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Friday, April 17, 2026

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 17.04.2026

 


Wie lustig springen die
Füße
In der Spießrutengasse.

Auf Stelzen torkeln der
Häuser
Silhouetten breitbeinig

Spiegelnd in Glas der ge-
hengten
Dilettantisches Tanzspiel.
Ernst Jürgen Dreyer [1]


Geboren
    geboren werden
An
Jedem
Neuen
Tag
Wie
Auch selbst
    Jeder
Neue Tag  

Köln / Colonia / CCAA
01 
die stadt ist der verkehr 
und der verkehr drum rum 
in die stadt 
aus der stadt 
rückLichter
blitzLichter
lichtHupe
hupe
02 
die geSpannten blicke 
wie geSpannte hähne 
eines revolvers 
oder einer MP 
rattatata rattatata
03 
streik bei luftHansa 
streik bei KVB 
kein streik auf der autoBahn
dort nur stau 
04
MUSEEN DER STADT KÖLN 
05 
heißes wasser 
heiße würstchen 
auch vegan 
versteht sich
06 
wieder celan 
von schwelle zu schwelle 
und die zeugen jehovas 
oder die mormonen
das nächste mal 
hinein bitten 
fragende gesichter
07 
in der vorstadt 
wo die lieder spielen
die 1970er 
die 1980er 
eckKneipen
heute wird draußen geraucht 
08 
die DVD ist zerKraTzT
aus der nachbarWohnung 
dringt musik
hört wieder auf 
die sonne sinkt
09 
hinter den gelben feldern 
verIrrt sich die stadt 
aber sie hat ausLauf
wie die kleinen hunde 
10 
alexander auf dem weg 
nach indien 
immer weiter 
alexanderQuelle 
in steglitz
nicht in köln 
11 
dieser schwarze tango 
dieses köln 
eigene sprache 
sprachraum 
stadt ohne raum 
ripuarisch
RIP u. arisch
12 
betonFestungen 
und DER DOM 
brücken 
und DER RHEIN 
köln 
alaaf nicht helau
nicht lau
eher warm
auch im winter  

Strand 
    sich in 
Den 
Sand 
Fallen 
Lassen 
Von 
Der 
Sonne 
Wärmen 
Lassen 
Und 
Der 
Brandung 
Lauschen 
Den 
Sand 
Auf der Haut 
    EinFach 
Nicht wahrNehmen 

Mittag 
    kurz vor 
Dem 
MittagEssen 
Kreist
Die 
Sonne 
In 
Licht 
Und Schatten 
    Zwischen 
Den Bäumen 

Fernsicht Ukraine 
                    Für Anton G. Leitner
Das Land nun mit 
Der Kamera. (Der Blick 

Bleibt hängen an
Gelb und Blau.) Die Fahne

Flattert ängstlich in der 
Nacht und erwacht 

Ebbe 
    laß doch 
Die 
Ebbe 
FortFühren 
Was 
Sie 
Will 
Und 
Uns 
Auf die 
    Nächste 
Flut hoffen 






Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Ernst Jürgen Dreyer [1a]: Chansons III. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 6. Jahrgang 1959. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 127.
[1a] Ernst-Jürgen Dreyer (1934-2011) war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker, Übersetzer und Musikwissenschaftler.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst-J%C3%BCrgen_Dreyer 
[2] This footnote is intentionally left blank. 
https://www.youtube.com/watch?v=sGb4lAiVxRk 

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Sunday, October 12, 2025

Betrachtungen zu den Fährnissen der Bewältigung der Strecke Diefenbach – Köln und dieser Orte und ihrer näheren und weiteren Umgebung mit besonderer Berücksichtigung des SchienenErsatzVerkehrs (SEV), der Distribution profaner DruckErzeugnisse, der Benutzung eines PKWs sowie alltäglicher GebrauchsGegenstände



Normalerweise gehe ich durchs Dorf und hole den WochenSpiegel aus dem WarteHäuschen am anderen Ende des Dorfes -: einen für mich und ein ein Exemplar für meinen Bruder und meine Schwägerin. Aber diese Woche war der WochenSpiegel wieder einmal nicht da. Die Distribution dieses profanen DruckErzeugnisses [1] hat sich zum RouletteSpiel gewandelt -: mal ist er da und mal nicht, aber die Bank gewinnt. Ja, die Bank im WarteHäuschen ist voll von WerbeBeilagen, aber das wird man kaum als Gewinn bezeichnen. Ich hatte den WochenSpiegel also schon abgeschrieben (Wort für Wort) und da hat meine Schwägerin mir eine Ausgabe von dieser Woche vorbei gebracht, denn eine befreundete Nachbarin hatte ihr das eigene Exemplar überlassen. 

Da schaue ich in diese ZeitSchrift und finde einen Artikel „Eifelstrecke nur kurz offen - dann wieder dicht“ [2]. Im Untertitel heißt es „… Kall und Gerolstein lange gesperrt“ als wäre diese Strecke nicht schon lange genug gesperrt gewesen. Nun gut, man will immerhin 2028 mit allen Arbeiten fertig sein. Jetzt frage ich mich nur -: ist das vor oder nach der nächsten Flut? Ich weiß es nicht, denn sonst wäre ich HellSeher und HellSeher, Psychics oder Clairvoyants gibt es laut „The Mentalist“ [3] nicht. In diesem Artikel wird über SchienenErsatzVerkehr gesprochen und über den SchienenErsatzVerkehr hatte ich hier auch schon geschrieben [4], denn da hatte ich einmal den AutoSchlüssel verlegt und mußte nach Köln. Von diesem Schlüssel wird gleich noch einmal die Rede sein und nein, ich hatte ihn weder verlegt noch verloren [5]. Zurück zum Thema! Die Strecke Diefenbach – Köln eignet sich überhaupt nicht für die Benutzung des ÖPNV, jedenfalls, wenn man das rechtsRheinische Köln-Holweide als Ziel hat und das mit und ohne SchienenErsatzVerkehr. 

Nun stand wieder mal eine Fahrt an. Ich fahre mit dem Auto nach Holweide und erledige dort, was ich da tun will, z.B. als Presbyter in die Kirche gehen. Um in die Innenstadt zu kommen, benutze ich den ÖPNV, also die Straßenbahn der KVB. Die Kölner nennen die KVB gerne Kölner Verbrecherbande, aber es sind eigentlich die Kölner Verkehrsbetriebe. Gut, aber so weit war ich noch nicht, denn als ich von der Autobahn kam, bin ich erst einmal zur TankStelle gefahren.  Und nun ist es an der Zeit, über den AutoSchlüssel zu reden. Denn als ich mein Auto mit dem automatischen FunkSchlüssel abschließen wollte, funktionierte der nicht. Von einem Augenblick auf den anderen hatte die Batterie ihren Geist aufgegeben. An der TankStelle gab es keine KnopfZellen zu kaufen. Das bedeutete -: ich mußte mein Auto unabgeschlossen in Köln stehen lassen, um eine KnopfZelle zu besorgen. Das hat dann auch geklappt, aber ganz wohl war mir dabei nicht. 

