Vor einigen Tagen hatte ich die Pfarrkirche St. Hieronymus in Dahlem beschrieben [1] und dabei war mir aufgefallen, daß ich noch nie über St. Stephanus in Sistig oder St. Michael in Rinnen geschrieben hatte, denn das Hauptwerk von Ernst Johann Jansen-Winkeln, dessen Fenster ich in Dahlem bewunderte, ist die Ausmalung der Kirche St. Stephanus in Sistig. In Rinnen warten auch noch sehr schöne Fenster von ihm auf mich. Nun aber war es soweit, ich kam durch Sistig und die Pfarrkirche St. Stephanus, über die Straße zur Bushaltestelle war es fies glatt, aber danach konnte man sicher gehen. In der Kirche war niemand, aber das ist eigentlich die Regel.
Sistig gehört zu Kall und liegt auf etwa 530 m Höhe. Die Einwohnerzahl beläuft sich auf etwas weniger als 800. Man vermutet eine Herkunft eine Ableitung des Namens Sistig von sextus und nimmt an, daß es bereits vor 2000 Jahren eine keltisch-römische Siedlung gab. Eine Kapelle wird für das Jahr 1214 urkundlich erwähnt, denn ab da mußte die Messe von einem der Mönche aus dem Kloster Steinfeld einmal wöchentlich gehalten werden [2]. Egal, ob man heute über Steinfelderheistert oder Gillenberg und Diefenbach läuft, es sind 4 km und die kann man ein einer Stunde bewältigen.
Sistig gehört zu Kall und liegt auf etwa 530 m Höhe. Die Einwohnerzahl beläuft sich auf etwas weniger als 800. Man vermutet eine Herkunft eine Ableitung des Namens Sistig von sextus und nimmt an, daß es bereits vor 2000 Jahren eine keltisch-römische Siedlung gab. Eine Kapelle wird für das Jahr 1214 urkundlich erwähnt, denn ab da mußte die Messe von einem der Mönche aus dem Kloster Steinfeld einmal wöchentlich gehalten werden [2]. Egal, ob man heute über Steinfelderheistert oder Gillenberg und Diefenbach läuft, es sind 4 km und die kann man ein einer Stunde bewältigen.
Über die bereits erwähnte Kapelle gibt es bislang keine Einzelheiten. Man nimmt an, daß sie im 15./16 Jahrhundert durch eine spätgotische, einschiffige Kirche ersetzt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese zu klein und wurde 1901 abgerissen. Die neue Kirche im neugotischen Stil nach Plänen von Joseph Prill, einem Essener Religionslehrer, wurde 1904 geweiht. Halt, nicht so schnell, denn über den Architekten erfahren wir, daß er Autodidakt war, das aber macht in doch so interessant, daß man nachhaken muß [3]. Joseph Carl Maria Prill wurde 1852 in Beuel geboren und starb 1935 in Donrath. 1875 wurde er im Kölner Dom zum Priester geweiht und lebte 1880-1883 in Rom. Er war fast 30 Jahr als Religionslehrer am Burggymnasium in Essen tätig und war nebenbei Autor und Architekt tätig. Im Wikipedia Artikel finden sich weitere Kirchen, für die er die Pläne entworfen hat. „St. Stephan ist eine dreischiffige und vierjochige Stufenhallenkirche aus Kalkstein in Formen der Neugotik. Der Chor ist fünfseitig geschlossen, der Glockenturm seitlich vorgebaut.“ [4] St. Stephanus wurde 1987 restauriert und 2017 im Westen um einen Anbau erweitert. Der Taufstein stammt aus der Zeit um 1800.
Der Wikipedia Artikel listet die Priester auf, die ab 1920 tätig waren und mit P. Wieslaw Kaczor SDS [5] und seinem Pastoralteam weiter sind. Wenn man sich aber für die Zeit davor interessiert, so kann man das an dem Torbogen von Vorraum in die Kirche nachlesen. Aber wer macht das schon? Na klar, ich mache so was und fotografieren es auch noch – aber nein, dieses Foto bleibt in der Datei auf meinem Rechner. Da müssen Sie schon selbst nach Sistig.
