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Saturday, June 27, 2026

Die Hitze und das Ankern zur Nacht bei der Ahornbrücke - With an English translation below


Es war heiß -: heiß, heiß, heiß. Und zwar ging es rauf bis 41° C, jedenfalls auf meinem Thermometer, das im Schatten platziert ist. Und ich habe einen Fächer hervorgesucht. Dann schaute ich auf den Fächer und fand darauf ein Gedicht aus der Tang-Zeit und zwar ein sehr bekanntes, das ich vor etwa fünf Jahren hier auf dem Blog in Übersetzung und im Original vorgestellt hatte [1]. Und dann schaute ich mir noch einen zweiten Fächer an und auch auf dem zweiten Fächer war dieses Gedicht von jemand anderem ebenso mit dem Pinsel geschrieben. Es handelt sich also um zwei Unikate, nicht um Drucke. Auch die Bilder sind Originale. Die Bilder davon stelle ich ebenfalls hier ins Netz. Dazu habe ich das Rollbild in meiner Kölner Wohnung extra noch einmal abfotografiert; das Original von diesem Bild kann man sich auf Wikipedia ansehen [2]. Das hat ein Gelehrter der Qing-Dynastie (
清代) mit Namen Yu Yue (俞樾) geschrieben. Die Stele steht im Han Shan Tempel (寒山寺) in Suzhou (蘇州). Dieser Tempel stammt aus der Liang Dynastie, also 502-519 n. Chr. Das wichtigste Merkmal dieses Tempels ist eigentlich das Gedicht von Zhang Ji, das ich jetzt noch einmal zeigen werde. Hanshan (寒山) heißt kalter Berg und Hanshan ist natürlich auch eine Persönlichkeit und zwar der Zenmönch Hanshan [3]. Aber ob es sich wirklich um eine historische Persönlichkeit des 7. oder 8. Jahrhunderts gehandelt hat, bleibt fraglich. Mir ist er als erstmals während meines Studiums in Taiwan begegnet, also in den 1970er Jahren, und zwar in einem Nachdruck der Übersetzung der Hanshan Gedichte von Gary Snyder. Diese Übersetzung war auch ausschlaggebend für die Beat Generation (z.B. Jack Kerouac oder Allen Ginsberg). Dieser Hanshan hat direkt mit dem Tempel nichts zu tun, es handelt sich um eine Namensgleichheit, die aber zu Assoziationen verleitet.

Aber nun zum Gedicht:
楓橋夜泊
張繼
月落烏啼霜滿天
江楓漁火對愁眠
姑蘇城外寒山寺
夜半鐘聲到客船

Ankern zur Nacht bei der Ahornbrücke
von Zhang Ji
Der Mond geht unter, Krähen krächzen und der Himmel ist voll von Frost
Dahindämmernd blicke ich auf Fluss und Ahornbäume im Schein der Angelfeuer
Aus dem Hanshan-Tempel außerhalb von Suzhou
Klingt die Mitternachtsglocke herüber zum Passagierboot 

Nur dieses Gedichte von Zhang Ji wurde in die Anthologie 300 Gedichte der Tang-Zeit (
唐詩三百首) aufgenommen. Sun Zhu (孫洙), ein Gelehrter zur Zeit der Qing-Dynastie, hatte diese im Jahr 1763 kompiliert. Insgesamt 48 Gedichte von Zhang Ji finden sich in der riesigen Kompilation Komplette Tang-Gedichte (全唐詩) aus dem Jahr 1705. Diese Kompilation geht wie das bekannte Wörterbuch (康熙字典) auf den Kaiser Kangxi (康熙帝) zurück, der von 1654 bis 1722 lebte. 

Über Zhang Ji (
張繼) ist nicht viel bekannt, sein Geburtsjahr ist unklar, vielleicht 712-715, 753 hat er die Prüfung zum Jinshi (進士) bestanden und 779 ist er verstorben [4]. Das Gedicht Ankern zur Nacht bei der Ahornbrücke (楓橋夜泊) ist sein bekanntestes Gedicht.




Links und Anmerkungen:
[1] FreitagsGedichte / #KurzLyrik 01.01.2021 
https://rheumatologe.blogspot.com/2021/01/freitagsgedichte-kurzlyrik-01012021.html 
[2] Es handelt sich um eine Stele.
寒山寺楓橋夜泊詩碑 
https://zh.wikipedia.org/zh-cn/File:%E4%BF%9E%E6%A8%BE%E6%A5%93%E6%A9%8B%E5%A4%9C%E6%B3%8A%E8%A9%A9%E7%A2%91.jpg 
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Han-Shan  
https://zh.wikipedia.org/wiki/%E5%AF%92%E5%B1%B1 
[4] https://en.wikipedia.org/wiki/Zhang_Ji_(poet_from_Hubei) 
https://zh.wikipedia.org/wiki/%E5%BC%B5%E7%B9%BC_(%E5%94%90%E6%9C%9D) 



