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Wednesday, September 9, 2026

Gedichte anläßlich der Reise durch die Mongolei im Juli 2026 – Teil 7


Die Gedichte hier haben nicht unbedingt mit der Mongolei zu tun, aber sie sind während einer sehr beschwerlichen Reise vom Nordwesten des Landes bis zurück nach Ulaanbaatar (Улаанбаатар) entstanden. Gerade der Bereich im Nordwesten ist noch sehr ursprünglich mit wenigen Ger Camps [1] ausgestattet, so daß man zelten muß. Unsere Zelte wurden mehrfach niedergeweht. Im Wüstensand sind die Furgons [2] stecken geblieben oder die Route mußte geändert werden, da Gebiete unter Quarantäne standen. Oft gab es tagelang keine Elektrizität und schon gar keinen Internet-Zugang. Es war eine sehr schöne Reise. Hier aber geht die lyrische Reise weiter.


Der Kuß
    nicht den
Mund
Küßte
Er
Er
Nahm
Ihre
Hand
Und 
Hauchte
Einen
Kuß
Über
Sie
Der rote
    Mund
Blieb unBerührt

SichelMond
    der geNeigte
SichelMond
Ist
Ein
Boomerang
Der 
Jede
Nacht
GeWorfen
Wird
Um NieMals
    Mehr
ZuRückZuKehren

Steppe

    in der
weiten 
Steppe
Von
Hügelns
BeGrenzt
Traben
Die
Pferde
Und hin
    Und Wieder
Ein Nomade

Mongolisch
    das verWitterte
GeRippe
In
Der
Mongolischen
Steppe
Zwischen
WerMut
Und 
SchnittLauch
Kein
BeGräbnis
Wir trauern
    Anders
In der Steppe

KatzenMinze
    die Hummeln
Eilen
Schweigend
Von
Blüte
Zu Blüte
Zu
Kostbar
Ist die
Zeit
Des 
Sommers
Wir aber
    BeGnügen
Uns mit Silber

Kaleidoskop
    ich drehte
Die
Scherben
Im
Kaleidoskop
So
Lange
Bis
Sie
Mit
Dem
WeltAll
ÜberEinStimmten
Und
    Was
Dann?

Sterne
    als wir
ErWachten
Waren
Die
Sterne
Vom
Himmel
GeFallen
Aber
Am
Tag
Wer
Sieht
Das 
Schon
Und nachts
     War da
Die Stadt 

Ger
    eine runde
Öffnung
Oben
Im
GerKranz
Für
Den
Tengri
Eine
RechtEckige
Öffnung unten
    Für
Die Menschen [3]

Wagen
Hoch auf dem Wagen
Wir wagen
Wir wägen
Wir wiegen
Auf Waagen
Würden wir
Weniger wiegen und wägen
Und mehr wagen
Unser Wagen würde fahren

VerStehen
    wir liefen
Den
Purzelnden
Wörtern
Den
AbHang
HinterHer
VorBei
An
Drei
SchwarzPappeln
Aus der Tiefe
Die
Sich
Hinter
Dem 
Spiegel des Sees
VerBarg
Trieben Sätze
    An
Die OberFläche

Segen 
    der Regen 
Segnet 
Das 
Land 
Und 
Wir 
Dürfen 
EinAnder 
Segnen 
Oder können 
    Es 
Gott überLassen  

 

Links und Anmerkungen:
[1] Ger Camps bestehen aus Gers (die Jurten der Mongolen) und sanitären Anlagen. Hierzu aber habe ich schon einmal geschrieben:
Mongolia – Staying in the Ger 
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/10/mongolia-staying-in-ger.html 
Mongolia – Some Petroglyphs in the Orkhon Valley
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/mongolia-some-petroglyphs-
in-orkhon.html
[2] Furgons sind geländegängige Fahrzeuge und haben kaum Elektronik sondern alles ist Mechanik, so daß die Fahrer Reparaturen während der Tour durchführen können. Der russische Begriff Furgon (фургон) bedeutet Kastenwagen oder Transporter, auch der Begriff Buchanka (Буханка) – Laib Brot wird benutzt. Die korrekte Bezeichnung ist UAZ-452 (russisch УАЗ-452), also ein Kleintransporter des sowjetischen/russischen Herstellers UAZ, der seit 1965 gebaut wird. Übrigens wurde ein Motor auf dieser Reise neben den Zelten völlig auseinander genommen.
https://de.wikipedia.org/wiki/UAZ-452 
[3] Ger – Mongolische Jurte
Tengri – Himmel 
 
.
 


Friday, September 4, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 04.09.2026


Hier ist das Löchlein Loch wie rot
Der Schlüssel hängt in seinem Sack
Es flattert flattert wieder
Feuerlein spielt Ringelreihn
Fritz Pratz [1]


Schatten
    unsere Schatten 
Trafen 
Sich 
In 
Der 
MittagsSonne
Während wir 
    Uns 
Verpaßt haben 

HalbSchatten
    sie sprachen 
MitEinander 
Im 
HalbSchatten 
Dein 
Schatten 
Und 
Mein 
Schatten 
Aber 
Sie flüsterten 
    Doch 
Sehr leise 

Kratzen 
    ich hör' 
Ein 
Kratzen 
Und 
Denke
Es 
Sei 
Der 
Mond 
Am 
Fels
Doch 
Der 
Liegt sanft
    In 
Prallen Wolken

VerWeilen 
Laß mich ein Weilchen noch 
An diesem Ort verWeilen 
Treib mich nicht fort
Aus diesem SehnsuchtsTal
Und zum Moment sag doch 
Daß er verWeilen möge 
Für dich wie auch für mich 
Für's ErdenRund erst recht 

ZurückKehren
    immer wieder 
Kehren 
Wir 
Zurück 
Nach 
Haus 
Zu 
GeDanken 
ErInnerungen
Und auch 
    Gott 
Zu dir 

