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Saturday, May 30, 2026

Die Pfarrkirche St. Antonius in Kreuzberg 2.0


Über die Pfarrkirche St. Antonius in Kreuzberg habe ich bereits vor etwa fünf Jahren berichtet [1], aber der aktuelle Besuch hat sich für mich gelohnt. Kreuzberg gehörte früher zu Wahlen, das aber 1969 nach Kall eingemeindet wurde. Kreuzberg wurde 1972 nach Hellenthal umgegliedert. Die Ortschaft hat 102 Einwohner und liegt 578 m hoch [2].


Die Pfarrkirche ist Antonius dem Wüstenvater (auch Antonius der Große oder der Einsiedler genannt) geweiht [3]. Sie ging aus einer barocken Saalkirche (17. Jahrhundert), von der heute noch der Chor erhalten ist, hervor. Ab dem  17. Jahrhundert gehörte der Ort zur Pfarre Wildenburg. Im 19. Jahrhundert wurde die Erhebung zur Pfarre abschlägig entschieden, allerdings gab es dann bei einem erneuten Antrag (1950) einen positiven Entscheid, so daß 1953 Kreuzberg eigenständige Pfarre wurde. Zur Pfarre Kreuzberg gehören noch einige Weiler und die Pfarre Wildenburg ging in ihr als Pfarrvikarie auf. 1925 erweiterte man die Kirche nach Westen und errichtete einen neuen Glockenturm. Die Schäden des 2. Weltkrieges hat man bis 1956 beheben können. In den 1960er Jahren hat man den zu kleinen Teil zwischen Chor und Glockenturm abgerissen und durch ein breiteres Kirchenschiff ersetzt. Je nachdem von welcher Seite man die Kirche betrachtet, sieht sehr verschieden aus. Von oben (Google Maps z.B. [4]) wirkt sie ein wenig wie ein Stealth Bomber oder der Millinium Falke.



Es gibt vier Fenster im Chor von zwei Künstlern. Einzelheiten dazu kann man sich auf der Seite der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. [5] ansehen. Die beiden Chorfenster von Hermann Gottfried aus dem Jahr 1963 (die heilige Barbara und der heilige Aloiyius von Gonzaga) empfand ich vor fünf Jahren als ganz nett. Dieses Urteil aber hat sich gewandelt. Ich finde sie heute sehr ansprechend. Hermann Gottfried [6] wurde bekannt durch seine Arbeiten am Straßburger Münster. Er lebte lange in Herkenrath (Stadtteil von Bergisch-Gladbach), dem ich seit der Kindheit verbunden bin.
Die beiden anderen Fenster zeigen den heiligen Antonius und den heiligen Hubertus) und haben für mich eine besondere Ausstrahlung. Diese beiden Fenster wurden von Franz Melchior geschaffen. Die Autoren von Wikipedia vermuten die 1920er Jahre, aber die Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. läßt dies offen. Stilistisch aber könnte die Annahme der 1920er Jahre stimmen. Franz Melchior selbst ist ebenfalls interessant. Er hat keinen Wikipedia-Eintrag, was mich verwundert. Er wurde 1881 geboren und hat sein Geschäft Anfang der 1950er Jahre an einen Namensverwandten (Sohn?) übertragen. Er hatte sich gegen das NS-Regime, Hitler und den Krieg
geäußert, was ein Metzger belauscht und zur Anzeige gebracht hatte [7]. Schließlich wurde er 1943 von einem Sondergericht aufgrund des Heimtücke-Gesetzes – dieses Gesetz ist selbst die größte Heimtücke – zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde angerechnet, aber die hatte nur neun Tage betragen. Die Haft wurde allerdings immer wieder „zur Erledigung kriegswichtiger Glaserarbeiten“ aufgeschoben, bis sich das durch Kriegsende erledigt hatte, bzw. durch die nachfolgende Amnestie. 


Über die Orgel findet sich kein Eintrag im OrganIndex. Im Wikipedia-Artikel das Instrument auf das Jahr 1959 datiert. „Es besitzt eine elektropneumatische Traktur und 10 Register auf zwei Manuale und Pedal verteilt.“ [3] In der Opusliste des Hellenthaler Orgelbauers Weimbs erscheint es als Opus 40 aus dem Jahr 1958 mit 11 Registern [8]. Die Orgel ist durch die weit ins Kirchenschiff reichende Empore nicht gut zu sehen.

Der heilige Antonius lebte von ca. 251 bis 356 [9]; der Zeitpunkt seines Todes war bekannt und sein Alter soll da 105 Jahre, wie bei Kirk Douglas („Spartacus“) [10], betragen haben, so daß man zurückgerechnet hat. Er war in die Wüste hinausgezogen und gilt als einer der Väter des Mönchtums. Wen das Thema mehr interessiert, der kann über ihn, Pachomius, Simeon und weitere bei Hans Conrad Zander nachlesen [11]. Vielleicht so viel: Antonius hatte ein duales System für sich etabliert. Er war wg. der Einsamkeit in die Wüste gezogen, hatte dann doch zu viel geredet und fühlte sich von den Menschen belästigt, die sich das anhören wollten. Darauf hin verließ er Pispir (heute Al Mayr, bzw. östlich davon) und ging nach Kolzim (westlich vom heutigen Zafarana, an der Tankstelle „Chill out“ vorbei), denn da konnten ihn die Jünger abschirmen. Und dann ging er alle halbe Jahre zurück nach Pispir, um dort wieder über seinen Kampf mit den Dämonen zu berichten.

