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Sunday, January 25, 2026

Der Pferdekopf raucht wieder

 


Es scheint, als ob the Pferdekopf wieder einmal rauche. Vor einigen Tagen hatte ich mich mit dem Vulkanismus in der Eifel, insbesondere mit dem Laacher See, beschäftigt [1]. Der Vulkanismus hat die Eifel maßgeblich geprägt. Nicht gerade hier, aber in der Region Vulkaneifel ist die Landschaft durch die Maare geprägt. Maare entstanden aus Explosionskratern, also durch den Kontakt des aussteigenden Magmas mit Grundwasser. Die Vulkanologen [2] erachten die Eifel als weiterhin aktives Gebiet, denn sie messen seismische Aktivitäten und Gasaustritte. Und nun können auch wir Aktivitäten sehen.

Ich stutzte ein wenig, als ich aus der Sistiger Heide zurück nach Diefenbach kommend Rauch bzw. Wolken aus dem Pferdekopf aufsteigen sah. Es erinnerte mich an Mount Bromo im indonesischen Hochland (Java). Der Begriff Pferdekopf ist in der Wissenschaft verbreitet; ich denke da an den Pferdekopfnebel im Sternbild Orion. Es handelt sich um die Übersetzung des lateinischen Begriffes Mons Capitis Equi, aber man vermutet dahinter die Übersetzug eines alten keltischen Toponyms. Und wer nun mehr über den Vulkanismus in der Eifel und der Vulkaneifel wissen möchte, der benötigt einen längeren Artikel, denn immerhin begann der Vulkanismus hier im Tertiär (also vor 50 Millionen Jahren), und da gibt es einen sehr schönen Artikel auf Wikipedia [3].





Links und Anmerkungen:
[1] Der Laacher See eine mit Wasser gefüllte Caldera, die vor etwa 13.000 Jahren bei einem Vulkanausbruch entstand. Ich hatte den See im Kopf, als ich folgendes Haiku für National Haiku Writing Month schrieb:
they still chant 
in the old abbey at the maar 
no eruption due  

Der Laacher See wird gerne als Maar bezeichnet, ist aber kein Maar!
[2] Das sind übrigens keine Vulkanier.
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Vulkaneifel 

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Monday, December 29, 2025

Die Pfarrkirche St. Stephanus in Sistig (Eifel)


Vor einigen Tagen hatte ich die Pfarrkirche St. Hieronymus in Dahlem beschrieben [1] und dabei war mir aufgefallen, daß ich noch nie über St. Stephanus in Sistig oder St. Michael in Rinnen geschrieben hatte, denn das Hauptwerk von Ernst Johann Jansen-Winkeln, dessen Fenster ich in Dahlem bewunderte, ist die Ausmalung der Kirche St. Stephanus in Sistig. In Rinnen warten auch noch sehr schöne Fenster von ihm auf mich. Nun aber war es soweit, ich kam durch Sistig und die Pfarrkirche St. Stephanus, über die Straße zur Bushaltestelle war es fies glatt, aber danach konnte man sicher gehen. In der Kirche war niemand, aber das ist eigentlich die Regel.

Sistig gehört zu Kall und liegt auf etwa 530 m Höhe. Die Einwohnerzahl beläuft  sich auf etwas weniger als 800. Man vermutet eine Herkunft eine Ableitung des Namens Sistig von sextus und nimmt an, daß es bereits vor 2000 Jahren eine keltisch-römische Siedlung gab. Eine Kapelle wird für das Jahr 1214 urkundlich erwähnt, denn ab da mußte die Messe von einem der Mönche aus dem Kloster Steinfeld einmal wöchentlich gehalten werden [2]. Egal, ob man heute über Steinfelderheistert oder Gillenberg und Diefenbach läuft, es sind 4 km und die kann man ein einer Stunde bewältigen.


