Showing posts with label Medizin. Show all posts
Showing posts with label Medizin. Show all posts

Friday, January 9, 2026

Demenz und Risikofaktoren Vers. 2.0

Einleitung
Ende 2024 las ich einen interessanten Artikel [1], der auf einen anderen Artikel [2] zurückging, und sich mit Risikofaktoren für Demenz beschäftigte. Zu diesen Artiklen hatte ich mich schon einmal schlauer gemacht und die Version 1.0 hier veröffentlicht [3]. Zu den bereits bekannten Risikofaktoren 1. bis 12. sind noch 13. und 14. hinzugekommen.

Dies ist als erste Ergänzung die Version 2.0. Ich habe in den letzten Jahren eine ganze Menge über diese Problematik gelesen, aber es kann auch sein, daß ich einige Details noch nicht so genau weiß, wie ich es mir wünschte. Ich schreibe hier keine wissenschaftliche Arbeit, so daß ich wie bei einem Computer Programm daran verbessern kann und langsam weiter in die Tiefe gehen möchte, damit sich aus der Kenntnis der Risikofaktoren auch Präventionsmaßnahmen entwickeln lassen.


Links und Anmerkungen / Einleitung:
[1] Fast die Hälfte der Demenz-Fälle wären vermeidbar: 12 plus 2 neue Risikofaktoren – was jeder tun könnte und wo es noch hakt - Medscape - 5. Aug 2024.
[2] Gill Livingston et al.: Dementia prevention, intervention, and care: 2024 report of the Lancet standing Commission. The Lancet, Volume 404, Issue 10452, 572 – 628.
[3] Für Version 1.0 siehe hier:
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/12/demenz-und-risikofaktoren-vers-10.html 


1. Geringe Bildung
Der erste benannte Faktor ist eine geringe Bildung. Das aber ist eher ein politisches Problem, denn es ist wichtig, daß bereits in der Kindheit Bildung erfolgt, je früher, desto besser. Mehr Bildung bedeutet nämlich auch, andere Risikofaktoren im weiteren Leben zu verbessern. Darüber hinaus muß man sein Leben lang lernen. Wer meint, alles gelernt zu haben, wird es später schwieriger haben, und eher eine Demenz entwickeln. 
Ich entsinne mich an eine Lektüre im Französisch-Unterricht, deren Titel ich vergessen habe, aber es ging darum, daß die Protagonistin noch alle Bücher der Schulzeit besaß und sie auch (immer wieder) las. Das Problem war, daß sie nie über die Bildung der Schule hinauskam.
Wenn man die Schule oder Lehre abgeschlossen hat, man studiert und sein Diplom (Abschlußprüfung) bekommen, dann folgen im Berufsleben weitere Lernprozesse. Man beschäftigt sich mit neuen Inhalten, die gar nichts mit dem Beruf selbst zu haben. 
Wie war es bei mir selbst? Das kann ich am besten beurteilen! Kindergarten, evangelische Volksschule, Konfirmandenunterricht, Sportverein, Übungsleiter, Studium Sinologie, Ethnologie und Japanologie, Sprachstudium in Taiwan, Studium der Medizin, Praktika in Taiwan, Facharztausbildung, Kongressbesuche, Ausbildung zum Rheumatologen, dann die Zusatzbezeichnung Physikalische Medizin, Radiologie, Transfusionswesen, Hygieneausbildung, Studienkoordination, berufsbegleitendes Studium (Theologia curae), Ausbildung zum Leiter der Ethikkommission, Genetische Beratung und Brandschutzübungen. Manche Abschlüsse beinhalteten auch, daß man sie später erneuern mußte. Für Mediziner gilt, da Wissenschaft im Fluß ist, alle fünf Jahre nachzuweisen, daß man eine bestimmte Anzahl an  Fortbildungen bzw. Fortbildungsstunden besucht hat. Insgesamt heißt es aber, daß man niemals mit dem Lernen fertig ist. Und das darf mit der Berentung nicht aufhören!
Dann muß man ohne äußeren Anreiz dafür sorgen, daß man sich weiterbildet. Man kann ein Instrument oder eine fremde Sprache lernen. Man kann bei seinem Hobby dazulernen. Man kann zum Beispiel Reisen, denn Reisen bildet, wie es so heißt, und von schönen Bildungsreisen berichteten Johann Wolfgang von Goethe oder Heinrich Heine. Vor einigen Monaten beschäftige ich mich mit Arabisch, da ich nach Saudi Arabien gereist bin. Jetzt bin ich wieder mit Japanisch beschäftigt.
Bildung hat in verschiedenen Kulturen deutlich unterschiedliche Wertschätzungen. Ich erinnere mich an eine Untersuchung aus den USA, die Einwanderer aus Asien mit der lokalen Bevölkerung verglichen hat. Die Kinder der Einwanderer (hier meist aus China, Japan, Korea) hatte einen Ort, an dem sie ohne Störung Hausaufgaben machen konnten, die anderen machten sie, wenn überhaupt, neben dem Fernsehen, in der Küche. Bildung hat eben je nach Hintergrund einen anderen Wert. Vielleicht kann das heißen, daß man für mehr Wertschätzung der Bildung sorgt.

2. Traumatische Hirnverletzungen
Ich sah damals ein kurzes Video, in dem jemand versuchte, eine Flasche an seinem Schädel zu zerbrechen. Das klappte nicht und irgendwann ist er bei diesen Versuchen bewußtlos zusammengebrochen. Das ist ein ziemlich vermeidbares Schädelhirntrauma, aber ich glaube kaum, daß die Autoren dieser Studie zur Risikofaktoren, dies im Auge hatten. Vielmehr geht es darum, Unfälle, die mit einem Schädelhirntrauma einhergehen, zu vermeiden. Nicht ungesichert eine Leiter besteigen, sich im Verkehr defensiv verhalten, in Risikobereichen (Beispiel Bau) Schutzhelm tragen, Handläufe benutzen, Stolperkanten entschärfen, beim Radfahren oder Reiten Helm tragen, bei Sturm nicht in den Wald gehen und Ähnliches mehr. 
Aber es kann auch heißen, daß man Boxen nur noch mit Kopfschutz erlaubt, oder MMA oder Kampfsport mit Tritten zum Kopf ganz verbietet. Kopfball beim Fußball?

3. Bewegungsmangel
„Einfach mehr bewegen“ geht am Thema vorbei. Das ist zwar auch gemeint, aber wir alle wissen, wie schnell man sich zu wenig bewegt und wie schwer es ist, aus dem Stuhl aufzustehen, um sich Bewegung zu verschaffen. Das muß nicht immer Sport sein. Man nicht den nächsten sondern einen etwas entfernteren Parkplatz wählen, Treppen steigen anstatt den Aufzug benutzen,  Spaziergänge oder Wanderungen machen, eher das Fahrrad als das Auto benutzen. Auf dem Land hat man es in der Regel einfacher, man geht vor die Tür und schon ist man Wald und Flur. Angebote mit Sport sind natürlich sinnvoll, zum Beispiel die Gymnastikgruppe oder ein Lauftreff, die Walking Gruppe (mit und ohne Stöcke, also auch „ich mache jetzt Nordic Walking ohne Stöcke“). Oder Tanzen -: ich zum Beispiel kann überhaupt nicht tanzen, aber Tanzen wäre auch eine gute Maßnahme gegen den Bewegungsmangel, da es auch die Koordination schult.

4. Rauchen
Ich glaube, es hat sich mittlerweile herumgesprochen, daß Rauchen ungesund ist und viele Menschen rauchen bereits nicht mehr. Verglichen mit anderen Ländern liegt Deutschland im mittleren Bereich, aber es rauchen doch mehr Menschen, als das sinnvoll wäre. Etwa ein Viertel der Bevölkerung raucht; man sieht einen Trend nach unten. Ich habe mich bereits als Rheumatologe gegen das Rauchen ausgesprochen [1]. Vielleicht wundert man sich jetzt, warum ein Rheumatologe etwas gegen das Rauchen hätte, beim Onkologen könnte man es eher verstehen. Aber es hatte sich herausgestellt, daß nicht nur die Entzündungsaktivität durch  Rauchen zunimmt und damit Gelenke und andere Gewebe geschädigt werden, sondern es konnte auch nachgewiesen werden, daß gewisse Medikamente, und zwar im Hochpreisbereich, schlechter wirksam sind bei Rauchern. Während der Covid Pandemie hatte ich mich gegen das Rauchen ausgesprochen, da es Husten fördert und mit dem Husten sehr viel mehr Viren sehr viel weiter verteilt werden [2], als das sonst der Fall wäre. Also mit dem Rauchen aufhören, dafür gibt es Programme [3] und ich möchte es jedem Raucher empfehlen. 


Links und Anmerkungen / 4. Rauchen:
[1] Rauchen bei Rheumatoider Arthritis und TNF-alpha-Inhibitoren 
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/07/rauchen-bei-rheumatoider-arthritis-und.html 
[2] Pflicht zum Mund-Nase-Schutz und Verbots fürs Rauchen – sofort 
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/10/pflicht-zum-mund-nase-schutz-und.html  
[3] Körperliche Abhängigkeit / „Eine körperliche Abhängigkeit von Tabak entwickelt sich schnell, denn Nikotin greift direkt in den Stoffwechsel des Gehirns ein.“ https://rauchfrei-info.de/informieren/rauchen-gesundheit/tabakabhaengigkeit/koerperliche-abhaengigkeit/ 


5. Übermäßiger Alkoholkonsum
Im Prinzip müßte man jeden und nicht nur den übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden, denn eine noch so geringe Dosis führt zu Schädigungen, von denen die Demenz eine darstellt. Aber Alkohol führt auch zu anderen Problemen. Zum Beispiel schätzt man unter Alkoholeinfluss Gefahren schlechter ein, was viel eher zu einer traumatischen Hirnverletzung führen kann. Unfälle ohne Schädelhirntrauma können im späteren Verlauf des Lebens ebenso eine Demenz fördern. 20 g reiner Alkohol bei Männern und 10 g bei Frauen sind schnell erreicht; das entspricht einer Flasche Kölsch (0,5 l) für Männer. 
Das Thema „Gehirn und Alkohol“ hat die Deutschen Hirnstiftung auf dem DGN-Kongress [Deutsche Gesellschaft für Neurologie] angesprochen [1]. Der Artikel räumt mit dem Vorurteil auf, daß Abstinenzler schlechter dastehen als moderate Trinker; in der Gruppe der Abstinenzler landen in Studien auch die Ex-Alkoholiker. Wenn man die rausrechnet, dann steigen sämtliche Erkrankungne auch bei den wenig Trinkern. 
Schädigungen entstehen durch den Mangel an Vitamin B1 (Thiamin), denn der Alkoholkonsum unterbindet die Aufnahme des Vitamins im Darm, aber auch die Verwertung in den Körperzellen wird vermindert. Alkohol (Ethanol) wird zu Acetaldehyd, einem Nervengift verstoffwechselt, das zum Absterben von Nervenzellen führt. Dazu kommt eine Entzündungsreaktion, denn entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) überwinden die Blut-Hirn-Schranke und wirken dort neurotoxisch. Da die Leber geschädigt wird, fällt vermehrt Ammoniak an, der ebenfalls das Gehirn schädigt. Des weiteren gibt es eine alkoholinduzierte Polyneuropathie. Die gibt es auch bei anderen Erkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus.


