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Wednesday, January 14, 2026

Sammelsurium (299) 14.01.2026

 


„Wenn der eisige brand mich zurücktreibt
ist meine einsamkeit ein verschlagenes tier
dessen tag sich vom abfall sättigt.“
Johannes Poethen[1]

RückSchau
626 n. Chr. [2]

Die Awaren [2a] wurden vor Konstantinopel zurückgeschlagen.
König Dagobert läßt in St. Denis eine Kirche bauen [2b]. Das ist fraglich oder mindestens zeitlich ungenau, denn er wurde erst 629 König.

Heil 
Ich sah auf X / Twitter jemanden, der in den 1970er Jahren ein Sozial- Experiment wagte. Auf einer Veranstaltung, bei der es eigentlich lustig zugehen sollte, war die Stimmung noch etwas verhalten und so schrie dieser ShowMaster oder wie man ihn nennen möchte: „Zicke Zacke, Zicke Zacke!“ Worauf der Saal grölte: „Hoi, Hoi, Hoi!“. Dann schrie er: „Hipp Hipp ...“ und der Saal antwortete: „Hurra!“ „Hipp Hipp ...“ – „Hurra!“ Dann schrie er ins Mikrofon: „Sieg ...“ und wirklich es kam „Heil!“ Danach vnetretenes Gekicher Und der ShoeMaster sagte: „Da sind wohl hier doch einige alte Kameraden im Saal.“ Aber ich erinnerte mich daran, daß wir als Kinder noch beigebracht bekamen zum Abschluss der TurnStunde im TurnVerein „Gut Heil!“ zu brüllen. Das ist wohlgemerkt der TurnerGruß, was allerdings nicht entschuldigt, daß  TurnVater Jahn [3] war nationalistisch, antifranzösisch und auch antisemitisch eingestellt. Zurück ins letzte Jahrhudert: einmal erlangte eine Gruppe innerhalb des Vereins einen Sieg bei VereinsWahlen und dann saßen sie zusammen und schrien nicht „Gut heil!“ sondern „Sieg heil!“ Ich ging damals betroffen aus dem Vereinsheim / Lokal. Später fiel Gott sei Dank auch das „Gut heil!“ weg. Es ist besser so, irgendwie heilsam.

Im Schatten 

Im Schatten des HerdFeuers … 
Es hat niemand mehr ein HerdFeuer … 
Im Schatten des CeranFeldes … 

NordWind 
Ich sprach zum NordWind: „Bist du immer noch nicht im Süden angekommen?“ 
Der Nordwind: „Der alte NordWind mag im Süden angekommen sein, aber ich noch längst nicht.“ 
Und wehte gen Süden.  

USA Einreise 
Vielleicht ist es ratsam, Mitglied im KKK und in der NRA zu werden, falls man in die USA einreisen will und Opportunist ist; vielleicht will man aber noch eine Weile warten, bevor man wirklich wieder einmal in die USA einreisen möchte. 

Der Tempel mit dem LehmFußboden

Der Tempel mit dem Lehmfußboden wird vom TempelWächter mit dem ReisigBesen so rein gehalten, daß die Ecken erhaben sind. Die SteinFigur ist vorne blank gescheuert von den TempelBesuchern. Laßt uns noch eine Weile am Rande sitzen bleiben.  

Fenster 
Wenn ich durch die Fenster meines Stalles schaue, denke ich oft daran, daß es die alten Fenster einer DorfSchule sind. Dann male ich mir aus, wie die Gefangenen des KlassenZimmers wehMütig in die Freiheit blickten.   

Grün 
Wenn ich ein wogendes Feld sehe, vergleiche ich das Grün das Weizens mit dem Grün der Erinnerung aus meiner Jugend und immer füllt das frische Grün die Erinnerung auf.  
 




