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Thursday, March 19, 2026

Besuch bei Orgelbau Fasen in Oberbettingen, Eifel


Da die evangelische Gemeinde in Köln Dellbrück-Holweide die Orgel in der Christuskirche von Orgelbau Huber Fasen umbauen läßt [1], kam es zu einer Besichtigung der Werkstätte und zu einer Einführung in den Orgelbau durch Herrn Hubert Fasen. Die Geschichte des Betrieb kann man sich auf der Homepage von Orgelbau Fasen ansehen [2]. Ich hatte über Orgelbau Fasen immer wieder gelesen, denn einige der Kirchen, die ich in der Eifel besucht habe, sind von diesem Betrieb entweder mit einer neuen Orgel oder der Restauration einer alten Orgel versehen worden. Eine der ersten Orgeln und die erste Rekonstruktion war die Balthasar König Orgel in Niederehe [3]. 

Niederehe ist ein Ortsteil der Gemeinde Üxheim in der Vulkaneifel mit etwa 410 Einwohner [4] und vor etwa neun Jahren wäre ich fast dort hingezogen. Warum in nicht dorthin gezogen bin, ist eine andere Geschichte, die ich bislang nur unzureichend erzählt habe, aber ich werde mich in der Zukunft auch damit noch einmal genauer beschäftigen. Immerhin konnte ich dort in der Kirche St. Leodegar die Orgel besichtigen. Die Orgel ist Balthasar Königs Erstlingswerk (1715) [5]. Ich blicke von meinem Küchenfenster in Diefenbach aus auf die Türme von Kloster Steinfeld; die Orgel der Basilika stammt aus dem Jahr 1727 und ist ebenfalls von Balthasar König. Die Orgel in St. Leodegar wurde 1923 eingreifend romantisierend umgebaut (Orgelbauer Burkart der Firma Klais, Bonn). Im Organ-Index lesen wir: „1997/98 erfolgte dann durch Hubert Fasen, Oberbettingen, eine mustergültige Renovierung und Rekonstruktion des Zustandes von 1715 unter Beibehaltung des Müller-Pedals.“ [6] In Schleiden steht eine weitere König Orgel, allerdings vom Sohn Christian Ludwig König [7]; der übrigens sehr viele Orgeln in Köln geschaffen hatte und auch dort lebte und starb.





I
Ich habe verpaßt, mich zu dieser Tastatur informieren zu lassen - 
wahrscheinlich für die Zwölftonmusik nach Arnold Schönberg.

Die meisten Pfeifen, insbesondere die großen Pfeifen waren bereits nach Köln abtransportiert, aber die Größe des Nachbaus der Orgel, die zum Einpassen diente, war noch der vorhanden und an Hand dessen konnten auch die Neuerungen für die Manuale und Pedale sowie die Registeranordnung erläutert werden. Im oberen Stockwerk waren noch kleinere Pfeifen vorhanden, wie man im Bild sehen kann, die bereits angeordnet waren. Für mich war interessant, wie diese Zusammenwirken als Register zustande kommt oder wie die verschiedenartigen Pfeifen gestimmt werden können. Es gibt geschlossene und offene Pfeifen. Das Material, Holz oder Metall, Dicke, Länge, Struktur sind für Klang und Obertöne verantwortlich. Ich habe bei dir soll Gelegenheit sehr viel über Orgeln gelernt. Es empfiehlt sich zu wissen, wie der Klang entsteht, wenn man sich sonst nur am Klang der Orgel erfreut. 

Die Möglichkeiten für die umgebaute Orgel in Köln-Dellbrück sind deutlich besser. Es war für uns als Kirchengemeinde eine große Investition und die Übernahme durch Orgelbau Fasen paßte. Wenn so eine Firma eine Orgel rundum erneuert, dann ist sie in der Regel nur mit diesem Instrument beschäftigt. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht nur bei Orgelbau Fasen / Herrn Hubert Fasen, sondern auch bei unserer Kantoristin Mechthild Brand und natürlich auch den anderen Teilnehmern bedanken, die durch ihre Diskussionsbeiträge und Fragen die Runde belebt haben.