AbreißKalender
    achtLos werfen 
Wir 
Die 
Tage 
Fort 
Vom 
AbreißKalender
Und 
Das 
Ist 
Nicht 
Völlig 
Falsch 
Wenn 
Wir 
Alle 
Sammelten
So 
Wäre ihre 
    Last 
Zu groß 

TrostWald 
    im herbst-
Lichen 
Dunkeln 
Heult 
Der 
Wind 
Durch 
Den 
TrostWald 
Und 
RegenTropfen 
Mischen 
Sich mit 
    Tränen
So tröstlich 

Glanz 
    die Sonne 
Ist 
Schon 
Hinterm 
Horizont
Aber 
Du 
Wirst 
Eins 
Mit 
Ihrem 
Goldenen Glanz
    In 
Der TürÖffnung

Troll 
    manchMal 
Fühle 
Ich 
Mich 
Wie 
Ein 
Troll
Der
Im 
SonnenLicht zum 
    Fels 
ErStarrt ist

Rose
    der Duft 
Der 
Rose 
Steht 
Noch 
In 
Der 
Gruft
Und 
Du 
Küßt 
Einen kalten 
    Mund 
So inBrünstig 

Tomaten 
    so reifen 
Tomaten 
Im 
SpätSommer 
Schnell
Damit 
Nicht der 
    Herbst 
Sie bekommt 

Pflaumen
    die ersten 
Pflaumen 
Sind 
Reif
Zum fortWerfen 
    InKlusive 
Ihrer Würmer

Schwester Almuth 
    während das 
Telefonats 
Kam 
Schwester 
Almuth 
Polternd 
Bei 
Meinem 
Freund 
Ins 
Haus 
Und 
Ich 
Hörte 
Jede Zigarette 
    In ihrem 
Heiseren Rufen 

ZwischenMenschlich 
    gerne lesen 
Wir 
Zwischen 
Den 
Zeilen 
Und 
Setzen 
Uns dann 
    Zwischen 
Die Stühle  




Links und Anmerkungen:

[1] Aus: Fritz Pratz [1a]: Gebt acht, die Blesse grast sich übern Rain. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 9. Jahrgang 1962. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 120. 
[1a] Fritz Pratz (1927-2014) war ein deutscher Erzähler, Lyriker, Essayist, Hörspielautor und Gymnasiallehrer.
U.a.: https://geheli.de/autoren/pratz-fritz.html und https://www.vrm-trauer.de/traueranzeige/fritz-pratz (kein Wikipedia-Eintrag)
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk  

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Wednesday, September 2, 2026

Gedichte anläßlich der Reise durch die Mongolei im Juli 2026 – Teil 6


Die Gedichte hier haben nicht unbedingt mit der Mongolei zu tun, aber sie sind während einer sehr beschwerlichen Reise vom Nordwesten des Landes bis zurück nach Ulaanbaatar (Улаанбаатар) entstanden. Gerade der Bereich im Nordwesten ist noch sehr ursprünglich mit wenigen Ger Camps [1] ausgestattet, so daß man zelten muß. Unsere Zelte wurden mehrfach niedergeweht. Im Wüstensand sind die Furgons [2] stecken geblieben oder die Route mußte geändert werden, da Gebiete unter Quarantäne standen. Oft gab es tagelang keine Elektrizität und schon gar keinen Internet-Zugang. Es war eine sehr schöne Reise. Hier aber geht die lyrische Reise weiter.


Stimmen
    da sind
Stimmen
Vor
Dem
Ger
Die
Nicht
Weichen
Wollen
Aber
Der Regen
   Spricht
In Tropfen

Blicke
    wir blickten
Auf
Vom
Teller
Und
Über
Den
TellerRand
Dein
Schweigen
GeRann
Und dann -:
Der Kristall
    Unseres
Schweigens
 
MittagEssen beim Kadaver
Ich folgte dem Flug des Geiers
Mit Händen und Augen
Doch er hatte kein Ziel
Der Kadaver war schon abgenagt

Die UmHerIrrenden
    in den
Dünen
Der 
Nacht
Irren
Die
Wanderer
Mit 
StirnLeuchten
Sie Bräuchten
    Sie
Nur ausSchalten

SchlammFluten

Wir fahren mit den SchlammFluten
Der Regen Prasselt herAb
Die Münder schweigen eine Weile
Die Angst erGreift unsere Herzen
Tief wühlt sich ein Rad
In den Schlamm und unsere Seelen
Dann stoppt der Regen
Das Wasser rauscht zu Tal
Das Schweigen weicht
Wir fassen neuen Mut und Hoffnung

Stille, gebohnert
    wir schreiten
Durch
GeBohnerte
Gänge
Leichten 
Schritts
Stellen 
Uns
Auf
Als
Chor
Und
Treten ohne
    Gesang
Wieder ab

NachtRitt
    Yak oder
Rind
Im
Geröll
Klingen
Die
Schritte
Gleich
Laß
Mich
Das 
Pferd
Der
Nacht
BeSteigen
Hengst oder
    Stute
Ist egal

Lehre
    du leerst
Deine
Hohle
Hand
Von
Wasser
Luft
Ideen
Gefühlen
Und lehrst
    Sie
Zu empfangen

VerTrauen
    du kannst
Den
SandUhren
Nicht
Trauen
Mal
VerLieren
Sie
Zeit
Mal
VerLieren
Sie
Sand
Aber
Laß die
    Ewigkeit
Das entScheiden
 
 



Links und Anmerkungen:

[1] Ger Camps bestehen aus Gers (die Jurten der Mongolen) und sanitären Anlagen. Hierzu aber habe ich schon einmal geschrieben:
Mongolia – Staying in the Ger 
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/10/mongolia-staying-in-ger.html 
Mongolia – Some Petroglyphs in the Orkhon Valley https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/mongolia-some-petroglyphs-
in-orkhon.html