Das Auto habe ich dann von meinem Kölner Apartment stehen lassen und nahm die KVB, das kostet übrigens 3,70€ für eine Fahrt, ist also nicht für umme. Ich bin froher Dinge losgefahren, nur um festzustellen, daß die Linie 3 nicht bis zum Neumarkt durchfährt, sondern nur bis Deutz/Messe fährt. Dort wartete der SchienenErsatzVerkehr auf mich und dann ging es zwei Stationen mit dem SchienenErsatzVerkehr, also bis zur Suevenstraße und von dort fuhr wieder die Straßenbahn. Jetzt wird man mir vorwerfen, das daß doch nicht so schlimm sei. Naja, warten wir es ab. 

Also das, was ich alles in der Kölner Innenstadt erledigen wollte – jetzt kommt der positive Teil – das habe ich alles erledigen können und zwar sehr erfolgreich und sehr schön und ich bin noch in ein vietnamesisches Restaurant Essen gegangen.  

Ja, aber ich mußte dann wieder zurückfahren. Die StraßenBahn fuhr mich bis zur Suevenstraße und da war dann eine Dame auf Krawall gebürstet. Sie wählte sich irgendeinen Mann aus, der eine KVB-Jacke trug, wahrscheinlich war es ein Fahrer, denn zu die OrdnungsKräften gehört er nicht, die trugen gelbe WarnWesten. Sie schrie ihn an: „Wie kann man nur hier an der engsten Stelle den SchienenErsatzVerkehr aufbauen?“ Daran war der Mann nicht schuld, man hätte wie genauso gut in den USA irgendeinen SchalterBeamten dafür verantwortlich machen können, daß Trump nicht alle Tassen im Schrank habe.  Hier nun ließ der Mann sich das nicht so gefallen und sagte, man hätte sie ja auch zu Fuß laufen lassen können. Da hätte ich nun Einspruch erhoben, denn für 3,70€ sollte man nicht zwei Stationen zu Fuß laufen müssen. Insgesamt war es natürlich ein völlig überflüssiger Streit, denn weder hätte der Mann beschuldigt werden noch hätte er so patzig reagieren müssen, aber der ganze Pulk von Menschen hat dem Treiben zugesehen, das noch unter der Schwelle blieb, bei die Handys gezückt und der Vorfall aufgezeichnet wird. Der Bus kam und sie blieb erregt. Wieder Deutz/Messe und zurück nach Holweide. 

Dann lief alles, so wie ich das gewohnt bin und ich fuhr am Abend nach Diefenbach zurück, teilweise mit ArabischKurs, teilweise mit Podcast auf Spanisch und zum Schluss noch The Doors mit Riders on the Storm, vielleicht als VorausSchau für die nächste ÜberSchwemmung und kam zu Hause an. Es war schon dunkel. Und die Nacht in Diefenbach ist sehr dunkel. Dafür habe ich aber eine TaschenLampe,  eigentlich eine HandLeuchte, wie man sie in der Werkstatt gebraucht. Nur die hat die Angewohnheit, plötzlich auszufallen. Da ging es mir so ähnlich wie bei dem Schlüssel, noch bevor ich die Haustür aufgeschlossen hatte, hatte ich kein Licht mehr. Naja, ein wenig HellSeher bin ich schon. Und da braucht man dann kein Licht, um das SchlüsselLoch zu finden. Trotzdem war ich sehr froh, als ich im Flur das Licht anschalten konnte.  


Links und Anmerkungen:
[1] „Ich erinnere mich noch an meine ersten Kontakte, als „dä Scheich“ sehr farbenfroh mit Turban auf dem Mofa durch die Gegend fuhr, um den WochenSpiegel auszuteilen – das übernahmen dann andere Personen und nun steht eine Kiste im Wartehäuschen und der Vertrieb klappt nicht mehr, aber das ist eine ganz andere Geschichte.“ … schrieb ich in: 
Was ist los mit der Osmanischen Herberge in Sötenich (Eifel)? 
https://rheumatologe.blogspot.com/2025/07/was-ist-los-mit-der-osmanischen.html
 
„Dä Scheich“ heißt Hussein und stammt auch aus Berlin, ist aber nicht mit Sheikh Hassan identisch. Das Kistchen für den WochenSpiegel war nur kurz da, es hatte einen Interessenten gefunden.
[2] Eifelstrecke nur kurz offen - dann wieder dicht. Schleidener WochenSpiegel Nr. 41, 08.10.2025, S.1. 
[3] „The Mentalist ist eine US-amerikanische Krimiserie von Bruno Heller, die von 2008 bis 2015 … „
https://de.wikipedia.org/wiki/The_Mentalist 
[4] Strandungen
https://rheumatologe.blogspot.com/2023/07/strandungen.html  
[5] Der verlorene Schlüssel oder als ich einmal wanderte 
https://rheumatologe.blogspot.com/2024/04/der-verlorene-schlussel-oder-als-ich.html 


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Monday, July 14, 2025

Bananen im Schrebergarten

 


Es gibt Menschen, die halten den Klimawandel für ein Märchen. Andererseits sind sie bereit, an Aria 51, die Illuminaten oder Chemtrails zu glauben. Ich habe gerade in Köln Zeichen des Klimawandels festgestellt, denn in den Kleingärten in Köln-Holweide werden mittlerweile Bananen angebaut. Ich hatte früher einmal die Idee, im Bereich des Höhenfeldersees, es handelt sich um eine alte Kiesgrube, Dattelkerne in den Sand zu pflanzen, damit dort Dattelpalmen wachsen. Dummerweise habe ich das nicht getan; einmal ganz abgesehen davon, ob es überhaupt erlaubt ist. Aber vielleicht werden doch noch Dattelhaine dort entstehen. Ich erinnere mich, daß wir eine Dattelpalme auf dem Dachgarten der Eltern hatten, die haben wir aber einmal im Jahr in die Waschküche getragen und dann  im Frühling wieder hoch. Mittlerweile meine ich, daß Dattelpalmen in Köln auch gut überwintern könnten. Und vielleicht erlaubt der Klimawandel in der Zukunft auch in der etwas rauheren Eifel, Bananen anzupflanzen. 




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Monday, April 14, 2025

Altargesteck für den fünfte Sonntag der Passionszeit 12./13.04.2025 Palmsonntag (Palmarum)

 


In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht
ich bin einsam, aber du verläßt mich nicht.
Dietrich Bonhoeffer [1]


Der heutige Sonntag heißt Palmarum oder Palmsonntag [2]. Das geht auf den Einzug von Jesus Christus nach Jerusalem zurück, als die Menschen Kleidung und Palmzweige auf seinen Weg legten. Und so steht es auch im Evangeliumstext für den heutigen Sonntag: „Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!“ [3]

Der Wochenspruch lautet: "Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben." [4] Nach der katholischen Tradition werden an Palmarum Palmzweige geweiht und zu Hause ans Kreuz gesteckt. In der evangelischen Kirche wurde häufig an  Palmarum konfirmiert (da war früher, also vor 40-50 Jahren, das Schuljahr zu Ende). Heute wird häufiger nach Ostern konfirmiert. In Kall fand eine Taufe statt. Viele Texte wurde auch in Englisch verlesen, da ein Teil der Familie extra aus England angereist war.