Am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026 wird die alte/neue Orgel in der Christuskirche begrüßt werden. Ein Bericht zur Führung in der Orgelwerkstatt ist mit noch mehr Bildern auf der Homepage der Gemeinde zu finden [8].



Vorher

Zwischenher


Links und Anmerkungen:
[1] Die Orgel in der Christuskirche und eine Installation von Reinhard Doubrawa 
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/06/die-orgel-in-der-christuskirche-und.html 
[2] https://www.orgelbau-fasen.de/firma.htm 
[3] Die Pfarrkirche St. Leodegar am ehemaligen Kloster Niederehe (Eifel) 
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/12/die-pfarrkirche-st-leodegar-am.html 
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Niederehe 
[5] Balthasar König (1684-1756) war ein deutscher Orgelbauer. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Balthasar_K%C3%B6nig 
[6] https://organindex.de/index.php?title=%C3%9Cxheim/Niederehe,_St._Leodegar 
[7] Christian Ludwig König (1717-1789) war ein deutscher Orgelbauer. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Ludwig_K%C3%B6nig 
[8] Führung in der Orgelwerkstatt in Oberbettingen/Eifel
https://evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de/fuehrung-in-der-orgelwerkstatt-in-oberbettingen-eifel/ 

Gehört irgendwie mit dazu!


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Monday, December 29, 2025

Die Pfarrkirche St. Stephanus in Sistig (Eifel)


Vor einigen Tagen hatte ich die Pfarrkirche St. Hieronymus in Dahlem beschrieben [1] und dabei war mir aufgefallen, daß ich noch nie über St. Stephanus in Sistig oder St. Michael in Rinnen geschrieben hatte, denn das Hauptwerk von Ernst Johann Jansen-Winkeln, dessen Fenster ich in Dahlem bewunderte, ist die Ausmalung der Kirche St. Stephanus in Sistig. In Rinnen warten auch noch sehr schöne Fenster von ihm auf mich. Nun aber war es soweit, ich kam durch Sistig und die Pfarrkirche St. Stephanus, über die Straße zur Bushaltestelle war es fies glatt, aber danach konnte man sicher gehen. In der Kirche war niemand, aber das ist eigentlich die Regel.

Sistig gehört zu Kall und liegt auf etwa 530 m Höhe. Die Einwohnerzahl beläuft  sich auf etwas weniger als 800. Man vermutet eine Herkunft eine Ableitung des Namens Sistig von sextus und nimmt an, daß es bereits vor 2000 Jahren eine keltisch-römische Siedlung gab. Eine Kapelle wird für das Jahr 1214 urkundlich erwähnt, denn ab da mußte die Messe von einem der Mönche aus dem Kloster Steinfeld einmal wöchentlich gehalten werden [2]. Egal, ob man heute über Steinfelderheistert oder Gillenberg und Diefenbach läuft, es sind 4 km und die kann man ein einer Stunde bewältigen.


Über die bereits erwähnte Kapelle gibt es bislang keine Einzelheiten. Man nimmt an, daß sie im 15./16 Jahrhundert durch eine spätgotische, einschiffige Kirche ersetzt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese zu klein und wurde 1901 abgerissen. Die neue Kirche im neugotischen Stil nach Plänen von Joseph Prill, einem Essener Religionslehrer, wurde 1904 geweiht. Halt, nicht so schnell, denn über den Architekten erfahren wir, daß er Autodidakt war, das aber macht in doch so interessant, daß man nachhaken muß [3]. Joseph Carl Maria Prill wurde 1852 in Beuel geboren und starb 1935 in Donrath. 1875 wurde er im Kölner Dom zum Priester geweiht und lebte 1880-1883 in Rom. Er war fast 30 Jahr als Religionslehrer am Burggymnasium in Essen tätig und war nebenbei Autor und Architekt tätig. Im Wikipedia Artikel finden sich weitere Kirchen, für die er die Pläne entworfen hat. „St. Stephan ist eine dreischiffige und vierjochige Stufenhallenkirche aus Kalkstein in Formen der Neugotik. Der Chor ist fünfseitig geschlossen, der Glockenturm seitlich vorgebaut.“ [4] St. Stephanus wurde 1987 restauriert und 2017 im Westen um einen Anbau erweitert. Der Taufstein stammt aus der Zeit um 1800. 

