In solcher Zeit
Ohn' Trost und Beten,
Dann mag zum Schutz bereit
Zu mir mein Engel treten,
Annette von Droste-Hülshoff [1]
Ohn' Trost und Beten,
Dann mag zum Schutz bereit
Zu mir mein Engel treten,
Annette von Droste-Hülshoff [1]
Der heutige Sonntag ist der 22. Sonntag nach dem Trinitatis-Fest [2]. Der Wochenspruch lautet: „Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.“ [3] Es geht um die Vergebung, die wir selbst empfangen, nicht anderen vorzuenthalten. Übrigens auch nicht uns selber. Deshalb sollten wir nicht zu kritisch in den Spiegel schauen, sonst sehen wir später (nach der „Schönheitschirurgie) so aus wie Jocelyn Alice Wildenstein oder Donatella Francesca Versace.
Der Text des Lesung trägt den Titel „Der rechte Gottesdienst“ und steht im Buch des Propheten Micha [4]. Da bezeichnet der Prophet die Unzufriedenheit Gottes mit dem Volk Israel als Rechtsstreit. Er weist auf die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten hin, wie Bileam standhaft gegenüber Balak (der König von Moab) blieb, der ihn drängte, Israel zu verfluchen, aber Bileam segnete Israel dreimal, und die Überquerung des Jordan hinter Schittim bis nach Gilgal (also ins gelobte Land), wo Josua die 12 Steine aufrichtete. Es geht bei diesen Beispielen um die Wohltaten, die Gott am Volk Israel getan hatte, das sich aber an Gott durch die Anbetung fremder Götter versündigt hatte. Das Volk Israel fragt sich, wie es Gott besänftigen könnte. Es werden unsinnig hohe Opfergaben genannt (1000 Widder). 10.000 Bäche von Öl und auch das Leben der Erstgeborenen. Aber damit würde man das Problem, der Abfall vom Glauben an die Barmherzigkeit Gottes, mit dem Problem selbst lösen wollen, denn Kinder wurden z.B. dem Moloch geopfert [5] und Kindopfer sind nicht Teil des alttestamentarischen Glaubens. Wir können uns also nicht freikaufen. Wenn man es so sieht, dann ist im Alten Testament bereits gesagt, was später u.a. über den Ablaß-Streit zur Reformation geführt hat. Die Stelle schließt mit: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“
Das Altargesteck in Kall bot wieder einmal einen prächtigen Anblick mit einem Dialog von Gelb und Violett, eingebettet in Grün, denn heute ist wieder Grün als liturgische Farbe angesagt.
Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未) [6].
Links und Anmerkungen:
[1] Annette von Droste-Hülshoff: Das geistliche Jahr. Union Verlag, Berlin 1952. S. 150-152. Am XXIII. Sonntage nach Pfingsten.
[2] https://kirchenjahr-evangelisch.de/22-sonntag-nach-trinitatis/
[3] Ps 130,4
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MIC.6 Mi 6,1–8
[5] Der Moloch wurde von den Ammonitern verehrt, die ihm Kinder geopfert haben. 3.Mose 18,21
[6] Das Performance-Kunstprojekt von Ai Weiwei dauerte über 600 Tage und war ein Protest auf die Entscheidung der Behörden, ihm das Recht auf Auslandsreisen zu entziehen. Das Projekt endete am 22. Juli 2015, als er seinen Reisepass zurückerhielt.
https://www.theatlantic.com/entertainment/archive/2015/07/ai-weiwei-with-flowers/399275/
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auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未) [6].
Links und Anmerkungen:
[1] Annette von Droste-Hülshoff: Das geistliche Jahr. Union Verlag, Berlin 1952. S. 150-152. Am XXIII. Sonntage nach Pfingsten.
[2] https://kirchenjahr-evangelisch.de/22-sonntag-nach-trinitatis/
[3] Ps 130,4
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MIC.6 Mi 6,1–8
[5] Der Moloch wurde von den Ammonitern verehrt, die ihm Kinder geopfert haben. 3.Mose 18,21
[6] Das Performance-Kunstprojekt von Ai Weiwei dauerte über 600 Tage und war ein Protest auf die Entscheidung der Behörden, ihm das Recht auf Auslandsreisen zu entziehen. Das Projekt endete am 22. Juli 2015, als er seinen Reisepass zurückerhielt.
https://www.theatlantic.com/entertainment/archive/2015/07/ai-weiwei-with-flowers/399275/
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