Friday, October 14, 2011

REPULS® - Wärmebehandlung / Tiefenstrahler

Aus einem Werbeanschreiben: „Innovationen erscheinen täglich auf dem Markt, aber kaum eine Innovation verblüfft die Ärzte so sehr, wie das neue medizinische Gerät REPULS® , ...“ und: „Gerade gestern besuchte ich die Waldhausklinik in Deuringen, wo dieses Gerät, das im Anhang detailliert beschrieben wird, für 4 Wochen erfolgreich von uns zur Probe vermietet war. Der dortige OA, der für neue Therapiemaßnahmen sehr offen ist, aber dennoch bei diesem Gerät Zweifel nicht verhehlen konnte, bestätigte mir die verblüffende Wirkung u.a. bei einer Rheumapatientin.“ Ich frage mich, welche „verblüffende Wirkung“ der dortige Oberarzt gesehen haben will – übrigens steht heute auf der Homepage der Waldhausklinik in Deuringen: „Zur Verstärkung und Weiterentwicklung unseres Teams und unserer integrativen Therapiekonzepte suchen wir: Oberarzt/In - FÄ/FA für Innere Medizin / mit soliden Kenntnissen der Inneren Medizin sowie Interesse an Komplementärmedizin insb. der Klassischen Naturheilkunde und Homöopathie.“

Während die Andullationstherapie sich nicht mit physikalischen Grundlagen beschäftigt, tut die Repuls, wahrscheinlich um mit allerlei dem Laien unverständlichen, physikalischen Geschwafel („REPULS erzeugt L i c h t bei einer Frequenz von ck. Hertz 10 74 ,4 14 ⋅ mit einer der absoluten Temperatur proportionalen Bandbreite von rund 2,5 %.“ oder „..., nicht nur mit dieser Frequenz, sondern bei kräftiger Erregung auch mit der d o p p e l t e n F r e q u e n z f2 schwingt.“) Wissenschaftlichkeit vorzutäuschen.
Dann werden auch Anwenderberichte vorgelegt, die in schönen bunten Bildchen zeigen, wie erfolgreich REPULS ist. Allerdings erfüllen diese Anwenderberichte nicht die Kriterien für eine wissenschaftliche Studie, auch wenn sie sich den Anschein geben. Die schönste statistische Aufarbeitung von Murks in einer Grafik bleibt Murks!

„Diverse Ärzte und Kliniken therapieren bereits erfolgreich mit REPULS® diverse Entzündungen ...“ – Entzündung mit Wärme behandeln? Wenn man sich verbrannt hat, lässt man dann heißes Wasser oder kaltes Wasser über die verbrannte Haut laufen? Na also!

Insgesamt stellt REPULS eine über Licht durchgeführte Wärmetherapie dar, ist also keine besondere Innovation. Solange nicht eine wissenschaftliche Studie gegen die klassische Rotlichtlampe gelaufen ist, darf man ruhig bei der preiswerteren Lösung Rotlicht bleiben.

2 comments:

  1. RELUX Lichtmedizintechnik GmbHApril 15, 2013 at 1:00 PM

    Sehr geehrter Herr Dr. Kirsch!