Links und Anmerkungen:

[1] Aus: Johannes Poethen [1a]: Verwandlungen der Iris II. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 6.
[1a] „Johannes Poethen (* 13. September 1928 in Wickrath; † 9. Mai 2001 in Stuttgart) war ein deutscher Schriftsteller.“ 
https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Poethen 
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 362/363. 
[2a] Die Awaren [2aa] beherrschten zwischen dem späten 6. bis frühen 9. Jahrhundert ein eurasisches Reich, das zu Expansion neigte. Die Sprache der Awaren [2ab] konnte bislang nicht näher zugeordnet werden, da zu wenig Sprachmaterial vorliegt.
[2aa] https://de.wikipedia.org/wiki/Awaren 
[2ab] https://de.wikipedia.org/wiki/Awarische_Sprache_(Steppenvolk)  
[2b] https://de.wikipedia.org/wiki/Dagobert_I. 
[3] Johann Friedrich Ludwig Christoph Jahn, bekannt als Turnvater Jahn (1778-1852), war ein nationalistischer deutscher Pädagoge, Schriftsteller und Politiker.
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Ludwig_Jahn  



Tuesday, March 26, 2024

Fraktur und Tätowierungen der Nazis

 



Ich habe ja eine merkwürdige Art, Spanisch zu lernen, zum Beispiel über die Podcasts von Estación Sur bei Cosmo Radio [1] oder über das Lernen von Vokabeln, Bücher und Comics lesen oder über as Anhören und Ansehen vonVideos. so zum Beispiel von einer spanischen Linguistin bzw. Sprachlehrerin, die auf Facebook und  anderen Plattformen postet. Sie nennt sich Linguriosa und dahinter verbirgt sich Elena Herraiz [2].

Vor einigen Tagen hörte und sah ich etwas von ihr über Frakturschrift [3]. Das Video trägt den Titel: ¿Qué se tatuaban los NAZIS? [4] Ich schrieb einen Kommentar: “Estoy interesado en la fuente de la transfusión incorrecta especificando el grupo sanguíneo en la escritura Fraktur, porque todavía no he encontrado esta pista interesante. Por cierto, Jussi Adler-Olson incluyó en su libro "La casa del alfabeto" una falsa transfusión provocada por un tatuaje, pero no tuvo nada que ver con la escritura Fraktur.“ [5] Darauf erhielt ich bisang keine Antwort. Ein anderer Kommentar lautete: „Me parece una buena idea.“ [6] Warum das keine so gute Idee ist, werde ich später zeigen.

Frakturschrift ist für viele Menschen heute verwirrend, ob sie nun aus Deutschland stammen oder nicht. Der Streit um die Schrift begann auch nicht erst in der Nazi-Zeit, sondern der Kampf der Schriften (Antiqua oder Fraktur) startete bereits im späten 19. Jahrhundert [7]. Adolf Hitler äußerte sich bereits 1934 gegen die Fraktur, in der er „romantische Vorstellungen“ sah, ihm paßte die  „vermeintliche gotische Verinnerlichung schlecht in das Zeitalter von Stahl ...“, also der Vorstellung seines Reiches. Erst 1941 wurde aber auf Antiqua umgestellt. Der Grund waren: Anordnungen in besetzten Gebieten konnten nicht gelesen werden bzw. erst gar nicht gedruckt werden, weil die bestehenden Druckereien Antiqua benutzten.

Linguriosa berichtet, daß die Waffen-SS mit Fraktur-Buchstaben ihre Blutgruppe eintätowiert bekommen hatten und es zu Fehltransfusionen gekommen sei. Jussi Adler-Olson hat in seinem Buch „Das Alphabethaus“ [8] beschrieben, wie sich einer der Protagonisten die Blutgruppe eines verstorbenen Waffen-SS-Offiziers eintätowiert und dadurch später eine nicht kompatible  Transfusion bekommt; das hatte jedoch nichts mit der Frakturschrift zu tun. Probleme hatte man auch mit Fraktur-Initialen bei den falschen Hitler-Tagebücher, die der STERN begonnen hatte abzudrucken [9]. Dabei hatte der Fälscher die Buchstaben A und F vertauscht, denn er wollte die Tagebücher mit den Initialen A.H. schmücken, hatte dann aber F.H. genommen. Es ist mir aber besser aus dem Film [10] in Erinnerung, wie man daraus bei der Zeitschrift Führer-Hauptquartier gemacht hat.

