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Saturday, March 7, 2026

Meine Reise nach Sri Lanka 2026 … vor den Details

Bevor ich in meinem Travelogue in Einzelheiten und dann primär auf Englisch über die Reise nach Sri Lanka berichte, möchte ich schon einmal etwas auf meinen Blog stellen. Nämlich, was das für eine Reise war und was der Hintergrund dafür war. Ich bin in den Jahren 1976 bis 1978 insgesamt dreimal in Sri Lanka gewesen und das hatte mir damals wahnsinnig gefallen, aber ich hatte später nicht die Zeit aufbringen können, nochmals dorthin zu reisen. Und jetzt war ausschlaggebend, daß ich auch einen entsprechenden Reiseveranstalter gefunden hatte, denn die Gefahr mit Sri Lanka ist groß, daß  man entweder nur Kultur oder keine Kultur macht und sich dann einfach auf der Tropeninsel ans Meer legt, was natürlich auch schön ist. Ich war schon mit dem Anbieter Wolkenbote auf einer Abenteuerreise durch die Mongolei unterwegs gewesen. Nun wurde eine Reise nach Sri Lanka angeboten. Da habe ich zugesagt und habe es nicht bedauert. Es war eine wunderschöne Reise.  


Der Veranstalter hat den prosaischen Namen „Reisen mit Dr. Elvira Friedrich“, aber die Webseite ist viel interessanter und dort heißt der Veranstalter Wolkenbote. Zum Wolkenboten zitiere ich gerne hier aus der Webseite von Frau Dr. Elvira Friedrich [1], einer Indologin. Es handelt sich um einen Eine-Frau-Betrieb.

Der Name Sri Lanka (Singhalesisch
ශ්‍රී ලංකා, Tamil இ லங்க) hat sich mittlerweile durchgesetzt, obwohl man immer noch vom Ceylontee spricht [2]. Ich erinnere mich gerne an meinen Vater, der gerne aus einem Englisch-Lehrbuch der 1930iger Jahre zitierte: „Tea from Ceylon is the best“. 1972 wurde der Name von Ceylon in Sri Lanka geändert. Die Portugiesen kamen im 16. Jahrhundert nach Sri Lanka und nannten die Insel Ceilao, die nachfolgenden Niederländer machte daraus Ceylon; der Name blieb von 1796 bis 1972. Ich war also in den 1970iger Jahren noch nah am Namen Ceylon. Ich erinnere mich, daß ich damals noch häufig erklären mußte, was nun Sri Lanka für ein Land sei. Übersetzen kann man den Namen Sri Lanka mit „die erhabene Strahlende [Insel]“. Im Jahr 2027 wir es auch eine Reise mit dem Wolkenboten geben [3].

Hier ist erst einmal die grobe Route:
Diefenbach - Köln - FRA - CMB - Negombo - Colombo - Yapuhawu - Wilpattu - Mihintale - Anuradhapura - Polonnaruwa - Sigiriya - Dambulla - Kandy - Ella – Buduruwagala - Tissamahara - Kataragama - Bundala - Rekawa - Galle - CMB - FRA - Köln - Diefenbach 

Mein Bruder Frank meint, daß die Fahrt aus der Eifel nach Frankfurt und dann wieder zurück das große Abenteuer wäre. Ich würde Abenteuer in Unwägbarkeiten ändern. Google KI schreibt: „Die Deutsche Bahn (DB) ist für ihre Unzuverlässigkeit bekannt, insbesondere im Fernverkehr. Viele Züge sind verspätet oder fallen aus, was zu Frustration bei den Reisenden führt. Die Hauptursache für diese Unzuverlässigkeit liegt im maroden und überlasteten Schienennetz sowie in den zahlreichen Baustellen, die zur Sanierung notwendig sind.“ Und ich schrieb einmal über das Gefühl nach einer Reise gestrandet zu sein [4].

Meinen Bruder Lutz nebst Schwägerin hatte ich in Sri Lanka nicht getroffen, wir habe uns nur knapp in Galle (um ein bis zwei Stunden) verfehlt. Allerdings hatte ich die beiden einmal in Frankfurt auf dem Flughafen (Sicherheitsbereich) zufällig getroffen, als sie von einer Reise zurückkehrten und ich gerade meine Reise begann. Von ihnen wird aber nochmals die Rede sein.