Über die bereits erwähnte Kapelle gibt es bislang keine Einzelheiten. Man nimmt an, daß sie im 15./16 Jahrhundert durch eine spätgotische, einschiffige Kirche ersetzt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese zu klein und wurde 1901 abgerissen. Die neue Kirche im neugotischen Stil nach Plänen von Joseph Prill, einem Essener Religionslehrer, wurde 1904 geweiht. Halt, nicht so schnell, denn über den Architekten erfahren wir, daß er Autodidakt war, das aber macht in doch so interessant, daß man nachhaken muß [3]. Joseph Carl Maria Prill wurde 1852 in Beuel geboren und starb 1935 in Donrath. 1875 wurde er im Kölner Dom zum Priester geweiht und lebte 1880-1883 in Rom. Er war fast 30 Jahr als Religionslehrer am Burggymnasium in Essen tätig und war nebenbei Autor und Architekt tätig. Im Wikipedia Artikel finden sich weitere Kirchen, für die er die Pläne entworfen hat. „St. Stephan ist eine dreischiffige und vierjochige Stufenhallenkirche aus Kalkstein in Formen der Neugotik. Der Chor ist fünfseitig geschlossen, der Glockenturm seitlich vorgebaut.“ [4] St. Stephanus wurde 1987 restauriert und 2017 im Westen um einen Anbau erweitert. Der Taufstein stammt aus der Zeit um 1800. 

Der Wikipedia Artikel listet die Priester auf, die ab 1920 tätig waren und mit P. Wieslaw Kaczor SDS [5] und seinem Pastoralteam weiter sind. Wenn man sich aber für die Zeit davor interessiert, so kann man das an dem Torbogen von Vorraum in die Kirche nachlesen. Aber wer macht das schon? Na klar, ich mache so was und fotografieren es auch noch – aber nein, dieses Foto bleibt in der Datei auf meinem Rechner. Da müssen Sie schon selbst nach Sistig.


Kommen wir zur Orgel – ich sage sage einmal, es bleibt interessant – auf der Empore, die ich älter geschätzt hatte. Sie ist das Werk der Hellenthaler Weimbs Orgelbau GmbH aus dem Jahr 1956 und wurde 1981 umgebaut. Damit könnte man sich zufrieden geben, immerhin kann man es so im OrganIndex nachlesen [6]. Ich fand die Orgel nicht auf der Opus-Liste von Weimbs Orgelbau [7]. Aber ich fand eine Orgel für St. Stephanus in Effelsberg, über die ich bereits berichtet habe [8]. Diese Orgel wurde 1889 von der Firma Gebr. Müller (Reifferscheid) erbaut und 1975 durch die Firma Josef Weimbs (Hellenthal) renoviert [9]. Ich meine, daß die Opus-Liste, die ich doch schon häufiger eingesehen habe, an dieser Stelle fehlerhaft ist.




Kommen wir nun zu Fenstern und Fresken. Die Fresken sind auch als „Sistiger Bilderbibel“ bekannt und wurden von Ernst Johann Jansen-Winkeln [10] in der Zeit von 1941 bis 1948 geschaffen. Mein Großvater und er hatten dasselbe Geburtsjahr und so verwundert es mich nicht, daß Jansen-Winkeln 1942 Soldat werden mußte und erst wieder 1945 an den Fresken weiterarbeiten konnte. Damit konnte er aber auch Adolf Hitler darstellen, allerdings unter den Dämonen. Wahrscheinlich gibt es keine weitere Kirche mit einer Darstellung von Adolf Hitler. Stilistisch wird er der verschollenen Generation zugeordnet. Ich meine, auch meinen früheren Kunstlehrer Heiner Schlesing dort zuordnen zu können [11].
Von Ernst Jansen-Winkeln stammen auch die Entwürfe zu den Fenstern im Seitenschiff (geometrische Ornamente) und dem Chor (Szenen aus dem Leben des Quirin von Neuss, Szenen aus dem Leben der hll. Sebastian und Stephanus, Szenen aus dem Leben des hl. Hermann Josef von Steinfeld) [12]. Regelmäßige Leser des Blog wissen über meine Obsession zu Quirinius Bescheid, der als Statthalter in Syrien vom Evangelisten Lukas erwähnt wird. Nun, Quirin oder Quirinus von Neuss aka Quirinus von Rom war ein ein römischer Tribun und christlicher Märtyrer aus dem 2. Jahrhundert, der enthauptet wurde [13] und dabei belassen wir es, obwohl er zweiter Pfarrpatron ist und nach ihm eine Quelle im Ort benannt wurde (Quirinusborn), die sich etwa 100 m Luftlinie von St, Stephanus entfernt befindet. 



Über den Patron der Kirche, Stephanus, erfährt man mehr im 6. und 7. Kapitel der Apostelgeschichte [14] und natürlich bei Wikipedia [15]. Er wurde zusammen mit sechs andern zu den ersten Diakonen gewählt, die zur Unterstützung der Apostel beim Wachsen der Gemeinde notwendig geworden waren. Er war der erste Märtyrer der jungen christlichen Kirche und wird deshalb auch als Erzmärtyrer bezeichnet. Stephanus hatte seinen Mördern kurz vor dem Tod verziehen.


