Als ich kürzlich nach Oberbettingen fuhr, um die Orgelwerkstatt Fasen zu besuchen [1], kam ich durch Steffeln und Auel. Und in Aue?l war mir die Kirche im Vorbeifahren aufgefallen. Es handelt sich um die Wallfahrtskirche St. Maria, zu der man erst hinfahren muß, also von der Durchfahrtsstraße in den Ort hinein muß. Aber das lohnt sich! Ich bin in die Kirche hineingegangen und mußte mich erst einmal hinsetzen, so überwältigt war ich von der Schönheit dieser kleinen Kirche. Und ich gestehe es, diese Schönheit hat mir eine Gänsehaut verschafft. Nachdem ich mir alles in Ruhe angesehen hatte, habe ich natürlich auch Fotos gemacht. Und ich wusste, daß ich diese Fotos hier auf dem Blog in einem Blogpost verwenden würde. Einigermaßen überrascht war ich, als ich begann, über die Kirche zu recherchieren, denn es gibt bislang keinen Wikipediaeintrag. Andererseits gibt es genügend anderer Quellen.
Auel liegt in der Vulkaneifel und gehört zur Ortsgemeinde Steffen [2]. Der Ort hat 166 Einwohner und ist seit mindestens 800 Jahren bekannt. Eine Erwähnung ist für das Jahr 1222 im Prümer Güterverzeichnis oder Urbar („Ovele villan I iuxta Lisendorpht que Ovele applatur.“) bekannt. Aber nach der einem Eintrag über Steffeln wäre auch 983 möglich [3]. Ich fand dann aber aus dem Prümer Urbar einen Hinweis, der beide Zahlen rechtfertigt: „Giuinesdorpht tenet comes de seyne de ecclesia et est sita satis propinqua linneche. predictus comes seynensis tenet I villam super fluvium kila que ouele appelatur“ [4]. Na gut, man hat vor einigen Jahren 800 Jahre Auel gefeiert und damit ist es wohl abschließend entschieden. Insgesamt ist die Gegend bereits seit der Römerzeit bewohnt: „In römischer Zeit (2./3. Jahrhundert) befand sich oberhalb des heutigen Ortes ein Gutshof (Villa rustica). Die Römer bauten bereits die vulkanischen Tuffe am Kirchberg ab.“
Die Wallfahrtskapelle stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde Ende der 1750er bis zum Jahr 1779 (Angabe an der Kirche „um 1760“) deutlich vergrößert und instandgesetzt. Aber bereits im Jahr 1257 war Auel als Filiale der Pfarrei Lissendorf bekannt und 1660 wurden Steffeln und Auel vom Pfarrverband Lissendorf als eigene Pfarrei abgetrennt. Der Hochaltar wurde im 17. Jahrhundert in der Werkstatt des Himmeroder Klosters erschaffen. Auel ist eigentlich kein Wallfahrtsort, denn verschiedene Bittprozessionen wurden 1832 untersagt, aber bis in die heutige Zeit führen Pilgerreisen durch Auel. Der Westturm stammt aus dem Jahr 1881 [5]. Eng mit der Geschichte der Kirche ist der Pfarrer und Kirchenstifter Michael Baur verbunden. Er war als Adjutant des Generals Graf Superi Teilnehmer des 4. österreichisch-russischen Türkenkrieges und heiratete nach dessen Tod die gräfliche Witwe, schlug die Erhebung zum Adelsstand aus, zog nach dem Tod der Ehefrau in die Heimat zurück und wurde später in Köln zum Priester geweiht. Durch den ererbten Reichtum konnte er die Kirche auf das Doppelte vergrößern und ausstatten. Interessanterweise starb er dann auch 1779 im Alter von 71 Jahren [6].
