In der Regel schreibe ich mehr über katholische Kirchen in der Eifel, ganz einfach, weil sie offenstehen, jedenfalls ab einem bestimmten Punkt und der liegt bei Kall, nördlich davon sind die Kirchen, auch die katholischen Kirchen in der Regel geschlossen, auch um Mechernich sind die Kirchen geschlossen. Jetzt aber hatte ich die Chance, eine evangelische Kirche, die sowieso in der Regel geschlossen sind, zu besichtigen, weil ich im Gemeindehaus zu tun hatte, und mir die Pfarrerin netterweise die Kirche aufgeschlossen hatte.
In Dünnwald wohnen etwa 11.000 bis 12.000 Menschen auf einer Fläche von nicht ganz 11 Quadratkilometern, daraus resultiert eine Bevölkerungsdichte von 1069 Einwohner/km²; zum Vergleich: ich bin in Köln-Buchforst aufgewachsen mit einer Bevölkerungsdichte von 8808 Einwohner/km² und lebe jetzt in Kall mit einer Bevölkerungsdichte von 169 Einwohner je km² [1]. Ich kenne Dünnwald seit frühester Kindheit über den Wildpark und das Freibad. Später bin ich oft aus Holweide zum Höhenfelder See gegangen; ich war derjenige, der dort im Winter auf dem Schnee im Schneidersitz saß. Es gibt dort ca. 400 Grabhügel aus der Zeit von 900 bis 400 v. Chr., d.h. späte Bronzezeit bzw. frühe Eisenzeit. Tersteegenkirche, Wildpark, Hügelgräber und weitere gehören zum Dünnwalder Kulturpfad.
Gerhard Tersteegen kenne ich aus dem Evangelischen Gesangbuch (zehn seiner Lieder sind dort vertreten) und immerhin hat die Ärztekammer Nordrhein in der Tersteegenstraße in Düsseldorf ihren Sitz und da mußte ich z.B. für die Facharztprüfungen (Innere Medizin und Rheumatologie) hin. Gerhard Tersteegen lebte von 1697 bis 1769. Wikipedia bezeichnet in „als bedeutender Kirchenlieddichter und Mystiker des reformierten Pietismus“ [2].
Die Gemeinde beschreibt ihre Kirche so: „Die Kirche, 1937 – 1938 errichtet, hat ihren Namen nach dem rheinischen Mystiker und Liederdichter Gerhard Tersteegen (1697 – 1769) erhalten. Sie folgt dem Typus einfacher Dorfkirchen. Der gedrungene Turm mit dem Pyramidendach betont den Altarbereich, das Dach des Schiffes überdeckt mehrere Gemeinderäume. Dimensionen und Materialwahl dokumentieren die Möglichkeiten einer kleinen Vorortgemeinde in den dreißiger Jahren.“ [3]
Zwischen dem Gemeindehaus und der Tersteegenkirche befindet sich ein Platz, der auch von Kindern zum Spielen genutzt wird. Die Saalkirche ist weiß verputzt und Türen, Fenster sowie weitere Elemente sind rot angestrichen. Das verleiht der Kirche einen freundlichen Charakter. Oft sieht man diese Anstriche in Grün, aber die Entscheidung für Rot halte ich für besser.
Die Kirche ist nicht geostet, die die Längsausrichtung ist etwa NordWest zu West / SüdOst zu Ost. Der Altar kann versetzt werden und stand früher dauerhaft in NordWest zu West unter dem Pyramidenraum und kann eben erneut bei größeren Gottesdiensten zu gesetzt werden, da dann auch ein weiterer Raum genutzt werden kann. Aktuell wird der Raum aber in der Querausrichtung genutzt, so daß man die Stühle im Halbkreis in Richtung Altar aufgestellt hat.
Zwischen dem Gemeindehaus und der Tersteegenkirche befindet sich ein Platz, der auch von Kindern zum Spielen genutzt wird. Die Saalkirche ist weiß verputzt und Türen, Fenster sowie weitere Elemente sind rot angestrichen. Das verleiht der Kirche einen freundlichen Charakter. Oft sieht man diese Anstriche in Grün, aber die Entscheidung für Rot halte ich für besser.
Die Kirche ist nicht geostet, die die Längsausrichtung ist etwa NordWest zu West / SüdOst zu Ost. Der Altar kann versetzt werden und stand früher dauerhaft in NordWest zu West unter dem Pyramidenraum und kann eben erneut bei größeren Gottesdiensten zu gesetzt werden, da dann auch ein weiterer Raum genutzt werden kann. Aktuell wird der Raum aber in der Querausrichtung genutzt, so daß man die Stühle im Halbkreis in Richtung Altar aufgestellt hat.
