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Friday, April 12, 2024

Spalt forte – fort damit

 



Ich blätterte in der Ausgabe des Schleidener WochenSpiegels der Vorwoche, das mache ich immer bevor er zum Stapel mit Altpapier kommt. Da sah ich doch eine Anzeige mit dem Titel „Arthroseschmerzen schnell bekämpfen“, und zwar an der Stelle, an der sonst RubaXX oder sonstiger homöopathischeer Krempel verhökert wird [1]. Aber es handelte sich nicht um einen  homoöpathischen Zaubertrank sondern um ein richtiges Medikament, nämlich um Spalt forte. Es handelt sich aber um dieselbe Firma, die auch RubaXX anbietet, nämlich die PharmaSGP GmbH [2]. Sie hat nämlich die Rechte an Spalt [3] erworben.  

Spalt kannte ich schon als Kind, denn meine Großmutter nahm das Mittel regelmäßig gegen Schmerzen seitens ihrer rheumatoiden Arthritis. Damals enthielt Spalt noch Phenacetin, das gefährlich ist und heute nicht mehr in Spalt ist; es ist verboten, da es zu Verlust der Nierenfunktion führte. Die Entwicklung der Spalt-Tablette, die seit den 1930iger Jahren eine Marke ist, hat sich seither verändert. Von den Originalrezeptur ist nicht mehr in der Tablette bzw. Kapsel. Die Entwicklung zeigt der Wikipedia-Artikel auf.

Heute enthält Spalt forte 400 mg Ibuprofen. In dieser Dosierung ist Spalt forte rezeptfrei in der  Apotheke erhältlich. Bei Erwachsenen verordnet man, wenn man Ibuprofen [4] verordnet und nicht eine andere Medikamentenklasse, 1200-2400 mg bei Erwachsenen. Die höchste Einzeldosis liegt bei 800 mg. Ibuprofen hemmt die Bildung von Prostaglandinen, weil ein Enzyme die Fettsäure Arachidonsäure nicht mehr in Prostaglandine verwandeln kann. Es hemmt aber zwei Sorten von Cyclooxygenasen (COX), nämlich COX-1 und COX-2, dabei ist die Hemmung von COX-2 erwünscht, denn Entzündungsgeschehen und die Schmerzwahrnehmung herabgesetzt, aber die COX-1- Hemmung ist unerwünscht, denn die ist z.B. für den Aufbau einer schützenden Schleimschicht innerhalb des Magens notwendig – wenn diese fehlt, kann es zu Magengeschwüren und Blutungen daraus führen.

Arthrosen sind chronische Veränderungen an Gelenken, die zunächst zu Belastungsschmerzen und später zu Dauerschmerzen führen. Jeder Mensch möchte schnell seine Schmerzen los werden, aber darin liegt auch das Problem der Verführung zur Selbstmedikation. Ibuprofen hilft und da man   Schmerzen hat, nimmt man es immer häufiger bis man es dauerhaft nimmt und dann kommt es sicherlich zu Problemen. Ich hätte keine Probleme mit der Selbstmedikation etwa bei Kopfschmerzen, die vielleicht ein- oder zweimal im Jahr auftreten. Aber bei chronischen Problemen lohnt doch der Gang zum Arzt, um sich vor Schaden durch die falsche Wahl eines wirksamen Medikaments zu schützen, oder auch, um eine mögliche Nebenwirkung nicht durch Unwissen schlimmer werden zu lassen.

Was halte ich von Spalt forte? Gehört meiner Meinung nach nicht in die Hand von Laien, auch wenn der Gesetzgeber es zuläßt, daß es in der Dosierung 400 mg rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist. Es wundert mich, daß Spalt forte von einer Firma vermarktet wird, die neben Phytoarzneimitteln gerade homöopathische Mittel anbietet. Darin könnte eine Gefahr liegen, da ich mir vorstellen kann, daß schmerzgeplagte Menschen nun ein Mittel nehmen, das neben Wirkung auch Nebenwirkungen hat, während die Wirksamkeit von Homöopathika nicht über den Placeboeffekt hinaus geht und man nicht mit Nebenwirkungen rechnen muß.


