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Tuesday, March 26, 2024

War der biblische Prophet Daniel Vegetarier?

 



Dieser Tage habe ich das Buch Daniel aus der Bibel gelesen. Daniel war ein Apokalyptiker, Traumdeuter und Seher im babylonischen Exil [1], aber das liest man besser im Wikipedia-Artikel nach, denn schon die Entstehung des Buches ist interessant, insbesondere, wann es entstanden ist. Aber das interessiert uns heute weniger.

Im 1. Kapitel stieß ich auf einige interessante Verse: „Aber Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, dass er sich mit des Königs Speise und mit dem Wein, den dieser trank, nicht unrein machen wollte, und bat den obersten Kämmerer, dass er sich nicht unrein machen müsste. / Versuch’s doch mit deinen Knechten zehn Tage und lass uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken geben./ Und nach den zehn Tagen sahen sie schöner und kräftiger aus als alle jungen Leute, die von des Königs Speise aßen. / Da tat der Aufseher die königliche Speise und den Wein weg, die für sie bestimmt waren, und gab ihnen Gemüse.“ [2] Da dachte ich mir, ich solle einmal der Frage nachgehen, ob Daniel Vegetarier oder sogar nach dem Text Veganer gewesen war.

Ich googelte und fand dies: „Ganz zufällig sind wir in der Bibel auf die pure Vegan-Propaganda gestoßen – lest selbst, was Daniel zu der Verbindung zwischen veganer Ernährung und attraktivem Aussehen zu sagen hat“ [3]. Tja, wenn die Welt doch nur so einfach gestrickt wäre.

Ich bin dann auf ein altes Buch zurückgekommen [4]: Keith Akers: A Vegetarian Sourcebook. Er schreibt im 19. Kapitel zur jüdischen Tradition, daß der Judaismus zwar nicht Fleischessen als Sünde verbiete, aber man könne eine Hinwendung zum Vegetarismus als Ideal sehen. Interessant, aber nicht für unsere Frage, denn Daniel taucht in dem Zusammenhang gar nicht auf. Und das ist korrekt so.

Denn wenn man das ganze Buch Daniel liest, stößt man in Kapitel 10 auf folgende Verse: „Zu der Zeit trauerte ich, Daniel, drei Wochen lang. Ich aß keine leckere Speise; Fleisch und Wein kamen nicht in meinen Mund; und ich salbte mich auch nicht, bis die drei Wochen um waren.“ [5] Schon in Kapitel 1 hätte klar sein sollen, daß es nicht um Vegetarismus geht, sondern um Verunreinigung durch Essen von nicht koscherer Speise; übrigens Halal gibt es erst fast ein Jahrtausend später. Damit aber ist die Frage beantwortet: Nein, Daniel war kein Vegetarier, aber die vegane Kost war koscher und verstieß gegen keine Speisevorschrift. Gut, dann kann ich ja zu meinem veganen Mittagessen.



Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel
[2] https://www.bibleserver.com/LUT/Daniel1 Dan 1,8.12.15.16
[3] https://vegan.de/2016/04/14/vegan-in-der-bibel/  
[4] Keith Akers: A Vegetarian Sourcebook. Denver 1993. ISBN: 978-0945528005. S. 161-168.
[5] https://www.bibleserver.com/LUT/Daniel10 Dan 10,2.3

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Thursday, October 20, 2022

Habe ich Quark gelesen?

 



Ich habe den Artikel „Top fit ohne Quark?“ von Kathrin Burger gelesen [1]. Das Fragezeichen ist zu recht gesetzt. Schauen wir uns schon zu Beginn Details vom letzten Teil des Artikels unter der Zwischenüberschrift: „Hat eine vegane Ernährung Vorteile?“

Leistungssteigerung im Sport durch vegane Kost – nicht nachgewiesen
Weniger Verletzungen durch vegane Kost – nicht nachgewiesen
Schnellere Heilung von Verletzungen vegane Kost – nicht nachgewiesen
Zusammenfassend sieht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine unzureichende Studienlage.

