Friday, December 26, 2025

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 26.12.2025

 


Mein Stern ging auf
Mein Stern ging auf
Tief unter meinen Füßen
Wo haust im Winter mein Fuchs?
Wo schläft meine Schlange?
Paul Klee [1]

Noch ein Koffer
    in der 
GepäckAusgabe 
Fahren 
Meine 
Leeren 
Koffer
Runde 
Um 
Runde 
Und niemand 
    Nimmt 
Sie herUnter

Stümpfe
    der Rauh-
Reif 
Färbt 
Die 
Brandigen 
Stümpfe 
Der 
Bäume
Weiß 
Ein 
Sie 
Bluten 
Nicht mehr
    Aber 
Sie zittern 

Das kannst du schon machen, wenn Einsamkeit und Hoffnung dich verlassen -: Gott verhöhnen – und dann? 

Trommler
    der Husten-
Anfall 
Des 
Nachbarn 
Trommelt 
An 
Die 
Tür 
Doch ich 
    Öffne 
Ihm nicht

Steine
    die Steine 
In 
Der 
Brütenden 
Sonne 
Oder 
Die
Im 
Kühlen
BachBett 
Sie 
Träumen 
Ohne 
Hast 
Und 
Sich 
Um die 
    Welt 
Zu scheren 

VerGessen / UnVergessen
    in unseren 
Träumen 
Dürfen  
VerGessene 
GeDanken 
WiederKehren 
Und uns 
    ErLeichtert 
Zu lachen 

Samen
    wenn wir 
Die 
Toten 
BeGraben
So 
Hoffen 
Wir
Daß 
Wieder 
Etwas 
Daraus 
Wächst
Wie aus 
    Einem 
SamenKorn

Pützen
    die Pfützen 
Sind 
Nackt 
Und 
Zittern 
Mit 
Jedem 
RegenTropfen
Der in 
    Sie 
HineinFällt 

Morgens
    der Morgen
Weint 
Tau 
Denn 
So 
Schön 
Ist 
Der 
Tag 
Noch 
Kurz 
Nach 
Seiner GeBurt
    BeVor 
Wir ihn zerStören

„The Big Sleep“
    der leichte 
FlügelSchlag 
Der 
AbendBrise 
Nun 
Wird Ruhe 
    Sein 
Und Schlaf 
 




Anmerkungen:
[1] Paul Klee: Mein Stern ging auf. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 3. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 97. 
[2] This footnote is intentionally left blank. 


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