Der Wikipedia Artikel listet die Priester auf, die ab 1920 tätig waren und mit P. Wieslaw Kaczor SDS [5] und seinem Pastoralteam weiter sind. Wenn man sich aber für die Zeit davor interessiert, so kann man das an dem Torbogen von Vorraum in die Kirche nachlesen. Aber wer macht das schon? Na klar, ich mache so was und fotografieren es auch noch – aber nein, dieses Foto bleibt in der Datei auf meinem Rechner. Da müssen Sie schon selbst nach Sistig.


Kommen wir zur Orgel – ich sage sage einmal, es bleibt interessant – auf der Empore, die ich älter geschätzt hatte. Sie ist das Werk der Hellenthaler Weimbs Orgelbau GmbH aus dem Jahr 1956 und wurde 1981 umgebaut. Damit könnte man sich zufrieden geben, immerhin kann man es so im OrganIndex nachlesen [6]. Ich fand die Orgel nicht auf der Opus-Liste von Weimbs Orgelbau [7]. Aber ich fand eine Orgel für St. Stephanus in Effelsberg, über die ich bereits berichtet habe [8]. Diese Orgel wurde 1889 von der Firma Gebr. Müller (Reifferscheid) erbaut und 1975 durch die Firma Josef Weimbs (Hellenthal) renoviert [9]. Ich meine, daß die Opus-Liste, die ich doch schon häufiger eingesehen habe, an dieser Stelle fehlerhaft ist.




Kommen wir nun zu Fenstern und Fresken. Die Fresken sind auch als „Sistiger Bilderbibel“ bekannt und wurden von Ernst Johann Jansen-Winkeln [10] in der Zeit von 1941 bis 1948 geschaffen. Mein Großvater und er hatten dasselbe Geburtsjahr und so verwundert es mich nicht, daß Jansen-Winkeln 1942 Soldat werden mußte und erst wieder 1945 an den Fresken weiterarbeiten konnte. Damit konnte er aber auch Adolf Hitler darstellen, allerdings unter den Dämonen. Wahrscheinlich gibt es keine weitere Kirche mit einer Darstellung von Adolf Hitler. Stilistisch wird er der verschollenen Generation zugeordnet. Ich meine, auch meinen früheren Kunstlehrer Heiner Schlesing dort zuordnen zu können [11].
Von Ernst Jansen-Winkeln stammen auch die Entwürfe zu den Fenstern im Seitenschiff (geometrische Ornamente) und dem Chor (Szenen aus dem Leben des Quirin von Neuss, Szenen aus dem Leben der hll. Sebastian und Stephanus, Szenen aus dem Leben des hl. Hermann Josef von Steinfeld) [12]. Regelmäßige Leser des Blog wissen über meine Obsession zu Quirinius Bescheid, der als Statthalter in Syrien vom Evangelisten Lukas erwähnt wird. Nun, Quirin oder Quirinus von Neuss aka Quirinus von Rom war ein ein römischer Tribun und christlicher Märtyrer aus dem 2. Jahrhundert, der enthauptet wurde [13] und dabei belassen wir es, obwohl er zweiter Pfarrpatron ist und nach ihm eine Quelle im Ort benannt wurde (Quirinusborn), die sich etwa 100 m Luftlinie von St, Stephanus entfernt befindet. 



Über den Patron der Kirche, Stephanus, erfährt man mehr im 6. und 7. Kapitel der Apostelgeschichte [14] und natürlich bei Wikipedia [15]. Er wurde zusammen mit sechs andern zu den ersten Diakonen gewählt, die zur Unterstützung der Apostel beim Wachsen der Gemeinde notwendig geworden waren. Er war der erste Märtyrer der jungen christlichen Kirche und wird deshalb auch als Erzmärtyrer bezeichnet. Stephanus hatte seinen Mördern kurz vor dem Tod verziehen.