Nach einem Vol de nuit, also ziemlich kurze Nacht (!), kamen wir auf dem Flughafen in Sri Lanka an, ich erinnerte mich an den alten Flughafen, auf dem  einem ein Gemisch von Zimt- und Kerosingeruch entgegenschlug. Das war jetzt anders, weil man aus dem Flugzeug direkt in das Abfertigungsgebäude kam. Dann ging es aber auch sofort weiter und zwar nach Negombo, wo wir uns das den Ort, den Fischmarkt und natürlich die Boote ansahen, die für die Gegend von Negombo typisch sind. Danach ging es nach Colombo und durch die Altstadt. Das war sehr schön und das genau das Richtige, damit man den  Jetlag völlig vergißt. Gewohnt haben wir dort im Galle Face Hotel, in dem ein wenig die Atmosphäre der Kolonialzeit überdauert hat. In einem musealen Teil wird an das britische Königshaus erinnert. 

In Yapahuwa besichtigten wir die Felsenfestung – da steigt man ziemlich viele Treppen hoch, aber die Aussieht lohnt sich. Von dort ging es weiter über Becken zu Salzgewinnung zu einem Hotel in der Nähe des Wilpattu Nationalparks, interessant an einer Laguna gelegen. Am nächsten Tag ging es früh los, da man zur Beobachtung von Tieren früh unterwegs sein sollte. Nach Elefanten, Vögeln, Büffeln, Hirschen fuhren wir nach Anuradhapura.

Wir blieben zwei Nächte in Anuradhapura und besichtigten Mihintale, das als „Wiege des Buddhismus“ gilt. Dort besichtigten wir auch die Fundamente eines ayurvedischen Hospitals. 

Über die Besichtigung der 14 m hohen Monumentalstatue des Buddha aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. kamen wir zum Minneriya Nationalpark. Dort liegt auch der antike Minneriya See, erbaut im 3. Jahrhundert n. Chr., wobei das Ekho Lake House direkt am See liegt.





















Weiter nach Polonnaruwa, Jahrhunderte lang Hauptstadt des singhalesischen Reiches, um schließlich vom Dschungel überwuchert zu werden, bis man sie im Jahr 1890 wieder entdeckte.

In Sigiriya hatten wir Kontakt mit dem Massentourismus, denn wie eine Schlange winden sich sie Touristen auf den Felsen. Die Wolkenmädchen dürfen nicht mehr fotografiert werden; ich muss einmal nachschauen, ob ich noch ein altes Dia habe. Von dem Felsen hat man eine schöne aussicht auf die Ebene. Dort ist auch noch Dschungel und ich werde noch über den Touristen berichten, der Warnungen in den Wind schlug und … 

Wir besichtigten auch die Höhlentempel von Dambulla (UNESCO Weltkulturerbe). Die Wände sind über und über bedeckt mit
farbigen Darstellungen des historischen Buddha. Über Aluvihara – hier wurde im ersten vorchristlichen Jahrhundert zum ersten Mal der buddhistische Kanon (Tripitaka / Tipitaka) schriftlich niedergelegt – ging es nach Kandy, wo wir im Queens wohnten. Das Hotel stammt aus dem Jahr 1844 und liegt gegenüber des Zahntempels.

Auf dem weiteren Weg besichtigten wir eine Kautschukplantage und dann natürlich auch eine Teeplantage. Das war für mich besonders wichtig, da ich wieder über Tee schreiben möchte und ich einige Fotos als Illustration gut verwenden kann. Ich hatte teilweise bei meinen alten Teeartikeln auf 40 Jahre alte Bilder zurückgreifen müssen. Dann sind wir in Ella angekommen, wo wir einerseits den Little Adam's Peak bestiegen haben und andererseits uns an der grandiosen Aussicht vom Hotel aus in das Tal erfreut hatten. Wegen der Schäden, die der Zyklon Diwah Anfang Dezember 2025 hinterlassen hatte, war die Bahnstrecke von Nanu Oya nach Ella noch nicht befahrbar, aber die Strecke zwischen Badulla und Ella ist befahrbar; ich empfehle auch diese Richtung. Es war eine bezaubernde Fahrt.

Auf dem weiteren Weg nach Tissamahara besichtigten wir Reisfelder und probierten frische Mango und Curd, das ist ein Sauermilchprodukt aus Büffelmilch (eine Art Joghurt). In Budurawagala besichtigten wir die im 8. und 9. Jahrhundert aus dem Felsen gehauenen Reliefs. In Kataragama standen die Dagoba und eine Zeremonie auf dem Programm. Hierzu werde ich meine alten Unterlagen hervorholen und alte Fotos zum Vergleich einscannen.

