Sunday, May 3, 2026

Altargesteck zu Kantate 2026

 


Nicht Glut, nicht Dürre schadet mir
Ich weiß, ich bin in deiner Macht
Annette von Droste-Hülshoff [1]


Der vierte Sonntag nach Ostern trägt den Namen Kantate („Singt!“) [2]. Wie in jedem Jahr denke ich an das Cantare in dem italienischen Evergreen: „Cantare, oh, oh, oh, oh / Nel blu, dipinto di blu“ [3]. Oder wir denken an eine Kantate von Johann Sebastian Bach denken, von denen man jeden Sonntag Morgen eine auf WDR 3 hören kann.  Der Wochenspruch lautet: „Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.“ und Singen zieht sich durch die gesamte Bibel [4]:
    ·  Es „sangen Mose und die Kinder Israel“
    ·  „Da sangen Debora und Barak“
    ·  „Singet Gott, lobsinget seinem Namen“
    ·  „ich will Psalmen singen im Geist“
    ·  „hörte er das Singen und den Reigen“
    ·  „singet und spielet dem Herrn in euren Herzen“
    ·  „ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen“
und viele weitere mehr, besonders natürlich in den Psalmen.

In der Lesung aus dem Alten Testament [5] kommt David an den Hof von Saul, der durch einen bösen Geist verstört wurde und das Seitenspiel Davids sollte ihn beruhigen. Und so kam es dann auch, daß David Saul erquickte und der böse Geist von ihm wich. Musik wird mittlerweile auch in der Therapie angewendet, denn man will z.B. eine antidepressive Therapie unterstützen; ich denke in diesem Zusammenhang eher an Martin Fendel [6], auch wenn er sich mehr mit Physiologie und Musikergesundheit beschäftigt hat.

Die Epistellesung steht im Brief an die Kolosser [7]. Es geht um gegenseitiges Ertragen und Vergeben, „wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ Die Stelle endet mit: „Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.“ Wer Ohren hat, der kennt den Satz aus den Abkündigungen, jedenfalls in der Trinitatisgemeinde in der Eifel. Auch wenn es sich um einen Begriff handelt, der kirchlich zur öffentlichen Bekanntgabe benutzt wird, habe ich in Köln den Wechsel auf den Begriff Ankündigungen unterstützt, da in dem Teil in der Regel nicht Todesfälle, Heiraten und Taufen oder Konfirmationen bekannt gegeben werden sondern die Termine der kommenden Woche und darüber hinaus.

Das Evangelium für den heutigen Sonntag behandelt die Stelle, in der die  Pharisäer Jesus auffordern, seine Jünger zum Schweigen zurecht zu weisen und er aber antwortet: „Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“ [8] Vielleicht kann man es auch so sehen, wenn Katastrophen wie Feuer oder Krieg uns zum Schweigen bringen, werden die Steine oder Trümmer zum Himmel schreien.

Im Predigttext geht es um die Einweihung des Tempels in Jerusalem unter Salomo. „Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten.“ [9] Hier  habe ich keine gute Überleitung, aber schließlich dürfen wir auch springen, denn das tun Kinder gerne und heute stand eine Taufe an. Die Liturgin predigte über den Namen, durch den wir nach der Taufe zu Gott gehören. Ich denke da an: „So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ [10] Die Pfarrerin fragte, wer denn seinen Taufspruch wüßte. Ich natürlich nicht, aber man kann ja nachschauen, z.B. auf dem Taufschein, den ich eingescannt hatte. Obwohl ich im Vringsveedel in Köln geboren wurde, wurde ich in der Lukaskirche in Berlin-Steglitz getauft. Mein Taufspruch lautet: „Euer und eurer Kinder ist diese Verheißung“ [11].

Das Altargesteck in Kall zeugt neu und erneut die österliche Freudenzeit auf; ganz in Weiß, der aktuellen österlichen Farbe. Dem Jubel der letzten Woche folgt aktuell der Lobgesang. Und dies drückte das Altargesteck aus. Herzlichen Dank dafür.






Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] Annette von Droste-Hülshoff: Das geistliche Jahr. Union Verlag, Berlin 1952. S. 82-83. Am VI. Sonntage nach Ostern.
[2] https://kirchenjahr-evangelisch.de/kantate/ 
[3] Der vollständige Refrain [3a] lautet: „Volare, oh, oh / Cantare, oh, oh, oh, oh / Nel blu, dipinto di blu / Felice di stare lassù“ [Fliegen, oh, oh / Singen, oh, oh, oh, oh / Im Blau, gemalt in Blau, Glücklich, dort oben zu sein]. Er stammt aus dem Schlager „Nel blu, dipinto di blu (Volare)“, der von Domenico Modugno (Musik und Text) und Franco Migliacci (Text) [3b] geschrieben und auf dem Sanremo-Festival 1958 von Modugno und Johnny Dorelli präsentiert wurde. 
[3a] https://www.songtexte.com/songtext/domenico-modugno/nel-blu-dipinto-di-blu-volare-7b94ca9c.html  
[3b] https://de.wikipedia.org/wiki/Nel_blu_dipinto_di_bl   
[4] Ps 98,1 und nachfolgend:
2 Mose 15,1; Ri 5,1; Ps 68,5; 1 Ko 14,15; Lk 14,15; Eph 5,19; Jak 5,13
[5] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1SA.16 1. Sam 16,14–23
[6] https://dgfmm.org/fileadmin/abstracts/2021-2_07_In_Gedenken_an_Prof._Dr._Martin_Fendel-kurz.pdf oder  https://mailchi.mp/fcc6eb0aaee3/pressemitteilung-musikalische-reise-richtung-osten-5370658 
[7] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/COL.3 Kol 3,12–17
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.19 Lk 19,37–40   
[9] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/2CH.5 2. Chr 5,2–5(6–11)12–14
[10] Jes 43,1
[11] Apg 2,39

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