Links und Anmerkungen / 5. Übermäßiger Alkoholkonsum:

[1] „Sich das Gehirn wegsaufen“  vom 29. Oktober 2024:
https://www.dgn.org/artikel/sich-das-gehirn-wegsaufen-leider-mehr-als-nur-ein-spruch  


6. Bluthochdruck
Bluthochdruck ist ein behandelbarer Risikofaktor. Für Demenz, aber auch für andere Erkrankungen wie zum Beispiel Schlaganfall, Nierenversagen, Herzinfarkt. Aber den Bluthochdruck kann man selten mit Hausmitteln behandeln, sondern muß in der Regel Medikamente einsetzen. Weniger Alkohol führt zu einem geringeren Blutdruck. Weniger Gewicht führt ebenso zu einer  Blutdrucksenkung. Körperliche Betätigung kann ebenso den Blutdruck senken. Das heißt also, daß sich verschiedene der Risikofaktoren untereinander beeinflussen. Der Extrakt der Süßholzwurzel in Lakritz erhöht in Abhängigkeit der Dosis den Blutdruck. 
Beim Salzkonsum geht es je Studie in Richtung „macht nichts aus“ oder „sollte reduziert werden. Kochsalz ist chemisch gesehen Natriumchlorid und Natrium ist der entscheidende Faktor. Natrium hat als Gegenspieler Kalium. Historische Ernährung war natriumärmer und kaliumreicher als unsere aktuelle Ernährung [1]. Es gibt genügend Studien, die bei Natriumreduktion eine Reduktion des Blutdruck nachgewiesen haben. 
Weniger Salzen und kein Nachsalzen könnte eine Strategie sein. Verzicht auf kochsalzreiche Nahrungsmittel und Érsatz durch kaliumreiche Nahrungsmittel; Gemüse z.B. ist reich an Kalium. 


Links und Anmerkungen / 6. Bluthochdruck:
[1] https://medical-tribune.ch/news/medizin/4000155657/kochsalz-reduktion-koennte-millionen-todesfaelle-verhindern/ 


7. Adipositas
Übergewicht ist ein weiterer Risikofaktor. Und wer übergewichtig ist, hat auch ein höheres Risiko für Diabetes und für Bluthochdruck. Und wer übergewichtig ist, der hat auch häufig Probleme, sich zu bewegen. Das heißt also, wenn man das Gewicht angehen will, dann wäre es ganz gut, wenn man sich körperlich bewegt und nicht nur versucht, Kalorien zu reduzieren, nur weil man sowieso anmerken muß, daß das alleinige Reduzieren von Kalorien nicht der Weg ist, der zum dauerhaften Erfolg führt. Übrigens Alkohol hat viel leere Kalorien. So dass auch die Reduktion von Übergewicht mit dem Verzicht auf Alkohol Einhergehen kann. Ich habe mich eine Weile mit Diäten und Gewichtsreduktion  beschäftigt. Viele Diäten sind schlicht Murks [1] und im Prinzip sinnvolle Diäten scheitern meist auf Dauer, jedenfalls ist das Ergebnis von Studien bescheiden [2]. Im Internet kommen noch falsche Internetseiten hinzu, die vorgeben zu informieren, aber das nicht tun, da sie nur Werbung machen [3]. Erfolgreich ist man mit einer Verhaltensänderung, die zur dauerhalten Reduktion von Kalorien führt.


Links und Anmerkungen / 7. Adipositas:
[1] Diäten aus Illustrierten 
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/01/diaten-aus-illustrierten.html 
Abnehmen mit der Fatburner-Diät 
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/05/abnehmen-mit-der-fatburner-diat.html  
Was ist dran an Metabolic-Balance? 
https://rheumatologe.blogspot.com/2013/03/was-ist-dran-metabolic-balance.html  
Bratkartoffel-Diät - Schlanke Kohlenhydrate 
https://rheumatologe.blogspot.com/2013/03/bratkartoffel-diat-schlanke.html  
Ruck, zuck Bikini-fit? / Crash-Diäten 
https://rheumatologe.blogspot.com/2014/03/ruck-zuck-bikini-fit-crash-diaten.html 
[2] Führt tageweiser Wechsel von Fasten und normaler Kalorienzufuhr zu schnellerem Gewichtsverlust? 
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/01/fuhrt-tageweiser-wechsel-von-fasten-und.html 
Abnehmen, Diät und Erfolg 
https://rheumatologe.blogspot.com/2015/07/abnehmen-diat-und-erfolg.html 
[3] Fake homepages on fad diets / Falsche Internetseiten zu Diäten 
https://rheumatologe.blogspot.com/2014/02/fake-homepages-on-fad-diets-falsche.html 


8. Diabetes
Die Blutzuckerkrankheit und ein erhöhtes Körpergewicht beeinflussen den Blutzuckerspiegel. Schnell wirksame Kohlenhydrate wie Zucker oder bestimmte Stärken lassen den Blutzuckerspiegel sehr rasch ansteigen. Wenn der Körper noch im Stadium des Hyperinsulinismus ist, das heißt, daß vermehrt das Hormon Insulin ausgeschüttet wird, dann fällt der Blutzuckerspiegel sehr schnell wieder ab und man hat wieder Hunger. Deshalb kann man vor dem manifesten Diabetes schon eine ganze Menge präventiv tun, damit er sich nicht entwickelt. Hier sind die Limonaden-/ Colagetränke zu erwähnen, die Diabetes und Adipositas fördern. Man kann, wenn man übergewichtig ist, sich wenigstens einmal im Jahr bei seinem Hausarzt vorstellen, um den Blutzuckerspiegel oder auch das HbA1c messen zu lassen. Wird eine Blutzuckerkrankheit festgestellt, dann sollte man sie behandeln. Manche Medikamente wirken gleichzeitig gegen Adipositas, ein netter Nebeneffekt. Bewegung verbraucht Energie und kann damit den Zuckerspiegel senken. Aber dies besprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt. Wenn sie an einer Blutzuckerkrankheit leiden, stellt die Behandlung auf jeden Fall eine gute Investition gegen die Demenz dar.

9. Hörminderung
Durch Hörminderung nimmt man seine Umwelt nicht mehr so wahr, wie man das besser tun sollte. Man beschäftigt sich mit weniger Dingen, man lernt weniger neue Inhalte, man gerät schneller in eine soziale Isolation. Und deshalb ist es sinnvoll, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen [1].
Die Presbyakusis, also die altersbedingte Hörminderung, betrifft fast jeden Menschen. Zu Beginn kann Betroffenen das vielleicht gar nicht auffallen. Man kann auf Anzeichen achten wie Probleme beim Hören, Nachfragen müssen, Geräte lauter stellen, selber lauter sprechen.
Lärmschutz. Egal, ob es sich um den Arbeitsplatz oder privat handelt, kann man versuchen, laute Geräusche zu vermeiden oder abzumindern. Man kann Gehörschutz tragen, auch Ohrstöpsel könnten sinnvoll sein. Die Intensität mindert sich mit dem Quadrat der Entfernung. Je weiter weg man von der Lärmquelle ist, desto besser ist es für das Gehör. Bei Radio und anderen  Quellen von Musik etc. kann man die Lautstärke reduzieren. Mittlerweile hat es sich sogar bei Rockmusikern herumgesprochen, daß Hörschutz sinnvoll ist. Man kann Feuerwerk, Werkstätten und Baustellen (Preßlufthammer) meiden [2]. Ein Knalltrauma ist oft vermeidbar; man muß ja nicht mit Schußwaffen umgehen. Man sollte sich nach Lärm eine Ruhepause gönnen. Deshalb ist ein Waldspaziergang eine gute Maßnahme (eigentlich immer).
Hörtests. Regelmäßige Hörtests können den Zeitpunkt einer Hörminderung besser erfassen, als einem das selber oder der Umgebung auffallen würde. Man sollte nicht warten, bis man schon einen deutlichen Hörverlust hat. Man kann sich etwa vom Hörgeräteakustiker oder natürlich vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt beraten lassen. Über 65jährige werden häufig von Hörgeräteakustikern spontan angeschrieben, um einen Hörtest machen zu lassen, das ist natürlich nicht eigennützig, aber insgesamt doch hilfreich.
Wahrscheinlich halten auch Maßnahmen, die für die mentale Fitness gedacht sind, das Gehör in einem besseren Zustand, weil die Verarbeitung von Tönen sich bessern kann. Ich überlege gerade, ob das bewußte Zuhören bei leisen Geräuschen, wie z.B. hochfrequentes Vogezwitschern, nicht vorbeugend wirksam sein kann.
Gesunde Ernährung. Wahrscheinlich helfen Gemüse, Obst und Vollkorn, Reduktion von Kochsalz und Zucker indirekt, weil sie die Gefäßgesundheit und damit die Durchblutung verbessern bzw. erhalten.
Mehr Bewegung. Durch mehr Bewegung wird auch die Durchblutug der Ohren erhalten.
Nicht Rauchen – siehe: 4. Rauchen.
HNO-Arzt und Hausarzt. Nicht nur zur Kontrolle des Hörfähigkeit, sondern auch sonst aufzusuchen, z.B. bei verstopften Hörgängen, bei Entzündungen (z.B. Mittelohrentzündung). Impfungenen gegen Masern oder Mumps zum Beispiel. Ggf. Alternativen zu Medikamenten, die Einfluß auf die Hörfähigkeit haben.
Auszeiten/Ruhezeiten vom Lärm, z.B. in der Natur, nehmen.


Links und Anmerkungen / 9. Hörminderung:
[1] Zwei wesentliche Quellen für diesen Absatz:
[1a] https://www.gesundheitsinformation.de/wie-kann-man-schwerhoerigkeit-vorbeugen.html 
[1b] https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/organe/presbyakusis-so-laesst-sich-altersschwerhoerigkeit-vorbeugen/ 
[2] Als Kind war für mich Großonkel Seppl mit seiner Schwerhörigkeit interessant. Er hatte einen Telefonhörer mit einem Stecker für den Fernseher verbunden, damit er etwas besser verstand. Er hatt in den 1950er Jahren in einer Werft gearbeitet, bevor man den Lärmschurt eigeführt hatte.