Der hl. Hubertus (von Lüttich) wurde um 655 in Toulouse geboren und starb am 30.05.727 bei Brüssel. Er hat als Attribut ist einen Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih [12]. Nach einer Version der Hirschlegende ließ sich Hubertus nach „der Erscheinung eines Kruzifixes im Geweih eines gejagten Hirsches taufen und schwor der Jagd ab und wurde vom leidenschaftlichen Jäger zum Nichtjäger“. Aber eigentlich war Hubertus gar kein Jäger, sondern bekämpfte den noch gegenwärtigen heidnischen Kult um Diana, der antiken Schutzgöttin der Jagd. Dies und weitere Einzelheiten zu der Hirschlegende kann man im Wikipedia-Artikel nachlesen [12] und ich halte Hubertus für den ersten prominenten Jagdgegner. Ich habe mich vor über 15 Jahren als Jagdgegner geoutet – Lustig ist die Jägerei / Piff! Paff! – [13]. Ich möchte aber Förster etc. außen vor lassen.

Aloysius von Gonzaga war ein italienischer Jesuit und lebte von 1568 bis 1591. Er kümmerte sich intensiv um Pestkranke, infizierte sich selbst und starb mit 23 Jahren. Papst Benedikt XIII. hat ihn 1726 heiliggesprochen. Und was es mit den blau-weißen Turnschuhen und einem blau-weißen Fußball (FC Schalke 04) auf sich hat, müssen Sie im Wikipedia-Artikel [14] nachlesen.

Der Besuch lohnt sich, auch oder gerade weil kein markierter Wanderweg dort vorbeiführt.




Links und Anmerkungen:
[1] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/12/pfarrkirche-st-antonius-in-kreuzberg.html 
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Hellenthal) 
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Antonius_der_Einsiedler_(Kreuzberg) 
[4] 50.448854992320854, 6.501041640392223
[5] Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. 
https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b2720/b2720.shtml 
[6] Hermann Gottfried (1929-2015) war ein deutscher Künstler und Glasmaler.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Gottfried 
[7] https://rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/franz-melchior-aeusserte-sich-gegen-das-ns-regime-und-den-krieg/DE-2086/lido/dc00020482 
[8] https://weimbs.de/orgeln/opusliste/ 
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Antonius_der_Gro%C3%9Fe 
[10] Kirk Douglas (1916-2020) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Schriftsteller. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Kirk_Douglas 
[11] Hans Conrad Zander: Als die Religion noch nicht langweilig war. Die Geschichte der Wüstenväter. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002. ISBN 3-462-02982-7.
[12] https://de.wikipedia.org/wiki/Hubertus_von_L%C3%BCttich 
[13] Lustig ist die Jägerei / Piff! Paff!
https://rheumatologe.blogspot.com/2010/08/lustig-ist-die-jagerei-piff-paff.html  
[14] https://de.wikipedia.org/wiki/Aloisius_von_Gonzaga 

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Monday, April 27, 2026

Die Kirche St. Michael in Steffeln in der Eifel

 


Steffeln liegt im Landkreis Vulkaneifel und gehört zu Gerolstein [1]. Da sich Siedlungsspuren der Römer für das 2./3. Jahrhundert nachweisen ließen, wäre ich interessiert, wie viele Menschen es dorthin verschlagen hatte. Oder mindestens wie viele es im 10. Jahrhundert (983) waren, als sich der Ort als „Stephilines“ im Besitz der Abtei Prüm befand. Dann könnte man es mit der Zahl von aktuell 641 Einwohnern vergleichen. 

Wikipedia berichtet zur Pfarrkirche St. Michael in Steffeln, daß sie mitten im Dorf auf einem Tufffelsen [2] („Auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen") steht, schon 1501 eine Kirche existiert, ein neues Kirchenschiff 1711 dort errichtet wurde, 1923 der Westturm neu gebaut wurde und das Innere der Kirche 1999 renoviert wurde. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1890 und seit 2007 gibt es eine neue elektronische Orgel. Ich bin häufig mit wenigen Angaben zufrieden, aber diesmal nicht. Das ist dürftiger als es Informationen gibt.

Vor etwa 15 Jahren (2010) feierte Steffeln das 350-jahrige Jubiläum der Erhebung zur selbständigen Pfarrei und da gab es einen sehr ausführlichen Artikel von Peter Schug [3]. Auch wenn eine Kirche für 1501 angenommen wird, wird doch erst 1556 eine Kirche in Steffeln schriftlich erwähnt. Der Pfarrer Johannes Blum bemängelte bereits im Jahre 1687 der Verfall des Gebäudes, aber erst 1711 erfolgte der Neubau des Kirchenschiffs. Anfang des 19. Jahrhunderts kam es zur Säkularisierung und nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde Steffeln dem Kreis Prüm zugeordnet. Von 1822 bis 1868 prägte Pfarrer Christian Mertens das kirchliche Leben in Steffeln und einige seiner Anschaffungen werde ich später noch erwähnen, wobei bauliche Veränderungen außen nicht beschrieben wurden. Der Kirchenraum wurde innen allerdings erst zwischen 1890 und 1900 im neugotischen Stil neugestaltet. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1890 und zwar von einem Kunstschreiner Haag aus Euskirchen. Der alte Kirchturm (16. Jahrhundert!) wurde 1923/1924 neu gebaut, nachdem er baufällig geworden war und es 1904 einen Blitzeinschlag gegeben hatte. Im zweiten Weltkrieg gelobten die Steffeler, eine Kapelle zu errichten, wenn die Kirche von Bomben verschont bliebe. Diese Kapelle gibt es [4].
 