Eine Besonderheit ist mir noch aufgefallen. Warum sollte Weihwasser nicht hygienisch sein? Es gibt einen Weihwasser Spender.

Warum ich das nicht schon vor Jahren geschrieben habe? Der Mensch ist sich selbst das größte Rätsel.
Sollten Sie die Kirche besuchen? Aber sicher! Und tun Sie es, bevor jemand auf die Idee kommt, abzuschließen. Um die Advents-/Weihnachtszeit gibt es eine sehenswerte Krippe – also gestern war sie noch zu sehen.





Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2025/12/die-pfarrkirche-st-hieronymus-in-dahlem.html 
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Sistig 
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Prill 
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Stephanus_(Sistig) 
Da kann man weitere Einzelheiten zu Architektur und zur Ausstattung erhalten. Und für weitere Einzelheiten ist auch ein Text von der Homepage der GdG Steinfeld interessant:
https://gdg-steinfeld.de/export/sites/region-eifel/gdg-steinfeld/.galleries/sonstige-Downloads/Sistig.pdf 
[5] Es ist mir klar, daß es sich nicht um den Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) handeln kann. Aber gestutzt habe ich doch. Es steht natürlich für die Societas Divini Salvatoris, also die Salvatorianer, die 1923 das Kloster Steinfeld übernommen hatten.
[6] https://organindex.de/index.php?title=Kall/Sistig,_St._Stephanus 
[7] https://weimbs.de/orgeln/opusliste/ 
[8] Die Pfarrkirche St. Stephanus in Effelsberg (Eifel) 
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/10/die-pfarrkirche-st-stephanus-in.html 
[9] https://vielfach-kirche.de/files/Bilder/Kirchenmusik/Effelsberg.pdf 
[10] „Ernst Johann Jansen-Winkeln (* 13. Februar 1904 in Winkeln; † 11. April 1992 in Mönchengladbach) war ein deutscher Kirchenkünstler.“  
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Jansen-Winkeln 
[11] Heiner Schlesing (1901-1992)
https://rheumatologe.blogspot.com/2014/04/ausstellung-heiner-schlesing-in-rees.html 
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/08/retrospektive-von-heiner-schlesing-im.html 
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/11/retrospektive-von-heiner-schlesing-im.html 
[12] Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V. 
https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b2860/b2860.shtml 
[13] https://de.wikipedia.org/wiki/Quirinus_von_Neuss 
[14] https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte6 und https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte7  
[15] https://de.wikipedia.org/wiki/Stephanus 


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Friday, January 13, 2023

Wegekreuz St. Barbara bei Sistig am Arnikaweg

 



Als ich über die Kapelle St Barbara schrieb [1], bemerkte ich, daß ich über das Wegekreuz St. Barbara bei Sistig am Arnikaweg noch gar nicht geschrieben hatte. Ich gehe häufig Teile des Arnikaweges, aber gerade diesen Teil nicht. Warum nicht? Weil gerade dieses Stück über 500 m direkt neben der B258 entlangführt. Man ist zwar zwischen Büschen und Bäumen, aber der Lärm ist schon lästig. Zur Zeit muss man unter einem abgeknickten Baum im Entengang gehen und der Weg ist oft zum Bächlein und somit Test der Wasserfestigkeit des Schuhwerks mutiert.



Wo liegt nun das Wegekreuz genau? Was weiß ich!!! Es ist nicht mehr da. Es ist abgebaut. Mein Erstaunen war groß – nein, das ist nicht korrekt – es muss heißen: mein Erschrecken war groß, denn ich hatte damit gerechnet. Wieso? Mein Bruder war mit meiner Schwägerin am vierten Dezember dort. – ??? – Der 4.12. wird im Volksmund Barbaratag [2] genannt und Barbara von Nikomedien (enthauptet vom Vater) ist eine populäre Heilige, immer noch, auch wenn sie während des 2. Vatikanischen Konzils aus dem römischen Generalkalender gestrichen worden ist. Ach ja, eine meiner Schwägerinnen heißt Barbara.
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Heinz Erhardt  schrieb: „Damit wir sehen, was wir hören / Erfand Herr Braun die Braunschen Röhren. / Wir wär'n Herrn Braun noch mehr verbunden, / Hätt' er was anderes erfunden.“ [3] Ganz so ist es nicht, aber damit wir sehen, was nicht mehr da ist, gibt es ja die Fotografie und ich hatte früher ein Foto gemacht. Irgendwie sieht der Ort ohne Kreuz öde aus. Ich hoffe, daß es instand gesetzt und wieder aufgestellt wird. Und das hoffe ich auch für andere Wegekreuze, egal ob aus Holz oder Stein, denn allen die Zerstörung durch Verwitterung.



