Friday, February 6, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 06.02.2026

 


Vor einer Laube sitzt, vom Alter bleich,
ein Mütterchen im fahlgeblümten Kleid:
es tönt von fern der Tanzmusik Gestreich.
Georg Heym [1]


VerStecke
    es gibt 
VerStecke
In 
Die 
Sich 
Einzelne 
Wörter 
Zurück____________GeZo|-|Gen 
Haben
Um 
Dort 
Zu meditieren 
    Oder 
Zu faulenzen 

Morgens 
    der Schnee 
Reflektierte 
Das 
Trübe 
Licht 
Das 
Sich 
Durch 
Wolken 
Und 
SchneeFall 
Stahl 
Ich 
Reflektierte
Gar nichts 
    In 
Diesem Moment 

LottoZahlen 
    der verGlich 
Die 
LottoZahlen 
Der 
Letzten 
Ziehung 
Auf 
Seinem 
LottoDauerAuftrag 
Hinter 
Schwedischen 
Gardinen
Er 
Denkt 
Also an 
    Ein 
Leben danach 

Grenzen 
    keine Brücken 
Über 
Den 
GrenzFluß 
Keine 
Nahe 
Der 
Fuge 
Des 
Schnittes
Nur 
Eine Narbe 
    Im Fluss 
Der Zeit?

Der Junge 
    der Junge 
Zer=Riss 
GrasHalme 
Und 
Zog 
Ihren 
Duft 
In 
Die 
Nase 
HinEin 
Denn 
Er 
Wußte 
Nicht
Daß er 
    Den 
Tod roch

Gräber 
    laß uns 
Zu 
Den 
Gräbern 
Gehen 
Den 
VerGilbten 
TaschenBüchern
In 
Denen 
Die Gedichte 
    BeGraben 
Liegen

Strand 
    eng ist 
Der 
Strand 
GeWorden
Aber 
TrotzDem 
Stehen 
Wir 
Bei 
Flut 
Bis zum 
    Hals 
Im Wasser

KirschRot 
    der Wild-
KirschBaum 
Hat 
Früchte 
Auf 
Den 
Asphalt 
GeWorfen
Nun 
Fließt 
Dort 
Blut
Viele realistischer 
    Als 
Im Film 

Himmel 
    der dicht 
BeWölkte 
Himmel 
Der 
Gleich 
Auf 
Uns 
Zu 
Fallen 
Droht
Und 
Wir 
Haben 
Keinen Averner-
    Schild 
Beim Teutatis

Tokonoma [2] 
    die Tusch-
Schwarze 
Nacht 
Hängt 
Gardinen 
Vor 
Die 
Nische 
Du 
Hättest 
Die 
Zeichen 
Doch 
Nicht 
Lesen 
Können 
Sagst du dir -: na und? 
Ästhetik geht 
    Vor 
VerStehen 

Tränen 
    ich leckte 
Dir 
Die
Tränen 
Aus 
Dem 
Gesicht
Nicht 
Salzig
Waren sie 
    Sie waren
So bitter

Die Toten

    sie weinen 
Immer 
Noch 
In 
Ihren 
Särgen
Die 
Toten 
Und 
Würden 
ErTrinken 
Wären sie 
    Nicht 
Schon tot 

Gott 
    als Gott 
Sich 
Unter 
Die 
Menschen 
Mischte
Wußte 
Er 
Schon
Daß 
Nur 
Der 
Tod 
Ihn 
Aus 
Dieser Sack-
    Gasse hinaus-
Bringen würde

SchneeFlocken
    die Schnee-
Flocken 
Wirbeln 
UmEinAnDer 
Und 
ErZählen 
Sich 
Ihre 
Namen 
Für 
Mehr 
Bleibt 
Keine 
Zeit
Und 
Am 
Boden 
Haben sie 
    Selbst 
Die verGessen

Gras 
    das Gras 
In 
Den 
Händen 
ZerR.i-eB-en
Schrieb 
Ich
Mit 
Grünen 
Händen 
In 
Grüner Tinte 
    Das 
Wort Hulk [3]

Sterne 
    die Sterne 
Nötigen 
Mit 
Ihrem 
Funkeln 
Dem 
Fels 
Schatten auf 
    Schatten auf 
Schatten ab
 
GedankenVersunken 
    da -: 
Der 
Knabe
Steht 
Unter 
Den 
Bäumen 
Unter 
Sternen
Ja
Auch 
Unter Fenstern 
    In   
GeDanken verSunken 

Nachts 
    das schrundige 
Gesicht 
Des 
Himmels 
Zieht 
Sich 
Glatt 
Und 
Der 
Mond 
Dreht 
Sich 
Zur Seite
    Träume 
Ich bestimmt 

Amboß 
Einst hatte der Schmied 
Eine BriefMarke auf den Amboß geKlebt
Aber die Post holte ihn nicht ab 
Vielleicht war es auch ein Kuckuck 
Vielleicht holte man den Schmied anstatt 
Einst aus der Schmiede





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Georg Heym [1a]: Laubenkolonie. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 5. Jahrgang 1958. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 4. 
[1a] Georg  Heym (1887-1912) war ein deutscher Schriftsteller und einer der wichtigsten Lyriker des frühen literarischen Expressionismus. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Heym  
[2] Tokonoma (床の間) ist ein Element der traditionellen japanischen Architektur. Oft steht dort eine Vase, Figur, Pflanze oder HängeBild mit einem Zeichen oder einem Gedicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Tokonoma 
[3] In dem Marvel-Comic von Stan Lee und Jack Kirby verwandelt sich der Nuklearphysiker Dr. Bruce Banner in den grünen Hulk. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Hulk_(Comic) 

[4] Das Pfandsiegel des Gerichtsvollzieher wird umgangssprachlich Kuckuck genannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pfandsiegel 

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