Die Glasfenster wurden einerseits nach Entwürfen des aus Steffeln gebürtigen Pfarrers Johann Matthias Finken gestaltet [5]. Andererseits aber auch von Rudolf Schillings (1925-2003) [6]. Rudolf Schilling war ein sehr produktiver Künstler, über den ich bereits berichtet hatte, aber zu dem ich weiterhin keine Einzelheiten wie eine Biografie oder einen Wikipediaeintrag habe finden können. Die ausführende Firma war die Glasmalerei Binsfeld aus Trier.


Die sieben Gaben des Heiligen Geistes
Johann Matthias Finken (1952)

Johannes der Täufer
Rudolf Schillings (1952)





Pfarrer Mertens sorgte für zahlreichen Neuanschaffungen: 1856 wurde in Waldlaubersheim eine neue Orgel gekauft, die allerdings nicht die Zeit überdauert hat. Seit 2007 gibt es eine elektronische Orgel der Firma Kienle [7]. Ewald Kienle [8] stellte weltweit über 3000 Orgeln auf, wobei die größte Orgel in dieser Art in Tiflis im Jahr 2010 gebaut wurde; ich bedaure, sie mir 2024 nicht angesehen zu haben. 

Christian Mertens veranlaßte 1861 ein Umgießen der 12 Zentner schweren St. Michaelsglocke, die seit etwa 300 Jahren im Kirchturm hing, da sie gerissen war. Den ersten Weltkrieg hat nur die kleine Glocke von 1650 überdauert, alle anderen wurden für den Krieg eingeschmolzen. Auch im zweiten Weltkrieg wurden die Glocken abgeholt. Aus zwei alten Panzer hat die Firma Brockscheid Stahlglocken gegossen. Schwerter zu Pflugscharen, Panzer zu Glocken – da bei ich sehr für zu haben!

Als Namenspatron hat die Kirche den Erzengel Michael [9], den Bezwinger des Teufels (Drachen). Der Name bedeutet „Wer (ist) wie Gott?“. Er trägt das Flammenschwert und ist Seelenwäger, d.h. ihm werden alle guten und schlechten Taten eines Menschen vorgelegt; auf der linken Seite des Chores wird eine Statue aus dem 12. Jahrhundert als Totenwäger erwähnt [10]. Im 1. Buch Henoch (apokryph) [11] wird Michael als vierter der sieben Erzengel genannt und als „barmherzig und langmütig“ bezeichnet. Dort werden auch erstmals Himmel und Totenreich beschrieben. Für Tertullian war das Henochbuch echt, obwohl es im jüdischen Kanon fehlte. Da aktuell Leo XIV. Papst in Rom ist, möchte ich Leo XIII. zitieren: „Sancte Michael Archangele, / defende nos in proelio / contra nequitiam et insidias diaboli ...“ [12].
 
Auf nach Steffeln! Und versäumen Sie nicht das Kapellchen [4] auf Wahlhausen! Ich muß unbedingt wieder nach Steffeln!





Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Steffeln 
[2] Ich gebe zu, die drei F in Tufffelsen waren ausschlaggebend, den Artikel zu erwähnen.
https://de.wikipedia.org/wiki/St._Michael_(Steffeln) 
[3] https://www.heimatjahrbuch-vulkaneifel.de/VT/hjb2012/hjb2012.98.htm Der Artikel hat den ~18fachen Umfang des Wikipedia Artikels.
[4] https://www.eifel.info/pois/kapelle-wahlhausen 
[5] https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Liste_der_Kulturdenkm%C3%A4ler_in_Steffeln&oldid=144308255 
[6] Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. 
https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b8644/b8644.shtml  
[7] https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=19283 
[8] Ewald Kienle (1928-2021) war ein deutscher Erfinder und Unternehmer.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ewald_Kienle 
[9] Michael (hebräisch מיכאל; arabisch ميكائيل/ميكال) ist im Judentum, Christentum und Islam vertreten. In der Offenbarung des Johannes wird  Michael als Bezwinger Satans genannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Erzengel_Michael 
[10] https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=1527 
[11] https://www.gutenberg.org/cache/epub/4013/pg4013.txt 
[12] „Heiliger Erzengel Michael, beschirme uns im Kampfe / gegen die Bosheiten und Nachstellungen des Teufels.“ (1880)
Zitiert nach [9].

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Sunday, April 19, 2026

Die Kirche St. Nikolaus in Oberbettingen, Eifel

 


Die Kirche St. Nikolaus in Oberbettingen ist eine Filialkirche der Pfarrei Niederbettingen. So nun ist das schon einmal raus! Oberbettingen gehört zur Verbandsgemeinde Gerolstein [1], während Niederbettingen ein Stadtteil von Hillesheim ist. Interessanterweise hat nun Oberbettingen etwa 760 Einwohner, während die Zahl für Niederbettingen bei 270 liegt. Vielleicht hat es etwas mit der Säkularisierung zu tun. Die strikte Trennung nennt man Laizismus [2]. In Deutschland besteht eine hinkende Trennung, was ich jetzt einmal unkommentiert lasse. Oberbettingen wurde erstmalig im Jahr 845 in einer Urkunde Kaiser Lothar I. [3] erwähnt. Es gehört zum Bistum Trier.