10. Depression
Manchmal muß eine Depression medikamentös behandelt werden. Das ist etwas, das man mit einem geeigneten Arzt bereden sollte. Aber Medikamente sind häufig nicht die Therapie, sondern sie können dazu beitragen, eine Therapie durchführen zu können. Es gibt verschiedene psychologische Therapien, die Erfolg versprechend sind. Das gilt für die meisten aber nicht für alle Depressionen. Für die meisten Menschen gilt: der Weg aus der Depression führt über die Gesprächstherapie.

11. Soziale Isolation
Vieles kann zur sozialen Isolation führen, zum Beispiel das Alter oder Krankheiten, die zum Bewegungsverlust führen. Ich erinnere mich an einer meiner Tanten, die bereits über 80 Jahre alt war und von einem Teil des Ortes nicht mehr in den anderen kam, als die Kniegelenkarthrose sie am Gehen und Radfahren hinderte, sie kam nicht mehr zu ihren Freundinnen oder in den Altenklub. Sie hatte nach einem Kniegelenkersatz einen Großteil ihre soziale Kontakte zurückgewonnen. Welche Wege gibt es aus einer sozialen Isolation? Mir fallen ehrenamtliche Tätigkeiten, Anbindung an Kirche oder politische Gruppe, der Altenklub, Wandergruppen, Reisegruppen ein. Man muß nur suchen. 

12. Luftverschmutzung
Luftverschmutzung – und wahrscheinlich ist Feinstaub ein wesentlicher Faktor dabei – ist ein weiterer Risikofaktor; ich glaube, da könnte Herr Kachelmann  auch ein Wort zu sagen. Hier geht es um Entscheidungen auf politischer und persönlicher Ebene, nicht zur Luftverschmutzung weiter beizutragen, sondern sich aktiv dagegen zu wenden. Und in diesem Zusammenhang möchte ich an das aktuell anstehende Silvesterfeuerwerk erinnern. Feuerwerke haben eine erhebliche Belastung mit Feinstaub zur Folge. Das kann man vermeiden, das muß nicht sein.  

13. Erhöhter LDL-Cholesterinwert 
Um einen erhöhten LDL-Cholesterinwert festzustellen, benötigen Sie eine Blutuntersuchung. Aber wenn der festgestellt ist, lohnt es sich, etwas dagegen zu unternehmen, aber das müssen Sie mit ihrem Arzt besprechen. Ein erhöhter LDL-Cholesterinwert ist zusammen mit Bluthochdruck, Adipositas und Diabetes ein weiterer Faktor, der die Gefäßgesundheit beeinflusst. Gesunde Gefäße führen zu besserer Durchblutung des Gehirns. Wir erinnern uns, daß etwa 20% des Herzzeitvolumen für das Gehirn zur Verfügung gestellt wird. Deshalb kommt diesem Risikofaktor auch so viel Wichtigkeit zu.

14. Sehverlust
Bei Sehverlust sollte sofort gehandelt werden. Das kann zunächst einmal die Korrektur einer Sehstörung sein, die zum Beispiel den Betroffenen daran hindert, zu lesen oder zu sehen. Denn wer die Welt plötzlich nicht oder nur eingeschränkt sieht, kann nicht oder nur weniger an ihr teilnehmen. Sinnvoll sind ebenso Maßnahmen zur Vermeidung der altersbedingten Makuladegeneration und natürlich die Vermeidung eines erhöhten Augenbinnendruckes, der zum Glaukom, also einem unwiederbringlichen Sehverlust führen kann. Hier sollten Sie sich rechtzeitig einen Termin beim Augenarzt geben lassen. 

Schlußbetrachtungen
Bei all diesen Risikofaktoren ist überhaupt nicht von besonderen Diäten oder Nahrungsergänzungsmitteln die Rede. Sind die wirkungslos? Wahrscheinlich ja, denn sonst hätten sie ja schon Gelegenheit genug gehabt, ihre Wirksamkeit nachweisen zu können wissenschaftlich nachweisen zu können, also nicht XYZ hat gesagt, bei mir hat es geholfen. Ich will gar nicht ausschließen, daß bestimmte Diätmaßnahmen sinnvoll sind, zum Beispiel Antioxidantien, aber nicht als Nahrungsergänzungsmittel, denn die dienen häufig als Argument, sich nicht um Risikofaktoren zu kümmern. „Ich habe ja etwas gemacht; da brauche ich die anderen Dinge nicht zu machen.“ Das ist die größte Gefahr bei diesen nicht wissenschaftlich fundierten Maßnahmen, die im Internet herumgeistern.  Deshalb gibt es auch keine Diätempfehlung aus dieser Studie heraus. Ich habe mich auch damit beschäftigt; Antioxidantien im Tee [1] und in der diätetischen Prävention von Alzheimer bzw. Demenz [2]. Es ist aber bereits wieder Zeit seit dieser Beschäftigung vergangen, so daß ich auch an dieser Stelle nachschauen werde, ob es neuere Studienergebnisse gibt. Auf jeden Fall möchte ich mich hier eindringlich gegen Nahrungsergänzungsmittel aussprechen. Einige diätetische Maßnahmen sind oben aber schon angesprochen worden.


Links und Anmerkungen / Schlußbetrachtungen:
[1] Tee und Antioxidantien 
https://rheumatologe.blogspot.com/2021/11/tee-und-antioxidantien.html 
[2] Prävention von Alzheimer / Demenz durch diätetische Maßnahmen 
https://rheumatologe.blogspot.com/2012/05/pravention-von-alzheimer-demenz-durch.html  

Ausblick:
Ab Version 3.0 wird es sinnvoll, die 14 Unterpunkte einzeln anzuhandeln. Wie der Zusammenhalt des Gesamtbetrachtung „Demenz und Risikofaktoren“ gewährleistet wird, weiß ich noch nicht.

.



Thursday, October 23, 2025

Ernährung bei Rheumatoider Arthritis


Eure Nahrung sei Eure Medizin und Eure Medizin sei Eure Nahrung.
Hippokrates

Ich habe hier auf dem Blog häufiger über „Rheuma und Ernährung“ geschrieben und auch Vorträge dazu gehalten [1], aber in den letzten Jahren habe ich es beim Lesen von Studien belassen und nicht darüber geschrieben; ich hatte allerdings über Diäten, Ernährung und Kochexperimente berichtet. Jetzt aber las ich einerseits Studien, die auf dem letzten EULAR Kongress in Barcelona [2] diskutiert worden sind, und andererseits einen Übersichtsartikel von Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel [3], was mich dazu motivierte, einmal wieder über das Thema zu schreiben.

Ernährung ist in der Medizin und besonders in der Rheumatologie ein Reizthema. Wie kommt das? Warum nimmt die Frage nach Ernährungsmaßnahmen bei Betroffenen einen größeren Stellenwert ein als bei Ärzten? Zum einen kann man die immer noch schlechte Studienlage anführen, denn es wird nur wenig geforscht. Warum wird wenig geforscht? Weil Ernährungsstudien wegen der vielen Einflußfaktoren schwierig sind, weil man sie lange genug durchhalten muß, dann aber werden sie teuer, und weil die Pharmaindustrie nicht daran verdienen kann, denn sie ist der wesentliche Geldgeber für wissenschaftliche Studien. Ein befreundeter irischer Rheumatologe erzählte mir einmal vor einer Studie zu Ernährung, die er durchgeführt hatte; er faßte es so zusammen: ein Albtraum. Der Albtraum bestand darin, genügend Probanden zu bekommen, die bereit waren, sich genügend lange auf eine gewisse Weise zu ernähren. Da sind wir schon mitten im Thema: Einfluß auf Erkrankung oder Gewicht über Ernährung nehmen bedeutet eine dauerhafte Umstellung. Wir sind als Patienten und Ärzte zu ungeduldig, denn eine möglich Wirkung setzt erst spät ein. Wir wissen zu wenig über die Wirkmechanismen und wissen auch wenig über die Wirksamkeit. Ärzte haben in der Regel ein schlechte Ausbildung in Ökotrophologie. Wer sie hat, hat sie kaum über das Medizinstudium erhalten.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln findet man immer wieder etwas, das als Revolution angekündigt wird. Vitamine, Farbstoffe, Mikronährstoffe nimmt man besser über die Nahrung als über Nahrungsergänzungsmittel auf. Man überdosiert nicht und man hat die richtige Mischung. Natürliche Antioxidantien finden sich in vielen Lebensmitteln. So finden sich z.B. Karotinoide, wie Betakarotin oder Lykopin, besonders in orangenem und roten Obst und und Gemüse. Polyphenolische Verbindungen, wie Resveratrol oder Flavonoide, finden sich in Granatapfel, Kaffee, Kakao, Obst, Rotwein, Tee, Zimt und weiteren. Vitamin C ist in Obst und Gemüse enthalten. Vitamin E in Pflanzenölen sowie Ölsaaten und Nüssen. Aber: viel hilft nicht viel. Der Körper stellt Fließgleichgewichte her, die ein Optimum haben und das verhält sich nach der Normalverteilung.
Zu viel kann durchaus zur Verschlechterung führen, da das Gleichgewicht mit anderen Stoffen nicht mehr stimmt. Wir kennen z.B. mittlerweile hunderte von Karotinoiden, so daß es möglich ist, daß verschiedene Karotinoide ganz unterschiedlich wirken, das Nahrungsergänzungsmittel aber überflutet uns nur mit einem Karotinoid.


Bei der Rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung mit dem Potential, Gelenke und innere Organe zu  zerstören, so daß im Akutstadium auf Medikamente nicht verzichtet werden kann. Da entzündungshemmende (antiinflammatorische) Medikamente aber mehr oder minder starke Nebenwirkungen mit sich bringen, sucht man nach Alternativen und die Ernährung ist eine davon.

Van den Heuvel wies auf eine dänische Metaanalyse hin [4], die sieben randomisierte, kontrollierte Studien aus den Jahren 1979 bis 2023 zusammengefaßt hat. In diesem Zeitraum hat sich die Wissenschaft erheblich geändert, aber es gab nicht mehr Studien, die man hätte verwenden können! „Es gab bei den eingeschlossenen Studien zu wenige Teilnehmer, zu heterogene Studiendesigns und methodische Schwächen.“ Die Autoren der Metaanalyse sehen in einer mediterranen Kost einen „Hoffnungsträger mit Grenzen“.
 
