Tuesday, October 21, 2014

Ernährung bei Osteoporose


Osteoporose (Knochenschwund) ist weit verbreitet, besonders unter Frauen nach der Menopause und z.B. bei Rheumatikern, teilweise durch die entzündlich-rheumatische Erkrankung, teilweise durch die notwendige Therapie mit Kortison. Bereits ab dem 30. Lebensjahr beginnt die Knochenmasse physiologischerweise abzunehmen. Durch Bewegung, Ernährung und Medikamente lässt sich das Risiko mindern und die Osteoporose behandeln.


Vitamin D3
Vitamin D3 ist für die Aufnahme von Kalzium erforderlich. In der Nahrung ist nicht ausreichend vorhanden. Reich ist z.B. Hochseefisch, aber der ist auch reich an Eiweiß. Die Inuit haben bei traditioneller Ernährung die höchste Aufnahme an Kalzium und Vitamin D3, aber sie sind dann auch das Volk mit der höchsten Rate an Osteoporose (Eiweiß und Phosphate). In anderen Ländern ist die Milch mit Vitamin D3 angereichert; in den USA sind übrigens auch Soja- oder Hafermilch und andere milchartigen Getränke gesetzlich mit Vitamin D3 angereichert. Vitamin D3 wird in der Haut produziert, in Deutschland aber auch nur ausreichend im Sommerhalbjahr. Bei älteren Menschen und z.B. bei der dünneren Haut im Rahmen der Therapie mit Kortison wird weniger Vitamin D3 hergestellt. Unter Umständen muss also Vitamin D3 als Tablette zugeführt werden.

Kalzium (in der Fachsprache auch Calcium)
Kalzium findet sich in vielen Nahrungsmitteln, aber wichtig ist das Verhältnis zu Phosphat, da es den Knochen entkalkt. Ein hohes Verhältnis besteht z.B. bei Küchenkräutern, Löwenzahn, Grünkohl, Fenchel, Porree. Hartkäse ist besser als Weichkäse, wenn es ums Kalzium geht. Eine gute Kalziumquelle kann auch Mineralwasser sein. Dann müssen Sie aber auf das Etikett nach dem Kalziumgehalt schauen; es sollte schon über 500 mg/l enthalten. Link: http://www.endokrinologie-im-zentrum.de/kalziumgehalt.php Darüber hinaus gibt es aber noch mehr Mineralwässer mit hohem Kalziumgehalt! 1000 mg Kalzium sollten Sie als Erwachsener schon täglich aufnehmen.

Phosphat
Phosphat in der Nahrung ist notwendig, aber zu viel führt zu Verlust von Kalzium. Fleisch- und Wurstwaren sowie Schmelzkäse sind reich an Phosphaten, aber auch Limonaden, z.B. Colagetränke, werden mit Orthophosphorsäure versetzt, und sind deshalb schlecht für den Kalziumhaushalt. Auf phosphatreiche Lebensmittel sollte man verzichten.

Eiweiß
Tierisches Eiweiß fördert den Knochenabbau, da Kalzium zum Abpuffern der Säure benötigt wird und dann mit dem Urin aus dem Körper ausgeschieden wird. Pflanzliches Eiweiß macht dies in geringerem Umfang. Soja, Kichererbsen, Linsen oder Leinsamen enthalten zudem Phytoöstrogene, die einen Schutz vor Osteoporose bieten.

Oxalsäure
Manche Lebensmittel sind reich an Oxalsäure und die bindet Kalzium, das dann über den Stuhl ausgeschieden und nicht ausgenommen wird. Sauerklee, Rhabarber, Spinat, Mangold und Kakao sind reich an Oxalsäure.

Phytinsäure
Phytinsäure kommt in sonst gesunden Lebensmitteln vor, nämlich Vollkorn und Hülsenfrüchten. Ob sich dahinter ein Nachteil verbirgt wird heftig diskutiert. Im Sauerteigbrot ist der Phytingehalt übrigens durch das lange Einwirken von Enzymen vor dem Backen deutlich reduziert.

Kochsalz
Kochsalz (Natriumchlorid) führt über eine vermehrte Urinproduktion auch zu Kalziumverlust. Da durch zu viel Kochsalz auch andere Krankheiten verschlechtert oder ausgelöst werden, kann ein Verzicht auf zu viel Kochsalz sinnvoll sein.

Genussmittel
Verschiedene Genussmittel wirken sich ebenfalls negativ auf die Kalziumbilanz aus, d.h. es geht Kalzium verloren. Alkohol und Kaffe fördern die Kalziumausscheidung. Und Nikotin führt durch Verengung von Gefäßen zu einer schlechteren Versorgung des Knochens mit Kalzium.



Für Ernährung gilt aber, sie soll ohne Zwang gestaltet werden und insbesondere soll es auch schmecken. Trotzdem kann man die Ernährung zugleich wohlschmeckend und gesund gestalten, so dass man auch einen Beitrag zu Verhinderung von Osteoporose leisten kann.

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