurden von der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts erfaßt [5] und stammen fast alle aus dem Jahr 1960. Es wird die Firma Hein Derix genannt. Hein Derix lebte von 1904 bis 1987 [6]; das erinnert mich an meinen Großvater Otto Koerber, der von 1904 bis 1993 lebte und damit den Halley'schen Kometen nur einmal gesehen hat. Die Anfänge der Firma Hein Derix gehen auf Wilhelm Derix zurück, „der 1866 in Goch ein Atelier ins Leben gerufen hatte“. Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts berichtet noch über ein Fenster im Chor, dessen Künstler und Entstehungszeit nicht bekannt sind. Da hätte ich vor etwa sechs Jahren genauer hinschauen sollen. Es handelt sich um eine Darstellung von St. Antonius, bei der man ganz eindeutig ein Schwein erkennen kann.

Auch die Glocken wurden erfaßt [7]. Eine Glocke aus dem Jahr 1933 hat den Krieg nicht überdauert, aber die aus dem Jahr 1891 schon. Diese wurde von August Mark (Eifeler Glockengießerei, Brockscheid/Daun) gegossen und wiegt 50 kg. Der Schlagton wird mit a“ benannt.

Wer aber sind die Heiligen, die der Kapelle den Namen gaben? Antonius fand ich vor sechs Jahren schwierig, weil davon sehr mehrere gibt; Antonius von Padua hatte ich vermutet, aber gerade der ist es nicht. Es ist Antonius der Große (um 251 bis 356) der ägyptische Mönch, Asket, Anachoret und Einsiedler [8]. Er war der erste Wüstenvater und Begründer des christlichen Mönchstums. Hand Conrad Zander widmet ihm 140 Seiten in seinem Buch „Als die Religion noch nicht langweilig war / Die Geschichte der Wüstenväter“ [9]. Kommen wir zum Schwein. Der Antoniter-Orden hatte das Recht, das  „Antoniusschwein“ zur Mast im Dorf auf Kosten der Allgemeinheit frei herumlaufen zu lassen, um es unterscheiden zu können, trug es ein Glöckchen. 




Als Luzia habe ich die heilige Luzia von Syrakus identifiziert [10], die im Jahre 304 zur Märtyrerin wurde. Die Mutter wollte Luzia verheiraten, doch diese hatte ihre Jungfräulichkeit Christi gelobt. Eine Wallfahrt zum Grab der heiligen Agatha in Catania (die mit den Minne di Sant’Agata, also den Brüsten der Hl. Agatha [11]) heilte die Mutter von einer schweren Erkrankung, so daß sie dem Gelübde ihrer Tochter zustimmte. Der zurückgewiesene Bräutigam hatte dann nichts Besseres zu tun, als sie bei der Christenverfolgung anzuschwärzen. Ein Ochsengespann sollte Luzia in ein Bordell bringen, konnte aber Luzia (wie auch 1000 Männer) nicht fortbewegen. Siedendes Öl und weitere Martern konnten ihr nichts anhaben, mit einem Schwertstich in die Kehle wurde sie dann aber doch getötet. Halt, aber sie starb erst, „nachdem ihr eine Hostie durch einen Priester gereicht“ worden war.

Ein Abstecher zur Kapelle St. Antonius und St. Luzia lohnt sich. Wenn Sie Oberreifferscheid besuchen, vergessen Sie nicht die Kriegsgräberstätte, die vor Oberreifferscheid nach rechts liegt, wenn man von Reifferscheid kommt (also nordöstlich von Oberreifferscheid).






Links und Anmerkungen:
[1] Die Kapelle St. Antonius und St. Luzia in Oberreifferscheid 
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/12/die-kapelle-st-antonius-und-st-luzia-in.html 
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Oberreifferscheid 
[3] Kriegsgräberstätte Oberreifferscheid 
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/05/kriegsgraberstatte-oberreifferscheid.html 
[4] https://www.katholische-kirche-hellenthal-schleiden.de/gemeinden-einrichtungen/seelsorgebereich-hellenthal/reifferscheid/glaubenszeugnisse/Kapelle-Oberreifferscheid/ 
[5] Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. 
https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b2830/b2830.shtml 
[6] https://blattus.de/archiv/kaz/texte/d_kaz/derix_hein.html 
[7] https://www.bistum-aachen.de/export/sites/Bistum-Aachen/portal-bistum-aachen/glaube/liturgie/kirchenmusik-bistum-aachen/.galleries/Glockenbuecher/Gelaute-in-der-Region-Eifel.pdf 
[8] https://de.wikipedia.org/wiki/Antonius_der_Gro%C3%9Fe 
[9] Hans Conrad Zander: Als die Religion noch nicht langweilig war. Die Geschichte der Wüstenväter. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, ISBN 3-462-02982-7. 
[10] https://de.wikipedia.org/wiki/Lucia_von_Syrakus 
[11] Mehr zu dieser interessanten Abschweifung hier:
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/07/st-apollinaris-und-agatha-in-kall.html 


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Sunday, September 13, 2026

Sammelsurium (314) 13.09.2026


Die kleine Schachtel erinnert sich ihrer Kindheit
Und vor übergrößerer Sehnsucht
Wird sie wieder die kleine Schachtel
Vasko Popa [1]

RückSchau
910 n. Chr. [2]

Gründung der Benediktinerabtei Cluny. Beginn der Herrschaft der Fatimiden (nach der jüngsten Tochter Mohammeds, Fatima). 