Als mediterrane Diät bezeichnet man Ernährungsformen des Mittelmeerraumes, die mehr Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Nüsse und Olivenöl enthalten und auch eine moderate Menge an Rotwein. Außerdem kann man zu mehr Vollkornprodukten bei dieser Art der Ernährung raten. Diese Lebensmittel  liefern entzündungshemmende Fettsäuren, Polyphenole und Antioxidantien. Van den Heuvel führt den MEDRA-Trial (randomisierte, kontrollierte Studie mit 44 RA-Patienten über zwölf Wochen, d.h. 2x22 Pat. [5a]) und eine griechische Studie mit 210 RA-Patienten an [5b]. Diese modernen Studien zeigen eine verbesserte Lebensqualität auf, aber eine Therapie ergab sich daraus nicht. Und schon gar nicht ist eine magische Substanz in dieser Ernährungsform zu finden. 

Eine Studie aus Großbritannien fand bei RA-Patienten, bei denen die Diagnose gerade gestellt worden war, im Rahmen der DESIGNA Studie (Dietary Signatures In Arthritis) vermehrt kurzkettige Fettsäuren, wie sie von Bakterien im Dickdarm aus Ballaststoffen synthetisiert werden, bei Patienten mit geringerer Krankheitsaktivität, so daß sie daraus folgern, daß ein erhöhter Anteil von Ballaststoffen in der Ernährung die Krankheitsaktivität senken kann [6]. Die SUPERFIBRES Studie in Montpellier (Frankreich) untersuchte die Zugabe von 12 g Ballaststoffen in Form von Inulin-Pulver bei RA-Patienten (26 vs. 23) und fand eine verminderte Krankheitsaktivität sowie eine verminderte Zahl von (pro-inflammatorischen) Th17-Zellen in der Verumgruppe [7]. Zusammenfassend zeigen diese beiden Studien, daß es sinnvoll sein kann, die Menge an Ballaststoffen in der Ernährung zu erhöhen, um die Krankheitsaktivität zu senken.


Gerade Hülsenfrüchte, Vollkorn und Gemüse sind reich an Ballaststoffen, aber es gibt weitere Stoffe, die möglicherweise positive Effekte haben. Omega-3-Fettsäuren oder Polyphenole könnten das sein. In der Mittelmeerdiät können Polyphenole aus Olivenöl stammen, aber auch aus Obst und Gemüse; man könnte sich auch Beeren und Tee, wie grünen Tee. in anderen Ernährungsformen überlegen. Fetter Seefisch ist reich an Omega-3-Fettsäuren, aber auch Leinöl. 
Lausitzer Leinöl schmeckt gut, wird allerdings in einer Weißglasflasche ausgeliefert, die das Öl nicht vor Licht schützt, so wird es schneller ranzig. Also sind u.U. Leinölsorten in Metallbehältern oder dunklen Flaschen vorzuziehen. Geöffnetes Leinöl gehört in den Kühlschrank und sollte schnell verbraucht werden. 
Verschiedene Gewürze wirken entzündungshemmend, wobei der Effekt üblicher Verzehrmengen wahrscheinlich nur einen geringen Teil der Entzündung hemmen kann. Bitte würzen Sie nach Ihrem Geschmack. Ingwer (Ginger) dürfte bekannt sein, Gelbwurz (Turmeric) ist in Currypulver, Galgant ist wenig bekannt, wird aber in der thailändischen Küche viel verwendet (Rhizom wie Gelbwurz und Ingwer), Nelken / Nelkenöl oder Kreuzkümmel (Cumin).
Das Curcumin im Gelbwurz hemmt z.B. die Bildung von entzündungsfödernen Zytokinen [darauf wirken Biologika] wie auch auf den NF-kappa B Signalweg in den Zellen. Aber man muss auch wissen, daß Curcumin vom Verdauungstrakt schlecht aufgenommen wird.
Für Koriander gibt es Berichte, aber auch eine experimentelle Studie an Ratten, daß es gegen Rheuma wirksam sei [8]. Mittlerweile gibt es eine Metaanalyse [9], die zu folgendem Ergebnis kommt: „Diese Ergebnisse zeigten das Potenzial von C. sativum bei der Reduzierung von IL-1β, IL-6 und TNF-α“.
Besonders Grüner Tee hat durch verschiedene Inhaltsstoffe eine entzündungshemmende Wirkung, die wiederum durch Unterdrückung des NF-kappa B Signalwegs oder auch durch die Förderung einer vermehrten Produktion von einem Zytokin IL-10 (entzündungshemmend!) entsteht [10]. 

Leider haben spezifische Diäten (z. B. vegan, vegetarisch oder glutenfrei) keinen nachweisbaren Einfluß auf Krankheitsaktivität oder Gelenkzerstörung nachweisen können. Die EULAR-Leitlinien behandeln mehr den sequentiellen Einsatz von Medikamenten, aber auch sie äußern sich zum Thema Ernährung [11]. Hier steht: „Es ist unwahrscheinlich, dass spezielle Ernährungsweisen bzw. Diäten große, spezifische Effekte für Rheumapatienten bewirken.“ Allerdings weisen sie auch hierauf hin: „Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil der Verbesserung des Lebensstils von Rheumapatienten.“ 

Zusammenfassend ist Diät bei Rheumatoide Arthritis nur zusätzlich sinnvoll. Ein Diätterror ist völlig unangebracht. Das Essen soll schmecken. Empfehlenswert sind jedoch viel Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchte, eher Fisch als Fleisch, wenig Zucker, Vermeidung von Trans- und gesättigten Fetten [12], wobei es sich bei den Empfehlungen ab Fleisch um generelle Empfehlungen der WHO handelt. Eine mediterran ausgerichte Ernährungsform kann diese Empfehlungen gut erfüllen.




Links und Anmerkungen:
[1] Rheuma und Ernährung
https://rheumatologe.blogspot.com/2012/11/rheuma-und-ernahrung.html 
[2] EULAR 2025 Congress in Barcelona, 11-14 June 2025
https://www.drfz.de/veranstaltungen/eular/ 
[3] Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel: Rheuma: Mit Ernährung umgelenkt?
https://www.doccheck.com/de/detail/articles/52037-rheuma-mit-ernaehrung-umgelenkt/ 
[4] Jensen et al.: Effects of vegetarian and vegan diets on disease activity, pain, fatigue, and physical function in patients with rheumatoid arthritis: A systematic review and meta-analysis. Joint Bone Spine. doi: 10.1016/j.jbspin.2025.105 (zitiert nach [3])
[5a] Raad et al.: Effects of a telehealth-delivered Mediterranean diet intervention in adults with rheumatoid arthritis (MEDRA): a randomised controlled trial. BMC Musculoskeletal Disorders, 2024. doi: 10.1186/s12891-024-07742-1 (zitiert nach [3])
[5b] Virvili et al.: Mediterranean Diet and Rheumatoid Arthritis: A Controlled Trial. Annals of the Rheumatic Diseases, 2025. doi: 10.1016/j.ard.2025.05.928 (zitiert nach [3])
[6] G. Le Gall1, M. Defernez1, A. Mcdonald2, J. Dainty1, M. Yates1, P. Saha1,
K. Kemsley2, A. MacGregor1: POS0704 LIPIDOMICS AND INFLAMMATION FOLLOWING DISEASE ONSET IN NEWLY DIAGNOSED RHEUMATOID ARTHRITIS: INSIGHTS FROM THE DESIGNA (DIETARY SIGNATURES IN ARTHRITIS) STUDY. DOI: 10.1136/annrheumdis-2025-eular.A1999 
[7] C. Immediato Daien1,2,3, J. P. Hellier1, Z. Salis2,3, J. Morel1,2,3, L. Macia4, R. Audo1,3: ABS0692 DOES FIBER SUPPLEMENTATION IMPROVE DISEASE ACTIVITY IN RHEUMATOID ARTHRITIS INSIGHTS FROM SUPERFIBRES, A RANDOMIZED, DOUBLEBLIND, PLACEBO-CONTROLLED TRIAL DOI: 10.1136/annrheumdis-2025-eular.B2609
[8] Nair, Vinod; Singh, Surender; Gupta, Y.K.. Evaluation of disease modifying activity of Coriandrum sativum in experimental models. The Indian Journal of Medical Research 135(2):p 240-245, February 2012. 
https://journals.lww.com/ijmr/fulltext/2012/35020/evaluation_of_disease_modifying_activity_of.17.aspx  
[9] Malek Mahdavi, A., Javadivala, Z. Systematic review of preclinical studies about effects of Coriandrum sativum L. on inflammatory mediators. Inflammopharmacol 30, 1131–1141 (2022). https://doi.org/10.1007/s10787-022-01000-3  
[10a] Inhaltsstoffe im Tee – ein Überblick 
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/12/inhaltsstoffe-im-tee-ein-uberblick.html 
[10b] Superfood Macha 
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/03/superfood-macha.html  
[11] https://www.rheuma-liga.de/unser-einsatz/rheumaforschung/aktuelles-aus-der-rheumaforschung/detailansicht/lebensstil-ernaehrung-arbeit-neue-eular-Empfehlungen 
[12] „Transfette sind toxische Substanzen, die töten“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. […] Zu den Lebensmitteln, die nennenswerte Mengen an Transfettsäuren enthalten können, gehören nach DGE-Angaben Back- und Süßwaren sowie frittierte Kartoffelprodukte und Fertiggerichte.“
https://www.aerzteblatt.de/news/who-milliarden-menschen-nicht-vor-gefaehrlichen-transfetten-geschuetzt-d6040071-2f7a-4e60-806e-f305b6035a37 

.


Monday, February 17, 2025

Anmerkungen zu einem Artikel über das Fibromyalgiesyndrom in der Zeitschrift für Rheumatologie Ausgabe Februar 2025


Ich habe gerade meine Kopie der Zeitschrift für Rheumatologie Ausgabe Februar 2025 erhalten und las den Artikel „Effekte einer multimodalen stationären Behandlung bei PatientInnen mit Fibromyalgiesyndrom im Akut-Rheumazentrum Rheinland-Pfalz“ von PD Dr. Konstantinos Triantafyllias und weiteren [1]. Leider las ich etwas genauer und da komme ich nicht um einige Anmerkungen herum.

Ist das, was als multimodale Behandlung klassifiziert wird, nicht einfach nur Polypragmasie? Ich hoffe, daß ich mich einer Antwort auf diese Frage nähern kann.

Die TeilnehmerInnen waren wie erwartet über 90% Frauen und da frage ich mich, ob man die Männer nicht generell herauslassen sollte.

Das war CRP war im Median [A(ufnahme): 2,9 mg/dl, E(ntlassung) 2,5 mg/dl] erhöht – warum? Es wird nicht erläutert, welche Bedeutung dem zugemessen wurde.

