Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.
40. KW
Berndt Jentzsch: Dicht am Boden
Ach, der Herr Dichter hatte doch schon aus dem Bett gefunden.
„Dicht am Boden“ und „auf allen Vieren“ -: vielleicht so eine Art Yoga oder die fünf Tibeter.
„Dicht am Boden“ soll man sein, wenn sich im Raum Rauch entWickelt hat und möglichst auf allen Vieren den Raum verlassen, weil man sonst vielleicht die Welt verläßt.
Dem Springen der Lämmer die Echternacher SpringProzession in Luxemburg entgegen setzen?
Ich erinnere mich an das Springen der Lämmer auf den Weiden von Texel.
40. KW
Berndt Jentzsch: Dicht am Boden
Ach, der Herr Dichter hatte doch schon aus dem Bett gefunden.
„Dicht am Boden“ und „auf allen Vieren“ -: vielleicht so eine Art Yoga oder die fünf Tibeter.
„Dicht am Boden“ soll man sein, wenn sich im Raum Rauch entWickelt hat und möglichst auf allen Vieren den Raum verlassen, weil man sonst vielleicht die Welt verläßt.
Dem Springen der Lämmer die Echternacher SpringProzession in Luxemburg entgegen setzen?
Ich erinnere mich an das Springen der Lämmer auf den Weiden von Texel.
39. KW
Kommentar: Ulrich Koch
„Dicht am Boden“ -: wenn es zu RauchEntwicklung im FlugZeug kommt, soll man auch dicht am Boden zum NotAusgang des FlugZeugs kriechen.
Überschaubar wie das Essen im 3 Sterne Restaurant.
„Hoffnungen begraben“ -: nein, aber das Herz wird an der Biegung des Flusses begraben.
Ich käme nicht auf die Idee, in diesem Gedicht die Dialektik von Unschuld & Sünde zu suchen, um es zu verstehen, aber doch noch in der Konkordanz [1] von Schuld & Sühne über das Symbol des Lammes, den „Stairway to Heaven“ zu finden.
„Ein Ende der Lektüre … nicht abzusehen“ -: ich lese seit Jahren circa einmal pro Jahr die „Straelener Manuskripte 1-10“ [2] und entdecke jedes Mal neue Aspekte. So haben der Herr Koch und ich doch etwas gemein.
„Kriechen, auf dem Boden, schlangengleich, den Mund im Staub.“ Herr Koch stuft das Kriechen tiefer ein als auf allen Vieren. Ich sehe auf allen Vieren den Kopf in HundeHöhe und erst beim Schlängeln den Mund im Staub. Koch spielt wahrscheinlich auf den Sündenfall an: „Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang.“ [3] Oder vielleicht auch nicht.
Links und Anmerkungen:
[1] Ich bemerke es gerade -: Konkordanz – mit Herz und Tanz.
[2] Straelener Manuskripte 1-10: Erstveröffentlichungen zeitgenössischer Poesie des Auslands 1984-1990. Herzberg, Judith / Csoori, Sandor / Tuwhare, Hone uvm. Straelener Manuskripte Verlags - GmbH, Straelen 2000. ISBN: 3891070462.
[3] 1. Mose (Genesis) 3,14 (Luther 2017)
[4] This footnote is intentionally left blank. https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk
.



No comments:
Post a Comment