[2] Furgons sind geländegängige Fahrzeuge und haben kaum Elektronik sondern alles ist Mechanik, so daß die Fahrer Reparaturen während der Tour durchführen können. Der russische Begriff Furgon (фургон) bedeutet Kastenwagen oder Transporter, auch der Begriff Buchanka (Буханка) – Laib Brot wird benutzt. Die korrekte Bezeichnung ist UAZ-452 (russisch УАЗ-452), also ein Kleintransporter des sowjetischen/russischen Herstellers UAZ, der seit 1965 gebaut wird. Übrigens wurde ein Motor auf dieser Reise neben den Zelten völlig auseinander genommen.
https://de.wikipedia.org/wiki/UAZ-452 

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Tuesday, September 1, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 39. KW 01.09.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


39. KW 
Sabine Scho: glacier


„ … der umge- / kippte saft …“ -: merkwürdig, ich dachte zuNächst an Saft, der anGefangen hatte zu gären, dabei ist das Glas umGekippt und der Saft färbte das TischTuch oder so ähnlich. 

Ob der umGekippte OrangenSaft im Schnee so ausSieht wie Urin -: wer weiß, wer weiß?   

Blau des Gletscher

    mit dem
Blau
Des
Gletschers
VerSuchst
Du
Die
Frucht
Der
Liebe
Zu
Nähren
Das muß
    Doch
SchaffBar sein

Curaçao 
    ob Papiamento
In
Blau
GeSchrieben
Wird
Und
BlauMeisen
Zwischen
Den
Palmen
HerumFliegen
WerWeiß?
Ich war
    Noch
Nicht dort


39. KW
Kommentar: Martina Hefter


NeonBar -: muß es in etlichen GroßStädten gegeben haben. In Köln jedenfalls gab es sie. 

Changieren -: nicht nur die Farbe von Stoffen changiert, das gibt es auch bei chemischen Reaktionen, vielleicht auch bei Drinks. 

Martina Hefter so: „Obwohl der Curaçao auch ohne mich eine Farbe hat, ist etwa türkis erst dadurch, dass ich ihn anschaue.“ Also ich kann den Blue  Curaçao so lange anschauen, wie ich will, er bleibt blau für mich. Wikipedia: „Heute stehen mit Blue Curaçao gefärbte Cocktails sinnbildlich für die Trinkkultur der 1980er Jahre; ein bekanntes Beispiel ist der von Charles Schumann 1978 kreierte Swimming Pool.“ [1] Oder der Blue Lagoon Cocktail [2]. Und daß in Gedicht wie Kommentar ein OrangenLikör mit OrangenSaft gemixt wird, kommt mir ebenfalls merkwürdig vor.

Blaues Licht
    aus dem 
Bild
Des 
Gletschers
Strahlt
Blaues 
Licht
Wie
Aus
Dem
Cocktail
Dann
Noch
Das blaue 
    Licht
Von Rambo





 


Friday, August 28, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 28.08.2026

 


ER HEBT EINEN STEIN AUF:
der Stein verbreitet Schweigen
der Einschlag peitscht die Gleichmut der Luft.
Manfred Peter Hein [1]



Der Silver Surfer [2]
Es ist der Silver Surfer 
Der durch die SternenWelt surft 
Es sind die Echos des Urknalls
Auf denen er sich bewegt 

Krüge
Die Krüge sind zerBrochen 
Wurden auf den Müll geWorfen
Die Krüge waren zu nichts mehr nutze
Denn niemand ging noch zum Brunnen
Nun schütten Sie die Brunnen zu
Dann aber kommen wieder Kriege 
Und Krüge werden geBraucht

In den kalten Ebenen 
Zu der Zeit
Da sich die zerMalmten 
FelsBrocken der Berge
In den weiten Ebenen 
Wieder fanden und froren 
FestFroren 
Und nicht wieder losKamen
Die Reise unterBrachen 
In den Ebenen
Die für Äonen Wüsten blieben 
Dann wieder prasselte Regen auf sie
Da barst Fels um Fels 
Alle gaben ihre Geheimnisse preis
So lange gewartet 
Und niemand hörte es mehr 
Zu lange gewartet  

FegeFeuer
Feuer ∙ Feuer
Brenn 
Scheit um Scheit 
Brenn ∙ brenn
Feuer brenn
FegeFeuer
Feuer feg' hinWeg
Bis nur Wahrheit 
Übrig bleibt 

Samen 
    die Sonnen-
Samen 
Fliegen 
Im 
Warmen 
Wind 
Wissen 
Wichts 
Wom 
Winter 
Und 
Später 
Erinnern sie 
    Sich 
Nicht mehr 

Treiben
    die trüben 
Wolken 
Treiben 
Schneller
Vorm 
Blauen 
Himmel
Als 
Die 
Zeiger 
Der 
Uhr 
Sich 
Drehen -:
Oder ist 
    Es 
Das Warten? 

MahnWache 
    es gibt 
Nicht 
An 
Jeder 
Ecke 
Eine 
MahnWache
Aber so 
    Müßte 
Es sein 

[Hier.]
    hier war 
[Eben noch] 
Wer 
Weiß
Ein 
LuftZug 
Regen 
Das 
Grün
{Gebell}
[Ein Hund vorüberGeführt] 
ImmerHin 
Echos 
Zwischen 
Den Klängen 
    Von 
Pink Floyd {Pinky}

EisenBahn 
Wir denken an die EisenBahn
Den fauchenden Koloss
Der sich mit Rauch und Dampf 
In den Bahnhof schiebt 
Auf dem Perron stehen 
Leute mit BahnSteigkarte 
Oder Reisende oder DienstMänner 
Da kreischen die Bremsen auf 
Die Lokomotive steht mit einem Seufzer
Der ZugFührer steigt aus 
DaNach steigen Leute aus 
Feine Herrschaften und Menschen 
In ihren besten AnZiehSachen
Da weinen Mägde 
Da liebKosen sich zwei 
Bis zum Pfiff des ZugFührers
Und der Zug fährt an 
Die Räder drehen durch 
Doch dann fährt er ab