Einleitung und Methoden
Die Diagnose wurde nach den Diagnosekriterien ACR 2010 gestellt [2]. „Ziel dieser Studie war es somit, die Wirkung einer kompakten 9- bis 10-tägigen stationär durchgeführten multimodalen Fibromyalgiebehandlung (MFB) anhand von „patient reported outcomes“ (PRO) in einer deutschen Kohorte zu untersuchen.“

Werkzeuge
Die Studie verwendete visuellen Analogskalen (VAS) [0-10] zur Einschätzung der  Schmerzstärke [VAS (S)] und subjektiver Krankheitsaktivität [VAS (KA)], Fragebögen zur Erfassung der alltäglichen Funktionskapazität [Health Assessment Questionnaire (HAQ)], Funktionsfragebogen Hannover [FFbH]) die Erfassung der „Pharmakotherapie zu drei Zeitpunkten (Visite 1: Beginn der MFB, Visite 2: Ende der MFB und Visite 3: 3 Monate nach Visite 2) beurteilt.“ [3] Die Tabelle zeigt wie im Text der Arbeit nur Erhebungen zu Beginn und Ende des stationären Aufenthaltes. Da im weiteren Verlauf eine Zwischenüberschrift mit einem längeren Text über „Pharmakologische Therapie als Teil eines multimodalen Konzeptes“ sowie die Etablierung einer Subgruppe „ohne intensivierte Schmerzmedikation“ erfolgte, prangere ich dies Versäumnis an. Wenn es so wichtig ist, warum wurden die Daten nicht erhoben bzw. nicht in Tabelle 4 mitgeteilt?
Bei der VAS (S) sind die Zeitpunkte über Tag nicht erfaßt worden; und überhaupt dreimal ein Kreuzchen auf einer Linie – da soll alles sein? Wie wäre es mit einem Schmerztagebuch?!
HAQ und FFbH muss man erheben, aber in der Regel sind sie wenig ergiebig bei PatientInnen mit Fibromyalgiesyndrom, wie sich auch in den Ergebnissen gezeigt hat – keine signifikaten Veränderungen.
Was wurde alles nicht erfaßt in dieser Studie? Was ist mit Erhebungen zu Lebensqualität, Depressivität, Somatisierung, Zwanghaftigkeit, Ängstlichkeit, Selbsteffizienz? Keine Angaben.
Die stationäre Therapie wurde 9-10 Tage durchgeführt und es erfolgten 22 Stunden Therapie, also ca. 2h12m/Tag, wenn man der Einfachheit mit zehn Tage rechnet. Dann entfallen 18 m/T auf eine nicht weiter erläuterte Bewegungstherapie. 24 m/T entfallen auf Ergometer, die Therapie wird alleine nach Einführung durchgeführt. 12 m/T Nordic Walking – alleine? Nach Einführung? 12 m/T Wärmeanwendung (halte ich für nicht indiziert, da es Erwartung nach Fremdheilung fördert könnte – aber die Diskussion wird eher vermieden). 36 m/T Rapsen, das alleine nach Einführung durchgeführt wird. Die PatientInnen konnten warm, zimmertemperierte oder kalte Rapssamen bekommen. Das aber ist die Therapie, die den größten Anteil hat und am ausführlichsten beschrieben wird. Was will man beim Fibromyalgiesyndrom damit errreichen? Will man „die Motorik und Gelenkbeweglichkeit fördern“? Ist man der Meinung, daß eine gestörte Motorik und Gelenkbeweglichkeit für die Schmerzen am ganzen Körper verantwortlich ist? Wenn das so wäre, warum hat man nicht gemessen, ob sich überhaupt etwas verändert hat? Und dann werden 30 m/T kognitive Verhaltenstherapie erwähnt. Das erscheint mir dürftig, besonders wenn man sich über das Rapsen zeilenweise ausläßt und hier nur eine Blackbox bleibt, über die man rätseln kann, wie über den Ausgang des Experiments von Schrödingers Katze.

Ergebnisse
Handelt es sich um eine verkappte Pregabalin-Studie? Es erfolgte eine Zunahme von 9 auf 28 Pat. „(50%)“ mit Pregabalin; es ist mir unklar, wie die Angabe 50% in Tabelle 4 zustande gekommen ist. Aber so schnell gebe ich da nicht auf! Überall ist von 61 PatientInnen die Rede, aber wenn man die Tab. 4 heranzieht, wurde hier durchgehend mit 56 PatientInnen gerechnet. Wo sind die fünf PatientInnen geblieben? Und was heißt das für die Ergebnisse insgesamt?

Diskussion
Die Arbeit inszeniert sich als „eine der ersten Explorationen über möglich Auswirkungen eines multimodalen Therapiekonzeptes“ und bezeichnet sich als „eine der wenigen Arbeiten weltweit“, „die diese Effekte 3 Monate nach Entlassung erneut überprüft hat“. Was sind denn drei Monate? Was ist mit sechs oder 12 Monaten, oder einem noch längeren Zeitraum? Solche Untersuchungen gibt es [4]. Ich habe Leslie J. Crofford auf verschiedenen Kongressen befragt, wie es mit Langzeiteffekten von Pregabalin beim Fibromyalgiesyndrom aussähe und sie hatte jedesmal vorgegeben, da müsse sie in die Daten schauen. Leslie J. Crofford aber war eeine derjenigen, die Pregabalin propagiert hatten bzw. die Studien vorgestellt hatten [5]. Man vermeidet längere Zeiträume, da sich dann keine Effekte mehr nachweisen lassen.

Egal, was man gegen Fibromyalgie unternimmt, für kurze Zeit wird man signifikante Effekte nachweisen können. Die halten aber nicht an und deshalb wird zu kurz nach der Intervention erneut getestet. Ich behaupte, dann ist man auch nicht besser als ein Retreat von 9-10 Tagen Dauer oder so etwas wie eine Kegeltour.

Ich meine, daß die Arbeit auch sachliche Mängel aufweist, aber darüber sollten andere urteilen.



Links und Anmerkungen:

[1] Triantafyllias, K., Balaklytska, V., Sauer, C. et al. Effekte einer multimodalen stationären Behandlung bei PatientInnen mit Fibromyalgiesyndrom im Akut-Rheumazentrum Rheinland-Pfalz. Z Rheumatol 84, 10–18 (2025). https://doi.org/10.1007/s00393-024-01568-x 
https://www.springermedizin.de/fibromyalgiesyndrom/fibromyalgiesyndrom/effekte-einer-multimodalen-stationaeren-behandlung-bei-patientin/50015302  
[2] Wolfe F, Clauw DJ, Fitzcharles MA, Goldenberg DL, Katz RS, Mease P, Russell AS, Russell IJ, Winfield JB, Yunus MB. The American College of Rheumatology preliminary diagnostic criteria for fibromyalgia and measurement of symptom severity. Arthritis Care Res (Hoboken). 2010 May;62(5):600-10. doi: 10.1002/acr.20140. PMID: 20461783.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20461783/
[3] So jedenfalls steht es in der Zusammenfassung. Im Text aber steht: „sowie der Medikationsplan zu Beginn und Ende der Behandlung“.
[4] Hier sind einige Veröffentlichungen und Vorstellungen auf nationalen und internationalen Kongressen von Dipl.-Psych. Thomas Valentin. https://www.praxis-valentin.de/ver%C3%B6ffentlichungen/
[4a] Valentin Th (2003): Cognitive behavioral therapy with fibromyalgia? The results of a study with a mean 1,8 years follow-up. 4th Congress of EFIC, Prag (book of abstracts): 435.
[4b] Valentin Th et al. (2002): Was taugt die Patientenschulung „Fibromyalgie“ in der Rheumatologie? Die Ergebnisse einer Langzeitstudie. Zeitschrift für Rheumatologie 61 (Suppl. 1): 123.
[4c] Valentin Th (2001): Verhaltenstherapie oder interdisziplinäre Polypragmasie? Die Langzeitergebnisse einer praxisnahen Untersuchung zur Wirksamkeit einer verhaltenstherapeutischen Gruppenbehandlung für Fibromyalgiepatienten. Der Schmerz 15 (Suppl. 1): 85.
[5] Crofford LJ, Rowbotham MC, Mease PJ, Russell IJ, Dworkin RH, Corbin AE, Young JP Jr, LaMoreaux LK, Martin SA, Sharma U; Pregabalin 1008-105 Study Group. Pregabalin for the treatment of fibromyalgia syndrome: results of a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Arthritis Rheum. 2005 Apr;52(4):1264-73. doi: 10.1002/art.20983. PMID: 15818684.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15818684/  

.


Monday, February 10, 2025

Robert Francis Kennedy Junior aka RFK Jr. und Methylenblau

Ich hatte dieser Tage auf Twitter („X“) mitbekommen, daß Robert Francis Kennedy Junior Methylenblau in ein Getränk mittels Pipette hinein tropfte [1]. Es gab Hinweise darauf, daß dies gut wäre, um während des Flugs „scharf und energiereich“ zu bleiben, denn man könnte damit den oxidativen Stress durch Strahlung minimieren. Außerdem verband man es sofort mit Werbung für Kapseln, damit man ich nicht den Mund blau färbt [2].

Robert Francis Kennedy Junior aka RFK Jr. ist der Sohn von Robert F. Kennedy und damit der Neffe von Präsident John F. Kennedy [3]. Er fiel durch Verschwörungstheorien und als Impfgegner auf [4]. Es ist noch nicht sicher, aber wahrscheinlich wird er der nächste Gesundheitsminister der USA. Da wird man sehen müssen, was alles aus der Kiste zweifelhafter Therapien hervor gezaubert werden wird.

Methylenblau (Methyl(en)thioniniumchlorid / Summenformel: C16H18ClN3S [5] ist ein Farbstoff und ich habe Erfahrung im medizinischen Bereich damit. Zunächst wurde uns in einem chirurgischen Seminar während des Studiums ein Mann mit Osteomyelitis gezeigt, der gerade operiert worden war und dem Methylenblau injiziert worden war, um das Gebiet des krankhaften Knochens sichtbar machen zu können. Der Mann war grün! Ja, so ähnlich wie Zoe Saldana als Gamora im Film „Guardians of the Galaxy“ [6]. Wir bekamen damals noch erzählt, daß dies ein Chirurg seinen Söhnen zu Karneval (Köln!) injizierte, die sich dann als Marsmännchen verkleidet hatte. Die grüne Färbung kommt durch das Blau der Farbe und das Gelb/Orange der Carotinoide in der Haut zustande. Später habe ich es einmal bei einer Vergiftung angewendet. Der Urin wird blau, denn gleichzeitig wurde die Harnausscheidung angeregt, so daß der Urin so hell (dünn) war, daß die normale Gelbfärbung durch Stoffe wie Urobilinogen oder Bilirubin nicht mehr vorhanden waren. Das liegt schon sehr lange zurück und Medikamente, die zusammen mit Methylenblau erhebliche Nebenwirkungen bzw. Wechselwirkungen am Zentralnervensystem verursachen (wie Selektive Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer,  Serotonin-Norepinephrin Wiederaufnahme-Hemmer, Trizylische Antidepressiva oder MAO-Hemmer sowie weitere [7] wurden damals weitaus weniger verwendet bzw. waren noch nicht auf dem Markt. Es gibt durchaus Einsatzgebiete z.B. in der Intensivmedizin, aber als Antiaging-Selbstmedikation möchte ich abraten.

