Tuesday, April 7, 2026

Reminiscing Tea from Ceylon (Sri Lanka)

 


“Tea from Ceylon is the best.”

Last year, I wrote in German about a visit to the highlands of Sri Lanka and, in particular, about tea [1]. I would like to present this text in English before my report on a tea plantation and Ceylon tea. At the time, I was looking for a picture from Sri Lanka and came across some I had forgotten about, namely those I had taken in the tea-growing region of Nuwara Eliya. They aren't particularly good photos, as they were taken with a small-format camera without a focus mechanism. But these pictures did prompt me to reflect on that time, and then I decided to write about it. The trip took place around 1976/1977. I was traveling with a Sinhalese friend and a German friend who were looking for a cook in the highlands and found one; I remember a very delicious dish that was also very spicy (hot).

“Tea from Ceylon is the best.” [2] This is a matter for debate, especially with afficionados of Darjeeling tea. William H. Ukers, whose book we will discuss later, would never have made such a sweeping statement. Ceylon is now called Sri Lanka, and this name refers not just since the present day, but after the colonial period. However, in the 1970s, this was still such a new concept that I had to explain to many people in Germany what country Sri Lanka was. However, the old name, Ceylon tea, has persisted.

Nuwara Eliya (Sinhalese:
නුවරඑළි and Tamil: நுவரெலியா) is a small town with approximately 25,000 inhabitants today, located in the highlands of Sri Lanka at an altitude of just under 2,000 meters [3]. Samuel Baker, discoverer of Lake Albert and the upper Nile, founded Nuwara Eliya in 1846 because the climate was ideal for a retreat for British officials and plantation owners in Ceylon. It was also known as "Little England." There, the British colonialists could indulge in their now somewhat eccentric pastimes, such as fox, deer, and elephant hunting, as well as polo, golf, and cricket. Nearby is Mount Piduruthalagala, at 2,524 meters the highest mountain in Sri Lanka, though it is now closed to the public. The city maintains its colonial-era architectural style. New buildings (hotels or other tourist facilities) are often constructed in this style. Many private owners still value their lawns and English-style houses. And hydrangeas!




The region is famous for its Orange Pekoe tea, one of the most prized teas in the world. In this cooler mountain region, the tea plant grows slowly, allowing for the development of a more refined aroma.

I recently read through William H. Ukers' book "All About Tea" [4] (again!). The tea industry in Ceylon dates back to 1839. As early as 1840-1842, tea plants were planted on the land of Sir Anthony Oliphant, Chief Justice, near Queens Cottage, Nuwara Eliya (Vol. 1, p. 177). The average temperature there is approximately 15-16°C, and the temperature variation between day and night is greater than on the coast; this is also a factor that influences the composition of a plant's constituents. "Nuwara Eliya escapes the extreme effects of the monsoons, but receives a liberal rainfall." (Vol. 1, p. 422).

Orange Pekoe is not a type of tea but a description of the leaf size in black tea (whole leaves of medium size), and otherwise refers to the unopened tea bud [5]. This doesn't tell us anything about the quality, but it's worth noting that a tea made from whole, medium-sized leaves differs significantly from broken tea leaves or even fannings and dust. Several words from the Chinese language Minnanyu (
閩南語) are suggested as the etymology of the word Pekoe: either 白毫 (peh-ho) meaning "white hair" or "white down," or 白花 (peh-hoe) meaning "white flower." I'm inclined to believe the first option, which could refer to the white down on the young tea leaves.

How much does such a tea cost? It's difficult to say, but I'd estimate around €45-50/kg. Many teas on offer are blends, so let's just say you're on a case-by-case basis. Let your taste guide you.





Links and Annotations:
[1] Tea from Nuwara Eliya
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/09/tee-aus-nuwara-eliya.html
[2] This sentence appeared in an English textbook from the 1930s. Unfortunately, my father's textbook has not survived.
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Nuwara_Eliya and https://si.wikipedia.org/wiki/%E0%B6%B1%E0%B7%94%E0%B7%80%E0%B6%BB%E0%B6%91%E0%B7%85%E0%B7%92%E0%B6%BA as well as
https://de.wikipedia.org/wiki/Nuwara_Eliya
[4] William H. Ukers: All About Tea, 2 volumes. New York 1935. I borrowed this book once in the 1970s through interlibrary loan at the University Library of Cologne. Anyone wanting to purchase the first edition: https://www.abebooks.com/first-edition/Tea-Ukers-William-H-Coffee-Trade/31072643437/bd for US$2,800.00. It may also be purchased more cheaply, e.g., as a reprint. And it is now available digitally: https://www.univie.ac.at/Geschichte/China-Bibliographie/blog/2018/03/22/ukers-all-about-tea/
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Orange_Pekoe

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Monday, April 6, 2026

Altargesteck zu Ostermontag 2026

 


Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch das Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grüner Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Johann Wolfgang Goethe [1]


Die ersten beiden Zeilen sind wohlbekannt, von wem sind sie nur? Gut, das steht da oben, aber ich wollte nicht versäumen, einen Trick mitzuteilen. Wenn man es nicht genau weiß, dann sind es oft Goethe oder Schiller. Und was hat es mit Ostern zu tun? Davon später mehr.

