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Sunday, June 15, 2025

Altargesteck für Trinitatis 15.06.2025

  


Kirche 
Erst wenn die Kirche leer ist
Kann auch sie beten
Ganz still für sich

In letzter Zeit
Beten die leeren Kirchen
Mehr und mehr

Der heutige Sonntag heißt Trinitatis [1]. Es ist das Fest der Dreieinigkeit Gottes – ein Gott in drei Personen –, einer theologischen Idee, die der christlichen Kirche Kritik von anderen Religionen eingebracht hat, für uns selbst schwer verständlich bleibt, aber uns mehr über das Wesen Gottes vermitteln kann. Der Wochenspruch lautet: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.“ [2] Die Trinitatiszeit gilt als die beste Zeit für Gemeindefeste und Geselligkeit; das deckt sich allerdings auch mit der Zeit, die sich witterungsbedingt am besten eignet. Leider konnte ich nach dem Gottesdienst nicht verweilen und verpaßte die Gemeindefeier der Trinitatisgemeinde Schleidener Tal anläßlich des 18. Jahrestages des Bestehens.


Die Trinitatisgemeinde Schleidener Tal ist das Ergebnis von fast 500 Jahren evangelischer Gemeinden in der Gegend. 1542 wurde in der Schloßkirche Schleiden ein evangelischer Gottesdienst gefeiert. Um 1660 kaufte die reformierte Gemeinde von Gemünd das Pfarrhaus, das noch heute steht. Die Kirchengemeinden Gemünd, Hellenthal und Schleiden zusammen mit Kall und Heimbach fusionierten im Jahr 2007. Insgesamt leben hier etwa 4500 Gemeindemitglieder, aber die Zahl verringert sich laufend. der Gottesdienst fand im Gemeindehaus in Schleiden statt, denn die evangelische Kirche in Schleiden ist nach der Flut in Jahr 2021 noch nicht wiederhergestellt. Hat mich das gestört?

Ich hole einmal weiter aus. Ich bin in Köln-Buchforst aufgewachsen. Damals gab es noch eine katholische und ein evangelische Volksschule, die beieinanderlagen, aber es gab in Buchforst keine evangelische Kirche, sondern nur eine katholische Kirche. Der Gottesdienst fand in der Aula der evangelischen Volksschule statt und manchmal im angrenzenden Mülheim (Andreae Haus), weshalb ich von Kindheit an gewohnt bin, daß Gottesdienste nicht ausschließlich in einer Kirche stattfinden müssen. Ich gehörte dann zum ersten Jahrgang, der in der Auferstehungskirche konfirmiert wurde. Aber seit 2005 ist daraus die Kulturkirche Ost geworden. Gottesdienste gibt es noch gelegentlich [3]. 

Mittlerweile sucht man nach neuen Formaten für Gottesdienst und da sind bereits viele gefunden worden. Eine weitere Idee ist es, Orte außerhalb der Gotteshäuser aufzusuchen, um Gottesdienst zu feiern. Zum Beispiel unter freiem Himmel. Die ersten Altäre der Bibel standen unter freiem Himmel. der Boden um den brennenden Dornbusch war heilig. Dann kann die Stiftshütte (Zelt) und erst sehr viel später der Tempel in Jerusalem. Der Fels, auf den der Christus seine Kirche bauen wollte, hieß Petrus. Man kann auch andere Stellen anfügen, daß die Menschen und nicht Gebäude in erster Linie mit Kirche gemeint sind. „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“ „Wo zwei oder drei versammelt sind“. In Zukunft wird das wer entscheidender sein als das wo. Die Corona Pandemie hat als neue Form den Youtube-Gottesdienst oder die Übertragung hervorgebracht [4].

Anders als in dem Gedicht oben beschrieben, war der Gemeindesaal Am Hähnchen aktuell nicht leer sonder proppenvoll. Das tut dem Gesang gut, denn wer bei „Geh aus mein Herz und suche Freud“ [5] nicht mitsingt, der ist wirklich zu bedauern. Interessant fand ich, daß auf dem Liedblatt die Texte aber kaum Noten abgedruckt waren. Zurück zu den Ursprüngen! In den früheren Gesangbüchern wurden auch keine Noten abgedruckt.


