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Saturday, May 23, 2020

Zu Abkürzungen von anti-rheumatischen Medikamenten


Ich las den den Artikel von T. Schmeiser et al.[1]. Und da waren sie wieder, die Abkürzungen, die ich so nicht mag. Ich halte es für eine gute Idee, Medikamente mit drei Buchstaben abzukürzen, aber es muss nicht jedes Land seine eigenen Abkürzungen produzieren. Flughäfen haben solche Abkürzungen mit drei Buchstaben. Der Flughafen Köln/Bonn wird CGN abgekürzt und kein Reiseveranstalter käme auf die Idee, plötzlich KLN oder KÖL zu benutzen.
Ich hatte bereits über diese Art von Abkürzungen vor etwa acht Jahren schon einmal berichtet [2].


Bei neun Medikamenten sind Abweichungen zum Gebrauch im Abstract-Band des 2019 ACR Meetings [3] vorhanden.
Bei Abatacept ist die von Schmeiser gewählte Alternative sogar besser, da weniger fehleranfällig gegenüber Adalimumab.
Baricitinib wird in den Studien des 2019 ACR Meeting mit bari abgekürzt. BAR ist prinzipiell in Ordnung, führt einen aber beim Suchen auf „bar“-Diagramme.
Certolizumab mit CMZ abzukürzen ist nur vom deutschen Medikamentennamen (Cimzia) her zu erschließen.
ETA für Etanercept finde ich nicht gut, weil es im Japanischen ein schlechten Beigeschmack hat [4].
Golimumab – warum nur GOM? GOL ist einsichtiger.
Für Infliximab war auch schon IFX in Gebrauch. IFN kann als Abkürzung von Infusion verwechselt werden.
Für SAR als Abkürzung für Sarilumab habe ich noch keinen Beleg. Wäre prinzipiell nichts gegen einzuwenden.
Für Tocilizumab hatte ich früher TOC gefunden, durchgesetzt hat sich TCZ. TOC wäre auch einleuchtender als TOZ.

Selbstverständlich kann jeder seine Abkürzungen so wählen, wie sie dann im Abkürzungsverzeichnis stehen. Verständlicher ist man aber, wenn man einen Konsens für Abkürzungen herstellt.


Links und Literatur:
[1] Schmeiser, T., Broll, M., Dormann, A. et al. Einstellung von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zur immunsuppressiven Therapie im Rahmen der COVID-19 Pandemie – eine Situationsanalyse. Z Rheumatol 79, 379–384 (2020). https://doi.org/10.1007/s00393-020-00800-8 ABC:
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2012/11/abkurzungen-fur-dmards-in-der-s1.html
[3] 2019-Abstract-Supplement.pdf https://acrabstracts.org/download-abstracts/
[4] https://rheumatologe.blogspot.com/2016/12/whats-in-names-of-drugs-in-rheumatology.html
Edward S. Herman, Noam Chomsky: Manufacturing Consent. Pantheon Books, New York 2002.
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Monday, September 11, 2017

Biosimilars und Biologika auf dem DGRh Kongress 2017 in Stuttgart



Warum ist die Politik so daran interessiert, warum Krankenkassen, Patientenverbände, Fachgesellschaften? Weil sie zuvor ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Denn sie haben der Preisexplosion nicht Einhalt geboten. Das fing schon vor den Biologika an, aber hierbei ist es doch besonders offensichtlich – und ein Ende ist da nicht in Sicht, wenn wir an die small molecules wie Tofacitinib oder Baricitinib denken. So steigen die Preise weiter an. Der Markt wird immer unüberschaubarer.
Biosimilars kommen wie Innovationen daher, als hätte die Welt darauf gewartet, aber es sind schließlich nur  Imitate; die entscheidenden Ideen haben andere gehabt und in Studien die Wirksamkeit nachgewiesen. Die  Patienten jedenfalls werden damit überfordert. Insbesondere wo es neben Biosimilars auch schon Bioidenticals gibt. Auch wenn ich nicht auf Biosimilars gewartet habe, werde ich sie denooch anwenden, besser anwenden müssen.