Für die Lesung aus dem Alten Testament war die Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja vorgesehen, die vom „Knecht Gottes im Leiden“ berichtet [5] und die in das Gedicht „Er weckt mich alle Morgen“ von Jochen Klepper eingegangen ist, das seinerseits von Rudolf Zöbeley vertont wurde und als Lied 452 im Evangelischen Gesangbuch zu finden ist [6]. Die sogenannten Gottesknechtlieder stammen aus dem zweiten Teil des Buches Jesaja. Der erste Teile wird Protojesaja (Kapitel 1–39), der zweite Deuterojesaja (Kapitel 40–55) [7] und dritte Tritojesaja (Kapitel 56–66) genannt. Die Textstelle des Propheten endet drastisch: „Siehe, Gott der Herr hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen.“

Die Lesung aus dem Evangelium steht im Johannesevangelium und beinhaltet die bereits ganz vorne erwähnte Textstelle: „Der Einzug in Jerusalem“ [8]. Die Begebenheit wird auch von den Synoptikern geschildert; es lohnt sich, diese gegen das Evangelium nach Johannes zu lesen [9]. Mir sagt die Schilderung nach Lukas am meisten zu, vielleicht weil sie so endet: „Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“

Musikalisch hatte Köln einen Höhepunkt mit einer Toccata zu „Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft“ [10]. In Kall war dies ein Duett mit Klavierbegleitung von Felix Mendelssohn Bartholdys „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ [11]. Außer Konkurrenz lief für mich am Sonntagabend die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach mit Collegium Vocale Gent / Philippe Herreweghe in der Philhamonie Köln [12].

In der Versöhnungskirche hatte das Altargesteck nur wenig Bedeutung und es war bunt und streckte sich empor. Das Gesteck in Kall war gut durchdacht und prächtig anzusehen. Die einzelne violette (oder besser indigofarbene) Blüte erinnerte mich an die einzelne weiße Blüte inmitten der nachtblaue Schwertlilien (Iriden) von Vincent van Gogh – es geht dabei um Einsamkeit, um Verlassenheit [13]. Darum herum waren rote Blüten gruppiert, die teilweise doch dem Violett (aktuelle liturgische Farbe) sehr nahe kommen und als Farbe des Feuers und der Liebe auch gerechtfertigt sind. Eine passende Abrundung eines gelungenen Gottesdienstes.





Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 204
https://www.dietrich-bonhoeffer.net/zitat/285-in-mir-ist-es-finster-aber/
Dietrich Bonhoeffer (04.02.1906-09.04.1945) war ein lutherischer Theologe und wurde im KZ Flossenbürg hingerichtet – besser gesagt ermordet auf Befehl Adolf Hitlers. Erst vor wenigen Tagen hat sich sein Todestag zum 80. Mal gejährt. https://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Bonhoeffer  
[2] https://kirchenjahr-evangelisch.de/palmsonntag/  
[3] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.12 Joh 12,12–19
[4] Joh 3,14b.15
[5] Jochen Klepper (1903–1942) und Rudolf Zöbeley (1901-1991): https://www.youtube.com/watch?v=Pd5ZzrSm3rA
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ISA.50 Jes 50,4–9
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Deuterojesaja  
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.12 Joh 12,12–19
[9] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.21 Mt 21,1-11
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MRK.11 Mk 11,1-10
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.19 Lk 19,29-40
[10] EGplus: Beiheft zum Evangelischen Gesangbuch für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Kassel 2017. ISBN: ‎978-3894778927. Lied Nr. 34.
[11] „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy (MWV B 53) ist eine Vertonung von Psalm 91,11-12 aus dem Jahr 1844. Hier ist eine Fassung Orchester und Chor: https://www.youtube.com/watch?v=40CnTO3EJHw  
[12] Johann Sebastian Bach (1685 – 1750): Johannes-Passion BWV 245 (1724) / Oratorium für Soli, Chor und Orchester; Collegium Vocale Gent unter der Leitung von Philippe Herreweghe. Mir gefielen besonders: Maude Gratton (Orgel), Marie Luise Werneburg (Sopran), Alex Potter (Countertenor), Emanuel Laporte (Oboe) und Taka Kitazato (Oboe).
https://www.koelner-philharmonie.de/de/programm/js-bach-johannes-passion/4171
https://www.koelner-philharmonie.de/media/filer_public/56/b3/56b361d7-9201-477f-aac3-2bdc58a10f61/2025-04-13.pdf 
 


Wednesday, April 9, 2025

Die Basilika St. Gereon in Köln – kurz & bündig

 


Dieser Tage hatte ich „Am Gereonswall“ eine Besprechung zu einem kirchlichen  Bauvorhaben und auf dem Weg zu einem Antiquariat und einem anderen Geschäft „Auf dem Berlich“ kam ich mehr zufällig an der Basilika St. Gereon vorbei. Ich habe zunächst die Kirschblüte davor bewundert und bin natürlich hinein gegangen. Dort traf zufällig auf das Fastentuch von Jakob Kirchmayr „Spuren des Feuers“ [1], von dem ich zufällig im WDR3 ein bis zwei Wochen vorher gehört hatte. Dieser Besuch war also alles völlig ungeplant.  Beim Nachforschen über St. Gereon fand sich überhaupt nichts auf meiner Lieblingsseite zur Glasmalerei [2]. Vielleicht kann man nachvollziehen, daß ich jetzt doch über Sankt Gereon schreiben möchte. Aber das kann nicht umfassend sein, es kann auch nicht einmal ansatzweise dem Bauwerk gerecht werden. Schon ein Pfarrbrief von 2018 [3], der dort ausliegt, hat über 90 Seiten. Da wird über Spiritualität, über verschiedene Gegenstände in der Kirche, über Malerei und noch viel mehr berichtet. Mich interessierte der Bericht „Drei Tage lang die Seele öffnen“ von Karl Schießberg und zwar über eine Pilger- Wanderung St. Gereon zur Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf. Dies alles hat mich nun veranlaßt, doch über St. Gereon wenigstens ein wenig zu berichten. also -: kurz & bündig.




Wikipedia bezeichnet St. Gereon als „der ältesten noch bestehenden Sakralbauten in Deutschland“, den es haben sich „erhebliche Reste eines ovalen Zentralbaus mit neun Konchen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts erhalten“ [4]. Dieser Zentralbau wird auch Dekagon genannt und ist vier Stockwerke hoch. Die Kuppel darüber wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt und es dauerte etwa 40 Jahre bis zum Ende des Wiederaufbaus im mittelalterlichen Stil [5]. Die Glasfenster wurde von Georg Meistermann entworfen. Ich interessiere mich nun sehr für Kirchenfenster und wie ich unter den Anmerkungen [2] bereits geschrieben hatte, war ich sehr überrascht, daß  weder der Künstler noch die Basilika auf der Homepage von „Glasmalerei des 20. Jahrhunderts“ auftauchten. Georg Meistermann [6] hatte über 1000 Glasfenster, weit über Europa verbreitet, geschaffen und die Krönung seines Schaffens war die Neugestaltung von St. Gereon in den Jahren 1979 bis 1986.  Diese Fenster sind sehr bunt und haben auch etwas Kubistisches. Wahrscheinlich gibt es auch ein Buch zu diesen Fenstern, daß ich nicht kenne, oder aber es ist in einem der Bücher über St. Gereon in Stil und Symbolik hinter den Fenstern näher beschrieben.  

Der Wikipedia-Artikel erwähnt zwei der drei Orgeln. An der Nordwand des Chorraumes hängt die älteste Orgel von St. Gereon in Form eines Schwalbennestes. Sie wurde im Jahr 1954 vom Bonner Orgelbauer Hans Klais installiert [7]. Der Dorstener Orgelbauer Franz Breil schuf eine Orgel im Jahr 1967 [8]. Das Schmuckstück ist die Orgel auf der kleinen Empore im Dekagon aus dem Jahr 2001 von der Hellenthaler Firma Josef Weimbs Orgelbau. Das Instrument besitzt 36 Register, verteilt auf 3 Manuale und Pedal. Es existiert eine PDF-Datei der Firma zu ihrem Opus 277 mit allen Details [9].