The Heat and A Night Mooring near Maple Bridge

It was hot—hot, hot, hot. Temperatures climbed as high as 41°C—at least on my thermometer, which is placed in the shade. I dug out a fan. Looking at it, I found a poem from the Tang Dynasty—a very famous one, in fact—which I had posted here on the blog about five years ago, featuring both the translation and the original text [1]. Then I examined a second fan, and found the same poem on that one too, written by someone else with a brush; these are unique pieces, not prints. The images on them are originals as well. I am posting photos of them here. For this purpose, I took a new photograph of the hanging scroll in my Cologne apartment; the original of this image can be viewed on Wikipedia [2]. The calligraphy was executed by a Qing Dynasty (
清代) scholar named Yu Yue (俞樾). The stele stands in the Hanshan Temple (寒山寺) in Suzhou (蘇州). This temple dates back to the Liang Dynasty—specifically, 502–519 AD. The temple's most significant feature is arguably the poem by Zhang Ji, which I am showing here once again. Hanshan (寒山) means "Cold Mountain," but Hanshan is also the name of a historical figure—the Zen monk Hanshan [3]. However, whether he was truly a historical figure from the 7th or 8th century remains open to discussion. I first encountered him during my studies in Taiwan in the 1970s, specifically in a reprint of Gary Snyder’s translation of the Hanshan poems. That translation was also of pivotal influence on the Beat Generation (e.g., Jack Kerouac or Allen Ginsberg). This Hanshan has no direct connection to the temple; it is merely a case of the same name, though it naturally invites associations. 

But now, to the poem:
楓橋夜泊
張繼
月落烏啼霜滿天
江楓漁火對愁眠
姑蘇城外寒山寺
夜半鐘聲到客船
A Night Mooring at Maple Bridge
Zhang Ji
The moon sets, crows cry, and the sky is filled with frost
Drowsily, I gaze at the river and maple trees in the glow of fishing fires
From the Hanshan Temple outside Suzhou
The sound of the midnight bell drifts over to the passenger boat

This is the only poem by him included in the anthology Three Hundred Tang Poems (
唐詩三百首). Sun Zhu (孫洙), a Qing Dynasty scholar, compiled this collection in 1763. A total of 48 poems by Zhang Ji appear in the massive compilation Complete Tang Poems (全唐詩) from 1705. Like the famous Kangxi Dictionary (康熙字典), this compilation was commissioned by the Kangxi Emperor (康熙帝), who lived from 1654 to 1722.

Not much is known about Zhang Ji (
張繼); his birth year is uncertain—possibly between 712 and 715. He passed the Jinshi (進士) examination in 753 and died in 779 [4]. The poem A Night Mooring at Maple Bridge (楓橋夜泊) is his most famous work.




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Thursday, January 29, 2026

Sammelsurium (300) 29.01.2026

 


Mit dem Mond kann ich nicht
in Einklang kommen.
Im Rachen der Raben
färben die Rosen sich schwarz.
Wolfgang Bächler [1]

RückSchau
726 n. Chr. [2]

Der byzantinische Kaiser Leo III. [2a] verbietet religiösen BilderDienst. Papst Gregor II. [2b] bekämpft das BilderVerbot. Interessant an diesem Streit ist noch, daß Quellen ausschließlich von den BilderVerehrern überLiefert worden sind.

Babylon
Da war einer durchs Dorf gekommen, der sprach von der großen Stadt. Babylon nannte er sie, aber so hieß doch keine Stadt. Bornhausen, Stolzenbach, … aber Babylon? Vielleicht liegt sie hinter den Bergen, aber die selbst lagen verSchwommen im Nebel.  

Bambalapitiya 
Soll ich versuchen, Bambalapitiya [3] nochmals zu besuchen, das Restaurant Chopsticks mit der stöhnenden Klimaanlage? Oder das Café suchen, in dem sich der DeckenVentilator träge drehte. Ich war verschwitzt und werde wieder schwitzen. Die Luft war voll Zimt. Und Kerosin, jedenfalls am Bandaranaike FlugHafen.

Dimensionen
Immer wieder befragten sie ihn, bis er ihnen eröffnete, daß er die dreidimensionale Manifestation einer fünfdimensionalen Person sei.

Flache Erde 
Die Grenzen der flachen Erde bestünden aus Eis, höre ich sagen. Das ich nicht lache! Dahinten am Ende der Welt ist sie mit Brettern vernagelt. 
P.S. Am Ende des Lebens ist die Welt ebenso mit Brettern vernagelt.

Platten 
Sprechen wir von TonTrägern, die auf FlohMärkten angeboten werden, oder einem kaputten Reifen?  

Auf Kipp
Ich habe Fenster, die kann man auf Kipp stellen, aber das mache ich selbstVerständlich nicht. 

„da, da, da“
„da, da, da“ stammt aus dem Gedicht mit dem Anfang „Es ist alles anders“ von Paul Celan (Die Niemandsrose) [4] und nicht von der Gruppe Trio [5], auch wenn wir das im Kopf hatten, als der Radiologe in der Vorlesung etwas zweigte und es kommentierte mit:„da, da, da“ und nicht verstand, warum alle lachten.

Das aschFahle Licht 
Das aschFahle Licht des jungen Mondes schleicht über mir umher. IrgendWie wirkt der Mond dadurch elliptisch; was er schließlich auch ist (Ellipsoid), aber nicht in diesem Ausmaß. Eine merkwürdige SinnesTäuschung, denn die Sichel wirkt, als wäre sie einem aschFahlen VollMond angeklebt worden.

In einem Traum unterwegs

Ich bin in einer Gruppe unterwegs. Wir stehen irgendWo und betrachten etwas. Dann sagt jemand etwas, das Astrologie und Medizin zusammenbringt. Ich sage, daß der wissenschaftliche Diskurs frei von Geschwurbel bleiben muß. Schweigen. Wir gehen weiter. IrgendWo sind Grabmäler, die man betreten kann, aber sie sind geschlossen. Gleich daneben sind sehr enge FerienWohnungen. Wir kommen an einem Kiosk vorbei, an dem manche etwas kaufen. Wir kommen zu einem Eingang (Museum) und der Astrologie-Jünger (er hat eng zusammenStehende Augen) stellt sich ganz nah vor eine BacksteinWand und schaut sie an, während ich hinter ihm vorbeiGehe. Dunkel.

