Monday, January 26, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 27. KW 26.01.2026

 


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


27. KW
Farhad Showghi: [Wie eine Sommerwolke ...]


Tja, wir sind alle Marionetten und können nur in einer beschränkten TheaterWelt leben. 

Schatten
    Schatten sein 
Unter 
Anderen 
Schatten 
In 
Einer 
Welt 
Von 
Schatten 
Möchte ich 
    Doch 
Lieber nicht 

Sonne
    könnte doch 
Der 
Kloß 
In 
Meinem 
Hals 
UnterGehen 
Wie 
Die 
Sonne 
Und 
Wir
Reden uns 
    Wieder 
In die Nacht 

Im Iran 
Sie lassen die Oppositionellen 
An Seilen hängen
Bis die Stirn hinunterHängt. 
Und sie nicht mehr sprechen 

„Gardinenfalten“ -: Ich denke an den ZitronenFalter nd den GardinenFalter. 

„Mein Mund ist ein HohlRaum“ -: ein EchoRaum, in dem alle Wörter hallen und verHallen. 

Mit einem Lächeln in den Tod. Der Vater im Iran, der seiner kleinen Tochter zulächelt, als er gehängt wird.  


27. KW
Kommentar: Dorothea Grünzweig


Man ist nur Marionette, wenn man nicht erkennt, daß die Mitte des Universums man selbst ist und sich aus dieser Mitte ziehen läßt. 

„Er lässt Osten und Westen verschmelzen“ -: das tat doch Goethe auch Im west-östlichen Diwan.    

Das Paradies ist der einGezäunte bzw. umMauerte Garten. Das Wort Paradies läßt sich etymologisch aus der altiranischen awestischen Sprache herleiten [3] und bezeichnete „einen von einem Wall umgebener Baumpark“. Das Paradies ist somit ein geschützter Ort, voll Ruhe, Schönheit und Harmonie, in dem Mensch und Natur in perfektem Einklang existieren – bis nach dem Alten Testament durch den SündenFall der Mensch aus dem Paradies vertrieben wird. Die Bibel sagt nichts von einem Tor, aber wo sonst sollten die Cherubim lagern? Übrigens so wie der Tartar in Kafkas …, aber nun werde ich hier stoppen.

Meditation  
    der Bach 
Liegt 
Im 
SonnenSchein
Kein 
RegenWasser
Keine 
SchneeSchmelze 
Einfach 
Nur 
Eine Weile 
    Vor 
Sich hinGlucksen 

Universum 
    das Universum 
Kann 
Nicht 
Denken 
Ohne 
Den 
Menschen 
Nicht 
Ein Wort 
    Zu 
Papier bringen 





Links und Anmerkungen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Paradies und
https://en.wikipedia.org/wiki/Paradise 
[2] This footnote is intentionally left blank.



Sunday, January 25, 2026

Altargesteck am 3. Sonntag nach Epiphanias 2026

 


Der Wochenspruch zeigt uns bereits das Thema des aktuellen Sonntags [1]: „Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ Für den dritten Sonntag nach Epiphanias kann man als Kernaussage die grenzenlose Liebe Gottes ansehen, die man z.B. in „Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund“ und dem Heilungswunder an dem Knecht des römischen Hauptmanns erkennen kann [2]. Alle Menschen sind gemeint und das von Anfang an. Im Predigttext kommt ein weiterer Hauptmann, nämlich Kornelius, ins Spiel.

