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Friday, September 5, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 49.-52. KW 05.09.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


49. KW
Hilde Domin: [Nicht müde werden]


Wunder müssen wahrgenommen werden, Tag um Tag. 

Oder einem Hund die Hand hinhalten. Der leckt sie ab und manche ziehen die Hand weg, während andere das Wunder der Freundschaft zuLassen. 

Nur nicht dem Krokodil die Hand hinhalten. 

Und jedem Hund würde ich auch nicht die Hand hinhalten.


49. KW
Kommentar: Bianca Döring


„Die schwersten Wege / werden allein gegangen / ...“ -: ich meine nicht, denn bei den schwersten Wegen dürfen wir auf Beistand hoffen. Wir müssen ihn nur zulassen. 

Der schwerste Weg kann das Malen eines Bildes im Hospiz sein, aber auch der schönste Weg, der Weg der Erfüllung, der Weg der Vollendung.

ErLösung 
    ich weiß
Du 
Kannst 
Es 
Heute 
Noch 
Nicht 
VerStehen
Aber 
Es 
Muß 
Auch 
Eine ErLösung 
    Von der 
Hoffnung geben  


50. KW
Hans Leybold: Ende


Ach was, halt ein! 
Die Räusche sind ein TrugSchluß 
Vor jeder Insel mögen SandBänke liegen 
Mal läuft die Welle auf 
Mal läuft sie drüber
Strecke aus die Hand 
Denn so lässt sich lösen der Krampf 

Faust, der Tragödie letzter Teil 

Nicht gerade eine Faust, aber nach etwas gegriffen hatte meine Mutter im Sterben schon.

Bunte Räusche -: etwa LSD?


50. KW
Kommentar: Eckhard Faul


Der Krampf wird so verständlich, aber warum Schmerzen die Gelenke wie bei einem alten Menschen? 

Laßt uns nie wieder in Belgien eine Front haben, egal welcher Richtung. 

Oh also doch kein LSD? Vielleicht dann Absinth? 


51. KW
Unbekannte Dichterin: [Dû bist min]


Nachdem ich gerade das û herausgesucht habe, wundere ich mich, daß es nicht mîn heißt.

Vielleicht hätte diese unbekannte Dichterin mit ihrer Geliebten heute auf der HohenzollernBrücke gestanden, ein rotes Schloß an der Brücke befestigt und den Schlüssel in den Rhein geworfen. 

Ich meine, ich hätte dort auch Schlösser in HerzForm gesehen.

Die Liebe hat den Morgen in pastellene Töne geHüllt.

51. KW
Kommentar: Kurt Drawert


Aporie – Aporien – APO + rien. 

Mama, Mama und natürlich Manamana dib dib di diddy.


52. KW
Inger Christensen: Das Schmetterlingstal (XIV)

Die Schmetterlinge und die StaubBahn des Planeten. 

Schmetterlinge des Planeten -: die StaubBahn des Planeten. 


52. KW
Kommentar: Lutz Seiler


Und jeder, der Inger Christensen nie lesen gehört hatte, der ist jetzt angeschmiert. Tut mir leid Lutz Seiler, sonst hast du bessere Ideen. 

Immerhin noch Die Anekdote vom Klang das Wortes Sommerfuhle (Sommervugle).


The End.
 
 

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Tuesday, August 12, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 48. KW 12.08.2025



Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


48. KW
Ingeborg Bachmann: Keine Delikatessen


MandelBlüte -: klingt doch schon gut. Die ist nicht überFlüssig, denn an den Gestaden der Insel fällt eine nach der anderen in das türkisFarbene Meer, treiben fort. Dahin sind Jugend und Schönheit und es mag die Furcht wachsen. Die Furcht vor Hunger, Schande, Tränen aber sei ferne. Das Licht bricht in die Finsternis. 

ZerBricht man sich den Schädel, den Kopf oder das Gehirn? Romper la cabeza. 

„Blood, sweat, toil, and tears.“ 

Ich verNachlässige -: „Du läßt dich geh'n“ - französischer Chansonnier? [1] 

Wasser & Wind 
    am Wehr 
Der 
VerZweiflung 
Staut 
Sich 
Das 
Wasser 
Kurz
Der Wind 
    Aber
VerWeilt nicht   

Schreiben 
    es ist 
Egal
Schwarze 
Tinte 
Auf 
Schwarzen 
Papier 
Oder 
Weiße 
Tinte 
Auf 
Weißem 
Papier
HauptSache 
Du schreibst 
    Leserlich
Sagte man mir 


48. KW
Kommentar: Brigitte Oleschinski


MagnolienBlüte in Bhutan, soll schön sein; sie blühten nicht, als ich dort war. MandelBlüte auf Mallorca; ich lese gerade Albert Vigoleis Thelen [2]. Aber getoppt soll es durch die AprikosenBlüte in Hunza werden. Die blühten natürlich ebenfalls nicht, als ich Hunza besuchte. Dafür waren bereits die Früchte reif. Immerhin wird Hunza von Japanern besucht, die doch eigentlich mit KirschBlüten genügend beschäftigt sein sollten.  

