Friday, September 4, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 04.09.2026


Hier ist das Löchlein Loch wie rot
Der Schlüssel hängt in seinem Sack
Es flattert flattert wieder
Feuerlein spielt Ringelreihn
Fritz Pratz [1]


Schatten
    unsere Schatten 
Trafen 
Sich 
In 
Der 
MittagsSonne
Während wir 
    Uns 
Verpaßt haben 

HalbSchatten
    sie sprachen 
MitEinander 
Im 
HalbSchatten 
Dein 
Schatten 
Und 
Mein 
Schatten 
Aber 
Sie flüsterten 
    Doch 
Sehr leise 

Kratzen 
    ich hör' 
Ein 
Kratzen 
Und 
Denke
Es 
Sei 
Der 
Mond 
Am 
Fels
Doch 
Der 
Liegt sanft
    In 
Prallen Wolken

VerWeilen 
Laß mich ein Weilchen noch 
An diesem Ort verWeilen 
Treib mich nicht fort
Aus diesem SehnsuchtsTal
Und zum Moment sag doch 
Daß er verWeilen möge 
Für dich wie auch für mich 
Für's ErdenRund erst recht 

ZurückKehren
    immer wieder 
Kehren 
Wir 
Zurück 
Nach 
Haus 
Zu 
GeDanken 
ErInnerungen
Und auch 
    Gott 
Zu dir 

AbreißKalender
    achtLos werfen 
Wir 
Die 
Tage 
Fort 
Vom 
AbreißKalender
Und 
Das 
Ist 
Nicht 
Völlig 
Falsch 
Wenn 
Wir 
Alle 
Sammelten
So 
Wäre ihre 
    Last 
Zu groß 

TrostWald 
    im herbst-
Lichen 
Dunkeln 
Heult 
Der 
Wind 
Durch 
Den 
TrostWald 
Und 
RegenTropfen 
Mischen 
Sich mit 
    Tränen
So tröstlich 

Glanz 
    die Sonne 
Ist 
Schon 
Hinterm 
Horizont
Aber 
Du 
Wirst 
Eins 
Mit 
Ihrem 
Goldenen Glanz
    In 
Der TürÖffnung

Troll 
    manchMal 
Fühle 
Ich 
Mich 
Wie 
Ein 
Troll
Der
Im 
SonnenLicht zum 
    Fels 
ErStarrt ist

Rose
    der Duft 
Der 
Rose 
Steht 
Noch 
In 
Der 
Gruft
Und 
Du 
Küßt 
Einen kalten 
    Mund 
So inBrünstig 

Tomaten 
    so reifen 
Tomaten 
Im 
SpätSommer 
Schnell
Damit 
Nicht der 
    Herbst 
Sie bekommt 

Pflaumen
    die ersten 
Pflaumen 
Sind 
Reif
Zum fortWerfen 
    InKlusive 
Ihrer Würmer

Schwester Almuth 
    während das 
Telefonats 
Kam 
Schwester 
Almuth 
Polternd 
Bei 
Meinem 
Freund 
Ins 
Haus 
Und 
Ich 
Hörte 
Jede Zigarette 
    In ihrem 
Heiseren Rufen 

ZwischenMenschlich 
    gerne lesen 
Wir 
Zwischen 
Den 
Zeilen 
Und 
Setzen 
Uns dann 
    Zwischen 
Die Stühle  




Links und Anmerkungen:

[1] Aus: Fritz Pratz [1a]: Gebt acht, die Blesse grast sich übern Rain. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 9. Jahrgang 1962. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 120. 
[1a] Fritz Pratz (1927-2014) war ein deutscher Erzähler, Lyriker, Essayist, Hörspielautor und Gymnasiallehrer.
U.a.: https://geheli.de/autoren/pratz-fritz.html und https://www.vrm-trauer.de/traueranzeige/fritz-pratz (kein Wikipedia-Eintrag)
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk  

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