Thursday, April 17, 2014

Statische Magnettherapien


Warum bin ich so ein Gegner von statischen Magnettherapien? Die schaden doch nicht. Wirklich nicht? Statische Magnettherapien sind solche, die kleine Magnete benutzen, die getragen werden, z.B. als Armbänder oder Gürtel.
Ein normaler Magnet wirkt auf Eisen. Eisen ist im Körper nicht sehr viel vorhanden. Das ist auch gut so. Der Körper schützt sich vor überflüssigem Eisen, weil es so aggressiv ist. Bei jeder Entzündung wird das Eisen deshalb in den Eisenspeicher verschoben. Die Aufnahme von Eisen ist besonders geregelt, das heißt u.U. wird sehr wenig Eisen aufgenommen. Das meiste Eisen im Körper ist in den roten Blutkörperchen. Man kann einen einfachen Versuch machen: Eisenspäne werden von einem Magneten angezogen, rote Blutkörperchen allerdings nicht.
Mesmer hatte bereits im 18. Jahrhundert vesucht, mit Magnetismus zu heilen. Er fand später jedoch heraus, dass er dieselben Effekte (Placeboeffekte) auch ohne Magnetismus erreichen konnte. Aber der Glaube an die heilenden Kräfte von Magneten hält sich seither.
Eine Studie Finegold und Kollegen im British Medical Journal vom Dezember 2004 untersuchte: “Randomised controlled trial of magnetic bracelets for relieving pain in osteoarthritis of the hip and knee." Die Studie zeigte eine geringgradie Verbesserung in der Magnet-Gruppe. Aber die Autoren führten dies auf die mangelnde Verblindung zurück, denn ob die Armbänder magnetisch sind oder nicht, ist leicht festzustellen.  
Häufig wird behauptet, dass sich durch die Magnete der Blutfluss veressere. Aber es gibt keine wissenschaftliche Bestätigung, dass diese Hypothese stimmen würde. Es handelt sich auch um eine willkürlich gewählte Hypothese, da ein Effekt auf das Eisen im Blut nicht nachweisbar ist.
Mancher Anbieter von Magnettherapien zieht sich darauf zurück, dass eine Wirksamkeit nicht widerlegt sei. Aber so geht es nun wirklich nicht. Der Anbieter muss nachweisen, dass eine Wirksamkeit besteht. Soll jetzt etwa der potentielle Käufer die mangelnde Wirksamkeit nachweisen?
Ich rate von Magnettherapien generell ab. Schaden Sie? Ja, insbesondere dem Geldbeutel.

 

Venenpunktion zur Blutabnahme oder Infusion


Gibt es „schlechte Venen“? Nein, das ist ein Mythos. Aber es gibt problematische Venen. Als ich Studenten (PJler) auf der Station hatte, war ich so gemein, die „ganz schlechten“ Venen mit einem schnellen Pieks zu treffen.
In der Tiefe findet man meistens dicke, gute Venen, die auch gut zu punktieren sind. Die kann man nur mit dem Tastsinn finden, denn oberflächlich sind sie nicht zu sehen.
Die oberflächlichen Venen sind bisweilen zu dünn, obwohl man auch dünnere Kanülen benutzen kann. Gerade bei Infusionen kann man darauf zurückgreifen, denn eine rosa Viggo lässt immerhin 40 l Infusion in 24 Stunden zu, wenn man die Infusion voll aufdreht. Das sollte doch genügen! Immerhin können aber dünne Venen z.B. bei Rheumatikern oder Asthmatikern, die lange Zeit Prednisolon oder andere Kortikosteroide („Kortison“) bekommen haben, leichter platzen.
Die Blutabnahme sollte immer gelingen, denn die Kanülen dafür sind sehr scharf. Die Verweilkanülen aus Plastik machen da schon eher Probleme.
Gibt es Rollvenen? Ja, aber da kann man auch entsprechende Techniken entwickeln, damit man sie nicht fort schiebt oder durchsticht.
Wenn die Venen nicht so gut hervortreten, kann man den Arm erst einmal in warmes Wasser legen. Pumpen mit der Hand am gestauten Arm kann ebenso hilfreich sein. Und man könnte vorher ausreichend trinken.
Wenn man zu häufig sticht, dann werden die Bedingungen immer schlechter. Angst und Schmerzen führen dazu, dass sich die Venen nicht öffnen sondern zusammenziehen und damit schlechter zu punktieren sind. Und der Punkteur wird auch immer unsicherer. Dann sind eine Pause und Wechsel des Punkteurs hilfreich.
Ellenbeuge oder Handrücken? Gerade Arzthelferinnen scheuen den Handrücken, da es dort Schmerzen bereitet. Auch von Patientenseite wird der Handrücken ungern zur Verfügung gestellt, denn neben Schmerzen kommt u.U. noch ein unschöner blauer Fleck dazu.