KamiKaze [神風]
    es sind 
Nur 
SchneeFlocken 
Und 
KirschBlüten
Die 
Da 
Fa
    ll
      en 
Und 
Sind 
Doch 
KamikazeFlieger
Die 
Am Grund 
    Ihres 
DaSeins zerSchellen

RückSpiegel 
    das Leben 
Eilt 
Im 
RückSpiegel 
BeTrachtet 
In 
Die 
Falsche 
Richtung 
Und 
Doch
Zieht 
Uns 
Der Blick 
    In den 
RückSpiegel an 





Links und Anmerkungen:

[1] Ja: Charles Aznavour: „Du läßt dich geh'n“ (deutsche Version von „Tu t'laisses aller“) [1]. Er singt ein sehr gutes Deutsch, aber die französische Version „Tu t'laisses aller“ ist ungleich besser [1b]. Verkürzter Wikipedia-Text [1c]: Charles Aznavour (Շահնուր Վաղինակ Ազնաւուրեան), 1924-2018, war ein armenisch-französischer Chansonnier, Liedtexter, Komponist und Filmschauspieler. Daneben war er armenischer Botschafter in der Schweiz und ständiger Vertreter Armeniens bei den Vereinten Nationen in Genf.  
[1a] https://www.youtube.com/watch?v=d858Qs_MLwQ 
[1b] https://www.youtube.com/watch?v=BoIQwtw2I-8 
[1c] https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Aznavour 
[2] Albert Vigoleis Thelen (1903-1989) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer [2a]. Hier schon einmal thematisiert [2b]. Es geht [2c] um sein Buch „Die Insel des zweiten Gesichts“ [2d], in dem er von den Abenteuern seiner Helden Vigoleis und Beatrice auf Mallorca erzählt.
[2a] https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Vigoleis_Thelen  
[2b] LYRIK-Taschenkalender 2016 8. KW 03.02.2024 
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/02/lyrik-taschenkalender-2016-8-kw-03022024.html  
[2c] Am Niederrhein sagt man gerne: es geht sich um …
[2d] Albert Vigoleis Thelen: Die Insel des zweiten Gesichts. Aus den angewandten Erinnerungen des Vigoleis. Ullstein, Berlin 2021. ISBN: 9783843726528. 944 Seiten (das sollte man nicht verschweigen).

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Thursday, August 7, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 46./47. KW 07.08.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


46. KW
Urs Allemann: am grab


BuchStaben, AnZahl der:
Gott 4 / Satan 5 
god 3 / satan 5
dieu 4 / satan 5
dios 4 / satanás 7
live 4 / die 3
leben 5 / sterben 6
geboren 7 / gestorben 9

Am Grab -: über manches Grün freut man sich, über manches Grün ärgert man sich. (Nicht anders als im Garten.) 



46. KW
Kommentar: Michael Braun


Wer meint, der FriedHof sei für die Toten, der irrt sich. Der FriedHof ist für die Lebenden. Wie Gott ein Gott der Lebenden ist, weshalb er den Toten die Möglichkeit des ewigen Lebens bietet. Und daß Gott ein Gott der Lebenden ist, das sagt auch der Christus [1].

Da dachte ich anfangs des Jahres nicht an den einsamen FriedHof in der Steppe der Mongolei, der wirklich für die Toten gemacht worden war und den die Lebenden mieden. [2] (Ich will schon seit drei Jahren darüber schreiben, aber bin noch nicht ganz sicher wie, denn hier der Blog ist kein Ort, um das halbe Gerippe eines Menschen zu zeigen.)  


47. KW
Marcus Roloff: südfriedhof


Im Getöse der FlugZeuge läßt sich die Ruhe für viele besser ertragen. In einem völlig schallIsolierten Raum halten es die meisten Menschen noch nicht einmal eine Stunde aus.

Der FriedHof von Hagenow konnte von der Straße mit den PlattenBauten aus nicht betreten werden [3]. 

SüdFriedhof Köln -: C. sagte einmal, er sei einer der schönsten Parks überhaupt, man könne dort ohne Störungen spazieren. 

Porträts von ParteiArbeitern -: ich habe auch noch Bücher, von denen ich weiß, daß dafür das Leben zu kurz sein wird.   

Sense
    es ist
MerkWürdig
Aber
Der
SensenMann
Braucht
Seine
Sense
Nicht
Zu
Schärfen
Oder
Hat ihn
    Dabei
Jemand erWischt?


47. KW
Kommentar: Kathrin Schmidt


Wir alle werden wahrscheinlich 12-25 Jahre auf dem Friedhof verbringen, also nicht mehr Zeit als andersWo. 

Die ZuGezogenen finden zunächst nicht die Namen der VerWandtschaft, aber später gelingt ihnen auch das. 

So ein Abszess ist das körperliche Pendant zum ProbeLiegen. 
  





Links und Anmerkungen:
[1] „Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.“
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.22 Mt 22,32b
[2] Das Bild eines künstlich verfälschten Schädels von diesem Friedhof in der Mongolei habe ich im Dezember 2023 bereits gezeigt: https://rheumatologe.blogspot.com/2023/12/lyrik-taschenkalender-2016-4-kw-21122023.html 
[3] Ich hatte dreimal über Hagenow geschrieben und auch den Friedhof besucht, aber darüber nicht berichtet. Immerhin kann man die erwähnten PlattenBauten sehen.
Erlebnis Deutschland – Hagenow 
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/01/erlebnis-deutschland-hagenow.html 


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Sunday, August 3, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 45. KW 03.08.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


45. KW
Martina Weber: [oben am steinacker]


Warum schweben die WeißBeflügelten Engel nur im Winter vom Himmel? Als gäbe es nicht auch im Sommer genügend Sorge, die BeiStand notwendig machte? 

Ich kostete vom blutigen Regen. Denk daran, wenn wir sprechen. Der Banker aber beugte sich. 