Links und Anmerkungen:

[1] „Wegekreuz, über das ich noch nicht geschrieben habe – da wird es wohl Zeit … der Arnika-Qeg führt daran vorbei. https://rheumatologe.blogspot.com/2020/03/der-arnika-weg-wandern-in-der-sistiger.html Anmerkung in:  https://rheumatologe.blogspot.com/2022/09/kapelle-oder-feldaltar-st-barbara-in.html
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_von_Nikomedien
[3] Heinz Erhardt (1909-1979), deutscher Filmschauspieler und Humorist. https://www.zitate.de/autor/erhardt,+heinz


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Wednesday, January 11, 2023

Sammelsurium (219) 11.01.2023

 

"Vulkaneifel"


TickTack
Woher kommt das onomatopoetische TickTack der Uhren?  Im Englischen heißte es ähnlich -: ticktock; im Spanischen tic tac, im Chinesischen dida, meist als dida dida gebraucht (滴答). Würden wir auf die Uhren, die noch das mechanische Ticktack haben, anders hören, wenn es klickklack oder tacktick heißen würde? Oder ginge es uns wie in dem Witz: Maltes Mutter hat drei Söhne: Tick, Trick und …?

Trennungen
Manche Menschen belächeln die strikte Trennung in fleischig und milchig im orthodoxen Judentum. In meiner Kindheit aber trennte man auch in Metzgerei, Meierei, Bäckerei und den Obst&Gemüse-Händler. Aber dann setzten die VerWässerungen ein -: der Bäcker verkaufte WurstBrote, der Metzger Sauerkraut und die MeiereiProdukte übernahm der Konsum.
Oder wir trennen Abfall. Wenn man Abfall gewissenhaft trennt, warum nicht schon viel früher?

Wege
Wohin führen die schlechten Wege des Lebens? Ich weiß es nicht, denn ich bin sie nie gegangen.

Nun gilt es
Hypothese -: so wie es die Banalität des Alltags gibt, gibt es auf die Perfektion im Alltäglichen. Nun gilt es, sie aufzuSpüren.

Ein Leben ist nicht genug
Man bräuchte mehr Zeit, als ein Leben dauern kann, um seine Gedanken rekapitulieren und verstehen zu können. Warum nur habe ich vor langer Zeit einen Baum monochrom fotografiert, an dem ich heute nichts AußerGewöhnliches entdecken kann? Vielleicht war noch das völlig Gewöhnliche faszinierend.

Der Weg zur Schönheit
Um die Schönheit des Achats betrachten zu können, muss man ihn verletzen. Man muss die Auster öffnen (gewaltsam, sie töten), um an die Perle zu gelangen.

Unleserliche Schrift
„..., die noch schwerer zu entziffern waren als ein mit Keilschriftzeichen bedeckter Papyrus ...“, schrieb Marcel Proust [1]. Er wollte sagen, daß es sehr schwierig war, die Schrift zu entziffern. Da kenne ich mich aus, z.B. wenn ich nachts ohne Licht etwas auf einen Zettel gekritzelt habe. Oder wenn unter Ärzten einer den Spitznamen „Die Krähe“ wg. seiner Schrift bekommen hat. Aber Keilschrift wurde in erster Linie auf Tontäfelchen geritzt und nicht auf Papyrus geschrieben [2].

Fichten im Wind
Bei Betrachten von Fichten im Wind, wie sich wiegen, merke ich, wie Bilder aus der Kindheit von sich wiegenden SchwarzPappeln auftauchen, oder auch der hohe Bambus in Asien mitschwingt. Eigentlich mag ich die FichtenPlantagen nicht, aber so ist doch wieder gut.

Zwischen Konsum, Kommunikation, Kontemplation und Kirche
Man kauft etwas ein, man unterhält sich mit der Nachbarin, man liest etwas, denkt nach, ißt etwas -: und schon ist die Zeit um vor dem Treffen in der Kirche. Nichts wurde geschaffen, aber es wurde gelebt und das nicht schlecht.

