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Thursday, August 7, 2025

LYRIK-Taschenkalender 2014 46./47. KW 07.08.2025

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2014 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2025.


46. KW
Urs Allemann: am grab


BuchStaben, AnZahl der:
Gott 4 / Satan 5 
god 3 / satan 5
dieu 4 / satan 5
dios 4 / satanás 7
live 4 / die 3
leben 5 / sterben 6
geboren 7 / gestorben 9

Am Grab -: über manches Grün freut man sich, über manches Grün ärgert man sich. (Nicht anders als im Garten.) 



46. KW
Kommentar: Michael Braun


Wer meint, der FriedHof sei für die Toten, der irrt sich. Der FriedHof ist für die Lebenden. Wie Gott ein Gott der Lebenden ist, weshalb er den Toten die Möglichkeit des ewigen Lebens bietet. Und daß Gott ein Gott der Lebenden ist, das sagt auch der Christus [1].

Da dachte ich anfangs des Jahres nicht an den einsamen FriedHof in der Steppe der Mongolei, der wirklich für die Toten gemacht worden war und den die Lebenden mieden. [2] (Ich will schon seit drei Jahren darüber schreiben, aber bin noch nicht ganz sicher wie, denn hier der Blog ist kein Ort, um das halbe Gerippe eines Menschen zu zeigen.)  


47. KW
Marcus Roloff: südfriedhof


Im Getöse der FlugZeuge läßt sich die Ruhe für viele besser ertragen. In einem völlig schallIsolierten Raum halten es die meisten Menschen noch nicht einmal eine Stunde aus.

Der FriedHof von Hagenow konnte von der Straße mit den PlattenBauten aus nicht betreten werden [3]. 

SüdFriedhof Köln -: C. sagte einmal, er sei einer der schönsten Parks überhaupt, man könne dort ohne Störungen spazieren. 

Porträts von ParteiArbeitern -: ich habe auch noch Bücher, von denen ich weiß, daß dafür das Leben zu kurz sein wird.   

Sense
    es ist
MerkWürdig
Aber
Der
SensenMann
Braucht
Seine
Sense
Nicht
Zu
Schärfen
Oder
Hat ihn
    Dabei
Jemand erWischt?


47. KW
Kommentar: Kathrin Schmidt


Wir alle werden wahrscheinlich 12-25 Jahre auf dem Friedhof verbringen, also nicht mehr Zeit als andersWo. 

Die ZuGezogenen finden zunächst nicht die Namen der VerWandtschaft, aber später gelingt ihnen auch das. 

So ein Abszess ist das körperliche Pendant zum ProbeLiegen. 
  





Links und Anmerkungen:
[1] „Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.“
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.22 Mt 22,32b
[2] Das Bild eines künstlich verfälschten Schädels von diesem Friedhof in der Mongolei habe ich im Dezember 2023 bereits gezeigt: https://rheumatologe.blogspot.com/2023/12/lyrik-taschenkalender-2016-4-kw-21122023.html 
[3] Ich hatte dreimal über Hagenow geschrieben und auch den Friedhof besucht, aber darüber nicht berichtet. Immerhin kann man die erwähnten PlattenBauten sehen.
Erlebnis Deutschland – Hagenow 
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/01/erlebnis-deutschland-hagenow.html 


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Sunday, December 1, 2024

FinalForest als letzte Ruhestätte

 


Den FinalForest oder auch Rest-in-Trees-Wald hatte ich schon vor zwei Jahren entdeckt (braunes Hinweisschild) und besucht. Da ich jetzt noch einmal über die Bilder blickte und mich dazu entschloss, über diesen Waldfriedhof, denn das ist nämlich auch einer der Namen („Waldfriedhof Eifel“) berichten wollte, dachte ich: hast du nicht schon einmal über diesen Waldfriedhof in Hümmel berichtet. Jein, ich habe vor fast genau vier Jahren über den Ruheforst Hümmel, der liegt in der Nähe von Falkenberg, berichtet [1], währenddessen der FinalForest, eigentlich ein sehr guter Name für die finale Ruhestätte, auch in Hümmel, aber bei der Gemeinde Pitscheid liegt [2]. Das ist etwa 50 km von Bonn entfernt.

Der Anbieter berichtet, daß hier hier noch Buchen und Eichen auf einem sehr alten Waldgebiet wachsen – die Rede ist von einem 4000 Jahre alten Wald. Als weitere Besonderheit wird die Artenvielfalt, die dort herrscht, hervorgehoben: Schwarzstorch und Schwarzspecht werden u.a. erwähnt; das aber sind nur Namen, so schwarz sieht es dort gar nicht aus. Wenn man durch diesen Waldfriedhof geht, dann fällt einem überhaußt nicht auf, daß man auf einem Friedhof ist, es sei denn, man schaut genau nach und sieht eine Markierung.