Eine Besonderheit ist mir noch aufgefallen. Warum sollte Weihwasser nicht hygienisch sein? Es gibt einen Weihwasser Spender.

Warum ich das nicht schon vor Jahren geschrieben habe? Der Mensch ist sich selbst das größte Rätsel.
Sollten Sie die Kirche besuchen? Aber sicher! Und tun Sie es, bevor jemand auf die Idee kommt, abzuschließen. Um die Advents-/Weihnachtszeit gibt es eine sehenswerte Krippe – also gestern war sie noch zu sehen.





Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2025/12/die-pfarrkirche-st-hieronymus-in-dahlem.html 
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Sistig 
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Prill 
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Stephanus_(Sistig) 
Da kann man weitere Einzelheiten zu Architektur und zur Ausstattung erhalten. Und für weitere Einzelheiten ist auch ein Text von der Homepage der GdG Steinfeld interessant:
https://gdg-steinfeld.de/export/sites/region-eifel/gdg-steinfeld/.galleries/sonstige-Downloads/Sistig.pdf 
[5] Es ist mir klar, daß es sich nicht um den Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) handeln kann. Aber gestutzt habe ich doch. Es steht natürlich für die Societas Divini Salvatoris, also die Salvatorianer, die 1923 das Kloster Steinfeld übernommen hatten.
[6] https://organindex.de/index.php?title=Kall/Sistig,_St._Stephanus 
[7] https://weimbs.de/orgeln/opusliste/ 
[8] Die Pfarrkirche St. Stephanus in Effelsberg (Eifel) 
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/10/die-pfarrkirche-st-stephanus-in.html 
[9] https://vielfach-kirche.de/files/Bilder/Kirchenmusik/Effelsberg.pdf 
[10] „Ernst Johann Jansen-Winkeln (* 13. Februar 1904 in Winkeln; † 11. April 1992 in Mönchengladbach) war ein deutscher Kirchenkünstler.“  
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Jansen-Winkeln 
[11] Heiner Schlesing (1901-1992)
https://rheumatologe.blogspot.com/2014/04/ausstellung-heiner-schlesing-in-rees.html 
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/08/retrospektive-von-heiner-schlesing-im.html 
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/11/retrospektive-von-heiner-schlesing-im.html 
[12] Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V. 
https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b2860/b2860.shtml 
[13] https://de.wikipedia.org/wiki/Quirinus_von_Neuss 
[14] https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte6 und https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte7  
[15] https://de.wikipedia.org/wiki/Stephanus 


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Friday, November 22, 2024

Die 6,2 Millionen Dollar Banane

 


Der Aufreger dieser Woche! [1] 6,2 Millionen US Dollar wurden für eine Banane bezahlt. Nein, das stimmt so nicht. Und auch -: „da war noch Klebeband dabei“   – das stimmt so auch nicht. Die Banane wird alle zwei bis drei Tage ausgetauscht. Der Titel der Installation lautet „Comedian“ und zeigt schon den humorvollen Charakter an. Nennen wir sie hier aber kurz Banane oder kürzer Bananen-Installation [2].

Die Bananen-Installation wurde ursprünglich 2019 auf der „Art Basel / Miami Beach“ am Stand (haben Sie jetzt Strand gelesen?) von Perrotin [11] vorgestellt. Es handelt sich um eine frische Banane, die dem Verfall einer Frucht unterliegt, die mit Klebeband an der Wand befestigt wurde. Klebeband ist im Deutschen vielleicht ein zu schwacher Begriff und Panzerband läßt einen direkt an die Panzer-Knacker-Bande denken. Selbst Tesa nennt sein Gewebeband „duct tape“ [3], aber da haben wir also noch den Begriff Gewebeband. Und wie wäre es mit: GewebeKlebeBand. Ich nehme am besten den schlechteren, aber kürzeren Begriff Klebeband, aber am liebsten würde ich Duct Tape schreiben [4]. Ich war einmal bei 3M und dort wurde peinlich darauf geachtet, daß man nicht Tesaband sondern Scotchtape sagte [5]. Ich sollte wieder zurück zum Thema kommen und ergänzen, daß das benutzte Klebeband silbrig-grau ist.
 