Wenn man nun die Menschen von „Osten und von Westen, von Norden und von Süden“ und noch das Konzept Ökumene hinzufügt, gelangt man schnell nach Taizé. In Köln feierten wir eine Taizé-Andacht. Die Gemeinschaft von Taizé versteht sich als internationaler ökumenischer Männerorden, wurde aber bekannt durch ökumenischen Jugendtreffen, zu denen jährlich bis zu 100.000 Besucher vieler Nationalitäten und Konfessionen kamen; vor der Pandemie kamen immerhin 15.000 Teilnehmer [3] zusammen und so scheint es sich auch aktuell eingependelt zu haben. Interessant fand ich am Wikipedia-Artikel diese Worte: „Taizé wird kritisiert als „Vermengung konfessioneller Grenzen“. Beispielsweise geben katholische Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle wie selbstverständlich sonntags das eucharistische Mahl wissentlich an evangelische Christen. Allerdings ist gerade dieser Punkt für die große Mehrheit derer, die Taizé betrachten, ein Hoffnungszeichen der Ökumene.“ Wir feierten aktuell kein Abendmahl, aber wenn wir es tun dann in ökumenischer Gastfreundschaft. Es waren mehr Teilnehmer als üblich da und die Gesänge wurden mit Streichinstrumenten, Klavier und Flöte begleitet. Herzlichen Dank den MusikerInnen.
 
In Kall feierten wir eine Andacht um den kleinen Altartisch im Format „Auf ein Wort“ mit der liturgischen Eröffnung nach der Iona Kommunität [4]. Der Kern war die die Jahreslosung: „Siehe, ich mache alles neu!“ [5] Daran schloß sich ein Austausch an, in dem Fragen und Ideen auftauchten wie:
  • Wirklich alles?
  • Ist neu automatisch besser als alt?
  • Angst vor Veränderung
  • Berichtet wird über schlechte anstatt gute Nachrichten
  • Neuanfang, aber wo?
  • Was kann man ändern?
  • Muß ich mir alles aufladen?
Die Kerzen wurden bei stummen Fürbitten aufgestellt.

Ich hatte oben bereits angedeutet, daß heute der Sonntag der Hauptleute war. In der Lesung aus dem Alten Testament treffen wir auf den aramäischen Feldhauptmann Naaman, der deshalb auch als „trefflicher Mann“ geschildert wird [6]. Aber er war mit Aussatz geschlagen und wurde vom Propheten Elisa geheilt – die Geschichte ist aber sehr lang. Im Predigttext ist vom Hauptmann Kornelius die Rede („ein gerechter und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden“ [7]). Diese Perikope berichtet über Petrus, der zu der Erkenntnis kommt, „dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm.“ Das Evangelium steht bei Matthäus und es geht um den Hauptmann von Kapernaum, dessen Knecht krank liegt [8]. In dem Text kommt eine sehr bekannte Stelle vor: „Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.“ Während die Synoptiker viele Perikopen miteinander teilen, ist das bei Johannes die Ausnahme, hier ist so eine. Sie steht unter der Überschrift „Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten“ und spielt in Kana und Kapernaum [9]. Und hier muß ich stoppen, denn darüber werden wir im Ökumenischen Bibelgespräch sprechen [10].

Wenden wir uns dem Altargesteck in Köln zu. Einsam stand es auf dem Altar, denn wir feierten um den Taufstein. Beim Fotografieren des Gestecks  fühlte ich mich ein wenig in den Film „Barry Lyndon“ von Stanley Kubrick [11] versetzt, da dieser die Innenaufnahmen aus Gründen der Authentizität mit Kerzenlicht ausleuchten ließ. Das Gesteck war sorfältigt gefertigt, aber es versäumte, einen liturgischen Bezug hervorzurufen.






Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] Lk 13,29
[2] https://kirchenjahr-evangelisch.de/3-sonntag-nach-epiphanias/ 
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Communaut%C3%A9_de_Taiz%C3%A9  siehe dort Quellenangaben zu den Zahlen in den Fußnoten [62] und [63]. 
[4] „Die Iona Community (auch Gemeinschaft von Iona oder Iona-Kommunität genannt) ist eine auf der schottischen Insel Iona lebende ökumenische Gemeinschaft (Kommunität), die 1938 von George MacLeod gegründet wurde.“ 
https://de.wikipedia.org/wiki/Iona_Community  
Eigentlich hätte ich hier weiter zitieren sollen, aber dann wäre das Zitat zu lang geworden, bitte selbst nachschauen, falls noch nicht getan, denn es lohnt sich.
[5] Offb. 21,5
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/2KI.5 2. Kön 5,(1–8)9–15(16–18)19a
[7] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ACT.10 Apg 10,21–35 
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.8 Mt 8,5–13 
[9] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.4 Joh 4,46-53
[10] Ökumenische Bibelgespräche 2026. Die Bibelgespräche finden freitags von 18:00 – 19:30 Uhr im Gemeindehaus der evangelischen Kirche, 53937 Schleiden, Am Hähnchen 1 statt. Termine: 16.01., 30.01., 13.02., 27.02., 13.03., 27.03. und 10.04.2026.
[11] „Barry Lyndon“ ist ein Historienfilm des Regisseurs Stanley Kubrick aus dem Jahr 1975.
https://de.wikipedia.org/wiki/Barry_Lyndon  
Wikipedia berichtet in diesem Artikel weiter:
„Um die Stimmung von Rokokobildern authentisch wiederzugeben, drehte Kubrick einige Szenen vollständig bei Kerzenlicht, also ohne elektrische Beleuchtung. Möglich wurde dies durch die Verwendung eines extrem lichtstarken Objektivs (Planar 0,7/50 mm), das ursprünglich von Carl Zeiss für die NASA hergestellt worden war.“   

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Der Pferdekopf raucht wieder

 


Es scheint, als ob the Pferdekopf wieder einmal rauche. Vor einigen Tagen hatte ich mich mit dem Vulkanismus in der Eifel, insbesondere mit dem Laacher See, beschäftigt [1]. Der Vulkanismus hat die Eifel maßgeblich geprägt. Nicht gerade hier, aber in der Region Vulkaneifel ist die Landschaft durch die Maare geprägt. Maare entstanden aus Explosionskratern, also durch den Kontakt des aussteigenden Magmas mit Grundwasser. Die Vulkanologen [2] erachten die Eifel als weiterhin aktives Gebiet, denn sie messen seismische Aktivitäten und Gasaustritte. Und nun können auch wir Aktivitäten sehen.

Ich stutzte ein wenig, als ich aus der Sistiger Heide zurück nach Diefenbach kommend Rauch bzw. Wolken aus dem Pferdekopf aufsteigen sah. Es erinnerte mich an Mount Bromo im indonesischen Hochland (Java). Der Begriff Pferdekopf ist in der Wissenschaft verbreitet; ich denke da an den Pferdekopfnebel im Sternbild Orion. Es handelt sich um die Übersetzung des lateinischen Begriffes Mons Capitis Equi, aber man vermutet dahinter die Übersetzug eines alten keltischen Toponyms. Und wer nun mehr über den Vulkanismus in der Eifel und der Vulkaneifel wissen möchte, der benötigt einen längeren Artikel, denn immerhin begann der Vulkanismus hier im Tertiär (also vor 50 Millionen Jahren), und da gibt es einen sehr schönen Artikel auf Wikipedia [3].





Links und Anmerkungen:
[1] Der Laacher See eine mit Wasser gefüllte Caldera, die vor etwa 13.000 Jahren bei einem Vulkanausbruch entstand. Ich hatte den See im Kopf, als ich folgendes Haiku für National Haiku Writing Month schrieb:
they still chant 
in the old abbey at the maar 
no eruption due  

Der Laacher See wird gerne als Maar bezeichnet, ist aber kein Maar!
[2] Das sind übrigens keine Vulkanier.
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Vulkaneifel 

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Saturday, January 24, 2026

LYRIK-Taschenkalender 2013 26. KW 23.01.2026



Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2013 herausgegeben. 17 Dichterinnen und Dichter stellten jeweils zwei Lieblingsgedichte mit Kommentar vor. Von diesen AutorInnen wählte der Herausgeber je ein exemplarisches Gedicht aus und kommentierte es. In diesen Taschenkalender habe ich nun wieder Annotierungen und Assoziationen geschrieben. Vielleicht so ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne). Diese Annotationen stammen aus den Jahren 2023-2026.


