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Friday, September 15, 2017

Rheumadocs stellen sich auf dem DGRh Kongress 2017 in Stuttgart vor


Die rheumadocs sind ein eingetragener Verein von jungen Medizinerinnen und Medizinern (Alter unter 45 Jahren), die sich für das Fach Rheumatologie begeistern. [1] Eine Vorstellung erfolgte neben dem Kongress auch in der Zeitschrift Rheuma Management [2]. Die rheumadocs wollen: „Netzwerke schaffen, Austausch ermöglichen und Weiterbildung verbessern.“ Mit einem eigenen Arbeitskreis in der deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) wollen sie die Interessen junger Rheumatologen wahrnehmen und die Rheumatologie in Deutschland weiterentwickeln.
Auf dem Kongress waren die rheumadocs mit einem Stand im Rheumahaus vertreten und haben außerdem ein Poster veröffentlicht. Mit Stolz darf ich anmerken, dass sich Frau Dr. med Isabelle Geffken und Frau Dr. med. Vossen unter den Ärzten befinden, die u.a. von mir am Rheinischen Rheuma Zentrum ausgebildet werden.


 Reges Interesse bei den rheumadocs




Das Poster berichtet über die „Verwendung neuer Medien in der Rheumatologie“ [3]. „Die Online Plattform Pubmed ist am beliebtesten und ist 97% der Befragten bekannt, 89% nutzen sie heute schon mindestens einmal monatlich. Andere Online Informationsplattformen zeigten eine starke Altersdiskrepanz: Amboss (eine Lernplattform) wird von 64,5% der 21-30 Jährigen und im Gegensatz gar nicht von den 51-60 Jährigen genutzt. Coliquio zeigt sich im Gegenzug mit 3,2% (21-30 Jahre) zu 76,5% (51-60 Jahre).“ Schlussfolgerung: „Schon heute ist der Einsatz von neuen Medien und Online Plattformen insbesondere in den jüngeren Altersklassen etabliert. Ein Konsens aller Altersklassen besteht darin, dass zudem auch die Anwendung von Apps sowie computerbasierten Entscheidungshilfen heute und insbesondere in der Zukunft einen wichtigen Stellenwert für den klinischen Alltag einnehmen.“


Frau Dr. Vossen präsentierte das Poster für die Autoren
 

Links:
[2] Vossen, D., Sewerin, P. und Geffken, I.: Rheuma Management, Juli/August 2017, S. 12
[3] Geffken, I., Vossen, D., Kleyer, A., Hueber, A.: Verwendung neuer Medien in der Rheumatologie. Poster VS. 6 beim DGRh Kongress 2017 in Stuttgart.

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Tuesday, September 12, 2017

Kongress der DGRh (Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie) 2017 in Stuttgart


„Ich hab gesehen, Du warst in so einer abgefahrenen Session“, sagte mir eine befreundete Kollegin. Ja, da hatte ich aus dem weiten Feld des Angebots mir eine Session „experimentelle Rheumatologie“ herausgesucht. Der wissenschaftliche Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie bietet neben Diagnostik und Therapie auch ein Forum für die Grundlagenforschung.

Bei der angesprochenen Session handelt es sich um eine Veranstaltung mit dem Titel „Mechanisms of Tolerance“; ja, manche Vorträge oder Sessions wurden auf Englisch abgehalten und so ist der Begriff Session auch korrekt. Es war interessant, wie über Zellstudien berichtet wurde. Wie z.B. Fibroblasten mit CCR6 aktivierten Th17 Lymphozyten interagieren, wobei TNF-alpha und IL-17 eine Rolle spielen, und schließlich die Fibroblasten IL-6, IL-8 und MMPs sezernieren. Fast noch interessanter war es, die Kollegen zu beobachten, die sonst Studien zur Anwendung von Medikamenten vorstellen und nun zufrieden der reinen Wissenschaft lauschen.

Zu den wissenschaftlichen Ergebnissen werde ich mich in einzelnen Artikeln hier auf dem Blog äußern.


Die DGRh (Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie) feiert in diesem Jahr ihr 90 jähriges Jubiläum. Sie hat aktuell mehr als 1.400 Mitglieder. „Sie repräsentiert die rheumatologische Wissenschaft und Forschung und fördert deren Entwicklung. Im Jubiläumsjahr beleuchtet die DGRh ihre Geschichte, richtet den Blick aber auch in die Zukunft.“[1]
Vielleicht interessiert mich Prof. Holm Häntzschel, weil ich in der Chemnitzer Straße wohne und er in Chemnitz geboren wurde, vielleicht auch, weil er mir einmal das Du angeboten hat. Vielleicht aber auch, weil er der erste Rheumatologe in der DDR war, der in einer demokratischen Wahl im April 1990 zum Vorsitzenden der Gesellschaft für Rheumatologie der DDR gewählt worden ist. [2] Kurz darauf war er bei der Zusammenführung der beiden Gesellschaften in die jetzige DGRh maßgeblich beteiligt.