Im Himmel wohnt die Vielfalt. Alles wohnt im Himmel, was denkbar ist, selbst denkbar auf dieser beschränkten Welt. Ist unsere Welt wirklich mehr als das Labyrinth der Ratten? 

Schnee 
    liegt noch 
Schnee 
UnterHalb 
Von 
SteinFeld 
Auf 
Den 
Bäumen
Die 
Sich 
Schon 
Beugen
Und doch in 
    Den 
Himmel aufRagen 

Hinter den sieben Bergen 
Fällt Regen
Auf Schneewittchen 
Und die sieben Zwerge
Nur die Zweige bewegen sich, nicht die Zwerge und nicht die böse Schwiegermutter 
Und -: beiß nicht gleich in jeden Apfel [1]

Da nur wenig Schnee fiel, konnten die Kinder nur SchneeZwerge bauen. Und die verenden nun im Regen. 

Die schneeBeladenen Zweige beugen sich oder brechen oder beugen sich noch weiter, nur um sich zu befreien.  


45. KW
Kommentar: Kurt Drawert


Im Nebel stochern.

Weiße Seiten -: Rohstoff für Gedichte. Nur die weiße Seite schweigt. 

Dissoziative Reminiszenzen werden eklektisch in die bereits realisierten Nodi des NetWorks integriert, um weder zu Affirmation noch Diffamation zu konvergieren. Eleganter Unsinn [2]. 

Das Rohe und das Gekochte [3].
Der Rohe und der Ausgekochte [4].  
 



Links und Anmerkungen:
[1] Beiß nicht gleich in jeden Apfel von Wencke Myhre (1966). 
https://de.wikipedia.org/wiki/Wencke_Myhre 
 
"Beiß nicht gleich in jeden Apfel / Er könnte sauer sein" 
https://www.youtube.com/watch?v=CZuGHRmLGYc  
Sehenswert, da bestimmt in einem anderen Universum aufgenommen. 
[2] Alan Sokal: Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften mißbrauchen. C.H.Beck, München 1999. ISBN: 9783406452741.
[3] Claude Lévi-Strauss: Mythologica I. Das Rohe und das Gekochte. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Suhrkamp 2000. ISBN: 978-3-518-27767-6. Originaltitel: Le Cru et le Cuit. 
Zugegeben, ich habe das Buch nicht gelesen, denn Claude Lévi-Strauss war der Begründer des ethnologischen Strukturalismus und ich war immer mehr dem Funktionalismus zugetan.
[4] Erinnerungen an schlechte Filmtitel im Deutschen, allerdings auch:
Ekkehard Knörer: Das Rohe und das Ausgekochte. Die Filmkolumne. 18.07.2007 [4a]. Bei dem Film dachte ich an: "Ein ausgekochtes Schlitzohr" (Originaltitel: Smokey and the Bandit) [4b] mit Burt Reynolds als Bo „Bandit“ Darville. Weitere ausgekochte Schitzohr-Titel sind im Wikipedia-Artikel zu finden.
[4a] https://www.perlentaucher.de/im-kino/das-rohe-und-das-ausgekochte.html  
[4b] https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_ausgekochtes_Schlitzohr 

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Tuesday, July 29, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 44. KW 29.07.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


44. KW
Nico Bleutge: [am ufer angekommen, wach]


Ferne 
Zu fernen Ufern hin 
Und froh im Unglück anGekommen 
Und froh
Das schwankende Holz zu verlassen 
VerLassen in der Ferne 
Immer weiter vom Ufer fort
Immer weiter ins Innere
Immer ferner von den Wurzeln
Immer höher
Bis auch das Oben 
Nicht mehr weiterFührt 
Als die Ferne selbst

LosZiehen 
    laßt uns 
LosZiehen
In 
Felle 
GeWandet 
Mit 
Nur 
Einem 
BirkenPörling 
Um 
Den 
Hals 
Auch 
Wenn 
Das 
Ziel 
Ungewiß – gewiß  
    Ist 
Der Aufbruch 

nördlich von Broome 
habe ich einen Emu überholt 
im Auto [1]


44. KW
Kommentar: Michael Braun


Tellurische Zonen -: „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ von Jules Verne. Jules Verne ging es aber nicht um EnergiePhänomene.

verdecktes Gelände – verdrecktes Gelände, auch Gelände 

Die Gleichmäßigkeit, in der das Foucaultsche Pendel schlägt. 

Tellurische Zonen -: der Himmelskörper, auf dem Jules Verne seine Protagonisten reisen [2] ließ, bestand zu einem hohen Anteil aus Tellur. Was macht man eigentlich damit [3]?   
 
Kein ZuRück 
    der Wind 
Kann 
Nicht 
ZuRück 
In 
Den 
Blühenden 
Holunder
In
Dem 
Er sich 
    So
Wohl fühlte  




Links und Anmerkungen:
[1] Es handelt sich um ein Haiku in Englisch; es steht hier:
Haiku for National Haiku Writing Month – November 2024 Second Half 
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/11/haiku-for-national-haiku-writing-month_30.html  
Und hier steht noch etwas, von der Reise, „Nördlich von Broome“ weiterFührte. 
Haibun The Bungle Bungles 
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/11/haibun-bungle-bungles.html 
[2] Jules Verne: Reise durch das Sonnensystem. Der Schuß am Kilimandscharo. Bärmeier & Nikel, Frankfurt am Main 1967.
[3] Das kann man dank Internet/Google schnell beantworten. Tellur wird als Legierung genutzt, um den Korrosionsschutz zu verbessern, und wird u.a. in der Halbleiterelektronik verwendet.