Wir besuchten den Yala Nationalpark und am Tag darauf noch den Bundula Nationalpark, in dem besonders Vögel zu beobachten waren, aber auch Elefanten, Warane, Krokodile und Büffel. Danach gab es auch etwas Standleben in Rekawa. Die eine oder andere Schildkröte waren auch zu sehen.


Schließlich näherte sich das Ende der Reise. Wir fuhren über Galle, wo ich Bruder und Schwägerin verpaßt hatte. Eine Mitreisende war auch zeitgleich am Herdergymnasium, aber einige Klassen unter mir. Es war schon ein Zufall, daß auf der Reise eines Hamburger Veranstalter sich zwei Kölner trafen. Und sie hatte, wie ich zu Hause recherchierte, auch noch mit meinem Bruder in einer Jahrgangsstufe Abitur am Herdergymnasium gemacht. Wir fuhren dann über Colombo (Abendessen) weiter zum Bandaranaike Airport und Sri Lankan flog uns über Pakistan und Afghanistan zurück nach Deutschland. Fast alle anderen Linien flogen nicht, denn der Krieg im Iran hatte kurz vor unserer Fahrt nach Colombo begonnen. Wenn man der Flugkarte trauen kann, sind wir im Kaspischen Meer eingetaucht und im Schwarzen Meer wieder aufgetaucht. Aber mein Bruder Lutz und meine Schwägerin sind noch in Sri Lanka, denn sie sind mit Emirates geflogen. Sie haben den Urlaub verlängert und werden über Beijing zurückkehren.

Herzlichen Dank Wolkenbote für eine wunderschöne Reise!




Links und Anmerkungen:
[1] „Wolkenbote:
So nannte der indische Dichter Kalidasa sein lyrisches Werk, das sich außerordentlicher Beliebtheit erfreute. In diesem Gedicht beauftragt ein aus seiner Heimat verbannter Höfling eine Wolke, die mit geballter Kraft gen Norden zieht, seine zurückgebliebene Geliebte zu trösten und zu grüßen. Die Wolke solle über die Städte und Länder fliegen, dabei die Freunde des Traurigen grüßen, der sich doch selbst so gern auf den Weg durch die wunderbaren Landschaften machen möchte.“
https://www.wolkenbote.de/ 
[2] Mehr zu Sri Lanka hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sri_Lanka 
https://en.wikipedia.org/wiki/Sri_Lanka 
Zu den verschiedenen Toponymen ist der englische Artikel besser.
[3] https://www.wolkenbote.de/reisen/sri-lanka-2027/ 
[4] https://rheumatologe.blogspot.com/2023/07/strandungen.html 


Sunday, February 2, 2025

Kaffee und Tokyo Vice

 


Tokyo Vice ist eine US-amerikanische Fernsehserie [1] und hat eigentlich überhaupt nichts mit Kaffee zu tun. Also eine Abschweifung direkt zu Beginn des Blosposts. Aber Kaffee wird auch getrunken. Allerdings wird mehr Tee (お茶), Bier, Whisky oder besonders Champagner getrunken. Die Serie spielt in Tokyo im Jahr 1999. Da kommen VHS-Kasetten und Musik-Kasetten vor! Und Yakuza (ヤクザ) [2]. Die Serie ist nach 18 Filgen beendet worden. Sie ist hochspannend, aber man muss sich schon auf Japan einlassen können. Das, was sie auszeichnet, macht sie für MAGA-Amerika uninteressant. Schade! Und jetzt kommen wir zum Kaffee, denn ich wollte mir heute schnell eine Tasse  Kaffee aufbrühen und war schon am löslichen Kaffee, aber dann dachte ich … da ist doch noch die Packung mit dem Tassenfilter, den ich aus Japan mitgebracht bekommen hatte.


Manch einer wird sich noch erinnern, daß ich einmal in Argentinien einen Kaffee in Beutel, ja so wie Teebeutel, gefunden hatte [3]. Hier aber packt man einen Filter aus, der in die Tasse gehängt wird und dann gießt man kochendes Wasser darauf. Auf der Vorderseite der Packung steht, daß es sich um einen dunklen Kaffee zum Aufbrühen (深いコケドリップコーヒー) handelt. Auf der Rückseite wird die Handhabung erklärt, auch daß der Kaffee aus Vietnam und Brasilien sowie weiteren Ländern stammt. Für das Hotelzimmer sicher besser als ein Tütchen löslicher Kaffee.


Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Tokyo_Vice
[2] Ja, richtig! Das wird im Japanischen in Katakana geschrieben. Und beeilen muss man sich, weil die Serie nur noch bis zum 17.02.2025 in der ARD-Mediathek zu sehen ist.
[3] Coffee - a Remarkable Experience in Argentina
https://rheumatologe.blogspot.com/2015/11/coffee-remarkable-experience-in.html Ach, auch schon über neun Jahre her!