 

Links und Anmerkungen:
[1] Nochmals RubaXX® Arthro - ein „hochkonzentriertes“ Homöopathikum
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/02/nochmals-rubaxx-arthro-ein.html
[2] PharmaSGP GmbH https://pharmasgp.com/
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Spalt_(Marke)
[4] https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Ibuprofen_289
 

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Tuesday, July 13, 2021

RubaXX® Arthro - ein „hochkonzentriertes“ Homöopathikum

 



Die Werbung zu RubaXX® Arthro berichtet: „ Deutsche Forscher  haben die besondere Arthrose-Pflanze Viscum album hochkonzentriert in RubaXX® Arthro aufbereitet.“ [1] Was bitteschön ist eine Arthrose-Pflanze? Ich vermute Werbelyrik. Ich bin bereits mehrfach über die Werbung von RubaXX, RubaX und ähnlichen Präparaten gestolpert [2]. Bei RubaXX Duo werden die Verdünnungen D4 und D6 benutzt [3], bei RubaXX® Arthro wird die Urtinktur verwendet, hochkonzentriert bedeutet schlicht unverdünnt. Warum es dann ein homöopathisches Mittel sein soll, ist mir unklar. Und soll ein homöopathisches Mittel nicht umso wirksamer sein je höher es verdünnt ist? Dazu die DHU [Deutsche Homöopathie-Union]: „Trotz der dabei erfolgenden zunehmenden Verdünnung des Ausgangsstoffs hat Hahnemann die Erfahrung gemacht, dass die Heilkraft der Arzneien durch diese Art der Herstellung zunimmt.“ [4] Ich meine nicht, dass die Werbung hier zugeben will, dass ein wenig/nicht wirksames Präparat verkauft werden soll.

Viscum album ist der lateinische Name der Weißbeerigen Mistel. Mistel bei Arthrose? Sie wird häufig im Rahmen von Krebstherapien, oft auf Patientenwunsch, angewendet; Wikipedia schreibt dazu: „Trotz langjähriger Anwendung und Forschung ist nicht belegt, dass Mistelpräparate das Tumorwachstum hemmen oder gar Krebspatienten heilen können.“ [5]

Auf der Homepage steht: „So wirkt Viscum album nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend.1“ [1] Zitiert wird die Studie von Hegde et a. (2011) [6]. Diese Studie ist eine  Untersuchung an einer Zelllinie mit der Bezeichnung A549. Diese Zellen sind Tumorzellen, sie stammen von einem Adenokarzinom der Lunge. Das nenne ich nicht gerade Arthroseforschung. Man hätte nun 10 Jahre Zeit gehabt, um Studien durchzuführen – hat man aber nicht. Es wird noch eine zweite Studie zitiert; „Lavastre et al. (2004)“ [7]. Das liest sich dann so: „Mehr noch: Viscum album kann laut In-vitro-Studien sogar bestimmte Körperzellen stoppen, die den Gelenkknorpel bei Arthrose angreifen.“ [1] Schauen wir doch einmal nach, was in dieser Studie steht. Die Studie untersucht die Wirkung eines Lektins aus Viscum album an Zellen (Neutrophile, das sind bestimmte weiße Blutkörperchen, die in der Studie Mäusen injiziert wurden). Die Autoren folgerten: „[Diese Daten könnten neue klinische Perspektiven für die zukünftige Misteltherapie eröffnen ...]“. Nun, dafür wären jetzt 17 Jahre Zeit gewesen. Eine Studie, die eine Wirksamkeit RubaXX® Arthro gegen Arthrose bedingte Schmerzen belegen könnte, liegt nicht vor.

Als günstigsten Preis fand ich gerade (13.07.2021, 11:45 Uhr): 61,54€/100ml. Die Dosierungsempfehlung gibt 3x5 bis 6x5 Tropfen an, was etwa 0,75 bis 1,5 ml entspricht. Bei 1 ml pro Tag (chronische Schmerzen) macht das im Jahr 365 ml aus, und das sind dann 224,62€. Also das läuft bei mir mit und ohne homöopathische Schwurbelei als Abzocke.


