Ich hatte vor etwa 13 Jahren über Wetter und entzündlich-rheumatische Erkrankungen geschrieben [1] und nun kam das Thema im Bekanntenkreis wieder einmal auf.
Es ist nicht ungewöhnlich, daß Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen über eine Zunahme von Symptomen bei bestimmten Wetterbedingungen berichten. Einige meiner (damaligen) Patienten fühlten anhand ihrer Symptome, daß es bald regnen würde. Andere Patienten mit rheumatoider Arthritis berichteten, daß Kälte, feuchte Witterungsbedingungen oder Luftdruckänderungen ihre Symptome, wie Schmerzen, Steifigkeit oder Gelenkschwellungen, verschlechterten.
Die Ergebnisse von Studien zu den Auswirkungen des Wetters auf die rheumatoide Arthritis sind hingegen sind damals nicht schlüssig gewesen und dem werde ich gleich nachgehen, ob das immer noch so ist.
Ich hatte aus konsekutiven Anamnesen damals Äußerungen zum Wetter genommen und analysiert.
Ich endete mit folgendem Text:
Beim Wetter scheint besonders regnerisches und kaltes Wetter Gelenkschmerzen und Steifigkeit zu erhöhen. Aber es trifft nicht auf alle gleichermaßen zu. Wahrscheinlich fühlen sich auch nicht Erkrankte weniger gut als Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Ich nehme an (Hypothese), dass die Empfindlichkeit gegenüber Wettereinflüssen durch die Erkrankung verstärkt wird – leider kann ich das nicht mit einer Studie belegen. Für mich trifft es eine Patientin am ehesten: „Es gibt eine Wohlfühltemperatur. Es darf nicht zu heiß und nicht zu kalt sein.“ Und ich darf ergänzen: feucht sollte es auch nicht sein.
Ich habe jetzt eine Literaturrecherche in PubMed durchgeführt und nicht viel gefunden; berichtenswert sind nur wenige Publikationen.
Eine Metaanalyse führten Chao Hu und weitere durch [2]. Sie analysierten 16.503 Patientendaten aus acht Studien. Sie kamen zu folgendem Ergebnis (Übersetzung): „Bestimmte meteorologische Faktoren, Temperatur und Luftdruck, können die Symptome von rheumatoider Arthritis geringfügig beeinflussen. Diese Erkenntnisse können zu einer individualisierten Behandlung beitragen und zukünftige Forschung zu Umwelteinflüssen bei Autoimmunerkrankungen leiten.“ Welche individualisierte Behandlung wird nicht gesagt.
Eine Studie von E.M. Savage und weiteren stammt aus dem Jahr 2014 [3]. Sie untersuchten die Krankheitsaktivität mittels Entzündungsparametern und dem DAS-28 bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis gegen Wetterbedingungen. Sie kamen zu folgendem Ergebnis (Übersetzung): „In dieser Studie war die Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis (gemessen mittels DAS-28) sowohl bei sonnigerem Wetter als auch bei geringerer Luftfeuchtigkeit signifikant niedriger.“ Ich hatte, s.o., Ähnliches vermutet; ich danke für die Bestätigung.
Von der dritten Studie, sie stammt aus dem Jahr 1997, weiß ich nicht mehr, ob ich sie damals gefunden hatte. Die Studie von D. Drane und weiteren [4] hat Daten, die in Jahren 1985-1987 erhoben worden waren, 1997 publiziert. Die Ergebnisse waren mager (Übersetzung): „Auf der Grundlage dieser Ergebnisse scheint das Wetter nur einen minimalen Beitrag zu Schmerzen und Steifigkeit bei Frauen mit rheumatoider Arthritis zu leisten.“
Ich bin noch die Veröffentlichungen der EULAR Kongresse der letzten zwei Jahre durchgegangen; jeder Band mit den Abstracts umfaßt etwa 2500 Seiten [5]. Ich fand 2026 das Wort Wetter (weather) zweimal erwähnt:
„However, weather tryptophan could restore Tfh/Tfr imbalance in RA remains unclear.“ Das war ein Tippfehler, es hätte whether heißen müssen. Und:
„No planned travel outside the study region during the study (to account for any variations in weather)“. Das bringt uns auch nicht weiter.
Bei sonnigem, warmen und nicht zu feuchtem Wetter fühlen wir uns alle und erst von Rheumatoider Arthritis oder anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen geplagten Menschen besser. Neue Erkenntnisse, die Therapieänderungen nach sich ziehen könnten, habe ich auch 13 Jahre später nicht finden können.
Es ist nicht ungewöhnlich, daß Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen über eine Zunahme von Symptomen bei bestimmten Wetterbedingungen berichten. Einige meiner (damaligen) Patienten fühlten anhand ihrer Symptome, daß es bald regnen würde. Andere Patienten mit rheumatoider Arthritis berichteten, daß Kälte, feuchte Witterungsbedingungen oder Luftdruckänderungen ihre Symptome, wie Schmerzen, Steifigkeit oder Gelenkschwellungen, verschlechterten.
