Friday, March 20, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 20.03.2026

 


Wer sollte kommen? Ein Regen
zieht herauf.
Der Liebe Gesten, längst gewohnt,
erfinde neu.
Walter Helmut Fritz [1]

Suryanamaskar
    der Sonne 
Brülle 
Ich 
Den 
MorgenGruß 
EntGegen 
Blende 
Mich 
Nicht 
Sondern 
Steige hoch 
    Und 
Leuchte dem Tag

AufGeschreckte Seele
Eine aufGeschreckte Seele
Die aber Honig 
Im Pus einer auf-
GeBro_CheNen EiterBeule verMutet

Brunnen
Der Brunnen am WaldRand
Über den der Wind streicht
NachDem er in den Kiefern geTanzt hat
Das Wasser schießt aus dem Boden
Und plätschert in ein Rund aus NaturStein
Wir schöpfen das klare kalte Wasser
Das labende Nass
Den UrSprung unseres Lebens
Das meiste aber fließt zu Tal

VorFrühling
    selbst der 
Erste 
Schmetterling 
Fliegt 
Nicht 
UnBeholfen 
Die erste 
    Blüte 
Duftet ebenFalls

Rauch
    laß uns 
Dem 
Schwarzen 
Rauch 
NachBlicken 
Wenn 
Der 
Wind 
Ihn 
FortGeweht 
Hat 
Ist er ja 
    Nur noch 
In uns

Steif
    bei einer 
Steifen 
Brise 
Hilft 
Dir 
Ein 
Steifer 
Grog 
Aber 
Einen 
Steifen 
Baum 
Fällt die 
    Steife 
Brise doch

Blick
    wehMütig blickt 
Die 
WinterSonne 
Durch 
Den 
Kahlen 
Baum 
Und 
BeTrachtet sich 
    Als 
Seinen Schatten

Lieder
    nur mit 
Liedern 
Als 
WegZehrung 
ÜberQuerten 
Wir 
Den 
Strom 
Und 
Schnappten 
Nach 
Luft 
Wie Fische 
    Auf 
Dem Trockenen

Wände
    der Wind 
BeFleckt 
Die 
HausWände 
Mit 
Den 
Flüchen 
Der WinterLandschaft 
    Und 
Der Bäume

Tränen
    wenn die 
KiefernScheite 
Erst 
Im 
Ofen 
Brennen 
ÜberSieht man 
    Die 
Harzigen Tränen

Rauch
    Rauch steht 
Über 
Der 
MüllHalde 
Und 
Der 
Geruch 
Der VerWesung 
Menschen 
Stehen 
Auf 
Der anderen 
    Seite 
Aus Rauch

Reiten
    ich reite 
Durch 
Die 
Landschaft 
Don Q. 
Und 
Sancho P. 
In 
Einer 
Gestalt 
Und 
Rede 
Mit 
Zweierlei Zunge 
    Zu 
Meiner Rosinante

GeSichter
    das lebhafte 
GeSicht 
Dann 
Das 
HochRote 
GeSicht 
Das 
Blaue 
GeSicht 
Das 
Fahle 
GeSicht 
Und dann 
    Erst 
Die Maske

Strand
    leer ist 
Der 
Strand 
Zur 
Nacht 
Und 
Der 
Mond 
Schabt das 
    StrandLeben 
Vom Sand

DaSein
    eine Weile 
JedenFalls 
Hatten 
Sie 
VerSucht 
Die 
Berichte 
Über  
Sein 
DaSein 
Auf 
Diesem 
Planeten 
Mit einem 
    RadierGummi 
Zu löschen

Stein
    da meditiert 
Der 
UnBehauene 
Stein 
In 
Der 
Sonne 
Während 
Der 
BeHauene
Stein 
Von lauter 
    GeBeten 
GeStört wird

MühlBach
    in Stufen 
Fließt 
Der 
MühlBach 
Zu
Tal
Die 
Mühle 
Steht 
Noch 
Aber 
Das MühlRad 
    Ist 
Schon lange fort
 




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Walter Helmut Fritz [1a]: Augenblick. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 305.
[1a] Walter Helmut Fritz (1929-2010) war ein deutscher Lyriker, Essayist und Romancier. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Helmut_Fritz  
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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