Die Lesung aus dem Alten Testament steht beim Propheten Jesaja und beschreibt Jesajas Berufung zum Propheten [6]. Hier und nur an dieser Stelle ist von den Seraphim die Rede. Die geflügelten Engel haben ihren Ursprung in ihnen und den Cherubim, die an mehreren Stellen benannt sind, insbesondere werden sie in Bezug auf die Bundeslade geflügelt beschrieben [7]. In der Lesung heißt es weiter: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!“ Jesaja berichtet von einer Vision und die Stelle endet: „Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich!“ Da ist Jesaja anders als Moses oder Jeremia, die erst einmal versuchen, ob sie die Aufgabe nicht annehmen müssen, oder Jona, der versucht zu fliehen.

Der Predigtext ist das Ende des zweiten Korintherbriefes, in der es heißt: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ [8] Die Stelle beginnt mit: „Brüder und Schwestern, freut euch  ...“, und ich bin mir sicher, daß dies nach dem Gottesdienst der Fall war.

Trinitatis hat noch die liturgische Farbe Weiß, danach folgt die Zeit mit viel Grün, aber das wird Thema in der nächsten Woche sein. Das Gesteck ist ein gut gemischter Strauß Blumen, der sich harmonisch zum Hintergrund verhält, dem Grün der Natur einerseits und dem Vorhang andererseits. Ich mag außerdem die Akzente, die von den blauen Blüten gesetzt werden.




Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:

[1] https://kirchenjahr-evangelisch.de/trinitatis/ 
[2] 2. Kor 13,13 Das ist auch Teil des Predigttextes https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/2CO.13 2. Kor 13,11–13 
[3] https://rheumatologe.blogspot.com/2012/12/auferstehungskirche-koln-buchforst.html und https://rheumatologe.blogspot.com/2018/05/ausstellungseroffnung-zerbrechlich.html sowie https://rheumatologe.blogspot.com/2023/05/altargesteck-am-23052023-kafka-in-der.html 
[4] https://www.youtube.com/@Eivelkirche 
[5] Geh aus, mein Herz, und suche Freud von Paul Gerhardt (1607–1676). Oder: Geh aus, mein Herz, Krimi von Åke Edwardson, den manche schwach fanden – ich nicht. 
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ISA.6 Jes 6,1–8(9–13)   
[7] 2. Mose 25,18
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/2CO.13 2. Kor 13,11–13 

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Wednesday, May 24, 2023

Altargesteck am 23.05.2023 – Kafka in der Kirche

 



Vertraut den neuen Wegen war auch ein Lied des Gottesdienstes in der Auferstehungskirche / Kulturkirche Ost in Köln-Buchforst. Der neue Weg war ein experimenteller Literaturgottesdienst, der von Prädikantin Christine Winterhoff und Prädikant Hartmut Rößler initiiert und geleitet wurde. Er ging der Frage nach, an welchen Zielen wir uns ausrichten. Zugrunde lag die Parabel Vor dem Gesetz von Franz Kafka. Diese erzählt von einem Menschen, der ein einer glanzvollen Sehnsucht folgt, aber nicht weiterkommt.

Die Auferstehungskirche in Köln-Buchforst ist ein 1968 ein geweihter, evangelischer Kirchenbau, in dem ich konfirmiert 1968 wurde. Die Kirche wurde 1992 unter Einbeziehung der Hofbepflasterung unter Denkmalschutz gestellt und ist mittlerweile in der Trägerschaft Wohnungsbaugesellschaft GAG Immobilien, die den Standortes durch kulturelle Veranstaltungen fördern will [1]. Die Kirche haben wir in Buchforst gerne mit einem sinkenden Schiff verglichen, denn so kann man sie von außen sehen, innen aber strebt die Architektur von Georg Rasch und Winfried Wolsky einem Ziel zu und mittags bei Sonnenschein kann man eine Himmelsleiter sehen. Von diesem Effekt des Lichtes von oben lebt auch die viel später entstandene Bruder-Klaus-Kapelle bei Mechernich-Wachendorf, die vom Architekten Peter Zumthor entworfen wurde [2]. In eine Kulturkirche paßt sich ein experimenteller Literaturgottesdienst hervorragend ein.