AbGesänge 
    die auf- 
GeKündigten 
AbGesänge 
AbGänge
Dann 
WiederGänge
GeAlterter
SchmonzesSänger
Um 
Nicht 
Auf wunde 
    Ohren
Zu verWeisen 

Relativ 
    da sprach 
Er 
Doch 
Recht 
Wenig 
Von -: 
Dem 
TraumZeitKontinuum
Aber geTräumt 
    Hat 
Er doch 

Tlaloc [3]
    nach der 
Dürre 
ErSchien 
Tlaloc 
Und 
Ließ
Aus 
Der 
VerGilbten 
Erde aufSprießen
    So manches 
Grüne Gras





Links und Anmerkungen:

[1] Aus: Manfred Peter Hein [1a]: I. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 9. Jahrgang 1962. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 19. 
[1a] Manfred Peter Hein (1931-2025) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Peter_Hein  
[2] Der Sulver Surfer ist eine Comic-Figur der Marvel Comics (Stan Lee). „Der Silver Surfer war ursprünglich ein Zenn-Lavianer namens Norrin Radd, der mit seiner Geliebten Shalla Bal auf dem friedlichen und hochentwickelten Planeten Zenn-La im Deneb-System lebte.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Silver_Surfer 
[3] Tlaloc, auch Tláloc (klassisches Nahuatl) geschrieben, war Regen- bzw. Wettergott im präkolumbischen Mesoamerika.
https://de.wikipedia.org/wiki/Tlaloc_(Mythologie)  
Ich hätte mich schon eher mit ihm befassen müssen:
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/06/der-regenmacher-von-diefenbach-oder.html  
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/08/der-regenmacher.html  

.
 


Saturday, August 22, 2026

Gedichte anläßlich der Reise durch die Mongolei im Juli 2026 – Teil 5


Die Gedichte hier haben nicht unbedingt mit der Mongolei zu tun, aber sie sind während einer sehr beschwerlichen Reise im Nordwesten des Landes entstanden. Dieser Bereich ist noch sehr ursprünglich mit wenigen Ger Camps [1], so daß man zelten muß. Unsere Zelte wurden mehrfach niedergeweht. Im Wüstensand sind die Furgons [2] stecken geblieben oder die Route mußte geändert werden, da Gebiete unter Quarantäne standen. Oft gab es tagelang keine Elektrizität und schon gar keinen Internet-Zugang. Es war eine sehr schöne Reise. Hier aber geht die lyrische Reise weiter.


KrixAxt
    die KrixAxt
Spaltet 
Kein
Holz
Sondern
Schädel
Ach 
Würde
Sie
Doch einfach
    Nur
Axt heißen

AmeisenEier
    all die 
AmeisenEier 
Und 
Kein
Einziger 
SchmetterLing [3]
    EntSpringt 
Ihnen

Blutend
   die blutenden
Worte
Die 
Deinen
Mund
Nie
VerLießen
Die
Du
GeSchluckt 
Hast
Nun brechen
    Sie
Doch herVor

Vom See
    bei Sonnen-
UnterGang
Funkelten
Die
Rubine
Des 
Sees
Und 
In
Den
Schatten
VerFingen
Wir uns
    Mit 
Der Ewigkeit

YakBulle
    unter der
GeStalt
Eines 
YakBullen
Zittert
Die
Steppe
Ihr 
Lied
Sein Grunzen
    WiederHolen
Die BergSchroffen

Schatten
    du wirfst
Schatten
Um
Schatten
In
Den
AusGetrockneten
Brunnen
Aber
Was
Wird
Aus
Ihm
HerVorKommen
Wenn einst
    Wieder
Regen fällt

KirschBäume
    nach AbWurf
Der
Bombe
Weht
Asche
Von
Den
KirschBäumen
Wie
KirschBlüten
So trostLos
    Und
HoffnungsVoll zuGleich

EiterPickel
    die Ewigkeit
VerSucht
Nicht
Die
EiterPickel
Der
Geschichte
Zu
Beseitigen
Die Ewigkeit
    ErTrägt
Sie einFach

Turm
    der schiefe
Turm
 Von
  Pisa
   Lehnt
    Sich
     Mal
      An
       Den
        Tag
         Mal 
          An 
           Die
            Nacht
Und bleibt
    Doch
Immer schief





Links und Anmerkungen:
[1] Ger Camps bestehen aus Gers (die Jurten der Mongolen) und sanitären Anlagen. Hierzu aber habe ich schon einmal geschrieben:
Mongolia – Staying in the Ger 
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/10/mongolia-staying-in-ger.html 
Mongolia – Some Petroglyphs in the Orkhon Valley https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/mongolia-some-petroglyphs-
in-orkhon.html

[2] Furgons sind geländegängige Fahrzeuge und haben kaum Elektronik sondern alles ist Mechanik, so daß die Fahrer Reparaturen während der Tour durchführen können. Der russische Begriff Furgon (фургон) bedeutet Kastenwagen oder Transporter, auch der Begriff Buchanka (Буханка) – Laib Brot wird benutzt. Die korrekte Bezeichnung ist UAZ-452 (russisch УАЗ-452), also ein Kleintransporter des sowjetischen/russischen Herstellers UAZ, der seit 1965 gebaut wird. Übrigens wurde ein Motor auf dieser Reise neben den Zelten völlig auseinander genommen.
https://de.wikipedia.org/wiki/UAZ-452 
[3] Ling – – Null 

.
 