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Monday, July 28, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 42./43. KW 28.07.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


42. KW
Paul Scheerbart: Stammbuchvers


Kein StammbuchVers. Es ist das verzweifelte Gebet von jemandem, der seinen Gott verloren hat und nur nicht weiß, was er ihm sagen soll [1]. Vielleicht ist noch ein wenig Dankbarkeit geblieben, denn sein Herz ist übervoll.  

Er hätte auch schreiben können -: Was du heute kannst beSorgen, das verschiebe nicht auf morgen [2]. WoGegen ich ja gerne sage -: Kannst du's heute nicht besorgen, dann verSchiebe es auf morgen.  

Weiß
    der Winter
In
Seiner
Ganzen
Weißheit
Schweigt stille
    In
Seiner Weisheit


42. KW
Kommentar: Urs Allemann


Gäste -: ich las gerade einige Einträge ins GästeBuch von August und Elisabeth Macke [4]. Also das war doch eine sinnvolle Gepflogenheit. 

Wenn man irgendwo etwas hinterlassen muss. Was habe ich in einem KrankenHaus in Pjöngjang nur für ein Blödsinn hinterLassen? [3]



43. KW
Àxel Sanjosé: [Es dengelt,]

Die ganze Pracht des Lichts, bevor es erstirbt. 

Das ist schon richtig mit dem Entkernen, denn erst dann kann man einen Neubeginn wagen. 

Das nichts nichtet, Gott siebt Licht und die Ewigkeit läßt Sand ins StundenGlas fallen, ohne es einmal umDrehen zu müssen. 

Die Zeit versucht es mal mit Sand, mal mit Honig und dann wieder sehr flüchtigen Flüssigkeiten.   

Licht
    das Licht
Wagte
Sich
In
Die
Schwärze
Des
BrunnenSchachts
Und
Fand wieder
    HerAus 
Sieh nur


42. KW
Kommentar: Michael Braun


Da mag die Welt anGekommen sein in den AnteChambren der Kultur, nur um sich verschämt wieder zu trollen. 

In „nicht nur zur Weihnachtszeit“ flüsterte der Engel: „Frieden, Frieden“. Nur nicht so laut, sonst herrscht gleich wieder Krieg.

Der nächste Weltkrieg wird ein Krieg mit KernWaffen. er wird alles entkernen und nach 2-3 Millionen Jahren im Frühling gibt es wieder nein, das müssen wir  streichen, vielleicht intelligentes Leben auf der Erde und man wundert sich über einige Artefakte. Aber wird es dann noch WeltRaumschrott geben oder hat da der RückSturz zur Erde stattgefunden?  

Licht
    in der
Dunkelheit
findest
Du
Den
LichtSchalter
Aber wo
    Bleibt
Das Licht?
 




Links und Anmerkungen:
[1] Nicht nur was, sondern auch wie.
[2] Jack Torrance (gespielt von Jack Nicholson) in „The Shining“ schreibt immer nur Seite um Seite: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ - allerdings nur in der deutschen Fassung, im Original schreibt er: „All work and no play makes Jack a dull boy.“
„The Shining“ ist ein Horrorfilm von Stanley Kubrick nach dem gleichnamigen Roman von Stephen Kings (1980) 
https://de.wikipedia.org/wiki/Shining_(1980) 
[3] Was da die koreanische Übersetzerin aus meinem Text gemacht hat, übertrifft mich um Längen.
[4] Ernst Gerhard Güse (Hrsg.): August Macke. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. Bruckmann, München 1986. ISBN 3-7654-2133-2. S. 167 z.B.

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Sunday, July 20, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 40./41. KW 20.07.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


40. KW
Tobias Herold: [Limbo]


… und dann ist alles weg -: Simsalabim.

Bimbo geht nicht mehr, aber Bimba als FrauenName schon. Ich geselle den Nimbus, wenn nicht die Nimba so doch den Nimbo, zum „(Es ist dann vollbracht.)“. 

Ohne Nimbus 
Hängt ihn höher 
Es ist vollbracht 
Ist erst der Anfang
 
weg – Weg (
道) – Weck → Weck weg


40. KW
Kommentar: Christian Uetz


„Zwingend dreht sich dies Gedicht“ -: und wenn dieses Gedicht sich nicht dreht, also brach liegt, dann umgibt es ein Nimbus, der nur im Limbus eines Traumes enden kann. (Nun erst ist es vollbracht, der Anfang, der Anfang vom Ende, das Ende vom Anfang; nun erst dreht es sich wirklich.) 


41. KW
Bianca Döring: Wandlungen


Weit hinaus bin ich geschwommen 
Durchs Labyrinth des Lebens 
Hab nur Charons Boot genommen 
Des Todes nicht ergebens 
(Wird nicht besser genau so zwanghaft wie das Original) 

Gott stattete die Cherubim mit flammenden Schwertern aus.  

„Gottes Schwert“ -: steckt in der Scheide und Sigmund Freud. Amen.  

Tag & Nacht
    der Tag
Hatte
Seine
Zeit
Und
Nun
VerBrennt
Die
Nacht
Zu
Grauer
Asche
Aus der
    Sich der
Phönix erHebt


41. KW
Kommentar: Michael Braun


„Poetisches Risiko, poetischeMystifizierung einer Daseinserweckung“ -: „Daseinsbejahung“ immerhin. 