Ansonsten wird hier als natürliche Alternative zum klassischen Friedhof eine nachhaltige Urne verwendet, die ist aus Holz, so daß sie sich im Laufe der Zeit auflöst. Der Anbieter sieht einen Sinn bei diesen ökologischen Waldgrabstätten, nämlich in die Natur zurückzukehren. Darin aber kann viel Tröstliches liegen. Dem kann ich folgen. Asche und Urne kehren in den Kreislauf zurück und werden wieder zu Wald.
 


Mit einer Einzelgrabstätte schützt man 10 m² Wald für 99 Jahre. Mit einem Gedenkhain für mehrere Verstorbene kann man sogar 100 m² für 99 Jahre schützen. Ich meine, das ist eine Alternative zum klassischen Friedhof. Ich bin vor kurzem, aber nach langer Zeit, auf einen Friedhof gegangen, um ein Grab zu besuchen und mußte feststellen, daß die Stadt dort rigoros ist, weil der Friedhof zu klein für den Bedarf ist, so daß alle Grabstellen nach einer gewissen Zeit aufgelöst werden. Andererseits kenne ich auch größere Friedhöfe etwa in Köln, wo so viel Platz ist, daß auch, nachdem die Grabstelle abgelaufen ist, das Grab noch lange Zeit bestehen bleibt. Gerade für alleinstehende Menschen eignet sich die Alternative des Ruheforstes oder FinalForests besonders gut.

Wenn sie nun die Bilder betrachten, dann ist doch nicht viel von Friedhof zu sehen. Ich meine, das ist doch gut so. Wie kann man nun dem Verstorbenen in dieser Umgebung begegnen? Meditativ. Mit Erinnerungen in ruhiger Umgebung. Handy ausstellen!



Links und Anmerkungen:
[1] RuheForst Hümmel (with an English version) https://rheumatologe.blogspot.com/2020/12/ruheforst-hummel-with-english-version.html, darin erwähne ich den entsprechenden Link: https://www.ruheforst-huemmel.de/ und ein Buch: Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume. Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt. Taschenbuch 2019. ISBN-13: 978-3453604322 // Wie kommt er jetzt zu der Ehre, hier erwähnt zu werden? Peter Wohlleben war früher als Förster in Hümmel tätig. Beide Wald-, Trost-, RuheForste liegen im Gemeindegebiet Hümmel.
[2] https://www.waldfriedhof-eifel.de/  

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Wednesday, January 4, 2023

Schiefertafeln zu Hoffnung und Auferstehung

 



Kürzlich ging ich über den Mülheimer Friedhof [1], der, wie der Name es sagt, in Köln-Höhenberg liegt. Das ist vielleicht verwirrend, aber der Friedhof für Mülheim bestand bereits seit 1904 und den Stadtteil Höhenberg gibt es erst seit 1927. Ich gehe in Städten gerne über Friedhöfe, da sie ruhige Parks sind. Wenn man ohne Ablenkung lesen will, dann ist ein Friedhof ideal. Auch wenn man in  Gedanken versunken spazieren will, eignet sich ein Friedhof hervorragend. Diesmal war es aber anders. Ich besuchte das Grab meiner Eltern. Und auf dem Weg dahin und einem anderen Weg zurück zum Parkplatz zwischen Tankstelle und Sportplatz des Fußballvereins Viktoria sah ich auf den Bänken beschriftete Schiefertafeln.

 


Jemand hat sich die Mühe gemacht, wetterfest auf Schiefertafeln Bibelverse zu schreiben. Diese handeln von Hoffnung und Auferstehung. Sie lassen hoffen und sie trösten. Welch ein guter Gedanke! Wahrscheinlich habe ich nur einen Teil gesehen, wie:
„ … und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Off 4,1 [2]
„Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HERR hat’s gesagt.“ Jes 25,8
„Ich habe die Hoffnung zu Gott, die auch sie selbst haben, nämlich dass es eine Auferstehung der Gerechten wie der Ungerechten geben wird.“ Apo 24,15
„Die Gerechten erben das Land und bleiben ewiglich darin.“ Ps 37,29

Ich habe mich dann gefragt, welche Texte ich (zusätzlich) ausgewählt hätte:
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ 1.Kor 13,13
„Er aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort.“ 2.Thess 2,16-17
„Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe;“ Joh 11,25

Könnte man auch auf anderen Friedhöfen machen.


Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BClheimer_Friedhof
[2] Ich weiß nicht, aus welcher Übersetzung, die Zitate stammen. Sie stammen nicht aus der Elberfelder Übersetzung oder der Luther-Übersetzung von 2017, die ich hier benutzt habe. https://www.bibleserver.com/bible/LUT   

PS. Mir fiel noch auf, daß man jemanden benötigt, der den Vogeldreck von allen Tafeln abwischen wird.