    Ich habe Ihre lichtvollen Kommentare zum REPULS Tiefenstrahler im Internet gelesen. Als langjähriger Vorstand eines Institutes der Technischen Universität Wien, an dem einige bedeutende medizintechnischen Produkte entstanden sind, wie z.B. jenes Cochlearimplantat, das von der Innsbrucker Firma Med-el mit ihren 1200 Mitarbeitern unter der Führung meiner ehemaligen Mitarbeiter, des Erfinder-Ehepaares E.Hochmair und I.Hochmair-Desoyer erzeugt und vertrieben wird, bin ich öfter Schmähungen durch naturwissenschaftlich ungebildete Ärzte ausgesetzt gewesen und wußte mich zu wehren - langfristig freilich nur durch Erfolg, den ich auch bei REPULS erwarte.
    Jetzt müssen Sie einiges "physikalisches Geschwafel", wie Sie sich auszudrücken pflegten, ertragen.
    Zunächst zur Geschichte: Die Leuchte entstand als ein kostengünstiges Gerät für die photodynamische Therapie von Hautkrebs. Durch die Frequenzwahl an der langwelligen Flanke der Porphyrin-Resonanz und den Pulsbetrieb konnten wir an der Wiener Dermatologischen Universitätsklinik in klinischen Studien hervorragende therapeutische Ergebnisse und Schmerzfreiheit erzielen. Der Konstrukteur der Quelle, Walter TORISER, hat dann entdeckt, daß die Leuchte ohne Photosensibilisator (Porphyrin) in der Lage ist, periphere Entzündungen zum Abklingen zu bringen. Den Durchbruch zu einem Produkt verdanken wir dem Orthopäden Nicolas AIGNER, der im Orthopädischen Spital Wien-Speising austherapierte Patienten aus ihrer schlimmen Lage durch REPULS befreien konnte. Über weitere Erfolge könnte Ihnen die Erzeugerfirma RELUX berichten.
    Über die Wirkungsweise haben wir uns natürlich den Kopf zerbrochen. Meine frühe Hypothese, wir greifen das für den Stoffwechsel des entzündungssteuernden Leukotrien B4 wichtige Molekül 12-Oxo-Leukotrien B4 an, wurde durch organische Chemiker erhärtet, die mir die geometrische Lage und die Partialladungen der 54 Atome des 12-Oxo-LTB4 angeben konnten. Eine nichtlineare Theorie konnte, darauf bauend, ausgewertet, die Absorption berechnet und die Hypothese erhärtet werden. Die Veröffentlichung ist imgange.
    Zur Wärmeentwicklung: Es ist Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, daß im Frequenzbereich von REPULS Wasser so gut wie nicht absorbiert. Daher ist die Wärmeentwicklung, ganz im Gegensatz zu Infrarotquellen, ausserordentlich gering. Ein einfacher Selbstversuch hätte Sie davor bewahrt Falsches zu behaupten.
    Zur Frequenzverdopplung: Ohne derartige nichtlineare Phänomene gäbe es keine Nachrichtentechnik. Es besteht kein wissenschaftlicher Zweifel daran, daß ein Dipol mit seiner halben Resonanzfrequenz (doppelten Wellenlänge) erregt werden kann. Allerdings ist hohe Intensität erforderlich, und die liefert REPULS mit 0,4 Watt/cm^2.
    Als wir bei einer internationalen Konferenz eine der ersten mit dem Cochlearimplantat versorgten Patientinnen, einer medizintechnischen Assistentin aus der Berliner Charite, die in jungen Jahren ihr Gehör durch eine Erbkrankheit verloren hatte, vorgestellt hatten, hielt uns (die Erfinder und unseren hochgeschätzten medizinischen Partner, Prof.Kurt BURIAN, Chef der 2.HNO-Klinik in Wien) ein berühmter britischer Otologe für Schwindler. Er hat sich für diese Fehlleistung nach ausreichender Information in typisch englischer Fairness entschuldigt. Nordrhein-Westfalen ist ja nicht allzuweit von England entfernt?

    Freundliche Grüße aus Wien von Fritz Paschke, Dipl.Ing. Dr.techn., Dr.h.c, em. Prof. an der TU Wien

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  2. Sehr geehrter Herr Dr. Paschke,
    ich fühle mich geehrt. Ein Cochlearimplantat stand nicht zur Debatte. Auch stand die photodynamische Therapie von Hautkrebs nicht zur Debatte, die es in ca. 20 Jahren nicht geschafft hat, von den Krankenkassen anerkannt zu werden.
    Bis zur Vorlage geeigneter wissenschaftlicher Studien bleibt es bei meiner Einschätzung von Repuls.
    Mit freundlichen Grüßen!
    Dr. med. L.M. Kirsch

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