Schierling und Stein – Schierker Feuerstein 

Brot, Bammel, Pacht, Scherz 
AbendRot – AbendBrot  

 


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Tuesday, July 15, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 39. KW 15.07.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


39. KW
Hauke Hückstädt: The German Schöngeist and I 
für Michael Hofmann


Eine Spiegelung im SchauFenster von drei Frauen auf dem BürgerSteig und zwei Männern in einem Auto -: von den SchauFensterPuppen beGafft und von mir.

Man kann einen ZiegelStein so lange reiben, wie man mag, es wird doch kein Spiegel daraus. 

Das unterScheidet die BeSchaffenheit von Gedichten und ZiegelSteinen -: die einen kann man werfen und die anderen werfen einen um. 

Wenn der geBrannte Ziegel für die geBrannte TonTafel steht, dann verbirgt sich daHinter eine WahnSinnsIdee -: die geBrannte TonTafel konnte nicht mehr verÄndert werden und überDauert zudem JahrTausende. 

Je schneller du spurtest, desto länger bleibst du in der Luft, desto kürzer beRührst du deinen Schatten.    

Schatten 
    einTreten in 
Den 
Schatten 
Des 
Hauses 
Und 
Dein 
Schatten 
Tritt 
Vor dir 
    Ein 
Ins Haus


39. KW
Kommentar: Henning Ziebritzki


BackStein -: Hamburger Flet nicht zu vergessen, der Turm zu Babel etc. pp.  

BackSteinWunder -: das Baltikum ist voll von solchen Wundern. Und natürlich Lübeck. 

Ziegel 
 wir haben 
Die 
Städte 
Aus 
Roten 
Ziegeln 
Mit 
PlattenBauten 
ÜberZogen
Und 
Die Patina 
    ÜberTüncht 
Mit LangWeiligkeit  





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Monday, July 7, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 33. KW 07.07.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


32. KW
Jörg Schieke: auf wunsch einer einzelnen dame


Der Sand entGleitet der umTosten Küste wie dir die Zeit, die durch die Hände rinnt. Ich aber siebe Staub mit den Händen und der eine oder andere AugenBlick scheint einen Bruchteil länger zu haften. 

Haus 
    in diesem 
Haus 
Sind 
Viele 
Türen
Die 
Alle 
Geöffnet 
Werden 
Könnten
Doch 
Hinter 
Ihnen 
Befindet 
    Sich 
Nichts mehr 

Meer 
    winke den 
Möwen 
Nach
Die 
Am 
Meer 
Den 
Strand 
EntlangZiehen
Während 
Du bei 
    Der 
Boje wartest 

Da wiegen sich die Wogen der VersZeilen, bis sie auf „aus den Händen“ am weißen Strand des Papieres ausLaufen. 

Zu weit von der Mitte entfernt werden die Worte unVerständlich.  


33. KW
Kommentar: Lutz Seiler


Je weiter du dich aus dem Fenster lehnst, desto weiter kannst du schauen; je weiter du dich vorBeugst, desto eher fällst du hinaus. 

Manchmal beuge auch ich nachts den Kopf aus dem Fenster in der Eifel und lausche auf diese unEndlich schöne Stille.

Geh raus in den HerbstWind; wenn du genügend Kälte gespürt hast, dann fühlst du die Wärme im Haus. [Wie tiefsinnig!] 

34.-38. KW
Nichts MitteilungsWürdiges.






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Wednesday, July 2, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 32. KW 02.07.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


32. KW
Paul Celan: (Ich kenne dich, ...)


[Ich aber kenne weder den TiefGebeugten 
noch die DurchBohrte, in deren Aug' 
die Wirklichkeit mit einem Raunen erStirbt.] 
Aus: Anmerkungen des Komatösen [1] 

Das war natürlich unEhrlich, denn ich kenne sie doch, die TiefGebeugten, die BechterewPatienten, aber die sind ziemlich sicher nicht gemeint. 

Oder in Indiana Jones [2], wie er in Petra darüber nachSinnt, was es mit dem BußFertigen auf sich hat. Da mußte er sich tief beugen. 

Die flammende Rede, das flammende Schwert.

Der Wahn von Wirklichkeit und die Frage nach Wahrheit. 

Wahn -:  Porz-Wahn [3] und der WahnWitz, immerHin noch mit Witz.     

Schrei 
    vor dem 
Bild 
Der Schrei 
Lege 
Ich 
Den 
ZeigeFinger 
Auf 
Meine 
Lippen
Aber 
Es 
Schreit weiter 
    Aus 
Dem Bild heraus  

Schöpfen
    laß uns
Weiter
Schöpfen
Aus
Dem
Wahn
Der
Wirklichkeit
Der
Eine
Dies
Der
Andere
Das
Mehr ist
    Einfach
Nicht möglich


32. KW
Kommentar: Christian Uetz


Ertrinken noch vor der Küste, die man nennt die SkelettKüste. Und jeder Wein, der noch nicht getrunken wurde, steht sauer im Römer. 

Der DurchBohrte -: Stephanus. 

Der Kommentar hat mehr Apokalyptisches als das Gedicht. Mein Tipp: Offenbarung im Neuen Testament lesen. 

Das Wort ward Fleisch und Brot sowie Blut im Wein, der weder süß schmeckt noch trunken macht. Wahn aber geht in Stille über. 

Hoffentlich hat eine Domina ein EinSehen und legt Christian Uetz an die Kette.     