Links und weitere Angaben:
[1] siehe auch in abgewandelter Form: https://rubaxx.de/rubaxx-arthro/
[2] z.B. https://rheumatologe.blogspot.com/2020/12/abzocke-mit-rubaxx-cannabis-ol-erneut.html
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/10/abzocke-mit-rubaxx-cannabis-ol.html
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/10/rubaxx-gicht-neue-spezial-therapie-bei.html
[3] RubaXX® Duo enthält Rhus toxicodendron Dil. D6 und Phytolacca americana Dil. D4.  https://rheumatologe.blogspot.com/2020/05/rubaxx-duo-neu-in-der-rubax-familie.html
[4] Unter: „Was versteht man unter Potenzierung“: https://www.dhu.de/unternehmen/wissenswertes/faq-zur-homoeopathie.html
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fbeerige_Mistel
[6] Noch nicht einmal richtig zitieren kann man; der Name des Hauptautors ist Hegde und nicht Hedge – da ist der Hedgefond mit RubaXX durrchgegangen. Hegde P, Maddur MS, Friboulet A, Bayry J, Kaveri SV. Viscum album exerts anti-inflammatory effect by selectively inhibiting cytokine-induced expression of cyclooxygenase-2. PLoS One. 2011;6(10):e26312. doi: 10.1371/journal.pone.0026312. Epub 2011 Oct 18. PMID: 22028854; PMCID: PMC3196571.
[7] Lavastre V, Cavalli H, Ratthe C, Girard D. Anti-inflammatory effect of Viscum album agglutinin-I (VAA-I): induction of apoptosis in activated neutrophils and inhibition of lipopolysaccharide-induced neutrophilic inflammation in vivo. Clin Exp Immunol. 2004 Aug;137(2):272-8. doi: 10.1111/j.1365-2249.2004.02545.x. PMID: 15270843; PMCID: PMC1809108.

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Wednesday, November 28, 2018

DPH Weihrauch Spezial 3000



Eine Patientin brachte eine Packung mit Weihrauch Spezial 3000 mit. Was ich davon halten würde.

„Weihrauch Spezial 3000“ steht auf der Packung und „mit den wertvollen Boswelliasäuren“ sowie „mit Piperin“. Piperin? Piperin kommt im schwarzen Pfeffer vor und fördert die Speichelbildung und den Stoffwechsel – das machen allerdings alle scharfen Speisen! Im Magen kann Formaldehyd abgespalten werden, so dass größere Mengen schädlich sind. Es kann die Bioverfügbarkeit z.B. von Curcuma fördern, Weihrauch. Na, sehen wir später einmal nochmals dahin.
    Wieso der Zusatz wertvoll? Wertvolles Aspirin? Wertvolles Ravicti (Jahreskosten: ca. 800.000 US-$)?  Es ist einer der werbewirksamen Begriffe, andere sind z.B.: wahrer Schatz, geradezu Unglaubliches, besondere Inhaltstoffe, allerhöchste Konzentration, hochwertig, jahrtausendealtes Wissen, Schatz der Natur, Geschenk der Natur usw. – positiv belegte Begriffe sollen den Verkauf eines Produktes fördern. Solche Begriffe sind auch nicht justiziabel.
    Und wieso 3000? Das klingt besser als 2000. Es hat nach den Inhaltsstoffen keine Bedeutung. Spezial kann ich noch durchgehen lassen, da außer Weihrauch noch anderen Stoffe dem Präparat beigegeben wurde. Aber wenn Boswelliasäuren / Weihrauch sooo wirksam und wertvoll sind, warum dann noch ca. zehn weitere Bestandteile hinzumengen?

Schauen wir genau hin, was sich noch alles in diesen Kapseln befindet. Gelatine als Kapselhülle – alle Achtung, das wird sonst nicht erwähnt. Wenn Gelatine so wichtig wäre, dann könnte man auch ein Gummibärchen essen.
    Myrrhe! Weihrauch … und … Myrrhe … und ein goldener Schriftzug sowie Gold als Hintergrund. Die Weisen aus dem Morgenlande „fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe (Matth. 2.11). Myrrhe ist auch zum Räuchern benutzt worden und hat auch medizinische Eigenschaften, z.B. bei der Colitis ulcerosa wurden erste Untersuchungen durchgeführt. Es sind keine wissenschaftlichen Untersuchungen zu Gelenkerkrankungen in PubMed zu finden.
    Manganmangel wird kaum gesehen. Mangan ist ein Schwermetall. Der menschliche Körper benötigt es als Spurenelement. In Lebensmitteln wie Erdbeeren, Vollkornprodukten, Keimlingen, Nüssen, Milch z.B. ist viel Mangan enthalten. Bei zu viel Mangan kann sich der sogenannte Manganismus entwickeln, ein Krankheitsbild, das dem Parkinsonismus ähnelt.
    Und dann ist auch noch Vitamin D3 (Cholecalciferol) enthalten – bei der Tagesdosis nimmt man 1,5 µg zu sich, was 7,5% des Tagesbedarfs ausmacht.
    Curcuma ist überdies enthalten. 100 mg pro Kapsel und 20 mg Extrakt. Ein gestrichener Teelöffel Curcuma Pulver enthält die 30fache Menge! Es gibt eine Metaanalyse zum Thema[1]. Man hatte über 10.000 Studien analysiert, wovon acht Studien übrig blieben, die in die Anforderungen passten. Eine definitive Empfehlung als Medikament ließen die Studien nicht zu, aber sie rechtfertigen die Empfehlung als diätetischen Zusatz. Die benutzten Mengen unterschieden sich jedoch – es wurden in den Studien meistens 1000 mg Curcumin täglich benutzt. In einer Bachelorarbeit schreibt Sunita Chhatwal [2]: „Als allererstes fällt auf, dass durch die Einnahme von dem Gewürz Curcuma, in dem nur 2–5% Curcumin enthalten ist, keine medizinischen Heilwirkungen erzielt werden können. Die geringe Konzentration verbunden mit der niedrigen Bioverfügbarkeit wird keinen Effekt auf den Körper ausüben. Laien, die in Zeitschriften auf die Wirksamkeit von Curcuma aufmerksam gemacht und durch den täglichen Verzehr in den Glauben versetzt werden, etwas Gutes für ihre Gesundheit getan zu haben, werden getäuscht.“