Auel liegt in der Vulkaneifel und gehört zur Ortsgemeinde Steffen [2]. Der Ort hat 166 Einwohner und ist seit mindestens 800 Jahren bekannt. Eine Erwähnung ist für das Jahr 1222 im Prümer Güterverzeichnis oder Urbar („Ovele villan I iuxta Lisendorpht que Ovele applatur.“) bekannt. Aber nach der einem Eintrag über Steffeln wäre auch 983 möglich [3]. Ich fand dann aber aus dem Prümer Urbar einen Hinweis, der beide Zahlen rechtfertigt: „Giuinesdorpht tenet comes de seyne de ecclesia et est sita satis propinqua linneche. predictus comes seynensis tenet I villam super fluvium kila que ouele appelatur“ [4]. Na gut, man hat vor einigen Jahren 800 Jahre Auel gefeiert und damit ist es wohl abschließend entschieden. Insgesamt ist die Gegend bereits seit der Römerzeit bewohnt: „In römischer Zeit (2./3. Jahrhundert) befand sich oberhalb des heutigen Ortes ein Gutshof (Villa rustica). Die Römer bauten bereits die vulkanischen Tuffe am Kirchberg ab.“
Die Wallfahrtskapelle stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde Ende der 1750er bis zum Jahr 1779 (Angabe an der Kirche „um 1760“) deutlich vergrößert und instandgesetzt. Aber bereits im Jahr 1257 war Auel als Filiale der Pfarrei Lissendorf bekannt und 1660 wurden Steffeln und Auel vom Pfarrverband Lissendorf als eigene Pfarrei abgetrennt. Der Hochaltar wurde im 17. Jahrhundert in der Werkstatt des Himmeroder Klosters erschaffen. Auel ist eigentlich kein Wallfahrtsort, denn verschiedene Bittprozessionen wurden 1832 untersagt, aber bis in die heutige Zeit führen Pilgerreisen durch Auel. Der Westturm stammt aus dem Jahr 1881 [5]. Eng mit der Geschichte der Kirche ist der Pfarrer und Kirchenstifter Michael Baur verbunden. Er war als Adjutant des Generals Graf Superi Teilnehmer des 4. österreichisch-russischen Türkenkrieges und heiratete nach dessen Tod die gräfliche Witwe, schlug die Erhebung zum Adelsstand aus, zog nach dem Tod der Ehefrau in die Heimat zurück und wurde später in Köln zum Priester geweiht. Durch den ererbten Reichtum konnte er die Kirche auf das Doppelte vergrößern und ausstatten. Interessanterweise starb er dann auch 1779 im Alter von 71 Jahren [6].
Der Hochaltar (Mitte) birgt eine Mondsichelmadonna, die wahrscheinlich im Auftrag der Gräfin von Blankenheim von einem Himmeroder Künstler geschnitzt wurde. Zum linken Seitenaltar führte Peter May aus: „Bemerkenswert erscheinen die drei heiligen Frauen am linken Seitenaltar. Sie erinnern an den uralten keltisch-römischen Matronenkult, den wir von zahlreichen römischen Göttersteinen vor allem aus der Nordeifel kennen. Als Matronen wurden drei Frauen verehrt – eine junge zwischen zwei älteren -, die regelmäßig mit Fruchtkörben, Blumen, Ähren oder Wickelkindern dargestellt sind und denen sicherlich eine Bedeutung für die Fruchtbarkeit von Erde, Mensch und Tier zukam.“ [4] Über die Matronenheiligtümer hatte ich mehrfach berichtet [7]. Peter May vermutet, daß die Marienverehrung auf vorchristliche Muttergottheiten und Fruchtbarkeitskulte zurückgeht. Er führt eine Reihe von Prozessionen aus Esch, Hillesheim, Niederbettingen, Rockeskyll und Büdesheim an, die als Bittgänge für günstige Witterung und eine gute Ernte gedacht waren. So verwundert das Verbot im Jahr 1832 für das gesamte Bistum schon weniger.
Die jüngere Glocke (Marien-Glocke) wurde 1950 aus der ursprünglichen Glocke gegossen. Die ältere Johannes-Glocke stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1473 vom Meister Johann bzw. Jan von Alfter, zu dem ich an anderer Stelle (Sankt Margareta Reetz / Blankenheim) bereits recherchiert hatte, aber nicht mehr als den Namen gefunden hatte [8].
Mir hatte die Pietà, Fenster im Chor, aus dem Jahr 1919 besonders gefallen. Außerdem ist die Darstellung des Erzengels Raphael von Jakob Melchior (um 1950) zu nennen; mir gefiel am unteren Teil die Darstellung des Ortes mit der Wallfahrtskirche [9].