Es wird das Grain-Green-Bean-Konzept vorgestellt. Unter Grain finden sich alle möglichen Getreide, getreideartige Lebensmittel und Süßkartoffeln. Unter Green finden sich Kohlarten, Blattgemüse und sonstiges Gemüse. Unter Bean sind Bohnen, Erbsen, Linsen, aber auch Produkte wie Tempeh oder Tofu aufgeführt. Tun wir das denn nicht schon? Wer ißt denn nur Spinat, Brokkoli und Rosenkohl? Wer kombiniert Buchweizen mit Reis und Hirse? Mittagessen lediglich aus Erbsen, Linsen und Tempeh?

Unter der Zwischenüberschrift „Eiweiß: clever kombieren“ wird ein ähnlicher Fehler begangen wie in Frances Moore Lappé gemacht hatte [2]. Sie wollte nachweisen, daß pflanzliches Eiweiß dem von tierischer Herkunft in nichts nachstehe, und kreierte den Mythos der Notwendigkeit, pflanzliche Eiweiße kombinieren zu müssen [3]. Ich meine, daß dieser Mythos im Grain-Green-Bean-Konzept aufrecht erhalten wird. Dann wird geraten, „kritische Nährstoffe wie Eisen, Zink und Omega-3-Fettsäuren im Auge zu behalten, regelmäßig die Blutwerte kontrollieren zu lassen und bei Bedarf zu ergänzen.“ Das klingt alles andere als gesund. Das hört sich nach Risiko an.

Omega-3-Fettsäuren sind ein Problem, aber nicht nur bei Veganern! Auf dem Blog „bevegt“ berichteten die Sportler, die für den Schrot&Korn Artikel interviewt wurden; und dort lese ich: „Jede Ernährungsgruppe hat also Potenzial nach oben, aber Veganer sind (im Durchschnitt) am weitesten vom Optimum entfernt“ [4].

Natürlich kann man mit und ohne Quark topfit sein, wenn man trainiert. An den Enden fleischreich und fleischfrei kann es jedoch gesundheitliche Probleme geben. Aber man kann da aufpassen und Schrot&Korn verweist auf die Artikel für Sportler von proveg.com/de [5]. Außerdem sind Schritte zu vegetarischer oder veganer Ernährung sowohl gesundheitliche als auch (und vielleicht eher)  ethische Entscheidungen.

Ich hätte mir für den Artikel weniger Jubel gewünscht. Prinzipiell habe ich nichts gegen vegane Sportlerernährung. Es sollte mehr auf wissenschaftliche Nachweise hin gearbeitet werden. Das  Grain-Green-Bean-Konzept halte ich für Quark oder besser es ist überflüssig, weil man es sowieso macht.



Links und Anmerkungen:

[1] Kathrin Burger: Top fit ohne Quark? In: Schrot&Korn, 10/2022, S. 22-28.
[2] https://www.washingtonpost.com/archive/lifestyle/wellness/1998/03/24/a-little-protein-is-all-it-takes/014fc3b8-3e11-46e2-a3c2-083a27638cff/
[3] Frances Moore Lappé: Diet for a Small Planet. Ballantine Books, New York 1971. ISBN: 9780307874313.
[4] https://www.bevegt.de/omega-3-vegan/#h-essenzielle-fettsauren-linolsaure-und-alpha-linolensaure
[5] https://proveg.com/de/ bzw. https://proveg.com/de/5-pros/gesundheit/sport/vegane-sporternaehrung/ In eigener Sache: Ich bin Mitglied bei ProVeg.