Noch ein dunkler Traum
Dunkle Atmosphäre wie bei einem UnWetter. Ich sehe eine Mauer mit einem ErdWall rechts, ganz in Violett, aber bei dem ErdWall fließen große WasserMassen und das ErdReich ist braun. Ich will ein Video drehen und es kommen laufend Blitze aus meiner Kamera. Zunächst dachte ich an ein Gewitter. Der WeinKeller in der Mauer von jemandem ist vollGelaufen, aber der Schaden ist nicht groß. Das Wasser kam aus einem Rohr, das dann von Jemandem geSchlossen wurde. Ich wollte bei DemJenigen eigentlich mitfahren, mache es dann aber doch nicht. Ich komme an einer Kirche vorbei, das Licht ist jetzt hell. Jemand kommt aus der Kirche gestürzt. Danach erklingt OrgelMusik. Dunkel.


Scherben [Shards]
Deutung und Täuschung liegen nicht nur laulich eng beisammen. 
Die eleusischen Prophezeiungen
Urin – Uran – UrAhn – Uhren – Ohren – Iren -: IrrSinn
Sonate – Monate 





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Wolfgang Bächler [1a]: Weiße Nacht. In: Akzente. Zeitschrift für Dichtung. Herausgegeben von Walter Höllerer und Hans Bender. 4. Jahrgang 1956. Carl Hanser Verlag, München 1954-1973. Nachdruck Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975. S. 458.
[1a] Wolfgang Bächler (1925-2007 war ein deutscher Lyriker und Prosaschriftsteller. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_B%C3%A4chler
[2] Werner Stein: Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Kulturgeschichte. Von Anbeginn bis heute. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin und Darmstadt 1946/1957. S. 362/363. 
[2a] Leo III. (geb. um 680. gest. 741) war von 717 bis 741 byzantinischer Kaiser.
https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_III._(Byzanz)  
[2b] Von Gregor II.  gibt es keine Daten zur Geburt, er war Papst von 715 bis 731. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_II._(Papst) 
[3] Bambalapitiya (Singhalesisch: බම්බලපිටිය, Tamil: பம்பலப்பிட்டி) ist ein VorOrt von Colombo.
https://en.wikipedia.org/wiki/Bambalapitiya 
[4] Paul Celan: Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe, suhrkamp taschenbuch 3665. 
Suhrkamp, Frankfurt am Main 2012. ISBN: 9783518456651. S. 162/163, Zeile 60. 
[5] Trio ist der Name einer Band aus Norddeutschland, die Anfang der 1980er Jahre im Zuge der Neuen Deutschen Welle durch musikalischen Minimalismus bekannt wurde. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Trio_(Band)




Monday, June 16, 2025

Eröffnungskonzert „Spannungen“ im Kraftwerk Heimbach (Eifel)


Ich hab zwar koa Ahnung, was Musik ist,
denn ich bin beruflich Pharmazeut –
aber ich weiß sehr gut, was Kritik ist:
Je schlechter, desto mehr freun sich die Leut‘!
Georg Kreisler [1]


Gestern ( 15.06.2025) war es soweit, das Eröffnungskonzert von „Spannungen“ fand im Urftkraftwerk Heimbach (Eifel) statt. Mehr zufällig war ich anwesend. Ich fand heraus, daß man über den Großen Kermeter (sehr schöne Waldstrecke) aus Richtung Gemünd nach Heimbach fahren konnte, da die Strecke über Mariawald gesperrt war. Auf den Parkplatz wurde man wie auf einer Fähre eingewiesen; herzlichen Dank an dieser Stelle den Organisatoren, denn wer je das Parkhaus der Kölner Philharmonie benutzen mußte, weiß solch eine professionelle Einweisung zu schätzen, insbesondere bei der Abfahrt. Der Großteil der Autos hat Kennzeichen mit AC, DN und BM.


Das Kraftwerk ist bereits sehenswert, da es sich um ein gut erhaltenes Jugendstil-Gebäude handelt [2]. Man kann die alten Steuerungs-Paneele noch bewundern. Das Kammermusik-Festival „Spannungen“ wurde 1998 von Lars Vogt [3] gegründet. Er leitete das Festival bis 2022 [4]. Die Atmosphäre Kraftwerk erinnerte mich an die Brücke auf einem Schiff. Und sofort war ich auf der Titanic - im letzten Konzert wohlgemerkt. Das diesjährige Motto lautet: Das Echo der Zeit.

Wahrscheinlich war ich der einzige, der sich nicht auf das Konzert vorbereitet hatte. Die Musiker, die Moderatorin (Maja Ellmenreich), das Organisationsteam, der Ton und insbesondere das Publikum -: alle hatten sich vorbereitet, nur ich nicht. Wahrscheinlich eigne ich mich deshalb am besten über dieses Konzert zu schreiben. Ich meine, ich komme dem Kritikerideal von Georg Kreisler als Arzt doch sehr nah heran. Es gibt einen humoristischen Text zu Kritikern von Kurt Schwitters, der mich einmal im Lesesaal der Kölner Universitätsbibliothek (UB) fast um den Verstand gebracht hattee, denn ich wollte nicht laut loslachen, hielt die Luft an und prustete dann los [5].