Wer ist gut in der Venenpunktion? Wer viel Erfahrung hat. Wer es täglich macht. Das kann die Arzthelferin genauso sein wie der Anästhesist oder Internist. 

Wednesday, April 16, 2014

ORTHOpress Nr. 2/2014


Ich habe wieder einmal in der ORTHOpress geblättert, dismal in der Ausgabe 2/2014. Interessanterweise gibt es auch Artikel, die nichts mit Werbung zu tun haben. Ich denke einmal, dass die eingekauft worden sind, um die Seriosität zu verbessern und damit auch die werbenden Artikel weniger auffällig wirken zu lassen.

Pflanzenkraft gegen Bluthochdruck
In einer Anzeige wird geworben so für ein Präparat geworben: apimanu Hypertosan. Man weist auf zahlreiche Studien hin, u.a. auf eine Studie im Journal of Cardiovascular Nursing aus dem Jahr 2002. Nun ist eine Studie in einem Fachblatt für Pflege schon per se kritisch zu sehen, da Studien zu Medikamenten an anderer Stelle, das heißt den medizinischen Fachblättern, zu veröffentlichen sind. Die Studie beschäftigt sich aber nicht mit dem Präparat (Crataegus oxyacantha und Nattokinase) sondern vornehmlich mit Crataegus monogyna und Crataegus laevigata; aber das nur als Nebenbemerkung. Ein Cochrane Metaanalyse zeigt einen Vorteil für die Behandlung von Herzschwäche auf. Ein Studie im Jahr 2004 [HERB-CHF (Hawthorn Extract Randomized Blinded Chronic HF Study)] zeigte keine Effekte auf die Lebensqualität („No effects of hawthorn were seen on either quality-of-life endpoint (Tables 1 and 2), or when adjusted for LVEF"). Crataegus oxyacantha ist übrigens ein wissenschaftlich verworfener Name für eine Weißdorn-Art.
Nattokinase wird aus dem japanischen Nahrungsmittel Natto gewonnen und kann die Blutgerinnung beeinflussen. Y.Y. Chang und Kollegen berichten über einen Patienten, der nach sieben Tahen Nattokinase und Aspirin eine Kleinhirnblutung erlitten hatte („Cerebellar hemorrhage provoked by combined use of nattokinase and aspirin in a patient with cerebral microbleeds.“) – Linkk siehe unten.

Laufen & Co.
Hier wird für eine neue Einlage geworben. Interessanterweise läuft da jemand auf dem Foto barfuss am Strand. Vielleicht ist diese Einlage doch nicht so wichtig. Auf jeden Fall würde ich sie vorher ausprobieren und nachfragen, ob diese Einlagen überhaupt von der Krankenkasse erstattet werden. Ich schätze einmal nein. Und ich schätze weiter, dass sie oftmals gar nicht getragen werden, weil die „sensomotorische“ Effekt auch störend empfunden werden kann.

Schmerzreduktion durch Therapeutisches Kernspin
Ich habe bereits früher darauf hingewiesen, dass MBST-Verfahren mit der diagnostischen Anwendung der Magnetresonanz-Tomografie (Kernspin-Tomografie) kaum mehr als den Namen gemeinsam trägt. Interessant ist auch die Tatsache, dass ein Neurologe das „Arthrosezentrum Kalkar“ betreibt und nicht etwa ein Orthopäde. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten diese Therapie nicht. Ich meine auch zu Recht.

