Friday, June 12, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 12.06.2026

 


Strengste Verdunklung, befahl er
und knirschte den Mond an,
als jener seinen Befehl
ab und zu nur befolgte.
Alfred Gong [1]

 
Stille
    erst Stille 
Die 
Zweige 
Stehen 
Ruhig 
Kaum 
Ein 
Blatt 
BeWegt 
sich
Dann aber
    Und 
Frage nicht 

TalAbwärts und daRüber
Irgendwo zerBrummt eine Cessna den Himmel 
Dann wieder wird die Stille von einem Segler verSchönt
Das Blau des Himmels mit seinem schartigen Weiß
Kaleidoskop des Grüns von Wiesen und Wäldern
Wolken, die sich 
                       fallen 
                               lassen 
                        Steigen
Um wieder aufZu
Oder sich aufZu
Lösen 
LuftKämpfe der Milane, Habichte, Falken 
Mit Krähen, EichelHähern, Drosseln
Gerade Linien teilen den Himmel auf 

Die Glocke 
    die Glocke 
Hatte 
Der 
Krieg 
GeKriegt
Doch 
Ich
Bin 
Glöckner
Ziehe weiter 
    Fest 
Am Seil

Immer weiter 
    immer weiter 
Kein 
Ort 
An 
Dem 
Ich 
Den 
Staub 
Von 
SchuhWerk 
Und Kleidung 
    Nicht 
AbSchütteln müßte

MondReuse 
Ich habe eine Reuse 
Für des Mondes Licht 
Und immer wieder fange ich 
Ein paar Strahlen für mich
Er freut sich mit mir
Und ich strahle zurück
In den offenen Himmel hinein  

Wellen 
    ich bin 
Verliebt 
In 
Die 
Silbrigen 
Wellen 
Des 
Sees 
In dieser 
    Lauen 
FrühlingsNacht 

Kübel
    um den 
Kübel 
War 
Das 
Gras 
Englisch 
GeSchnitten 
Und 
Die 
Blumen 
Im 
Kübel 
Waren 
ZerZa-u-s-t nach 
    Einer 
DurchTanzten Nacht

Stärke
    das war 
Seine 
Stärke 
Der 
Fluß 
Konnte 
ZuFrieren 
Und 
Später 
Wieder 
Fließen 
Die Steine 
    Aber 
Froren bitterlich

Am Rande 
    am Rande 
Hat 
Die 
Spinne 
Ihr 
Netz 
AusGelegt
Und 
Gerade dort 
    Fängt 
Sie ihre Beute

Asche 
    in dieser 
Urne 
Liegt
Deine 
Asche 
Aber 
Kurz 
ZuVor 
Warst 
Du 
Heller 
Schein 
Auch 
Wenn ihn 
    Niemand 
WahrGenommen hat  





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Alfred Gong  [1a]: Mars. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 7. Jahrgang 1960. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 562.
[1a] Alfred Gong (1920-1981) war ein rumänisch-US-amerikanischer, deutschsprachiger Schriftsteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Gong 
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

 

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