Vor dem Gesetz [3], Türhüterparabel genannt, ist ein Text Franz Kafkas, der zunächst einzeln (1915) veröffentlicht worden ist, aber aus dem Roman Der Process stammt. Die Romane Der Process, Das Schloss und Der Verschollene (Amerika) sind alle Fragmente, die erst posthum veröffentlicht worden sind. Die kurze Parabel zeigt den Mann vom Lande, wie er Einlaß begehrt, nicht am Türhüter vorbeikommt, und damit lebenslang abfindet. Erst zum Ende seines Lebens fragt er, warum kein anderer Einlaß begehrt habe und der Türhüter sagt ihm, daß diese Pforte nur für den Mann vom Lande bestimmt gewesen war. Das, was hinter der Tür liegt, wird als Glanz beschrieben und kann als Labyrinth oder auch als Raum für Möglichkeiten gedeutet werden. Aber schon befinden wir uns in einem eigenen Labyrinth von Interpretationen. Die Surrogat-Handlungen (Bestechungsversuche) sollen nur die eigene Passivität überdecken, aber auch die Furcht vor dem ersten Schritt. Ist es wirklich ein Wagnis, gegen den Rat des Türhüters über die Schwelle zu treten? So sehr der Mann vom Lande sich auch danach sehnt, traut sich dennoch nicht, diesen Schritt zu gehen.

Wir sangen das Lied Da wohnt ein Sehnen tief in uns [4]. Ich hatte das Lied vor einigen Jahren schon einmal kurz erwähnt [5] und singe es zugegebenerweise gerne, auch auf Deutsch. Aber da wohnt ein Fragen tief in mir, ob man es nicht hätte anders übersetzen sollen. Sicherlich kann in uns ein Sehnen danach sein, Gott zu sehen, aber wir können es ja nicht – so wie der Mann vom Lande nicht über die Türschwelle kommt – und im  Original stehen anstatt „o Gott, nach dir, dich zu sehn, die nah zu sein“ die Worte „o Lord, for you to reveal yourself to us“; to reveal bedeutet aber offenbaren und das ist unvergleichlich besser. Ein Offenbarung, was das Gesetz darstellt, gibt die Parabel Kafkas nicht.

Als Gedanke kommt mir noch: dualistische oder lineare Deutungsversuche sind zum Scheitern verurteilt. Vielleicht hat Franz Kafka einen Text  geschrieben, der in einer anderen Kultur als Zen-Koan verstanden würde.

Das Altargesteck gehört zum Gottesdienst, aber es konnte nicht zur Interpretation der Parabel beitragen. Die Blumen standen jedoch versöhnlich und hoffnungsvoll auf dem Altar.





Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Auferstehungskirche_(K%C3%B6ln-Buchforst) Die Bepflasterung (die Fußboden der Kirche ist ebenso gestaltet) steht unter Denkmalschutz. In den 1960iger Jahren war Barrierefreiheit noch kein Thema. Sie ist später von außen mit einer Schutzfarbe überzogen worden – mein Vater (Dipl.-Ing. Gerhard Kirsch) hielt das auch für dringend geboten, um den Beton vor Verwitterung zu schützen.
[2] Die dem heiligen Nikolaus von Flüe, genannt Bruder Klaus, gewidmete Feldkapelle ist eine privat gestiftete und erbaute Kapelle. https://www.feldkapelle.de/  
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Vor_dem_Gesetz und der Text selbst:
https://de.wikisource.org/wiki/Vor_dem_Gesetz  
[4] Da wohnt ein Sehnen tief in uns (Eugen Eckert, 1999) nach There is a longing (Mary Anne Quigley, 1992). Lied 209 in: Das Liederbuch. Lieder zwischen Himmel und Erde. Strube-Verlag, München 2023 (16. Auflage). ISBN: 978-3-926512-80-2.
[5] https://rheumatologe.blogspot.com/2017/05/sammelsurium-148-22052017.html