Was kostet der Spaß? Etwa 180 € im Jahr. Tja, überflüssig ist überflüssig, aber ich habe schon schlimmere Abzocke gesehen.



Links:
[1] https://www.liebertpub.com/doi/pdf/10.1089/jmf.2016.3705 „In conclusion, although the studies used in this meta-analysis do not have sufficient number of subjects to permit a definitive recommendation for the use of curcumin as a treatment for arthritis, they do provide a compelling justification for its use as a dietary adjunct to conventional therapy.“

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Monday, January 15, 2018

Arthrose und Medikamente




Arthrosen entstehen über längere Zeiträume. Neben Knorpelzerstörung nach Verletzungen spielen auch dadurch angestoßene immunologische Veränderungen eine Rolle. Diese Veränderungen führen zu Schmerzen, schlechterem Schlaf, schlechterer Lebensqualität, Rückzug aus dem gewohnten Alltagsleben – Willkommen im biopsychosozialen Modell der Erkrankungen!

Wie steht es mit Medikamenten? Im biopsychosozialen Modell der Arthrosen könnten sie sowieso nur eine gleichgeordnete Rolle von vielen spielen. Wie sieht es konkret aus?

Nicht-steroidale Anti-Rheumatika
Nicht-steroidale Anti-Rheumatika (NSAR) werden international non-steroidal anti-inflammatory drugs (NSAIDs) genannt. Es sind weit verbreitete Medikamente, die gegen Entzündung und Schmerzen eine Wirksamkeit haben, denn sie blockieren das Enzym Cyclooxygenase und verhindern damit die Umwandlung der Fettsäure Arachidonsäure in Entzündung und Schmerzen vermittelnde Prostaglandine. Kurzfristig sind sie wirksam, im langfristigen Einsatz konnte man jedoch keinen Nutzen feststellen. Weil NSAR aber häufig Nebenwirkungen am Magen-Darm-Trakt, dem Herz-Kreislaufsystem und der Nierenfunktion verursachen, rät man vom langfristigen Gebrauch ab.

Glukokortikoide („Kortison“)
Manchmal entzünden sich arthrotische Gelenke, wir sprechen dann von einer aktivierten Arthrose. Da kann im akuten Fall auch eine Injektion mit einem Glukokortikoid (wie z.B. Triamcinolonhexacetonid) sinnvoll sein. Die Dauergabe hingegen, wie z.B. die tägliche Einnahme von Tabletten (meistens Prednisolon), kann nicht empfohlen werden.

Chondroprotektiva
Chondroprotektiva, die als Tabletten eingenommen werden, haben in manchen Studien einen Effekt auf Schmerzen, aber ein krankheitsmodifizierender Effekt konnte nicht nachgewiesen werden. Ich habe darüber schon sehr häufig hier auf diesem Blog darüber berichtet. Glukosaminsulfat und Chondroitinsulfat gehören in diese Kategorie.

Intraartikulär applizierte Hyaluronsäure
„Auch für eine Schmerzreduktion und Verbesserung des Knorpelstoffwechsels durch intraartikulär applizierte Hyaluronsäure gibt es keine klare Evidenz. Die Daten sprechen für einen klinisch nicht bedeutsamen Effekt auf den Arthroseschmerz, der gegen die mit allen intraartikulären Injektionen verbundenen Risiken abgewogen werden muss.“ [1] Ich habe auch davor bereits gewarnt, denn der Effekt beim Patienten ist fraglich, aber der muss in der Regel dafür bezahlen, so dass Hersteller und Arzt auf jeden Fall profitieren.