Die Ergebnisse von Studien zu den Auswirkungen des Wetters auf die rheumatoide Arthritis sind hingegen sind damals nicht schlüssig gewesen und dem werde ich gleich nachgehen, ob das immer noch so ist.
Ich hatte aus konsekutiven Anamnesen damals Äußerungen zum Wetter genommen und analysiert.
Ich endete mit folgendem Text:
Beim Wetter scheint besonders regnerisches und kaltes Wetter Gelenkschmerzen und Steifigkeit zu erhöhen. Aber es trifft nicht auf alle gleichermaßen zu. Wahrscheinlich fühlen sich auch nicht Erkrankte weniger gut als Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Ich nehme an (Hypothese), dass die Empfindlichkeit gegenüber Wettereinflüssen durch die Erkrankung verstärkt wird – leider kann ich das nicht mit einer Studie belegen. Für mich trifft es eine Patientin am ehesten: „Es gibt eine Wohlfühltemperatur. Es darf nicht zu heiß und nicht zu kalt sein.“ Und ich darf ergänzen: feucht sollte es auch nicht sein.
Ich habe jetzt eine Literaturrecherche in PubMed durchgeführt und nicht viel gefunden; berichtenswert sind nur wenige Publikationen.
Eine Metaanalyse führten Chao Hu und weitere durch [2]. Sie analysierten 16.503 Patientendaten aus acht Studien. Sie kamen zu folgendem Ergebnis (Übersetzung): „Bestimmte meteorologische Faktoren, Temperatur und Luftdruck, können die Symptome von rheumatoider Arthritis geringfügig beeinflussen. Diese Erkenntnisse können zu einer individualisierten Behandlung beitragen und zukünftige Forschung zu Umwelteinflüssen bei Autoimmunerkrankungen leiten.“ Welche individualisierte Behandlung wird nicht gesagt.
Eine Studie von E.M. Savage und weiteren stammt aus dem Jahr 2014 [3]. Sie untersuchten die Krankheitsaktivität mittels Entzündungsparametern und dem DAS-28 bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis gegen Wetterbedingungen. Sie kamen zu folgendem Ergebnis (Übersetzung): „In dieser Studie war die Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis (gemessen mittels DAS-28) sowohl bei sonnigerem Wetter als auch bei geringerer Luftfeuchtigkeit signifikant niedriger.“ Ich hatte, s.o., Ähnliches vermutet; ich danke für die Bestätigung.
Von der dritten Studie, sie stammt aus dem Jahr 1997, weiß ich nicht mehr, ob ich sie damals gefunden hatte. Die Studie von D. Drane und weiteren [4] hat Daten, die in Jahren 1985-1987 erhoben worden waren, 1997 publiziert. Die Ergebnisse waren mager (Übersetzung): „Auf der Grundlage dieser Ergebnisse scheint das Wetter nur einen minimalen Beitrag zu Schmerzen und Steifigkeit bei Frauen mit rheumatoider Arthritis zu leisten.“
Ich bin noch die Veröffentlichungen der EULAR Kongresse der letzten zwei Jahre durchgegangen; jeder Band mit den Abstracts umfaßt etwa 2500 Seiten [5]. Ich fand 2026 das Wort Wetter (weather) zweimal erwähnt:
„However, weather tryptophan could restore Tfh/Tfr imbalance in RA remains unclear.“ Das war ein Tippfehler, es hätte whether heißen müssen. Und:
„No planned travel outside the study region during the study (to account for any variations in weather)“. Das bringt uns auch nicht weiter.
Bei sonnigem, warmen und nicht zu feuchtem Wetter fühlen wir uns alle und erst von Rheumatoider Arthritis oder anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen geplagten Menschen besser. Neue Erkenntnisse, die Therapieänderungen nach sich ziehen könnten, habe ich auch 13 Jahre später nicht finden können.
Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2013/10/wetter-und-entzundlich-rheumatische.html
[2] Hu C, Wu J, Luo Y, Zhu Y, Chang R, Qian S, Ding X. Association between weather conditions and rheumatoid arthritis: A systematic review and meta-analysis. Autoimmun Rev. 2026 Jan;25(1):103941. doi: 10.1016/j.autrev.2025.103941. Epub 2025 Oct 11. PMID: 41083015.
[3] Savage EM, McCormick D, McDonald S, Moore O, Stevenson M, Cairns AP. Does rheumatoid arthritis disease activity correlate with weather conditions? Rheumatol Int. 2015 May;35(5):887-90. doi: 10.1007/s00296-014-3161-5. Epub 2014 Oct 24. PMID: 25342437.
[4] Drane D, Berry G, Bieri D, McFarlane AC, Brooks P. The association between external weather conditions and pain and stiffness in women with rheumatoid arthritis. J Rheumatol. 1997 Jul;24(7):1309-16. PMID: 9228130.
[5] EULAR European Congress of Rheumatology / EULAR 2025
11–14 June 2025 in Barcelona
EULAR European Congress of Rheumatology / EULAR 2026
3–6 June 2026 in London
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