Monday, February 10, 2014

Aloe vera - eine Warnung


Auf einem meiner letzten Vorträge kam im Diskussionsteil die Sprache auf Aloe vera. Jemand berichtet über eigene Zucht von dieser Pflanze. Die Dame verwendet den Pflanzensaft der Blätter (Gel) äußerlich und innerlich. Ich musste passen; man kann schließlich nicht alles wissen, aber man sich nachträglich darum kümmern. Das habe ich mittlerweile getan.
Bei der äußerlichen Anwendung mit dem Gel aus dem frisch geschnittenen Blatt kann eine Feuchtigkeitsspende angenommen werden. Die daraus hergestellten Kosmketika haben allerdings in der Regel zu wenig Inhaltsstoffe.
Bei der innerlichen Anwendung wirkt Aloin abführend. Zusammen mit den Anthrachinonen steht es im Verdacht, krebsauslösend zu sein; Link: http://www.niehs.nih.gov/news/newsroom/interviews/aloevera/index.cfm. Außerdem fand man eine toxische Hepatitis (Leberentzündung) als unerwünschte Nebenwirkung. Es besteht eine Anwendungsbeschränkung auf zwei Wochen bei apothekenpflichtigen Arzneimitteln auf der Basis von Aloe vera; z.B. Kräuterlax Dr. Henk 15 mg Kräuter-Dragées [manchmal steht auch Kräuterlachs, ist aber was ganz anderes; ich stutzte natürlich über die Dopplung von Kräuter] und dem Kombinationpräparaten wie Cholhepan N. Übrigens gab es noch vor etwa zehn Jahren deutlich mehr Präparate auf der Basis von Aloe vera; z.B. Dr. Janssen's Teebohnen 75 mg Dragees [ja, auch ich habe über das Apostroph gestaunt] und Rheogen Dragees [hierunter hätte ich eher ein durchblutungsförderndes Mittel vermutet], und den Kombinationpräparaten Aristochol, Chol-Kugeletten, Pascoletten. Ab dieser Information wäre ich etwas vorsichtiger mit Aloe vera. Nicht alles, was natürlich ist, ist auch unumschränkt, ja manche Dinge sind sogar sehr giftig, wenn man an den Knollenblätterpilz beispielsweise denkt.

Aloe vera ist teuer, vielleicht wegen des Zusatzes vera. Vorsicht ist geboten, wenn die Werbung den Extrakt des Spargelgewächses blumenreich beschreibt, insbesondere wenn mit krankheitsbezogenen Aussagen geworben wird. Dann können Sie schnell bis zu 60 € für den Liter berappen (Quelle test, 7/2003); wahrscheinlich gibt es Nektarabfüllungen auch preiswerter.
Zusammenfassend kann man gut darauf verzichten.

Nachtrag 11.02.2014:
Ich bekomme gerade auf Twitter einen Hinweis:
Beware aloe vera? @Rheumatologe Lothar Kirsch blogged (auf Deutsch) re this interesting toxicology study from the US: http://ow.ly/ttVMb 
Der Link führt zu:

http://ntp.niehs.nih.gov/?objectid=4DC2C23C-F1F6-975E-7F58092819E2C69F U.a.: „Under the conditions of these 2-year studies, there was clear evidence of carcinogenic activity of a nondecolorized whole leaf extract of Aloe vera in male and female F344/N rats based upon increased incidences of adenomas and carcinomas of the large intestine.” 


4 comments:

  1. Hallo Lother, Aloe Vera, eine Pflanze die vieles kann, ich nutze das Blattmark für meine Haut und es hilft. Bei dem Gel ist es ganz wichtig, wie es hergestellt wird. Durch pressen der Blätter gelangt das Aloin mit in das Gel und das vertragen viel Menschen nicht, da gibt es sogar grafierende Kranheitsfälle. Wenn die Blätter aber geschält werden und nur das Mark verwendet wird, ist es innerlich zu verwenden. Habe das Gel Kurweise getrunken und selbst mein Doc war von meinem Blutbild begeistert. Habe gerade heute wieder mit einer Kur begonnen, da ich operiert worden bin und erst am Samstag wieder nach Hause gekommen bin.

    Liebe Abendgrüße
    Angelika

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    1. Gegen die äußerliche Anwendung von frischem Saft ist nichts einzuwenden. Aber innerlich gibt es schon Daten, die zur Vorsicht mahnen. Ich könnte mir eine Wirkung auf das Blutbild nicht erklären.

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    2. Ich weiß auch nicht wieso das Blutbild sich ändert, aber es ist so. Mein Großvater, Gott hab ihn seelig, war Dialysepatient, hat es auch Kurmässig getrunken. Dann kam er ins Krankenhaus für Wochen. Nach einer Woche war sein Blutbild ganz schlecht. Der Doch hat mit mir ein Gespräch geführt und gefragt was anders ist als zu Hause. Das einigste Unterschied er trank sein Gel nicht. Ich sollte es mitbringen und die Schwestern bekamen Order ihm 2x täglich 3o ml zu geben und siehe da nach einer Woche, gings bergauf und das Blutbild hatte sich regeneriert.

      Es ist wohl wichtig wo man das Gel kauft und wie es hergestellt wird.
      Liebe Grüße
      Angelika

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    3. Da er gleichzeitig dialysiert wurde, kann die Besserung auch darauf zurückzuführen sein. Vielleicht fühlte er sich selbst besser, da es auf jeden Fall die Darmtätigkeit verbessert.

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