Friday, August 21, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 21.08.2026


Die rote Sandsteinbrücke packt
Staubig die andere Seite vom schwärzlichen Tümpel.
Laternen. Das verirrte Mondlicht zackt
Über Sträucher und Wellen und träges Gerümpel.
Jacob van Hoddies [1]



Rauch 
    Rauch wehte 
Vom 
Venn 
Her 
Und 
Den 
Smoke-on-the-water [2] 
Roch man 
    Wie 
Ein LagerFeuer 

BahnHof
    der Bahn-
Hof 
Liegt 
VerLassen 
Kein 
Mensch
Keine 
MenschenSeele 
Der SEV [3]
    Fährt 
AndersWo vorBei

Stein ∙ Bein ∙ MagenPein
Gertrude Stein 
Der Stein der Weisen
Der Stein des Anstoßes 
Der Anstoß 
Schach ohne Würfel 
Schwierig ist's 
Ohne Reis ein Gericht zu kochen
Die Seele kocht
Die Gerichte verTagen sich 
Stein Bein 
Und nun der Magen
Der alles verDauen muß

SeitenSchiffe 
In den SeitenSchiffen 
Werden noch die Gebete erHört 
Die inbrünstig [4] geMurmelt werden
Meist von Frauen 
Von sehr jungen oder sehr alten 

Die Raben von Babel 
    oben auf 
Dem 
Turm 
Von 
Babel 
ErRichteten 
Die 
Raben 
Ihr 
Nest 
Und 
Krächzen 
Heute noch 
    UnVerändert 
Ihre RabenSprache 

Ab hier 
Ab hier nur noch -: AbGrund AbGesang AbSatz
Von hier nur noch -: VorWand VorTrag VorSatz  

Wald
    wie man 
In 
Den 
Wald 
HinEin
Ruft
So 
Schweigt sich 
    Das 
Echo aus 

Toilette 
Wir erFahren allerlei über Gott
Aber geht er zur Toilette? 
O.K., Schwamm drüber 
Aber gehen nicht wenigstens 
die Engel auf die Toilette [5]? 

FlederMäuse 
Nach und nach 
VerLassen die Fledermäuse 
Das große Dach 
Durch eine winzige Öffnung 
Sie kommen zurück nach der Jagd
Aber ich sehe sie nicht 
In der Dunkelheit

Im Tal 
    im Tal 
Steht 
BodenNebel 
Aber 
Der 
Himmel 
Ist 
Klar 
Dort 
Spiegelt 
Sich
Der Nebel 
    In 
Der MilchStraße 

Ende
            Für Helmut Krausser [6]
    Ente gut
Alles 
Gut 
Schreibt 
Das 
SchwanenKüken
Mit 
Der SchwanzFeder 
    Auf 
Den See

Dürre 
Die Wiesen verGilben
Die Landschaft steht öde 
Wie auf alten Bildern
SepiaFarben 
Da jubeln die Wiesen 
Der Regen kommt 
Und mit ihm ein GeWitter 
Die Dürre aber findet kein VerSteck

AbendEssen 
    da wird 
All-you-can-eat 
In 
Sich 
HineinGeschaufelt 
Zu 
Musik
Die 
Auch 
Im 
Ein-Euro-Laden 
    Laufen 
Könnte -: paßt 

Dunkelheit
    ein glatter 
Schnitt 
In 
Die 
Dunkelheit
Und 
Das 
Jetzt 
Wird 
Von ver-
    Gangen 
AbGetrennt  



Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Jacob van Hoddies [1a]: Am Lietzensee. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 8. Jahrgang 1961. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 389. 
[1a] Woher das e im Namen Hoddies kommt, sei dahingestellt, aber so wurde das Gedicht in Akzente abgedruckt. Dazu noch mit der Widmung: „Meinem Freunde Geord Heym“. 
„Jakob van Hoddis (geboren als Hans Davidsohn 16. Mai 1887 in Berlin; gestorben 1942 vermutlich im Vernichtungslager Sobibor) war ein deutscher Dichter des literarischen Expressionismus. Er ist besonders bekannt für das Gedicht Weltende.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_van_Hoddis 
„Weltende“ ist das erste Gedicht in: Kurt Pinthus: Menschheitsdämmerung: Ein Dokument des Expressionismus. Rowohlt, Reinbek 1996. ISBN: 3-499-45055-0. S. 39. 
[2] Deep Purple - Smoke On the Water 
https://www.youtube.com/watch?v=Q2FzZSBD5LE 
[3] SEV – SchienenErsatzVerkehr, manchmal funktioniert er, manchmal nicht.
[4] In inbrünstig ist brünstig, aber nicht gemeint, deshalb nicht inBrünstig.
[5] Stichwort Angelismus. Ich hörte einmal von einem Seminaristen, der wie die Engel werden wollte und daher auch nicht mehr zur Toilette ging. Da bekam er einen Ileus [DarmVerschluß]. Nach dem Krankenhaus ließ man ihn nicht zurück ins Kloster. Blaise Pascal: „Qui veut faire l’ange, fait la bête.“ [Wer sich als Engel zeigen will, macht sich zum Tier.]
[6] [Narr, wer noch Gedichte schreibt]. In: Helmut Krausser: Strom. Rowohlt, Reinbek 2003. ISBN: 3-498-03512-6, S. 78.  

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Sunday, August 16, 2026

Gedichte anläßlich der Reise durch die Mongolei im Juli 2026 – Teil 4


Die Gedichte hier haben nicht unbedingt mit der Mongolei zu tun, aber sie sind während einer sehr beschwerlichen Reise im Nordwesten des Landes entstanden. Dieser Bereich ist noch sehr ursprünglich mit wenigen Ger Camps [1], so daß man zelten muß. Unsere Zelte wurden mehrfach niedergeweht. Im Wüstensand sind die Furgons [2] stecken geblieben oder die Route mußte geändert werden, da Gebiete unter Quarantäne standen. Oft gab es tagelang keine Elektrizität und schon gar keinen Internet-Zugang. Es war eine sehr schöne Reise. Hier aber geht die lyrische Reise weiter.