Ich kam nicht umhin, die Zuschauer genauer zu betrachten -: man trifft sich, ist jovial, viel welkes Fleisch, Kurkonzert, Zombies, DAS Event, Rentner-Dasein, „ich bin Künstler:in“ oder war es „ich bin Medienschaffende:r?  Verzogene oder gebeugte Gestalten, Osteoporose, Gibbus, steifer Gang („Wir sind die Roboter“), ein Hörgerät piepst, fragile alte Damen, schweres Parfüm, bei dem die Obernote fehlt. Genug der bösen Worte! Das ist der äußere Eindruck. Das Innere ist ganz anders, denn es schön und unterstützenswert, wenn sich ältere Menschen zu kulturellen Veranstaltungen begeben.

Und dann wurde musiziert. Es war schön. Kommen doch auch Sie im nächsten Jahr, denn aktuell wird es kaum noch Karten geben, aber geben Sie den Versuch nicht vorschnell auf. Apropos vorschnell -: hier fehlt doch was! Ich komm' noch drauf.

Trio für Violine, Viola und Violoncello von Gideon Klein [6]

Es spielten Christian Tetzlaff (Violine), Jan Larsen (Viola) und Krzysztof Michalski (Violoncello). Jan Larsen fuhr sich zwischen den Sätzen durch das schüttere Haar und die Stirn, um den Schweiß fortzuwischen, aber so heiß war es eigentlich nicht. Dafür fuhr sich der Krzysztof Michalski während des Spiels über die Nase. Ja, ich bemerke jede am Thema vorbei gehende Einzelheit. Und niemand hatte mich gewarnt, daß man beim Zuschauen der Kopfbewegungen der Musiker seekrank werden kann. Der frenetische Beifall war gerechtfertigt, wenn ich auch fast ein Knalltrauma erlitten habe. Ich empfand eine Zerrissenheit, medizinisch ausgedrückt ein Wechsel zwischen Manie und Depression oder „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“, aber das wäre ja Goethe. Erst hinterher beschrieb Christian Tetzlaff das Stück ganz anders. Die wichtige Information, daß Gideon Klein [7] das Stück 1944 im Ghetto Theresienstadt geschrieben hat, kam für mich erst nach der Aufführung, so daß ich nicht weiß, ob sein Tod im KZ Fürstengrube (was für ein Name!) mich zu einer anderen Rezeption geführt hätte. Aber das Stück paßte als Echo der Zeit hervorragend ins das Konzept.

24 Préludes op. 28 von Frédéric Chopin
Das Konzert des Pianisten Leif Ove Andsnes war ausgesprochen gut. Bei der Prélude Nr. 4 erinnerte ich mich an den Film „Ein Mann und eine Frau“ (Un homme et une femme) von Claude Lelouch [8], den ich in den 1970iger Jahren gesehen hatte, und jetzt auch noch Truffaut zugeordnet hatte. Allerdings erinnerte ich mich ziemlich gut an Anouk Aimée. Andererseits kam die Musik von Chopin überhaupt nicht darin vor! Wer das Stück nicht kennt, kann es sich hier [9] anhören, leider nicht von Leif Ove Andsnes, denn die Konzertaufzeichnung sendet der Deutschlandfunk erst am 13.07.2025 [10]. Die Musik Chopins spielt im Film „Der Pianist“ von Roman Polański [11] eine Rolle. Der Film entstand nach der Autobiografie „Der Pianist – mein wunderbares Überleben“ (Originaltitel: Śmierć miasta) des polnischen Pianisten und Komponisten Władysław Szpilman. Aber ich habe diesen Film nicht gesehen.
Chopin hatte Teile der Préludes auf Mallorca (Valldemossa) geschrieben, wo er den Winter 1838/39 zusammen mit Geoge Sand und ihren Kindern verbracht hatte [12]. Und mir ging durch den Kopf ein Wintersturm, der über die Insel braust, dunkel und kalt. Dann sah ich die Mandelblüte im Frühling, schließlich ein Paar am Strand, sie in Weiß und er in Schwarz, Frack. Sie trug einen weißen, langen Schale aus einem weichen Stoff, in dem sich der Wind fing und ihn wie eine Fahne von ihr wegtrieb. Der Mann hingegen nahm ihre Hand und küßte sie – wie romantisch! Regenwolken, die an der Insel vorbeizogen und die Fischer, die zurück in den Hafen kamen. Wunderschön, wie die Interpretation gehobener Musik Phantasiegebilde evozieren kann.

Pause
Viele (die meisten) Zuschauer gingen hinaus zum Merchandising. Pausengespräch -: „Wie alt ist die Anita jetzt?“ „41.“ Pausenrückkehrer -: kein Parfüm, es riecht nach Ouzo.

Quintett für zwei Violinen, zwei Violen und Violoncello g-Moll, KV 516, von Wolfram Antonius Mozart [13]
Die Moderatorin las als Einführung einen Brief von Wolfgang Amadeus Mozart an seinen Vater Leopold Mozart vor. Während des Konzerts selbst dachte ich an Hana Chang, deren Name für mich japanische und chinesische Elemente hat, aber es spielte doch die Koreanerin Hyeyoon Park. Außerdem ist Hana Chang Amerikanerin; Hana
und Chang . Es war ein außerordentlich ordentlich gespieltes Konzert. Für Einzelheiten zum Stück selbst schauen Sie einmal in Ihren Konzertführer oder hier [14]. Standing ovations! Ich war zu begeistert, um weitere Notizen zu machen.