Die Tätowierungen waren entweder A, B, AB oder O. Da kann man sich auch nicht bei Fraktur irren. Etwas anderes war der Fall und das kann man auch auf Wikipedia nachlesen – sogar auf Spanisch [11]. Man wußte erst nach dem 2. Weltkrieg etwas über den Rhesus-Faktor und die Unverträglichkeiten waren darauf zurückzuführen. Deshalb halte ich es auch nicht für eine gute Idee, sich die Blutgruppe eintätowieren zu lassen, zudem es noch mehr Möglichkeiten gibt, daß eine Transfusion unverträglich wäre. Dafür testet man heute ganz anders. Die Blutgruppe nach ABO  kann man innerhalb einer Minute am Bett testen und vor einer Transfusion muss der Arzt dies auch am Bett testen. Das Wissen um die eigene Blutgruppe gibt keinen Vorteil und als Arzt dürfte man sich darauf auch nicht verlassen.

Einen Vorteil hatten jedoch die Tätowierungen der Waffen-SS – man hat dadurch Kriegsverbrecher identifizieren können. So hatte es auch etwas Gutes.


Links und Anmerkungen:
[1] COSMO en español – https://www1.wdr.de/radio/cosmo/programm/sendungen/estacionsur/livestream-estacion-sur-100.html
[2] Elena Herraiz Medina – https://es.wikipedia.org/wiki/Elena_Herraiz  
[3] https://www.facebook.com/reel/1098050024607566
[4] Etwa: „Daß sich die Nazis tätowiert haben?!“
[5] Etwa: „Mich interessiert die Quelle der falschen Transfusion unter Angabe der Blutgruppe im Fraktur-Skript, da ich diesen interessanten Hinweis noch nicht gefunden habe. Übrigens hat Jussi Adler-Olson in seinem Buch „Alphabet House“ eine durch eine Tätowierung verursachte falsche Transfusion aufgenommen, die jedoch nichts mit der Frakturschrift zu tun hatte.“
[6] Etwa: „Ich denke, das ist eine gute Idee.“
[7] Zum Antiqua-Fraktur-Streit: https://de.wikipedia.org/wiki/Antiqua-Fraktur-Streit
[8] Jussi Adler-Olsen: Das Alphabethaus. dtv, München 2012. ISBN: 9783423248945.
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Hitler-Tageb%C3%BCcher  
[10] Schtonk!; satirischer Spielfilm von Helmut Dietl aus dem Jahr 1992. https://de.wikipedia.org/wiki/Schtonk!
[11] https://es.wikipedia.org/wiki/Tatuaje_del_grupo_sangu%C3%ADneo  
[12] PS. ich habe extra eine Seite Fraktur aus einem alten Gesangbuch mit Liedern zum nahen Osterfest als Beispiel ausgewählt.
 
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Wednesday, November 16, 2022

Auf der Suche nach der verlorenen Geschichte des Tees

 



Ich war heute auf der Suche nach ganz etwas anderem, als mir eine alte Datei mit dem Titel “The Birth Story of Tea” [1] ins Auge fiel. Die habe ich nochmals (erstmals genauer?) gelesen, denn ich bin immer noch auf der Suche nach der verlorenen Geschichte des Tees [2]. Man lernt immer etwas, in jedem Text, aber wenn wenn genauer liest, dann bemerkt man die Ungenauigkeiten.

Eine Abbildung in dem Artikel führt mich auf einen Vortrag, der in Taiwan gehalten worden. Der brachte mich zwar auch nicht weiter, war aber interessant zu lesen. Der Autor von “The Birth Story of Tea” brachte immerhin chinesische Zeichen. Allerdings war er der Meinung, daß sich bei Shen Nongs Materia Medica (神農本草經) um das Werk des Autors Li Shizhen handele [3]. Li Shizhen (李時珍) lebte von 1518 bis 1593 und verwandte 27 Jahre und seine eigene Gesundheit, um das monumentale Werk Ben Cao Gang Mu (本草綱目), ebenfalls eine Materia Medica, jedoch viel umgreicher, zu schaffen [4]. Das Originalwerk von Shen Nongs Materia Medica (神農本草經) stammt auch nicht aus der Zeit vor ca. 4750 Jahren, sondern wurde wahrscheinlich zwischen 206 vor und 220 nach Christus kompiliert, wobei es davon auch kein Original mehr gibt. Die heute gebräuchliche Kompilation unter dem Titel stammt aus der Qing-Dynastie (清朝, 1644-1911) von Sun Xingyan (孫星衍) [5].

