Friday, August 16, 2019

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 16.08.2019





SegelFlugZeuge
    wenn hoch
Oben
Die
FlugZeuge
Ohne
KondensStreifen
Fliegen
Dann
Sehen
Sie aus
Wie
    Segel-
FlugZeuge


Abend
    die Abend-
Sonne
VerBlutet
Zwischen
Den
Wolken
Wie
Nach
Einem
ÜberFall
VerEndet
Der Tag
    In der
Nacht


DaNach
    die Luft
Ist
Noch
Voller
Elektrizität
Hinter den
Bergen
Hinter
Dem
Wald
Donnert es noch
Auch
   B
 L
IT
   Z
  E
Zucken
Hier
Läuft
    Das Was-
Ser ab


Der Tod
    auf dem
KiesWeg
Knirschen
Schritte
Die
Sich
Nähern
Dann
EntFernen
Denn
Du hast
Das
Messer
HinGelegt
In das
    Du Ge-
Fallen wärst


Die Zeit
    die Zeit
Hatte
Gerade
Eben
Für
Zwei
Sekunden
AusGesetzt
Na und
Bei
Den
Milliarden
Von
Jahren
Darf
Auch
    Eine Pause
Sein


Sommer
    die weißen
Wolken
Über
Den Tannen
An
Berg
Bald wird
Wieder
Schnee
Aus
Ihnen
Rieseln
Und
Die Tannen
Stehen
    Weiß und
Frierend


FehlUrteile
    die Schwur-
Hand
War
Brandig
GeWorden
Die Roben
Hatten
Durch Blut
Ein
Viel
Tieferes
Schwarz
Aber wie
    Lange
Noch


GeZeiten
    die Ebbe
Nahm
Dich
Die
Flut
Gab
Dich
Zurück
Stumm
    Wie ein
Fisch


Tanz
    draußen
Im Wald
Wiegen
Sich
Die
Bäume
Zu
Summer in the City
Bis
Der Wind
    Sich
Legt



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Wednesday, August 14, 2019

Eine Vignette zu paranormalem Unsinn



Es muss in den 1970iger Jahren gewesen sein, dass ich eine Sendung im Fernsehen mit dem Parapsychologen Hans Bender (1907-1991) gesehen habe. Es ging um Kontaktaufnahme mit den Toten.

Für diese Kontaktaufnahme war er nach Schweden an den Mälarsee gefahren, denn dort saß jemand, der den Kontakt mit den Toten herstellen konnte. Dafür wurden Mikrofon und Kurzwelle (im Bereich, an dem sich kein Sender befindet) auf Tonband aufgenommen. Dann konnte man etwas sehr Verrauschtes hören. Es wurde mehrfach vorgespielt.

Später wurde es interpretiert als: „Der Ton war gemischt am Mälarsee“. Das ist nun eine tolle Botschaft aus dem Jenseits. Die weitere Interpretation war, dass es sich um eine gleichzeitige Aufnahme von Mikrofon und Kurzwelle gehandelt hatte. Ja, da sind die Toten wählerisch, wenn der Ton gemischt ist, sagen sie uns nur das.

Das war schon sehr dürftig für eine Fernsehsendung und natürlich sehr viel dürftiger, wenn man einen wissenschaftlichen Hintergrund für die Parapsychologie bemühen will. Ich blieb skeptisch.

Und ich sollte Recht behalten! Einige Wochen später hatte ein Techniker einen Teil des Liedes „Beg, steal or borrow“ von den New Seekers so verzerrt, dass es klang wie die Aufnahme der Botschaft von den Toten am Mälarsee. Die Kurzwelle wird in der Ionosphäre reflektiert und ist anfällig für Störungen wie das berühmte Knacken; so sind auch Frequenzverzerrungen möglich. Und das hatte man am Mälarsee gehört. Keine Toten.

Man müsste nun meinen, dass mit der paranormalen Blödelei aufgehört würde. Nein, man macht fleißig weiter. Und wenn man nicht weiter weiß, zitiert man William Shakespeare, aus Hamlet: „There are more things in heaven and earth, Horatio, / Than are dreamt of in your philosophy.” Brilliantes Theater, brilliante Worte, aber keine Wissenschaft.

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Tuesday, August 13, 2019

Der verlorene Schlüssel



Heute Morgen wollte ich zum Stall, um Werkzeug zu holen, aber der Schlüssel lag nicht an seinem Platz. Auch sonst im Haus fand ich ihn nicht. „Das ist aber ärgerlich“, dachte ich noch. Dann holte ich die Hose hervor, die ich am Vortrag getragen hatte – eine kurze Hose, die ich gerade erst gekauft und zum ersten Mal überhaupt benutzt hatte.  Und siehe da, der Schlüssel war nicht in der Hosentasche, denn sie hatte ein Loch. Die neue Hose!
Ich ging hinaus und überlegte, wo ich denn am Vortag auf dem Grundstück gewesen war. Fast überall. Auf über 1000 qm suchen? Halt! Gerade den Teil mit den überwuchernden Brennnesseln hatte ich nicht mehr betreten, nachdem ich den Stall abgeschlossen hatte. Und wie ich so begann, eine Such-Strategie  zu entwickeln, kam meine Schwägerin vom Nachbargrundstück.
Nachdem ich mein Problem geschildert hatte, sagte sie, dass sie ziemlich gut im Finden von Schrauben oder Unterlegscheiben wäre, wenn mein Bruder sie auf dem Grundstück verloren hätte. Bevor ich noch für die angebotene Hilfe danken konnte, hatte sie vor sich ins Gras geschaut und den Schlüssel gefunden.

Fazit: Wenn man etwas sucht, ist es ein guter Beginn, einfach dort zu schauen, wo man gerade steht. Oder direkt die Schwägerin rufen.


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