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Friday, September 30, 2022

St. Antonius, der evangelische Friedhof und St. Anna in Hellenthal

 


Halt an wo lauffſtu hin/ der Himmel iſt in dir:
Suchſtu GOtt anders wo/ du fehlſt Jhn fuͤr und fuͤr.
Angelus Silesius


Die Chorruine St. Antonius (nicht ganz korrekt), den evangelischen Friedhof und St. Anna in Hellenthal kann man sehen, wenn man auf der EifelSpur „Auf den Spuren der Raubritter“, der EifelSchleife „Waldkapelle“  oder der EifelSchleife „Zu den Denkmälern“ nicht dran vorbeiläuft oder einfach Einkaufen geht – wie ich – und nicht einmal den Parkplatz in die richtige Richtung verläßt. Ich habe jetzt die richtige Richtung genommen. Wenn man zu Beginn des Herbstes vor der Kirche St. Anna steht, dann will man sofort ein Foto machen – das habe ich auch getan.

Hellenthal hat eine bewegte Religionsgeschichte. 1097 gründen die Benediktinerinnen aus Steinfeld  eine klösterliche Niederlassung in Hellenthal [2]. Aus dem Jahr 1260 ist die Ortsangabe „by der alden Kirchen“ überliefert – mehr weiß man aber nicht von diesem Gotteshaus [3]. Anfang des 16. Jahrhunderts ließ das Kloster Steinfeld eine Kapelle wegen seiner Besitztümer in Hellenthal. erbauen, die St. Antonius [4] gewidmet war. Antonius, der Eremit, lebte von ca. 251-356 und war ein christlicher ägyptischer Mönch, Asket und Einsiedler. Wie das so ausgesehen haben mag, bringt einem Hans Conrad Zander besser nahe in seinem Buch über die Wüstenväter [5] als Wikipedia. Wem ein Drittel eines Buches zu viel ist, der kann wenigsten in „Antonius für Steuerzahler“ das entsprechende Kapitel lesen [6]. 1561 kam es zur Reformation und 1620 zur Gegenreformation. Ab 1697 gab es regelmäßige Gottesdienste in der Kapelle. 1802 wurde die Pfarre Hellenthal in die Pfarre Blumenthal umgepfarrt (französische Besatzung), aber 1834 wurde Hellenthal schließlich von der Pfarre Blumenthal abgetrennt und dabei wurden St. Anna und St. Hubertus ebenso Patrone der Kirche. 1892 wurde St. Anna an der heutigen Stelle erbaut und die alte Kapelle wurde 1904 bis auf den Chorraum abgerissen. Der Chor diente als Friedhofskapelle bis 1945, als diese im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Diese Ruine kann man heute besichtigen. Etwa 35 m nordwestlich davon liegt der alte evangelische Friedhof, den man genauso besichtigen kann. Allerdings darf man nicht mehr als einige Grabsteine erwarten.



Die 1892 erbaute Kirche im neugotischen Stil St. Anna wurde bereits 1944 fast völlig zerstört. Aber ab 1951 wurden Teile des Chor und des Glockenturmes in einen Neubau integriert. Diese Kirche St. Anna wurde 1954 [7] geweiht. Übrigens wurde die kleine Glocke von 1728 der alten Kapelle nun Altarglocke in St. Anna. 1982 begann Egbert Verbeek [8] mit Arbeiten zur „Gestaltung und Ausmalung der Hellenthaler Kirche“ [9]. 1984 wurden Kirche und Kirchturm mit Erweiterung des Geläutes renoviert, außerdem installierte die Firma Weimbs [10] eine neue Orgel. 1997 wurden die Arbeiten abgeschlossen. Viele Einzelheiten kann man sich in [9] ansehen bzw. ein Ausdruck liegt auch in St. Anna aus. Weitere Daten führt Paul-Joachim Schmülling auf [2].


Leider konnte die Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. beim Fenster in der Taufkapelle nicht den Künstler ermitteln [11]. Es wird beschrieben mit „Rauten-Ornament mit Fisch-Symbol“. Nun, ich sehe da auch noch eine Taube, die vom Himmel herab fliegt, Wasser auf der rechten Seite und einen Berg auf der linken Seite. Insgesamt ist dieses Fenster sehr bunt gestaltet, während die anderen Fenster eher blass sind. Gegenüber ist das Bild der Namenspatronin mit Maria als Kind. Dies war die Abschlußarbeit von Egbert Verbeek. In der Taufkapelle sind noch zwei Stolpersteine angestellt, nämlich von Lina und Auguste Rothschild, die in der Kölner Straße 23 gewohnt hatten, und beide verschleppt und (in Chelmno bzw. Riga) ermordet wurden.