In den Annalen des States Huayang bzw. Ba soll es Hinweise geben, daß Tee vor 3000 Jahren kultiviert wurde [6]. Diese Annalen wurden allerdings erst um 450 geschrieben, während die Ba bereits 316 vor Christus besiegt wurden [7]. So uninteressant ist das Ganze dann doch nicht. Die Ba sind ein eigenes Volk mit einer unentzifferten Schrift [8], die man auf Bronzen gefunden hat und mit Chinesisch nichts zu tun hat. Das Siedlungsgebiet dieses Volkes ist in Sichuan, also dort, wo auch Tee in historisches Zeit existierte. Ob der alte Text einen Hinweis auf Tee liefert ist mehr als fraglich, ich habe es jedenfalls keinen gefunden, aber das will nichts heißen [9]. Außer Kamille fand ich nichts.

Der Artikel “The Birth Story of Tea” hielt nicht, was er versprach, aber die Suche, die er ausgelöst hat, war interessant und hat mich zwei Studien finden lassen [10], die ich nun lesen will. Insgesamt war es sehr sinnvoll, sich auf diese Suche einzulassen. Eine Gralssuche bleibt es weiterhin.




Links und Anmerkungen:
[1] Leider hatte ich vor etwa neun Jahren den Link nicht kopiert und habe diesen Artikel auch nicht mehr gefunden. Vielleicht wurde der Artikel mittlerweile gelöscht. Es stand auch kein Autorenname dabei.
[2] Der Hinweis auf den Roman von Marcel Proust „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” (À la recherche du temps perdu) ist eine Antithese, denn Proust vermittelt, daß die Vergangenheit nur in der Erinnerung des Protagonisten existert. Die Geschichte des Tee aber ist in der Zeit verloren gegangen und auf der Suche nach ihr befinden wir uns.
[3] „The story is derived from the book, Shen Nong Compendium of Materia Medica (Shen Nong Bencao Jing, 神农本草经), which is a Chinese materia medica work written by Li Shizhen (李时珍) in the Ming Dynasty (明朝). “
[4] https://en.wikipedia.org/wiki/Li_Shizhen  
[5] https://zh.wikipedia.org/zh-tw/%E7%A5%9E%E5%86%9C%E6%9C%AC%E8%8D%89%E7%BB%8F  
[6] “Based on the earliest regional annals in China, tea was already being cultivated about 3000 years ago. The Annals of Huayang State (华阳国志), The Annals of Ba ()...”
[7] https://zh.wikipedia.org/wiki/%E5%8D%8E%E9%98%B3%E5%9B%BD%E5%BF%97 und https://zh.wikipedia.org/wiki/%E5%B7%B4%E5%9B%BD
[8] https://en.wikipedia.org/wiki/Ba%E2%80%93Shu_scripts
[9] https://archive.org/details/06061130.cn/page/n16/mode/2up?view=theater Über den Staat Ba kann man sich von Seite 17 an informieren. Aber ich habe nichts zu Tee gefunden. Auf einer anderen Seite - http://library.taiwanschoolnet.org/cyberfair2006/aps1/index1/s32.htm  - fand ich folgenden Text: 《華陽國志.巴志》:「周武王伐紂,實得巴蜀之師,......茶蜜......皆納貢之。」Da steht zwar das Zeichen cha (茶), aber so, wie es da zusammensteht mit einem zweiten Zeichen (茶蜜), bedeutet es Kamille cha mi. Ich will aber nicht verschweigen, daß es sich um Tee und Honig handeln könnte, da ich die Stellet besteht im Original nicht gefunden habe. Der Text in weiten Strecken aus geografischen Angaben.
[10] Yuanxin Jiang: More than just a Drink: Tea Consumption, Material Culture, and ‘Sensory Turn’ in Early Modern China (1550-1700). Dissertation. https://conservancy.umn.edu/bitstream/handle/11299/211766/Jiang_umn_0130E_20952.pdf?sequence=1  
und:
Qian Huang: Drinking Tea in St John’s. A Study of Diasporic Chinese Tea Drinking and Ethnic Identity. Thesis Master of Folklore. https://research.library.mun.ca/13934/  
[PS] Das Bild zeigt eines der alten Zeichen für Tee, tu (荼), in der Kleinen Siegelschrift.
 