26. KW
Mara Genschel: [Der leere Briefkasten]


ClipperSchiffe von Fred Tate [1]. 

StapelLauf 
 
Der Junge nahm Papier vom Stapel 
Faltete ein Boot
Schrieb einen Namen an den Bug 
Dann lassen wir es 
Vom Stapel laufen

Der BackOfen als TV-Satz? 

[Der BriefKasten quillt über] 
Wieder nach Tagen vor der Haustür. Der BriefKasten quillt über mit Reklame. Nur nicht die wirkliche Post wegWerfen! Der Schnee näßt die Annoncen-Zeitung. Ich könnte mir die TodesAnzeigen durchLesen. Oder die BekanntschaftsAnzeigen. Also was Lustiges. Ach, weg damit! 

SchneeBälle  
     der Wind 
Wirft 
Den 
Fest 
Gefrorenen 
Schnee 
Von 
Den 
Bäumen
So viel 
    Spaß 
Hat er selten

[Der leere BackOfen] 
Bunte Reklame. Mir fallen Zeitungen und ein Magazin auf den nassen Boden. Und der Regen fällt auch schon wieder. Es wird alles wieder trocken. Ich muß nur die Treppe hoch und die Heizung darf nicht ausFallen. So oder so -: die Seiten backen zusammen.   


26. KW
Kommentar: Konstantin Ames


Warum Braten? 

Ich habe den Kommentar noch einmal gelesen, nachdem ich ihn schon mehrfach gelesen hatte, von Mal zu Mal gefällt er mir noch weniger.  

Else Lasker-Schüler [2] (und nicht Laker-Schüler) kam mir nicht in den Sinn oder wenn ich Miniatur als „miniature“ lese, dann kommt sie über die KlaviaTür herein, aber das hat nichts mit Mara Genschels Gedicht zu tun.  

Dummheit 
    er riet 
Mehr 
Dummheit
Zu 
Wagen 
Doch 
Ich 
Rief 
Aber 
Gibt 
Es 
Nicht 
Schon mehr 
    Als 
Genug davon 






Links und Anmerkungen:
[1] Ich dachte gerade an „Clipper Ships / ClipperSchiffe“, ein Gedicht von Fred Tate [1a]:
„Me and my dad make models of clipper ships.
Clipper ships sail on the ocean.
Clipper ships never sail on rivers or lakes.
I like clipper ships because they are fast.“ [1b] 
from the film Little Man Tate [5].
[1a] Fiktive Person aus [1c].
[1b] http://www.script-o-rama.com/movie_scripts/l/little-man-tate-script-transcript.html 
[1c] Little Man Tate (Das Wunderkind Tate) is ein US-amerikanischer Film ivon Jodie Foster aus dem Jahr 1991.
https://en.wikipedia.org/wiki/Little_Man_Tate  und
https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Wunderkind_Tate 
[2] „Elisabeth „Else“ Lasker-Schüler (geboren am 11. Februar 1869 als Elisabeth Schüler in Elberfeld; gestorben am 22. Januar 1945 in Jerusalem) war eine deutsche Dichterin und Zeichnerin.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Else_Lasker-Sch%C3%BCler 



Friday, January 23, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 23.01.2026

 


Uferschwer sinken die
Füße ins Schweigen
Späte Furche im Lehm.
Gertrud von Marschall [1]

Freiheit 
    hinter immer 
Mehr 
Türen 
Wird 
Die 
Freiheit 
VerSchLosSeN
Immer 
Tiefer 
Wird 
Sie 
EinGeKerKerT
Bis sie 
    AusBricht
Was nun?