Alle zwei bis drei Tage wird oder zumindest soll die Banane ausgetauscht werden. Verschiedendlich wurde bei Aussrellungen die Banane entfernt und gegessen – als Provokation; als sei das Kunstwerk nicht Provokation genug. Den Künstler hat das nicht gestört, denn nach seinen Instruktionen soll die reife Banane an der Wand alle zwei oder drei Tage ausgetauscht werden. Wir sehen in Museen fast nur statische Kunstwerke, die mittels Raumtemperierung und Befeuchtung in ihrem Zusand erhalten werden oder gegebenfalls restauriert werden. Somit ist „Comedian“ als dynamisches Kunstwerk zu verstehen. Das erinnert mich gerade an das auf 639 Jahre angelegte Orgelstückes ORGAN²/ASLSP von John Cage [6].

Maurizio Cattelan [7] ist ein italienischer Künstler, der allerdings in New York lebt. Er getstaltete eine fromm kniende Figur von Adolf Hitler, die 17,2 Millionen US Dollar bei einer Versteigerung erzielte. Man kann Cattelan selbst als Comedian bezeichnen, denn er versucht immer wieder mit Humor, den Kustbetrieb ad absurdum zu führen. Da reicht meines Erachtens schon der Preis seiner Werke. Trotzdem ist die Frage „Kunst oder nicht Kunst“ für mich eindeutig mit „Kunst“ beantwortet. Sotheby's dazu: „Dies ist ein Werk, das seine Kraft aus der Frage bezieht, wie wir Kunst bewerten. ...“. Der Wert eines Kunstwerkes ergibt sich aus verschiedenen Faktoren, zieht es Menschen an, um es zu bewundern, oder zieht es mir das Geld aus der Tasche bzw. Portokasse, um es zu erwerben.

Joe Morford [8] schuf ein Kustwerk „Banana & Orange“ und er verklagte Maurizio Cattelan. Die Klage wude in den USA zugelassen [9]. In dem Artikel von Anna Sansom sind die beiden Kunstwerke gegenüber gestellt. Und auf den ersten Blick könnte man Joe Morford Recht geben. Sie sehen ähnlich aus. Aber Morforts Kunstwerk ist statisch und Cattelans Werk ist dynamisch. Die Anwälte von Cattelan argumentierten, daß er keinen Zugriff auf das Werk von Morfort hatte. Der italienische Artikel spricht von einem Sieg für Cattelan, denn in der Urteilsbegründung heißt es in etwa: „die Technik, eine Banane auf einer vertikalen Ebene mit Klebeband zu befestigen, genieße keinen Schutz.“

Mein Bild „Ceci n'est pas une banane“ ahmt René Magritte „Ceci n'est pas une pipe“ [10] nach und ist in einem anderen Zusammenhang entstanden. Natürlich ist es keine Banane – es ist das Foto einer Banane, die zudem durch Hintergrund und Text sowie Text-Assoziation zum Kunstwerk wird. Soll ich es Sotheby's anbieten, denn immerhin haben sie Erfahrung in der Versteigerung von Bananen-Kunstwerken.


Links und Anmerkungen:

[1] https://www.stern.de/kultur/kunst-auktion--6-2-millionen-dollar---fuer-eine-banane----35245570.html und https://p.dw.com/p/4n7b2 – beide Artikel mit Bildern des Kunstwerks, das ich aus Gründen des Copyrights nicht zeigen kann - https://www.dw.com/de/maurizio-cattelan-banane-sothebys-auktion-versteigerung-kunst-mehr-als-sechs-million-dollar/a-70812620   
[2] Banane steht in diesem Kontext für „Die Banane, die Maurizio Cattelan mittels Klebeband unter dem Installation-Namen 'Comedian' an die Wand heftete“.
[3] https://www.tesa.com/de-de/buero-und-zuhause/reparatur/duct-tape
[4] Schon weil duct tape häufig in Jack Reacher Romanen vorkommt. Vielleicht auch, weil duct tape phonetisch nahe an Duck Tales ist.
[5] Weder die Firma Tesa noch die Firma 3M sponsern mich.
[6] https://www.aslsp.org/das-projekt.html John Cage (1912-1992) https://de.wikipedia.org/wiki/John_Cage
[7] Maurizio Cattelan ist ein italienischer Künstler, der in New York lebt. Er wurde 1960 in Padua geboren. https://de.wikipedia.org/wiki/Maurizio_Cattelan
[8] Joe Morford https://www.facebook.com/joemorfordartist
[9] Anna Sansom: Maurizio Cattelan Hits Back in Banana Copyright Lawsuit, Claiming He’s Never Seen the Other Guy’s Art https://news.artnet.com/art-world/maurizio-cattelan-banana-copyright-lawsuit-2176317 sowie: Wem gehört die Banane? Ein Radiobeitrag von Silke Hohmann. https://www.monopol-magazin.de/maurizio-cattelans-daniel-druet-gericht und Un'altra vittoria per Maurizio Cattelan von Rechtsanwältin Eleonora Carletti https://www.previti.it/unaltra-vittoria-maurizio-cattelan  
[10] René François Ghislain Magritte (1898-1967) war ein belgischer Maler des Surrealismus. https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Magritte
[11] Gemeint ist die Galerie Perrotin, die auf dier Ausstellung in Miami einen Stand hatte. Mehr zur Galerie hier: https://www.perrotin.com/

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Tuesday, January 2, 2024

Musik statt Böller – Orgelvesper in der Basilika Kloster Steinfeld zum Jahreswechsel 2023/2024


Auch zum Jahreswechsel 2023/2024 besuchte ich die Orgelvesper in der Basilika Kloster Steinfeld, die unter dem Motto Musik statt Böller steht. Seit 2008 habe ich fast alle Orgelkonzerte in der Basilika Kloster Steinfeld zu den Jahreswechseln besucht, also überblicke ich 15 Jahre Orgelkonzerte, wobei es Ausfälle (COVID) gab. Das Format hat sich im Laufe der Zeit geändert. Früher war es ein Neujahrskonzert, das kurz nach Mitternacht begann, jetzt begleitet das Konzert den Übergang vom alten zum neuen Jahr unter dem Motto Musik statt Böller. Um Mitternacht gibt es eine kurze Pause für Neujahrswünsche, Meditation und einen Segen. Das Konzert wurde übrigens auch im WDR3 in einer Morgensendung angekündigt.

Die Basilika Kloster Steinfeld (St. Potentinus, Felicius, Simplicius Steinfeld) wurde zwischen 1142 und 1150 erbaut und ist eine der frühesten Kirchen im romanischen Stil in Deutschland, aber die Innenausstattung der Basilika ist barock und in ihr steht die 1727 von Balthasar König aus Bad Münstereifel vollendete (rekonstruierte) Orgel. Er verwendete für diese Orgel die alten Pfeifenbestände der Orgel aus dem Jahr 1600. „Mit 35 Registern und 1956 Pfeifen besitzt die Basilika Steinfeld die größte noch erhaltene dreimanualige historische Barockorgel des Rheinlandes.“ [1] Ich fand, daß die Orgel etwas anders klang als früher und im Programmblatt wurde ich dann fündig: die Orgelbaufirma Josef Weimbs aus Hellenthal hat im Frühjahr 2020 Überarbeitungen an der Orgel durchgeführt [2]; übrigens hatte ich dieses Gefühl auch schon beim Jahreswechsel 2022/2023. In der Zwischenzeit hatte ich mich näher mit der Notwendigkeit von (kostenintensiven) Arbeiten zum Erhalt der Spielbarkeit von Orgeln auseinandergesetzt [3].