Dornbuschwahn und tödliche Stimme -: Johnny Cash „And the whirlwind is in the thorn tree“. [4]

überwirklicher, Erkanntsein, heilignüchtern -: immerhin einige neue Vokabeln zum VerGessen.

Warum finde ich nicht die UnSchärfe des verGlommenden Glimmers in diesem Kommentar? 




Links und Anmerkungen:
[1] Eine Anspielung auf: Rolf Cyriax und Peter Wichmann: Das habe ich im Koma gedichtet: Autoren. die die Welt zum Glück nie lesen musste.  Bassermann Verlag, München 2011. ISBN: ‎978-3641064464. 
[2] The Grand Tour – Petra, Schatzkammer, 1. Jahrhundert 
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/05/the-grand-tour-petra-schatzkammer-1.html 
„Indiana Jones und der letzte Kreuzzug ist der Titel eines Abenteuerfilms mit Harrison Ford und Sean Connery aus dem Jahr 1989.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Indiana_Jones_und_der_letzte_Kreuzzug 
[3] In Porz-Wahn war Paul Celan sicherlich nicht, aber in Bocklemünd, an das er sich als Böcklemünd erinnerte (Entteufelter Nu, in: Fadensonnen). 
[4]Johnny Cash: Highway 61 Revisited/When The Man Comes Around  
https://www.youtube.com/watch?v=Y0x2iwK0BKM 

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Saturday, June 21, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 29./31. KW 21.06.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


29. KW
Gerhard Falkner: Artemis


Antike und Moderne -: Kill Bill und Kill Billy treffen sich hier [1]. 

Kill Bill und „kein Blutvergießen“ muß man erst einmal in ein Gedicht bekommen.     


29. KW
Kommentar: Michael Braun 

Götterkino -; Was sollte Kill Bill schon anderes sein als die FortSetzung der antiken Tragödie. Ein Lied, das Homer gesungen haben könnte.   


30. KW
Henning Ziebritzki: Altrosa


„[…] als die Zimmerleute / […] uns früh weckten“ -: ein Buch von Fred Vargas  [2]. 

Altrosa – Albatros – Araber (Schimmel) [3]

BromBeeren -:gerade noch redete ich davon, die BrombeerRanken vor dem Haus zu beschneiden [4]. 

AltRosa, AltSchwarz. Zur Farbe des Alters. Im Grünen das AbBlättern. Im Alter das Gold des JubiläumKranzes.    


30. KW
Kommentar: Michael Braun   

„Sinn und Leere“ -: die Leere bleibt trotz aller Fülle.  

31. KW
Brigitte Oleschinski: Geisterströmung (Auszug)


StrömungsUmkehr (Exposé) 
außer Atem, vor der 

Wand, SchlingPflanzen umGürten uns
verStecken uns vor der Dämmerung – der Wächter
krebsartig mit den Scheren klappert 

von einem Schatten geTroffen, blut-
triefend, Goodbye 
                        staying alive 

„in dessen Neonbauch“ -: „mit der Rede grünäugiger Hähne“ [5]

Eating your life Genug zu tun mit Steaking Alive     


30. KW
Kommentar: Michael Braun   


Der Kolibri steht in der Luft und die Bewegung seiner Flügel sieht man nicht. Ich habe aber mittlerweile Fotos gesehen, direkt als sie gemacht wurden, auf denen man den FlügelSchlag des Kolibris sieht. Allerdings schaffen die VerschlußZeit von 1/87.000 Sek. nur wenige Kameras. 

„[…] Ich und Du, die auch eine mystische Erfahrung […]“ -: also nicht Müllers Kuh oder Müllers Q, also die Frage (Query) nach dem Sinn mystischer Spielereien.


  


Links und Anmerkungen:
[1] Kill Bill hat zwei Teile –: Volume 1 [1a] und Volume 2 [1b]. Bei beiden Filmen spielt Uma Thurman die Hauptrolle und Quentin Tarantino führte Regie. Und ich habe einen der Filme in Shiraz (Iran) gesehen. Kill Billy hieß im Original Her er Harold [1c] und ist ein norwegisch-schwedisches Filmdrama. Der deutsche Titel spielt auf das Regal Billy an, das ich für meine Bücher benutze. Ich gebe zu, daß der Film nicht jedermanns Sache ist.
[1a] https://de.wikipedia.org/wiki/Kill_Bill_%E2%80%93_Volume_1  
[1b] https://de.wikipedia.org/wiki/Kill_Bill_%E2%80%93_Volume_2  
[1c] https://de.wikipedia.org/wiki/Kill_Billy  
[2] Fred Vargas: Die schöne Diva von Saint-Jacques. Aufbau-Verlag, Berlin 2000. ISBN: 3-7466-1519-4.
[3] In memoriam Annemarie Schimmel (1922-2003); sie war eine deutsche Islamwissenschaftlerin. https://de.wikipedia.org/wiki/Annemarie_Schimmel 
[4] Das geht auf den 24.11.2024 zurück.
[5] Ich hatte bereits vor einem Jahr auf dieses Gedicht hingewiesen. „Salz der Stille. // Aus der Tiefe der Schatten / der Blinde es trinkt. // Durch das / die Sandspur des Mondes / silberne Spiegel trägt/ und das Schweigen, / von metallnen Mönchen / geknüpft, / mit der Rede / grünäugiger Hähne / zerbricht.“ Bambi von Bebenburg. Sie war ein Model und süchtig. Ich habe keine Spur im Internet entdeckt. Es gab einmal einen Artikel im STERN (1970iger Jahre etwa) und ich habe auch vor 25 Jahren das STERN-Archiv angeschrieben; das übrigens geantwortet hatte, aber ich weiß nicht mehr, in welcher Kiste sich diese Antwort befindet; ich habe sie auch nicht im letzten Jahr gefunden.
[6] Das Kino heißt Palästina, tja. 