Der Wikipedia Artikel listet die Priester auf, die ab 1920 tätig waren und mit P. Wieslaw Kaczor SDS [5] und seinem Pastoralteam weiter sind. Wenn man sich aber für die Zeit davor interessiert, so kann man das an dem Torbogen von Vorraum in die Kirche nachlesen. Aber wer macht das schon? Na klar, ich mache so was und fotografieren es auch noch – aber nein, dieses Foto bleibt in der Datei auf meinem Rechner. Da müssen Sie schon selbst nach Sistig.
Kommen wir zur Orgel – ich sage sage einmal, es bleibt interessant – auf der Empore, die ich älter geschätzt hatte. Sie ist das Werk der Hellenthaler Weimbs Orgelbau GmbH aus dem Jahr 1956 und wurde 1981 umgebaut. Damit könnte man sich zufrieden geben, immerhin kann man es so im OrganIndex nachlesen [6]. Ich fand die Orgel nicht auf der Opus-Liste von Weimbs Orgelbau [7]. Aber ich fand eine Orgel für St. Stephanus in Effelsberg, über die ich bereits berichtet habe [8]. Diese Orgel wurde 1889 von der Firma Gebr. Müller (Reifferscheid) erbaut und 1975 durch die Firma Josef Weimbs (Hellenthal) renoviert [9]. Ich meine, daß die Opus-Liste, die ich doch schon häufiger eingesehen habe, an dieser Stelle fehlerhaft ist.
Kommen wir nun zu Fenstern und Fresken. Die Fresken sind auch als „Sistiger Bilderbibel“ bekannt und wurden von Ernst Johann Jansen-Winkeln [10] in der Zeit von 1941 bis 1948 geschaffen. Mein Großvater und er hatten dasselbe Geburtsjahr und so verwundert es mich nicht, daß Jansen-Winkeln 1942 Soldat werden mußte und erst wieder 1945 an den Fresken weiterarbeiten konnte. Damit konnte er aber auch Adolf Hitler darstellen, allerdings unter den Dämonen. Wahrscheinlich gibt es keine weitere Kirche mit einer Darstellung von Adolf Hitler. Stilistisch wird er der verschollenen Generation zugeordnet. Ich meine, auch meinen früheren Kunstlehrer Heiner Schlesing dort zuordnen zu können [11].
Von Ernst Jansen-Winkeln stammen auch die Entwürfe zu den Fenstern im Seitenschiff (geometrische Ornamente) und dem Chor (Szenen aus dem Leben des Quirin von Neuss, Szenen aus dem Leben der hll. Sebastian und Stephanus, Szenen aus dem Leben des hl. Hermann Josef von Steinfeld) [12]. Regelmäßige Leser des Blog wissen über meine Obsession zu Quirinius Bescheid, der als Statthalter in Syrien vom Evangelisten Lukas erwähnt wird. Nun, Quirin oder Quirinus von Neuss aka Quirinus von Rom war ein ein römischer Tribun und christlicher Märtyrer aus dem 2. Jahrhundert, der enthauptet wurde [13] und dabei belassen wir es, obwohl er zweiter Pfarrpatron ist und nach ihm eine Quelle im Ort benannt wurde (Quirinusborn), die sich etwa 100 m Luftlinie von St, Stephanus entfernt befindet.
