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Tuesday, February 11, 2025

Vogelgrippe / Aviäre Influenza A (H5N1) – Update 1.2 – 11.02.2025

 


Ich hatte vor etwa einem Monat ein Update zur Vogelgrippe geschrieben [1]  und noch vor einigen Tagen entschied ich mich gegen ein Update, denn das RKI hatte seinen Beitrag seit dem 27.11.2024 nicht geändert [2]; das ist auch nicht notwendig gewesen, denn für Deutschland ist das Risiko weiterhin niedrig. Selbst in den USA ist das Risiko für die Bevölkerung weiterhin niedrig. Es hat bislang keine Hinweise auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung gegeben. Jetzt aber gab es einen zweiten Virusstamm, der bei Milchkühen gefunden wurde: HPAIV H5N1 Genotyp D1.1, der in Nevada bei Milchkühen gefunden wurde (Bestätigung durch das  U.S. Department of Agriculture) [3]. Dieser Genotyp überwiegt bei Wildvögeln in den USA. Die Ausbreitung des ersten Virusstammes, HPAI H5N1 der Klade 2.3.4.4b, Genotyp B3.13, konnte bislang nicht gestoppt werden.

In Kanada mußte ein Teenager im Krankenhaus behandelt werden, in den USA (Louisiana) starb ein 65jähriger Mann. [4] Diese Infektionen erfolgten durch Kontakt zu infizierten Tieren und nicht von Mensch zu Mensch.

Donald Trump wollte den Preis für Eier senken, aber das kann ihm kaum gelingen, da bereits im letzten Jahr mindestens 40 Millionen Legehennen der Vogelgrippe zum Opfer fielen. Da sind nicht nur gestorbene Tiere sondern insbesondere vorsorglich getötete Tiere mitgezählt. Die politische Situation in den USA ist instabil, denn es ist nicht klar, ob Institutionen wie CDC oder FDA ungehindert arbeiten können. Schlecht wäre die Entscheidung, infizierte Betriebe nicht still zu legen, denn dann könnte sich die Erkrankung weiter ausbreiten, z.B. Geflügel, das zum Verzehr gezüchtet wird. Und wenn es im Bereich der Rinder so weiter geht, dann werden auch Milchprodukte in den USA teurer.

Für Deutschland und Europa heißt es weiterhin wachsam sein. Eine direkte Gefahr besteht hier nicht, aber das Vorgehen für den Fall der Fälle ist ausgearbeitet [5].



Links und Anmerkungen:

[1] Vogelgrippe / Aviäre Influenza A (H5N1) – Update 1.1
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/01/vogelgrippe-aviare-influenza-h5n1.html
[2] https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/Z/ZoonotischeInfluenza/Vogelgrippe.html  Stand: 27.11.2024
[3] https://www.fli.de/de/aktuelles/kurznachrichten/neues-einzelansicht/zweiter-h5n1-virusstamm-in-milchkuhherden-in-usa-festgestellt/
[4] https://www.n-tv.de/wissen/Neue-H5N1-Variante-offenbart-besorgniserregende-Mutation-article25551288.html
[5] https://www.ecdc.europa.eu/sites/default/files/documents/coordinated-one-health-investigation-outbreak-zoonotic-avian-influenza.pdf  
PS. Das sind keine Milchkühe, die Milch ist für die Kälbchen. Foto vom letzten Jahr auf der Weide hier im Dorf.
 

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Tuesday, January 7, 2025

Vogelgrippe / Aviäre Influenza A (H5N1) – Update 1.1

Ich hatte vor etwa einem Monat ein Update zur Vogelgrippe geschrieben [1]  und nun sind noch Informationen hinzugekommen. Das RKI hat seinen Beitrag seit dem 27.11.2024 nicht geändert, so daß ich diesem Update die Version 1.1 gegeben habe.