Nebel
    das Sonnen-
Licht
Fängt
Sich
Im
Nebel
Und
Die Lärchen
    Schweigen
Schwarz daVor 

FeuerStelle
    die Glut
In
Der
FeuerStelle
Hat 
Die 
Nacht 
ÜberDauert
Nun
Steigt
Weißer Rauch
    Auf in
Die MorgenRöte

Der Kuss
    voller Sehn-
Sucht
Streckt
Sich
Der
Fels
In 
Den 
Himmel
Unter ihm zartes Grün im GeRöll
Da senkt sich eine wirre Wolke
Streift 
VorBei
Und
DaBei küsst
    Sie
Ihn sanft

ZurückGelassen
    du hast
Uns
VerLassen -:
Durch
Die
Pappeln
Her
Läßt
Du
Wind
Wehen
Aber
Wir verStehen
    Dich
Nicht mehr

Klirrend
    in der
Klirrend
Kalten
Nacht
Klirrten
Die Gläser
Und 
Wir
Tranken
Den Schampus
    BeVor
Er geFror

Kerze
    sei wie
Die
Kerze
AufRecht
Gerade
KerzenGerade
Und 
Lebe
Nicht
Nur
Wenn du
    Brennst
Und verGehst

SchienenStrang

Ich liebe die Freiheit des SchienenStrangs
Auch wenn sie nur eine Illusion ist
Die AutoBahn hat ihre Freiheiten
Und die Routen der Schiffe und FlugZeuge
Ich liebe die Freiheit des SchienenStrangs
Die von Jack London als Hobo
Und die als Interrailer




Links und Anmerkungen:
[1] Ger Camps bestehen aus Gers (die Jurten der Mongolen) und sanitären Anlagen. Hierzu aber habe ich schon einmal geschrieben:
Mongolia – Staying in the Ger 
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/10/mongolia-staying-in-ger.html 
Mongolia – Some Petroglyphs in the Orkhon Valley https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/mongolia-some-petroglyphs-
in-orkhon.html

[2] Furgons sind geländegängige Fahrzeuge und haben kaum Elektronik sondern alles ist Mechanik, so daß die Fahrer Reparaturen während der Tour durchführen können. Der russische Begriff Furgon (фургон) bedeutet Kastenwagen oder Transporter, auch der Begriff Buchanka (Буханка) – Laib Brot wird benutzt. Die korrkte Bezeichnung ist UAZ-452 (russisch УАЗ-452), also ein Kleintransporter des sowjetischen/russischen Herstellers UAZ, der seit 1965 gebaut wird. Übrigens wurde ein Motor völlig auseinander genommen.
https://de.wikipedia.org/wiki/UAZ-452 

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Friday, August 14, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 14.08.2026

 


In grüner Anstalt ein Gelall von Zungen
Vielleicht wird eine Scheune niederbrennen
Abseits im Weiher ungestört ein Kind ertrinken
Rainer Brambach [1]

 

Dunkelheit
    dies ist 
Die 
Dunkelheit
In 
Der 
Sich 
Die 
RunterGebrannten 
KerzenStummel 
VerStecken 
Um 
Nicht 
Für 
Ein
Letztes Mal 
    AnGezündet 
Zu werden 

Pfeil
    wenn der 
Pfeil
In 
Der 
Stille 
Das 
Twännggg 
Der 
Sehne 
Und 
Sein 
Eigenes 
Sirren 
Hört
Dann 
Kann er 
    Das Ziel 
Auch treffen   

PfeilSchnell 
    das Flug-
Zeug 
Fädelt 
PfeilSchnell 
Die 
Kleinen Wolken 
    Auf den 
KondensStreifen 

GeBurt 
    aus einer 
Wolke 
Kommt 
Ein 
FlugZeug 
Mit 
Einem 
Kurzen 
KondensStreifen 
Und 
Entfernt 
Sich
Wie wir 
    Von 
Unseren Müttern 

Am Strand 
    VorHand Rück-
Hand
Die 
Wellen 
Kommen 
Und 
Gehen 
Und 
Spielen mit 
    Den 
Muscheln Tennis 

Netz
    es ist 
Schon 
Richtig
Das 
Internet 
Ist 
Ein 
Netz
Das 
GeWorfen 
Wurde
Um die 
    UnVorsichtigen 
Zu fangen

WollMäuse
    jetzt sind 
Die 
WollMäuse 
Lebendig 
GeWorden 
Und 
Es 
War 
Nicht 
Gott
Der 
Ihnen 
Leben 
EinGehaucht -: 
Es war 
    Einfach 
Meine Faulheit

Wald 
    es dürstet 
Den 
Wald 
Und 
Der 
Bach 
Kann 
Nur 
Noch 
Trocken 
Weinen
Auch 
Mir klebt 
    Spucke 
Im Mund

Sommer 
    oh Pflaumen-
Reiche 
Zeit 
Des 
Süßen 
Sommers 
Sanft 
Schläft 
Sich's 
Unterm 
Baum 
Und 
Früchte 
Reifen 
Zwei 
Oder drei
    Tage 
Sonne noch  
 
Tempel 
Aus dem Schatten des Tempels 
In die brütende Stille des VorPlatzes 
Mit seinen Statuen blicken
Der Blick haftet nicht an 
Ist der letzte Gedanke
Bevor die Stille 
Auch dich erGreift

VerGeblich 
    verGeblich 
Suchst 
Du 
Den 
Himmel 
Ab 
Nach 
Dem 
Vogel
Dessen 
Feder 
Vor dir 
    Zu 
Boden trudelt

MittagsSonne
Unter dem scharfen Licht der MittagSsonne 
Saugt der Boden begierig meinen Schatten auf 
Nun muss ich schnell
Einen Spiegel finden
Um gänzlich … 




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Rainer Brambach [1a]: Zitiert von: Unter Apfelbäumen. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 8. Jahrgang 1961. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 308. 
[1a] Rainer Brambach (1917-1983) war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Brambach    
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 
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Monday, August 10, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 38. KW 10.08.2026


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


38. KW 
Olaf Velte: Swinemünder Chaussee


Pferdchen -: das klingt eher nach OstPreußen und weniger nach Swinemünde für mich. 

Grodek -: Trakl. 