Von Ernst Jansen-Winkeln stammen auch die Entwürfe zu den Fenstern im Seitenschiff (geometrische Ornamente) und dem Chor (Szenen aus dem Leben des Quirin von Neuss, Szenen aus dem Leben der hll. Sebastian und Stephanus, Szenen aus dem Leben des hl. Hermann Josef von Steinfeld) [12]. Regelmäßige Leser des Blog wissen über meine Obsession zu Quirinius Bescheid, der als Statthalter in Syrien vom Evangelisten Lukas erwähnt wird. Nun, Quirin oder Quirinus von Neuss aka Quirinus von Rom war ein ein römischer Tribun und christlicher Märtyrer aus dem 2. Jahrhundert, der enthauptet wurde [13] und dabei belassen wir es, obwohl er zweiter Pfarrpatron ist und nach ihm eine Quelle im Ort benannt wurde (Quirinusborn), die sich etwa 100 m Luftlinie von St, Stephanus entfernt befindet.
Über den Patron der Kirche, Stephanus, erfährt man mehr im 6. und 7. Kapitel der Apostelgeschichte [14] und natürlich bei Wikipedia [15]. Er wurde zusammen mit sechs andern zu den ersten Diakonen gewählt, die zur Unterstützung der Apostel beim Wachsen der Gemeinde notwendig geworden waren. Er war der erste Märtyrer der jungen christlichen Kirche und wird deshalb auch als Erzmärtyrer bezeichnet. Stephanus hatte seinen Mördern kurz vor dem Tod verziehen.
Eine Besonderheit ist mir noch aufgefallen. Warum sollte Weihwasser nicht hygienisch sein? Es gibt einen Weihwasser Spender.
Warum ich das nicht schon vor Jahren geschrieben habe? Der Mensch ist sich selbst das größte Rätsel.
Sollten Sie die Kirche besuchen? Aber sicher! Und tun Sie es, bevor jemand auf die Idee kommt, abzuschließen. Um die Advents-/Weihnachtszeit gibt es eine sehenswerte Krippe – also gestern war sie noch zu sehen.
Warum ich das nicht schon vor Jahren geschrieben habe? Der Mensch ist sich selbst das größte Rätsel.
Sollten Sie die Kirche besuchen? Aber sicher! Und tun Sie es, bevor jemand auf die Idee kommt, abzuschließen. Um die Advents-/Weihnachtszeit gibt es eine sehenswerte Krippe – also gestern war sie noch zu sehen.
Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2025/12/die-pfarrkirche-st-hieronymus-in-dahlem.html
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Sistig
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Prill
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Stephanus_(Sistig)
Da kann man weitere Einzelheiten zu Architektur und zur Ausstattung erhalten. Und für weitere Einzelheiten ist auch ein Text von der Homepage der GdG Steinfeld interessant:
https://gdg-steinfeld.de/export/sites/region-eifel/gdg-steinfeld/.galleries/sonstige-Downloads/Sistig.pdf
[5] Es ist mir klar, daß es sich nicht um den Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) handeln kann. Aber gestutzt habe ich doch. Es steht natürlich für die Societas Divini Salvatoris, also die Salvatorianer, die 1923 das Kloster Steinfeld übernommen hatten.
[6] https://organindex.de/index.php?title=Kall/Sistig,_St._Stephanus
[7] https://weimbs.de/orgeln/opusliste/
[8] Die Pfarrkirche St. Stephanus in Effelsberg (Eifel)
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/10/die-pfarrkirche-st-stephanus-in.html
[9] https://vielfach-kirche.de/files/Bilder/Kirchenmusik/Effelsberg.pdf
[10] „Ernst Johann Jansen-Winkeln (* 13. Februar 1904 in Winkeln; † 11. April 1992 in Mönchengladbach) war ein deutscher Kirchenkünstler.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Jansen-Winkeln
[11] Heiner Schlesing (1901-1992)
https://rheumatologe.blogspot.com/2014/04/ausstellung-heiner-schlesing-in-rees.html
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/08/retrospektive-von-heiner-schlesing-im.html
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/11/retrospektive-von-heiner-schlesing-im.html
[12] Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V.
https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b2860/b2860.shtml
[13] https://de.wikipedia.org/wiki/Quirinus_von_Neuss
[14] https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte6 und https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte7
[15] https://de.wikipedia.org/wiki/Stephanus
.










No comments:
Post a Comment