Die Basilika hat sechs Glocken, von denen drei 1779 von Martin Legros aus Malmedy gegossen wurden, aber die älteste Bronzeglocke aus dem Jahr 1507 stammt aus der Kirche St. Alban, die zur Gemeinde gehört, und wurde erst 2008 nach St. Gereon überführt.


Das Fastentuch von Jakob Kirchmayr kann noch bis zum 17.04.2025 besichtigt werden, denn am 18. April (Karfreitag) wird es abgenommen werden. Das  Verhüllen von Altarräumen hat eine lange Tradition, nicht erst seit der Verhüllung des Reichstag durch das Künstlerehepaars Christo und Jeanne-Claude. Schon im Alten Testament ist eine Trennung des Heiligsten vom Allerheiligsten in der Stiftshütte (Zelt) durch einen Vorhang beschrieben [10]. „Etwa 140 Quadratmeter Baumwollstoff wurden für dieses Werk zerteilt, mit Asche, Erde und Kohle bearbeitet, geräuchert, dem Feuer, wie dem Regen ausgesetzt. Die Fragmente schließlich wieder zusammengenäht, gerat und geknittert. So entstand ein Bildwerk, mit skulpturalem Charakter.“ [11] Man kann neue Ansichten erlangen, z.B. durch Löcher.




Gereon gehört zu Köln wie die Heilige Ursula, die Heiligen drei Könige, der Dom, Kölsch, Klaaf und Karneval. Der Legende entsprechend war er Offizier der thebäischen Legion und wurde in der Nähe von Köln seines christlichen Glaubens wegen enthauptet. Sein Leib soll vor Köln in einen Brunnen geworfen worden sein. Man kann allerdings sein Grab in der Basilika St. Gereon besuchen.

Stichwort besuchen -: die Basilika ist tagsüber geöffnet und es gibt auch Führungen, siehe hier [12].



Links und Anmerkungen:
[1] https://www.stgereon.de/export/sites/gereon-koeln/.content/.galleries/downloads/Kirchmayr-Flyer-Gereon-Fastentuch-2025-5.pdf
[2] https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/de_nw.shtml
Es werden allerdings etwa 240 Stätten, meistens Kirchen, mit Glasmalerei in Köln aufgeführt. Ich nehme an, daß es einen bestimmten Grund Grund dafür gibt. Es gibt auch keinen Hinweis auf Georg Meistermann auf dieser Hompage.
[3] Pfarrbrief St. Gereon – St. Michael – St. Alban 2018 (Auflage 6000 Exx.) - Keine PDF-Datei auf https://www.stgereon.de/ – man muß also schon die Basilika besuchen.
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Gereon_(K%C3%B6ln)
[5] https://www1.wdr.de/kultur/kunst/west-art-meisterwerke/gereon104.html
[6] Georg Meistermann (1911-1990) war ein deutscher Maler, Zeichner und Graphiker. Während des Nationalsozialismus hatte er Ausstellungsverbot.
https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Meistermann
[7] https://organindex.de/index.php?title=K%C3%B6ln,_St._Gereon_(Breil-Orgel)  
[8] https://organindex.de/index.php?title=K%C3%B6ln,_St._Gereon_(Klais-Orgel)
[9] https://weimbs.de/wp-content/uploads/Disposition_Koeln_St.Gereon.pdf
[10] 2. Buch Mose (Exodus) ab Kapitel 25, insbesondere im 26. Kapitel.
[11] https://www.stgereon.de/export/sites/gereon-koeln/.content/.galleries/downloads/Kirchmayr-Flyer-Gereon-Fastentuch-2025-5.pdf
[12] Öffnungszeiten des Kirchenraums: Mo.-Sa. von 10.00 bis 18.00 Uhr.
Sonntags - außerhalb der Gottesdienste - meist geschlossen! Die Vorhalle ist  für Sie täglich von 10 - 18 Uhr offen.
https://www.stgereon.de/kirchen/st-gereon/   
Öffentliche Kirchenführung in St. Gereon
Gereonskloster 2, 50670 Köln, Deutschland
https://www.stgereon.de/Fuehrungen/  
 
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Sunday, March 23, 2025

Altargesteck für den dritten Sonntag der Passionszeit 22./23.03.2025 Okuli

 


Wer diesen Blog regelmäßig liest, der weiß es schon, aber ich wiederhole es trotzdem: Der dritte Sonntag der Passionszeit wird auch Okuli [1] genannt. Die Bezeichnung geht auf die lateinische Fassung eines Psalm-Verses zurück: „Oculi mei semper ad Dominum“(wörtlich: meines Augen immer zum Herrn; oder: Meine Augen schauen stets auf den Herrn) [2]. Im Wochenspruch hören wir: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ [3]

Im Lukasevangelium für den aktuellen Sonntag ist vom Ernst der Nachfolge die Rede [4]. Die Textauszug beginnt mit: „Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst.“ Er kulminiert in: „Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!“ Und endet mit: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ Vielleicht will Jesus Christus uns einen Entscheidungskonflikt, ein Dilemma, aufzeigen. Wir müssen im Einzelfall selbst entscheiden, welchen Weg wir einschlagen.

Der Predigttext steht im Alten Testament. Der Prophet Jeremia klagt über die Last des Prophetenamtes [5]. Es ist mehr eine Anklage. „Herr, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen.“ Denn im ersten Kapitel sprach Jeremia [6]: „Ach, Herr Herr, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung.“ Der Herr aber sprach zu ihm: „Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete.“ Was hätte er anderes tun sollen. Jona hatte es versucht: „Aber Jona machte sich auf und wollte vor dem Herrn nach Tarsis fliehen und kam hinab nach Jafo. Und als er ein Schiff fand, das nach Tarsis fahren wollte, gab er Fährgeld und trat hinein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weit weg vom Herrn.“ [7] Das führte dazu, daß Jona im Bauch des großen Fisches landete. Jeremia wollte sich abwenden, aber ein Feuer brannte in ihm. Ich habe das einmal vor Jahrzehnten erlebt, wie es bei so jemandem hervorbrach. Es handelte sich um einen jungen, sehr schlanken Mann mit dem Blick eines Getriebenen, der nicht gegen seine Mission ankam. Er trug einen Parka, wie er vorher und nachher nie modisch genannt wurde, und eine olivgrüne Umhängetasche, nicht größer als DIN A5, in der ich erbauliche Schriften vermutete. Ich sah ihn auf der Schildergasse in Köln stehen und die Menschen eilten in beiden Richtungen an ihm vorbei. Ein Vulkan vor dem Ausbruch! Und da wandte er sich mit lauter, fester Stimme an die Menschen und predigte von Buße, Reue und Umkehr sowie von Liebe, aber die Menschen liefen nur noch hastiger an ihm vorbei. Jeremia hat da weitaus schlimmere Erfahrungen von Leid, Ohnmacht und Gewalt gemacht und sieht sich von Gott überrumpelt. Nun will er Gottes Rache sehen. „Singet dem Herrn, rühmet den Herrn, der des Armen Leben aus den Händen der Boshaften errettet!“ Das klingt wie eine Verhöhnung Gottes und Jeremia verflucht den Tag seiner Geburt. Die fünfte Klage Jeremias bleibt unaufgelöst, den im nächsten Kapitel geht es mit „Jeremia kündigt Zedekia die Zerstörung Jerusalems an“ weiter. Ich sehe darin auch nicht eine Durchhänger seitens Jeremias, es zeigt aber, daß Gott den ganzen Menschen zum Propheten erwählt hat. Und da dürfen wir nochmals die heutige Passage des Lukasevangeliums gegenlesen. Dann kann es sein, daß wir Wege gehen, die wir vormals nicht für möglich gehalten hatten.