Die Peter-Orgel [4] besitzt 646 Pfeifen; zum Vergleich: die Orgel der Christuskirche, deren Renovierung ich mitbekommen habe [5] besitzt 1645 Pfeifen [6] (das ist jetzt aber kein Wettbewerb, denn Orgeln müssen zur Kirche passen. In der Tersteegenkirche mußte man sich einiges einfallen lassen, damit man eine einwandfrei funktionierende und klingende Orgel bekam. Der Spieltisch wurde auf die Empore gesetzt (SüdOst zu Ost) und die Orgel selbst hätte dort keine Platz gefunden; sie sitzt fast wie eine Schwalbennestorgel im vorderen Bereich der Kirche (NordWest zu West). Die Orgel hat daher eine elektrische Ton- und Registersteuerung. Die Orgel wurde 1963 geplant und war im Juni 1967 fertig. Die ausführende Firma war Willi Peter Orgelbau. Die Firma hat auch vor ca. 1½ Jahren eine Sanierung wegen Schimmelbildung abgeschlossen [7].
Willi Peter stammte aus Brandenburg und hat lange in Köln gearbeitet [8]. Auf Wikipedia sah ich ein Bild des ehemaliger Firmensitzes in der Mülheimer Freiheit 113–115, an dem ich achtlos vorbeigegangen war, denn unabhängig von einander wohnten einer meiner Brüder und einer meiner Großväter in der Nähe. Die Firma Willi Peter baute (1954) und restaurierte (2011) die Orgel der Kartäuserkirche mit ihren über 4.000 Pfeifen und etwa 65 Registern. Dies ist die größte Orgel in einer evangelischen Kirche in Köln.
Willi Peter stammte aus Brandenburg und hat lange in Köln gearbeitet [8]. Auf Wikipedia sah ich ein Bild des ehemaliger Firmensitzes in der Mülheimer Freiheit 113–115, an dem ich achtlos vorbeigegangen war, denn unabhängig von einander wohnten einer meiner Brüder und einer meiner Großväter in der Nähe. Die Firma Willi Peter baute (1954) und restaurierte (2011) die Orgel der Kartäuserkirche mit ihren über 4.000 Pfeifen und etwa 65 Registern. Dies ist die größte Orgel in einer evangelischen Kirche in Köln.
Auf dem Altar fand sich auch ein Altargesteck, so daß ich fast einen Blogpost zum Altargesteck verfaßt hätte. Auf jeden Fall war es ansehnlich, ansprechend und angenehm gestaltet. Ein Raum für Gottesdienste, in dem man sich wohl fühlen kann.
Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCnnwald_(K%C3%B6ln)
https://de.wikipedia.org/wiki/Buchforst
https://de.wikipedia.org/wiki/Kall
[2] Gerhard Tersteegen war ein deutscher Weber, Laienprediger und Schriftsteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Tersteegen
[3] https://www.evangelisch-in-duennwald.de/tersteegenkirche/
[4] https://www.evangelisch-in-duennwald.de/peter-orgel/
[5] Besuch bei Orgelbau Fasen in Oberbettingen, Eifel
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/03/besuch-bei-orgelbau-fasen-in.html
[6] https://evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de/orgelnachrichten/
[7] Markus Dietz: Unsere Orgel wird wieder zum Klingen gebracht!
https://www.evangelisch-in-duennwald.de/unsere-orgel-wird-wieder-zum-klingen-gebracht/
[8] Willi Peter (1907-1978) war ein deutscher Orgelbauer, dessen Orgelbauwerkstatt bis heute existiert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Peter
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[1] https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCnnwald_(K%C3%B6ln)
https://de.wikipedia.org/wiki/Buchforst
https://de.wikipedia.org/wiki/Kall
[2] Gerhard Tersteegen war ein deutscher Weber, Laienprediger und Schriftsteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Tersteegen
[3] https://www.evangelisch-in-duennwald.de/tersteegenkirche/
[4] https://www.evangelisch-in-duennwald.de/peter-orgel/
[5] Besuch bei Orgelbau Fasen in Oberbettingen, Eifel
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/03/besuch-bei-orgelbau-fasen-in.html
[6] https://evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de/orgelnachrichten/
[7] Markus Dietz: Unsere Orgel wird wieder zum Klingen gebracht!
https://www.evangelisch-in-duennwald.de/unsere-orgel-wird-wieder-zum-klingen-gebracht/
[8] Willi Peter (1907-1978) war ein deutscher Orgelbauer, dessen Orgelbauwerkstatt bis heute existiert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Peter
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