der Weberknecht an der Steinwand
beschreibt
die morgen verpfändete Stille.
Manfred Peter Hein [1]
beschreibt
die morgen verpfändete Stille.
Manfred Peter Hein [1]
Harz
hinter dem
Knorrigen
Baum
Der
Einsam
Steht
Ein
Kahles
Feld
GenauSo
Einsam
Und daHinter
Schwanken
Die Berge
Wind
laß den
Wind
ZuNächst
Dein
Haar
ZerZausen
BeVor
Er sich
Den
Büschen zuWendet
Lieder
Immer leiser hauchen wir
Unsere melancholischen Lieder
In die Abendbrise
Die vom Meer herWeht
Die schiffBrüchigen Wolken
Lassen sich vom Wind mitNehmen
Wohin auch unsere Lieder verWehen
VorMittag
zwischen einer
RegenSchauer
Dem
Wind
Und
Treibenden
HerbstBlättern
EntWickelt
Sich
Der VorMittag -:
Kriecht
Leidend herum
Bücher
Als sie wieder begannen
Bücher zu verBrennen
Hilflos, wie wir waren
BeGruben wir die Bücher
Besser still verModern
Als auf dem ScheiterHaufen
Bei GeJohle zu verBrennen
Fallen
alles fällt
Die
Perseiden
Im
Sommer
Die
Blätter
Im
Herbst
Und
Manchmal
Auch die
Eltern
Im Alter
Verdacht
Das Gras ist welk geworden
Die Bücher haben StockFlecken
Und ich habe keinen Spiegel mehr
Ach ja -: so ist es auch gut
WeinKönigin
Schluck um Schluck
Alle prosten mir zu
Denn ich bin WeinKönigin
Es ist zum Weinen
Mir brummt der Schädel
Denn ich bin WeinKönigin [2]
VorHölle
kurz vor
Der
Hölle
Ist
Die
Hoffnung
Nass
Von
Tränen
Aber
Da trocknet
Sie
Auch wieder
Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Manfred Peter Hein [1a]: Kulisse. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 10. Jahrgang 1963. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 293.
[1a] Manfred Peter Hein (1931-2025) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer, der ab 1958 in Finnland lebte [1aa]. Ich lernte ihn über die Anthologie „Auf der Karte Europas ein Fleck“ [1ab] kennen.
[1aa] https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Peter_Hein
[1ab] Manfred Peter Hein: Auf der Karte Europas ein Fleck. Gedichte der osteuropäischen Avantgarde. Ammann Verlag, Zürich 1991. ISBN: 3-250-10116-8
[2] Das Gedicht kann, ja darf ich nicht jemandem widmen.
.



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