Zugabe
Ja, die gab es auch. Man zeigte auf der Leinwand bzw. Bildschirmen den letzten Soloauftritt von Lars Vogt vor drei Jahren (Brahms). Die allgemeinde Rührung war groß und gar nicht unerträglich. Hach!

Ich gebe gerne Geheimtipps für die Eifel. Die Veranstaltung ist kein Geheimtipp, denn sie ist sehr bekannt. Aber mein Tipp: buchen Sie im nächsten Jahr rechtzeitig!





Links und Anmerkungen:
[1] Aus: Der Musikkritiker / Text/Musik: Georg Kreisler (1959)
https://www.georgkreisler.info/song/der-musikkritiker.html 
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Heimbach 
[3] Lars Vogt (1970-2022) war ein deutscher Pianist, Dirigent und Musikprofessor. https://de.wikipedia.org/wiki/Lars_Vogt 
[4] Diese Jahreszahl ist in [2] mit 2002 angegeben, also fehlerhaft!
[5] („Der Künstler schafft, während der Kritiker schaaft.“) In: Kritiker Tran 27  https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php/Kritiker_(Schwitters) 
[6] Sämtliche Angaben nach: https://www.spannungen.de/konzerteinfuehrung-sonntag-eroeffnungskonzert-pedro-obiera/   
[7] Gideon Klein (1919-1945) war ein tschechisch-jüdischer Komponist und Pianist. https://de.wikipedia.org/wiki/Gideon_Klein 
[8] „Ein Mann und eine Frau (Originaltitel: Un homme et une femme) ist ein Film von Claude Lelouch aus dem Jahr 1966. Der Film gilt als Klassiker des französischen Kinos und wurde in den Kategorien Bester fremdsprachiger Film und Bestes Originaldrehbuch mit einem Oscar prämiert.“ Mit Anouk Aimée als Anne Gauthier und Jean-Louis Trintignant als Jean-Louis Duroc.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Mann_und_eine_Frau  
[9] Khatia Buniatishvili - Chopin - Prelude No 4 in E minor, Op 28
https://www.youtube.com/watch?v=JDZ_DlNfsWk   
https://www.youtube.com/watch?v=yvn4k1nYRaw 
Mir gefällt die zweite Aufnahme besser.
[10] Deutschlandfunk / Kammermusikfest Spannungen 2025 / Sendezeit     So, 13.07.2025 | 21:05 - 23:00 Uhr / https://interface.phonostar.de/radio/kammermusikfest-spannungen-2025/v/230409/2025-07-13 
[11] Übrigens -: drei Oscars! https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Pianist 
[12] https://en.wikipedia.org/wiki/Preludes_(Chopin)  
[13] Geschenkt! Ich dachte ich probiere es einmal. Es spielten Christian Lafette (Violine), Hyeyoon Park (Violine), Rachel Roberts (Viola), Jan Larsen (Viola) und Krzysztof Michalski (Violoncello). 
[14] https://www.kammermusikfuehrer.de/werke/1305 

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Sunday, June 8, 2025

Die Orgel in der Christuskirche und eine Installation von Reinhard Doubrawa

 


Die Orgel in der Christuskirche muss überholt und erweitert werden und wurde dafür von Orgelbauer Hubert Fasen mit seinen MitarbeiterInnen bereits ausgebaut. Die leere Außenhülle der Orgel ist jedoch auf der Orgelempore zu sehen. Deshalb wurde nach einer Lösung gesucht.

Während des Pfingst-Gottesdienstes konnten wir die Ersatz-Orgel hören. Wenn man so gut spielt wie Mechthild Brand und ein zweiter Organist (Bernd Heyder) zur Verfügung steht, der die Register zieht [1], dann kann man Carl Philipp Emmanuel Bachs Sinfonie Nr. 3 in F-Dur zur Freude der Zuhörer darbieten. Schön, daß es möglich ist, aber ich werde darauf hin arbeiten, daß wir nach Fertigstellung der Orgel dieses Stück noch einmal hören dürfen.

Der Künstler Reinhard Doubrawa [2] hatte die Idee, das leer geräumte Orgelgehäuse für ein Kunstwerk zu nutzen. In der Gemeinde gab es einen Aufruf: „Welche Tugenden sind gebraucht, damit Menschen gut miteinander sein können? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, dass Zusammenleben gelingt? Welche Verhaltensweisen sind wünschbar, dass wir miteinander gut sein können?“ Da sind sehr viele Zuschriften gekommen, wie z.B.:
Bescheidenheit, Würde, Respekt, Augenhöhe, Vertrauen, Großzügigkeit, Humor, Rettungsring, Menschenwürde, Nächstenliebe, Fürsorge, Toleranz, Resilienz, Augenhöhe, Solidarität, Gerechtigkeit. Rücksichtnahme, Liebe Kommunikationsfähigkeit, Menschenfreundlichkeit, Barmherzigkeit, Empathie, Scham, Scheu, Zuverlässigkeit, Achtsamkeit und viele, viele mehr. Aus diesen hat Reinhard Doubrawa eine Auswahl getroffen und Stoffe mit diesen Begriffen versehen und sie gut sichtbar zu einer Installation des Orgelgehäuses vereint. Herzlichen Dank dafür!