 
Links:

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Monday, September 11, 2017

Biosimilars und Biologika auf dem DGRh Kongress 2017 in Stuttgart



Warum ist die Politik so daran interessiert, warum Krankenkassen, Patientenverbände, Fachgesellschaften? Weil sie zuvor ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Denn sie haben der Preisexplosion nicht Einhalt geboten. Das fing schon vor den Biologika an, aber hierbei ist es doch besonders offensichtlich – und ein Ende ist da nicht in Sicht, wenn wir an die small molecules wie Tofacitinib oder Baricitinib denken. So steigen die Preise weiter an. Der Markt wird immer unüberschaubarer.
Biosimilars kommen wie Innovationen daher, als hätte die Welt darauf gewartet, aber es sind schließlich nur  Imitate; die entscheidenden Ideen haben andere gehabt und in Studien die Wirksamkeit nachgewiesen. Die  Patienten jedenfalls werden damit überfordert. Insbesondere wo es neben Biosimilars auch schon Bioidenticals gibt. Auch wenn ich nicht auf Biosimilars gewartet habe, werde ich sie denooch anwenden, besser anwenden müssen.

Welche Biosimilars haben wir denn? Welche Biologika wurden denn vorgestellt? Gab es funkelnagelneue Bio***s? In dieser Übersicht werde ich mich auf den Einsatz dieser Medikamentengruppe in der Therapie der rheumatoiden Arthritis, der Psoriasisarthritis und den seronegatiben Spondyloarthritiden beschränken.

Biosimilar-Kandidaten zu Humira® (Adalimumab) BI 695501 von Boehringer Ingelheim - ENCORE.42 (Encore sind Poster, die bereits anderswo gezeigt wurden) - das Poster beschäftigt sich mit dem Autoinjektor. Encore.47 beschäftigt sich mit Wirksamkeit und Nebenwirkung und findet keinen wesentlichen Unterschied.

Ansonsten fanden sich viele Poster zu Secukinumab, aber auch Daten zu Tocilizumab, Certolizumab, Canakinumab, Sarilumab, Abatacept, Golimumab, Rituximab, Ixekizumab und Infliximab.

H. Kellner präsentierte Daten aus seiner Schwerpunktpraxis (EV.13): " Hohe Patientenakzeptanz bei Neueinstellung oder Umstellung von Originalabiologika (Enbrel, Remicade) auf Biosimilar-TNF Ak". Die Arbeit hat nur geringe Fallzahlen. In der Schlussfolgerung lesen wir: "Den angesprochenen Patienten ist die Möglichkeit einer substanziellen Kostenersparnis bei Einsatz von Biosimilar durchaus bewußt und ein wesentliches Element der Bereitschaft selbst Biosimilars zu verwenden." Das kann ich so aus den Ergebnissen nicht herauslesen. Ob eine Kostenersparnis dauerhaft gegenüber den Originalherstellern bestehen bleibt, muss die Zukunft zeigen, denn es wird wahrscheinlich zu Festpreisen kommen.

Zusammenfassend spielen die Biosimilars in der Wissenschaft eine untergeordnete Rolle. Das liegt in der Natur der gesetzlichen Bestimmungen, denn es muss nur der Nachweis von gleicher Effektivität und Nebenwirkung zum Orinalpräparat in einer Indikation nachgewiesen werden. Das sollte auch leicht möglich sein, wenn die Strukturgleichheit gegeben ist - und davon ist auszugehen. Für Infliximab haben wir die Biosimilars Remsima®, Inflectra® und Flixabi®, wovon Remsima® und Inflectra® bioidentisch sind, d.h. sie haben einen Hersteller und zwei Vertreiber. Für Etanercept haben wir die Biosimilars Benepali® und Erelzi™. Für Rituximab ist das Biosimilar Truxima® zugelassen. Für Adalimumab ist das Biosimilar Amjevita™ in den USA zugelassen und wird neben anderen hier in der nahen Zulunft erwartet [1].
Für die o.g. Originalpräparate ist eine Fülle von neuen Daten veröffentlicht worden. Allerdings habe ich nichts zu Mavrilimumab und Vobarilizumab gefunden.


Links:

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