Wie von WildSchweinen durchFurcht
Ich gehe einen Weg durch den Wald und die Sistiger Heide und der Boden ist durchFurcht von MountainBike-Spuren. Die obere Schicht wird abGeschürft und der Boden verdichtet. Aber WildSchweine durchFurchen den WaldBoden ebenso. Vielleicht mag es uns nicht gefallen, aber wir Menschen stehen den Schweinen näher als den Affen. Ich sah einmal einen jungen Mann von einem GartenBetrieb, der mit einem AufsitzRasenmäher im Park des KrankenHauses arbeitete, so wie er lustvoll in die Kurven ging, sah es danach an diesen Stellen aus, als wären die WildSchweine am Werk gewesen.

Scherben
Sarglos - sorglos




Links und Anmerkungen:
[1] Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (Originaltitel: À la recherche du temps perdu). Das Werk erschien zwischen 1913 und 1927, teilweise posthum. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964. Band 10: Die Gefangene 2, S. 353. (Oder die Frankfurter Ausgabe in drei Bänden von 2017, Übersetzung von Eva Rechel-Mertens; ISBN: ‎978-3518468302.)
[2] Dazu Wikipedia: „Das bevorzugte Schriftmedium der Keilschrift zur Zeit ihrer Verbreitung (3000 bis 500 v. Chr.) waren Tafeln aus feuchtem Ton. Die Schriftzeichen wurden mittels eines Schilfrohr- oder Holzgriffels eingeprägt. Danach trockneten die Tontafeln, oder sie wurden durch Brennen zusätzlich gehärtet.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Keilschrift  

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Friday, September 23, 2022

Rinder und Ziegen in der Eifel und der Mongolei



Vorgestern wanderte ich hinterm Haus in die Sistig-Krekeler Heide. Und da standen zwei Kälber auf einer riesigen Weide. Sie waren unter zwei Zäunen, wobei nur einer elektrisch geladen war, hindurch gegangen. Was die beiden Kälber dort wollten, bleibt unklar. Aber es sind ja Jungs und die machen Blödsinn. Dann stand eines der beiden Kälber auf dem Weg. Ich dachte schon, daß daraus eine Gefahr entstehen könnte, immerhin ist eine Straße in der Nähe (die Kreisstraße 78, K78). Aber nein, dahin zieht es die Kälber nicht, denn auch dieses Kalb wollte nur zurück zur Mutter, um Milch zu saugen. Die Kälber können frei umher laufen, während die Kuh und übrigens auch der Bulle hinter dem Zaun bleiben, so daß die Rinder nicht auf der Straße landen, wovon ich bereits berichtet hatte [1].

Derweil auf der Weide hinter dem Zaun ...

Ich dachte an meine kürzliche Reise durch die Mongolei, bei der ich sehr viele Tiere sehen konnte. Da sind z.B. die Fohlen angebunden und die Stuten können frei umherlaufen. Wenn sie dann irgendwo genügend gefressen haben, kommen sie zu den Fohlen zurück und säugen sie. Und dann wenn sie auch gemolken, denn die Mongolen wollen schließlich Airag (vergorene Stutenmilch) herstellen.


Ziegen auf einem Rastplatz in der Mongolei

Angebundene Fohlen und Stuten

Mongolei - freilaufende Stuten mit ihren Fohlen in Straßennähe


Die Ziegen laufen in der Mongolei in Herden frei umher. Und in der Eifel? Die Sistig-Krekeler Heide braucht Schafe und insbesondere Ziegen, damit die Heide nicht verwaldet. Es dafür große Areale, die mit Elektrozäunen gesichert sind. Ich lief auf einem Wanderweg; eigentlich Teilstücke von sowohl dem Arnika-Weg [2] wie auch dem Milchweg [3]. Auf dem oberen Wegstück traf ich dann auf Ziegen und zwar zwei verschiedene Arten, die zusammen unterwegs waren, um Blätter von kleinen Bäumen und Büschen zu fressen. Auch sie gehen wieder zurück auf die Weide. Ich bin mir sicher, daß Tiere wissen, wo sie hingehören, denn das habe ich auch schon anderswo beobachten können [4].





