Friday, September 25, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 25.09.2026


Alle Straßen haben die Nachgiebigkeit
des Abends, der vom See kommt
und die getrockneten Netze der Fischer
vor sich herträgt.
Walter Helmut Fritz [1]

Regen 
    ganz ohne 
GRoll 
Werden 
Die 
Wolken 
Vom 
Wind 
GeRollt
Bis 
Es 
Aus 
Ihnen 
 – sie weinen nicht –  
Aber 
Bis es 
    Aus 
Ihnen regnet   

zu kurz 
der sommer ist zu kurz
das leben ist zu kurz
auch ich bin zu kurz 
kurzum 
verlängern ist auch zu kurz 

Wiesn 
    auf der 
Wiesn 
Nur 
Ja 
Nicht 
Auf 
Die 
Wiese 
Setzen … 
Ist ein 
    Gut 
Gemeinter Rat [2] 

VorMärz 
    der Bauer 
Hatte 
Schon 
Die 
Rösslein 
AnGespannt
Aber 
Die 
NordHänge 
Der 
AckerKrume 
Waren noch 
    Weiß 
Von Schnee

MorgenGrauen 
    das Grauen
Das 
Grauen
Mit 
Dem 
MorgenGrauen 
War 
Die 
Nacht 
Vorbei
Er/sie 
Aber 
War in 
    Der 
Nacht geBlieben

Zimmer
    das Zimmer 
Ist 
Eine 
SchneeKugel
Dir 
Immer 
Wieder 
Vom 
Schicksal 
UmGeDreHeT 
Wird
DaMit der 
    Schnee 
Fallen kann

Nixe 
    die kleine 
Nixe 
Wie 
Auch 
Die 
SeeRose 
Laß 
Weiter blühen 
    In 
Den Fluten 

Platz 
Wo die Sonne sich ausRuht 
Da ist noch Platz hinter dem Schober 
Wir sitzen auf einem Ballen Stroh
Der dort verGessen verWittert 
Und sprechen uns 
Ganz leise flüsternd in die Ohren 
Weil's so romantischer ist 
Aber irgendWann stehen wir auf 
Und überLassen anderen den Platz 

Der arme Baum 
    da saßen 
Kormorane  
Auf 
Dem 
Armen 
Baum
Denn 
Der 
Hatte es 
    Und 
War nun verSchissen 

Mond   
    da geht 
Der 
Mond 
Auf 
Und 
Ab 
DurchStreift 
Die 
Gassen 
Der Stadt
    Als 
Heller Golem 

InselBerg & Meer   
Der Zwerg auf dem Berg 
Schaut auf 
Die Glut in der Flut
Das Schwellen der Wellen 
Deine Schritte 
Im Sand am Strand? 
Dein Mund unterm Mond 
Zwerg und Zwergin sind wir 
Endlich im UnEndlichen 

Träume
    aus manchen 
Träumen
Findet 
Man 
Nicht 
Hinaus
Aber 
Douglas -: come 
    And 
Find out


Wenden 
    wir schwimmen 
Durch 
Das 
Becken 
Der 
AllTäglichkeit 
Und 
Wänden 
Und schwimmen 
    Zurück
Und wenden und …

Romantisch 
Der Wind rüttelt in regenNassen HerbstBlättern
Die noch an den Bäumen kleben 
Schwache Lichter tanzen 
IrrLichter oder der Mond 
Der Lücken findet
Wir heben die Gläser im KerzenSchein
Die Farbe des Weins ist nicht erKennbar
Der Wind löscht die Kerzen
Die Farbe deiner Stimme ist nun erKennbar 
Im Dunkel der tanzenden Irrlichter 
Greifen unsere Hände inEinAnder

WeihWasser 
    da warst 
Du 
Doch 
ErSchreckt
Als 
Ein 
Tropfen 
WeihWasser
Durch 
Dich 
Brannte 
Wie Blut 
    Von 
Einem Alien 

Mond [3]
    wie schön 
Wenn 
Mond 
Und 
Wolken 
Leise 
Über 
Den 
Himmel 
Schleichen 
Und 
Nur 
Arno Schmidts 
    Metaphern 
Für Lärm sorgen 





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Walter Helmut Fritz [1a]: Reichenau. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 9. Jahrgang 1962. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 525. 
[1a] Walter Helmut Fritz (1929-2010) war ein deutscher Lyriker, Essayist und Romancier.
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Helmut_Fritz 
[2] … und gemein dazu.
[3] Ja, Mond, noch einmal und kein Mond (1) und Mond (2). Ich weiß doch überhaupt nicht, wie oft ich über den Mond geschrieben habe.

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