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Thursday, September 29, 2022

Natto – einige Fragen und auch Antworten

 



Ich bin schon seit geraumer Zeit Natto-Esser, wie ich z.B. vor zwei Jahren hier mitteilte [1]. Ich schrieb u.a.: „Was ist nun Natto? Natto [Fußnote im Original] oder besser Nattō (納豆 oder なっとう) stammt aus Japan. Würde man die Hiragana (Silbenschrift) transkribieren, hätte man na-tsu-to-u, aber das würde ziemlich sicher falsch ausgesprochen werden, denn wer weiß schon, dass tsu das t von to verdoppelt und u das o längt?! Gekochte Sojabohnen werden mit einem Bakterium beimpft. Wenn das Natto reif ist, zieht es klebrige Fäden, ja wie Spinnfäden. Natto ist das Lebensmittel mit dem höchsten Gehalt an Vitamin K2 und zwar Menachinon-7. Unsere Darmbakterien produzieren übrigens genügend Vitamin K. Mir schmeckt Natto, ...“.

Dieser Aufkleber ist sicherlich in Japan anstatt über den deutschen üeber den englischen und französischen Text geklebt worden.

Deshalb kann man sich auch den Originaltext ansehen.


Außer Vitamin K enthält Natto noch viel mehr. Es ist eine reiche Quelle an Spermidin bzw. Polyaminen, worüber man sich auch hier im Blog informieren kann [2].
Jetzt las ich: "Übrigens: Obwohl Natto als vegan-vegetarisches Gericht gilt, enthält die beigelegte Dashi-Sojasauce klassischerweise Fisch. Um es also in eine vegane Ernährung einzubinden, solltest du diese Sauce durch „normale“ Sojasauce ersetzen." [3] Und so hatte ich es auch lange Zeit gemacht, aber die Welt ändert sich. Die Dashi-Sojasauce (だし醬油) oder Bonito Sojasauce (鰹魚醬油) enthält Bonito (Katsuo ), eine Thunfischart. Man kann über die Idee streiten, eine Zutat zu kaufen, sie dann aber wegzuwerfen. Jetzt aber ist es sowieso anders geworden.
Ich hatte heute Natto der Firma 太平納豆株式会社 [4] aus Tokyo (Vorort Sumida). Und die hat einen Aufkleber, da das Produkt bzw. die Sojasauce für den europäischen Markt ohne Tierprodukte hergestellt wurde, d.h. es enthält keinen Fisch mehr, merkwürdigerweise auch keine Algen mehr. Da wir gerade dabei sind: E296 (Apfelsäure), E100 (Kurkumin), E300 (Ascorbinsäure), E412 (Guarkernmehl) und E415 (Xanthan) sind alle vegan.

Was mögen die Motive sein? Vielleicht nicht nur den veganen/vegetarischen Markt beliefern zu können, sondern, um nicht wg. möglichem Delfinschutz oder Verordnungen der EU Kommission Probleme zu bekommen.


Auf der linken Seite trägt die Sojasauce die Aufschrift Natto-Dashi (納豆のだし).


Was ist das Besondere an Natto? Wie gesagt: mir schmeckt es. Und es könnte auch gesund sein; bereits 1592 meinte man, dies festgestellt zu haben. Mehr zu Natto, wie es hergestellt wird und viele Einzelheiten im Wikipedia-Artikel [5]. Vielleicht ein paar Einzelheiten zur Herstellung:  Sojabohnen werden gekocht und dann durch das Bakterium Bacillus subtilis ssp. natto fermentiert. Es bildet sich ein fädenziehender Schleim um die Bohnen herum. Den angeblich starken Geruch habe ich bislang bei keinem Hersteller festgestellt. Und bei fädenziehend denken wir einmal kurz an italienische Pasta oder noch besser an das Käsefondue bei Asterix bei den Schweizern [12].

Ist etwas dran an den health claims? Es sind einige Studien gelistet (Liste Clinical Trials), die z.B. die Effekte von Natto bei postmenopausaler Osteoporose, auf postprandiale Glukosewerte, kognitive Funktion, Blutzufuhr zum Gehirn, Blutdruck, etc. untersuchten [6]. Und wenn man sich alle Studien in PubMed, die entfernt etwas mit Natto oder Natto-Extrakten zu haben, listen läßt, kommt man auf über 10.000 Studien.