Eine Kirche gab es in Oberbettingen seit mindestens 1658 (das liegt 10 Jahre nach Ende des 30jährigen Krieges). 1750 wurde sie Filialkirche von Niederbettingen. Nennenswerte Baumaßnahmen wurden 1827 (Chorraum), 1841 (Kirchenschiff), 1937 (Kirchturm) und 1960 (Kirchenschiff) durchgeführt [4]. Da die Kirche Nikolaus von Myra und darüber Brigida von Kildare geweiht ist, sind auch Holzfiguren von Nikolaus (17. Jahrhundert) und Brigida (18. Jahrhundert) vorhanden.


Die Orgel stammt von Orgelbau Hubert Fasen [5]. Über die Orgel in St. Nikolaus gibt es jedoch keine näheren Angaben

Fast alle Fenster stammen von Walter Bettendorf [6], über den das Internet angesichts des großen Werkes erschreckend wenig weiter zu geben hat. Ich habe „Maria unter dem Kreuz“ und „St. Brigida von Kildare“ ausgesucht, die aus dem Jahr 1960 stammen [7].



Der Namenspatron ist Nikolaus, und der ist einer der bekanntesten Heiligen. Er war Bischof von Myra in der kleinasiatischen Region Lykien. Erstaunlich unscharf aber sind seine Lebensdaten -: geboren wurde er zwischen 270 und 286 (16 Jahre Ungewißheit) und gestorben ist er am 6. Dezember, allerdings werden die Jahre 326, 345, 351 und 365 genannt (das sind sogar 39 [8] Jahre Ungewißheit) [9]. Also erreichte er ein Lebensalter von 40 bis 95 Jahre. 
Zu den Wundern des hl. Nikolaus zählt das Quellenwunder: am Kopfende des Sarkophags entsprang eine Quelle mit Salböl und am Fußende eine mit Wasser, aber wahrscheinlich sind die Quellen versiegt, sonst könnten wir sie auf TikTok oder Twitter („X“) bewundern. 



Brigida von Kildare (ca. 451 bis 523) ist neben St. Patrick und Columban eine der drei Nationalheiligen von Irland [1]. Sie ist u.a. Schutzpatronin der und Milchviehwirtschaft sowie der Babys, Wöchnerinnen und Hebammen. Warum ist sie nun Heilige? Wikipedia so: „ Sie soll ihren heidnischen Vater durch ihre Freigiebigkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber Armen und Kranken verärgert haben und daraufhin in ein Kloster gegangen sein.“ [10] Geradezu banal für eine Heilige des 5. Jahrhunderts. Interessant ist das Kreuz der Brigida, das aus Schilf oder Binsen geflochten wird.

Ich halte den Stopp in Oberbettingen für einen Besuch der Filialkirche St. Nikolaus für sinnvoll.
 




Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Oberbettingen 
[2] Wie in Frankreich durchgeführt. Für Einsteiger: es hat übrigens nichts mit Lamaismus zu tun. Die Wörter sehen nur ähnlich aus.
[3] Wikipedia schreibt: „in einer Urkunde des Königs Lothar“. Es muß aber Kaiser heißen, denn so steht es im Artikel zu Lothar I. [3a]. Und ich hatte zur Basilika von Prüm schon einmal Lothar I. erwähnt [3b].
[3a] https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_I._(Frankenreich) 
[3b] https://rheumatologe.blogspot.com/2023/03/die-sankt-salvator-basilika-in-prum.html 
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Nikolaus_(Oberbettingen) 
[5] Ich konnte den Betrieb kürzlich besuchen:
https://rheumatologe.blogspot.com/2026/03/besuch-bei-orgelbau-fasen-in.html 
[6] Walter Bettendorf (1924-2004), mehr hier: https://rlp.museum-digital.de/people/1561
[7] Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. 
https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b8900/b8900.shtml 
[8] 39 aber ist die Zahl der kanonischen Bücher des Alten Testaments – allerdings im Protestantismus, der Katholizimus kennt 46. Also doch nichts mit Zahlenmystik!
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Myra 
[10] https://de.wikipedia.org/wiki/Brigida_von_Kildare 

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Sunday, April 5, 2026

Die Wehrkirche St. Peter in Berndorf, Eifel

 


„Hand hoch, wer kennt Berndorf nicht?“ werfe ich mal in die Runde und werde es später auflösen. Berndorf liegt in der Vulkaneifel und gehört der Verbandsgemeinde Gerolstein an [1]. Der Ort hatte 510 Einwohner (Ende 2024). Im Jahre 1121 wurde der Ort erstmals urkundlich als „Berendorp“ erwähnt als das Kloster Steinfeld mit seinen Besitzungen an die Erzdiozöse Köln fiel (ich weiß, daß dies viel genauer geht, aber dafür gibt es die Anmerkungen). Nach dem Liber valoris wurde die Pfarrei „Berindorp“ genannt. In diesem Ort gibt es zwei Kirchen, die Wehrkirche St. Peter oben am Friedhof und etwas darunter liegend, die 1927 erbaute Pfarrkirche St. Peter, um die wir uns aber nicht kümmern wollen, denn die war abgeschlossen [2].