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Saturday, January 12, 2013

Patentiert: Fibromyalgie



Ich erinnere mich noch ziemlich genau an den Juli 1999, denn da habe ich beim Patentamt in München angerufen, wie es denn anginge, dass der Begriff „Fibromyalgie“ als Wortmarke geschützt werde. Dann könnte man doch auch „Herzinfarkt“ oder „Lungenentzündung“ schützen lassen. Der Gesprächspartner war sichtlich genervt und berichtete mir, dass bereits ein Einspruchverfahren liefe.

Was war geschehen? Einige damalig Verantwortliche der Deutschen Fibromyalgie-Vereinigung (DFV) e.V. hatten die Wortmarke „Fibromyalgie“ schützen lassen. Anmeldetag war der 10.09.1998, am 14.06.1999 wurde die Wortmarke ins Register eingetragen und am 15.07.1999 veröffentlicht. Damit wollte man sich die Kontrolle über „Medizinische Fort- und Ausbildung von Fachkräften und Laien; Durchführung rehabilitativer und sportlicher Aktivitäten; Beratung und Aufklärung über die Fibromyalgie; Erstellen von Informationen jeglicher Art für Laien und für Fachkräfte, jeweils zum Thema Fibromyalgie; Gesundheitsförderung; Aufbau und Bildung weiterer Organisationen zur Fibromyalgie-Unterstützung; medizinische Forschung“ sichern. Eigentlich genial, denn da hätte niemand mehr ohne Rücksprache den Begriff verwenden dürfen. Es hätte sich eine Art Zensurbehörde für Fibromyalgie aufgebaut. Und das hängt der Vereinigung leider immer noch an. Wert wird auf überholte somatische Befunde gelegt. Aber das ist wiederum eine andere Geschichte. Das Patentamt hat den Eintrag schließlich wieder gelöscht.
Noch ein paar Nachträge am 16.01.2013:
Am 29. Juli 1999 wurden Briefe verschickt:

"Sehr geehrte(r) ...
ich setze Sie heute darüber in Kenntnis, daß für uns das Wort FIBROMYALGIE zunächst bis zum Jahr 2008 geschützt ist; eine Verlängerung bis zum Jahr 2018 ist bereits beantragt. Das gleiche gilt für unser Logo.
Wir fordern Sie auf, ab sofort in Ihren Briefen und anderen Veröffentlichungen dieses Wort und unser Logo nicht mehr zu verwenden.
Sollten Sie ab dem 1. August 1999 gegen unseren Wortschutz verstoßen, müssen wir gegen Sie rechtliche Maßnahmen einleiten. Bei Zuwiderhandlung nach diesem Termin sind die Gebühren pro Fall und Abmahnung mit Kosten für Sie in Höhe von ca. DM 1.200,-- belegt.
Ab sofort dürfen nur noch Selbsthilfegruppen, die innerhalb der DFV e.V. organisiert sind, den Namen FIBROMYALGIE tragen.
In der Hoffnung, keine vergebliche Aufforderung an Sie gerichtet zu haben, verbleibe ich ...."
Aus dem Internet hatte ich mir damals folgenden Text kopiert, den ich hier zitieren möchte:
"Hinzu kommt, daß sich die Verbietungsrechte aus der Marke nicht auf eine Verwendung des Namens eines Dritten und - dies ist hervorzuheben - insbesondere auch nicht auf die Verwendung eines mit der Marke identischen oder verwechselbaren Wortes oder Bildes als beschreibende Angabe oder als Name erstrecken, sofern die Benutzung nicht gegen die guten Sitten verstößt (§ 23 MarkenG)."
Am 09.05.2000 wurde die Marke gelöscht.