Paradies 
    wenn deine 
Träume 
In 
Der 
Wirklichkeit 
AnGekommen 
Sind 
Und 
Du
Ein 
Gutes 
Leben 
Siehst
Dann 
Ist es 
    Schon 
Das Paradies

RauhReif  
    die Tropfen 
Von 
GeSchmolzenem 
RauhReif 
Hängen 
Im 
Licht 
Der 
MorgenSonne 
In 
Den 
Bäumen 
Ich 
Erstarre
Denn 
Ich 
Starre 
Auf die 
    Schönheit 
Des Todes

Ins UnBekannte 
    wir müssen 
Das 
UnBekannte 
ErForschen 
Die 
Ganze 
Welt 
Ist
Uns 
UnBekannt 
Aber 
Wir gehen 
    Meist 
Nicht mutig

Winde 
    nur die 
FrühlingsBrise 
Klingt 
Fröhlich
Der 
WinterWind 
Klingt 
Rau
Wirft 
Sich 
Gegen 
Haus 
Und 
Bäume 
Aber der 
    Schnee 
Tanzt fröhlich

Keine Antwort 
    der Komatöse 
Auf 
Der 
IntensivStation 
Oder 
Der 
Tote 
Im 
Grab 
Sie 
Könnten 
Neue
Perspektiven
Kennen 
Aber 
Man 
BeKommt von 
    Ihnen 
Keine Antwort

Gebet
    wenn die 
Ewigkeit 
Zum 
Moment 
Wird 
Im 
Gebet 
Aber nicht 
    Nur 
Im Gebet 

Schnee 
    der Schnee 
Fiel 
Und 
Wurde 
Vom 
Wind 
Getrieben 
Kam 
Nicht 
Zum 
Liegen
Und flog 
    Immer 
Weiter fort

Bolivien 
    Bolivien liegt 
Nicht 
Wie 
Böhmen 
Am 
Meer [2]
Paradise
Lost 
John Lackland 
Und Bolivien 
    Verlor 
Den Pazifik 

Laß uns
Laß uns noch mal unter der alten Kastanie sitzen 
Bevor sie abGeholzt wird
Laß uns noch mal in alten Büchern lesen 
Bevor man sie verBrennt 

        


Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Gertrud von Marschall[1a]: Geborstene Boote. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1957. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 374. 
[1a] „Gertrud von Marschall (1903–1983) war eine deutsche Lyrikerin, die für ihre tiefgründige, oft religiös gefärbte Sprache bekannt ist …“ schreibt die Google KI. Das kann nicht stimmen, denn nach Wofgang Weyrauchs Expeditionen [1b] ist sie 1936 in Erfurt geboren worden. Und das deckt sich mit dem Eintrag in Akzente [1c], den ich zunächst überschlagen hatte.
[1b] Wolfgang Weyrauch: Expeditionen. Deutsche Lyrik seit 1945. Paul List Verlag, München 1959. S. 167.
[1c] a.a.O. S. 384.
[2] Ingeborg Bachmann: Böhmen liegt am Meer (1964)
https://www.deutschelyrik.de/boehmen-liegt-am-meer.html  

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Thursday, January 22, 2026

The Souk Al Zal in Riyadh, Saudi Arabia

 

The north end of the souk


I was with a group of tourists walking from Al Masmak Palace (قصر المصمك) through Safa Square (ساحة الصفاة) to Souk Al Zal (سوق الزل). Safa Square is also called Deera Square (ساحة الديرة) [1]. As we walked by, we saw some women performing their midday prayer. On the north side of the square is the General Presidency of the Commission for Promotion of Virtue and Prevention of Vice (فرع الرئاسة العامة لهيئة الأمر بالمعروف والنهي عن المنكر) [2]. Punishments were carried out there in the past. But one thing at a time.