BlauBeeren -: da denke ich an eine PostKarte der ersten Frau meines GroßVaters, wie sie „in die BlauBeeren gegangen ist“ in OstPreußen. Aber das liegt circa 110 Jahre zurück. 

TraumGlatt -: hat etwas von aalGlatt. 

Blaubeeren wohlfeil -: wie lange dann noch bis zu den Pfifferlingen wohlfeil? 

Bei jedem Lesen-: weiter östlicher als Swinemünde  
 
FernSicht 
    ich blicke 
Gen 
Norden 
Über 
Den 
Horizont 
Und 
Den 
NordPol 
Hinweg
Und 
Lasse 
Den Blick 
    Erst 
Am Äquator ruh'n  
 
Vor dem nächsten WeltKrieg 
    der alte
Große 
RuckSack 
Von 
GroßVater 
Ist 
Noch 
Da -:
Olivgrün
Wenn wir 
    Wieder 
Schmuggeln müssen 

38. KW
Kommentar: Marcus Roloff


Geschichte berichtet viel von Helden, Eroberungen, aber der Zerfall, die TrümmerBerge sind oft viel eindringlicher. 

Das Thema „45“, die Stunde Null, das liegt in einigen Monaten 80 Jahre zurück; länger als manches MenschenLeben. 

Hunger 
    die Speisen-
Karte 
Des 
Restaurants 
Zeigt 
Nach 
Dem 
Dritten WeltKrieg 
Nur 
Noch 
Ein Gericht 
    Das 
Heißt Hunger  

Die Menschheit schafft TrümmerBerge, aber auch Archäologie und GeschichtsWissenschaft. Abgesehen von der Poesie.

  




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Friday, August 7, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 07.08.2026

 


diese klonische Erden-
wippe, sie ist schlaf-schwiemlig,
sie ist feist, halbtot, Leerlauf der Rest;
scheitle die Noppe: die Haut
Samuel Beckett [1]


Herz 
    auch wenn 
Dein 
Herz 
Aus 
Carrara 
Marmor 
Ist
Es 
Bleibt ein 
    Herz 
Aus Stein 

LebensLauf 
aus dem tritt -: laufen, laufen 
aus dem tritt -: raufen saufen
im takt im takt 
wie ein takhi [2]
dampfen dampfen, 
mampfen mampfen
kaufen kaufen 
laufen laufen
sinn des lebens 
rinnsal 
laufen spuren 
laufen kuren 
vor mir nach dir 
nach mir vor dir
laufen -: laufen 

Schatten
Die Schatten erstarren 
Im Licht des Vollmondes
Und warten
Bis er von einer Wolke verdeckt wird
Bewegungen -: grau in grau

BahnSteige 
Als wir über die Gleise 
Uns Grüße zuRiefen 
Bis die beiden Züge kamen 
Und wir in verschiedene Richtungen fuhren
Wir sprachen kein Wort 
Von RückKehr 

Regen 
    wir spüren 
Die 
Frische 
Des 
SommerRegens
Auch 
Wenn er 
    Schon 
ÜberMüdet war

Mauer
    wir sehen 
Die 
Schatten 
Auf 
Der 
Mauer
Aber  
Das 
Licht macht 
    Die 
Mauer mürbe 

FreiTag 
    SpinatTag
FreiTag 
Ist
SpinatTag 
Und 
Eier 
Vielleicht 
Auch 
Fisch
Und 
Dabei 
Glauben sie 
    Nicht 
An Gott 

AusflugsLokal 
    unter diesen 
Tischen 
Finden 
Sich 
Keine 
Krümel 
Mehr
Und 
Die 
Kännchen 
Stehen 
UnGewaschen 
Da drinnen
    Bei 
Den Toten 

Lupinen
Ich habe noch Lupinen im Garten
Ganz aus der Mode 
In Neuseeland Stehen noch viele 
In alten Gedichten tauchen sie auf

KirschBaum
    unter dem 
Wilden 
KirschBaum
Wenn 
Die 
Blüten 
Fallen 
Und 
Wenn 
Die
Kirschen 
Fallen 
So dunkelrot
    Dem 
Tod geweiht    





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Samuel Beckett [1a]: Zitiert von: Eva Hesse [1b]: Die Welt des Samuel Beckett. Versuch einer Koordinierung. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 8. Jahrgang 1961. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 244-266 (245). 
[1a] Samuel Beckett (1906-1989 in Paris) war ein irischer Schriftsteller, der 1969 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Sein bekanntestes Werk ist „Warten auf Godot“. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Beckett  
[1b] Eva Hesse (1936-1970) war eine deutsch-US-amerikanische Künstlerin. Sie gilt als Vertreterin der Prozesskunst. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Hesse_(K%C3%BCnstlerin) 
[2] Das Przewalski-Pferd, auch Takhi (Тахь) oder Tachi genannt, ist die letzte Art von Wildpferd auf der Welt. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Przewalski-Pferd 
https://mn.wikipedia.org/wiki/%D0%A2%D0%B0%D1%85%D1%8C 

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Tuesday, August 4, 2026

Gedichte anläßlich der Reise durch die Mongolei im Juli 2026 – Teil 2


Die Gedichte hier haben nicht unbedingt mit der Mongolei zu tun, aber sie sind während einer sehr beschwerlichen Reise im Nordwesten des Landes entstanden. Dieser Bereich ist noch sehr ursprünglich mit wenigen Ger Camps [1], so daß man zelten muß. Unsere Zelte wurden mehrfach niedergeweht. Im Wüstensand sind die Furgons [2] stecken geblieben oder die Route mußte geändert werden, da Gebiete unter Quarantäne standen. Oft gab es tagelang keine Elektrizität oder und schon gar keinen Internet-Zugang. Es war eine sehr schöne Reise. Und hier beginnt die lyrische Reise.

Aus deinen Augen
    aus deinen
Augen
Fallen
Wörter
In
Einer
Fremden
In
Einer
Alten
Schrift
Aber
Wer liest
    Sie
Uns vor?