Mehr zu Planung und Vorarbeiten der Orgelsanierung finden Sie hier [3]. Sie können zum Beispiel eine Patenschaft für einzelne Pfeifen in der Orgel übernehmen. Die Namen aller Patinnen, Paten und aller Spender*innen, die das wünschen, werden auf eine „Dankestafel“ geschrieben und in der Kirche aufgehängt oder auch nur so spenden [4]. 
 
 


Links und Anmerkungen:
[1] Beim Allegro hatte ich die Assoziation „Pinball Wizard“ … 
[2] Reinhard Doubrawa (geb. 1963) ist ein deutscher Konzeptkünstler. Er hatte u.a.m. einen Lehrauftrag in Dessau (Bauhaus). 
https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Doubrawa   
Bauhaus ist in unserer Familie ein großes Thema, hier z.B. angesprochen: https://rheumatologe.blogspot.com/2022/07/the-grand-tour-bauhaus-deutschland.html 
[3] https://evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de/presbyteriumssitzung-november-2024/  
[4] Ev. Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide
IBAN: DE98 3705 0198 0005 9021 68
BIC: COLSDE33XX
Bitte denken Sie daran, auf der Überweisung Ihren Namen und die Adresse anzugeben, damit die Gemeinde eine Spendenbescheinigung zusenden kann.

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Monday, April 14, 2025

Altargesteck für den fünfte Sonntag der Passionszeit 12./13.04.2025 Palmsonntag (Palmarum)

 


In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht
ich bin einsam, aber du verläßt mich nicht.
Dietrich Bonhoeffer [1]


Der heutige Sonntag heißt Palmarum oder Palmsonntag [2]. Das geht auf den Einzug von Jesus Christus nach Jerusalem zurück, als die Menschen Kleidung und Palmzweige auf seinen Weg legten. Und so steht es auch im Evangeliumstext für den heutigen Sonntag: „Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!“ [3]

Der Wochenspruch lautet: "Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben." [4] Nach der katholischen Tradition werden an Palmarum Palmzweige geweiht und zu Hause ans Kreuz gesteckt. In der evangelischen Kirche wurde häufig an  Palmarum konfirmiert (da war früher, also vor 40-50 Jahren, das Schuljahr zu Ende). Heute wird häufiger nach Ostern konfirmiert. In Kall fand eine Taufe statt. Viele Texte wurde auch in Englisch verlesen, da ein Teil der Familie extra aus England angereist war.

Für die Lesung aus dem Alten Testament war die Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja vorgesehen, die vom „Knecht Gottes im Leiden“ berichtet [5] und die in das Gedicht „Er weckt mich alle Morgen“ von Jochen Klepper eingegangen ist, das seinerseits von Rudolf Zöbeley vertont wurde und als Lied 452 im Evangelischen Gesangbuch zu finden ist [6]. Die sogenannten Gottesknechtlieder stammen aus dem zweiten Teil des Buches Jesaja. Der erste Teile wird Protojesaja (Kapitel 1–39), der zweite Deuterojesaja (Kapitel 40–55) [7] und dritte Tritojesaja (Kapitel 56–66) genannt. Die Textstelle des Propheten endet drastisch: „Siehe, Gott der Herr hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen.“

Die Lesung aus dem Evangelium steht im Johannesevangelium und beinhaltet die bereits ganz vorne erwähnte Textstelle: „Der Einzug in Jerusalem“ [8]. Die Begebenheit wird auch von den Synoptikern geschildert; es lohnt sich, diese gegen das Evangelium nach Johannes zu lesen [9]. Mir sagt die Schilderung nach Lukas am meisten zu, vielleicht weil sie so endet: „Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“

Musikalisch hatte Köln einen Höhepunkt mit einer Toccata zu „Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft“ [10]. In Kall war dies ein Duett mit Klavierbegleitung von Felix Mendelssohn Bartholdys „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ [11]. Außer Konkurrenz lief für mich am Sonntagabend die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach mit Collegium Vocale Gent / Philippe Herreweghe in der Philhamonie Köln [12].

In der Versöhnungskirche hatte das Altargesteck nur wenig Bedeutung und es war bunt und streckte sich empor. Das Gesteck in Kall war gut durchdacht und prächtig anzusehen. Die einzelne violette (oder besser indigofarbene) Blüte erinnerte mich an die einzelne weiße Blüte inmitten der nachtblaue Schwertlilien (Iriden) von Vincent van Gogh – es geht dabei um Einsamkeit, um Verlassenheit [13]. Darum herum waren rote Blüten gruppiert, die teilweise doch dem Violett (aktuelle liturgische Farbe) sehr nahe kommen und als Farbe des Feuers und der Liebe auch gerechtfertigt sind. Eine passende Abrundung eines gelungenen Gottesdienstes.





