Der heutige Sonntag heißt Palmarum oder Palmsonntag [1]. Das geht auf den Einzug von Jesus Christus nach Jerusalem zurück, als die Menschen Kleidung und Palmzweige auf seinen Weg legten. Im Johannesevangelium liest man: „Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!“ [2] Im Verlauf der Woche wird aus dem frohen Gruß das bittere Verlangen des Kreuzestodes („Kreuzige ihn!“). Nach der katholischen Tradition werden an Palmarum Palmzweige geweiht und zu Hause ans Kreuz gesteckt. In der evangelischen Kirche wurde häufig an Palmarum konfirmiert (da war früher, also vor 40-50 Jahren, das Schuljahr zu Ende).
Wir hatten uns zum Sonntag Judika schon näher mit dem Tor beschäftigt [3]. Dort ging es um das, was sich vor dem Tor, also außerhalb der Stadt zugetragen hatte. Jetzt geht aber um das Hereinkommen in die Stadt.
Der Begriff Tor kommt in der Bibel häufig (das Tor ca. 30mal, der Tor ca. 7mal) vor. Es ist ein Ort, an den man sich begibt, um jemanden zu treffen, um zu kommunizieren, wo aber auch wichtige Dinge beschlossen werden. Oder auch: „Dies ist das Tor des HErrn. Gerechte ziehen hier ein.“ [4]
Der Wochenspruch lautet: "Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben." [5]
Für die Lesung aus dem Alten Testament ist für Palmarum die Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja vorgesehen, die vom „Knecht Gottes im Leiden“ berichtet [6] und die in das Gedicht „Er weckt mich alle Morgen“ von Jochen Klepper eingegangen ist, das seinerseits von Rudolf Zöbeley vertont wurde und als Lied 452 im Evangelischen Gesangbuch (EG) zu finden ist [7]. Die Textstelle beginnt so: „Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden.“ Die sogenannten Gottesknechtslieder stammen aus dem zweiten Teil des Buches Jesaja. Der erste Teil wird Protojesaja (Kapitel 1–39), der zweite Deuterojesaja (Kapitel 40–55) [8] und dritte Tritojesaja (Kapitel 56–66) genannt. Die Textstelle des Propheten endet drastisch: „Siehe, Gott der Herr hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen.“
Die Epistellesung steht im Brief an die Philipper [9]. In Vers 7: „sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ...“ wird der Gottesknechtsgedanke aufgegriffen und weitergeführt, so „dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen,
dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ [Vers 10.11]
Der Predigttext steht im Markusevangelium und es geht um die Salbung in Bethanien [10]. Eine Frau salbte Jesus mit kostbarem Nardenöl. Der Christus sieht darin ein gutes Werk, das sie an ihm schon vor dem Tod tut, denn Leichen riechen. Von Lazarus heißt es: „Herr, er stinkt schon“ [11]. Übrigens wurde ich als Notarzt zu nicht ganz frischen Leichen gerufen, und die riechen nicht wie Babys (nachdem die Windeln gewechselt worden sind). Duftöl hatte schon seine Berechtigung. Bei Markus ist es eine nicht näher benannte Frau, von der Jesus dann sagt, daß man sie im Gedächtnis behalten werde. Wo also ist der Name geblieben? Das erfahren wir bei Johannes, denn es ist meiner Meinung nach schlüssiger, daß der Name überliefert wird [12]. Es handelt sich um Maria, die Schwester von Lazarus und Martha. Wir erinnerten uns an die Salbungsgottesdienste, die vor einiger Zeit in der evangelischen Gemeinde Dellbrück-Holweide durchgeführt worden sind, aber schon vor der Corona-Zeit nicht mehr fortgeführt worden sind. Eine Schale mit Duftöl wurde aktuell aber im Kreis um den Taufstein, um den der Gottesdienst stattfand, herumgereicht.
Das Gesteck war angenehm gestaltet. Allerdings hatte es nichts mit der aktuellen liturgischen Farbe Violett zu tun. Aber man freut sich schon über ein frisches Gesteck. Es wurde auch begossen, allerdings müßte es vor der Osternacht abgeräumt werden … aber ich greife vor, mal sehen, was aus dem Gesteck wird und insbesondere, ob Ostern ein frisches Gesteck den Altar zieren wird.