Das Altargesteck in der Versöhnungskirche Köln-Holweide war deutlich als der Durchschnitt, kam aber nicht so sehr zum Tragen, da wir um den Taufstein herum den Gottesdienst feierten. Es war sogar besser als in der Vorwoche, irgendwie strukturierter. In Kall war erneut ein prächtiges Gesteck zu sehen, das ich nicht erwartete hatte, denn bei dem Andachtsformat „Auf ein Wort“ wird ein extra Tisch als Altar aufgestellt – ohne Altargesteck. Außerdem hatte die Küsterin Urlaub, aber sie hatte doch die Mühe gemacht, ein Altargesteck zu erstellen. So konnten wir beide Gestecke sehen, aber sie waren mehr für Gottes Auge gemacht – oculi dei.


Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/okuli/  
[2] Ps 25,15 – siehe auch https://rheumatologe.blogspot.com/2023/03/altargesteck-am-1112032023-okuli.html    
[3] Lk 9,62
[4] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.9 Lk 9,57–62
[5] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JER.20 Jer 20,7–11a(11b–13)
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JER.1  
[7] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JON.1


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Saturday, September 7, 2024

Der Rhein bei Köln: Schwimmen und Rudern

 


Diese Warnung vorweg:
Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich!

„Es ist ein lebensgefährlicher Irrtum, Baden sei zwischen den Rheinkribben ungefährlich. Der Rhein ist eine von Frachtern und Tankern viel befahrene Wasserstraße. Durch die Wasserverdrängung der vorbeifahrenden Schiffe entsteht auch in Ufernähe Sogwirkung. An den Spitzen der Kribben können gefährliche Strudel Menschen nach unten reißen.“ [1]

Und nach der WasserStraßenVerordnung (WSV) ist Schwimmen im Rhein im allgemeinen verboten [2].

Gestern berichtete Wigald Boning auf Twitter aka „X“ über seinen 798. Badetag in Folge [3]. Er hatte einen halbwegs sicheren Ort nördlich der Zoobrücke am linken RheinUfer hinter einem MüllSammelSchiff entdeckt. Ich merkte an: „Im Strömungsschatten der Kribben könnte es auch möglich sein.“ Ich hatte mich an meine Zeit des Ruderns auf dem Rhein (Vierer und Achter) während der Schulzeit erinnert.


Was sind Kribben?
Eine Kribbe oder Buhne ist ein rechtwinklig zum UferVerlauf errichterter Damm [4]. Bei Köln finden sich häufig an den Außenseiten und Bedeckung oben Basalblöcke. Die Kribben können mit der Zeit auch bewachsen sein. Durch diese Kribben kann einerseits ein UferSchutz erreicht werden und andererseits führt die Maßnahme über die Verminderung der QuerSchnittsFläche zu einer Erhöhung der FließGeschwindigkeit (Venturi-Effekt [5]). Wenn man mit dem RuderBoot aus dem Schatten der FließRichtung kommt, um weiter stromAufwärts zu fahren, merkt man die riesige Kraft der RheinStrömung. Wenn man nicht zu beschäftigt ist, kraftvoll zu rudern, dann kann man dort auch Strudel sehen. Hinter bzw. zwischen den Kribben kommt es zu einer gegenläufigen Strömung, die nennt man NeerStrom [6]. Sie ist deutlich schwächer als der HauptStrom.

Ich war Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre in der Ruder-AG und wir ruderten auf dem Rhein. Wenn man damals von der StraßenBahn-HalteStelle Suenven Straße zum Rhein ging schlug einem ein ein aufdringlicher ChemieGeruch entgegen. Deer Rhein hatte damals eine rötlich-braune Farbe. Es wurde gemunkelt, man können Filme darin entwickeln. Heute ist der Rhein stellenweise klar und stinkt nicht mehr, auch die Farbe hat sich verändert, eher ein OlivTon. Einmal hatte ich meine RuderKameraden beim RückFühren der Skulls nass gespritzt. Das kann passieren, aber ich gebe zu, daß ich es absichtlich gemacht hatte. Nach unserer Rückkehr haben mich die anderen Ruderer und der Steuermann (zu Recht) ins Wasser geworfen. So kam ich auch in den Genuss, einmal im Rhein zu schwimmen.



Links und Anmerkungen:

[1] Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich https://www.bonn.de/themen-entdecken/sicherheit-ordnung/schwimmen-im-rhein.php  
[2] https://www.wsa-rhein.wsv.de/Webs/WSA/Rhein/DE/SharedDocs/Downloads/Badeverordnung.pdf?__blob=publicationFile&v=1
[3] https://x.com/BoningWigald/status/1831940489236640138
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Buhne
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Bernoulli-Gleichung#Venturi-Effekt
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Neerstrom  
 
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Tuesday, July 16, 2024

Nächste Station Berlin

 


Einer meiner Brüder smeinte einmal, daß für eine große Reise das Abenteuer die Fahrt mit der Deutschen Bahn darstelle. Das stimmt im Besonderen für die Eifel. Gut, diese Fahrt aus der Eifel inklusive SEV [1] ging glatt. Ich war durch meine Vorsicht früher als geplant in Köln und mußte nun nach Berlin.

Ich sah auf dem NachbarBahnsteig einen ICE nach Berlin und fragte die ZugBegleiterin, ob ich mit meinem Ticket auch diesen Zug benutzen könnte -: ich konnte, sollte aber sofort einsteigen. Das tat ich und der Zug fuhr sofort los. Ich war überrascht, wie brav alle Reisenden in der 2. Klasse saßen, denn ich mußte durch den ganzen Zug. Ich sah auch keinen freien Platz. Schon da schwante mir, daß etwas nicht ganz rund lief. Dann kam ich in die 1. Klasse und auch da war kein Platz mehr frei. Der Zug war ausgebucht. Ich fragte den ZugBegleiter, ob ich nicht beim nächsten Halt in meinen ursprünglichen Zug wechseln könnte, aber ich bekam die Antwort, daß der Zug bis Berlin durchFährt. Oh!

Ich habe dann einen Platz im Bistro gefunden und hatte viel Platz und die Hälfte des Tisches. Mir schräg gegenüber schlief ein junger Mann; vielleicht tat er auch nur so, damit er ungestört blieb, mich jedenfalls störte er nicht. Also so übel war das Arrangement nicht. Ich habe meinen Kaffee dort getrunken und nicht wie sonst am SitzPlatz. Ich habe geschrieben, ersparte mir das Warten in Köln und war zwei Stunden früher in Berlin. Das wiederum hatte dern Vorteil, daß ich etwas Sightseeing außer der Reihe machen konnte. Ich kam durch den TierGarten zur SiegesSäule und sah, man soll ja das Positive erwähnen, das Menschen im Gras in der Sonne lagen, saßen und standen. Na ja, ich habe mich dann auf die SiegesSäule [2] konzentriert und so schön im SonnenLicht hatte ich sie auch noch nie zuvor gesehen.