Inspiriert vom täglichen Blumenstrauß
auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Links und Anmerkungen:
[1] Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 204
https://www.dietrich-bonhoeffer.net/zitat/285-in-mir-ist-es-finster-aber/
Dietrich Bonhoeffer (04.02.1906-09.04.1945) war ein lutherischer Theologe und wurde im KZ Flossenbürg hingerichtet – besser gesagt ermordet auf Befehl Adolf Hitlers. Erst vor wenigen Tagen hat sich sein Todestag zum 80. Mal gejährt. https://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Bonhoeffer  
[2] https://kirchenjahr-evangelisch.de/palmsonntag/  
[3] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.12 Joh 12,12–19
[4] Joh 3,14b.15
[5] Jochen Klepper (1903–1942) und Rudolf Zöbeley (1901-1991): https://www.youtube.com/watch?v=Pd5ZzrSm3rA
[6] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/ISA.50 Jes 50,4–9
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Deuterojesaja  
[8] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/JHN.12 Joh 12,12–19
[9] https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.21 Mt 21,1-11
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MRK.11 Mk 11,1-10
https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/LUK.19 Lk 19,29-40
[10] EGplus: Beiheft zum Evangelischen Gesangbuch für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Kassel 2017. ISBN: ‎978-3894778927. Lied Nr. 34.
[11] „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy (MWV B 53) ist eine Vertonung von Psalm 91,11-12 aus dem Jahr 1844. Hier ist eine Fassung Orchester und Chor: https://www.youtube.com/watch?v=40CnTO3EJHw  
[12] Johann Sebastian Bach (1685 – 1750): Johannes-Passion BWV 245 (1724) / Oratorium für Soli, Chor und Orchester; Collegium Vocale Gent unter der Leitung von Philippe Herreweghe. Mir gefielen besonders: Maude Gratton (Orgel), Marie Luise Werneburg (Sopran), Alex Potter (Countertenor), Emanuel Laporte (Oboe) und Taka Kitazato (Oboe).
https://www.koelner-philharmonie.de/de/programm/js-bach-johannes-passion/4171
https://www.koelner-philharmonie.de/media/filer_public/56/b3/56b361d7-9201-477f-aac3-2bdc58a10f61/2025-04-13.pdf 
 


Wednesday, April 9, 2025

Die Basilika St. Gereon in Köln – kurz & bündig

 


Dieser Tage hatte ich „Am Gereonswall“ eine Besprechung zu einem kirchlichen  Bauvorhaben und auf dem Weg zu einem Antiquariat und einem anderen Geschäft „Auf dem Berlich“ kam ich mehr zufällig an der Basilika St. Gereon vorbei. Ich habe zunächst die Kirschblüte davor bewundert und bin natürlich hinein gegangen. Dort traf zufällig auf das Fastentuch von Jakob Kirchmayr „Spuren des Feuers“ [1], von dem ich zufällig im WDR3 ein bis zwei Wochen vorher gehört hatte. Dieser Besuch war also alles völlig ungeplant.  Beim Nachforschen über St. Gereon fand sich überhaupt nichts auf meiner Lieblingsseite zur Glasmalerei [2]. Vielleicht kann man nachvollziehen, daß ich jetzt doch über Sankt Gereon schreiben möchte. Aber das kann nicht umfassend sein, es kann auch nicht einmal ansatzweise dem Bauwerk gerecht werden. Schon ein Pfarrbrief von 2018 [3], der dort ausliegt, hat über 90 Seiten. Da wird über Spiritualität, über verschiedene Gegenstände in der Kirche, über Malerei und noch viel mehr berichtet. Mich interessierte der Bericht „Drei Tage lang die Seele öffnen“ von Karl Schießberg und zwar über eine Pilger- Wanderung St. Gereon zur Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf. Dies alles hat mich nun veranlaßt, doch über St. Gereon wenigstens ein wenig zu berichten. also -: kurz & bündig.




Wikipedia bezeichnet St. Gereon als „der ältesten noch bestehenden Sakralbauten in Deutschland“, den es haben sich „erhebliche Reste eines ovalen Zentralbaus mit neun Konchen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts erhalten“ [4]. Dieser Zentralbau wird auch Dekagon genannt und ist vier Stockwerke hoch. Die Kuppel darüber wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt und es dauerte etwa 40 Jahre bis zum Ende des Wiederaufbaus im mittelalterlichen Stil [5]. Die Glasfenster wurde von Georg Meistermann entworfen. Ich interessiere mich nun sehr für Kirchenfenster und wie ich unter den Anmerkungen [2] bereits geschrieben hatte, war ich sehr überrascht, daß  weder der Künstler noch die Basilika auf der Homepage von „Glasmalerei des 20. Jahrhunderts“ auftauchten. Georg Meistermann [6] hatte über 1000 Glasfenster, weit über Europa verbreitet, geschaffen und die Krönung seines Schaffens war die Neugestaltung von St. Gereon in den Jahren 1979 bis 1986.  Diese Fenster sind sehr bunt und haben auch etwas Kubistisches. Wahrscheinlich gibt es auch ein Buch zu diesen Fenstern, daß ich nicht kenne, oder aber es ist in einem der Bücher über St. Gereon in Stil und Symbolik hinter den Fenstern näher beschrieben.  

Der Wikipedia-Artikel erwähnt zwei der drei Orgeln. An der Nordwand des Chorraumes hängt die älteste Orgel von St. Gereon in Form eines Schwalbennestes. Sie wurde im Jahr 1954 vom Bonner Orgelbauer Hans Klais installiert [7]. Der Dorstener Orgelbauer Franz Breil schuf eine Orgel im Jahr 1967 [8]. Das Schmuckstück ist die Orgel auf der kleinen Empore im Dekagon aus dem Jahr 2001 von der Hellenthaler Firma Josef Weimbs Orgelbau. Das Instrument besitzt 36 Register, verteilt auf 3 Manuale und Pedal. Es existiert eine PDF-Datei der Firma zu ihrem Opus 277 mit allen Details [9].



Die Basilika hat sechs Glocken, von denen drei 1779 von Martin Legros aus Malmedy gegossen wurden, aber die älteste Bronzeglocke aus dem Jahr 1507 stammt aus der Kirche St. Alban, die zur Gemeinde gehört, und wurde erst 2008 nach St. Gereon überführt.