Zu einem Teil der Zeit des Umbau waren Lothar Tillmann Pfarrer und Elke Jodocy  Gemeindereferentin, die sich beide 2009 von ihren Aufgaben aus gesundheitlichen Gründen entpflichten lassen mußten [12]. Wahrscheinlich waren die Veränderungen mit zusätzlichen Aufgaben durch die Vergrößerung der Gemeinde ausschlaggebend. 2009 wurde Pfarrer Philipp Cuck Seelsorger in der Pfarrkirche St. Anna. Die GdG Hellenthal-Schleiden umfaßt 13 Kirchen [13]. Das kann nicht von einem Pfarrer gestemmt werden, Es gibt noch einen Pfarrvikar, einen Diakon und drei Pfarrer im Ruhestand, die mitarbeiten. Eine Liste findet sich auf der letzten Seite des Pfarrbriefes (Printversion) [14].



Zwei Ansichten in der Kirche haben mir besonders gefallen. Das Kreuz über dem Altar wirkt so schwerelos und die Wölbung des Raumes dahinter verschwindet. Wenn man vor dem Altarraum steht und zurückblickt, dann kann man sich satt sehen an Orgelempore und den Bildern. Und danach könnte man darüber hinaus noch ruhig in der Kirche verweilen, oder klingt das in unserer Zeit zu abwegig? „Halt an“, wie Angelus Silesius sagt.


Links und Anmerkungen:
[1] Aus: „Cherubinischer Wandersmann“ (82. Der Himmel iſt in dir.) von Angelus Silesius / Johannes Scheffler (1624–1677).  https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/silesius_wandersmann_1675?p=38
[2] St. Anna Hellenthal / Paul-Joachim Schmülling https://gdg-hellenthal-schleiden.bistumac.de/gemeinden-einrichtungen/seelsorgebereich-hellenthal/hellenthal/wir-ueber-uns/page-00002/
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Anna_(Hellenthal)  
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Antonius_der_Gro%C3%9Fe  
[5] Hans Conrad Zander: Als die Religion noch nicht langweilig war. Die Geschichte der Wüstenväter. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002. ISBN 3-462-02982-7.
[6] Hans Conrad Zander: Antonius für Steuerzahler. Die 14 besten Nothelfer für die moderne Seele. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009. ISBN 3-579-06889-X.
[7] 1954 hatte noch weitere wichtige Ereignisse zu verzeichnen.
[8] https://de.wikipedia.org/wiki/Egbert_Verbeek  Egbert Verbeek wurde 1953 geboren.
[9] https://gdg-hellenthal-schleiden.bistumac.de/export/sites/region-eifel/gdg-hellenthal-schleiden/.galleries/sonstige-Downloads/Beschreibung-der-Pfarrkirche-St.-Anna.pdf
[10] Über die Firma Weimbs schrieb ich bereits im Blogpost zur Pfarrkirche St. Michael in Losheim: "Die Orgel wurde von der Hellenthaler Firma Weimbs Orgelbau im Jahr 1954 gebaut. Die Firma sieht sich in der 600 Jahre langen Tradition des Orgelbaus in der Eifel, nicht zuletzt von Balthasar König. Ich habe bereits mehrere Orgeln, auch restaurierte, dieser Firma anhören können. Die Firma ist mittlerweile international tätig, zu meiner Verwunderung auch in Japan [10a]. Die Firma Weimbs Aoyama baute die Orgel für die Kapelle der Gakuin Junior Highschool in Shibuya (Tokyo). Auf meiner ersten Japanreise 1975 wohnte ich drei Tage in Shibuya. Weimbs Orgelbau schreibt: „Die an der Westseite des Bahnhofs gelegene Kreuzung von Bahnhofsstraße und Center-gai ist eine Alle-Gehen-Kreuzung und wird zu abendlichen Spitzenzeiten pro Ampelphase von bis zu 15.000 Menschen überquert.“ [10b]
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/07/die-pfarrkirche-st-michael-in-losheim.html
[10a] https://weimbs.de/2020/04/05/tokyo/   
[10b] Von der Kirche zum Orgelbau und dann zur Straßenüberquerung – kann man sich hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=Od6EeCWytZo
[11] http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2717/b2717.shtml   
[12] https://www.ksta.de/katholische-kirche-am-ende-ihrer-kraefte-12905456
[13] https://gdg-hellenthal-schleiden.bistumac.de/index.html
[14] Und auf der ersten Seite des Pfarrbriefes für den Seelsorgebereich Hellenthal vom 24.09.22 – 06.11.22 https://gdg-hellenthal-schleiden.bistumac.de/export/sites/region-eifel/gdg-hellenthal-schleiden/.galleries/GdG-Hellenthal-Pfarrbrief-als-Download/Pfarrbr.HE-BL-HO-oI.-22-7-v.-24.09.-06.11.22.pdf