Auf einer Werbeseite für Antiaging mittels Methylenblau fand ich: „Es neutralisiert schädliche freie Radikale, was den Alterungsprozess der Hautzellen verzögern, Falten reduzieren und die Hautfestigkeit erhalten kann.“ [8] Wenn man sich einmal das Gesicht Robert Francis Kennedy Junior aka RFK Jr. anschaut, dann muß man konstatieren, daß der Nutzen entweder fehlt oder aber er gerade mit Methylenblau angefangen hat. Ich tendiere zur ersteren Annahme.


Links und Anmerkungen:
[1] Eine von mehreren Meldungen: Catherine de Jong @Cath77777
RFK puts methylene blue in huis drink! 😳😳😳
https://x.com/Cath77777/status/1887421663978934447
[2] https://x.com/AlpiniaLabs/status/1885125263039594529
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_F._Kennedy_Jr.   
[4] https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/robert-f-kennedy-junior-100.html
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Methylenblau und https://flexikon.doccheck.com/de/Methylenblau
[6] Guardians of the Galaxy [Hüter der Galaxie] ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Actionfilm aus dem Jahr 2014.
https://de.wikipedia.org/wiki/Guardians_of_the_Galaxy
[7] https://www.fda.gov/drugs/drug-safety-and-availability/fda-drug-safety-communication-serious-cns-reactions-possible-when-methylene-blue-given-patients#Hcp Mit umfangreicher Medikationsliste zu Wechselwirkung mit Methylenblau.
[8] https://alphahormones.com/methylene-blue-anti-aging/methylene-blue-anti-aging/

.
 

Sunday, February 2, 2025

Sammelsurium (271) 02.02.2025

 


RückSchau
-325 [1]

Alexander d. Gr. gründet mehr als 70 Städte. Schon zu LebZeiten wird über seine FeldZüge teils romanhaft geschrieben. Aristoteles versuchte philosophisch die MinderWertigkeit von Frauen zu rechtfertigen. Taliban Aristoteles? Man lernt nie aus. Immerhin schaffte Euklid die erste Axiomatisierung einer Wissenschaft (Geometrie). Erste Kunde vom ZuckerRohr, aber es dauerte dann doch noch ca. 1500 Jahre, bis es nach den KreuzZügen in Europa allgemein bekannt wurde.

Orchester
Die Musiker im OrchesterGraben wirken wie Orks [2]. Ach, und das heißt auch noch orkester im Schwedischen.

Suchen und Finden
Suche ich noch? Vielleicht, aber ich habe längst begonnen zu finden. Auch das muss sein.  

Gespräche
Der Raum, in dem ein Gespräch geführt wird, wirkt sich auf das Gespräch aus. In einer Kammer des Rokoko, in einem Bunker, in einem HotelZimmer, in einer Laube, in einem VorZimmer einer Fabrik. Oder das Gespräch mit einer Leiche.

ReiseWünsche vor etwa 20 Jahren

Vor etwa 20 Jahren notierte ich ReiseWünsche:
Srinagar / Ladakh – Ladakh bereist
Arunchal Pradesh / OstHimalaya – offen
Buchara / Samarkand – bereist
Pamir / Tadjikistan – bereist
Ürümqi / Tarim / Dunhuang – offen
Malawi – offen
Madagaskar – offen
Tristan da Cunha – offen
Ushuaia / El Calafate - bereist

Die Paracetamol Challenge / Die KnollenBlätterpilz Challenge
Paracetamol ist ein Schmerzmittel, das kaum Nebenwirkungen an der Magenschleihaut macht, ganz im Gegensatz zu Mitteln wie Aspirin oder Ibuprofen, um zwei der gängigen NSAR zu nennen. Aber Paracetamol kann bei Überdosierung zu schwerem LeberVersagen führen oder sogar tödlich sein. Dies ist abhängig von der Dosis. Die Leber erschöpft sich in der Entgiftungsfunktion und Lebergewebe stirbt ab; ist nicht mehr genügend arbeitendes Lebergewebe vorhanden, stirbt auch der Mensch. Der Spielraum zwischen nützlichem Schmerzmittel und Schaden ist nur gering. Nun gibt es diese Paracetamol Challenge auf TikTok. Es wird berichtet, daß eine Userin drei Packungen – bei der kleinsten Packung hierzulande wären das 7,5g und bei den üblichen 500 mg Tableten 15 g – überlebt habe [3]. In den USA ist es bereits zu einem Todesfall gekommen [4]. Ich kann nur dringend von dieser Challenge abraten. Aber wie ich die Menschheit kenne, wird es sicherlich bald eine KnollenBlätterpilz Challenge geben. Ein KnollenBlätterpilz kann schon tödlich sein, aber wahrscheinlich wird man sich damit herausreden, daß es ÜberLebende gab.


An- und Verkauf / Kaufgesuch [5]
Bei „ANKAUF VON :“ und Designerin kauft ...“ ist die Rechtschreibung korrekt. Ganz anders bei „Kaufgesuch“. Unter „Achtung seriöser Ankauf“ möchte ich Frau G. gerne einige N preisgünstig überlassen. Unter „Suche Pelzmäntel / - jacken“ haben mich zwei Dinge irritiert. Darf man OzelotPelze noch handeln? Wenn Ja, dann finde ich es schlecht. Und dann sind da noch die PelzMäntel und -Jacken, die aus UhrenPelzen hergestellt werden.

Scherben
So jung ist die Dämmerung, dass sie noch errötet.
Der lachende ScharfRichter – eine Stürenburg-Geschichte [6]



Links und Anmerkungen:
[1] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 172-173.
[2] Da nicht alle Menschen Nerds sein können … Orks sind humanoide, fiktive Wesen, die Tolkien in seinem Werk auftreten läßt.
[3] https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/panorama/paracetamol-challenge-wer-nimmt-mehr/#
[4] https://www.focus.de/panorama/tiktok-trend-ausser-kontrolle-paracetamol-challenge-treibt-jugendliche-in-den-tod_7618fff1-dcd2-43c8-93a8-d88a2713a15d.html
[5] Ich habe viel geweißt, auch die Anzeige unter „Bekanntschaft“, in der heißt: „… mit Herz und Hirn“. Man sollte nicht übertreiben.
[6] Die Stürenburg-Geschichten stammen von Arno Schmidt, der den Vermessungsrates a.D. Friedrich Stürenburg seine Erlebnisse schildern läßt.

.

Tuesday, January 7, 2025

Vogelgrippe / Aviäre Influenza A (H5N1) – Update 1.1

Ich hatte vor etwa einem Monat ein Update zur Vogelgrippe geschrieben [1]  und nun sind noch Informationen hinzugekommen. Das RKI hat seinen Beitrag seit dem 27.11.2024 nicht geändert, so daß ich diesem Update die Version 1.1 gegeben habe.

Medscape berichtete über einen ersten Patienten in den USA mit schwerem Verlauf [2]. Insgesamt wurden in den USA seit April 2024 den CDC (Centers of Disease Control) 61 Infektionen bei Menschen gemeldet. Diese Infektionen gehen auf den Gentyp B3.13 zurück, der neben Menschen auch Milchkühe (und wahrscheinlich andere Spezies) befallen kann. Der Patient mit schwerem Verlauf stammt aus Louisiana und bei ihm wurde der Gentyp D1.1 nachgewiesen, der erst kürzlich in Wildvögeln und Geflügel in Nordamerika nachgewiesen wurde. Der Schwerkranke hatte Kontakt zu erkrankten und toten Vögeln im privaten Bereich.

Die CDC stufen das Risiko für die Bevölkerung weiterhin als niedrig ein. Es hat bislang keine Hinweise auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung gegeben.

Links und Anmerkungen:

[1] Vogelgrippe / Aviäre Influenza A (H5N1) – ein Update
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/12/vogelgrippe-aviare-influenza-h5n1-ein.html
[2] Erster Patient mit schwerer Vogelgrippe in den USA; Biomarker bei Sepsis; Mpox in Deutschland; 5 Jahre COVID-19: Bilanz der WHO - Medscape - 2. Jan 2025.

.

Saturday, December 21, 2024

Demenz und Risikofaktoren Vers. 1.0

 


Einleitung

Vor einigen Monaten las ich einen interessanten Artikel [1], der auf einen anderen Artikel [2] zurückging, und sich mit Risikofaktoren für Demenz beschäftigte. Bislang hatte ich noch keine Gelegenheit, mich näher mit diesen Artikeln zu beschäftigen. Das möchte ich jetzt nachholen. Zu den bereits bekannten Risikofaktoren 1. bis 12. sind noch 13. und 14. hinzugekommen.

Dies ist eine erste Version und die wird noch zu ergänzen sein. Ich habe in den letzten Jahren eine ganze Menge über diese Problematik gelesen, aber es kann auch sein, daß ich einige Details noch nicht so genau weiß, wie ich es mir wünschte. Ich schreibe hier keine wissenschaftliche Arbeit, so daß ich wie bei einem Computer Programm daran verbessern kann und langsam weiter in die Tiefe gehen möchte, damit sich aus der Kenntnis der Risikofaktoren auch Präventionsmaßnahmen entwickeln lassen.

