Friday, May 29, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 29.05.2026

 


Die Wand ergraut,
das Fenster erblindet,
die Langeweile
hockt auf meinem einzigen Stuhl.
Werner Lutz [1]


Lupinen 
    laß uns 
Von 
Lupinen 
Sprechen
Ihrem 
Schwachen 
Feuer 
In 
Der 
Dämmerung 
Südlich 
Der 
Stadt und 
    Östlich 
Der Berge

Pudel 
    mit einem 
Pudel 
Vor 
Der 
HundeSchule
Sie 
Trägt 
Pumps
Der 
Pudel
Schleifchen 
Und 
Ich 
Warte noch 
    Bis 
Zum HorrorFilm 

SpurWechsel
    Spur-
Wechsel 
Auf 
Dem 
Meer
Die 
Wellen kommen 
    Immer 
Noch vorAn

SchachBrett 
    auf meinem 
SchachBrett 
Schwimmen
Das 
BlauWalPaar
Die 
Quallen
Die 
SeePferdchen
Und 
Der 
Hai 
Und 
WellenSchlag 
    Mißt 
Die Zeit

Dichter
    ihr Dichter 
Schreibt 
HeldenGedichte 
Vom 
Tod 
An 
Der 
Front
Denn 
Die
BeNötigen wir 
    Bald 
Wieder einmal   

Grönland 
Da war dieser Inuit aus Grönland
Der so vortrefflich 
Über Gärten schrieb 
Und mit dem warmen Strom 
Pflanzte er im Süden des eisigen Landes 
KokosPalmen 
DattelPalmen
Später auch Bananen
Grönland, Grünland, grünes Land 
Und der Weizen wiegt sich im Wind 
Wie einst in der Ukraine 

MannschaftsBus
Nach dem Spiel 
Im MannschaftsBus 
Wird gejohlt und geschrien
Gelacht und manchmal geweint
Dann aber füllt sich alles
Hüllt sich alles in Schlaf
Bis auf den Fahrer … hoffentlich

Gedichte 
    auch wenn 
Gedichte 
Auf 
Dem 
Papier 
Enden
So 
Gehen sie 
    Doch 
Immer weiter

Mehr noch 
    laß die 
Wörter 
Wie 
Blut 
Auf's 
Papier 
Tropfen
Um 
Sich 
In 
Einem 
Rinnsal 
Der 
Zeit 
Zu verLaufen
    Und 
Zu trockenen

AutoBahn 
    die Lava
Fließt 
Über 
Die 
AutoBahn 
Und 
Asphalt 
VerDampft teilWeise
    Wie 
Heftige Liebe 

GeZeiten
    die GeZeiten 
Kommen 
Und 
Gehen 
Im 
Kreis
Immer 
Wieder
Aber 
Das 
Leben 
Ist 
Ein 
Strahl
Der kommt
    Bleibt 
Und geht

Traurig 
    der Wind 
An 
Der 
FelsKüste 
Ist 
Nicht 
Traurig
Er 
Ist 
Feucht 
Und 
Kalt
Die 
Kälte 
Zwischen uns 
    Aber 
Ist traurig 

Das Tal 
Still liegt das Tal 
Mit Bach und Wiesen 
Der Wind weht nur 
Um Bäume und Büsche zu bewegen 
Es sind Häher in der Luft
Eines Häher's tué 
Die Mäuse aber sieht man nicht 
Von Mäusen und Menschen sieht man nichts
Gerade eben im Tal
 



Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Werner Lutz [1a]: Verschlossen. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 7. Jahrgang 1960. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 201.
[1a] Werner Lutz (1930-2016) war ein Schweizer Dichter, Maler und Grafiker.
https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Lutz 
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

.
 


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