Bevor wir uns um die Wehrkirche kümmern, werfe ich nochmals den Ortsnamen Berndorf in die Runde. Michael Preute [3] hatte 23 Eifel-Krimis mit einer Auflage von 4-6 Millionen Exemplaren geschrieben und sein Verleger riet ihm Verleger zu dem Pseudonym „Jacques“, um die Romane von anderen Publikationen zu trennen, und Michael Preute ergänzte den Namen mit seinem damaligen Wohnort Berndorf.



Über die Wehrkirche St. Peter gibt es im Internet nur zwei kurze Absätze [4], keinen Wikipedia-Eintrag, keine Auflistung des Fenster bei Glasmalerei des 20. Jahrhunderts und da die Kirche keine Orgel besitzt, auch nichts über die Orgel. Einige Informationen finden sich aber an der Kirche selbst. Den Kirchenraum kann man einsehen, aber nicht begehen.

Die Wehrkirche wurde zwischen 1513 und 1515 erbaut, wobei Chor und Sakristei an eine noch ältere Kirche angebaut wurden. Die Kirche steht auf einer Anhöhe und wurde deshalb mehrfach durch Stürme oder Blitzeinschlag beschädigt. 1545 entstand der Turm. Zwischen 1748-1948 bestand eine Zeltdachpyramide als Turmdach und ab 1948 ein Satteldach. Die heutige Form der Kirche ist auf Renovierungsarbeiten zwischen 1961-1965 zurückzuführen.  „Links vom Chorbogen erblickt man eine Holzfigur des hl. Leonhard (um 1750), auf der rechten Seite steht die hl. Barbara (um 1680).“ Das Alter der Eingangstür wird auf etwa 500 Jahre geschätzt. Die Fresken, die teilweise schon vor Jahrhunderten bei Baumaßnahmen zerstört wurden, sind nur schlecht zu sehen. Das gilt auch für die Fenster. 

Am 08.09.1988 wurde die Wehrkirche als schutzwürdiges Kulturgut nach der Haager Konvention gekennzeichnet. Ich rate zum Besuch.






Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Berndorf_(Eifel)  
[2] Ich liebe es gar nicht, wenn Kirchen verschlossen sind, kann aber Ängste vor Diebstahl nachvollziehen.
[3] Michael Preute (1936-2022), Pseudonym Jacques Berndorf, war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er lebte Dreis-Brück bei Hillesheim. Wikipedia weiß außerdem: „Nach seinem Abitur begann er in Köln ein Medizinstudium.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Berndorf 
[4] https://www.eifel.info/pois/wehrkirche-berndorf und 
http://www.st-martin-hillesheim.de/index.php/pfarreien/kirchen/berndorf 


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Friday, March 20, 2026

Küchenschellen im Gillesbachtal 2026

 


Die Küchenschellen im Gillesbachtal besuche ich jedes Jahr und darüber habe ich bereits mehrfach berichtet [1]. Die Gewöhnliche Küchenschelle oder Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) gehört in die Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und ist in West- und Mitteleuropa verbreitet. Weitere Namen sind Wolfspfote, Bocksbart, Schlafblume und Hackerkraut. Sämtliche Bestandteile der Pflanze sind giftig. Aber sie wird auch gerne als Gartenpflanze angepflanzt, wie von meiner Schwägerin; da habe ich gerade auch ein Bild von gemacht. Die Küchenschelle ist eigentlich eine Kühchen-Schelle, also die Glocke, die man einer Kuh umhängt, und da hat man gleich die ungewöhnliche Diminutivform gewählt. Ich war heute dort und es war mit einer Temperatur von etwa 10° C deutlich wärmer als in den letzten Jahren, so daß sich der Besuch der Küchenschellen lohnte. 



Man kann auf dem Parkplatz, der zwischen Marmagen und Wahlen in der Nähe des Klärwerks liegt, sehr gut parken, wenn man früh genug kommt und von dort spazieren oder eine kleine Wanderung machen. Dort ist einer der Ausgangspunkte für die Rundwanderung Eifelschleife Küchenschellen. Das ist ein interessanter Weg, über den ich mehrfach schon berichtet habe [2]. Der Rundweg führt an der Hallenthaler Mühle vorbei. Die Hallenthaler Mühle liegt ungefähr einen Kilometer vom Kloster Steinfeld entfernt. Nicht zu verwechseln mit der Hellenthaler Mühle, die meines Wissens nicht mehr existiert und ca. 10 km Luftlinie in westlicher Richtung lag. Die Hallenthaler Mühle kann nur von außen besichtigt werden. Wanderer würden gerne dort einkehren, aber da keine Straße dorthin führt, könnte sich der Betrieb nicht tragen. Urkundlich belegt ist die Hallenthaler Mühle für das Jahr 1272 und gehörte zum Kloster Steinfeld [3]; wie so viele Ort und Gebäude in der Eifel. Wie alt das Gebäude dort ist, konnte ich nicht ermitteln. Wenn Sie dort vorbei wandern und einmal jemanden außer dem Gärtner sehen, schreiben Sie einen Kommentar. Ich konnte noch nie jemanden sehen. In der Gegend wächst auch Bärlauch.  




In der Nähe des Parkplatzes entdeckt -
taxonomisch bislang nicht erfaßt!