Warum gibt es eigentlich den Ostermontag als Feiertag? Ostern wurzelt im jüdischen Pessach, aber für Christen erinnert Ostern an die Auferstehung des Christus. Da hätte eigentlich der Ostersonntag genügt, den man schon seit dem 2. Jahrhundert gefeiert hat. Aber denken wir zunächst an die jüdische Wurzel – das Pessach-Fest dauert (immer noch) eine Woche an [2]. Die frühen Christen ließen sich in der Osternacht taufen – deshalb gibt es heute noch das Taufgedächtnis zu Ostern – und trugen das weiße Taufkleid die nächste Woche. So kann man in den Ostermontag eine Erinnerung daran interpretieren. aber eine bessere Erklärung ist die Vertiefung der Osterfeierlichkeiten, da es sich bei Ostern um das wichtigste christliche Fest handelt. Der Ostermontag ist eng mit dem Gang zweier Jünger nach Emmaus verbunden, denn die gingen am Tag nach der Auferstehung von Jerusalem nach Emmaus [3]. Und daher ist der Ostermontag mit dem Osterspaziergang verbunden. Die von Johann Wolfgang Goethe zitierte Passage, wird oft als „Osterspaziergang“ in Form eines Gedichtes abgedruckt, aber es handelt sich um einen Monolog von Faust, der an einem Ostersonntag mit seinem Famulus Wagner einen Spaziergang macht (die Szene heißt „Vor dem Tor“).

Der Wochenspruch hat sich seit gestern nicht geändert und lautet: „Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ [4] Widerspricht  sich da die Bibel? Wir meinen ja häufig, Widersprüche in der Bibel zu entdecken. Hat die nicht Petrus? Nein. Petrus hat die Schlüssel zu Himmelreich versprochen bekommen. „Ich will dir die Schüssel des Himmelreichs geben“ [5].

Gehen wir einmal die Texte durch, die in „Das Kirchenjahr – Evangelischer Sonn- und Feiertagskalender“ für den Ostermontag vorgeschlagen werden.
· Lesung aus dem Alten Testament: Das große Freudenmahl. „Und der Herr Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist.“ Der gesamte Text stammt aus dem Buch Jesaja [6]. 
· Epistelesung: Die Verwandlung der Gläubigen und der Sieg über den Tod. Die Stelle kann man im 15. Kapitel des ersten Briefes an die Korinther nachlesen [7]. „Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht Jes 25,8: »Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?«“ (Verse 54.55] Vielleicht ist es etwas enttäuschend, wenn man es mit [6] vergleicht. Und wenn man es mit einem Vers aus Hosea vergleicht, wird es auch nicht besser [8].
· Lesung aus dem Evangelium: Die Emmausjünger – steht im Lukasevangelium [9].
· Predigttext: Jesu Erscheinung vor den Jüngern – der steht im Anschluß an die Geschichte mit den Emmausjüngern [10]. „Als sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist.“

Lukas weiß eine lange und spannende Geschichte über die Emmausjünger zu erzählen. Markus erzählt die Geschichte in zwei Versen: „Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie aufs Feld gingen. Und die gingen auch hin und verkündeten es den andern. Aber auch denen glaubten sie nicht.“ [11] Die beiden Jünger, von denen einer Kleopas heißt, gehen von Jerusalem nach Emmaus, das sind etwa 12 km. Zu ihnen gesellt sich der Auferstandene, den sie aber nicht erkennen, und erklärt ihnen, was in und vor Jerusalem geschehen ist. Erst als er bei der gemeinsamen Mahlzeit das Brot bricht, gehen ihnen die Augen auf. Da aber verschwand der Christus. Als sie aber erkannt hatten, wer da mit ihnen gegangen war, kehrten sie sofort zurück nach Jerusalem, um es den anderen Jüngern zu berichten.

Der Gottesdienst für den Ostermontag fand in der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd (EvA) statt [12]. Die Lilien blüten weiß, wie auch anders, in der liturgischen Farbe des Festes. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Sieglinde Schneider (Sopran) [13] und Kantor Werner Harzheim, die den Gottesdienst zu einem musikalischen Erlebnis werden ließen.
 
