Thursday, February 23, 2017

Superfood Curcuma


Curcuma wird bereits als Bio-Cortison vermarktet (1). Ausführlicher hatte ich mich bereits hier auf dem Blog (2) dazu geäußert. Curcumin ist der orange bis gelbe Farbstoff, der im indischen Gelbwurz vorkommt. Curcuma (auch Kurkuma im Deutschen), Gelbwurz oder Turmeric kann man sich im Lebensmittelhandel besorgen; dummerweise ist der Name Gelbwurz doppelt vergeben, es gibt noch ein Hahnenfußgewächs, das aber mit dem indischen Gelbwurz nichts zu tun hat. Gelbwurz weist auf das Rhizom hin. Gelbwurz gehört zur Familie der Ingwergewächse. Curcuma wird jedoch fast ausschließlich als Pulver verkauft. Ein wesentliches Problem besteht in der geringen Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt. Hierzu und zu weiteren Informationen kann man sich auf der Homepage meines Kollegen Dr. med. habil. V. Nehls weiter informieren (3). 

Curcuma hat interessante Eigenschaften, die sich bei besserer Bioverfügbarkeit vielleicht nutzen lassen (4). Andererseits widerspricht eine gerade veröffentlichte Studie (5) von K.M. Nelson und Kollegen dieser Einschätzung: „This manuscript reviews the essential medicinal chemistry of curcumin and provides evidence that curcumin is an unstable, reactive, nonbioavailable compound and, therefore, a highly improbable lead.” Dem könnte man eine Studie aus Indien aus dem Jahr 1998 von G. Shoba und Kollegen entgegenhalten (6): „Influence of Piperine on the Pharmacokinetics of Curcumin in Animals and Human Volunteers“. Piperin ist der Stoff, der schwarzen Pfeffer scharf schmecken lässt. Unter Umständen ist die Bioverfügbarkeit aus Currypulver weitaus besser als bei reinem Curcuma, aber das müsste man erst noch nachweisen. Piperin hat bereits Eingang zu den (überflüssigen) Gewichtreduktionspillen gefunden, aber das ist ein anderes Thema. 


Curcumin hat in-vitro („im Reagenzglas“) krebshemmende, antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen gezeigt, aber die sichere Einschätzung beim Menschen steht weiterehin aus. 


Ich halte Curcuma für ein Supergewürz, auf das Sie nicht verzichten sollten. Mischen Sie Ihr eigenes Curry (das macht die indische Hausfrau sowieso). Bei gleichzeitigem Gebrauch von schwarzem Pfeffer könnte sich die Aufnahme verbessern. Aber als Medikament sollten Sie es nicht ansehen.



Links:

Weitere Bewertungen von Superfoods unter dem Stichwort "Superfoods" hier auf diesem Blog.


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Wednesday, February 22, 2017

Superfood Shiitake


Shiitake Pilze lernte ich in Taiwan kennen, bei meinem ersten Aufenthalt dort. Es ist ein guter Speisepilz, der ähnlich zu unseren braungekappten Champignons ist. Ich lernte Lentinula edodes, so der wissenschaftliche Name, als 香菇 (xianggu - Duftpilz) und 冬菇 (donggu - Winterpilz) kennen, aber Wikipedia hat noch mehr aufgeführt (1). Hier ist der japanische Name Shiitake (椎茸 – Scheibe oder Wirbel und Pilz) geläufiger. In China und Japan kommt der Pilz auch wild vor, wird wie bei uns aber in der Regel gezüchtet und zwar auf Holz.

Shiitake schmeckt und zwar, da der Pilz die fünfte Geschmackqualität besitzt – Umami. Man beschreibt Umami mit würzig oder schmackhaft. Die Rezeptoren auf der Zunge nehmen Glutaminsäure und Asparaginsäure wahr (2).

Wie andere Pilze (z.B. Steinpilz) enthält Shiitake auch Vitamin D und zwar als Ergosterin, das unter Sonnenlicht in Vitamin D2 (Ergocalciferol) umgewandelt wird. Daraus muss der Körper aber erst noch Calcitriol herstellen. Shiitake enthält Eiweiß von hoher biologischer Wertigkeit (gute Verteilung der Aminosäuren, einschließlich verzweigtkettiger und essentieller Aminosäuren), wobei man allerdings die geringe Verzehrsmenge in Betracht ziehen muss; bei 300 g Pilzen hätte man gerade 6,6 g Eiweiß zu sich genommen (3). Das haben Sie aber auch schon mit 120 g Joghurt aufgenommen. Außerdem enthalten Shiitake Pilze nennenswert Kupfer. Bei gemischter Kost ist andererseits kein Mangel zu erwarten.

Shiitake soll bei verschiedenen Krebsarten wirken. Jein. Es sind schon Studien z.B. an Mäusen vorhanden oder Untersuchungen als adjuvante Therapie, aber belastbare Daten sind das nicht. Eine Interessante Arbeit aus dem Jahr 2012 von T. Xu und Kollegen setzt sich damit auseinander (4): „The cancer preventive effects of edible mushrooms.“ K. Tanigawa und Kollegen untersuchten (5): „Improvement of QOL and Immunological Function With Lentinula Edodes Mycelia in Patients Undergoing Cancer Immunotherapy: An Open Pilot Study.”