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Wednesday, June 11, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 27./28. KW 11.06.2025


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


27. KW
Inge Müller: Trümmer 45


Wäre es doch nur das Turiner Grabtuch gewesen, dann wäre es zu einem nützlichen GegenStand geworden. 

Die abGenagten Knochen vom HähnchenGrill sind immer noch besser als die NachKriegsZeit. 

Warum nicht „einer im Sinn“?    


27. KW
Kommentar: Kerstin Preiwuß 


Der Tod ist nicht das Gegenteil von Leben. Er ist ein Attraktor aus der FraktalWelt, der einen anZieht und dann erst einmal wieder in die Ferne stößt.

In „Schändung“ von Jussi Adler Olsen trägt Kimmie den mumifizierten Föten nach einem Abort durch Tritte in den Unterleib mit sich herum [1]. Ich meine, mehr als ein Jahrzehnt. 

Die Embryo Skelette im Anatomischen Institut [2] der Universität zu Köln.  


28. KW
Kerstin Preiwuß: [heut ging ich]


Ich sah einmal eine Karikatur, in der ein Mädchen seinen AngstDämon zum Tee eingeladen hatte [3].

Der Tod ist ein fauler Geselle. Er braucht nur zu warten, alles andere geht von selbst. 

Der Tod wird oft mit Sense dargestellt. Dabei bleibt er doch passiv.  

Nach dem high noon folgt der afternoon Und schon sind wir wieder beim tea.  


28. KW
Kommentar: Michael Braun   


„Signaturen einer schmerzhaften existenziellen Metamorphose“ -: „Ich sprüh′s auf jede Wand“ / neue Tode braucht das Land. 

„Sind wir nicht alle Diener des Todes?“ [4]

EisenKraut ist das Gegenteil von etwas, mit dem ich Levitation assoziieren würde. Kenne ich nur als verveine , als infusion, als bekömmlichen KräuterTee. Gibt es eigentlich Bleikraut? [5] Damit müßte es dann noch besser funktionieren. Oder Osmium wie in „Fringe“?  






Links und Anmerkungen:
[1] Schändung ist ein Thriller des dänischen Schriftstellers Jussi Adler-Olsen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4ndung_(Roman)  
Gibt es auch als Film:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4ndung_(Film) 
Darin gefiel mir besonders Fares Fares als Assad.
[2] Sorry, keine Besichtigung möglich.  
[3] Karikatur "Tea with my Demons"
https://www.theobserversvoice.com/2015/01/tea-with-my-demons/  
[4] Running gag in: Walter Moers: Wilde Reise durch die Nacht. Goldmann Verlag, München 2003. ISBN: 9783442452910.
[5] „In seinem Heimatland Tibet wird der Bleiwurz als Symbol der Weisheit verehrt.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Bleiwurz 

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Wednesday, June 4, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 25./26. KW 04.06.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


25. KW
Tomaž Šalamun: Aber das sind Ausnahmen


Abschaffen -: ich wollte mich einmal für die Abschaffung des Liedes Nr. 14 im Evangelischen Gesangbuch einsetzen. 

„einige dumme Zahlen schaffen wir ab“ -:  O.K. dann eben ohne pi, braucht niemand mehr auswendig zu lernen. 

Nein, die Milz schaffen wir nicht ab und auch das Hirn belassen wir. Apropos -: mit dem Hirn bin ich mir nicht so sicher, denn viele Zeitgenossen kommen ohne aus.  


25. KW
Kommentar: Simone Kornappel 


„baku“ -: meint sie nun Baku oder Bakunin?

Pogrom von Baku -: weiß ich nichts drüber. Vielleicht Armenier? Nachschlagen! [1]


26. KW
Simone Kornappel: pentimeti faq


Das ReibeGeräusch eines SeidenKleides, das durch die AbendLuft getragen wird. Ein kurzes InneHalten, ein Blick in den Spiegel, den Busen gehoben, das Kinn, die Stimmung; wieder einGehakt -: weiter. 

Cello / Rumours -: „Rumours“ von Fleetwood Mac. Wieder einmal gehört kürzlich [2].   


26. KW
Kommentar: Michael Braun   


„Du spieltest Cello“ sang Udo Lindenberg. 

Das Cello / der Cellist in dem japanischen Film „Nokan“ - bzw
おくりびと (okuribito), das bedeutet einen Menschen verabschieden [4]. Natürlich mußte der deutsche Verleiher es wieder einmal versauen, denn Nokan (納棺) bedeutet einsargen.

Cello, Cellophon, Cellophan.   



Links und Anmerkungen:
[1] Das habe ich getan. Das Pogrom in Baku im Januar 1990 bezeichnet ein von Aserbaidschanern an der armenischen Bevölkerung von Baku verübtes Pogrom. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom_in_Baku  

[2] https://www.youtube.com/watch?v=PgagPdVM7bk  
[3] "Cello" von Udo Lindenberg feat. Clueso. 
https://www.youtube.com/watch?v=NxquuedkKaM 

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Nokan_%E2%80%93_Die_Kunst_des_Ausklangs 

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Tuesday, May 27, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 24. KW 26.05.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


24. KW
Kurt Drawert: Kaspar Hauser


War Kaspar Hauser glücklich, bevor er in der Geschichte auftauchte? Ich wage es zu bezweifeln (vage).