 



Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Johann Wolfgang Goethe: Faust. Eine Tragödie. In: Gesammelte Werke in sieben Bänden. Herausgegeben von Bernt von Heiseler. Dritter Band: Faust · Versepen. Im Bertelsmann Lesering, Bielefeld 1962. S. 32.
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Pessach 
[3] https://kirchenjahr-evangelisch.de/ostermontag/ 
[4] Offb 1,18 
[5] Mt 16,19
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ISA.25 Jes 25,6–9
[7] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1CO.15 1. Kor 15,50–58
[8] „Sollte ich sie aus der Hölle erlösen und vom Tod erretten? Tod, wo ist deine Seuche; Hölle, wo ist deine Pest? Meine Augen kennen kein Mitleid.“ 
https://www.bibleserver.com/LUT/Hosea13 Hos 13,14
[9] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.24 Lk 24,13–35 
[10] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.24 Lk 24,36–45
[11] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MRK.16 Mk 16,12-13
[12] Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd
https://eva-gepflegt.de/ueber-uns/ 
[13] https://de.wikipedia.org/wiki/Sieglinde_Schneider 

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Sunday, April 5, 2026

Die Wehrkirche St. Peter in Berndorf, Eifel

 


„Hand hoch, wer kennt Berndorf nicht?“ werfe ich mal in die Runde und werde es später auflösen. Berndorf liegt in der Vulkaneifel und gehört der Verbandsgemeinde Gerolstein an [1]. Der Ort hatte 510 Einwohner (Ende 2024). Im Jahre 1121 wurde der Ort erstmals urkundlich als „Berendorp“ erwähnt als das Kloster Steinfeld mit seinen Besitzungen an die Erzdiozöse Köln fiel (ich weiß, daß dies viel genauer geht, aber dafür gibt es die Anmerkungen). Nach dem Liber valoris wurde die Pfarrei „Berindorp“ genannt. In diesem Ort gibt es zwei Kirchen, die Wehrkirche St. Peter oben am Friedhof und etwas darunter liegend, die 1927 erbaute Pfarrkirche St. Peter, um die wir uns aber nicht kümmern wollen, denn die war abgeschlossen [2].

Bevor wir uns um die Wehrkirche kümmern, werfe ich nochmals den Ortsnamen Berndorf in die Runde. Michael Preute [3] hatte 23 Eifel-Krimis mit einer Auflage von 4-6 Millionen Exemplaren geschrieben und sein Verleger riet ihm Verleger zu dem Pseudonym „Jacques“, um die Romane von anderen Publikationen zu trennen, und Michael Preute ergänzte den Namen mit seinem damaligen Wohnort Berndorf.



Über die Wehrkirche St. Peter gibt es im Internet nur zwei kurze Absätze [4], keinen Wikipedia-Eintrag, keine Auflistung des Fenster bei Glasmalerei des 20. Jahrhunderts und da die Kirche keine Orgel besitzt, auch nichts über die Orgel. Einige Informationen finden sich aber an der Kirche selbst. Den Kirchenraum kann man einsehen, aber nicht begehen.

Die Wehrkirche wurde zwischen 1513 und 1515 erbaut, wobei Chor und Sakristei an eine noch ältere Kirche angebaut wurden. Die Kirche steht auf einer Anhöhe und wurde deshalb mehrfach durch Stürme oder Blitzeinschlag beschädigt. 1545 entstand der Turm. Zwischen 1748-1948 bestand eine Zeltdachpyramide als Turmdach und ab 1948 ein Satteldach. Die heutige Form der Kirche ist auf Renovierungsarbeiten zwischen 1961-1965 zurückzuführen.  „Links vom Chorbogen erblickt man eine Holzfigur des hl. Leonhard (um 1750), auf der rechten Seite steht die hl. Barbara (um 1680).“ Das Alter der Eingangstür wird auf etwa 500 Jahre geschätzt. Die Fresken, die teilweise schon vor Jahrhunderten bei Baumaßnahmen zerstört wurden, sind nur schlecht zu sehen. Das gilt auch für die Fenster. 

Am 08.09.1988 wurde die Wehrkirche als schutzwürdiges Kulturgut nach der Haager Konvention gekennzeichnet. Ich rate zum Besuch.






Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Berndorf_(Eifel)  
[2] Ich liebe es gar nicht, wenn Kirchen verschlossen sind, kann aber Ängste vor Diebstahl nachvollziehen.
[3] Michael Preute (1936-2022), Pseudonym Jacques Berndorf, war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er lebte Dreis-Brück bei Hillesheim. Wikipedia weiß außerdem: „Nach seinem Abitur begann er in Köln ein Medizinstudium.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Berndorf 
[4] https://www.eifel.info/pois/wehrkirche-berndorf und 
http://www.st-martin-hillesheim.de/index.php/pfarreien/kirchen/berndorf 


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Altargesteck zu Ostern 2026

 


Ostern 2026 beginnt in der Osternacht um 05:30 Uhr, deutlich vor Sonnenaufgang (ca. 07:00 Uhr), und hat eine eigene Liturgie. Ich werde hier Osternacht, Ostermorgen und Ostersonntag [1] zusammenmischen, damit man die Breite der vorgesehenen und verwendeten Texte erahnen kann.

Um 05:30 Uhr brennt schon das Osterfeuer im dunklen Hof vor der Versöhnungskirche und wir beginnen nach einer Lesung aus dem Johannesevangelium (Anfang) mit dem Lied „Bleibet hier und wachet mit mir [2].

Hier nun ein Überblick zu den Texten:

· Johannesevangelium 
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“  „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“ [3]
· Die Schöpfung (1. Buch Mose / Genesis) 
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.“[4]
· Moses Berufung (2. Buch Mose / Exodus) 
„Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde.“ [5]
· Israel, das Totenfeld, wird durch Gottes Odem lebendig (Hesekiel / Ezechiel)
„So spricht Gott der Herr zu diesen Gebeinen: Siehe, ich will Odem in euch bringen, dass ihr wieder lebendig werdet.“ [6]
· Das kommende Friedensreich Gottes (Micha) 
„Er wird unter vielen Völkern richten und mächtige Nationen zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ [7] 
· Taufe und neues Leben (Römerbrief) 
„Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.“ [8]
· Jesu Auferstehung (Markusevangelium) 
„Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“ [9]
· Deine Toten werden leben (Jesaja)
„Aber deine Toten werden leben, deine Leichname werden auferstehen.“ [10]
· Der alte und der neue Mensch (Kolosserbrief)
„Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.“ [11]
· Jesu Auferstehung (Matthäusevangelium) 
„Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder.“ [12]
· Kampf und Leiden (2. Timotheusbrief)
Das ist gewisslich wahr: Sind wir mit gestorben, so werden wir mit leben“ [13]
· Der Lobgesang der Hanna (1. Buch Samuel)
„Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn, mein Horn ist erhöht in dem Herrn.“ [14]
· Von der Auferstehung (1. Korintherbrief)
„Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen.“ [15]
· Gegen die Leugnung der Auferstehung der Toten (1. Korintherbrief)
„Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“ [16]