Wie erreicht man nun dieses Kleinod sakraler Architektur? Am besten geben Sie Auel, An der Kirch, (50.28270914890528, 6.587090649109899) in Ihr NAVI ein.
Die jüngere Glocke (Marien-Glocke) wurde 1950 aus der ursprünglichen Glocke gegossen. Die ältere Johannes-Glocke stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1473 vom Meister Johann bzw. Jan von Alfter, zu dem ich an anderer Stelle (Sankt Margareta Reetz / Blankenheim) bereits recherchiert hatte, aber nicht mehr als den Namen gefunden hatte [8].
Mir hatte die Pietà, Fenster im Chor, aus dem Jahr 1919 besonders gefallen. Außerdem ist die Darstellung des Erzengels Raphael von Jakob Melchior (um 1950) zu nennen; mir gefiel am unteren Teil die Darstellung des Ortes mit der Wallfahrtskirche [9].
Wie erreicht man nun dieses Kleinod sakraler Architektur? Am besten geben Sie Auel, An der Kirch, (50.28270914890528, 6.587090649109899) in Ihr NAVI ein.
Links und Anmerkungen:
[1] Besuch bei Orgelbau Fasen in Oberbettingen, Eifel
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/03/besuch-bei-orgelbau-fasen-in.html
[2] https://www.eifelverein-steffeln.de/index.php/bildergalerie/geschichte Als Informationsquelle wird Heinz Kilian aus Auel benannt.
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Steffeln
[4] „Gewelsdorf hat der Graf von Sayn von der Kirche zu Lehen, es liegt ganz nahe bei Linnich. Der vorgenannte Graf von Sayn hat auch ein Dorf am Fluss Kyll, welches Auel genannt wird.“ Übersetzung von Peter May:
https://auel-800.jimdosite.com/
Im Prümer Urbar wurden im Jahre 893 viele der Rechte und Einkünfte Benediktinerabtei Prüm aufgezeichnet, von dem aber nur die im Jahr 1222 angefertigte Abschrift und ergänzung des Exabtes Caesarius von Milendonk überdauert hat.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%BCmer_Urbar
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Auel_(Steffeln)
[6] https://www.heimatjahrbuch-vulkaneifel.de/VT/hjb1986/hjb1986.59.htm
[7] Z.B. hier:
Die Matronenheiligtümer um Nettersheim in der Eifel
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/08/die-matronenheiligtumer-um-nettersheim.html
[8] Die Pfarrkirche Sankt Margareta Reetz
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/11/die-pfarrkirche-sankt-margareta-reetz.html
[9] https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b8643/b8643.shtml
.
[1] Besuch bei Orgelbau Fasen in Oberbettingen, Eifel
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/03/besuch-bei-orgelbau-fasen-in.html
[2] https://www.eifelverein-steffeln.de/index.php/bildergalerie/geschichte Als Informationsquelle wird Heinz Kilian aus Auel benannt.
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Steffeln
[4] „Gewelsdorf hat der Graf von Sayn von der Kirche zu Lehen, es liegt ganz nahe bei Linnich. Der vorgenannte Graf von Sayn hat auch ein Dorf am Fluss Kyll, welches Auel genannt wird.“ Übersetzung von Peter May:
https://auel-800.jimdosite.com/
Im Prümer Urbar wurden im Jahre 893 viele der Rechte und Einkünfte Benediktinerabtei Prüm aufgezeichnet, von dem aber nur die im Jahr 1222 angefertigte Abschrift und ergänzung des Exabtes Caesarius von Milendonk überdauert hat.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%BCmer_Urbar
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Auel_(Steffeln)
[6] https://www.heimatjahrbuch-vulkaneifel.de/VT/hjb1986/hjb1986.59.htm
[7] Z.B. hier:
Die Matronenheiligtümer um Nettersheim in der Eifel
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/08/die-matronenheiligtumer-um-nettersheim.html
[8] Die Pfarrkirche Sankt Margareta Reetz
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/11/die-pfarrkirche-sankt-margareta-reetz.html
[9] https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b8643/b8643.shtml
.







No comments:
Post a Comment