Friday, April 10, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 10.04.2026

  



Flüchtige Miniaturen //
Flüchtige Miniaturen – //
Schattengerank
An zerbröckelnder Mauer,
Geschmeidiger Eidechsenblitz
Überm Kis. //
Die Leere der Luft
Schmeckt nach Anis.
Walter Richter-Ruhland [1]



Schatten
    ich schaue 
Auf 
Meinen 
Schatten
HinAb 
Und 
Wahrscheinlich 
Nimmt er 
    Mir 
Das Übel

Strand
    der Wind 
Weht 
Über 
Den 
Strand
Trocknet 
Den
Sand
Und 
Feine 
SandKörner 
Landen auf 
    Den 
Pommes frites 

VorBei 
    vorBei sind 
Die 
Zeiten 
Von 
FeldGrau 
Und 
FeldStecher
Und 
Spat 
Im 
Feld 
Auf 
FeldsSat
Liegt das 
    Grauen 
Im FeldGrau

Abends 
    die Trauben 
Des 
MorgenRufes 
GeKeltert 
In 
Der 
Feigen 
Geschäftigkeit 
Des 
Tages
Abends 
Prosten 
Wir uns mit 
    Dieser 
Plörre zu 

Wiesen 
    das Grün 
Der 
FrühlingsWiesen 
VerSchmolz 
Mit 
Dem 
Licht 
Des 
Mondes 
Und 
Ich 
Stellte die 
    Kamera 
Auf SepiaFunktion

AufGestanden
    mit dir 
Sind 
AufGestanden 
Aus 
Dem 
Bett 
Deine 
Träume 
Und 
Dein 
Schatten 
Du 
Kannst dich 
    Also 
Wieder hinLegen

AntWorten & Fragen 
    wir schreiben 
Die 
AntWorten 
Von 
Links 
Nach 
Rechts
Aber 
Wir 
Fragen 
Nicht 
Von 
Rechts 
Nach 
Links 
Das jedenFalls 
    Frage 
Ich mich 

Harfen & Posaunen
    die Harfen 
Und 
Posaunen
Warten 
Noch 
VerPackt 
Für 
Die 
Wanderung 
Auf 
Den 
TragTieren 
Wir 
Aber 
Sangen 
Ohne 
BeGleitung 
Laut 
In 
Der klaren 
    WüstenLuft 
Des Morgens

Wechsel 
    im schnellen 
Wechsel 
Fallen 
Regen 
Und 
Sonne 
In 
Den 
Garten
ManchMal 
Stehe 
Ich 
Schon in der Sonne 
    Und 
Der Regen fällt noch

EinGemauert
    einGemauert 
Von 
Der 
Nacht 
Fest 
Und 
UnDurchdringBar 
Das 
Wachs 
Der 
Kerze 
VerBraucht 
Sich 
Kaum 
Und 
Die Nacht 
    Kann 
Nicht schwinden 

WinterSonne 
    so hoch 
Sich 
Auch 
Die 
WinterSonne 
Reckt
Schwach 
Bleibt ihr Licht 
    Und 
Kalt der Tag 

Am Ende der Gasse 
    das halb-
Offene 
Törchen 
Am
Ende 
Der 
Gasse 
Zum 
Garten 
Deines
Hauses 
Nach 
All 
Den 
Jahren 
Quietscht 
Es immer 
    Noch 
Wie einst

Herz 
    so hart 
Ist 
Dein 
Herz 
GeWorden
Daß 
Du Diamanten 
    Damit 
Schleifen könntest 

Zeit
    Reiche zer-
Fallen 
Planeten 
ZerBrechen
Sterne 
ExPlodieren 
Galaxien 
VerSchwinden 
Nur 
Der 
Ewigkeit bleibt 
    Noch 
Etwas Zeit

Jargon 
    nie lernte 
Ich 
So 
Richtig 
Den 
HainbuchenJargon 
Zu 
Sprechen 
Oder 
Zu 
Schreiben 
Aber
Auch das 
    Ist 
Längst verGessen

ErInnerungen
    an allen 
ErInnerungen 
Bleibten 
Post-its 
Mit 
AnMerkungen 
Oder 
Nur 
AusrufeZeichen
Ich 
Sollte 
Einmal aufRäumen 
    In 
Meinem GeHirn

Jetzt
    laßt uns 
Noch 
Einen 
AugenBlick 
Länger 
Im 
Jetzt 
VerWeilen
Denn 
DaNach 
Ist es 
    Auf 
Ewig fort




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Walter Richter-Ruhland [1a]: Gedichte / Flüchtige Miniaturen. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 433.
[1a] Walter Richter-Ruhland (1910-1975) war ein deutscher Schriftsteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Richter-Ruhland 
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 


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