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Thursday, November 18, 2021

Friedhöfe als Lebensraum für Fauna und Flora

 


Ich interessiere mich für Friedhöfe, aber auch alternative Bestattungsformen. Kürzlich hatte ich auf eine Beobachtung neben der Kirche St. Georg in Kallmuth hingewiesen [1]. Und nun twittert das ZDF über Friedhöfe mit Nachhaltigkeit bzw. als Refugium für bestimmte Tiere [2]. Und der NABU berichtete: „Überall dort, wo der Mensch seine Ordnungsliebe zügelt, gedeiht das Leben: Streifenfarn krallt sich in Bruchstein-mauerwerk, ein wärmender Pelz aus Moosen und Flechten bedeckt verwitternde Grabplatten, Bachstelze und Haus-rotschwanz nisten in den Nischen kleiner Kapellen und in die Mausoleen haben sich Fledermäuse einquartiert.“ [3]
Einer meiner Freunde (Autor) spaziert gerne über den Südfriedhof in Köln. Dieser bietet ein sehr großes Gelände, Ruhe beim Nachdenken und ist frei von Hunden.

„Neuere Anlagen seien oft viel zu aufgeräumt“, um Tieren einen Aufenthaltsort zu bieten. Das erinnert mich an ein Buch von Masanobu Fukuoka, der darin beschreibt, wie das zu ordentliche Ausbringen von Reisstroh verhindert, daß etwa neue Pflanzen durchbrechen können, oder daß kleine Spinnen in dem Gewirr der Halme ihre Netze bauen können, um so Milben zu vernichten, die dann die Pflanzen nicht mehr befallen können [4].



Größere Friedhöfe erfüllen Anforderungen, um Raum für Tiere zu bieten; als Beispiel kann ich den Ostfriedhof in Köln-Dellbrück nennen, ein Waldfriedhof, auf dessen Gelände auch Hügelgräber liegen [5]. Er hat eine Größe von 580.800 qm.

Der Friedhof von Kallmuth wird nach Ideen von Robert Ohlerth (Ortsbürgermeister) und Christian Habrich von der Mechernicher Friedhofsverwaltung umgestaltet. Neben Bäumen und Bänken sollen „statt englischem Kurzrasen in Kürze Wildblumen für Bienen, Hummeln & Co. wachsen und gedeihen“. Und ein Insektenhotel steht auch bereits. Man überlegt, in der Leichenhalle wie in einem Kolumbarium eine Urnenwand anzulegen.


Ich sehe jedenfalls in Kallmuth einen Anfang, der auch für andere Gemeinden interesssant sein kann.


Links, Anmerkungen etc.:

[1] „Auf dem angrenzenden Friedhof hat man einen ökologische Streifen, auf dem Wildblumen wachsen und ein Insektenhotel steht. Halte ich für sinnvoll.“
https://rheumatologe.blogspot.com/2021/11/st-georg-der-georgsritt-und-mehr.html
[2] https://twitter.com/ZDF/status/1461305206059245570
[3] https://www.nabu.de/wir-ueber-uns/infothek/mitgliedermagazin/archiv/04865.html
[4] Masanobu Fukuoka: Der große Weg hat kein Tor. Nahrung – Anbau – Leben. Pala-verlag, Darmstadt 1990 bzw. 1994 (2. Auflage), Original 1975. ISBN: 3-923176-71-6. „Fukuoka Masanobu (jap. 福岡正信; * 2. Februar 1913; † 16. August 2008) war zunächst Mikrobiologe und wurde dann Bauer.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Masanobu_Fukuoka  
[5] https://www.stadt-koeln.de/artikel/06161/index.html
[6] http://www.kallmuth-st-georgsritt.de/index.php/vereine/ortskartell-kallmuth/253-friedhofswald-kallmuther-friedhof – leider nicht datiert.
 
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Friday, September 10, 2021

Der Friedhof im Wald oberhalb von Oberhausen (Schleiden)

 



Gerade habe ich wieder einen Friedhof entdeckt, den ich vorher noch nicht kannte. Er gehört zu Oberhausen und zwar zu dem Oberhausen, das Ortsteil von Schleiden ist. Ich hatte bereits den Friedhof in Hellenthal [1] und den jüdischen Friedhof in Blumenthal [2], wie auch den Friedhof bei St. Brigida [3] in Blumenthal besucht. Ich war fast überrascht, daß es im Ortteil Oberhausen auch noch einen Friedhof gibt.



Eigentlich hätte ich in die andere Richtung gehen wollen, aber das Hinweisschild zum Friedhof und das Wegekreuz machten mich neugierig.