Wir hatten uns zum Sonntag Judika schon näher mit dem Tor beschäftigt [3]. Dort ging es um das, was sich vor dem Tor, also außerhalb der Stadt zugetragen hatte. Jetzt geht aber um das Hereinkommen in die Stadt.
Der Begriff Tor kommt in der Bibel häufig (das Tor ca. 30mal, der Tor ca. 7mal) vor. Es ist ein Ort, an den man sich begibt, um jemanden zu treffen, um zu kommunizieren, wo aber auch wichtige Dinge beschlossen werden. Oder auch: „Dies ist das Tor des HErrn. Gerechte ziehen hier ein.“ [4]
Der Wochenspruch lautet: "Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben." [5]
Für die Lesung aus dem Alten Testament ist für Palmarum die Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja vorgesehen, die vom „Knecht Gottes im Leiden“ berichtet [6] und die in das Gedicht „Er weckt mich alle Morgen“ von Jochen Klepper eingegangen ist, das seinerseits von Rudolf Zöbeley vertont wurde und als Lied 452 im Evangelischen Gesangbuch (EG) zu finden ist [7]. Die Textstelle beginnt so: „Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden.“ Die sogenannten Gottesknechtslieder stammen aus dem zweiten Teil des Buches Jesaja. Der erste Teil wird Protojesaja (Kapitel 1–39), der zweite Deuterojesaja (Kapitel 40–55) [8] und dritte Tritojesaja (Kapitel 56–66) genannt. Die Textstelle des Propheten endet drastisch: „Siehe, Gott der Herr hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen.“
Die Epistellesung steht im Brief an die Philipper [9]. In Vers 7: „sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ...“ wird der Gottesknechtsgedanke aufgegriffen und weitergeführt, so „dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen,
dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ [Vers 10.11]
Der Predigttext steht im Markusevangelium und es geht um die Salbung in Bethanien [10]. Eine Frau salbte Jesus mit kostbarem Nardenöl. Der Christus sieht darin ein gutes Werk, das sie an ihm schon vor dem Tod tut, denn Leichen riechen. Von Lazarus heißt es: „Herr, er stinkt schon“ [11]. Übrigens wurde ich als Notarzt zu nicht ganz frischen Leichen gerufen, und die riechen nicht wie Babys (nachdem die Windeln gewechselt worden sind). Duftöl hatte schon seine Berechtigung. Bei Markus ist es eine nicht näher benannte Frau, von der Jesus dann sagt, daß man sie im Gedächtnis behalten werde. Wo also ist der Name geblieben? Das erfahren wir bei Johannes, denn es ist meiner Meinung nach schlüssiger, daß der Name überliefert wird [12]. Es handelt sich um Maria, die Schwester von Lazarus und Martha. Wir erinnerten uns an die Salbungsgottesdienste, die vor einiger Zeit in der evangelischen Gemeinde Dellbrück-Holweide durchgeführt worden sind, aber schon vor der Corona-Zeit nicht mehr fortgeführt worden sind. Eine Schale mit Duftöl wurde aktuell aber im Kreis um den Taufstein, um den der Gottesdienst stattfand, herumgereicht.
Das Gesteck war angenehm gestaltet. Allerdings hatte es nichts mit der aktuellen liturgischen Farbe Violett zu tun. Aber man freut sich schon über ein frisches Gesteck. Es wurde auch begossen, allerdings müßte es vor der Osternacht abgeräumt werden … aber ich greife vor, mal sehen, was aus dem Gesteck wird und insbesondere, ob Ostern ein frisches Gesteck den Altar zieren wird.
Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).
Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/palmsonntag/
[2] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.12 Joh 12,12.13
[3] Altargesteck am fünften Sonntag der Passionszeit – Judika – 21./22.03.2026
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/03/altargesteck-am-funften-sonntag-der.html
[4] Ps 118,20
[5] Joh 3,14b.15
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ISA.50 Jes 50,4–9
[7] Jochen Klepper (1903–1942) und Rudolf Zöbeley (1901-1991): https://www.youtube.com/watch?v=Pd5ZzrSm3rA
[8] https://de.wikipedia.org/wiki/Deuterojesaja
[9] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/PHP.2 Phil 2,5–11
[10] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MRK.14 Mk 14,(1–2)3–9
[11] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.11 Joh 11,39
[12] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.12 Joh 12,1-8
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