Friday, August 14, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 14.08.2026

 


In grüner Anstalt ein Gelall von Zungen
Vielleicht wird eine Scheune niederbrennen
Abseits im Weiher ungestört ein Kind ertrinken
Rainer Brambach [1]

 

Dunkelheit
    dies ist 
Die 
Dunkelheit
In 
Der 
Sich 
Die 
RunterGebrannten 
KerzenStummel 
VerStecken 
Um 
Nicht 
Für 
Ein
Letztes Mal 
    AnGezündet 
Zu werden 

Pfeil
    wenn der 
Pfeil
In 
Der 
Stille 
Das 
Twännggg 
Der 
Sehne 
Und 
Sein 
Eigenes 
Sirren 
Hört
Dann 
Kann er 
    Das Ziel 
Auch treffen   

PfeilSchnell 
    das Flug-
Zeug 
Fädelt 
PfeilSchnell 
Die 
Kleinen Wolken 
    Auf den 
KondensStreifen 

GeBurt 
    aus einer 
Wolke 
Kommt 
Ein 
FlugZeug 
Mit 
Einem 
Kurzen 
KondensStreifen 
Und 
Entfernt 
Sich
Wie wir 
    Von 
Unseren Müttern 

Am Strand 
    VorHand Rück-
Hand
Die 
Wellen 
Kommen 
Und 
Gehen 
Und 
Spielen mit 
    Den 
Muscheln Tennis 

Netz
    es ist 
Schon 
Richtig
Das 
Internet 
Ist 
Ein 
Netz
Das 
GeWorfen 
Wurde
Um die 
    UnVorsichtigen 
Zu fangen

WollMäuse
    jetzt sind 
Die 
WollMäuse 
Lebendig 
GeWorden 
Und 
Es 
War 
Nicht 
Gott
Der 
Ihnen 
Leben 
EinGehaucht -: 
Es war 
    Einfach 
Meine Faulheit

Wald 
    es dürstet 
Den 
Wald 
Und 
Der 
Bach 
Kann 
Nur 
Noch 
Trocken 
Weinen
Auch 
Mir klebt 
    Spucke 
Im Mund

Sommer 
    oh Pflaumen-
Reiche 
Zeit 
Des 
Süßen 
Sommers 
Sanft 
Schläft 
Sich's 
Unterm 
Baum 
Und 
Früchte 
Reifen 
Zwei 
Oder drei
    Tage 
Sonne noch  
 
Tempel 
Aus dem Schatten des Tempels 
In die brütende Stille des VorPlatzes 
Mit seinen Statuen blicken
Der Blick haftet nicht an 
Ist der letzte Gedanke
Bevor die Stille 
Auch dich erGreift

VerGeblich 
    verGeblich 
Suchst 
Du 
Den 
Himmel 
Ab 
Nach 
Dem 
Vogel
Dessen 
Feder 
Vor dir 
    Zu 
Boden trudelt

MittagsSonne
Unter dem scharfen Licht der MittagSsonne 
Saugt der Boden begierig meinen Schatten auf 
Nun muss ich schnell
Einen Spiegel finden
Um gänzlich … 




Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Rainer Brambach [1a]: Zitiert von: Unter Apfelbäumen. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 8. Jahrgang 1961. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 308. 
[1a] Rainer Brambach (1917-1983) war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Brambach    
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 
.


No comments:

Post a Comment