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Sunday, January 23, 2022

Altargesteck am 23.01.2022 – 3. Sonntag nach Epiphanias

 



Eigentlich sollte heute ein ökumenischer Gottesdienst mit einem Treffen im Anschluß stattfinden, aber Omikron bzw. die Pandemie machten eine Verschiebung des Zeitpunkts notwendig. Die Bibel wurde in knapp 2.500 Sprachen übersetzt [1], so daß die christliche Botschaft die Ökumene, also den gesamten Erdkreis [2], umfaßt. Der Wochenspruch lautet: "Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes." [3]

Wir haben uns heute mit der Frage nach Heimat beschäftigt. Ist Heimat so etwas wir das Paradies? Adam und Eva mußten es verlassen. Oder ist Shangri-La nur eine Umschreibung für Heimat [4]? Lot und seine Familie mußten Sodom verlassen, denn eine Katastrophe bahnte sich an. Ich mußte gerade an Tonga denken, das gerade von einer existentiellen Naturkatastrophe heimgesucht wurde [5]. Dabei geht es um den Verlust von Heimat.

Die Formation wird als Lots Frau bezeichnet

Kommen wir zu Lot und Sodom zurück: „Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorra und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war. Und Lots Frau sah hinter sich und ward zur Salzsäule.“ [6] In diesem Fall ist die Heimat für immer verloren und man muss anderswo Wurzeln schlagen. Deshalb ist der Blick zurück auch so schädlich.

Das Tote Meer unterhalb des Felsens

Über diese Wurzeln sang Gloria Estefan: „La tierra donde naciste / No la puedes olvidar / Porque tiene tus raíces /  Y lo que dejas atrás“ [7]. Gloria Estefan stammt aus Havanna, aber ob sie noch eigene Erinnerungen hat, ist fraglich. Die Familie hatte neue Wurzeln in Miami geschlagen.

Heimat hat mehr mit dem Ort unserer Vernetzungen, Beziehungen, Sprache oder Kultur als mit dem Geburtsort zu tun. Und wenn es paßt, kommen die Privatgeschichten, das Erinnern an gemeinsame Erlebnisse dazu. Dann allerdings müssen wir uns auch wieder einmal umdrehen.

Ich war heute in Buchforst, dem Vorort von Köln, in dem ich aufgewachsen bin. Ich war in der Bank und traf einen Freund, den ich schon sehr, sehr lange kenne. Trude Herr stammte aus Buchforst und erwähnte das Quietschen und Krachen vom Rangierbahnhof Köln-Nord [8]. Man hört das nach einer Weile nicht mehr, aber wenn man hinhört, dann ist es das Geräusch der Heimat. Das habe ich immer gemacht, wenn ich längere Zeit von Buchforst entfernt war.

Die Auferstehungskirche in Buchforst zur blauen Stunde

So viel anders als letzte Woche sieht das Altargesteck nicht aus. Weiß ist immer noch die liturgische Farbe.


Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).


Links und Anmerkungen:
[1] https://www.kirchenjahr-evangelisch.de/article.php#1021  
[2] „(von Ökumene, griech. oikoumene, „Erdkreis, die ganze bewohnte Erde“)” https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kumenische_Bewegung
[3] https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU17/LUK.13/Lukas-13 Lk 13,29
[4] https://rheumatologe.blogspot.com/2021/11/morgen-in-diefenbach-shangri-la.html Insbesondere der Hinweis auf den Song der Kinks.
[5] Der Ausbruch des Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai im Meer von Tonga
https://rheumatologe.blogspot.com/2022/01/tonga-from-my-old-travelogue.html
[6] https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU17/GEN.19/1.-Mose-19  Der Untergang von Sodom und Gomorra. Lots Errettung, insbesondere 1. Mose 19,24-26
[7] „Das Land, in dem du geboren wurdest, / Du kannst es nicht vergessen, / Denn es hält deine Wurzeln / Und was du zurück gelassen hast“. Aus dem Song Mi Tierra, das man in Kuba (früher?) nicht singen durfte.
[8] „Einfach war ihr Start ins Leben nicht, am 4. Mai vor 80 Jahren, als sie im Kölner Arbeiterviertel Buchforst geboren wurde, eine kölsche Proletarierin.“  https://www.deutschlandfunkkultur.de/koelsche-proletarierin-mit-ambitionen-102.html Leider weiß ich nicht mehr, wann und wo Trude Herr das über Buchforst gesagt hat.