Saturday, July 2, 2022

Kurzer Besuch der Sistig-Krekeler Heide

 



Hätte ich heute in der Frühe in meinen Briefkasten geschaut, wäre mir der Besuch der Heide entgangen, denn dann wäre ich in die andere Richtung zum Einkaufen gefahren, so aber kam ich oben an der Heide vorbei und habe sie kurz entschlossen besucht. Ich war überrascht, niemanden anzutreffen, denn erstens sind Ferien, zweitens schönes Wetter und drittens Wochenende und dann sind eher mehr Wanderer unterwegs. In Belgien gibt es bereits Wanderwege, die nur in einer bestimmten Richtung und nicht in beiden Richtungen ausgeschildert sind – damit es nicht zu Begegnungen kommt. Da hat sich wegen Corona jemand etwas Interessantes ausgedacht. Über die Sistig-Krekeler Heide habe ich schon mehrfach berichtet, aber es es immer wieder lohnenswert [1]. Einen Teil bin ich auch über den Arnika-Weg gelaufen [2].




Das Gras steht hoch, Schmetterlinge flogen um mich herum, die Arnika (Arnica montana) blüht. Und erst das Heidekraut (Calluna-Art?). Und wenn man, will kann man auch noch bei den Pferden vorbeigehen. Sonst sind auch Schafe und/oder Ziegen zu sehen. Die sind besonders wichtig, denn sonst wird aus der Heide schnell ein Birkenwald.



Es gibt immer etwas zu sehen, egal wann, aber hingehen bzw. hinfahren muss man schon selbst.
 



Links und Amerkungen:

[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2020/10/sistiger-heide.html und https://rheumatologe.blogspot.com/2017/06/blog-krekeler-heide.html
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2020/03/der-arnika-weg-wandern-in-der-sistiger.html


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Saturday, July 10, 2021

Unfall auf der L203 zwischen Rinnen und Sistig

 



Vor etwa eineinhalb Wochen ereignete sich auf der L203 von Rinnen nach Sistig ein Unfall, bei dem ein 18jähriger ums Leben gekommen ist. Dicht am Unfallort hatte sich schon einmal, damals in Fahrtrichtung Rinnen ein Unfall ereignet, bei dem ein 17jähriger ums Leben gekommen ist. Es steht ein blaues Erinnerungs-P, das auch zeigt, dass Pascal nicht vergessen ist. Und nahe der aktuellen Unfallstelle sind bereits Erinnerungsgaben zu sehen. Ich schreibe dies während einer Rast im Wald in einer Schutzhütte. Auf dem Weg sah ich eine Erinnerung an Aline – aber ihr Tod ist eine ganz andere Geschichte.



Die Strecke zwischen Sistig und Rinnen ist gefährlich. Die Straße schwingt von Rechts nach Links und wieder zurück. Da gehören eine bauliche Verkehrsberuhigung und eine Geschwindigkeitsbegrenzung hin. Wanderer müssen in der Nähe der Stellen, an denen sich die tödlichen Unfälle ereignet haben, die L203 überqueren. Ich hatte auf eine Stelle der L203 bereits hingewiesen, die besonders gefährlich ist [1]. Und den Wildwechsel sollten wir auch bedenken.




Wenn wir Tote im Straßenverkehr verhindern wollen, müssen wir Einschränkungen hinnehmen. Ein Beispiel dafür ist, die Höchstgeschwindigkeit reduzieren, aber davon wollen die meisten Autofahrer nichts wissen. Kanzlerkandidat Laschet will keine Geschwindigkeitsbegrenzungen und argumentiert mit Elektrofahrzeugen, die CO2-neutral fahren und somit nicht langsam fahren müssten; merkwürdige Logik. Wahrscheinlich hat er nie über andere Vorteile einer Geschwindigkeitsbegrenzung nachgedacht. Natürlich muss ein Kompromiss gefunden werden, aber bei langsamerem Fahren kommt es zu weniger Unfällen.

Ich weiß, dass man bauliche Maßnahmen erst diskutieren und genehmigen lassen muß. Selbst Geschwindigkeits-begrenzungen gehen nicht ohne weiteres. Aber Geschwindigkeitsbegrenzungen könnte man sofort umsetzen und sie kosten fast nichts. Vor Sistig und vor Rinnen wird die Geschwindigkeit auf 70 km/h bis zum Ortsschild begrenzt, warum nicht in einer ersten Maßnahme die Schilder um 180° drehen, so dass die Geschwindigkeit bereits hinter Sistig und hinter Rinnen begrenzt wird?!