Tag des Henkers
    am Tag
Des
Henkers
Nahm
Er
Sein
Seil
Und
Steckte 
Es 
Unter
Die
Guillotine
Mal um Mal
Für
Jeden
Toten
Ein
Stück
Denn
Er haßt
    Am meisten
Den Richter

StundenGlas
    wir trinken
Sand
Aus
StundenGläsern
Und
Er
Fließt
Wie
Wasser
Wir
Trinken
Und
Trinken
Nie fehlt
    Sand
Meinen wir

Wüste
Durch die Wüste des Lebens schreitest du hin
Kreuzt Pfade
Nimmst Pfade
Alle ohne FußSpuren
Du wirbelst Staub auf
    Er verWeht
Deine Spuren im Sand
    Sie verWehen
Gehe einfach weiter
Ob Pfad oder nicht
Und kümmere dich nicht um Spuren im Staub

Fluß der Zeit
    der Fluß
Der
Zeit
Höhlt
Die 
Ufer
Aus
Und
ErInnerung
Um
InnerErrung
InnerIrrung
Bricht ab
    Und
Wird fortGeschwemmt

HerzWunde
    die Herz-
Wunde
Reißt
Wieder 
Auf
Und 
Im 
Herzen
Liegen
Steine
Wie
GallenSteine
Und galliges
    Blut
Bricht herVor

AnDacht
    sprich nur
Ein
Wort
Das
Sich
HinKniet
Neben
Die
Gebete
Der
Kinder
Zur 
Nacht
UnBeDacht
GeSprochen
Mit InBrunst
    Und
Voller UnSchuld




Links und Anmerkungen:
[1] Ger Camps bestehen aus Gers (die Jurten der Mongolen) und sanitären Anlagen. Hierzu aber habe ich schon einmal geschrieben:
Mongolia – Staying in the Ger 
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/10/mongolia-staying-in-ger.html 
Mongolia – Some Petroglyphs in the Orkhon Valley 
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/mongolia-some-petroglyphs-

in-orkhon.html

[2] Furgons sind geländegängige Fahrzeuge und haben kaum Elektronik sondern alles ist Mechanik, so daß die Fahrer Reparaturen während der Tour durchführen können. Der russische Begriff Furgon (фургон) bedeutet Kastenwagen oder Transporter, auch der Begriff Buchanka (Буханка) – Laib Brot wird benutzt. Die korrkte Bezeichnung ist UAZ-452 (russisch УАЗ-452), also ein Kleintransporter des sowjetischen/russischen Herstellers UAZ, der seit 1965 gebaut wird. Übrigens wurde ein Motor auf dieser Reise völlig auseinander genommen.
https://de.wikipedia.org/wiki/UAZ-452 
 
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Sunday, August 2, 2026

Gedichte anläßlich der Reise durch die Mongolei im Juli 2026 – Teil 1


Die Gedichte hier haben nicht unbedingt mit der Mongolei zu tun, aber sie sind während einer sehr beschwerlichen Reise im Nodwesten des Landes entstanden. Dieser Bereich ist noch sehr ursprünglich mit wenigen Ger Camps [1], so daß man zelten muß. Unsere Zelte wurden mehrfach niedergeweht. Im Wüstensand sind die Furgons [2] stecken geblieben oder die Route mußte geäncert werden, da Gebiete unter Quanrantäne standen. Oft gab es tagelang keine Elektrizität oder gar einen Internet-Zugang. Es war eine sehr schöne Reise. Und hier beginnt die lyrische Reise.
 

Ballon
    bestimmt ist 
Der 
Mond
Auch 
Nur
Ein 
Ballon
Laßt 
Uns 
Den
Mond 
AnStechen
Und sehen
    Was 
Ihm entWeicht

Olena
    dein Haar
Ist
Das 
WeizenStroh
Der
Ebene
In
Stränge
GeFlochten
[unvollendet]

Ringe
Du schneidest RauchRinge mit dem Dolch entZwei
Auch mein Haar ist grau wie Asche
Der GrauReiher über uns fliegt weiter
Graues Blut in steinernen Herzen

Aus den RauchRingen blutet es
Auch dein Blut fließt aus Wunden
Nur das Blut des Lammes ist rot

Die goldenen Ringe werden dir von den Fingern geZogen
Und einem verLorenen Sohn an die Finger geSteckt
Alles ist Schall und Rauch
Im Schall der Posaune verEnden die RauchRinge

Du schmierst mit Blut und Asche
Kreuze, Kreise, kryptische Symbole

Im Grau des Morgens eile ich fort
Meine Spur verBirgt der graue Nebel
Auch mein Haar ist grau wie Asche
Aber ich rauche nicht

SpiegelBlick

    dein Blick
Taucht
In
Den
Spiegel
Und 
Der
Läßt
Ihn
Nicht wieder
    HerAus -:
Was nun?






Links und Anmerkungen:
[1] Ger Camps bestehen aus Gers (die Jurten der Mongolen) und sanitären Anlagen. Hierzu aber habe ich schon einmal geschrieben:
Mongolia – Staying in the Ger 
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/10/mongolia-staying-in-ger.html 
Mongolia – Some Petroglyphs in the Orkhon Valley https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/mongolia-some-petroglyphs-
in-orkhon.html
[2] Furgons sind geländegängige Fahrzeuge und haben kaum Elektronik sondern alles ist Mechanik, so daß die Fahrer Reparaturen während der Tour durchführen können. Der russische Begriff Furgon (фургон) bedeutet Kastenwagen oder Transporter, auch der Begriff Buchanka (Буханка) – Laib Brot wird benutzt. Die korrkte Bezeichnung ist UAZ-452 (russisch УАЗ-452), also ein Kleintransporter des sowjetischen/russischen Herstellers UAZ, der seit 1965 gebaut wird.
https://de.wikipedia.org/wiki/UAZ-452 
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