Auf dem Programmblatt fanden sich die Titel der Kompositionen und die Komponisten mit ihren Lebensdaten, denn die meisten Komponisten gehörten der Barockzeit an. Und bei einem waren diese Daten unvollständig – Joseph Schluty (19. Jh.?). So etwas spornt mich an. Es ist nur wenig bekannt – jedenfalls, wenn man nur im Internet und nicht in einer Spezialbibliothek recherchieren kann. Der vollständige Name ist: Jean Joseph Schluty. Er war Elsässer und lebte von 1829-1920. Als Organist war er in der Kirche St. Caprais und später in der Kathedrale von Agen tätig. 1903 schlug man ihn zum Ritter der Ehrenlegion. In der Verwandtschaft finden sich mehrere Organisten [4].

Für diesem Jahreswechsel spielte Jan Van Mol, der früher Titular Organist an der historischen Orgel der Pauluskirche und Lehrer am Königlich Flämischen Musikkonservatorium in Antwerpen war. Er ist aktuell in den französischen Ardennen an der historischen Orgel von Aubenton tätig. Aubenton liegt nahe der Grenze zu Belgien und Teile der Kirche St. Maria-Himmelfahrt stammen aus dem 11. Jahrhundert [5]. Die Orgel dort stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde 1854 und 1917 überarbeitet. Sie ist in schlechtem Zustand („État de conservation (normalisé): Mauvais état“) [6].

Mir gefielen zwei Stücke am besten: Mein junges Leben hat ein End von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 – 1621) und Marcia Notturna von Jacques Cl.A. Miné (1796-1854). Etwas bestürzter war ich bei Toccata und Fuge in d-Moll BWV 565 von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750), denn da gab es den einen oder anderen Mißklang. Das sollte ich allerdings relativieren, denn auch Markus Ziegler, Dekanatskantor im Dekanat Nassauer Land mit Sitz an der Ev. Stadtkirche Nastätten und Dozent an der Kirchenmusikakademie Schlüchtern [7], der zum Jahreswechsel 2022/2023 spielte, erlaubte sich einige Mißgriffe. Insgesamt überwiegten aber in beiden Konzerten die positiven Aspekte und ich würde Konzerte von beiden Organisten erneut besuchen. Markus Ziegler ist für das Konzert zum Jahreswechsel 2023/2024 vorgesehen [8].



Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2017/01/mitternachtliches-neujahrkonzert-in-der.html und https://rheumatologe.blogspot.com/2019/01/orgelkonzert-in-der-basilika-kloster.html
[2] Vierseitiges DIN-A5-Programmblatt zur Orgelvesper Basilika Steinfeld, letzte Seite.
[3] Orgeln der evangelischen Kirchengemeinde Dellbrück/Holweide in Köln.
[4] http://composers-classical-music.com/s/SchlutyJoseph.htm
[5] https://www.pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/PA00115509
[6] https://www.pop.culture.gouv.fr/notice/palissy/PM02000054
[7] https://www.markus-ziegler.com/index.php/biograf.html  
[8] https://www.gdg-steinfeld.de/aktuelles/konzertprogramm-in-der-basilika-steinfeld/

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Sunday, January 1, 2023

Mitternächtliches Orgelkonzert in der Basilika Kloster Steinfeld zum Jahreswechsel 2022/2023

 



„En el órgano suenen las trompetas des Jucio Final para
que el hombre se vaya acostumbrando a ellas.“
Ramón Gómez de la Serna: Greguerías [1]


Seit 2008 habe ich fast alle Orgelkonzerte in der Basilika Kloster Steinfeld zu den Jahreswechseln besucht. Der Organist war in diesen Jahren Andreas Warler, der dann in die Nachbar-GdG [Gemeinschaft der Gemeinden] Hellenthal-Schleiden wechselte. Und danach kam Corona und für mich war es das erste Konzerte nach Abbau der Pandemie bedingten Einschränkungen. Aber auch das Format hat sich geändert. Früher war es ein Neujahrskonzert, das kurz nach Mitternacht begann, jetzt begleitet das Konzert den Übergang vom alten zum neuen Jahr unter dem Motto: „Musik statt Böller“.