Der Friedhof liegt deutlich außerhalb von Oberhausen im Wald. Mir fiel auf, daß es dort keine Friedhofskapelle gibt. Gerade hier hatte ich eine erwartet. Ähnlich wie in Hellenthal sind hier mehrere Ebenen, die nicht alle barrierefrei sind. Andererseits hat der Friedhof mehrere Zugänge.



Zwischen Bank und den beiden Grabsteinen für die beiden karmelitischen Geistlichen, die in Oberhausen gewirkt haben, und dem große Steinkreut steht eine Bank, die zum Verweilen einlädt.



Über die beiden Karmeliter hätte ich gerne mehr erfahren. Pater Bonaventura ter Ellen war von 1965 bis 1967 Seelsorger in Oberhausen. Seinen Namen fand ich im „Direktorium
des Bistums Aachen für das Jahr 2019 mit den Namen  der verstorbenen Bischöfe, Priester und Diakone des Bistums Aachen seit dem 1. September 1930 bis zum 31. August 2018 und besonderen Totengedenktagen“ [4]. Er stammte wahrscheinlich aus der Gegend um Nijmegen, denn es gibt ein Foto dort von ihm [5], auf dem er allerdings als Moderator bezeichnet wird. In der Chronik des Ordens nannte man ihn einen „jungen Priester“, da war er bereits über 50 Jahre alt [6]. Über Pater Paulus Schmit erfahren wir noch weniger – er war Seelsorger in Oberhausen von 1967 bis 1976.



Ich bin auf einem anderen Weg vom Friedhof zurückgegangen und fand ein weiteres Wegekreuz. Ich habe weder die Schnecke in der Farbe der Christusfigur (1. Kreuz) noch die Spinnweben des zweiten Kreuzes entfernt oder die vertrockneten Pflanzen gewässert; auch wenn es mich in den Fingern juckt. Es fehlen in den Kirchen die Kümmerer, aber das scheint niemanden zu kümmern.
 


 

Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2020/10/der-waldfriedhof-von-hellenthal.html
[2] https://rheumatologe.blogspot.com/2019/06/der-judische-friedhof-in-blumenthal.html
[3] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/07/auf-der-hardt-und-st-brigida.html und etwas zum Friedhof und zu St. Brigida im Sammelsurium Nr. 195 https://rheumatologe.blogspot.com/2021/07/sammelsurium-195-17072021.html
[4] https://www.bistum-aachen.de/export/sites/Bistum-Aachen/portal-bistum-aachen/Glaube/.galleries/downloads/Direktorium_-2019-web.pdf
[5] Groepsfoto met de leden van de Nijmeegse Rooms Katholieke Middenstands Vereeniging https://www.europeana.eu/hr/item/2021651/https___hdl_handle_net_21_12122_2269132197
[6] “Een bijkomend probleem was dat het werk met de meisjes en jonge vrouwen niet zonder risico's was voor een jonge priester.” in: Kroniek van de Karmel in Nederland 1840-1970 S. 458 https://books.google.de/books?id=lskkDwAAQBAJ&pg=PA457&lpg=PA457&dq=bonaventura+ter+ellen++Karmel+in+Nederland+1840-1970&source=bl&ots=cVMtZa-CYv&sig=ACfU3U24gABn6E1z_RCzgr_hSyce7uI6Kg&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwj-tIPN0PTyAhX6hf0HHRjzD_EQ6AF6BAgQEAM#v=onepage&q=bonaventura%20ter%20ellen%20%20Karmel%20in%20Nederland%201840-1970&f=false

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Monday, August 2, 2021

Der jüdische Friedhof von Kall

 

Auch Kall hat einen jüdischen Friedhof, der von 1835 bis Ende der 1930iger Jahre belegt wurde. Er steht unter Denkmalschutz [1]. In Kall waren nicht viele jüdische Mitbürger:innen ansässig, aber umso verwundert die Zahl der 23 Stolpersteine [2]. Um 1885 lebten 19, um 1932 lebten 34 Mitbürger:innen in Kall [3]. Ich habe ihn gerade besucht, da ich überlegte, ob es durch das Hochwasser Schäden gegeben hätte. Hat es aber nicht, denn der Kallbach liegt weit genug entfernt.
 


Es sind noch 31 Mazewot auf dem 990 m² großen Friedhof zu sehen. Er liegt versteckt hinter einer Schule und einigen Einfamilienhäusern. Es besteht kein Hinweisschild, aber er ist frei zugänglich. Es gab früher eine kleine Synagoge, die nicht weit entfernt vom Friedhof lag (unter 1 km). Dieses Bethaus wird bereits 1843 erwähnt [3] und wurde 1867-1870 neu errichtet, 1938 wurde es zerstört. 2008 wurde eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Zerstörung der Kaller Synagoge eingeweiht [4]. Mirle Mirjam und Susanne Fernbach erlebten die Pogromnacht. Ihr Vater, der Religionslehrer Moses Fernbach, leitete ab Herbst 1938 die jüdische Volksschule in Kall. Am Nachmittag des 10. November, mussten sie mit ansehen, wie die Synagoge angezündet wurde und in Flammen aufging [5].