Links und Anmerkungen / Einleitung:
[1] Fast die Hälfte der Demenz-Fälle wären vermeidbar: 12 plus 2 neue Risikofaktoren – was jeder tun könnte und wo es noch hakt - Medscape - 5. Aug 2024.
[2] Gill Livingston et al.: Dementia prevention, intervention, and care: 2024 report of the Lancet standing Commission. The Lancet, Volume 404, Issue 10452, 572 – 628. https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(24)01296-0/abstract



1. Geringe Bildung

Der erste  der genannten Faktoren ist eine geringe Bildung. Nun ist es erst einmal eher ein politisches Problem, denn es ist wichtig, daß bereits in der Kindheit Bildung erfolgt, je früher, desto besser. Mehr Bildung bedeutet nämlich  auch, andere Risikofaktoren im weiteren Leben zu verbessern. Darüber hinaus muß man sein Leben lang lernen. Wer meint, alles gelernt zu haben, wird es später schwieriger haben, und eher eine Demenz entwickeln. Wenn man die Schule oder Lehre abgeschlossen hat, man studiert und sein Diplom (Abschlußprüfung) bekommen, dann folgen im Berufsleben weitere Lernprozesse. Man beschäftigt sich mit neuen Inhalten, die gar nichts mit dem Beruf selbst zu haben.
Wie war es bei mir? Das weiß ich am besten! Kindergarten, evangelische Volksschule, Konfirmandenunterricht, Sportverein, Studium Sinologie, Ethnologie und Japanologie, Sprachstudium in Taiwan, Studium der Medizin, Praktika in Taiwan, Facharztausbildung, Kongressbesuche, Ausbildung zum Rheumatologen, dann die Zusatzbezeichnung Physikalische Medizin, Radiologie, Transfusionswesen, Hygieneausbildung, Studienkoordination, berufsbegleitendes Studium (Theologia curae), Ausbildung für Leiter der Ethikkommission und Brandschutzübungen. Manche Abschlüsse beinhalten auch, daß man später sie erneuern muss. Für Mediziner gilt, da Wissenschaft im Fluß ist, alle fünf Jahre nachzuweisen, daß man Fortbildungen besucht hat. Insgesamt heißt es aber, daß man niemals mit dem Lernen fertig ist. Und das darf nicht mit der Berentung aufhören!
Dann muß man ohne äußeren Anreiz dafür sorgen, daß man sich weiterbildet. Man kann ein Instrument oder eine fremde Sprache lernen. Man kann bei seinem Hobby dazulernen. Man kann zum Beispiel Reisen, denn Reisen bildet, wie es so heißt, und von schönen Bildungsreisen berichteten Johann Wolfgang von Goethe oder Heinrich Heine.

2. Traumatische Hirnverletzungen
Ich sah kürzlich ein kurzes Video, in dem jemand versuchte, eine Flasche an seinem Schädel zu zerbrechen. Das klappte nicht und irgendwann ist er bei diesen Versuchen bewußtlos zusammengebrochen. Das ist ein ziemlich vermeidbares Schädelhirntrauma, aber ich glaube kaum, daß die Autoren dieser Studie zur Risikofaktoren, dies im Auge hatten. Vielmehr geht es darum, Unfälle, die mit einem Schädelhirntrauma einhergehen, zu vermeiden. Keine ungesichert eine Leiter besteigen, sich im Verkehr defensiv verhalten, in Risikobereichen (Beispiel Bau) Schutzhelm tragen, Handläufe benutzen, Stolperkanten entschärfen, beim Radfahren oder Reiten Helm tragen, bei Sturm nicht in den Wald gehen und Ähnliches mehr.

3. Bewegungsmangel
„Einfach mehr bewegen“ geht am Thema vorbei. Das ist zwar auch gemeint, aber wir alle wissen, wie schnell man sich zu wenig bewegt und wie schwer es ist, aus dem Stuhl aufzustehen, um sich Bewegung zu verschaffen. Das muß nicht immer Sport sein. Man nicht den nächsten sondern einen etwas entfernteren Parkplatz wählen, Treppen steigen anstatt den Aufzug benutzen,  Spaziergänge oder Wanderungen machen, eher das Fahrrad als das Auto benutzen.Auf dem Land hat man es in der Regel einfacher, man geht vor die Tür und schon ist man Wald und Flur; in „Wand und Flur“ und nicht im Flur! Angebote mit Sport sind natürlich sinnvoll, zum Beispiel die Gymnastikgruppe oder ein Lauftreff, die Walking Gruppe (mit und ohne Stöcke, also auch „ich mache jetzt Nordic Walking ohne Stöcke“). Oder Tanzen -: ich zum Beispiel kann überhaupt nicht tanzen, aber Tanzen wäre auch eine gute Maßnahme gegen den Bewegungsmangel, da es auch die Koordination schult.

4. Rauchen
Ich glaube, es hat sich mittlerweile herumgesprochen, daß Rauchen ungesund ist und vieler Menschen rauchen bereits nicht mehr. Verglichen mit anderen Ländern rauchen in Deutschland doch mehr Menschen, als das sinnvoll wäre. Ich habe mich bereits als Rheumatologe gegen das Rauchen ausgesprochen [1]. Vielleicht wundert man sich jetzt, warum ein Rheumatologe etwas gegen das Rauchen hätte, beim Onkologen könnte man es eher verstehen. Aber es hatte sich herausgestellt, daß nicht nur die Entzündungsaktivität stärker durch  das Rauchen Wird und damit Gelenke und andere Gewebe geschädigt werden, sondern es konnte auch nachgewiesen werden, daß gewisse Medikamente, und zwar im Hochpreisbereich, schlechter wirksam sind bei Rauchern. Während der Covid Pandemie hatte ichich gegen das Rauchen ausgesprochen, da es Husten fördert und mit dem Husten sehr viel mehr Viren sehr viel weiter verteilt werden [2], als das sonst der Fall wäre. Also mit dem Rauchen aufhören, dafür gibt es Programme [3] und ich möchte es jedem Raucher empfehlen.

Links und Anmerkungen / 4. Rauchen:
[1] Rauchen bei Rheumatoider Arthritis und TNF-alpha-Inhibitoren
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/07/rauchen-bei-rheumatoider-arthritis-und.html
[2] Pflicht zum Mund-Nase-Schutz und Verbots fürs Rauchen – sofort
https://rheumatologe.blogspot.com/2020/10/pflicht-zum-mund-nase-schutz-und.html  
[3] Körperliche Abhängigkeit / „Eine körperliche Abhängigkeit von Tabak entwickelt sich schnell, denn Nikotin greift direkt in den Stoffwechsel des Gehirns ein.“
https://rauchfrei-info.de/informieren/rauchen-gesundheit/tabakabhaengigkeit/koerperliche-abhaengigkeit/


5. Übermäßiger Alkoholkonsum
Im Prinzip müsste man jeden und nicht nur den übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden, denn eine noch so geringe Dosis führt zu Schädigungen, von denen die Demenz eine darstellt. Aber Alkohol führt auch zu anderen Problemen. Zum Beispiel schätzt man unter Alkoholeinfluss Gefahren schlechter ein, was viel eher zu einer traumatischen Hirnverletzung führen kann. Unfälle ohne Schädelhirntraumekönnen im späteren Verlauf des Lebens ebenso eine Demenz fördern. Trotzdem das Wichtigste am Alkohol ist der unwiederbringliche Verlust an Hirnzellen im Alkoholrausch. Hier würde Wikipedia Belegstellen fordern; die habe ich früher gesehen und werde sie einmal nachliefern. Da es sehr offensichtlich ist, verschiebe ich diese Nachweise auf später.

6. Bluthochdruck
Bluthochdruck ist ein behandelbarer Risikofaktor. Für Demenz, aber auch für andere Erkrankungen wie zum Beispiel Schlaganfälle oder Herzinfarkt. Aber den Bluthochdruck kann man selten mit Hausmitteln behandeln, sondern muß in der Regel Medikamente einsetzen. Weniger Alkohol führt zu einem geringeren Blutdruck. Weniger Gewicht führt ebenso zu einer  Blutdrucksenkung. Körperliche Betätigung kann ebenso den Blutdruck senken. Das heißt also, daß sich verschiedene der Risikofaktoren untereinander beeinflussen. Der Extrakt der Süßholzwurzel in Lakritz erhöht in Abhängigkeit der Dosis den Blutdruck. Du weniger, aber ausreichend Kochsalz gibt es auch Studien, die ich in den letzten 1-2 Jahren gelesen hatte (muß ich also auch noch belegen).

7. Adipositas
Übergewicht ist ein weiterer Risikofaktor. Und wer übergewichtig ist, hat auch ein höheres Risiko für Diabetes und für Bluthochdruck. Und wer übergewichtig ist, der hat auch häufig Probleme, sich zu bewegen. Das heißt also, wenn man das Gewicht angehen will, dann wäre es ganz gut, wenn man sich körperlich bewegt und nicht nur versucht, Kalorien zu reduzieren, nur weil man sowieso anmerken muß, daß das alleinige Reduzieren von Kalorien nicht der Weg ist, der zum dauerhaften Erfolg führt. Übrigens Alkohol hat viel leere Kalorien. So dass auch die Reduktion von Übergewicht mit dem Verzicht auf Alkohol Einhergehen kann. Ich habe mich eine Weile mit Diäten und Gewichtsreduktion  beschäftigt. Viele Diäten sind schlicht Murks [1] und im Prinzip sinnvolle Diäten scheitern meist auf Dauer, jedenfalls ist das Ergebnis von Studien bescheiden [2]. Im Internet kommen noch falsche Internetseiten hinzu, die vorgeben zu informieren, aber das nicht tun, da sie nur Werbung machen [3]. Erfolgreich ist man mit einer Verhaltensänderung, die zur dauerhalten Reduktion von Kalorien führt.

Links und Anmerkungen / 7. Adipositas:
[1] Diäten aus Illustrierten
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/01/diaten-aus-illustrierten.html
Abnehmen mit der Fatburner-Diät
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/05/abnehmen-mit-der-fatburner-diat.html  
Was ist dran an Metabolic-Balance?
https://rheumatologe.blogspot.com/2013/03/was-ist-dran-metabolic-balance.html  
Bratkartoffel-Diät - Schlanke Kohlenhydrate
https://rheumatologe.blogspot.com/2013/03/bratkartoffel-diat-schlanke.html  
Ruck, zuck Bikini-fit? / Crash-Diäten
https://rheumatologe.blogspot.com/2014/03/ruck-zuck-bikini-fit-crash-diaten.html
[2] Führt tageweiser Wechsel von Fasten und normaler Kalorienzufuhr zu schnellerem Gewichtsverlust?
https://rheumatologe.blogspot.com/2019/01/fuhrt-tageweiser-wechsel-von-fasten-und.html
Abnehmen, Diät und Erfolg
https://rheumatologe.blogspot.com/2015/07/abnehmen-diat-und-erfolg.html
[3] Fake homepages on fad diets / Falsche Internetseiten zu Diäten
https://rheumatologe.blogspot.com/2014/02/fake-homepages-on-fad-diets-falsche.html

8. Diabetes

Die Blutzuckerkrankheit und ein erhöhtes Körpergewicht beeinflussen den Blutzuckerspiegel. Schnell wirksame Kohlenhydrate wie Zucker oder bestimmte Stärken lassen den Blutzuckerspiegel sehr rasch ansteigen. Wenn der Körper noch im Stadium des Hyperinsulinismus ist, das heißt, daß vermehrt das Hormon Insulin ausgeschüttet wird, dann fällt der Blutzuckerspiegel sehr schnell wieder ab und man hat wieder Hunger. Deshalb kann man vor dem manifesten Diabetes schon eine ganze Menge tun, dass er sich nicht entwickelt. Hier sind die Limonadengetränke zu erwähnen, die Diabetes und Adipositas fördern. Man kann, wenn man übergewichtig ist, sich wenigstens einmal im Jahr bei seinem Hausarzt vorstellen, um den Blutzuckerspiegel oder auch das HbA1c messen zu lassen. Wird eine Blutzuckerkrankheit festgestellt, dann sollte man sie behandeln. Manche Medikamente wirken gleichzeitig gegen Adipositas, ein netter Nebeneffekt. Bewegung verbraucht Energie und kann damit den Zuckerspiegel senken. Aber dies versprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt. Wenn sie an einer Blutzuckerkrankheit leiden, stellt die Behandlung auf jeden Fall eine gute Investition gegen die Demenz dar.