In einer fünf Jahre dauernden Studie bei postmenopausalen Frauen (Die Yokogoshi Kohorten-Studie) fanden die Autoren: „Die Nahrungsaufnahme von Natto ist signifikant indirekt mit einem geringeren Auftreten von Zahnverlust bei postmenopausalen Frauen verbunden, und die systemische Knochendichte könnte ein Mediator dieses Zusammenhangs sein.“ [7]

Eine weitere Studie untersuchte ältere Männer – wieder eine Kohorten-Studie. Die Autoren schlußfolgerten: „Die gewohnheitsmäßige Einnahme von Natto wurde mit einer positiven Wirkung auf die Knochengesundheit bei älteren Männern in Verbindung gebracht, und diese Assoziation ist hauptsächlich auf den Vitamin-K-Gehalt von Natto zurückzuführen, wobei uns der Mangel an Informationen über die Nahrungsaufnahme von Nährstoffen, einschließlich Vitamin K1 und K2, daran hinderte, den Zusammenhang weiter zu überprüfen.“ [8]

Zu Polyaminen und Natto gibt es weniger. Eine Studie zeigt, daß bei Mäusen und Menschen nach dem Genuss von Natto auch der Polyamin-Gehalt im Blut ansteigt [9].

Nur zu, Natto kann man empfehlen. Und wo bekommt man es? Meine Quelle kann ich schlecht verraten, denn dann könnte es dazu kommen, daß ich leer ausgehe. Das ist wie in Bullerbü, wobei es dort um die besten Pätze für Walderdbeeren ging [10]. Da Lisa auch nachgegeben hat, werde ich es auch tun: man könnte es in asiatischen und insbesondere in japanisch oder koreanisch orientierten Supermärkten versuchen. Viel Erfolg, damit es heißt: Guess, who's coming to dinner, Natto- … [11]



Links und Anmerkungen:
[1] KeinKantinenTweet Nr. 08 vom 30.09.2020 https://rheumatologe.blogspot.com/2020/09/keinkantinentweet-nr-08-vom-30092020.html. Korrekte Schreibweise: Nattō, eingedeutscht Natto.
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2013/09/spermidin-polyamine-als-heilmittel.html und ein Blogpost auf Englisch: https://rheumatologe.blogspot.com/2017/01/spermidine-in-alzheimers.html  
[3] https://1mal1japan.de/japanische-kueche/natto/   
[4] Taihei Natto Co., Ltd. (太平納豆株式会社), Adresse: 東京都墨田区太平2丁目16(2-chōme-16 Taihei, Sumida City, Tokyo 130-0012, Japan). Auf Google Maps hier: 35°42'08.1"N 139°48'43.3"E https://www.google.de/maps/place/35%C2%B042'08.1%22N+139%C2%B048'43.3%22E/@35.7017313,139.8123828,457m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x0:0x1ded147b34f8f30a!8m2!3d35.70225!4d139.8120278
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Natt%C5%8D
[6] https://clinicaltrials.gov/ct2/results?cond=&term=Natto  listet 15 Sudien.
[7] Iwasaki M, Sato M, Yoshihara A, Saito T, Kitamura K, Ansai T, Nakamura K. A 5-year longitudinal association between dietary fermented soya bean (natto) intake and tooth loss through bone mineral density in postmenopausal women: The Yokogoshi cohort study. Gerodontology. 2021 Sep;38(3):267-275. doi: 10.1111/ger.12523. Epub 2021 Jan 4. PMID: 33393717. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33393717/  
[8] Fujita Y, Iki M, Tamaki J, Kouda K, Yura A, Kadowaki E, Sato Y, Moon JS, Tomioka K, Okamoto N, Kurumatani N. Association between vitamin K intake from fermented soybeans, natto, and bone mineral density in elderly Japanese men: the Fujiwara-kyo Osteoporosis Risk in Men (FORMEN) study. Osteoporos Int. 2012 Feb;23(2):705-14. doi: 10.1007/s00198-011-1594-1. Epub 2011 Mar 11. PMID: 21394493. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21394493/  
[9] Soda K, Kano Y, Sakuragi M, Takao K, Lefor A, Konishi F. Long-term oral polyamine intake increases blood polyamine concentrations. J Nutr Sci Vitaminol (Tokyo). 2009 Aug;55(4):361-6. doi: 10.3177/jnsv.55.361. PMID: 19763038. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19763038/  
[10] Das verrate ich gerne. Das kann man hier nachlesen: https://cloud7.edupage.org/cloud/Astrid_Lindgren_-_Die_Kinder_aus_Bullerbue.pdf?z%3ARuuCVURTisEVOxYoP0M4Gt1EHnNH4yL3OMTYeeDs7j24tGgBy5co%2FmWOKU0FTk2e Astrid Lindgren: Die Kinder aus Bullerbü. © Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 1988. E-Buch als Freeware.
[11] Inspiriert von: Guess who's coming to dinner, Natty Dreadlocks von Black Uhuru https://www.youtube.com/watch?v=KWEGXb2juvM
[12] Wenn ich den Blogpost noch ein paar Mal durchlese, fällt mir bestimmt noch etwas ein. Ich finde den französischen Titel besser: Astérix chez les Helvètes!  https://www.comedix.de/lexikon/db/img/fondue.jpg
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Friday, December 3, 2021