Welche Biosimilars haben wir denn? Welche Biologika wurden denn vorgestellt? Gab es funkelnagelneue Bio***s? In dieser Übersicht werde ich mich auf den Einsatz dieser Medikamentengruppe in der Therapie der rheumatoiden Arthritis, der Psoriasisarthritis und den seronegatiben Spondyloarthritiden beschränken.

Biosimilar-Kandidaten zu Humira® (Adalimumab) BI 695501 von Boehringer Ingelheim - ENCORE.42 (Encore sind Poster, die bereits anderswo gezeigt wurden) - das Poster beschäftigt sich mit dem Autoinjektor. Encore.47 beschäftigt sich mit Wirksamkeit und Nebenwirkung und findet keinen wesentlichen Unterschied.

Ansonsten fanden sich viele Poster zu Secukinumab, aber auch Daten zu Tocilizumab, Certolizumab, Canakinumab, Sarilumab, Abatacept, Golimumab, Rituximab, Ixekizumab und Infliximab.

H. Kellner präsentierte Daten aus seiner Schwerpunktpraxis (EV.13): " Hohe Patientenakzeptanz bei Neueinstellung oder Umstellung von Originalabiologika (Enbrel, Remicade) auf Biosimilar-TNF Ak". Die Arbeit hat nur geringe Fallzahlen. In der Schlussfolgerung lesen wir: "Den angesprochenen Patienten ist die Möglichkeit einer substanziellen Kostenersparnis bei Einsatz von Biosimilar durchaus bewußt und ein wesentliches Element der Bereitschaft selbst Biosimilars zu verwenden." Das kann ich so aus den Ergebnissen nicht herauslesen. Ob eine Kostenersparnis dauerhaft gegenüber den Originalherstellern bestehen bleibt, muss die Zukunft zeigen, denn es wird wahrscheinlich zu Festpreisen kommen.

Zusammenfassend spielen die Biosimilars in der Wissenschaft eine untergeordnete Rolle. Das liegt in der Natur der gesetzlichen Bestimmungen, denn es muss nur der Nachweis von gleicher Effektivität und Nebenwirkung zum Orinalpräparat in einer Indikation nachgewiesen werden. Das sollte auch leicht möglich sein, wenn die Strukturgleichheit gegeben ist - und davon ist auszugehen. Für Infliximab haben wir die Biosimilars Remsima®, Inflectra® und Flixabi®, wovon Remsima® und Inflectra® bioidentisch sind, d.h. sie haben einen Hersteller und zwei Vertreiber. Für Etanercept haben wir die Biosimilars Benepali® und Erelzi™. Für Rituximab ist das Biosimilar Truxima® zugelassen. Für Adalimumab ist das Biosimilar Amjevita™ in den USA zugelassen und wird neben anderen hier in der nahen Zulunft erwartet [1].
Für die o.g. Originalpräparate ist eine Fülle von neuen Daten veröffentlicht worden. Allerdings habe ich nichts zu Mavrilimumab und Vobarilizumab gefunden.


Links:

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Wednesday, June 28, 2017

Abatacept switching from IV to SC and back at the 2017 EULAR Annual Meeting in Madrid




I had already looked at abatacept at the 2017 EULAR Annual Meeting in Madrid [1,2]. Now I have found another issue concerning abatacept. It is about r the ACTION (AbataCepTIn rOutiNe clinical practice) study, which is an observational study, which our employer doesn’t allow us to participate. Let’s have a closer look at the study.