Interessant fand ich, das Grab einer Frau zu sehen, die eine geborene Blumenthal war. In Blumenthal gibt es nämlich auch einen jüdischen Friedhof [6].


 


Links etc.:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_(Kall)  
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Kall
[3] https://www.kuladig.de/Objektansicht.aspx?extid=O-12371-20110622-3
[4] https://www.rundschau-online.de/kinder-sahen-brennende-synagoge-11080812
[5] Gekürzt nach [4]
[6] https://rheumatologe.blogspot.com/2019/06/der-judische-friedhof-in-blumenthal.html

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Friday, December 18, 2020

RuheForst Hümmel (with an English version)



Ich war kürzlich im Gebiet von Hümmel unterwegs und da habe ich auch den RuheForst besucht. Ich hatte bereits über den Trostwald und den Begräbniswald berichtet [1]. Nun kommt ein neuer Begriff: RuheForst – also mit Großschreibung im Wort, wie ich es auch gerne mache. Alle Bestattungswälder bieten eine Alternative zum traditionellen Friedhof. Vielleicht ist beim RuheForst Hümmel etwas anders als bei den meisten anderen  Bestattungswäldern [2]: er steht unter Totalschutz. Mit den Grabgebühren werden die Naturschutzmaßnahmen finanziert, „sodass jeder Grabkauf einen Beitrag zum Umweltschutz darstellt“.



Der RuheForst liegt 3,5 km von der Waldakademie von Peter Wohlleben entfernt [3]. RuheForst und Waldparkplatz liegen in Rheinland-Pfalz unmittelbar an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen, wo auch die Zufahrt liegt. Der Parkplatz liegt ein gutes Stück zu Fuß vom RuheForst entfernt, Aber man hat für Besucher immerhin eine Dixie-Toilette aufgestellt. Der Weg zum RuheForst führt am Wellbach entlang. Man kann den Verkehr der nahen Straße hören, aber da ist nicht viel Verkehr.



Für Hinterbliebene, die sich um Grabpflege nicht kümmern können, aber andererseits Ruhe und Einsamkeit zur inneren Zwiesprache benötigen, ist dieser Ort die richtige Wahl. Hier begegnet man niemanden mit einer Gießkanne oder Grablichtern, die natürlich im Wald auch nichts zu suchen haben.



English version:
I  recently visited  the area around Hümmel in the Eifel (a range of low mountains in western part of Germany) and also the RuheForst, which is located there. I had already reported on the Trostwald [literally consolation forest] and the Begräbniswald [literally burial forest] [1]. Now we have a new term: RuheForst - with capitalization in the German word, as I like to do it, but which isn't common to German. All funeral forests offer the same thing: an alternative to the traditional cemetery. Perhaps the RuheForst Hümmel is a little different than most other burial forests [2]: it is under total protection. The grave fees are used to finance nature conservation measures, “so that every purchase of a grave makes a contribution to environmental protection”.



The RuheForst is 3.5 km from Peter Wohlleben's Forest Academy [3]. RuheForst and forest parking lots are located in Rhineland-Palatinate directly on the state border with North Rhine-Westphalia, where the access road is also located. The parking lot is a good walk from the RuheForst; but at least a Dixie toilet has been installed for visitors. The path to RuheForst leads along the Wellbach, a small brook. You can hear the traffic from the nearby road, but there isn't much traffic.



This place is the right choice for bereaved relatives who cannot take care of grave maintenance but who, on the other hand, need peace and solitude for internal dialogue. Here you don't meet anyone with a watering can or grave candles, which of course have no place in the forest.






Links und Literaturangaben:

[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2017/05/another-funeral-forest-trostwald.html und https://rheumatologe.blogspot.com/2017/05/begrabniswald-or-funeral-forest-as-form.html
[2] https://www.ruheforst-huemmel.de/
[3] Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume. Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt (Deutsch) Taschenbuch 2019. ISBN-13: 978-3453604322 // Wie kommt der jetzt zu der Ehre, hier erwähnt zu werden? Peter Wohlleben war früher als Förster in Hümmel tätig. [English: How does he get the honor of being mentioned here? Peter Wohlleben used to work as a forester in Hümmel. / English translation of the book available: ISBN-13: 978-1771643481]







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Thursday, October 29, 2020

Der Waldfriedhof von Hellenthal




 
Ich besuche gerne Friedhöfe. Da ist es in der Regel ruhig. Den Waldfriedhof in Hellenthal entdeckte ich eher zufällig. Ich war Wandern und das Wetter hielt nicht. Ich wurde nass und beschloss, Einkaufen zu fahren, da ich schon unterwegs war. Vom Supermarkt aber wurde ich auf eine andere Straße gelenkt und da sah ich St. Anna, eine Kirche, die ich immer schon einmal besuchen wollte und an der Olfe sah ich einen Wegweiser zum Waldfriedhof. Also bin nach Supermarkt und Kirche auch noch zum Friedhof gefahren (nicht gegangen, da es wieder zu regnen begann).