Vegetarische Küche – eine Buchbesprechung

 



Ich habe kürzlich ein Buch (eher ein Heft) mit den Worten „Du bist doch Vegetarier ...“ in die Hand gedrückt bekommen, gefolgt von der Drohung „Ach, wenn Du's nicht willst, werfe ich es weg“ - ich kann doch nicht dabei zusehen, wie Bücher weggeworfen werden. Also habe ich es dankend genommen.

Es handelt sich um „Vegetarische Küche“ [1], ein Heft von 96 Seiten, in China gedruckt – ohne Autor; Larissa Kröhnert hat das Vorwort geschrieben. „Die vegetarische Küche bietet eine köstliche Alternative zu Fleischgerichten.“ Ich hoffe, daß sich Dante eine besonders schlimme Hölle für den Autor dieser Zeile ausgedacht hat. „Schritt-für-Schritt-Fotos“ „erleichtern das Zubereiten der vegetarischen Köstlichkeiten.“

Vegetarisch steht hier für fleischlos, aber das ist nicht korrekt, denn Vegetarier essen weder Lachs, Thunfisch noch Scampi, die in den Rezepten des Buches auftauchen [2]. Diese Rezepte machen 10% des Umfangs aus – also damit könnte ich leben. Aber dann schaue ich genauer hin und das erste Rezept „Spaghetti mit Gemüse-Bolognese wird mit Parmesan zubereitet und der wird mit tierischem Lab hergestellt.

Die Schritt-für-Schritt-Fotos habe ich mir genauer angesehen. Da wird gezeigt, wie man Champignons mit der Eierharfe oder mit einem Messer in Scheiben schneidet. Wie man eine Zwiebel schält. Wie man Thunfisch aus der Dose abtropfen läßt – igitt! Oder wie Eier oder Möhren im Topf mit Wasser kochen. Mein Favorit ist aber „Nudeln garen“ - das macht man mit jeder einzelnen Nudel, die man (hier an Penne gezeigt) von beiden Seiten mit Daumen und Zeigefinger ergreift. Das möchte ich auch können!

Wo ich gerade bei den Penne bin, die gehören zu „Gebratener Spargel mit Penne und Nussbutter“. Nussbutter (beurre noisette) und Haselnussbutter (Beurre d’avelines) sind mir schon bekannt, und so etwas ist hier auch gemeint, aber im veganen/vegetarischen Umfeld versteht man unter  Nussbutter oder Nussmus etwas anderes.

Und dann ist mehrfach von Semmelknödel die Rede. Aber es muss SemmelnKnödeln heißen, wie Karl Valentin Liesl Karlstadt (und uns) 1940 erklärt hat [3].

Eigentlich müßte ich das Buch jetzt entsorgen, aber das geht nun nicht mehr – ich hätte nicht darüber schreiben sollen.