Links etc.:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/06/der-steile-anstieg.html


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Tuesday, July 6, 2021

Eingeschlossen

 


Eingeschlossen ist ein wenig übertrieben, aber wirklich nur wenig. Wir waren in Diefenbach beim Unwetter vor einigen Wochen eingeschlossen, da die Ortsdurchfahrt wegen Überflutung durch den Kuttenbach gesperrt werden mußte.

Aktuell ist die L22 „vom Kreisverkehr B258/L22 bis kurz vor den Ortseingang von Steinfeld auf einer Gesamtlänge von rund 4,2 Kilometern“ [1] gesperrt. Prinzipell ist nichts dagegen einzuwenden, da auf einem großen Abschnitt sämtliche Schichten erneuert werden müssen. Die Sperrung ist für den Rest des Monats geplant. Aber gleichzeitig wird die Straße bei der Bahnschranke in Sötenich (Rinner Straße / Trierer Straße) erneuert und auch dort ist eine Vollsperrung. Auf dem Bild kann man neben Sperrung und Bagger [2] auch St. Matthias [3] sehen. Diese Sperrung soll nur zwei Tage dauern, aber gute Planung wäre gewesen, z.B. vor einer Woche dort zu baggern, dann wäre dort der Zugang frei.



Der Weg zum Einkaufen hat sich von zweimal 8 km auf zweimal 13 km verlängert. Das ist noch tragbar, denn wenn ich in Hellenthal anstatt Kall einkaufe, dann beträgt die Strecke in der einen Alternative 11 km und in der anderen 13 km. Aber gleich habe ich meinen Impftermin im Impfzentrum in Marmagen und da verlängert sich eine Strecke gleich von 5,5 km auf 14 km.

Also ich ärgere mich schon, aber ich habe vor Golbach einen Bilderstock entdeckt und zwischen Diefenbach und Sistig war auch noch ein schönes Panaroma zu sehen.


Links etc.:
[1] https://www.wochenspiegellive.de/eifel/kreis-euskirchen/kall/artikel/vollsperrung-der-l-22-zwischen-krekel-und-steinfeld-70805/
[2] „Wer baggert so spät noch am Baggerloch, / Es ist der Bagger, der baggert noch.“
[3] https://rheumatologe.blogspot.com/2019/01/sotenich-und-die-kirche-st-matthias.html

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Thursday, October 8, 2020

Sistiger Heide




Warum bin ich so oft in der Sistiger Heide? Weil sie nur einen Kilometer von meinem Haus entfernt liegt. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet, das korrekterweise Sistig-Krekeler Heide heißt.




In diesem Gebiet wurden Schafe gehalten im Rahmen der Schiffelkultur, einer besonderen „Form der Brandkultur bzw. Feld-Heide-Wechselwirtschaft, die seit dem 14 Jahrhundert in der Eifel bekannt ist“ [1]. Nach 2-3 Jahre langer Nutzung für Roggen, Hafe und/oder Buchweizen folgte eine 5-20 Jahre dauernde Brachephase.




Die Heideflächen und Magerwiesen wurden durch Nadelholzaufforstungen ab Mitte des 19. Jahrghunderts zurückgedrängt. Dies soll nun wieder umgekehrt werden und zwar im Rahmen des Projektes Borstgrasrasen [2]. Das Projekt ist schon weit fortgeschritten. Nadelholzforsten wurden schonend gerodet. Verbuschte Flächen wurden gerodet.







 
Die neuen Offenlandflächen müssen durch dauerhafte Pflege und Bewirtschaftung offen gehalten werden. Dafür werden u.a. Schafe und Ziegen eingesetzt. Es ist interessant zu beobachten, wie schnell die Heide verbuscht und sich dann Birken dazugesellen. Die Bewirtschaftung hat zur Folge, dass die einzelnen Geländeteile eingezäunt werden müssen. Für ein hohe Biodiversität wird mit dem Mähdruschverfahren auf bereits vorhandenen Borstgrasrasen-Flächen bei Samenreife gemäht und die gesammelten Samen werden zusammen mit dem Heu auf die neuen Flächen ausgebracht. Um Heide zu bleiben bedarf es einiger Anstrengung.







 
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Thursday, September 10, 2020

Alarm in der Eifel

Ja, Alarm in der Eifel. Es ist dies der erste bundesweite Warntag. In den Vorjahren wurde bereits die Erprobung sämtlicher Warnmittel in Nordrhein-Westfalen durchgeführt.