Alle Evangelien behandeln „Die Botschaft von Jesu Auferstehung“. Betrachten wir sie einmal etwas genauer. Bei Markus [9] kommen Maria Magdalena, Maria, die Frau des Jakobus und Salome zum Grab von Jesus Christus. Und sie finden den Stein der Gruft fortgewälzt. Sie sehen einen Jüngling, der einen wallenden weißen Umhang trägt und erschaudern. Dieser aber erklärt ihnen, daß der Gekreuzigte auferweckt wurde und nicht hier sei, sie aber sollten zu den Jüngern und Petrus gehen und ihnen erzählen, daß Jesus nach Galiläa vorausgegangen sei und sie dort treffen will.
Was erfahren wir in Matthäusevangelium [12]? Dort kommen Maria Magdalena und „die andere Maria“ zur Beerdigungsstätte und sie sehen den fort gewälzten Stein sowie einen Engel mit einem Aussehen „wie ein Blitz“ und einer Kleidung „weiß wie Schnee“. Der aber erklärt ihnen, daß er weiß, daß sie den Gekreuzigten suchen, aber er sei nicht hier, da er auferweckt worden sei. Sie sollen des Weges ziehen und den Jüngern berichten, daß er auferweckt worden und nach Galiläa vorausgegangen sei. Die Frauen gingen fort und da treffen Sie auf dem Weg zu den Jüngern Jesus Christus, werfen sich ihm zu Füßen und huldigen ihm. Nun sagte Jesus Christus ihnen noch einmal, daß sie zu seinen Brüdern gehen sollen, damit sie nach Galiläa hingehen, um ihn dort zu treffen.  
Bei Lukas ist es zunächst unklar, wer da zum Grab kommt [17]. „Sie“ kamen sie zum Grab. Aber wir können „sie“ aus dem Kapitel davor erschließen, denn den Kapitel 23,49 sind es „die Frauen, die ihm aus Galiläa nachgefolgt waren“ und in Vers 55 werden sie als die Frauen bezeichnet, „die mit ihm gekommen waren aus Galiläa“. Sie betreten die Gruft und finden dort zwei Männer in blitzenden Gewändern. Diese sprechen zu Ihnen und sagen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ Die Frauen meldeten sie alles den Elf und all den übrigen, also nicht nur den Jüngern sondern bereits einer ganzen Gemeinde. Und erst dann werden sie näher bezeichnet als Maria Magdalena, Johanna und Maria, die Frau des Jakobus, und die übrigen mit Ihnen, das heißt, es war eine größere Gruppe von Frauen. Dann kommt hier bei Lukas ein Zusatz. Denn in Vers 12 steht Petrus auf und geht alleine zur Gruft und sah die leinenen Binden. Wahrscheinlich ist dieser Vers aber erst nach Bekanntwerden des Johannes-Evangeliums, also sehr viel später, hinzugefügt worden.
Schauen wir also ins Evangelium nach Johannes [18]. Hier wird es noch einmal einen Schlag komplizierter. Maria Magdalena kommt früh zum Grab, sieht, daß der Stein vom Grab weggenommen war, läuft zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und berichtet ihnen. Petrus und der andere Jünger gingen zum Grab, wobei der andere Jünger vorher an kam, sich jedoch nicht in die Gruft hinein traute. Er konnte aber die Leinentücher sehen. Petrus ging hinein. Und dann ging auch der andere Jünger hinein. Da verstanden sie die Schrift, daß Jesus von den Toten auferstehen mußte und gehen zurück zu den anderen Jüngern. Maria Magdalena aber bleibt noch vor dem Grab und sieht zwei Engel in den weißen Gewändern, als sie sich in das Grab hineinbeugt. Die Engel fragen sie, warum sie weine und sie antwortet ihnen: „Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“ Als sie sich umwendet, sieht sie Jesus, aber sie verwechselt ihn mit dem Gärtner und fragt ihn, wo er ihn hingelegt hätte. Und als Jesus zu ihr spricht, da erkennt sie ihn und sagt: „Rabbuni!“. Sie solle dann erneut zu Petrus und den Brüdern gehen, was Maria Magdalena auch macht und sie verkündigt den Jüngern: „Ich habe den Herrn gesehen“.

Die Evangelisten berichten über ein Ereignis und tun dies ganz verschieden. Maria Magdalena steht pars pro toto für Frauen und sie geht zum Grab, findet den Grabstein zur Seite gerollt. Bei bzw. in der Gruft ist die Erscheinung so unvorstellbar, daß es zu verschiedenen Interpretationen kommt und auch der Auferstandene wird zunächst hier wie auch an anderer Stelle (Emmaus-Jünger) nicht erkannt. Petrus geht  als die aktivste Persönlichkeit der elf Jünger zum Grab. Die scheinbar verwirrenden Darstellungen münden in die Erkenntnis: „Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Und deshalb ruft der Liturg: „Der Herr ist auferstanden“, und die Gemeinde antwortet mit: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Die Osterkerze steht zu diesem Zeitpunkt in der Versöhnungskirche direkt vor dem Altar. Darauf darf man auch den  Wochenspruch betiehen: „Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ [19] 

Traditionsgemäß findet das Taufgedächtnis statt. Die Taufe ist auch eine Erklärung der Etymologie des Wortes Ostern im Deutschen wie im Englischen, da in anderen Sprachen dies auf das Pessach zurückgeführt, werden, aber bei Ostern nicht. Ostern könnte vom nordgermanischen Begriff austr – begießen stammen; dies war bereits ein vorchristlicher Brauch: man beträufelte die Neugeborenen mit Wasser. Eine andere etymologische Erklärung führt Ostern auf das althochdeutsche ostarun – Ostermorgen zurück, an dem sich viele Katechumenen taufen ließen [20].

Erinnern wir uns auch des Altargestecks, das nicht mehr so ganz frisch war, aber wahrscheinlich habe nur ich das bemerkt, denn wir saßen die meiste Zeit in der dunklen Kirche, bei der zunächst auch nur das Kreuz beleuchtet war. Wir beleuchteten jeder mit seiner Kerze das Liedblatt.

Frohe Ostern!



Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/osternacht/ und
https://kirchenjahr-evangelisch.de/ostersonntag/  
[2] EG 585 
[3] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.1 Joh 1,1-5
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/GEN.1 1. Mose 1,1-2.4
[5] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/EXO.3 2. Mose 3
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/EZK.37 Hes 37,1-14
[7] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MIC.4 Mi 4,1-5
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ROM.6 Rö 6,3-5
[9] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MRK.16 Ma 16,1-8
[10] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ISA.26 Jes 26,13–14(15–18)19
[11] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/COL.3 Kol 3,1–4
[12] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.28 Mt 28,1–10 
[13] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/2TI.2 2. Tim 2,8–13 
[14] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1SA.2 1. Sam 2,1–8a
Das Horn ist Symbol für Macht und Sieg.
[15] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1CO.15 1. Kor 15,1–11
[16] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1CO.15 1. Kor 15,(12–18)19–28
[17] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.24 Lk 24,1-12
[18] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.20 Joh 20,1-18
[19] Offb 1,18
[20] https://www.wissen.de/warum-heisst-ostern-ostern 

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Saturday, April 4, 2026

Altargesteck am Karfreitag 2026

 


Der Karfreitag hat das Leiden und die Kreuzigung des Christus zum Thema. Er ist für evangelische Christen einer der höchsten Feiertage, streng genommen der höchste Feiertag [1]. Eine Antwort auf das Warum des Leidens und der  Kreuzigung versucht der Wochenspruch zu geben: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ [2]

Der Karfreitag ist ein stiller Feiertag. Es gilt ein Tanzverbot und die Geschäfte sind geschlossen. Dies gilt ab Gründonnerstag 18:00 Uhr bis Karsamstag 6:00 Uhr in der Frühe. Eigentlich sollte alles still steh, aber wenn der Nachbar die Wohnung saugt oder man die volle Autobahn zum Auftakt des Osterwochenendes sieht, dann ist die Stille nicht vollkommen. Aber was könnte man mit der Stille anfangen? Was hört man besonders deutlich, wenn die Welt ruhig ist?  Ich erzählte einmal im Familienkreis von dem Koan: „Höre das Klatschen der einen Hand!“ Koans (
公案) werden im Zen-Buddhismus genutzt, aber dabei geht es um die Auseinandersetzung zusammen mit einem Lehrer. Mein Vater, damals schon ein wenig dement, sagte: „Da hört man nichts.“ Das ist eine völlig legitime Antwort und sie paßt zum Karfreitag: so soll Stille sein. Die Stille des Karfreitags. „The Sound of Silence“ wie es Paul Simon ausgedrückt hat: „And the vision that was planted in my brain / Still remains / Within the sound of silence“. Nachdem wir an Gründonnerstag schon bei den Propheten (Gedicht von Nelly Sachs) waren: „And the sign said, "The words of the prophets / Are written on the subway walls / And tenement halls / And whispered in the sounds of silence" [3]. 
Wenn man überhaupt einen Film an diesem Tag ansehen sollte, dann wäre das  „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ aus dem Jahr 1951 [4]. Angesichts der Kriege ist das ein sinnvoller Film.


Ein Evangelium für den Karfreitag greift dies auf: „Und sie führten ihn hinaus, dass sie ihn kreuzigten.“ Ich las über eine Herleitung des Wortes Golgatha oder Golgota vom hebräischen Wort galal, das wälzen oder abrollen bedeutet; daher käme auch unser Köpfe rollen lassen. Ich meine aber, daß die Erklärung, die in Wikipedia genannt wird, schlüssiger ist, denn dort heißt es, daß „für Golgota die etymologische Bedeutung Schädelhöhe von aramäisch gûlgaltâ, welches dem hebräischen gulgulet vorausgeht, angenommen“ wird [5]. „Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? [6] Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ „Aber Jesus schrie laut und verschied.“ Das Evangelium nach Markus ist das kürzeste der vier Evangelien [7]. Die Verlassenheit am Kreuz. Kann man sich einsamer fühlen? Gott mußte in seiner Schöpfung sterben und natürlich auferstehen. Mit dem Zerreißen des Vorhangs im Tempel wurde das Allerheiligste zugänglich. Die Perikopen-Ordnung ist ledig als Vorschlag zu sehen und sah für diesen Karfreitag „Jesu Kreuzigung und Tod“ in der Fassung von Johannes vor [8]. In dieser Darstellung spricht Jesus: „Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied.“ 

Die Altarentkleidung erfolgte in der Pauluskirche nach dem Gottesdienst. In der Liturgie wurde jedoch durch das Ausblasen der Altarkerzen ein Zeichen gesetzt. 

Im Apostolischen Glaubensbekenntnis heißt es: „hinabgestiegen in das Reich des Todes“ und deshalb ist Karfreitag der einzige Tag im evangelischen Kirchenjahr, dem die liturgische Farbe Schwarz zugeordnet ist [9]. Der Liturgische Kalender sieht übrigens Schwarz oder Violett als liturgische Farbe vor. Paramente für einen Tag vorhalten … muss nicht sein. Das Altargesteck in der Pauluskirche ist mit einem vertrockneten Dornenstrauch als passend zu bezeichnen.





Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/karfreitag/  
[2] Joh 3,16 
[3] Aus dem Songtext von „The Sound of Silence“ [3a]. Tenement halls  sind Mietshäuser oder besser gesagt heruntergekommene Mietshäuser, die im 19. Jahrhundert zu den Tenement House Acts führten [3b]. 
[3a] © Sony/ATV Music Publishing LLC. Author: Paul Simon. Quelle: LyricFind.
[3b] https://de.wikipedia.org/wiki/Tenement_House_Act 
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Tag,_an_dem_die_Erde_stillstand_(1951) 
Ja, daher stammt: „Gort. Klaatu barada nikto.“
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Golgota 
[6] Andere Transliterationen:
„Eloï, Eloï lema sabachthani? (Einheitsübersetzung 1980)
„Eli, Eli, lama asabtani?“ (Lutherübersetzung 1984)
„Eloi, Eloi lama sabachthani? (Wiedererlangungsübersetzung 2010)
„Elohi, Elohi lama sabachthani? (Zürcher Bibel 1942)
[7] https://www.bibleserver.com/LUT/Markus15 Mk 15,20b-39
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.19 Joh 19,16–30 
[9] „Schwarz als Farbe der Trauer bei Beerdigungen oder als zusätzliche Möglichkeit für den Karfreitag.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Liturgische_Farben   

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Sammelsurium (302) 04.04.2026


Ich bin aus dem Abgrund der falsche Prophet.
Der hinter den Rädern der Sonne steht.

Ein Spötter, ein Dichter, ein Literat –
Streu ich der Worte verfängliche Saat.
Hugo Ball [1]


RückSchau
1126 n. Chr. [2]

„Kaiser Lothar III. belehnt seinen Schwiegersohn Heinrich den Stolzen mit dem Herzogtum Sachsen.
Geburt von Avarroës (Ibn Ruschd), arabischer Aristoteliker. 

FlugZeuge 
Wie lange wird es noch dauern, bis man ElektroFlugzeuge um die Welt schickt?

Die Troerinnen 
Aus die Troerinnen [3] läßt sich noch viel eher die Terroristinnen fehlerhaft lesen, als man aus die Troer die Terroristen lesen könnte.  

Worte
Zuerst fielen einige Brocken Injurien aus ihrem Mund, woauf sich ein honigZäher Fluß von weinerlichen Anklagen folgte, um schließlich in einem nicht enden wollenden Fluß von KlagendenLauten zu verEbben. 

Der Mond 
Der Mond strich an der grauen Wand entlang. ErSchien dort, er schien dort, er schien dort, sich wohl zu fühlen. 

Klickern und Witschen 
In der CusanusStraße in Köln-Buchforst ist eine Anlage. Dort spielten wir mit Klickern und Murmeln. Noch im KinderGartenAlter standen kaum Autos zum Parken dort. Das änderte sich dann aber schnell, so daß wir von der Straße in die Anlage zum FußballSpielen gingen. Auf den Wegen aber bohrten wir Kuhlen, um dort mit Murmeln und Klickern zu spielen. Aber viel häufiger noch waren wir an der katholischen Kirche (St. Petrus Canisius) zum Witschen. Das ging mit Bildchen zunächst von Fußballern, dann von Natur, Tieren, Pflanzen, insbesondere Dinosaurier oder UrTiere. Und dann die lange Reihe von Bildern aus Karl-May-Filmen. Man mußte Die Bilder zwischen ZeigeFinger und MittelFinger nehmen und soweit wie möglich an den Rand einer Mauer witschen. Der am nächsten an die Mauer witschte nahm dann die Bilder und stiffelte sie immer Bild auf Bild und Rücken auf Rücken, warf sie hoch und sammelte die auf Bilder lagen auf. Dann kam der nächste dran. Wenn ein Bildchen an der Wand aufrecht stand, dann war das ein Steher und dann mußte neu gewitscht werden. Und sofort riefen alle: „Einer neu, alle neu.“ Außerdem war es wichtig, zu einem bestimmten ZeitPunkt dran zu kommen. Und deshalb schrie man vorher Leck (der Letzte) und Huckleck (der allerletzte). Aber dieses Spiel lief nur einige Jahre, dann gab es andere Interessen. 

SchwarzPappel 
Zu recht trägt die SchwarzPappel ihren Namen -: nichts kann so traurig im Nebel stehen wie sie, vielleicht noch die TrauerWeide, aber die zuckt hin und wieder mit den Schultern und sieht dann ein wenig lustig aus.  

Zu kleine Kreise
Immer wieder fängst du bei A [α], aber nie kommst du bis O [ω].