Links und Anmerkungen:
[1] Larissa Kröhnert (Vorwort): Vegetarische Küche. Sonderausgabe Moewig, Heinrich Bauer Carat Verlag KG ohne Jahr. ISBN:     978-3-86803-251-2. Die fehlende Jahresangabe erschwert die Einordnung – vor oder nach 2000 macht schon einen Unterschied.
[2] Strenge Vegetarier ernähren sich rein pflanzlich (vegan geht insofern darüber hinaus, als auch Gegenstände des täglichen Lebens wie Schuhe oder Gürtel mit einbezogen werden), Ovo-Vegetarier  erlauben Eier,  Lakto-Vegetarier erlauben Milch und Ovo-Lakto-Vegetarier ernähren sich auch mit Eiern und Milch. Mehr dazu hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Vegetarismus Pescetarier sind Menschen, die auf Fleisch verzichten, was anerkennenswert ist, aber sie zählen nicht zu den Vegetariern.
[3] https://www.br.de/mediathek/podcast/karl-valentin-der-podcast-mit-der-komiker-legende/original-1-semmelnknoedeln/1787683


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Wednesday, December 1, 2021

Vegetarischer Käse und etwas zu koscherem Käse

 



Beiß nicht gleich in jeden Käse, er könnte fleischig sein [1]. Damit haben wir schon einige Probleme mit Käse aus Tiermilch angesprochen. Während Milch vegetarisch, jedoch nicht vegan ist, ist Lab aus dem Magen von geschlachteten Tieren auch nicht vegetarisch [2]. Wenn ein Käse koscher ist, dann ist er auch vegetarisch [3]. <die Ansprüche für koscheren Käase sind natürlich ganz andere als für vegetarischen Käse, aber dadurch, daß fleischige und milchige Speisen nicht zusammen verarbeitet sein dürfen, wird der Käse automatisch vegetarisch, da der koschere Käse weder Lab noch Gelatine enthalten darf.

Frischkäse, Harzer Käse, Mainzer Käse, Paneer, Ricotta [4] werden ohne Lab hergestellt. Einige Frischkäse (wie auch Joghurt, Quark, Quark-Crème) enthalten jedoch Gelatine und sind dann wieder nicht mehr vegetarisch. Ich hatte mich früher schon mit dem Thema auseinandergesetzt [5]. In der Zwischenzeit haben das auch andere getan. Bei Hare Krishna gibt es eine Liste [6], die jetzt doch schon einige Jahre alt ist, aber das hinduistische Mitgefühl zur Rindern machte eine solche Liste notwendig. Unter Umständen enthält sie Teile aus der Liste von Petra Kaiser [6].

Es gibt eine Liste [7] vom VEBU, der jetzt ProVeg [8] heißt. Die Liste ist von 2015/2016 und ich nehme an, daß sie nicht mehr aktualisiert wird. ProVeg ist noch vegetarisch, aber vorwiegend vegan ausgerichtet, so daß man eher vegane Käsealternativen finden wird. Allerdings erfüllen die nicht immer die Erwartungen, zumindest meine nicht [9].

Bei vielen Käsesorten wird die Art von Lab bzw.  Labaustauschstoff gelistet. Der Teufel steckt im Detail. Ich hatte einen Cheddar gekauft, aber dann stand es doch nicht drauf. Aber heutzutage kann man dann noch die Homepage aufrufen [10] – auch dieser Käse wird ohne Lab hergestellt.



