Monday, June 1, 2026

Sammelsurium (306) 01.06.2026


Krater und Trockenmeere
erfüllt von reisenden Tränen
die durch sternige Stationen
auf der Fahrt sind ins Staublose.
Nelly Sachs [1]


RückSchau
1626 n. Chr. [2]

Wallenstein schlägt den Grafen von Mansfeld. Peterskirche in Rom geweiht. Tod von Francis Bacon. Das Ur stirbt aus.

Rätselhafte Zahlen

5 für 5000 ergibt 12
7 für 4000 ergibt 7
Mk 8,19.20  

Fußball im Schritttempo 
Ich las gerade die ÜberSchrift „Fußball im Schritttempo“ im WochenSpiegel [3]. Mir fielen natürlich die 3 t (ttt) ins Auge, obwohl ich davon ein t groß schreiben würde (SchrittTempo). Aber gerade die drei kleingeschriebenen t stehen ja für: ttt – titel, thesen, temperamente – einer Kultursendung der ARD [4]. Ich erinnenere mich sogar, daß ich diese Sendung bei den Eltern vor langer Zeit gesehen habe. Für drei gleiche Konsonanten im Wort bin ich immer zu haben.

FortBewegung
Ist es nicht merkwürdig, daß der Mensch immer mehr versucht, sich zu beschleunigen? Seine Abläufe oder besonders die Geschwindigkeit sich fortzubewegen. Dabei sind wir doch für ein langsames Gehen geschaffen. Nicht für Sesshaftigkeit, sondern für stetes VoranSchreiten. So war es doch zu Beginn. Die Jagd bestand darin nicht besonders schnell dem Wild hinterher zu laufen, sondern stetig und langsam, um immer wieder das Wild aufzuschrecken und zu erSchöpfen. In der Romantik waren es meistens Burschen, die z.B. durch Deutschland wanderten. Da hatte man aber zwar auch schon die Kutsche und das Pferd oder andere Reittiere, um größere Strecken in kürzester Zeit zurückzulegen. Dabei ist es doch besonders schön, Landschaft langsam zu erleben. Das kann mit dem Fahrrad sein. Und das kann auch mit der Bahn sein. Damit meine ich nicht den ICE, sondern ich denke gerade besonders an zwei Fahrten -: eine in der Sierra Madre, wo die Bahn nur schätzungsweise 20 km/h schaffte, weil es bergauf ging, und eine mit einem VorOrtzug von Yangon, der eine Strecke im Kreis in beiden Richtungen fuhr. Da fährt man durch die Dörfer und kann sozusagen den Menschen ins Haus blicken, sieht  Felder, Werkstätten, Menschen, die sich unterhalten oder die zu Fuß gehen oder Karren begleiten, jemandem, der mit dem Motorrad wegfährt. Beim Auto ist es auch unterSchiedlich. Wenn man selbst fährt, dann kann man die Geschwindigkeit beStimmen Und man kann auch beStimmen, wann und wo man anhält. Der Bus hält in der Regel nur an HalteStellen oder, wenn es ein Reisebus ist, auch nur einen bestimmten Punkten. Es ist auch ein UnterSchied, ob man als Fahrer ein Auto bedient oder als BeiFahrer mitFährt. Kaum aber kann ich verstehen, wie Menschen mit dem Motorrad durch die Landschaft rasen. Und jetzt ist es mit dem Rad auch schon wieder anders geworden. Ich bin manchmal überRascht, wie schnell so ein E-Bike die Strecke von SteinfelderHeistert nach Diefenbach zurückLegt. Wahrscheinlich müßten wir wieder sehr viel mehr zu Fuß unterwegs sein. 

Scherben [Shards]
Nothing broken, aber ich dachte gerade an: „Nothing Rhymed“ von Gilbert O'Sullivan; in dem Lied kommt allerdings „nothing broken“ gar nicht vor.

 
 



Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Nelly Sachs [1a]: Gedicht. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 7. Jahrgang 1960. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 205.
[1a] Nelly Sachs (1891-1970) war eine deutsch-schwedische jüdische Schriftstellerin und Lyrikerin. Nobelpreis für Literatur 1966. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Nelly_Sachs    

[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 778/779.
[3] WochenSpiegel Schleiden. 22. Mai 2026, S. 1. 
[4]  ttt – titel, thesen, temperamente ist eine Kultursendung im Ersten Fernsehprogramm (ARD), die seit dem 4. Dez. 1967 sonntags um 23 Uhr ausgestrahlt wird. Genauer hier: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Ttt_%E2%80%93_titel,_thesen,_temperamente

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