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Thursday, February 5, 2026

Wilhelmstal zwischen Rinnen und Sötenich

 


Wilhelmstal liegt zwischen Rinnen und Sötenich und ist mittlerweile durch ein grünes Ortshinweisschild mit gelber Schrift [1] gekennzeichnet. Die L203 ist ziemlich befahren, was einerseits Teile von Sötenich und Rinnen als Wohnort unattraktiv machen. Von Rinnen in Richtung Sötenich verjüngt sich das Tal zunächst und dort stehen zwei Häuser von Wilhelmstal, etwas abseits von den anderen etwa 6 Häusern, die teilweise etwas zurückgesetzt stehen, da sich dort das Tal wieder weitet, allerdings ist man dort wieder näher an der Zementfabrik. Immer wenn ich dort vorbeikomme, denke ich darüber nach, das ist schon obsessiv zu nennen, weshalb man gerade dort wohnt. 





Wenn man sich im Internet über Wilhelmstal informieren will, findet man sehr wenig. Nicht nur die beiden Häuser, die mich besonders interessieren, sondern auch die weiteren, näher an Sötenich gelegenen Häuser gehören zum  Ortsvorsteherbezirk Rinnen [2]. Man kann auch nachlesen, daß dort wegen Überschwemmungen bei Starkregen eine Verrohrung notwendig wurde [3], aber das liegt schon bis über ein Jahrzehnt zurück und wurde nach dem Ausbau der Rinnener Ortsdurchfahrt notwendig. In der Zwischenzeit hatte ich aber nochmals solche Arbeiten dort gesehen. Dort führt übrigens nicht der Salberbach entlang, denn der vereint sich südlich von Rinnen mit dem Weiersbach zum Kallbach und führt westlich an Rinnen (hinter dem Pferdekopf) vorbei, um dann in Kall ggf. bei Überschwemmungen mitzuhelfen.

Bevor ich zum geheimnisvollen Teil komme, was kann man denn im Netz sehen? Man sieh selbst am meisten, wenn man die L203 entlang fährt. Ein Wanderweg besteht dort nicht, auch wenn man an der Straße sicher entlang laufen kann (bergseitig). Man kann sich eine sehr gute Übersicht auf Google Maps verschaffen [4] und ein ähnliches Bild, wie ich es gemacht habe, kann man auf Street View sehen [5]. Google Maps zeigt Wege, aber die bestehen nur noch teilweise, führen auch über Privatgelände [6] und enden, wenn man einen findet, unterhalb von Abraum und Warntafeln, da im Steinbruch gesprengt wird. Andererseits gibt es aber einen Wanderweg, der durch den Steinbruch führt – die LKW-Fahrer halten an, um Wanderer nicht zu gefährden; weiter östlich über den Kuttenbach kommt man dann an der Hermann-Josef-Quelle vorbei.

Wenn die Bäume belaubt sind, sieht man sehr wenig von den beiden Häusern, die nahe an Rinnen liegen. Ich versuchte, um die Häuser herum einen Zuweg zu finden, aber man kann sie nur von der belebten Straße aus sehen. Das eine Haus liegt sehr nah an der Straße und scheint aktuell nicht mehr bewohnt zu sein. Aber dort ist eine Video-Überwachung. Ich nehme an, daß meine Einwände gegen den Ort (Verkehr und Lärm [7]) es den Erben erschwert, einen Käufer zu finden. Das andere Haus liegt versteckter und auch etwas versteckter hinter einem Wäldchen. Das kann kann man abends am Licht erkennen. Es hat den verwunscheneren Charakter. Ich bin allerdings viel zu schüchtern, als daß ich dort nachfragen würde. So denke ich ich weiter darüber nach, welches Schicksal die Bewohner dorthin geführt hat.

Ist Wilhelmstal nun ein Top-Ziel für Wanderungen? Nein, lassen Sie die Menschen dort in Frieden, aber achten Sie darauf, wenn Sie am Ort vorbei fahren, mehr als 70 km/h sind sowieso nicht erlaubt. Von Rinnen aus, kann man allerdings sehr gut wandern (nach Westen). Und den Weg nach Steinfeld (nach Osten) durch den Steinbruch, der ist ebenfalls interessant.






Links und Anmerkungen:
[1] Das Ortshinweisschild ist das Verkehrszeichen 385 und dient nur der Orientierung. Zwischen Rinnen und Sötenich kann man sich kaum verirren, weshalb es umso netter ist, daß es dieses Zeichen dort gibt.
[2] Wir nennen die Ortsvorsteher übrigens Bürgermeister, auch und gerade wenn es sich um kleine Gemeinden handelt. Aber „mehr“ zu Wilhelmstal steht hier: https://www.kall.de/politik/ortsrecht/allgemeine-verwaltung/3.Aenderungssatzung-Hauptsatzung.pdf  
[3] https://www.rundschau-online.de/region/euskirchen-eifel/kall/kall-soetenich-neuer-kanal-an-der-landesstrasse-203-schuetzt-vor-wassermassen-249473 und 
https://eifelon.de/kall/volles-programm-im-kaller-rat.html 
Die Änderungen der Ortsdurchfahrt erfolgten 2013/2014, die Sitzung 2017 und die Arbeiten erfolgten 2020.
[4] https://www.google.com/maps/@50.5172095,6.5512369,377m/data=!3m1!1e3?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDIwMS4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D 
[5] https://www.google.com/maps/@50.5167149,6.549616,3a,75y,108.53h,85.04t/data=!3m7!1e1!3m5!1sNqCh0aOKC0iWz8vNFaVHPg!2e0!6shttps:%2F%2Fstreetviewpixels-pa.googleapis.com%2Fv1%2Fthumbnail%3Fcb_client%3Dmaps_sv.tactile%26w%3D900%26h%3D600%26pitch%3D4.9639375912569506%26panoid%3DNqCh0aOKC0iWz8vNFaVHPg%26yaw%3D108.5342305029548!7i16384!8i8192?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDIwMS4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D  
[6] Teilweise Weiden/Wiesen, teilweise den Hausbesitzern und teilweise Steinbruch/Zementwerk [6a]. Manche Wege sind sehr überwachsen und als solche fast nicht mehr zu identifizieren.
[6a] Schloss Neuschwanstein in Sötenich 
https://rheumatologe.blogspot.com/2017/01/schloss-neuschwanstein-in-sotenich.html  
[7] Ich erinnere mich an einen Fernsehbericht von Leute im Caravan, die einen Platz direkt an einer Autobahnbrücke hatte und dort immer ihren Urlaub verbrachten.