Nach etwas Gartenarbeit saß ich in der Sonne und konnte die Sirenen von Wahlen und Sistig deutlich und von Steinfeld sehr laut hören. Wahlen und Sistig liegen jeweils etwa 1,5 km entfernt, aber hinter Hügeln, während Steinfeld 2,5 km entfernt auf einem Hügel sitzt. Ich hörte wahrscheinlich auch die Sirene von Kall (6 km), wenn nicht Sötenich (4 km) auch eine Sirene hat. Und zwischendrin hörte ich auch die Maschinenkanonen auf dem belgischen Übungsgelände Elsenborn (15-20 km)

War das sehr erregend? Nein. Sinnvoll. Und wie ich profezeiht hatte: die Kirchenglocken läuteten nicht.


Saturday, August 8, 2020

Feldkruzifix Em Lengsche zwischen Sistig und Diefenbach

                So sah es heute em Lengsche aus 

                        Eine Ansicht vor einigen Jahren


Ich muß häufiger von Diefenbach zum Sistiger Lädchen [1] und da komme ich am Feldkruzifix Em Lengsche (Flurname) zwischen Sistig und Diefenbach (auf dem Knipp) vorbei. Die Komiferen hat ein Sturm im Januar 2018 umgerissen und eine ist so auf das Kreuz gefallen, daß es in mehrere Teile zerborsten ist. Jetzt steht das Kreuz wieder, denn „engagierte Bürger, die Gemeinde, Kirche, der Denkmalschutz und die Versicherung sorgten dafür“, daß es wieder aufgestellt werden konnte [2]. Ganz so leicht, wie das hier klingt, war es wohl nicht, denn wie Lothar Gerhards, stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender von St. Stephanus Sistig, und Monika Keutgen von der Gemeinde Kall berichteten, gab es eine Denkmalförderung des Landes Nordrhein-Westfalen für die Restauration, aber es war schwer, daran zu kommen [3].



          Die Inschrift zuvor

Jetzt sieht sie so aus

Die Inschrift ist nach der Restauration deutlich besser zu lesen. Hier ist eine Abschrift:

ANO* J694 De*
2o 8ber HaT
Paster Meyer*
Cätharyn* Sei=
ne HavSZFrAW
SambT Ehre* Ke=
NTore* VON Seis=
tiG Dieses Crevtz
Lassen Auff=
Rich TeN ZV
EhreN GotteS
UNd MARIA
AMEN

* ANO trägt einenStrich auf dem N zur Verdoppelung, also  muss es ANNO heißen. De trägt einen Strich auf dem e, um ein n nicht schreiben zu müssen, also den. I.n Meyer trägt das y zwei Punkte. Um ein ei zu verdeutlichen; vielleicht hat sich im Niederländischen das ij aus so einem y mit zwei Punkten entwickelt, aber das ist meine Privatmeinung, denn das ij hat aus eiem ii entwickelt. Das y bei Cätharyn hat ebenso zwei Pünktchen. Bei SambT hat man aus b und T eine Ligatur gemacht. Die e in Ehre und KeN=Ntore tragen einen Strich, also Ehren und Ke=Ntoren; warum der Tor von Steinmetz icht auf das Ke ebenso einen Strich gesetzt hat, bleibt ungewiß.

Heute würden wir etwa schreiben: „Anno 1694, den 20. Oktober, hat Pastor Meyer [mit] Katharina (Katharein), seiner Hausfrau, samt den Ehrenkantoren von Sistig dieses Kreuz aufstellen lassen zur Ehre Gottes und Maria. Amen.“

Katharina war sicherlich die Haushälterin, aber da steht eben Hausfrau. Wenn sie extra und dann auch noch namentlich erwähnt wird, war sie dann vielleicht mehr Hausfrau als Haushälterin? Aber nach 325 Jahren ist das bestimmt nicht mehr zu klären.

Es ist schön, dass Traditionen wie die Volksfrömmigkeit gepflegt werden. Zwei Winterlinden sollen neben das Kreuz gepflanz werden, sowie langsam wachsende, dunkelgrüne Säuleneiben. Ich freue mich schon jetzt darauf.


Links und Literaturangaben:
[1] http://rheumatologe.blogspot.com/2013/05/sistiger-ladchen.html
[2] http://www.kloster-steinfeld.de/de/kreuzamlengsche
[3] https://www.unserort.de/kall/Gruppenbild_mit_Kreuz/cb415830-1dd5-11b2-af30-ed4a8785131b-item.phtml

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