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| Der Nordwesten der Mongolei aus dem Flugzeug (2026) |
Der Veranstalter dieser Reise hat den prosaischen Namen „Reisen mit Dr. Elvira Friedrich“, aber die Webseite ist viel interessanter und dort heißt der Veranstalter „Wolkenbote“. Zum „Wolkenboten“ zitiere ich gerne hier aus der Webseite von Frau Dr. Elvira Friedrich [1], einer Indologin. Es handelt sich um einen Eine-Frau-Betrieb. Unterstützen läßt sie sich in der Mongolei von „Nomads Tours & Expeditions“, die ihren Sitz in Ulaanbaatar (Улаанбаатар) [2] haben.
Ich habe 2023 im Anschluß an die Reise das Naadam-Fest (Наадам) besucht und diesmal hatte ich es vorher besucht. Es war 2026 weniger verregnet, obwohl den Straßen vor dem Stadion für die Eröffnungszeremonie das Wasser knöcheltief stand.
Die Reise hatte einen furiosen Auftakt, denn wir fuhren am frühen Morgen durch Ulaanbaatar zu einem Camp am Tuul-Fluß (Туул гол). Wir sahen einen Reiter die breite Furt durchqueren, was aber mit einem Kleinbus nicht zu schaffen war. Es folgte eine Fahrt mit einem Sumpfboot, das sind Boote mit flachem Boden, die mit einem Heckpropeller angetrieben werden; so ähnlich wie man sich in den Everglades in Florida fortbewegt. Wir fuhren in einen goldenen Morgen.
Kommen wir zunächst zu einer Übersicht:
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2023 Plan |
2026 Plan |
2026 Ist |
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Tag 1 |
Abflug FRA |
Abflug FRA |
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Tag 2 |
UBN und Weiterflug nach Khovd (Ховд) Übernachtung Namarjin-Tal (Намаржин хөндий) |
Ulaanbaatar Ger Camp nahe Flughafen Der Wechsel von Khovd [5] nach Ölgii (Өлгий) war notwendig, da Flüge nach Khovd unzuverlässig waren. Das Ger Camp wurde wg. des frühen Abflugs gewählt. |
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Tag 3 |
Unter dem Tsambagarav (Цамбагарав) Gletscher |
Flug nach Ölgii – unter dem Tsambagarav Gletscher |
Anderer Ort für das Camp mit besserer Sicht. |
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Tag 4 |
Achit Nuur |
Achit Nuur |
Durch Maul- und Klauen-Seuche war die Weiterfahrt bei einer Brücke untersagt. Das Camp wurde oberhalb des Sees aufgeschlagen. |
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Tag 5 |
Uureg Nuur |
Uureg Nuur |
Über Khovd zum Vogelschutzgebiet |
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Tag 6 |
Fahrt zum Bayan Nuur |
Fahrt zum Bayan Nuur |
Camp am Chjargas Nuur (Чжаргас нуур) |
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Tag 7 |
Böörög Deliin Els (Бөөрөг Дэлийн Элс) |
Böörög Deliin Els |
Camp am Chjargas Nuur |
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Tag 8 |
Tonshuul Pass Den habe ich nie identifizoeren können. |
Tonshuul Pass |
Über Naranbulag (Наранбулаг) und Songina zum Hunt Nuur (Schwanensee / Хант нуур?/ Хунт нуур) – wahrscheinlich private Bezeichnung der Fahrer. |
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Tag 9 |
Khar Nuur (Хар нуур) |
Khar Nuur |
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Tag 10 |
Khar Nuur |
Khar Nuur |
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Tag 11 |
Senjit Tsokhio / Mukhart Gol (Сэнжит Цохио / Мухарт гол) |
Senjit Tsokhio / Mukhart Gol |
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Tag 12 |
Über Uliastai (Улиастай) zum Bogd Gol (Богд гол) |
Über Uliastai zum Bogd Gol |
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Tag 13 |
Otgon Tenger (Отгон тэнгэр) |
Otgon Tenger |
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Tag 14 |
Badarkhundaga Nuur |
Nationalpark Tarvagatal Nuruu (Тарвагатал нуруу) |
Lager am Ider Fluß (Идэр гол) |
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Tag 15 |
Tsagaan Nuur (Цагаан нуур) und Vulkan Khorgo (Хорго уул) |
Tsagaan Nuur und Vulkan Khorgo |
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Tag 16 |
Tsagaan Nuur und Vulkan Khorgo |
Tsagaan Nuur und Vulkan Khorgo |
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Tag 17 |