Medscape berichtete über einen ersten Patienten in den USA mit schwerem Verlauf [2]. Insgesamt wurden in den USA seit April 2024 den CDC (Centers of Disease Control) 61 Infektionen bei Menschen gemeldet. Diese Infektionen gehen auf den Gentyp B3.13 zurück, der neben Menschen auch Milchkühe (und wahrscheinlich andere Spezies) befallen kann. Der Patient mit schwerem Verlauf stammt aus Louisiana und bei ihm wurde der Gentyp D1.1 nachgewiesen, der erst kürzlich in Wildvögeln und Geflügel in Nordamerika nachgewiesen wurde. Der Schwerkranke hatte Kontakt zu erkrankten und toten Vögeln im privaten Bereich.

Die CDC stufen das Risiko für die Bevölkerung weiterhin als niedrig ein. Es hat bislang keine Hinweise auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung gegeben.

Links und Anmerkungen:

[1] Vogelgrippe / Aviäre Influenza A (H5N1) – ein Update
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/12/vogelgrippe-aviare-influenza-h5n1-ein.html
[2] Erster Patient mit schwerer Vogelgrippe in den USA; Biomarker bei Sepsis; Mpox in Deutschland; 5 Jahre COVID-19: Bilanz der WHO - Medscape - 2. Jan 2025.

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Tuesday, December 10, 2024

Vogelgrippe / Aviäre Influenza A (H5N1) – ein Update

Ich hatte mich zuletzt vor etwa anderthalb Jahren mit der Vogelgrippe beschäftigt und kam zu dem Schluss, daß die Erkrankung bis dahin nur bei Tieren vorgekommen war, allerdings auch schon bei Säugetieren. Das Virus hatte den Sprung hinüber zum Menschen noch nicht geschafft [1]. Stimmt das aber aktuell noch? Ich habe einige Neuigkeiten und deswegen gibt es ein Update. In der Medizin gibt es laufend Updates oder bei Kongressen WIN-Sessions (WIN = What is new?).

Die Vogelgrippe oder aviäre Influenza A (H5N1) wurde im Jahr 1996 entdeckt und zwar im südlichen China und Hongkong. Dieses Virus tötet einen großen Anteil des infizierten Geflügels. Manchmal kommt es zur Übertragung von Vögeln auf den Menschen. Es kann eine sehr schwere Erkrankung beim Menschen hervorrufen. Bislang hat es wenig Auswirkung in Europa gehabt, jedoch gelangte 2021 das Virus stärker nach Europa und hatte zu einer Epidemie 2021/2022 geführt, bei der mehr als 50 Mill. Vögel infiziert worden waren [2].

Das RKI hat sich erneut zur Vogelgrippe [3] gemeldet und es fand weltweit keine Hinweise für eine Mensch zu Mensch Übertragung. Allerdings gibt es die Übertragung von Tier zu Mensch, wie oben schon erwähnt. Der WHO wurden seit 2003 über 2600 Erkrankungen an Menschen gemeldet und bei diesen Erkrankten kam es zu 1100 Todesfällen. Neben der Subtype A (H5N1) war noch die Subtype A (H7N9) aufgetreten. In Deutschland hat es bislang einen Erkrankungsfall gegeben. Die Erkrankung tritt in der Regel bei Personen auf, die Kontakt zu infizierten Vögeln insbesondere Geflügel und deren Ausscheidungen haben. Aber da findet eine Veränderung statt, denn 2024 wurden in den USA erstmals Ausbrüche in Milchkuhherden festgestellt und es wurden H5N1-Infektionsfälle bei Menschen nachgewiesen, die engen beruflichen Kontakt zu infizierten Milchkühen hatten. Wenn man dies betrachtet, und das RKI beobachtet die internationale Lage genau, dann ist das Risiko für die Bevölkerung in Europa beziehungsweise in Deutschland weiterhin als gering einzuschätzen.  

Wie sieht es mit Mutationen aus? Denn diese bergen ein potentielles Pandemierrisiko. Kommen wir noch einmal auf die USA zurück. die hochpathogene aviäre Influenza des Subtyps H5N1 (HPAI H5N1) hat bislang acht Menschen infiziert (Stand vom 04.12.2024) [4]. In den USA sind 707 Milchvierherden betroffen. Die bisherigen Mutationen hatten sich auf bestimmte Polymerase-Eigenschaften ausgewirkt, die die Replikationsfähigkeit im Säugetier steigern. Die Anpassung an den humanen Rezeptor sind dabei bislang nur einmal berichtet worden. Man nimmt an, daß weitere zwei Mutationen ausreichen könnten, um eine vollständige Anpassung an die menschliche Zelle zu ermöglichen. Aber ob sich der aktuell zirkulierende Stamm H5N1 überhaupt so verändern wird, kann nicht vorausgesagt werden.  