Zusammenfassend halte ich Shiitake Pilze für super Speisepilze. Wahrscheinlich sind sie gesund. Getrocknete Pilze kann man im asiatischen Supermarkt kaufen. Wenn Sie frische Ware sehen, greifen Sie zu.

Links: 

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Still In Between




Grey clouds and drizzle
Slurping cars in a drab street
Old woman groaning

This winter morning
Cyclist stops at traffic light
So much darker now

Walking through the park
Orion still looking down
Rabbits vanishing

Thawing
Some dirty snow left
High heels again

The cars still in white
The sidewalk looking dread and black
Oops and slippery

Snow falling
White city, rounded
Red torii though

Frosty night
The moon shivers
And the fox


Tuesday, February 21, 2017

Superfood Leinsamen




Leinsamen findet man im Müsli oder man fügt sie  geschrotet bei. Das Öl ist reich an omega-3-Fettsäuren. Gerade geschroteter Leinsamen ist bei Menschen mit Verdauungsbeschwerden beliebt. Es gibt verschiedene Sorten von Leinsamen, z.B. mit gelber oder mit dunkelbrauner Schale.

Gehen wir einmal einige der verschiedenen Inhaltsstoffe durch.

Alpha-Linolensäure
Der Körper benötigt zwei essentielle Fettsäuren: die Linolsäure (eine omega-6-Fettsäure) und die alpha-Linolensäure (omega-3-Fettsäure). Aus der Linolsäure entstehen Botenstoffe, die mit Schmerz und Entzündung zusammenhängen. Aus der alpha-Linolensäure stellt der Körper Gegenspieler, also Entzündung und Schmerz hemmende Stoffe, her. In der Nahrung sind meistens mehr omega-6- als omega-3-Fettsäuren enthalten. Insbesondere haben Menschen, die viel Fleisch essen über die Arachidonsäure, und interessanterweise Veganer (1, 2, 3) zu viel an omega-6-Fettsäuren. Leinsamen liegt einsam an der Spitze, wenn es um die alpha-Linolensäure geht, denn kein anderer Samen oder Pflanzenöl enthält so viel davon.

Linamarin und Plastochromanol-8
Sie haben noch nicht von Linamarin und Plastochromanol-8 gehört? Ich auch nicht, obwohl ich wusste, dass in Maniok Blausäure enthalten ist. Linamarin wird im Verdauungstrakt zu Blausäure zersetzt (4). Akute Vergiftungen sind bei Leinsamen allerdings nicht nachgewiesen worden, da die Blausäure auch gut ausgeschieden wird. Plastochromal-8 ist ein Antioxidans, das in hohen Mengen in Leinsamen nachgewiesen wurde, ist allerdings noch weitgehend unerforscht (5).

Vitamine
Leinsamen enthalten die Vitamine B1, B2, Nikotinsäure, Panthotensäure, B6, Folsäure und E. Allerdings sind diese bei der niedrigen Verzehrsmenge nicht nennenswert an der Versorgung mit Vitaminen beteiligt. Ausnahme vielleicht Vitamin E, denn bei Verzehr von 15 g nimmt man 20% der empfohlenen Tagesmenge auf (6).

Schleimstoffe
Schleimstoffe können Wasser aufnehmen. Wegen dieser Fähigkeit wird Leinsamen gegen Verstopfung/Obstipation eingesetzt. Die Kotmasse wird vermehrt und der Kot wird weicher, so dass er dann besser abgeführt werden kann. Übrigens sollten Leinsamen geschrotet werden, da die Schale sonst den Verdauungsversuchen standhält.

Lignane
Lignane sind Phytoöstrogene, die antioxidative Wirkung haben (7). Sie wirken auch schlaffördernd (Baldrianwurzel). Man vermutet einen Wirksamkeit gegen Herz-Kreislauf-erkrankungen. Außerdem wurde 2014 eine Studie bei Brustkrebs veröffentlicht (8). S.E. McCann und Kollegen veröffentlichten: „A pilot study comparing the effect of flaxseed, aromatase inhibitor, and the combination on breast tumor biomarkers.” Sie folgerten: “Our results do not support strong effects of FS [flaxseed] on AI [aromatase inhibitors] activity for selected breast tumor characteristics or serum steroid hormone levels but suggest AI therapy might reduce the production of circulating mammalian lignans from FS.” D.h. in der Therapie hat Leinsamen nach dieser Studie keinen Nutzen, wobei da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Das Zentrum der Gesundheit hat noch weitere Studien gefunden (9). In einer Meta-Analyse zeigte sich ein geringeres Risiko für Brustkrebs bei höherer Aufnahme an Ballaststoffen (10). In einer anderen Meta-Analyse wurde ein geringeres Sterberisiko (40%) für Brustkrebspatientinnen mit hohem Blutspiegel an Phytooestrogenen nachgewiesen (11).

Ist Leinsamen ein Superfood? Ja.


Links:


Weitere Bewertungen von Superfoods unter dem Stichwort "Superfoods" hier auf diesem Blog.

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