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Friday, May 11, 2018

Ausstellungseröffnung “Zerbrechlich – Verletzlich” in der Kulturkirche Ost in Köln-Buchforst





Ich hatte hier bereits früher über die Kulturkirche in Köln-Buchforst berichtet [1]. Jetzt startet bald eine interessante Ausstellung unter dem Titel: “Zerbrechlich – Verletzlich” / “Europäische und zeitgenössische Bilder- und Skulpturenwelt.” Giancarlino Benedetti Corcos [2] aus Italien und Evangelos Papadopoulos [3] aus Griechenland stellen aus; ich meine, dass die Herkunftsländer aus den Namen schon erkennbar sind. Die Vernissage (sagt man das eigentlich bei Skulpturen?) beginnt am 16. Mai 2018 um 19:00 Uhr.
Die Ausstellung wird bis zum 10. Juni 2018 andauern; geöffnet ist mittwochs bis samstags von 17:00 Uhr bis 20:00 Uhr, aber man kann auch andere Zeiten unter Telefon 0162-233-67-010 vereinbaren.
Im Anschluss an die Vernissage findet noch ein Benefiz-Konzert des Großen Chores des Vereins “Fründe vun der Akademie för uns kölsche Sproch e.V.” statt – Beginn 20:30 Uhr.

Die Kulturkirche Ost liegt in der Kopernikusstraße und ist in Buchforst ausgeschildert.



Links:

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Monday, March 19, 2018

Allegorie eines sinkenden Schiffes





Heinrich Fischer veröffentlichte gerade zu den geistlichen Liedern in Arno Schmidts Zettel’s Traum [1]. Mir fiel auf, dass sich sehr viele Textfunde auf evangelische Lieder bezogen. Sollte der Atheist sich für die Küsterstelle in Lilienthal vorbereitet haben? Eher nicht.
Die Allegorie eines sinkenden Schiffes erinnert mich an die Kulturkirche in Köln Buchforst. Ihr Name ist Auferstehungskirche [2]. Die Kirche wurde 1968 eingeweiht, rechtzeitig zu meiner Konfirmation, die sonst in der evangelischen Volksschule stattgefunden hätte. Die evangelische Gemeinde hat die Kirche einer anderen Nutzung zugeführt, aber er finden dort auch noch Gottesdienste statt [3].

 Vielleicht geht das Schiff doch nicht unter - 
immerhin meint man, eine BugWelle zu sehen


Links und Literaturangaben:
[1] Heinrich Fischer: »›näher Mein Gott tsu Dear‹« »Zettel’s Traum« – Allegorie eines sinkenden Schiffes? Zu den geistlichen Liedern in Arno Schmidts erstem Typoskriptroman. Bargfelder Bote Lfg. 420-421

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Wednesday, December 26, 2012

Auferstehungskirche (Köln-Buchforst)



Am heiligen Abend hatte meine Mutter die Idee, mit Gatten und Söhnen in die Kirche zu gehen. Nun das haben wir getan und gerade noch einen Platz bekommen.



Pfarrer Licht erkannte zumindest meinen jüngsten Bruder, da er ihn konfirmiert hatte. Wir beiden, älteren Brüder gingen noch bei seinem Vorgänger zur Konfirmation.







Die Auferstehungskirche wurde im März 1968 eingeweiht und kurz darauf wurde ich konfirmiert. Vorbei waren die Jahre mit Gottesdiensten in der evangelischen Volksschule in Köln-Buchforst oder im Andreae-Haus in Köln-Mülheim. Die Kirche stellt ein untergehendes Schiff dar – alles andere ist geschummelt. 1992 stellte man die Kirche unter Denkmalschutz. Dennoch wurde sie 2005 als regelmäßiger Ort für Gottesdienste aufgegeben, aber wird im Rahmen eines Modellprojektes weiter genutzt. Wer sich für solche und weitere Einzelheiten interessiert, der schaue hier nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Auferstehungskirche_%28K%C3%B6ln-Buchforst%29.