Eine Empfehlung sollte man generell beachten: keine kranken oder verendeten (Wild-)Vögel bzw. (Wild-)Tiere anfassen. Ich bin sowieso gegen das Anfassen von fremden, lebenden Tieren (wild und domestiziert), denn ein Finger ist schnell abgebissen.

Zusammenfassend kann man die Bedrohung trotz der aktuellen Enwicklungen weiterhin als gering erachten. Aber am Ball bleiben müssen wir doch, damit sich nicht eine weitere Pandemie entwickelt.


Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2023/03/die-vogelgrippe-breitet-sich-aus.html
[2] https://www.ecdc.europa.eu/en/avian-influenza-humans/facts
[3] https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/Z/ZoonotischeInfluenza/Vogelgrippe.html Stand: 27.11.2024
[4] Michael van den Heuvel: Vogelgrippe H5N1: Mutation birgt potenzielles Pandemie-Risiko – wie Experten die aktuelle Lage einschätzen
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4914479 06.12.2024

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Friday, March 10, 2023

Vogelgrippe / Aviäre Influenza A (H5N1)

Die Vogelgrippe breitet sich aus. Das Deutsche Ärzteblatt hat bereits zweimal darüber berichtet [1].
Kommen wir zunächst einmal zu den positiven. Aspekten. Die Erkrankung ist bislang nur bei Tieren,  allerdings auch schon bei Säugetieren, aufgetreten. Ein Sprung des Virus hinüber zum Menschen ist bislang nicht erfolgt. Wir hatten allerdings im Zeitraum 2006 bis 2010 Erkrankungen der Vogelgrippe beim Menschen. Der letzte Eintrag vom RKI ist vom 12.08.2011 [2]. Dort wurden u.a. das Monitoring System, das 2005 eingerichtet worden ist, vorgestellt sowie ein wissenschaftlicher Artikel und weitere Informationen eingestellt. Ich hatte mich früher mit der Vogelgrippe bereits mehrfach auseinandergesetzt, aber es handelte sich damals um andere Varianten [3].

Die Vogelgrippe oder aviäre Influenza A (H5N1) wurde im Jahr 1996 entdeckt und zwar im südlichen China und Hongkong. Dieses Virus tötet einen großen Anteil von infiziertem Geflügel. Manchmal kommt es zur Übertragung von Vögeln auf den Menschen. Es kann eine sehr schwere Erkrankung beim Menschen hervorrufen. Bislang hat es wenig Auswirkung in Europa gehabt, jedoch gelangte 2021 das Virus stärker nach Europa und hatte zu einer Epidemie 2021/2022 geführt, bei der mehr als 50 Mill. Vögel infiziert worden waren [4].

Nun, die Aufregung hält sich noch in Grenzen, aber es sind eben in Nerzfarmen Übertragungen aufgetreten, nicht nur von Vögeln zu Nerzen, sondern auch zwischen Nerzen. Die Anpassung des Virus an den Nerz bedeutet nicht sofort eine Gefahr für den Menschen. Wir hatten bereits früher die Schweinegrippe und diese, beziehungsweise die Übertragung der Vogelgrippe auf Schweine, ist insofern viel interessanter, da wir dem Schwein genetisch sehr viel näher stehen, als uns das manchmal lieb ist. Und daher wäre eine Übertragung von Schwein zu Mensch und dann von Mensch zu Mensch sehr viel eher denkbar.  