Bei etwa vier Stunden von Köln nach Berlin kann die DB durchaus mit Flügen konkurrieren. Man muß nicht extra zu und vom FlugHafen, kein Einchecken, keine Sicherheitskontrolle. Ich habe schon einmal für den Flug BER-DUS deutlich länger benötigt.

Wäre da nicht der Catch-22 [3]. Als ich zurückfuhr, erwischte es mich doch. Wir kamen pünktlich in Köln an und die Abfahrt des EifelExpresses verzögerte sich auch nicht; ... allerdings hinter Weilerswist hielten wir auf freier Strecke und die Anzeige sagte uns: "Zug hält". Danke! Die ZugBegleiterinnen, die neben mir saßen, wußten auch nicht mehr. Aber kurz darauf kam eine Durchsage, daß wir wg. Jugendlichen im GleisBett hielten und nun auf die Polizei warteten. Anzeige wg. Gefährdung des SchinenenVerkehrs. Danach war in Euskirchen der SEV weg, aber angekommen bin ich dann doch.



Links und Anmerkungen:
[1] SEV – Schienen-Ersatz-Verkehr
[2] Da denkt man natürlich an „Der Himmel über Berlin“ von Wim Wenders. https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Himmel_%C3%BCber_Berlin
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Catch-22_(Dilemma)


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Sunday, March 10, 2024

Altargesteck am 10.03.2024 Lätare

 



Der heutige Sonntag heißt Lätare oder Laetare [1]. Laetare ist Lateinisch und bedeutet „freue dich“ oder auch „freuet euch“. Es geht zurück auf eine Stelle im Buch Jesaja: „Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.“ (laetare ierusalem. et conventum facite omnes qui diligitis eam. gaudete cum laetitia, qui in tristitia fuistis. ut exsultetis, et satiemini ab uberibus consolationis vestrae.) [2]  

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ - so lautet der Wochenspruch [3]. Und demnach sollte eine Textstelle aus dem Johannesevangelium folgen [4], aber es kam ganz anders, denn auch die Epistellesung hatte sich geändert. Anstatt aus dem dem 2. Brief an die Korinther erfolgte die Lesung aus dem 1. Brief an die Korinther. Ging ein Raunen durch die Menge der Gottesdienstbesuch? Nein, denn alles hatte seine Ordnung …

Es handelte sich wirklich um eine große Anzahl von GottesdienstbesucherInnen. Das war überhaupt nicht ungewöhnlich für so einen Gottesdienst.

Lätare kann man auch als ein kleines Osterfest in der Passionszeit deuten. Es zeigt sich die Hoffnung auf das neue Leben. Und da können wir einsteigen, denn es hatte etwas Neues gegeben, nämlich die Wahl des Presbyteriums und das wurde heute eingeführt [5]. Der Gottesdienst wurde von Chorgesang (gemeinsamer Chor aller Kantoreien) und Musikstücken am Flügel und Trompete eingerahmt.



So kam es denn, daß aus dem 1. Korintherbrief vorgelesen wurde [6]: „Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.“ Das forderte einfach der Anlaß! Und dazu paßte auch die Lesung aus dem 5. Kapitel des Matthäusevangeliums [7]: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Und: „Ihr seid das Licht der Welt.“

Das Altargesteck zeigt die liturgische Farbe Violett. In manchen lutherischen Gemeinden wird die liturgische Farbe Violett zu Rosa aufgehellt; das geschieht nur an zwei Sonntagen, nämlich Gaudete und Laetare [8]. Aber machen wir es nicht zu kompliziert. Es ist ein schönes Gesteck … und die Feier nach dem Gottesdienst hat auch gefallen.




Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:

[1] https://www.kirchenjahr-evangelisch.de/article.php#1303  
[2] https://www.bibleserver.com/LUT/Jesaja66 Jes 66,10  
[3] Joh 12,24
[4] https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU17/JHN.12/Johannes-12  Joh 12,20-24 (Ankündigung der Verherrlichung)
[5] Und wer jetzt ganz schnell ist, der kann sich das neue Presbyterium (Gruppenbild) hier anschauen: https://evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de/ und im einzelnen hier (wird langfristig zu sehen sein: https://evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de/unser-presbyterium-2024/
[6] https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther12 1. Kor 12,4-11
[7] https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us5 Mt 5,13-16
[8] Ich weiß, da wiederhole ich mich, aber auch die Sonntage wiederholen sich im Kirchenjahr: https://rheumatologe.blogspot.com/2023/03/altargesteck-am-19032023-laetare.html … und hohl ist es schon gar nicht.


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Thursday, March 7, 2024

Arthur Honegger Le Roi David – Assoziationen

Man sieht es nicht so gerne, wenn in der Philharmonie fotografiert wird
und die Künstler sind sakrosankt.



Eigentlich hatte ich vor zur Musik Le Roi David [1] von Arthur Honegger einige Assoziationen für die Rubrik Sammelsurium zu schreiben, aber nun ist es doch mehr geworden.

Ich hatte eine Karte in die Philharmonie Köln geschenkt bekommen, und damit fängt die Vorgeschichte schon an. Eigentlich war der Samstag geplant, denn stellte man einige Stunden vor dem Konzert fest, daß es ja Karten für Mittwoch, also gestern waren. Ich bin gestern aus der Eifel nach Köln gefahren und stellte fest, daß durch den Streik bei der KVB [2] ein erheblich höheres Verkehrsaufkommen auf den Straßen feststellbar war; schon auf der Autobahn war der Verkehr dichter, als ich es um die Uhrzeit erwartet hätte und darum hatte ich abends eben nicht wie üblich die Linie 18 der KVB von Holweide zur Philharmonie genommen. Ich fuhr mit dem Auto und war völlig überrascht, wie schnell das trotz einigermaßen starkem Verkehr ging. Dann war das Parkhaus für die Philharmonie allerdings gesperrt und ich mußte in das Parkhaus am Dom, das war aber nicht weiter schlimm, denn dadurch erlebte ich den Dom und zwar ganz anders als früher, denn er wurde viel weniger angestrahlt, als ich es in Erinnerung hatte. Trotzdem mit den heutigen Fotoapparaten kann man doch ganz anständige Bilder machen. Hier gehört eigentlich die Geschichte meiner Eltern und einem Kollegen meines Vaters hin, die kann aber unten bei den Anmerkungen [3] nachlesen, denn das wäre doch eine Abschweifung zu viel im Text, obwohl es für sich gesehen eine tolle Geschichte ist.

Nach dem Konzert - vor dem Dom

Dann gingen wir (eine ganze Gruppe) hinein und dann überlegte ich -: Honegger? Na gut, daß der Mann nicht Honecker geheißen hat. Ich kannte den Komponisten überhaupt nicht und schlug ihn erst heute in Oper Operette Konzert [4], einem Buch, das ich von meinen Eltern geerbt habe, nach. Und ehrlich gesagt, das war auch die erste Seite, die beim Aufschlagen so ganz zufällig mir vor Augen kam. Arthur Honegger lebte von 1892 bis 1955. Und ich lese in diesem  Buch: „Honeggers Name gehört zu den meistgenannten der Gegenwart, aber bis heute verbindet sich damit kein fester Stilbegriff.“ Und ich lese etwas von Jazz-Elementen, von Paul Claudel und Jean Cocteau sowie Katholizismus und Gregorianik.Aber das war erst nach meinen Assoziationen.