Tsetserleg (Цэцэрлэг) und Tsenkher Hot Springs (Цэнхэрийн халуун рашаан) Hier war ich Teilnehmer einer 360° Drehung bei Fahrt auf Schlamm. |
Tsetserleg und Tsenkher Hot Springs |
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Tag 18 |
Orkhon-Tal (Орхоны хөндий) |
Orkhon-Tal |
Über Kharkhorin zum Ger Camp im Orkhon-Tal. Der direkte Weg war zu gefährlich. |
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Tag 19 |
Kharkhorin (Хархорин) und Khogno Khan (Хогно хан) |
Kharkhorin und Khogno Khan |
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Tag 20 |
Hustai National Park (Хустайн байгалийн цогцолборт газар) / Bullerbü |
Hustai National Park / Bullerbü |
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Tag 21 |
Ulaanbaatar (Улаанбаатар) |
Ulaanbaatar |
Fahrt über andere Strecke mit schöner Aussicht. |
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Tag 22 |
UBN – FRA |
UBN – FRA |
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Die Übernachtung im Zelt unterhalb des Tsambagarav (Цамбагарав) Gletschers (Juni 2023) ist mir in guter Erinnerung, denn es war sehr kalt; der Koffer, den eine Mitreisende draußen hatte stehen lassen, war morgens vereist. Die Nomaden (ein älteres Ehepaar) [6], die wir in der Nähe trafen, berichteten, daß auch sie erst zwei Tage da wären, da der Winter sehr kalt war und länger als üblich gedauert hatte. Der Platz 2026 hatte eine bessere Sicht auf den Gletscher und war auch nicht ganz so kalt. Die Höhe betrug beide Male um 2500 m.
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| Der Tsambagarav Gletscher vom Flugzeug aus gesehen (2026) |
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| Der Tsambagarav Gletscher vom Camp aus gesehen (2026) |
(Бөөрөг Дэлийн Элс)] bestiegen, aber eine Dünenbesteigung folgte auch 2026, eben woanders. Und ich will nicht verschweigen, daß am Bayan Nuur die Zelte auch umgeweht worden sind.
2026 führte der Weg uns über Naranbulag (Наранбулаг) und Songina (Сонгина) zum Hunt Nuur, d. h. zum Schwanensee (Хунт нуур), wahrscheinlich handelt es sich um eine private Bezeichnung der Fahrer, wo es sehr angenehm war. Der See sah auch ohne Schwäne fantastisch aus; es waren einige Mandarinenenten dort. Der Wachhund eines Gers kam zu uns und ließ sich mit Essenresten bestechen, so daß er danach auch uns mit bewachte.
2023 führte einen Tag später der Weg ohne Übernachtung zum Khar Nuur (Хар нуур) in ein Ger Camp. Der Weg damals war sehr kompliziert und ich erinnere mich an eine Szene, als man uns in verschiedenen Richtungen gleichzeitig wieß. Später fuhren sich abwechselnd Furgons und Küchenwagen fest, wir irrten durch Dünen und kamen mitten in der Nacht an. 2026 hatten wir eine bessere Strecke ausgemacht und fanden beim Besuch in einem Nomaden-Ger auch die Tochter des „Hauses“, die in Ulaanbaatar Medizin studierte, und am Khar Nuur ein Treffen hatte, so daß wir sie mitnehmen konnen.
Auch das Programm in Tsetserleg (Цэцэрлэг) war ziemlich gleich, allerdings war das Wetter besser. Der Ort Tsenkher Hot Springs (Цэнхэрийн халуун рашаан) liegt in einem Regenloch. Es regnete beide Male. Hier war ich 2023 Teilnehmer einer 360° Drehung bei Fahrt des Furgons auf Schlamm. Auch 2026 erlogte die Fahrt auf Schlamm, allerdings ohne Drehung, im Furgon. Der Küchenwagen hatte sich fast festgefahren und krenkte stark zu einer Seite, kam aber mit Allradantrieb wieder frei. Der Besuch der heißen Quelle war jedoch beide Male sehr angenehm.
Der letzte Stopp vor Ulaanbaatar war der Hustai National Park (Хустайн байгалийн цогцолборт газар). 2026 waren kaum Przewalski-Pferde zu sehen, da durch den Regen die Tiere nicht zum Bach kommen mußten, wo sie 2022 besonders gut zu sehen waren [17]. Auch nach Bullerbü kamen wir nur wieder über das fünffache des direkten Strecke, also etwa 50 km. Bullerbü ist der Name, den ein Reisender dem Camp gegeben hatte, da es sich um rotbraun angemalte Holzhäuschen handelt, die von der Parkverwaltung für Forschende gebaut worden sind. Es ist das einzige Camp im Hustai Nationalpark und kann angemietet werden.