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Tuesday, April 16, 2024

Mongolia - The Head of the Muhart River in the Dunes


After we had passed the rock gate, Senjit Khad (Сэнжит хад), we drove on and finally reached  Camp Muhart River (Мухартын гол) [1] via the rock relief and found a place to camp in the dunes. We had lunch there and, interestingly enough, Juri and Svetla, who we had met two days before, somehow found us there. They had driven through the stone gate in the snow.

After we said goodbye to the two of them, we walked or drove down a high dune. It was like a roller coaster ride down the steep track with everyone in the seats holding on with an extra hard grip and screaming loudly. But then you had to park the Furgon and continue on foot.




There is already a little tourism with horses that can be rented. Families during their summer leisure activities use this offer. But we walked to the well area. As we walked along the edge of the dunes, the horses - with their riders, mind you - rushed towards us through the flat riverbed. The dunes around the spring were gorgous and you could see the water emerging from the edge below the massive sand. We then partly returned through the stream bed. I took a different path somewhere to the right because I thought there must be a path on this side of the river too. There was one, but it wasn't particularly trodden in. There were also a few carcasses lying on or next to the path: a cow, a goat, a sheep. At a narrow point I went back through the river to the path on the left side.






We went back to the barrier where a guard had a small house. He told us that he had fined some local tourists who had driven through the barrier. Too bad that it was only about 20€.

On the way to our lone and only camping ground we stopped again at the bed & breakfast place with the small supermarket. At least you could buy something there. I still don't understand how anyone would want to spend the night in the huts when there are also gers.



Links and Annotations [2]:

[1] The text ends, so to speak, with “Mongolia – Rock Gate and Relief between Khar Nuur and Muhart River”
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/mongolia-rock-gate-and-relief-between.html
[2] Just to warrant the plural.

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Monday, October 10, 2022

The Grand Tour – Jaipur, Jantar Mantar, 1728


 

Harry Seidler [1] zeigt in seinem Buch auf einer Seite eine Aufnahme des Observatoriums in Jaipur.  Es handelt sich um eine schöne Übersichtsaufnahme. Der Text allerdings ist lakonisch und lautet: „Jaipur, Jantar Mantar (oder Observatorium), 1728“.

Der Maharaja Jai Singh II von Jaipur ließ zu Beginn des 18. Jahrhunderts fünf Jantar Mantar, das sind aus Stein gebaute Instrumente zu astronomischen Beobachtungen [2], bauen, davor natürlich eins in Jaipur. Wie Tycho Brahes Mauerquadrant [3] konnte man damit schon vor der Erfindung des Fernrohrs sehr genaue Beobachtungen anstellen. Jai Singh II lebte von 1681 bis 1743 [4]. Der Maharaja war außer an Astronomie auch an Mathematik und Architektur interessiert, so ließ er  Euklids „Elemente der Geometrie“ sowie Arbeiten zu Trigonometrie und Logarithmen ins Sanskrit übersetzen.



Diese Gebäude des Jantar Mantar (Berechnungs-Instrument) wurden in der indische Astronomie  verwendet, um Finsternisse und andere astronomische Ereignisse genau vorherzusagen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, wie in Europa oder China war die frühe Astronomie immer auch Astrologie, weshalb es besonders Herrschern wichtig war, Astronomie und genaue Messungen zu finanzieren. Die in diesen Observatorien Genauigkeit war besser als die von jesuitischen Astronomen, die Jai Singh II. in seine Observatorien eingeladen hat.

Obwohl die fünf Observatorien bereits architektonische Errungenschaften waren, gereichte der Bau der Stadt Jaipur (später als „Rosa Stadt“ bekannt) Jai Singhs gnoch zu größerem Ruhm. Das wäre allerdings ein Thema für sich; ich bin mir sicher, daß wir uns den Palast der Winde (Hawa Mahal) einmal näher ansehen werden.




Links und Anmerkungen:
[1] Auftakt und Buchbesprechung hier: https://rheumatologe.blogspot.com/2022/06/the-grand-tour-buchbesprechung-und.html
Harry Seidler: The Grand Tour - Reise um die Welt mit dem Blick des Architekten. Taschen GmbH, Köln 2004. ISBN: 3-8228-3871-6
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Jantar_Mantar
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Tycho_Brahe
[4] https://en.wikipedia.org/wiki/Sawai_Jai_Singh


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