Arthur Honegger [5] „war ein Schweizer Komponist, der überwiegend in Frankreich gelebt hat. Er komponierte etwa 200 Werke, die ihn als bedeutenden Vertreter des Groupe des Six ausweisen. Honegger war von 1996 bis 2017 auf der Schweizer 20-Franken-Note abgebildet.“ Ich habe gerade nachgesehen, aber so eine 20 Franken-Note habe ich nicht und auch nicht die Briefmarke der BRD. Die Groupe des Six [17] war bestimmt so etwas wie die Groupe de Diefenbach.

Le Roi David, mit deutschem Titel König David, ist ein Oratorium. Vorgetragen wurde es von der Kartäuserkantorei und dem Gürzenich-Orchester Köln [6]. Meine erste Assoziation mit dem Titel war „Le Roi Ubu“ [7]. Wikipedia weiter: „Das 1896 uraufgeführte Drama wurde von Surrealisten und Dadaisten gefeiert und in zahlreiche Sprachen übersetzt.“ Ja, ich habe mich in der letzten Woche wieder mehr mit den Surrealisten beschäftigt [8] und nein, das wußte ich nicht. Das Stück wird beschrieben mit: „Ein Werk wie eine musikalische Welt- und Zeitreise, hier ein wenig barock anmutende Tradition, dort etwas kühne Harmonik, ein Hauch orientalische Exotik, eine Spur liedhafte Einfachheit, eine Prise impressionistisches Flirren, eine Messerspitze Mittelalter und ein paar stampfende Rhythmen à la Strawinsky. Philister und Israeliten marschieren auf, Fanfaren schmettern, ein Siegesfest wird gefeiert und eine Hexe beschworen. Das volle Programm also – typisch Bibel eben.“ [9]

Es wird die Geschichte von David erzählt. Welchen David kennen Sie denn noch? Wahrscheinlich den Bezwinger Goliaths [10] oder vielleicht den ekstatisch tanzenden David [11]? Den Freund Jonathans, den Mörder Urias oder den um Absalom trauernden David? Im Oratorium kam auch die Hexe von Endor vor, die für Saul den Geist des toten Samuel beschwor. Mir war die Hexe viel früher als Name eines Schiffes in einem Hornblower-Roman [12] bekannt. In den beiden Büchern Samuel kann man die Geschichte „brühwarm“ sozusagen nachlesen [13].

Bei der Weinprobe kommen einem alle möglichen Geschmacks- und besonders Geruchsassoziationen, und so ähnlich ist es auch mit der Musik. Jeder hat da seine eigenen Assoziationen. Es war bereits von einem „Hauch orientalischer Exotik, einer Spur liedhafter Einfachheit, einer Prise impressionistischen Flirrens, einer Messerspitze Mittelalter und ein paar stampfenden Rhythmen à la Strawinsky“ die Rede. Meine erste Assoziation war Suzie Wong [14], dann kam bereits Arabian Nights (1001 Nacht), was nicht verwunderlich ist, denn die Welt des Alten Testaments ist Vorläufer des „modernen“ Arabiens der Kalifenzeit und außerdem hatte ich gerade erst Arabian Nights gelesen [15]. Es folgten Star Trek (Raumschiff Enterprise) und Filmmusiken, aber auch Jazz-Elemente, wie sie etwa von Chet Baker stammen könnten. Und dann auch noch Evita [16]. Mitten im Kampfgetümmel stellten sich die Querflötistin mit einer Piccolo und der Kontrabassist dem Heer der Bläser und Pauken entgegen, es war ein ungleicher Kampf, aber was zählt, ist der Mut! Und den hatten die beiden. Den lauesten und damit den schwierigsten Job hatten die beiden Klavierspieler – die hätten leicht ihren Einsatz verpassen, was sage ich, verpatzen können. Haben aber auch sie nicht. Es gab einen lang anhaltenden Applaus, den sich die Künstler auch verdient hatten. Ich hatte einmal den WDR angeschrieben, ob man auf Konzerten, die im WDR3 wiederholt werden, nicht den Applaus wegstreichen könnte. Nein, kann man nicht; also muß ich dann abschalten. Also im Konzert sehe ich das ein und klatsche auch kräftig mit – das ist für die Künstler. Aber bei der Ton-Konserve? Das ist für den A … das ist eine andere Geschichte.

Hat es gefallen? Mir auf jeden Fall. Und Feuilleton-Kritiken liest man besser nicht.


"He arrived within sight of a palace of shining marble."
Drawing by Edmond Dulac. [15]