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Tuesday, December 30, 2025

Die XXL-Bank unterhalb des Lierbergs bei Sötenich


Vor etwas über zwei Jahren hörten wir in der Nachbarschaft viel über die XXL-Bank bei Sötenich. Ich hatte sie damals nach den Gesprächen mit zwischen Sötenich und Rinnen, also östlich vom Pferdekopf verortet. Das war aber falsch. Und heute (30.12.2025) war sehr schönes Wetter und ich wußte mittlerweile, wo die Bank aufgestellt worden ist [1]. Es war kalt, aber die Sonne schien und auf dem Weg zum Einkaufen habe ich in Sötenich und zwar auf der Straße zum„Zum Elzenberg“ geparkt und den Zuweg zum Römerkanalweg genommen. Das Stück Römerkanal, das dort hervorkommt, ist im Moment gar nicht so ansehnlich, weil es von Regen unterspült worden ist. Knapp darüber ist ein Kriegerdenkmal, das nach Gestaltung von Hubert Schlemmer 1931 vom Sötenicher Eifelverein errichtet wurde. Verbaut wurde damals auch ein ca. 90 Zentner schwerer Dolomitstein aus der Burgruine „Stolzenburg“.





Man geht dann rechts am Kriegerdenkmal vorbei und kommt unterhalb des Lierberges auf einen Wirtschaftsweg, über den auch der Römerkanal Wanderweg sowie die EifelSchleife Kuttenbachtal verläuft, man sieht rechts  eine Schutzhütte und geht schließlich weiter nach Nordosten. Schon sieht man die XXL Bank. Aber auf dem Weg dahin, kann man auch links an einer Bank abbiegen (also hier wird das Sprichwort „Nicht rosten, sondern rasten“ [2] umgesetzt). Man kommt durch einen Buchenwald, wobei es anfangs mehr wie ein Wald-Kinderspielplatz aussieht. Allerdings habe ich keine Menschenseele angetroffen. Es ging dann weiter bergan zur Friedens-Eiche. Die ist  interessant! Der Platz wird vom Eifelvereins / Ortsgruppe Sötenich  freigehalten. Ich dachte so für mich -: diese Eiche ist schon über 150 Jahre alt, ist sie dafür nicht etwas klein? Also ich hätte einen größeren Baumumfang vermutet. Vielleicht ist ein Nährstoffmangel Grund dafür. Bäume werden durch Nährstoffmangel dazu gebracht, Bonsai (盆栽) zu werden. Aber dann wäre das schon ein riesiger Bonsai. Ich merke schon, ich schreibe mich hier um Kopf und Kragen, wobei Kragen gestrichen werden muß, denn gewöhnlich trage ich keine Kleidungsstücke mit Kragen. Insbesondere steht neben der Riesen-Bonsai-Eiche eine Tafel, auf der eine interessant Begebenheit festgehalten wurde. Es wäre jetzt gemein, wenn ich das für Ihren Besuch der Eiche aufsparen würde und den Text für mich behielte. Wenn ich so in mich gehe – ich könnte durchaus so gemein sein! Aber nicht heute: 1871 wurde nach Ende des deutsch-französischen Krieges diese Friedenseiche gepflanzt und bei der feierlichen Zeremonie rief jemand aus: „Vive l'Empereur!“ [Lang lebe der Kaiser!] Es war ein Sötenicher, der als Anhänger Napoleons bekannt war. Aber für seinen Zuruf nicht abgestraft worden ist. Man kann dort den Weg weitergehen und kommt man wieder auf den Römerkanal Wanderweg. Aber man ist dann schon an der Bank vorbei. Also muß man entweder zurückgehen oder verzichtend auf das Spektakel weitergehen, wenn man nach Keldenich möchte, wo es ja auch interessant ist, wie ich gleich noch berichten werde.  

Die XXL Bank ist so groß, daß man sie nicht verfehlen kann. Dort kann man über eine Treppe hochsteigen und hat wirklich eine nette Aussicht auf das Land zwischen Sötenich und Keldenich. 