R. Alten and colleagues presented [3]: „ LESS THAN 5% OF REAL-LIFE PATIENTS WHO SWITCH FROM IV TO SC ABATACEPT IN REAL-WORLD CLINICAL PRACTICE SUBSEQUENTLY SWITCH BACK TO THE IV FORMULATION”. Conclusions: “Less than 5% of pts who switched formulation from IV to SC abatacept in real-world clinical practice re-switched to the IV formulation, suggesting that switching has no adverse clinical impact. A change in formulation was mainly due to pt wish, reflecting their involvement in decision-making.”

That is strange indeed. The data reflects real world and not study reality. But I have made the opposite observation. When SC formulation became available, we switched patients from IV to SC and only a few stayed on SC – the very few ones with problematic veins, who suffered multiple IV punctures each time. Another observation at our center: patients, who started SC hardly ever switched to IV. There’s quite a lot of room for interpretation. Maybe patients in an observational study still reflect more a study cohort than real world patients.


Links and References:
[3] DOI: 10.1136/annrheumdis-2017-eular.1379

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Saturday, June 24, 2017

Risk of Opportunistic Infections in a Study on Abatacept at the 2017 EULAR Annual Meeting in Madrid


There has been a study on opportunistic infections in patients with rheumatoid arthritis receiving abatacept or placebo.

T. Simon and colleagues presented this study [1]: “RISK OF OPPORTUNISTIC INFECTIONS IN PATIENTS WITH RHEUMATOID ARTHRITIS INITIATING ABATACEPT: ANALYSIS OF ALL AVAILABLE CLINICAL TRIAL DATA.” The authors looked at a total of 7044 patients with RA with approximately 21,330 patient-years of abatacept exposure. Conclusions: “Abatacept-treated pts had a lower incidence rate of OI compared with placebo. The OI and herpes infection incidence rates in the cumulative data are similar or lower to those reported in the literature.”

Hooray! Now we know how harmless abatacept is. This isn’t arguing the data or the statistical analysis. But it can’t be the whole truth. The data presented leaves open the why. Why should patients receiving placebo have a higher rate of opportunistic infections? Maybe placebo patients received just a little more prednisolone. I don’t know. But what I know is reading studies on abatacept very cautiously in the future.

Links and References:
[1] DOI: 10.1136/annrheumdis-2017-eular.2306

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Monday, June 19, 2017

Abatacept Biosimilars at the 2017 EULAR Annual Meeting in Madrid



The patents on abatacept (Orencia) will expire in Europe in December 2017 and in the US in October 2019 [1]. So I guess the idea isn’t farfetched to look for a biosimilar of abatacept at the 2017 EULAR Annual Meeting in Madrid. I could shorten the story and tell you that hasn’t been any data on abatacept biosimilars EULAR 2017 meeting (I've at every abstract concerning abatacept). But …

In 2014 I found a possible abatacept biosimilar in China [2]: “Leining, a novel cytotoxic T-lymphocyte antigen-4 fusion protein”. Leining had been developed by Shanghai CP Guojian Pharmaceutical. Leining looked like a biosimilar to abatacept (Orencia) to me. In abatacept the extracellular domain of CTLA-4 and the Fc region of the immunoglobulin IgG1 are fused together. As I couldn’t find anything on it, I’ve contacted W. Fan and colleagues to tell us, whether Leining is a biosimilar to abatacept or what else it is. I’ve never received an answer. Leining could well be a biomimic [3]. Adisinsight shows as most recent events [4]:” 5 Mar 2016 - Biomarkers information updated / 24 Mar 2014 - No development reported - Preregistration for Rheumatoid arthritis in China (Parenteral)”. I think we won’t hear more from Leining.

Generics and Biosimilars Initiative (GaBI) reported, that BioXpress Therapeutics (Switzerland) and Momenta Pharmaceuticals/Mylan (USA) are working on abatacept biosimilars [1]. In November 2016 Momentapharm initiated a phase 1 clinical trial to compare the pharmacokinetics, safety and immunogenicity of M834, their on abatacept biosimilar, to US- and EU-sourced Orencia in normal healthy volunteers [5].

So it means that Orencia will have a reprieve without biosimilar competitors.

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