Im Inneren ist die Ausstattung der Basilika Kloster Steinfeld (St. Potentinus, Felicius, Simplicius Steinfeld) barock. Und aus dieser Zeit stammt auch die Orgel. 1727 hatte Balthasar König aus Bad Münstereifel die Orgel vollendet. Er verwendete dafür auch die alten Pfeifenbestände, so dass auch heute noch Pfeifen aus dem Jahr 1600 in der Orgel vorhanden sind. „Mit 35 Registern und 1956 Pfeifen besitzt die Basilika Steinfeld die größte noch erhaltene dreimanualige historische Barockorgel des Rheinlandes.“ [2] Ich fand, daß die Orgel etwas anders klang als früher und im Programmblatt wurde ich dann fündig: die Orgelbaufirma Josef Weimbs aus Hellenthal hat im Frühjahr 2020 Überarbeitungen an der Orgel durchgeführt [3].

Das Programm bestritt Markus Ziegler, Dekanatskantor im Dekanat Nassauer Land mit Sitz an der Ev. Stadtkirche Nastätten und Dozent an der Kirchenmusikakademie Schlüchtern, vollständige Biografie hier: [4]. Er spielte Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750), Johann Pachelbel (1653-1706), Dietrich Buxtehude (1637-1707), Georg Friedrich Händel (1681-1759), Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788), Johann Gottfried Walther (1684-1748) und Christlieb Siegmund Binder (1723-1789) sowie eine Eigenkomposition (Rondo-Präludium D-Dur) [5].

Georg Friedrich Händels Menuett II aus der Feuerwerksmusik (HWV 351) und Johann Sebastian Bachs Air aus der Orchestersuite Nr. 3 (BWV 1068) paßten thematisch und von der Stimmung her gut und ich hätte am liebsten mitgepfiffen, aber … für mich bleiben das Orchesterstücke. Offenbar war einem großen Teil des Publikums Johann Gottfried Walthers und Christlieb Siegmund Binders Choral und Choralvorspiel zu „Jesus soll die Losung sein“ unbekannt, so daß es zu einem verfrühten Applaus gekommen ist. Deshalb empfehle, an diese Stelle im Programm ein bekannteres Stück zu setzen.

Das Programm für das Jahr 2023 steht bereits fest [6]. „Musik statt Böller“ soll mit dem „Titularorganisten Jan Van Mol (Frankreich)“ [7] am 31.12.2023 um 23:30 Uhr stattfinden. Bitte vormerken!




Links und Anmerkungen:

[1] „In der Orgel erklingen die Trompeten des Jüngsten Gerichts, damit der Mensch sich schon   an sie gewöhnen kann.“ Eigene Übersetzung des spanischen Originals in: Straelener Manuskripte 1-10. Erstveröffentlichungen zeitgenössischer Poesie des Auslands 1984-1990. Faksimile-Ausgabe, Sammelband, Straelen 2000. ISBN-13‏: ‎978-3891070468.
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2017/01/mitternachtliches-neujahrkonzert-in-der.html und https://rheumatologe.blogspot.com/2019/01/orgelkonzert-in-der-basilika-kloster.html
[3] Vierseitiges DIN-A5-Programmblatt zur Orgelvesper Basilika Steinfeld, letzte Seite.
[4] https://www.markus-ziegler.com/index.php/biograf.html
[5] https://www.gdg-steinfeld.de/aktuelles/veranstaltungen/a-event/Mitternaechtliches-Neujahrskonzert-in-der-Basilika-Steinfeld-mit-Kantor-Markus-Ziegler-Nastaetten/?instancedate=1672525800000  
[6] Der Flyer für das gesamte Jahr 2023 steht zum Download hier: https://www.gdg-steinfeld.de/export/sites/region-eifel/gdg-steinfeld/.galleries/sonstige-Downloads/Flyer-2023.pdf
[7] Weshalb steht denn da Frankreich? Jan Van Mol ist Belgier (was man schon vom großgeschriebenen Van her annehmen könnte) und seine Webseite ist auf Flämisch (Niederländisch)  verfaßt: https://www.janvanmol.be/crbst_8.html.

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