Ich hatte im Alter von etwa 20 Jahren diese Obsession, alles über Kaspar Hauser zu lesen und die Universitätsbibliothek (UB) Köln besorgte mir brav jedes Buch, auch über Fernleihe. Ich weiß heute kaum noch etwas von dem, was ich damals gelesen hatte. Ich würde heute den Wikipedia-Artikel [1] lesen, der mit fast 18.000 Wörtern Länge doch recht erschöpfend ist.

Irgendwie erinnert mich das Schicksal von Kaspar Hauser an das Schicksal von Daniel Küblböck [2]; also das Ende. Das geht mit mitochondrialer DNA.

Und Kaspar Hauser war kein Nachkomme von Adel (Haus Baden), so viel konnte die DNA Analyse herausfinden. [3] Das geht mit mitochondrialer DNA.

Kaspar Hauser als Symbol der AufklärungsKritik, der Romantik vom einfachen Leben und vom Ideal des edlen Wilden, denn früher war alles besser und das Gras war grüner.


24. KW
Kommentar: Michael Braun   


Auch die vielen wilden Kinder, die sich teilweise wie Tiere bewegten, haben nicht lange in der Zivilisation überlebt.

Ich erinnere mich noch an Kamala und Amala [4], als wäre ich Anfang der 1920iger dabei gewesen. Sie wurden in Westbengalen als sogenannte Wolskinder gefunden. So wie Romulus und Remulus. Joseph Amrito Lal Singh,  Priester und Rektor des dortigen Waisenhauses, dokumentierte seine Beobachtungen an den Kindern.

Kaspar Hauser sprach zunächst wie ein Papagei, der die Wörter oder Laute, wiederholte, ohne scheinbar ihren Sinn zu eerkennen. Bei seiner Ankunft plapperte er: „A söchtener Reuter möcht i wern, wie mein Voater gwen is“. Oder war dies schon Teil einer Scharade?

Ich erinnere mich An den Film „Der Wolfsjunge“ (L’Enfant sauvage) von François Truffaut noch dunkel. Truffaut spielte selbst die Rolle des Dr. Itard, der um 1800 den Wolfsjungen Victor von Aveyron betreute und sein Aufwachsen / Leben dokumentierte. [5] Der Film war in Schwarzweiß gedreht, wirkte fast wie ein Dokumentatarfilm, hatte aber etwas Düsteres.

Glückliche Zeit jenseits der Sprache? Ich hatte einige Zeit in einem Kölner Krankenhaus als Arzt die Isolierstation betreut. Dort kam es einmal dazu, daß wir eine Frau mittleren Alters mit schweren Behinderungen aufgenommen hatten, denn wir haben dort auch nicht isolierungsbedürftige Patienten behandelt. Sie konnte nicht reden. Sie konnte noch nicht einmal kauen. Die Eltern hatten sie während des Dritten Reiches ohne Information der Behörden versteckt Und aufgezogen. Die Krankenschwestern haben sehr schnell herausgefunden, daß sie gerne Fußball im Fernsehen sah, sie verstand sicherlich nicht, was da passierte, aber dieses Hin und Her hat ihr gefallen. Und es war nun so, daß die Mutter gestorben war und der Vater litt an Krebs, außerdem war er Kriegsversehrter. Wir konnten es so arrangieren daß er mit dem Auto hinten vor die Patientenzimmer vorfahren konnte. Wenn er vom Auto  her „Liebchen“ rief, dann freute sich dieser Mensch so sehr, daß ist eine Freude war, zuzusehen. Es gibt eine glückliche Zeit jenseits der Sprache.  

Und dann wäre noch der Film „Nell“ mit Liam Neeson und Jodie Foster [6]. Wenn ich zwei Filme von/mit Jodie Foster hervorheben sollte, wäre „Nell“ der eine und „Tate“ [7] der andere.

Hauser ist übrigens der Name des Protagonisten in „Total Recall“, von Colin Farrell im Remake und Arnold Schwarzenegger im Original gespielt [8].





Links und Anmerkungen:
[1] Kaspar Hauser wurde wahrscheinich am 30. April 1812 geboren und ist am 17. Dezember 1833 in Ansbach gestorben. Er tauchte plötzlich in Nürnberg im Alter von 16 Jahren auf und konnte kaum sprechen. Er galt als Rätsel und man vermutete lange, daß er von Adel war und von seiner Familie verstoßen worden war. Er könnte aber auch ein Hochstapler gewesen sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspar_Hauser
[2] Daniel Küblböck (1985-2018) wurde 2003 durch die RTL-Castingshow Deutschland sucht den Superstar (DSDS) bekannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_K%C3%BCblb%C3%B6ck
[3] https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/785517.html  
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Kamala_und_Amala
[5] „Der Wolfsjunge“ (L’Enfant sauvage) ist ein Film von François Truffaut aus dem Jahr 1970.
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Wolfsjunge  
[6] Nell ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Michael Apted aus dem Jahr 1994. https://de.wikipedia.org/wiki/Nell
[7] „Das Wunderkind Tate“ (Little Man Tate) ist ein US-amerikanischer Film von Jodie Foster aus dem Jahr 1991. https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Wunderkind_Tate
[8] https://de.wikipedia.org/wiki/Total_Recall_(2012)  
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_totale_Erinnerung_%E2%80%93_Total_Recall  
 
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