Forscher äußern sich besorgt über die höhere Viruslast, globale Ausbreitung und die schnellere Fähigkeit im Vergleich zum Coronavirus zu mutieren, so daß dadurch auch eine Gefahr für den Menschen bestehe. Professor Christian Drosten relativiert das, da es ist zu keiner besorgniserregenden Häufung der Übertragung auf Menschen, geschweige denn zur Übertragung von Mensch zu Mensch gekommen ist. Begrenzte Infektionen zwischen Menschen sind allerdings  in der Vergangenheit beschrieben worden. Diese sind aber viel geringer, als daß sie den Anfang einer Pandemie darstellten. Auch wenn eine Anpassung des Virus an den Menschen nicht vorher bestimmbar ist, engagiert sich Drosten für eine technisch machbare und vom Aufwand vertretbare Vorbereitung zur Impfstoffentwicklung.

Zusammenfassend kann man die Bedrohung aktuell als gering erachten. Aber am Ball bleiben müssen wir doch, damit sich nicht eine weitere Pandemie entwickelt.


 

Links und Anmerkungen:
[1] Kathrin Gießelmann: Aviäre Influenza: H5N1 breitet sich global aus. Dtsch Arztebl 2023; 120(9): A-391 / B-333. https://www.aerzteblatt.de/archiv/230084/Aviaere-Influenza-H5N1-breitet-sich-global-aus und Kathrin Gießelmann: Vogelgrippe bei Nerzen: Welche Gefahr besteht jetzt für den Menschen? https://www.aerzteblatt.de/n140951  
[2] https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/Z/ZoonotischeInfluenza/Fallliste.html
[3] http://rheumatologe.blogspot.de/2013/04/new-strain-of-bird-flu-h7n9.html  http://rheumatologe.blogspot.de/2014/02/avian-flu-h10n8.html
http://rheumatologe.blogspot.de/2014/01/schweinegrippe-im-anmarsch.html https://rheumatologe.blogspot.com/2016/11/vogelgrippe-virus-h5n8.html  
[4] https://www.ecdc.europa.eu/en/avian-influenza-humans/facts


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Tuesday, November 15, 2016

Vogelgrippe-Virus H5N8





Das Vogelgrippe-Virus H5N8 ist bislang bei Wildvögeln Schleswig-Holstein und am Bodensee in Deutschland nachgewiesen worden. Außerdem wurde das Virus in einem Geflügel-Großbetrieb in Grumby nachgewiesen, so dass mit der sogenannten Keulung (Tötung) von 30.000 Tieren begonnen wurde. Das Virus breitet sich über Zugvögel aus und zwar von Indien (Anfang Oktober) über Ungarn und Polen (Ende Oktober); wobei mir unklar ist welche Route die Vögel da ziehen. Ungewöhnlich ist aber auch, dass viele Tiere daran sterben.


Wie sieht es mit der Gefahr für Menschen aus? Menschen sind bislang nicht betroffen und die Gefahr wird vom Robert Koch Institut (RKI) als gering eingestuft. Andererseits teilt das RKI mit: „Ärzte sollten sich der Möglichkeit von sporadischen Infektionen mit nicht-humanen Influenzaviren bewusst sein. Insbesondere bei Häufungen von Atemwegserkrankungen und bei Auftreten außerhalb der regional üblichen Influenzasaison sollten Verdachtsfälle explizit zu ihrer beruflichen Exposition gegenüber Tieren befragt werden.“


Ich habe mir sicherheitshalber noch einige chinesische Seiten angesehen. 目前並沒有足夠科學證據顯示,人用H5N1流感疫苗對於H5N2H5N3H5N8禽流感病毒具交叉保護效果Dieser interessante Hinweis beschreibt einen gewissen Schutz der Impfung gegen H5N1 bei H5N2, H5N3 und H5N8. Z.B. Influvac® Saison 2016/2017 impft gegen H1N1 und H3N2 [genauer: A/California/7/2009 (H1N1) pdm09 – ähnlicher Stamm (A/California/7/2009, X-181), A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2) – ähnlicher Stamm (A/Hong Kong/4801/2014, X-263B) und B/Brisbane/60/2008 – ähnlicher Stamm (B/Brisbane/60/2008, Wildtyp)].


Nach dem RKI wurden bislang Erkrankungen von Menschen mit dem hochpathogenen Vogel- Influenzavirus des Subtyps A (H5N8) bisher nicht beobachtet, aber gänzlich ausgeschlossen werden kann dies nicht.


Links:

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