Links und Anmerkungen:
[1] „Le Roi David, mit deutschem Titel König David, im Untertitel Symphonischer Psalm, ist ein Oratorium des schweizerisch-französischen Komponisten Arthur Honegger nach einem Drama von René Morax.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Le_Roi_David
[2] Die Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft (KVB) betreibt als Verkehrsunternehmen den ÖPNV der Stadt Köln mit der Stadtbahn Köln und den städtischen Buslinien, sowie die Kölner Seilbahn. https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lner_Verkehrs-Betriebe  
[3] Meie Eltern haben mir diese Begebenheit erzählt: Ein Kollege meines Vaters war ein großer  Hobby-Fotograf und zwar das schon in den 1950iger Jahren. Und irgendwann gingen sie einmal mit diesem Freund abends auf der Rheinpromenade gegenüber des Kölner Doms spazieren. Der Dom war angestrahlt und damals hatte man nicht die Möglichkeit, so einfach aus der Hand heraus zu fotografieren, man mußte die Kamera einstellen. Er stellte seine Kamera mittels eines Fotoständers auf. Dann maß er mit einem Extragerät die Belichtung aus. Wahrscheinlich lag da auch ein gewisser Reiz, Belichtungszeiten zu berechnen. Und jedenfalls, als er dann fertig war und das Bild machen wollte, da wurden die Lichter des Doms abgestellt. Heutzutage hätte er dieses Problem nicht mehr,  aber damals schon.
[4] Hans Schnoor: Oper Operette Konzert. Bertelsmann, Gütersloh 1963.
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Honegger
[6] Genauer:  „Arthur Honegger: Le Roi David. Symphonischer Psalm in drei Teilen nach dem Drama von René Morax für Sopran, Alt, Tenor, Erzähler, gemischten Chor und Orchester. Veranstalter: Kartäuserkantorei Köln in Kooperation mit Gürzenich-Orchester Köln und Netzwerk Kölner Chöre.“ Dirigent: Paul Krämer. https://www.koelner-philharmonie.de/de/programm/koniglich-chorkonzert/2894
[7] „König Ubu (französischer Titel: Ubu roi) ist ein Theaterstück des französischen Schriftstellers Alfred Jarry (1873–1907).“  https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig_Ubu  
[8] Draußen nur Kännchen [8a], darin: Das verpackte Kännchen - eine Hommage an Man Ray. Eine Verpackung von Man Ray [8b] mit dem Titel: Das Rätsel des Isidore Ducasse von 1920 ist in dem Buch Surrealismus in Paris auf S. 199 [8c] zu finden.
[8a] https://rheumatologe.blogspot.com/2024/03/drauen-nur-kannchen.html  
[8b] Man Ray (1890-1976): "Man Ray zählt zu den bedeutenden Künstlern des Dadaismus und Surrealismus, ..." https://de.wikipedia.org/wiki/Man_Ray  Lesenswert!
[8c]Karlheinz Barck (Hrsg.): Surrealismus in Paris 1919 - 1939. Ein Lesebuch. Reclam, Leipzig 1986.
[9] https://www.guerzenich-orchester.de/de/programm/koniglich/1086
[10] David und Goliath https://www.bibleserver.com/LUT/1.Samuel17 (Also ich nehme dem Goliath nicht sein H weg.)
[11] "Und David und ganz Israel tanzten vor dem HERRN her mit aller Macht im Reigen ..." https://www.bibleserver.com/LUT/2.Samuel6  2 Sam 6,5
Chaitanya Mahaprabhu (1486-1533) war in Indien für sein ekstatische Hingabe an Krishna bekannt. https://de.wikipedia.org/wiki/Chaitanya
[12] Die Witch of Endor ist ein Kutter, der von Horatio Hornblower im Roman "Unter wehender Flagge" zur Flucht aus Frankreich benutzt wird. https://hms-lydia.de/index.php/Witch_of_Endor_(Schiff)  
Cecil S. Forester: Unter wehender Flagge (Originaltitel: Flying Colours). In: Horatio Hornblower - Der Kapitän. Wolfgang Krüger Verlag, Hamburg 1964.
[13] Das liest man am besten in der Hausbibel und nicht am Computer nach. Ziemlich vorne im Alten Testament, vor den Büchern der Könige und den Chroniken steh die beiden Bücher Samuel.
[14] Die Welt der Suzie Wong (Originaltitel: The World of Suzie Wong) ist ein Spielfilm aus dem Jahr 1960, der in Hongkong spielt.
[15] Stories from the Arabian Nights. Retold by Laurence Housman. With drawings by Edmund Dulac. Hodder and Stoughton, New York, London 1921. Die Erstausgabe von 1907 wird übrigens für etwa 1200 € angeboten. Das letzte Bild stammt aus dem Buch.
[16] Vielleicht, weil ich das Grab besucht habe, vielleicht wegen des Filmes. Aber die Musik, die ich assoziierte, stammt aus dem Musical Evita von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice. Noch abwegiger/abschweifender: Evita ist der Name eines Beatmungsgeräts.
[17] Ich stehe zu meiner Blödelei, aber beim Korrekturlesen dachte ich, ein bißchen mehr dürfte es an Information schon sein: „Die Groupe des Six oder kurz Les Six war ein loser Zusammenschluss von sechs französischen Komponisten (fünf Männern und einer Frau).“  Und: „Die Gruppe als produktive Einheit hatte nur die ersten der 1920er Jahre Bestand, danach verfolgte jeder Komponist seine eigene Entwicklung und übrig blieb eine Art Freundeskreis.“ Na also!
https://de.wikipedia.org/wiki/Groupe_des_Six

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Monday, February 19, 2024

Altargesteck am 18.02.2024 Invocavit

 



Invocavit heißt der erste Passionssonntag [1]. Invocavit ist Latein und bedeutet „er hat gerufen“. Es geht auf den lateinischen Text „invocavit me, et ergo exaudiam eum" [er hat mich angerufen, darum will ich ihn erhören] [2] zurück. Der Wochenspruch lautet: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ [3]

Der Predigttext steht beim Propheten Amos, der vom Selbstverständnis überhaupt kein Prophet war, und mir gefällt der Text besonders in der Lutherübersetzung wegen „des Geplärrs deiner Lieder“ [4]. Der 24. Vers lautet: „Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ Wir können Vergangenes nicht ändern, aber wir können uns ändern, damit „Recht ströme wie Wasser“.

Das Altargesteck enthält auch Violett, die liturgische Farbe der Fastenzeit [5]. Auf dem Tisch lag allerdings keine Milka-Schokolade, wobei Schokolade das Fasten nicht bricht. Mein Freund Hans Conrad Zander hat dies in seinem Buch Warum waren die Mönche so dick? dargestellt [6]. Schokolade geht auf das Getränk "Xocoatl" aus der Frucht des Cacahatl vom Baum Cacahaquahuitl zurück und wurde zunächst kalt getrunken. Das Konzil von Trient (1545) hatte die Fastenregeln verschärft, so dass es unklar war, ob Xocoatl in der Fastenzeit erlaubt wäre. Fra Girolamo di San Vincenzo, der Abgesandte der mexikanische Bischöfe, bat Papst Pius V. im Jahr 1569 um eine Entscheidung. Man muss dem Papst einen besonders bitteren und fetten Trank zugemutet haben, denn er entschied: "Potus iste non frangit ieunium – dieser Trank bricht das Fasten nicht". Später hat man die Schokolade heiß und süß getrunken. Im 17. Jahrhundert entbrannte ein Streit bei der nunmehr festen Schokolade (Tafel), der vom Kardinal Francesco Brancaccio 1662 geschlichtet wurde, indem er die Schokolade erlaubte. Die liturgische Farbe Violett wurde allerdings „geflaggt“, denn das Parament war eindeutig violett.

Außerdem war in der evangelischen Gemeinde Dellbrück-Holweide Presbyteriumswahl. Das Ergebnis der Wahl des neuen Presbyteriums am 18. Februar 2024 wurde vom Presbyterium in seiner Sitzung am selben Tag festgestellt; das vorläufige Ergebnis [7] liegt vor und bietet keine wesentlichen Überraschungen. Durch die Möglichkeit der Briefwahl gab es eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als in den Jahren zuvor. Die WählerInnen setzten Schwerpunkte mit weiblichen und jüngeren KandidatInnen. Bei der Sitzung lag übrigens auch keine lila eingewickelte Schokolade aus, dafür aber lag Colorado [8] aus. Da die Wahl für 18 Mitglieder aus 19 Kandidaten erfolgte, ist eine Kandidatin nicht gewählt worden. Manche Wähler wollten eigentlich alle wählen und wußten nicht, wen sie nicht wählen sollten. Die Nichtwahl aber sollte die Kandidatin nicht weiter stören, in der Regel benötigt man jemanden, der nach einer gewissen Zeit nachrückt.



Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (
艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://www.kirchenjahr-evangelisch.de/article.php#1300 und  https://rheumatologe.blogspot.com/2018/02/invocavit.html
[2] Ps. 91,15
[3] 1. Joh 3,8b
[4] https://www.bibleserver.com/LUT/Amos5 Amos 5,21–24
[5] „Violett ist als "Bußfarbe" im Advent und in der Fastenzeit zu sehen, auch an Buß-, Bitt- und Trauertagen.“ https://www.liturgische-konferenz.de/kalender/liturgische_farben.html und https://rheumatologe.blogspot.com/2023/02/altargesteck-am-26022023-invocavit.html  
[6] Hans Conrad Zander:Warum waren die Mönche so dick? Gütersloher Verlagshaus, Güterloh 2009. ISBN: 978-3579068763.
[7] https://evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de/presbyteriumswahl-2024-kandidatinnen-und-kandidaten/ „Vorbehaltlich eventueller Einsprüche gegen das festgestellte Ergebnis wird die Einführung des neuen Presbyteriums am 10.03.2024 um 11:15 Uhr in einem gemeinsamen Gottesdienst in der Pauluskirche erfolgen.“
[8] Wieso eigentlich? Manche Dinge müssen nicht aufgedeckt werden.


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