Monday, July 31, 2017

Kopftuch

Fleischereifachverkäuferinnen auf der Markt in Bischkek - Kopfbedeckung ist Pflicht, 
aber nicht alle tragen ein Kopftuch


Wieder einmalmehr erhielt ist eine E-Mail aus meiner salafistischen Quelle. Man berichtete über eine Praktikantin, die in einem Pflegeheim wegen des Kopftuches abgelehnt worden war. Einige Stunden zuvor hatte ich im Journal der Vereinten Evangelischen Mission über das Problem gelesen [1].

Die junge Frau wollte sich nur für ein zweiwöchiges Praktikum für eine Küchenaushilfstätigkeit bewerben. „Die kopftuchtragende Bewerberin erhielt eine Absage. In der Begründung hieß es, dass bei der Essenzubereitung aus hygiene-rechtlichen Gründen grundsätzlich nicht mit einem Kopftuch gearbeitet werden dürfe.“
Das ist nun eine dumme Begründung, denn in der Küche soll ja aus hygienischen Gründen mit Kopfbedeckung gearbeitet werden. Mittlerweile tragen sogar Köche Kopftücher [2], die damit ein wenig wie Hulk Hogan aussehen [3]. Die junge Frau hatte sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewendet und die Pflegedienstleitung ließ sich dann überzeugen, ihr doch die Stelle anzubieten. Dieses Praktikum nahm sie jedoch nicht wahr, da sie zwischenzeitlich in einer anderen Einrichtung ein solches absolviert hatte. Übrigens kann man den Fall auch auf der Seite der Antidiskriminierungsstelle des Bundes nachlesen.

Wenn man das Internet durchgeht, wird man immer wieder fündig, dass sich das Tragen eines Kopftuches negativ auf Bewerbungen ausgewirkt hatte. Das sollte sich ändern. Im Journal der Vereinten Evangelischen Mission werden zwei junge Frauen vorgestellt, von der die eine ein Kopftuch trägt und die andere nicht. Zwei Dinge waren ihnen wichtig: 1. Das Kopftuch ist kein Instrument der Unterdrückung durch männliche Familienmitglieder, und 2. möchten sie nicht auf die Frage Kopftuch oder nicht reduziert werden.

Ich hoffe, dass sich die Situation bessert. Die evangelische Kirche und die Daikonie arbeiten daran [4]. Und wenn es doch einmal nicht klappt, sollte frau nicht sofort aufgeben und sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden.


Links: 
[1] Journal der Vereinten Evangelischen Mission, 2/2017, S. 13

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Sammelsurium (158) 31.07.2017





Nicht immer auf der SonnenSeite
"Sunpoint - immer auf der Sonnenseite". Aber meine StraßenSeite liegt auf der SonnenSeite und Sunpoint im Schatten.

Wünsche das UnMögliche
Das hat Hildegunst von Mythenmetz fein beobachtet: "Die Sehnsucht nach warmen Gletschern".
Mit ihrer Sehnsucht nach Kohlendioxid freier KohleVerbrennung werden die Politiker die Gletscher schon warm bekommen.

Gespräch
Älteres EhePaar, sie so: "Willst Du den Berg hoch oder [...]?" Ich so [denk, denk]: "Berg, Berg." [Zitat E. Henscheid]

Mona Lisa
Merkwürdig, dass man immer wieder dieses Bild betrachten will, sich wieder und wieder hineinGezogen fühlt.
Hätte ich die Muße? Würde ich mir die Zeit nehmen?

Windig
Der RotSchopf wiegt sein Haupt und die SilberPappeln schütteln ihre blonden Locken.

Ferris Wheel
When did you notice that the ferris wheel of hopes and dreams had stopped?

GedenkMesse mit Darth Vader
Ich war bei einer GedenkMesse für jemanden, der mit sehr viel bedeutet hatte. Hinter mir war die kleine Orgel der Kapelle. Der Organist schnaufte wie Darth Vader.

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Sunday, July 30, 2017

7. Sonntag nach Trinitatis


Vielleicht erinnern Sie sich noch an die letzte Woche. Da waren die Gladiolen noch nicht aufgegangen [1]. Irgendwie hatte ich blaue Gladiolen erwartet (gibt es die überhaupt?), aber ich war von den rubinroten bis vieloetten Blüten der Gladiolen nicht enttäuscht. Vielleicht kann man im nachträglichen Aufblühen von Knospen an Blumen und Zweigen eine Metapher für ein Leben nach dem Tod sehen.


Der 7. Sonntag nach Trinitatis ist nach der Liturgie der Abendmahls Sonntag [2]. In der Evangeliums Lesung hören wir die Geschichte von der Speisung der 5000 (Joh. 6,1-15) [3]. Der Predigttext steht ebenfalls im Johannes Evangelium (Joh. 6,30-35) [4]. Auch die Epistel Lesung bezieht sich auf das Brot des Lebens (Apg. 2,41a.42-47) [5].
Und dann war es ein Sonntag ohne Abendmahl. In einer der Nachbargemeinden wird am zweiten und vierten Sonntag im Monat Abendmahl gefeiert, bei uns am ersten und dritten Sonntag im Monat. Der 7. Sonntag nach Trinitatis fiel aber dieses Jahr auf den fünften Sonntag im Monat. Ja, fällt so etwas nicht auf? Ich werde mich da für Zusatzregelungen einsetzen.

Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links:

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Saturday, July 29, 2017

Kapelle Diefenbach


In Diefenbach steht am Ortausgang in Richtung Wahlen eine kleine Kapelle. Auf der Weiheurkunde kann man lesen: „Der Heiligen Jungfrau Maria wird am heutigen Tage die Privatkapelle der Familie Willems gewidmet und feierlich geweiht / Vortag des Festes Mariä Geburt / Siebter September / Anno Domini 2002“. Anlass für den Bau der Kapelle war die Goldhochzeit von Maria und Peter Willem, die dann im Jahr 2003 gefeiert wurde.

Der Bau und die Einsegnung der Kapelle sind in einem Buch, das in der Kapelle ausliegt, dokumentiert.


Außenansicht der Kapelle



Innenansicht der Kapelle


Aus dem Buch über Bau und Einsegnung

 
Außenansich der Bruder-Klaus-Feldkapelle 
oberhalb der Ortschaft Mechernich-Wachendorf 
vor etwa 8-10 Jahren
 

Die Bruder-Klaus-Feldkapelle hat sicherlich mehr Tourismus angelockt, da die Famile Paul Zumthor als Architekten gewinnen konnte. Mehr Tourismus als den Anwohnern recht war. Aber es geht überhaupt nicht darum, viele Menschen anzuziehen sondern wenigen einen Ort der Stille zu ermöglichen. Darauf sollte man nicht nur die Eifel, sondern auch seine eigene Umgebung näher untersuchen.