Links und Anmerkungen:
[1] In Anlehnung an das Lied „Beiß' nicht gleich in jeden Apfel“  von Wencke Myhre: „Beiß nicht gleich in jeden Apfel / Er könnte sauer sein“. https://musikguru.de/wencke-myhre/songtext-beiss-nicht-gleich-in-jeden-apfel-70159.html
[2] https://schrotundkorn.de/essen/warenkunde-vegetarischer-kaese
[3] http://www.lampari.de/de/milchprodukte
[4] https://utopia.de/ratgeber/kaese-ohne-lab-so-erkennst-du-ihn/ und https://eatsmarter.de/ernaehrung/tierisches-lab-in-welchem-kaese-steckt-es
[5] https://rheumatologe.blogspot.com/2012/03/lab-und-kase.html
[6] https://petra-kaiser.de/forum/thread/620-k%C3%A4sesorten-ohne-tierisches-lab/ 10. Oktober 2007
[7] https://veggy-post.de/wp-content/uploads/2016/06/VEBU-Labliste-2015-2016.pdf
[8] Seit 2008 hieß der Verein der Vegetarier „Vegetarierbund Deutschland“ (VEBU) und wurde 2017 in ProVeg umbenannt. Besser nachzulesen unter https://proveg.com/de/die-geschichte-von-proveg/
[9] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/10/keinkantinentweet-nr-66-pizza-in-stile.html oder auch selbstgemachter veganer Mozzarella https://rheumatologe.blogspot.com/2021/06/keinkantinentweet-nr-59.html
[10] https://cathedralcity.co.uk/faqs/# „All of our cheese is made with 100% cow’s milk to which we add starter culture, vegetarian rennet and salt, all of which are required to make cheese.“

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Saturday, September 7, 2019

Sammelsurium (185) 07.09.2019



MantanusStraße vom BahnHofsVorplatz 
in Richtung KeupStraße


FahrRad, Abfall und vegane Kost
Der junge Mann parkte sein FahrRad so, dass es den halben Eingang vom BackWerk versperrte. Immerhin aß er vegan am Tisch hinter mir. Schließlich ging er hinaus und entsorgte den PappBecher; das war nun blöd, nicht das Entsorgen sondern der PaaBecher, denn es gibt PorzellanTassen („mugs“) mit dem Aufdruck KÖLN (ja, in Kapitälchen) und einer Silhouette Kölns, von der Schäl Sicks aus gesehen. Umständlich wie ein alter Mann machte er sich an der Kette zu schaffen, lässt den Schlüssel fallen, hebt ihn auf, holt ein PapierTaschenTuch heraus, schnäuzt sich die Nase und entsorgt das PAPIER-TASCHEN-TUCH. Hier ist eindeutig VerbesserungsPotential festzustellen.

Ein anderer junger Mann
Auch im BackWerk -: ein anderer junger Mann setzte sich mit seiner Freundin an den Tisch vor mir. Dafür holte er sich einen Stuhl und plazierte ihn etwas ungeschickt, so dass der DurchGang hinter ihm eng wurde. Nach einiger Zeit kommt ein alter Mann, ein griesGrämiger ZeitGenosse, von hinten und schnauzt ihn an, weil er nicht unBehindert durchKommt. Völlig überFlüssig, denn der junge Mann hatte es weder wahrgenommen noch absichtlich zum Schaden anderer gemacht. Gut, dass es sich nur um zwei Männer und nicht zwei Nationen handelte.

Wo bitte geht es zur KeupStraße?
Ich saß auf dem BahnHofsVorPlatz Köln-Mülheim. Der Mann schräg neben mir wurde von einem SchwarzAfrikaner in sehr gutem Deutsch angesprochen: „Wo bitte geht es zur KeupStraße?“ Die KeupStraße ist durch den NSU Anschlag und Birlikte [1] bekannt. Der Mann schaute auf seinem Handy nach und wies in die entgegenGesetzte Richtung, also die MontanusStraße in Richtung FrankfurterStraße. Ich schritt ein, denn man muss in Richtung Bergisch-Gladbacher-Straße. Da aber beharrte der andere Mann auf seiner falschen Meinung. Moderne Technik muss man auch anwenden können. Die Meinung des OrtsKundigen setzte sich durch.

TierMilchFreie Milch
Bei der SojaMilch war es nicht möglich, sich gegen die Lobby der MilchIndustrie durchzusetzen. Danach kamen andere weiße, milchartige Getränke hinzu und wir haben nun: Soja Drink, Mandel Drink, Hafer Drink, Hafer Nilk. Aha, Hafer Nilk oder Hafer Milk. Warum nicht … xxx-Wilch mit dem invertierten M? Eben solange es keine freie Sprache gibt, die als Aufdruck xxx-Milch erlaubt.
Noch eine Idee -: oder Vilch mit dem veganen/vegetarischen V?
OT: der Vegetsar hält sich für den obersten Vegetarier.