Krampfadern entfernen
Hier wird ein Interview mit Dr. Lothar Müller geführt, der die Radiowellen-Therapie empfiehlt. Der NDR berichtet über diese Therapie, bei der mittels eines Katheters die Vene verschweißt wird – an der Venenwand entstehen dabei Temperaturen von 80-90° C. Da die wissenschaftliche Prüfung derRadiowellen-Therapie noch nicht abgeschlossen und auch keine Langzeitdaten vorliegen, zahl en die gesetzlichen Krankenkasse auch nicht für diese Methode, die mit „700 bis 1.150 Euro“ doch recht teuer ist.

Schönheitsformel für gesunde, straffe Haut
Hier wird eine Creme angeboten, die Glutamin enthält. Gewonnen wird dies aus der „Jiaogulan-Pflanze“ (绞股蓝) – es handelt sich um ein Kürbisgewächs; in Ostasien werden Teile der Pflanze als Gemüse, Salat oder Tee verwendet. Glutamin kennen Sie sicherlich als Glutamat, das Salz der Glutaminsäure, gerne in China-Restaurants verwendet. 50 ml dieser Creme jkosten 24,90 € - mit Schönheit kann man eben Geld verdienen.

Biotin H forte
Egal, was für Wunderdinge diesem Vitamin zugeschrieben werden, „ein Biotinmangel, der lediglich durch biotinarme Kost verursacht wird, ist beim Menschen kaum beschrieben.“ (Wikipedia) Das schleichbeworbene Präparat kostet ca. 42 € (120 Tbl. à 2,5 mg), ein anderer Anbieter verkauft Biotin für 4,67 € (30 Tbl. à 5 mg). In meinen Augen sind beide Vitaminpräparate für den Normalbürger überflüssig.

Zu weiteren Artikeln hatte ich bereits meine Einschätzung abgegeben.


Weitere Informationen zu Themen der ORTHOpress u.a. hier:

Links:



Tuesday, April 15, 2014

Carpe Diem Special Haiku Shakuhachi

 

Red moon watching

For the mists to rise

Morning shakuhachi



 

Shade of the bamboo

Resting with closed eyes, weary

Fresh shakuhachi


 

Pierced winter clouds

The shakuhachi stopped

But the clouds’ rings jingle

 

http://chevrefeuillescarpediem.blogspot.de/



Wahlplakate 2014


Ich hatte im letzten Jahr schon einmal Wahlplakate kommentiert. Und dieses Jahr möchte ich es wieder tun.



Liebe MLPD! Danke für dieses nostalgische Motiv. Die Dampflokomotive weist sicherlich nicht in die Zukunft. Schön rot ist das Plakat immerhin. Wie wäre es mit etwas Neuerung? Oder ist das zu revolutionär?


Liebe FDP! Was stimmt an Eurem Plakat nicht? Das Schlagloch ist kein Schlagloch! Und außerdem liegt es auf dem schmalen Streifen zwischen Radweg und Fahrbahn. Habt Ihr ein Glück, dass ich keine Pflastersteine werfe.



Link 2013: 
http://rheumatologe.blogspot.de/2013/09/wahlplakate-btw13.html

Monday, April 14, 2014

Carpe Diem Haiku Puddles


Light dripping
With the rain
Into puddles


Glistening diamonds
Then dripping from the bush
Into a puddle








Betreff: PLEASE READ AND RESPOND!!!


I am Pedro Quezada i won $338 million in the Powerball Jackpot,i and my family have decided to give $750,000 US Dollars donation each to 5 lucky people, lucky for you, your email,was selected from a Data Base of Internet E-mail Users,from which your Address came out as one of our lucky
precipitants.for source and verification please see the link below:
NJ Powerball winner who won $338m pays out $30,000 to resolve a child support debt

For details Contact: PedroQuezadaxxx@xxx.com