Beide Reisen waren ähnlich geplant und sehr verschieden. Es gab für mich viel Neues zu entdecken und anderes zu vertiefen. Und sollten in fünf Jahren noch nicht die Autobusse in den Nordwesten der Mongolei rollen, dann will ich wieder dabei sein.
Links und Anmerkungen:
[1] „Wolkenbote:
So nannte der indische Dichter Kalidasa sein lyrisches Werk, das sich außerordentlicher Beliebtheit erfreute. In diesem Gedicht beauftragt ein aus seiner Heimat verbannter Höfling eine Wolke, die mit geballter Kraft gen Norden zieht, seine zurückgebliebene Geliebte zu trösten und zu grüßen. Die Wolke solle über die Städte und Länder fliegen, dabei die Freunde des Traurigen grüßen, der sich doch selbst so gern auf den Weg durch die wunderbaren Landschaften machen möchte.“
https://www.wolkenbote.de/
[2] Die Stadt heißt Ulaanbaatar (Mongolisch: Улаанбаатар), auf Russisch heißt sie Улан-Батор, woraus sich unser Ulan-Bator ableiten läßt.
[3] Furgons sind geländegängige Fahrzeuge und haben kaum Elektronik sondern alles läuft mechanisch, so daß die Fahrer Reparaturen während der Tour durchführen können. Der russische Begriff Furgon (фургон) bedeutet Kastenwagen oder Transporter, auch der Begriff Buchanka (Буханка) – Laib Brot wird benutzt. Die korrkte Bezeichnung ist UAZ-452 (russisch УАЗ-452), also ein Kleintransporter des sowjetischen/russischen Herstellers UAZ, der seit 1965 gebaut wird. Übrigens wurde ein Motor auf der 2026 Reise völlig auseinander genommen.
https://de.wikipedia.org/wiki/UAZ-452
[4] Ger Camps bestehen aus Gers (die Jurten der Mongolen) und sanitären Anlagen. Hierzu aber habe ich schon einmal geschrieben:
Mongolia – Staying in the Ger
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/10/mongolia-staying-in-ger.html
Mongolia – Some Petroglyphs in the Orkhon Valley https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/mongolia-some-petroglyphs-in-orkhon.html
[5] Ich werde das mongolische x, das wie ch in Bach oder Loch ausgesprochen wird, wider meine Auffassung mit kh wiedergeben, da man so die Toponyme auf Landkarten besser ermitteln kann.
[6] Darüber hatte ich auch geschrieben:
Mongolia – With nomads below the Tsambagarav Glacier
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/07/mongolia-with-nomads-below-tsambagarav.html
[7] The Boss of Lake Achit
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/07/the-boss-of-achit-nuur.html
[8] A Ceremony at the Lakefront of Üüreg Nuur
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/07/a-ceremony-at-lakefront-of-uureg-nuur.html
[9] Hier ein Bericht von 2023:
Mongolia — Eagle Hunters
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/07/mongolia-eagle-hunters.html
[10] Mongolia – Yurt of the Kazakhs
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/02/mongolia-yurt-of-kazakhs.html
[11] Mongolia – Airag, Kumis or Mare's Milk https://rheumatologe.blogspot.com/2024/02/mongolia-airag-kumis-or-mares-milk.html
[12] Mongolia – Rock Gate and Relief between Khar Nuur and Muhart River
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/mongolia-rock-gate-and-relief-between.html
[13] Mongolia - The Head of the Muhart River in the Dunes
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/mongolia-head-of-muhart-river-in-dunes.html
[14] Mongolia – The Bogd Waterfall and Power Plant
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/02/mongolia-bogd-waterfall-and-power-plant.html
[15] Mongolia - Erdene Zuu Revisted
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/07/mongolia-erdene-zuu-revisted.html
Mongolia – the mysterious 100 Stupas of Erdene Zuu Monastery (2022)
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/08/mongolia-mysterious-100-stupas-of.html
[16] Mongolia - Erdene Khambiin Khiid or Erdene Khamba Monastery in Khogno Khan National Park
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/09/mongolia-erdene-khambiin-khiid-or.html
[17] Ja, es war 2022, während meines ersten Besuches in der Mongolei!
Mongolia - Przewalski's Horse
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/11/mongolia-przewalskis-horse.html
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