The Al Masmak Palace, also called Masmak Fortress or Masmak Fort, was built with mud bricks and clay, planned in 1865 [3]. It was the site of the Battle of Riyadh in 1902. But enough history for now, because we were going to walk across Safa or Deera Square. The Commission for the Promotion of Virtue and Prevention of Vice (هيئة الأمر بالمعروف والنهي عن المنكر) has had its powers significantly curtailed in the last 20 years, and the square is now occupied by cafes and restaurants. Previously, it was the site of Hadd punishments (حد). [4] These punishments, prescribed under Islamic law, are for offenses that infringe upon God's rights. Examples include beheading (decapitation), lashing, stoning to death, and amputation of hands or feet. Today, these punishments are carried out in a military prison. Now it's an open space, with nothing to indicate its history.



But now we've arrived at Souk Al Zal. We simply arrived too early in the day, as the main trading hours are traditionally in the evening. We were able to visit various shops, and in retrospect, it was even better this way with fewer distractions. For example, we saw shops selling men's clothing, shoes and sandals, fabrics and children's clothing, toys, antiques, coffee pots and dishes, incense, frankincense and perfume (some alcohol-free [5]), agal, and more were open – I'll reveal the mystery behind the agal shortly.

In Saudi Arabia, men wear the white thawb (ثَوْب) [6], but we didn't see these shops; perhaps they are more likely to be custom-made or these shops are elsewhere. Women wear the black abaya (عباية) [7], but these shops weren't nearby. We saw them later on the trip, as the women in our group needed to buy abayas for visiting Medina. If Saudi Arabians visit government offices and agencies, they should wear the national dress. But let's stick with the men. Clothing varies depending on the region and the weather. For example, we were in Tabuk in warm weather, and 10 days later it snowed there. There are vests (صدارية) and the bisht (بِشْت), a flowing outer cloak [8].




In addition, the ghutrah (غُتْرَة), which is perhaps known here as keffiyeh (كُوفِيَّة) [9], was offered in the shops. It is a square woolen cloth, woven in red and white in Saudi Arabia and Jordan, for example, but black and white among Palestinians. One of my brothers brought such cloths back from Syria or Lebanon in the 1970s and sold them in Germany. Traditionally, the ghutrah was meant to protect against the sun. These shops also sold misbaha (مِسْبَحَة) [10] and walking sticks as accessories. The misbaha is a set of prayer beads; similar items are found as japamala in Hinduism, Jainism, Sikhism, and Buddhism, or the rosary used in Catholicism, which probably originated from the Greek Orthodox komboskini (κομποσκοίνι) or prayer rope [11].


Another shop manufactured agal (عِقَال) [12] and also sold pre-made ones. The agal is a doubled black cord made of wool and cotton, required for the ghutrah (keffiyah). The different fabrics are twisted together by machine to form a firm agal that should fit quite snugly so that the ghutrah does not slip.

Besides Western shoes, traditional leather sandals are also sold, which are described as very durable. They have a leather flap for the big toe. But in the cities, people probably already tend to wear Western shoes, sneakers, etc.


I also found the fragrance shops interesting and worth mentioning, selling aromatic wood and incense, but also perfume, which, to be honest, smelled too heavy and sweet to me. The wood is burned on a censer, mabkhara (مبخرة) [13], in such a way that a spicy smoke is produced, which is used to scent rooms and is also held towards guests, who then fan the smoke towards themselves.

If you visit the area around the souk, don't miss making a detour there. If you are more interested in the shops than the shoppers, then afternoon is a good time to go, as it is less crowded, while in the evening you will see more shops and more activity.