9. Hörminderung
Durch Hörminderung nimmt man seine Umwelt nicht mehr so wahr, wie man das besser tun sollte. Man beschäftigt sich mit weniger Dingen, man lernt weniger neue Inhalte, man gerät schneller in eine soziale Isolation. Und deshalb ist es sinnvoll, das Gehör regelmäßig prüfen zu lassen und nicht erst zu warten, bis man die Hälfte nicht mehr versteht.

10. Depression
Manchmal muß eine Depression medikamentös behandelt werden. Das ist etwas, das man mit einem geeigneten Arzt bereden sollte. Aber Medikamente sind häufig nicht die Therapie, sondern sie können dazu beitragen, eine Therapie durchführen zu können. Es gibt verschiedene psychologische Therapien , die Erfolg versprechend sind. Das gilt für die meisten aber nicht für alle Depressionen. Für die meisten Menschen gilt: der Weg aus der Depression führt über die Gesprächstherapie.

11. Soziale Isolation
Vieles kann zur sozialen Isolation führen, zum Beispiel das Alter oder Krankheiten, die zum Bewegungsverlust führen. Ich erinnere mich an einer meiner Tanten, die bereits über 80 Jahre alt war und von einem Teil des Ortes nicht mehr in den anderen kam, als die Kniegelenkarthrose sie am Gehen und Radfahren hinderte, sie kam nicht mehr zu ihren Freundinnen oder in den Altenklub. Sie hatte nach einem Kniegelenkersatz einen Großteil ihre soziale Kontakte zurückgewonnen. welche Wege gibt es aus einer sozialen Isolation? Mir fallen ehrenamtliche Tätigkeiten, Anbindung an Kirche oder politische Gruppe, der Altenklub, Wandergruppen, Reisegruppen ein. Man muß nur suchen.

12. Luftverschmutzung
Luftverschmutzung und wahrscheinlich ist Feinstaub ein wesentlicher Faktor dabei ist ein weiterer Risikofaktor; ich glaube, da könnte Herr Kachelmann  auch ein Wort zu sagen. Hier geht es um Entscheidungen auf politischer und persönlicher Ebene, nicht zur Luftverschmutzung weiter beizutragen, sondern sich aktiv dagegen zu wenden. Und in diesem Zusammenhang möchte ich an das aktuell anstehende Silvesterfeuerwerk erinnern. Feuerwerke haben eine erhebliche Belastung mit Feinstaub zur Folge. Das kann man vermeiden, das muss nicht sein.  

13. Erhöhter LDL-Cholesterinwert

Um einen erhöhten LDL-Cholesterinwert festzustellen, benötigen Sie eine Blutuntersuchung. Aber wenn der festgestellt ist, lohnt es sich, etwas dagegen zu unternehmen, aber das müssen Sie mit ihrem Arzt besprechen. Ein erhöhter LDL-Cholesterinwert ist zusammen mit Bluthochdruck, Adipositas und Diabetes ein weiterer Faktor, der die Gefäßgesundheit beeinflusst. Gesunde Gefäße führen zu besserer Durchblutung des Gehirns. Wir erinnern uns, daß etwa 20% des Herzzeitvolumen für das Gehirn zur Verfügung gestellt wird. Deshalb kommt diesem Risikofaktor auch so viel Wichtigkeit zu.

14. Sehverlust
Bei Sehverlust sollte sofort gehandelt werden. Das kann zunächst einmal die Korrektur einer Sehstörung sein, die zum Beispiel den Betroffenen daran hindert, zu lesen oder zu sehen. Denn wer die Welt plötzlich nicht oder nur eingeschränkt sieht, kann nicht oder nur weniger an ihr teilnehmen. Sinnvoll sind ebenso Maßnahmen zur Vermeidung der altersbedingten Makuladegeneration und natürlich die Vermeidung eines erhöhten Augenbinnendruckes, der zum Glaukom, also einem unwiederbringlichen Sehverlust führen kann. Hier sollten Sie sich rechtzeitig einen Termin beim Augenarzt geben lassen.

Schlußbetrachtungen

Bei all diesen Risikofaktoren ist überhaupt nicht von Diäten oder Nahrungsergänzungsmitteln die Rede. Sind die wirkungslos? Wahrscheinlich ja, denn sonst hätten sie ja schon Gelegenheit genug gehabt, ihre Wirksamkeit nachweisen zu können wissenschaftlich nachweisen zu können, also nicht XYZ hat gesagt, bei mir hat es geholfen. Ich will gar nicht ausschließen, daß bestimmte Diätmaßnahmen sinnvoll sind, zum Beispiel Antioxidantien, aber nicht als Nahrungsergänzungsmittel, denn die dienen häufig als Argument, sich nicht um Risikofaktoren zu kümmern. „Ich habe ja etwas gemacht; da brauche ich die anderen Dinge nicht zu machen.“ Das ist die größte Gefahr bei diesen nicht wissenschaftlich fundierten Maßnahmen, die im Internet herumgeistern.  Deshalb gibt es auch keine Diätempfehlung aus dieser Studie heraus. Ich habe mich auch damit beschäftigt; Antioxidantien im Tee [1] und in der diätetischen Prävention von Alzheimer bzw. Demenz [2]. Es ist aber bereits wieder Zeit seit dieser Beschäftigung vergangen, so daß ich auch an dieser Stelle nachschauen werde, ob es neuere Studienergebnisse gibt. Auf jeden Fall möchte ich mich hier eindringlich gegen Nahrungsergänzungsmittel aussprechen.

Links und Anmerkungen / Schlußbetrachtungen:
[1] Tee und Antioxidantien
https://rheumatologe.blogspot.com/2021/11/tee-und-antioxidantien.html
[2] Prävention von Alzheimer / Demenz durch diätetische Maßnahmen
https://rheumatologe.blogspot.com/2012/05/pravention-von-alzheimer-demenz-durch.html
 

.



Tuesday, December 10, 2024

Vogelgrippe / Aviäre Influenza A (H5N1) – ein Update

Ich hatte mich zuletzt vor etwa anderthalb Jahren mit der Vogelgrippe beschäftigt und kam zu dem Schluss, daß die Erkrankung bis dahin nur bei Tieren vorgekommen war, allerdings auch schon bei Säugetieren. Das Virus hatte den Sprung hinüber zum Menschen noch nicht geschafft [1]. Stimmt das aber aktuell noch? Ich habe einige Neuigkeiten und deswegen gibt es ein Update. In der Medizin gibt es laufend Updates oder bei Kongressen WIN-Sessions (WIN = What is new?).

Die Vogelgrippe oder aviäre Influenza A (H5N1) wurde im Jahr 1996 entdeckt und zwar im südlichen China und Hongkong. Dieses Virus tötet einen großen Anteil des infizierten Geflügels. Manchmal kommt es zur Übertragung von Vögeln auf den Menschen. Es kann eine sehr schwere Erkrankung beim Menschen hervorrufen. Bislang hat es wenig Auswirkung in Europa gehabt, jedoch gelangte 2021 das Virus stärker nach Europa und hatte zu einer Epidemie 2021/2022 geführt, bei der mehr als 50 Mill. Vögel infiziert worden waren [2].

Das RKI hat sich erneut zur Vogelgrippe [3] gemeldet und es fand weltweit keine Hinweise für eine Mensch zu Mensch Übertragung. Allerdings gibt es die Übertragung von Tier zu Mensch, wie oben schon erwähnt. Der WHO wurden seit 2003 über 2600 Erkrankungen an Menschen gemeldet und bei diesen Erkrankten kam es zu 1100 Todesfällen. Neben der Subtype A (H5N1) war noch die Subtype A (H7N9) aufgetreten. In Deutschland hat es bislang einen Erkrankungsfall gegeben. Die Erkrankung tritt in der Regel bei Personen auf, die Kontakt zu infizierten Vögeln insbesondere Geflügel und deren Ausscheidungen haben. Aber da findet eine Veränderung statt, denn 2024 wurden in den USA erstmals Ausbrüche in Milchkuhherden festgestellt und es wurden H5N1-Infektionsfälle bei Menschen nachgewiesen, die engen beruflichen Kontakt zu infizierten Milchkühen hatten. Wenn man dies betrachtet, und das RKI beobachtet die internationale Lage genau, dann ist das Risiko für die Bevölkerung in Europa beziehungsweise in Deutschland weiterhin als gering einzuschätzen.  

Wie sieht es mit Mutationen aus? Denn diese bergen ein potentielles Pandemierrisiko. Kommen wir noch einmal auf die USA zurück. die hochpathogene aviäre Influenza des Subtyps H5N1 (HPAI H5N1) hat bislang acht Menschen infiziert (Stand vom 04.12.2024) [4]. In den USA sind 707 Milchvierherden betroffen. Die bisherigen Mutationen hatten sich auf bestimmte Polymerase-Eigenschaften ausgewirkt, die die Replikationsfähigkeit im Säugetier steigern. Die Anpassung an den humanen Rezeptor sind dabei bislang nur einmal berichtet worden. Man nimmt an, daß weitere zwei Mutationen ausreichen könnten, um eine vollständige Anpassung an die menschliche Zelle zu ermöglichen. Aber ob sich der aktuell zirkulierende Stamm H5N1 überhaupt so verändern wird, kann nicht vorausgesagt werden.  

Eine Empfehlung sollte man generell beachten: keine kranken oder verendeten (Wild-)Vögel bzw. (Wild-)Tiere anfassen. Ich bin sowieso gegen das Anfassen von fremden, lebenden Tieren (wild und domestiziert), denn ein Finger ist schnell abgebissen.

Zusammenfassend kann man die Bedrohung trotz der aktuellen Enwicklungen weiterhin als gering erachten. Aber am Ball bleiben müssen wir doch, damit sich nicht eine weitere Pandemie entwickelt.


Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2023/03/die-vogelgrippe-breitet-sich-aus.html
[2] https://www.ecdc.europa.eu/en/avian-influenza-humans/facts
[3] https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/Z/ZoonotischeInfluenza/Vogelgrippe.html Stand: 27.11.2024
[4] Michael van den Heuvel: Vogelgrippe H5N1: Mutation birgt potenzielles Pandemie-Risiko – wie Experten die aktuelle Lage einschätzen
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4914479 06.12.2024

.