Opiate
Vor Opiaten (z.B. Morphium, Fentanyl) bei Arthrose wird bereits seit Jahren gewarnt [2]. Die Wirkstärke fiel überraschend gering gegenüber Placebo aus. Allerdings führten Opiate viermal häufiger zum Therapieabbruch als ein Placebo. Eine Metaanalyse zeigte keine bessere Wirksamkeit gegenüber NSAR [3].

Zusammenfassend kommt allgemeinen Maßnahmen eine größere Bedeutung zu. Das können sein:
·         Gewichtsreduktion
·         Bewegungsübungen (z.B. Bewegungsbad)
·         Kräftigung der Beinmuskulatur (besonders Kniestrecker)
·         Treppensteigen vermeiden
·         die Kost sollte reich an ß-Karotin, Vitamin E+C (keine Nahrungsergänzungsmittel)
·         Arachidonsäure-arme Kost
·         viel trinken


Links:

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Wednesday, September 13, 2017

Psoriasis in Salzburg


Vielleicht kenne Sie Salzburg von den Salzburger Festspielen und erwarten hier etwas zu Mozart. Nein, dieses Salzburg ist nicht gemeint. Ich meine das Salzburg in Siebenbürgen/Rumänien in der Nähe von Sibiu/Hermannstadt. Einer meiner Patienten besuchte dort Verwandtschaft und ist wg. der Psoriasis/Psoriasisarthritis in das Städtchen Ocna Sibiului/Salzburg gefahren, da dort Salzseen sind; daher auch der Name Salzburg. Salzburg hat etwas 3500 Einwohner. [1] Es handelt sich um einen traditionellen Kurort, der von Wiesen und Eichenwäldern umgeben ist. Erste Kurgäste wurden dort 1845 begrüßt. „Anfang der 1990er Jahre wird der Kurort nur halbjährlich; erst 2002 wieder ganzjährig mit verminderter Kapazität betrieben. 2006 wird der Badekomplex offiziell eröffnet.“ [1,2] Die Seen haben unterschiedliche Größen und der Salzgehalt variiert stark. Die höchste Salzkonzentration wurde im Wasser des Brâncoveanu-Sees mit 300 g pro Liter gemessen. Teilweise werden auch Schlammbäder durchgeführt.

Ich habe einen deutschsprachigen Artikel von Hannelore Baier aus dem Jahr 2011 (Das kleine Meer bei Hermannstadt / Das siebenbürgische Salzburg – ein in Vergessenheit geratener Kurort) gefunden, in dem beschrieben wird, wie verschiedene der Seen sind, z.B. welchen Salzgehalt, welche Anlagen vorhanden sind und wie man dorthin gelangen kann [3]. Auch Preise sind erwähnt, allerdings sind die jetzt schon ein paar Jahre alt.

Auf einer rumänischen Seite fand ich folgenden Text: „Aici tratăm cu succes afecţiuni ale aparatului locomotor, patologia degenerativă, artrotică, coxartroza, reumatismele inflamatorii, articulare, poliartrita reumatoidă, patologia post-traumatică a aparatului locomotor.“ [2] Übersetzung: „Hier beschäftigen wir uns erfolgreich mit Erkrankungen des Bewegungsapparates, degenerativer Pathologie, Arthrosen, Coxarthrose, entzündlicher Rheumatismus von Gelenken, rheumatoider Arthritis, posttraumatischer Pathologie des Bewegungsapparates.“ Aber auch gynäkologische Störungen, neurologische Erkrankungen und Hautkrankheiten wie die Psoriasis werden neben weiteren erwähnt. Ob das wissenschaftlich belastbar ist, weiß ich natürlich nicht. Aber eine medizinisch begründete Balneotherapie darf man dahinter vermuten.

Das Salz dieser Seen um Salzburg und dem Toten Meer unterscheidet sich. Hier ist das vorherrschende Salz Kochsalz (Natriumchlorid) und im Toten Meer macht Magnesiumchlorid den höchsten Anteil aus.

Ich weiß, dass bei Psoriasiserkrankten das Tote Meer einen guten Ruf für Kuraufenthalte hat. Unter Umständen ist aber das näher gelegene Salzburg/Ocna Sibiului eine weitere Option. Hier müssten sich einmal die Entdecker aus diesem Personenkreis aus das Wagnis einlassen, um auszuprobieren, ob der gewünschte Erholungs- und Kureffekt auch dort eintritt. Das könnte man dann z.B. im Psoriasis-Netz [4] diskutieren.


Links:

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