Blau und Weiß
Auf blauem Wasser sind nur weiße Schiffe erlaubt, wie auch am blauen Himmel nur weiße Wölkchen treiben dürfen.  

KarFreitag 
KarFreitag -: und ich suchte düstere Bilder vom Friedhof, aber ich fand keine. Kein Bild war mir düster genug. Vielleicht ist der Tod auch gar nicht so finster.

Eine Upanishade
Dies ist die Wahrheit, und das ist die Wahrheit. Wir bekommen immer nur Teile  der Wahrheit, und man sagt uns, es sei die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit.  

Vom Weiß
Wenn wir vom Weiß sprechen, halten wir es Schwarz auf Weiß fest.  

Vom Schreiben 
Das Schreiben mit VorSchreiben, NachSchreiben, Radieren, UmStellen, ins Reine Schreiben, Tippen, nochmals Ändern ist schon etwas anderes als mit dem PC schreiben. Oder gleich KI nehmen.  

KirschZeit 
Wir denken hier an Früchte, wenn wir an KirschRot denken, an Sommer, ein KirschPaar am Ohr. In Japan ist die KirschZeit aber die Zeit der Blüten.  

Scherben [Shards]
Der Bach, dessen Ufer von HochWasser geSchändet war
MangelWäsche - MangelWare
Pellerine -: Pelle, Pelé, Rinne, Rin Tin Tin





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Hugo Ball [1a]: Gaukler Vauvert. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 385.
[1a] Hugo Ball (1886-1927) war ein deutscher Dichter (Mitbegründer des Dadaismus) und Biograf. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ball  
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 480. 
[3] Die Troerinnen ist eine Tragödie von Euripides
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Troerinnen 

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Friday, April 3, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 03.04.2026

 



deine Haut war weißer als dein Handschuh,
und fremd im Gewand der Avenue,
dein Vater, ein alter Grieche aus Ohio,
dessen dicke Frau im Sarge wohnt,
Reinhard Paul Becker [1]


Die schwarzen Stiere
Die schwarzen Stiere stehen 
Dunkel in der Nacht 
Ihre Augen haben das Weiße verLoren
Ihre Schatten aber sind grau
Das 
SternenLicht 
Sticht 
In die Dunkelheit
Wie ein MorseSignal 
Des Todes und der VerZweiflung 
Alle Hoffnung liegt nun
In den Hörnern  

Dieser Charon
    bis Charon 
Begriffen 
Hatte 
Daß 
Es 
Kein 
Anderes 
Ufer 
Gab
War 
Es 
Zu 
Spät
Aber 
Eine 
Gute Geschäftsidee 
    Blieb 
Es dennoch 

SchnittBlumen
    die Schnitt-
Blumen
Die 
Ich 
Am 
Grab 
ZurückGelassen 
Habe
Nun 
Welken sie 
    Vor 
Sich hin

Am Ende
    am Ende 
Wollen 
Touristen 
Eine 
PostKarte 
Schreiben 
Und 
Es 
Gibt 
Keine mehr -:
    Aus 
Der TouristenTraum

Engel
    wir wollen 
Es 
Nicht 
WahrHaben 
Aber 
Engel 
Kommen 
Nicht 
In 
Die 
Mauser
Sie häuten 
    Sich 
Wie Schlangen

Nach Babel
    nach Babel 
Hätten 
Wir 
Sprachen 
Und 
Länder 
KennenLernen
Können
Aber
Wir 
Kämpfen
Anstatt 
Zu 
Sprechen 
Und töten 
    Anstatt 
Zu leben

PappelAllee
    die Straße 
Heißt 
WeiterHin 
PappelAllee 
Obwohl 
Die 
Letzte Pappel 
    Vor 
JahrZehnten fiel

Kai
    an diesem 
Kai 
Hatte 
Schon 
Lange 
Kein 
Schiff 
Mehr 
AnGelegt 
Aber
Jemand spielt 
    So 
Schön Saxophon

Boten
    die Post-
Boten 
In 
Ihren 
Wagen 
Mit 
Der 
Gelben 
PestFarbe 
VerKünden 
Die 
Pest und 
    Bringen 
Die Post 

WiederSehen 
    wir werden 
Uns 
WiederSehen 
Einst 
Bei 
Den 
StromSchnellen
Wenn 
Der 
Wind 
Den 
GeRuch 
Von 
WeihRauch 
Aus 
Meinen Kleidern 
    FortGetragen 
Haben wird



Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Reinhard Paul Becker [1a]: Sofian. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 423/424.
[1a] Reinhard Paul Becker (1928-2006) war ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Germanist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Paul_Becker 
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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