Thursday, April 17, 2014

Venenpunktion zur Blutabnahme oder Infusion


Gibt es „schlechte Venen“? Nein, das ist ein Mythos. Aber es gibt problematische Venen. Als ich Studenten (PJler) auf der Station hatte, war ich so gemein, die „ganz schlechten“ Venen mit einem schnellen Pieks zu treffen.
In der Tiefe findet man meistens dicke, gute Venen, die auch gut zu punktieren sind. Die kann man nur mit dem Tastsinn finden, denn oberflächlich sind sie nicht zu sehen.
Die oberflächlichen Venen sind bisweilen zu dünn, obwohl man auch dünnere Kanülen benutzen kann. Gerade bei Infusionen kann man darauf zurückgreifen, denn eine rosa Viggo lässt immerhin 40 l Infusion in 24 Stunden zu, wenn man die Infusion voll aufdreht. Das sollte doch genügen! Immerhin können aber dünne Venen z.B. bei Rheumatikern oder Asthmatikern, die lange Zeit Prednisolon oder andere Kortikosteroide („Kortison“) bekommen haben, leichter platzen.
Die Blutabnahme sollte immer gelingen, denn die Kanülen dafür sind sehr scharf. Die Verweilkanülen aus Plastik machen da schon eher Probleme.
Gibt es Rollvenen? Ja, aber da kann man auch entsprechende Techniken entwickeln, damit man sie nicht fort schiebt oder durchsticht.
Wenn die Venen nicht so gut hervortreten, kann man den Arm erst einmal in warmes Wasser legen. Pumpen mit der Hand am gestauten Arm kann ebenso hilfreich sein. Und man könnte vorher ausreichend trinken.
Wenn man zu häufig sticht, dann werden die Bedingungen immer schlechter. Angst und Schmerzen führen dazu, dass sich die Venen nicht öffnen sondern zusammenziehen und damit schlechter zu punktieren sind. Und der Punkteur wird auch immer unsicherer. Dann sind eine Pause und Wechsel des Punkteurs hilfreich.
Ellenbeuge oder Handrücken? Gerade Arzthelferinnen scheuen den Handrücken, da es dort Schmerzen bereitet. Auch von Patientenseite wird der Handrücken ungern zur Verfügung gestellt, denn neben Schmerzen kommt u.U. noch ein unschöner blauer Fleck dazu.

Wer ist gut in der Venenpunktion? Wer viel Erfahrung hat. Wer es täglich macht. Das kann die Arzthelferin genauso sein wie der Anästhesist oder Internist. 

2 comments:

  1. Ja, ich kann davon als Patient ein Lied singen;) Ich habe bei Blutabnahmen aber auch bei Infusionen sehr gute Erfahrungen gemacht, dann wieder die schlechten, von denen Sie sprechen, wenn jemand 1.nicht gut stechen kann, 2. die Unsicherheit des Arztes und das Unbehagen des Patienten dazu kommt, wenn es dann schon einmal vier Versuche gegeben und keiner geglückt ist, wie bei mir, bei meinem Hausarzt, der sonst sehr sympathisch ist aber beim Stechen weniger begabt zu sein scheint. Nach dem 4. verunglückten Mal meinte er, ich solle ein anderes Mal kommen und bei der hinteren Türe rausgehen, das wäre kein Renommee für ihn:):):)

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    1. Danke für die Mitteilung eigener Erfahrungen zu Thema!
      Wenn es zu übel für den Patienten ausgegangen ist, kann man auch noch raten, nicht in die Polizeikontrolle zu geraten ...

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