 
Die FriedhofsVerwaltung kümmert sich

 
Der Abstecher hat sich gelohnt. Zuerst war ich von der großen Trauerhalle überrascht und dann von der Weitläufigkeit des Friedhofs. Er ist nicht größer als der Friedhof in Kall, wirkt aber viel größer durch die Hanglage und weil er langgestreckt ist. Das hat zur Folge, dass man sehr für sich ist. Wer Zeit und Einsamkeit für Abschied, Nachdenken, Trauer sucht, wird das hier finden. In der Ferne sah ich zwei Frauen, die aber dann auch weg waren. Der Herbst bot viel Atmosphäre.


Ein Stein, der seinen Platz verloren hat





Der Wald gegenüber vom Friedhof


 
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Monday, September 28, 2020

Der jüdische Friedhof von Bad Münstereifel

 


Der Jüdische Friedhof Bad Münstereifel ist ein Waldfriedhof im Queckenwald [1] und liegt nahe der B51 und oberhalb des Golfhotels. Viel Information hat der Wikipedia-Artikel nicht, aber immerhin berichtet er über die Deportation von Juden, den Gedenkstein, der 1961 im Rahmen der Wiederherstellung des Friedhofs aufgestellt wurde. Der Friedhof wurde seit 1823 belegt, wobei schon zuvor heimliche Beerdigung dort früher stattgefunden hatten. Der Friedhof konnte bis 1932 genutzt werden und es finden sich noch 87 Grabsteine (Mazewot).




Wenn auch der Wikipedia-Artikel kurz gehalten ist, so hat er doch Hinweise auf weitere Literatur. Ich spreche von dem sehr detaillierten Artikel von Hans-Dieter Arntz [2], der Inventarisierng der Grabsteine mit Übersetzungen der hebräischen Texte vom Steinheim-Institut [3] und der Beschreibung durch die LVR-Redaktion KuLaDig von 2011 [4].




Von Arntz bzw. der von ihm eruierten Quelle stammt dieser Hinweis: „27. April 1812: Förster Sistig schwört, dass die Juden Michel Levi und Meyer Heimann am vergangenen Tage im kaiserlichen Wald „Quecken" ein Grab gemacht haben. Es ist verboten, dort Tote zu begraben. Trotzdem hat man Moises Heimann dort beigesetzt.“ Schon vor 1823 wurde dort beerdigt. Auch die Zeit vor 1933 war für Juden schwierig, trotzdem ist der Waldfriedhof erhalten geblieben und steht seit 1989 unter Denkmalschutz. Gemeindegröße 1808: 38, 1820: 46, 1885: 104 und 1932: 48. „Seit Mitte des 17. Jahrhunderts existierte ein Betsaal, der nach einem Umbau 1880 bis 1938 genutzt wurde. 1939 wurde das Gebäude verkauft, Mitte der 1970er Jahre abgerissen“. Schade, dass in den 70iger Jahren noch kein Denkmalschutz bestand.

 

Die Grabsteine sind teilweise in Deutsch, wie etwa der von Herrn Aron Herz, oder Hebräisch und Deutsch wie der von der Familie David/Herz, oder nur Hebräisch. Die Übersetzung der Inschriften kann man auf der Internet-Seite des Steinheim-Instituts nachlesen.

 

Viel ist überwachsen, aber so strahlt der Ort eine würdevolle Ruhe aus. Erlebenswert!

 


Da die Agrippastraße (römische Landstraße) hier vorbeiführte gibt es unterhalb des Friedhof eine Informationstafel von VIA. Außerdem führen Wanderwege am Friedhof vorbei. Aus Bad Münstereifel kann man den Friedhof durch das Johannistor erreichen (unter der B51 durchgehen, dann nach links gehen und beim Golfhotel dem Schildhinweis folgen). Oder man fährt die B51 in Richtung Norden, nimmt den Parkplatz gegenüber vom Johannistor und geht zum Hotel hinauf – man darf aber auch auf einen Wanderparkplatz dort oben fahren.


 


Links und Literatur:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_(Bad_M%C3%BCnstereifel)
[2] Arntz, Hans-Dieter: Der jüdische Friedhof von Bad Münstereifel – Ein Rückblick (mit Fotos) – http://www.hans-dieter-arntz.de/der_juedische_friedhof.html
[3] http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bme&lang=de
[4] https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-11956-20110610-2

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