At about the south end of the souk



Links and Annotations:
[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Deera_Square
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Committee_for_the_Promotion_of_Virtue_and_the_Prevention_of_Vice_(Saudi_Arabia)
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Al_Masmak_Palace
[4] Hadd has two dd, even if one cannot see it in the Arabic without diacritic markers. The plural of hadd is hudud (حدود).
https://en.wikipedia.org/wiki/Hudud
https://de.wikipedia.org/wiki/Hadd-Strafe
[5] Traditional perfumes won't contain alcohol. In principle perfumes may contain alcohol according to the sharia, but traditional society banned perfumes for women in public as it could attract men.
[6] https://en.wikipedia.org/wiki/Thawb
[7] Look at the Arabic and you it should be written 'abaya. 
[8] https://en.wikipedia.org/wiki/Abaya

[9] https://en.wikipedia.org/wiki/Bisht_(clothing)
[10] https://en.wikipedia.org/wiki/Keffiyeh
[11] https://en.wikipedia.org/wiki/Misbaha
[12] https://en.wikipedia.org/wiki/Prayer_rope
[13] https://en.wikipedia.org/wiki/Agal_(accessory)
[14] https://en.wikipedia.org/wiki/Mabkhara 

PS. A picture of a shop selling abayas.




PS
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Tuesday, January 20, 2026

Polarlicht in der Eifel in der Nacht vom 19. auf den 20.01.2026

 


Ich war sehr überrascht, am späten Abend Polarlicht oder wissenschaftlich die Aurora borealis in Kall / Diefenbach zu sehen. Ich hatte bei einer Reise durch Island kaum etwas gesehen und dann aber im November 2024 in Norwegen Glück [1], wobei ich auch einige Fotos machen konnte. In Norwegen konnte ich mehr grüner Lichter sehen, aktuell waren eher rötliche / magentafarbene Polarlichter zu sehen. Das kann man auch erklären. Die grünen Lichter entstehen durch energiereiche Teilchen in einer Höhe von etwa 120 km, die roten Lichter in einer Höghe von ca. 250 km [2], so daß man nach Süden hin eher rote Lichter sieht.
Die Aurora App zeigt einen Kp-Wert von 8,33 an, das ist sehr hoch und dann hat man auch die Chance, weiter südlich etwas zu sehen. Wenn ich jetzt noch einmal auf meine Bilder schaue, dann sind in Horizontnähe auch Grüntöne zu entdecken.

Nachtrag:
Ich las gerade beim Morgenkaffee „Our Daily Bread“ und da schreibt Adrian Smith als Einleitung:
„Peering bleary-eyed through a gap in the curtains, I saw a bright glow above the neighbourhood. Exhausted after a tiring week, I rationalised it must be streetlights and dropped back into bed. The next day I discovered I had missed the Northern Lights! A bucket list item right outside my window and I hadn’t comprehended what I was seeing.“ [3]
Das mag vielen so gegangen sein und ich erinnere mich, daß es auch mir einmal so ergangen war. Ich hatte es einmal in Meerbusch NachtDienst und es war einmal eine Aurora borealis (rot/magenta) zu sehen und ich dachte, es wäre der Lichtschein einer Stahlgießerei in Duisburg. Ich weiß noch, daß ich mich gewundert hatte, daß dieses Licht so lange anhielt. Im Zusammenhang von Rose Ausländer und James Joyce hatte ich es schon einmal erwähnt [4].







Links und Anmerkungen:
[1] Reisebericht mit Fotos von Polarlichtern.
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/11/lofoten-and-how-i-started-photographing.html 
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Polarlicht 
[3] [„Verschlafen spähte ich durch einen Spalt im Vorhang und sah einen hellen Schein über der Nachbarschaft. Erschöpft nach einer anstrengenden Woche dachte ich mir, es müssten Straßenlaternen sein, und fiel wieder ins Bett. Am nächsten Tag merkte ich, dass ich die Nordlichter verpasst hatte! Ein Punkt auf meiner Wunschliste direkt vor meinem Fenster, und ich hatte gar nicht begriffen, was ich da sah.“]
https://www.odbm.org/en-GB/devotional/devotional-category/doubting-the-light 
[4] Rose Ausländer – Ein Leben in die WortWelt hinein 
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/03/rose-auslander-ein-leben-in-die.html