Fährten lesen
Die FährtenLeser sahen die Spuren von verSchiedenen Tieren und lasen darin, welches Tier es war und wann es die Spur hinterLassen hatte. Damit wurde die Spur zum Symbol des Tieres und die Beschaffenheit zur ZeitAngabe.

Sprachen & Sprache
Ich bin fasziniert von Sprachen und Sprache. Ich erinnere mich gern an eine Begebenheit. Als ich Gutachter beim LandesSozialGericht war und der Vorsitzende Richter meine vorsichtigen Worte in juristisches gebrauchsfähiges Deutsch umwandelte. Er sprach in ein Diktiergerät. Ja, so genau konnte man es auch sagen, wenn man all die Epizykel von SonderVerläufen der Erkrankung wegLieß. 

Absolute Dunkelheit
Eine Dunkelheit, die keine Schatten mehr zuließ. Wieviel Nachtigall das wohl sein mögen? [3]

TotenMasken
Wo werden den Neugeborenen die Totenmasken vor das Gesicht gehängt und sie werden diese ihr Leben lang tragen? 

SchwarzMarkt
Drogen, ja, Drogen kauft man immer noch an StraßenEcken, in schummrigen TrinkHallen, bei „Freunden“, in Parks, im VerBorgenen. Aber den SchwarzMarkt gab es schon lange nicht mehr. Der fiel dem WirtschaftsWunder zum Opfer. Sowie Fahrten nach Holland wegen Kaffee, Tabak und Genever.  

VerGänglichkeit & Ewigkeit
Warum nur suchen wir in dieser Welt der Vergänglichkeit immer wieder Dinge, die uns Ewigkeit vorgaukeln? Die teure Uhr, die schon jetzt nicht mehr gebraucht wird, weil jeder in sein Handy schaut.

Apokalypse 

Manche erwarten die Apokalypse, wie sie in der Bibel offenbart wird, aber sie vergessen, daß laufend eine Apokalypse an die nächste Apokalypse gereiht wird. Wir aber sind noch nicht reif selbst für die nächste, kleinste der Apokalypsen. 

Oder auch -: die güld'ne Sonne
Die wärmende Sonne verSchwand und der Mond schob seinen grauen Schimmer durch dunkle WolkenBurgen. Die Toten jagten die Lebenden durch ihre nächtlichen AlpTäume. Laß uns folgen, mit Kreuz & WeihWasser. Laß uns folgen, mit Feuer & Gebet. Laß die Kerze brennen im Sturm & Glocken läuten. Es ist nur das DrehBuch eines HorrorFilmes.   

Goldenes ZeitAlter 
Natürlich gibt es das goldene ZeitAlter, es ist die Kindheit -: und nicht der goldene BallSaal. 

ArmBandUhr
Ich trage keine ArmBandUhr schon lange nicht mehr, außer vielleicht, wenn ich einen Flug nicht verPassen will. Für jemanden, dem die Zeit egal ist, habe ich viele Uhren im Haus, aber manchmal bemerke ich erst (wahrscheinlich nach Tagen), daß wieder eine stehen geblieben ist, und dann dauert es Wochen, bis ich den Akku oder die Batterie auswechsle.

Scherben [Shards]:
„Prost Proust!“ Prust, haha hehe oder so ähnlich.
Phon Phrijhijt war die Rede … 
Klon – Clown – Klaun 






Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Vasko Popa [1a]: Die kleine Schachtel. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 8. Jahrgang 1961. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 462.
[1a] Vasile ‚Vasko‘ Popa (Васко Попа) war ein serbischer Dichter, geboren 1922, gestorben 1991.
https://de.wikipedia.org/wiki/Vasko_Popa  
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 418.
[3] Die Maßeinheit für Dunkelheit (Nachtigall) geht auf Professor Dr. Abdul Nachtigaller zurück. 1 Nachtigall = die Dunkelheit in einem geschlossenen KühlSchrank, wenn das Licht ausgeschaltet ist. Weitere interessante Einzelheiten am besten hier nachlesen:
https://zamonien.fandom.com/de/wiki/Nachtigall 
Oder direkt nach Zamonien fahren.

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