Warum wurde die Kirche aufgegeben. Nun, von den Alten leben nicht mehr viele, die mittlere Generation ist fortgezogen, die neue Generation hat es teilweise nicht so mit der Kirche und andererseits stehen auf den Mülltonnen die Bezeichnungen neben Deutsch noch in Türkisch und Russisch (Restmüll, Kunststoffe, Papier/Pappe - Çöp, Plastik, Kağıt/Karton - Мусор, Пластмасса, бумага/Картон).

Wenn man spät kommt, sitzt man vorne, aber mir war früher die Kirche nicht so klein vorgekommen, aber durch die dreieckige Grundfläche wird es zum Altar hin eng. Das Innere ist roh, man kann die Verschalung vom Beton sehen. Außen ist die Kirche nun gestrichen worden, was einen meiner Brüder sehr aufgebracht hatte, allerdings meinte mein Vater (damals Mitglied des Bauausschusses, Dipl.-Ing.), dass der Beton nicht sehr gut war und sonst die Witterung ihm zu sehr zusetzen würde. Bei der Zumthor Kapelle in Wachendorf (Eifel) kann man innen auch die Verschalung erkennen, dort wurde ein Witterungsschutz durch Russ geschaffen: http://www.revierkucker.de/index.php?option=com_content&view=article&id=93&Itemid=98.




Und mir fiel auf, wie doch Verknappung die Nachfrage anheizt. So voll war die Auferstehungskirche zu den besten Zeiten nicht gewesen.

Juli 2014:
Die GAG bewirbt die Kulturkirche u.a. mit diesen Worten:

"... seit der Wiedereröffnung im Oktober 2012 auch als kulturellen Treffpunkt mit abwechslungsreichen Veranstaltungen etabliert. Ein Treffpunkt, der mittlerweile über die Grenzen des Stadtteils hinaus Beachtung findet: Die Kulturkirche Buchforst – ein Leuchtturm mit Strahlkraft im Kulturquartier Buchforst."

Unter dem Link findet sich auch der Terminkalender: http://www.gag-koeln.de/wir-fur-koln/kulturkirche/ 







Ich gebe zu, dass ich nicht in der Ausstellung war. 

Aber es gibt einen Katalog zur Ausstellung für 8 €.

Ausstellungsdauer: 07.07. - 18.07.2014



Hier sieht man den Glockenstuhl.


... und so wird vor der Kulturkirche geworben


18.08.2014:
Und hier ist noch mehr sehen:



08.09.2014:
Und eine weitere Ankündigung. Übrigens findet der Gottesdienst, leider nicht wöchentlich, auch dort statt. Da kann man sich die Ausstellung auch ansehen.


17.09.2014:
Und wieder habe ich einen Hinweis auf eine Ausstellung gefunden, als ich durch das abendliche Buchforst schlenderte.



Marit Mertin und Ursula Radermacher haben abgelegte Kleidungsstücke und Geschichten in Buchforst gesammelt. Am 21.09. können Interessierte noch mitwirken (15:00 bis 18:00 Uhr). Die Vernissage findet am 26.09. ab 19:00 Uhr statt. Danach kann man sich das fertige Raumbild mit Kleidern und Texten bis zum 01.10. täglich von 17:00 bis 20:00 Uhr ansehen. Link: 
http://muelheim2020.de/ru/kontrast/termine/single-view/artikel/kleider-geschichten-buchforst.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=291&cHash=44321256bd469ae2236599c84da6f9f3


05.06.2015:
Hier sind noch ein paar neue Bilder und das Programm.






27.06.2015
Auch aktuell tut sich wieder etwas in der Kulturkirche/Auferstehungskirche in Köln-Buchforst.



Diese Hommage à Heinrich Böll kommt nicht von ungefähr, denn der Nobelpreisträger ist am 16.07.1985 gestorben. Ich nehme an, dass am 16. Juli die Kirche ziemlich voll sein wird, insbesondere da Elke Heidenreich liest.