Man kann weiter nach Keldenich gehen und kommt an einen Bilderstock und an den Friedhof. Ich hatte bislang häufiger den Friedhof beziehungsweise die Bänke davor nach meinen Einkäufen in Kall besucht, weil es sich dort gut picknicken läßt. Zum Friedhof zum Picknicken? Nein, denn der Friedhof liegt friedlich hinter einem und man genießt die tolle Aussicht auf das Land unterhalb von Keldenich. Allerdings alle paar Jahre sät der Besitzer der Felder Mais aus. Nun ist es ja so, daß Mais nicht gerade ästhetisch im Vergleich zu einem Weizen- oder Gerstenfeld mit Klatschmohn und Kamillen ist. Andererseits ist natürlich so ein Maisfeld eine tolle Filmkulisse, wie zum Beispiel in dem Film mit Cary Grand, in dem er durch das Maisfeld rennt und schließlich durch seine Rennerei den angreifenden Flieger mit Insektenvernichtungsmitteln in einen Tanklaster dirigiert, der dann hollywoodmäßig explodiert, obwohl Sir Alfred Hitchcock Regie führte [3]. Oder der Film: „The last Stand“ mit Arnold Schwarzenegger (sprich: Schworzenegger), der mit einer Fahrt durch ein Maisfeld oder Maisfelder den Showdown einleitet [4].

Es würde mich schon interessieren, was Sie so denken, wenn Sie an der XXL-Bank vorbei kommen.






Links und Anmerkungen:
[1] https://www.kall.de/aktuelles/106070100000009941.php und
https://eifelverein-soetenich.de/index.php/startseite/startseite-2/549-xxl-bank mit der Angabe: (GPS Daten: 50°31'46.264"N, 6°33''38.955"E)
[2] Das stammt meines Wissens von Erika Fuchs.
Korrekt Frau Dr. Johanne Theodolinde Erika Fuchs (1906-2005), die uns viele Übersetzungen zur Familie um Donald Duck beschwert hat sowie den Gebrauch von Inflektiven.
https://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Fuchs 
[3] Der Film mit Cary Grant [3a] hieß im Original „North by Northwest“ [3b]. Die Szene im Maisfeld wird in dem Film „Arizona Dream“ nachgespielt [3c]. Mir sind noch gut in Erinnerung: „Bringing Up Baby“ [Leoparden küßt man nicht],
„I Was a Male War Bride“ oder „Operation Petticoat“. Sicherheitshinweis: Nicht alle Filme an einem Tag konsumieren, denn dann hat man Muskelkater vom Lachen.
[3a] Cary Grant (1904-1986) war ein englisch-amerikanischer Schauspieler. 

https://en.wikipedia.org/wiki/Cary_Grant 
[3b] North by Northwest 

https://en.wikipedia.org/wiki/North_by_Northwest  
[3c] Arizona Dream ist ein Film von Emir Kusturica aus dem Jahr 1993 mit Johnny Depp, Faye Dunaway, Lili Taylor, Vincent Gallo (der spielt die Szene nach) und Jerry Lewis in den Hauptrollen. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Arizona_Dream 
[4] „The Last Stand“ ist US-amerikanischer Action Thriller film mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle (2013).
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Last_Stand_(2013_film) 
Auch hier ein Sicherheitshinweis: kein Film für Autoliebhaber.  


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Monday, December 29, 2025

Der Eifel-Späti und das Konzept Lebensmittelautomaten


Eigentlich hätte ich den Eifel-Späti (den Lebensmittelautomaten), der von der Familie Niebes im Nachbarort Steinfelderheistert betrieben wird, schon längst sehen müssen, aber er steht auf dem Teilstück des Pappelweges, den ich normalerweise nicht entlang komme, denn ich gehe eher oberhalb über die Feldwege. Nun aber kam ich durch Steinfelderheistert und wollte eine Aufnahme von einem kleinen Bauwagen vor „Alpakas vom Eifelsteig“ [1] machen und der Rückweg dann zu mir nach Hause führt durch den Teil den besagten Teil des Pappelweges. Da überraschte mich dann der Eifel-Späti; also nicht der Yeti sondern der Automat.

Ich hatte Automaten bereits früher an der Kakushöhle [2] bemerkt und dachte, daß dies eine gute Idee sei, da die Einkaufsmöglichkeiten für Wanderer nicht sehr dicht beieinander liegen und zudem auch nicht 24 Stunden 7 Tage die Woche (24/7) offen sein können. Die Homepage von Nordeifel-Tourismus schreibt: „Je nach Saison können Sie in den Hofläden der Nordeifel täglich erntefrisches Obst und Gemüse kaufen. Ebenso sind verschiedene regionale und landwirtschaftliche Produkte in Lebensmittelautomaten erhältlich.“ Und dort ist auch eine Liste mit Standorten [3].

Der Hashtag #heimatnascher steht für Naschen und lokale Spezialitäten und dazu kommen auch noch Getränke. Jedenfalls ist das im Angebot des Eifel-Spätis in Steinfelderheistert so.

Man will damit auch Versorgungslücken schließen, denn in Gillenberg, Steinfelderheistert, Rinnen oder Diefenbach gibt es weder Läden noch Kioske. Darauf geht der Artikel von Torsten Wirtz in der Kölnischen Rundschau [4] ein. Es handelt sich um ein Pilotprojekt. Die Automaten könnten Einheimische wie auch Wanderer und Radwanderer ansprechen. Es gibt eine Reihe von Wanderwegen, die an Steinfelderheistert vorbeiführen oder gerade dort am Pappelweg entlanggehen. Es gibt die lange Version des Arnikaweges, den Eifelsteig, den Milchweg von den EifelSchleifen, EifelSpuren.

Wenn Sie in der Gegend wandern, dann spüren doch den EifelSpäti auf, 24/7 ist der Automat für Sie da.