DB BahnHof Köln-Mülheim
Gerade ist ein Zug angekommen. Eine Frau in einem roten Kleid geht zur BusHalteStelle und ruft sich dann ein Taxi per Handy, das auch innerhalb einer halben Minute da ist. Ein Pärchen entscheidet sich, zu Fuß zu gehen, nachdem der FahrPlan konsultiert wurde. Die KVB (Kölner Verkehrs Betriebe) fährt schon, aber eben viel zu selten.

Die KVB-HalteStelle am 
 BahnHofsVorPlatz Köln-Mülheim


Links:

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Monday, April 1, 2019

Qualitätssiegel und Ähnlichkeit – Vegetarismus und Impfen



„Das V-Label ist eine international anerkannte und geschützte Marke zur Kennzeichnung vegetarischer und veganer Produkte. Verbrauchern, die tierfreie Produkte suchen, erleichtert es die Auswahl, da sie auf den ersten Blick erkennen, ob das Produkt ihren Wünschen entspricht. So stellt es für Verbraucher eine bequeme Entscheidungshilfe dar und bietet Ihnen einen Wettbewerbsvorteil.“ [1]
Das V-Label wird hier von proveg lanciert. ProVeg ist die größte Interessenvertretung vegetarisch und vegan lebender Menschen in Deutschland. Proveg ist aus dem Vebu (Vegetarierbund) hervorgegangen.

Ich war jetzt ein wenig überrascht, dass die Kampagne „Ich bin geimpft“ ein ähnliches Logo hat. Aber immerhin bin ich von beiden Kampagnen überzeugt. Weniger Fleisch steht für mehr Gesundheit. Mehr Impfen steht für weniger Krankheit.


Links:

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Wednesday, August 2, 2017

Belastete Eier in NRW - der Fipronil Skandal




Wenn es um Skandale mit belasteten Lebensmitteln geht, sind häufiger tierische Lebensmittel betroffen, wie auch jetzt wieder bei den mit Fipronil belasteten Eiern. Tierische Lebensmittel speichern Giftstoffe besser als Pflanzen, womit nicht gesagt sein soll, dass bei pflanzlichen Nahrungsmitteln nicht auch Belastungen auftreten können, insbesondere in der konventionellen Landwirtschaft.

Mehr als zwei Millionen Eier sind betroffen (aktueller Stand), die in Niedersachen und Nordrhein-Westfalen in den Handel gelangt sind [1]. Die Eier sind alle über eine Packstation in Borken in den Handel gekommen. Nicht bekannt ist, ob andere Packstationen und andere Bundesländer ebenso betroffen sind.

Fipronil wird zur Bekämpfung von Flöhen sowie Läusen, Milben, Schaben und Zecken eingesetzt. Fipronil wirkt über die Hemmung der gamma-Aminobuttersäure (GABA), wobei die Hemmung nur bei Wirbellosen stattfinden soll. Fipronil ist in der EU bis 2018 zugelassen, auf nationaler Ebene in den Niederlanden und Belgien [2]. Fipronil stellt auch ein Risiko für Honigbienen dar.

Das Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium beruhigt die Verbraucher – es bestehe kein Risiko für Erwachsene, warnt aber davor, dass es für Kinder schädlich sein könne.

Was werden nur besorgte Mitbürger tun? Sie werden Eier für kurze Zeit aus dem Ernährungsprogramm streichen. Warum nicht dauerhaft? Warum essen Sie überhaupt Eier? Man kann wunderbar darauf verzichten. Dann muss man auch keine Angst vor Schadstoffen haben. Und dann werden auch in Deutschland bis zu 50 Millionen Küken weniger lebendig geschreddert [3].


Links:

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