Das Fastentuch von Jakob Kirchmayr kann noch bis zum 17.04.2025 besichtigt werden, denn am 18. April (Karfreitag) wird es abgenommen werden. Das  Verhüllen von Altarräumen hat eine lange Tradition, nicht erst seit der Verhüllung des Reichstag durch das Künstlerehepaars Christo und Jeanne-Claude. Schon im Alten Testament ist eine Trennung des Heiligsten vom Allerheiligsten in der Stiftshütte (Zelt) durch einen Vorhang beschrieben [10]. „Etwa 140 Quadratmeter Baumwollstoff wurden für dieses Werk zerteilt, mit Asche, Erde und Kohle bearbeitet, geräuchert, dem Feuer, wie dem Regen ausgesetzt. Die Fragmente schließlich wieder zusammengenäht, gerat und geknittert. So entstand ein Bildwerk, mit skulpturalem Charakter.“ [11] Man kann neue Ansichten erlangen, z.B. durch Löcher.




Gereon gehört zu Köln wie die Heilige Ursula, die Heiligen drei Könige, der Dom, Kölsch, Klaaf und Karneval. Der Legende entsprechend war er Offizier der thebäischen Legion und wurde in der Nähe von Köln seines christlichen Glaubens wegen enthauptet. Sein Leib soll vor Köln in einen Brunnen geworfen worden sein. Man kann allerdings sein Grab in der Basilika St. Gereon besuchen.

Stichwort besuchen -: die Basilika ist tagsüber geöffnet und es gibt auch Führungen, siehe hier [12].



Links und Anmerkungen:
[1] https://www.stgereon.de/export/sites/gereon-koeln/.content/.galleries/downloads/Kirchmayr-Flyer-Gereon-Fastentuch-2025-5.pdf
[2] https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/de_nw.shtml
Es werden allerdings etwa 240 Stätten, meistens Kirchen, mit Glasmalerei in Köln aufgeführt. Ich nehme an, daß es einen bestimmten Grund Grund dafür gibt. Es gibt auch keinen Hinweis auf Georg Meistermann auf dieser Hompage.
[3] Pfarrbrief St. Gereon – St. Michael – St. Alban 2018 (Auflage 6000 Exx.) - Keine PDF-Datei auf https://www.stgereon.de/ – man muß also schon die Basilika besuchen.
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/St._Gereon_(K%C3%B6ln)
[5] https://www1.wdr.de/kultur/kunst/west-art-meisterwerke/gereon104.html
[6] Georg Meistermann (1911-1990) war ein deutscher Maler, Zeichner und Graphiker. Während des Nationalsozialismus hatte er Ausstellungsverbot.
https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Meistermann
[7] https://organindex.de/index.php?title=K%C3%B6ln,_St._Gereon_(Breil-Orgel)  
[8] https://organindex.de/index.php?title=K%C3%B6ln,_St._Gereon_(Klais-Orgel)
[9] https://weimbs.de/wp-content/uploads/Disposition_Koeln_St.Gereon.pdf
[10] 2. Buch Mose (Exodus) ab Kapitel 25, insbesondere im 26. Kapitel.
[11] https://www.stgereon.de/export/sites/gereon-koeln/.content/.galleries/downloads/Kirchmayr-Flyer-Gereon-Fastentuch-2025-5.pdf
[12] Öffnungszeiten des Kirchenraums: Mo.-Sa. von 10.00 bis 18.00 Uhr.
Sonntags - außerhalb der Gottesdienste - meist geschlossen! Die Vorhalle ist  für Sie täglich von 10 - 18 Uhr offen.
https://www.stgereon.de/kirchen/st-gereon/   
Öffentliche Kirchenführung in St. Gereon
Gereonskloster 2, 50670 Köln, Deutschland
https://www.stgereon.de/Fuehrungen/  
 
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Tuesday, December 31, 2024

Was wird denn da gebaut? Bei Rinnen (Eifel)


Wolfgang Thierse (SPD) sagte einmal in einer Bundestagsdebatte: „Es wird gebaut, gebaut und gebaut. Unsere ostdeutschen Städte verändern sich.“ [1] Aber auch auf dem westdeutschen Land wird gebaut. An der L203 hinter Rinnen in Richtung Sistig, wo die K60 in Richtung Steinfelderheistert abgeht, wird ein silbern strahlender (jedenfalls im Sonnenlicht) Turm oder Mast gebaut.
ich frage mich, was denn da errichtet wird?

Eine Windkraftanlage? Wohl kaum, denn die werden aus Stahlbeton errichtet [2]. Eine Hochspannungsleitung? Eher nicht, denn in der Umgebung sieht man keine Hinweise auf einen Anschluß. Oder wird nach Öl gebohrt? NEIN! Ich dachte eher an einen Funkmast.  Ich fand einen Hinweis, daß die Telekom in Kall zwei Sendemasten errichtet will [3]. Ich meine, daß es sich um einen der beiden handeln könnte.

Obwohl der Mast noch nicht fertig steht, kann ich auch im schönen Sonnenlicht keinen ästhetischen Wert entdecken. Man kann aus hohen Stahlkontruktionen  Kunstwerke schaffen, siehe unten. Hier in Rinnen ist man Lichtjahre davon entfernt.



Links und Anmerkungen:

[1] https://dserver.bundestag.de/btp/13/13061.pdf
[2] Mit Hinweisen auf die entsprechenden DIN. https://www.din.de/de/mitwirken/normenausschuesse/nabau/windenergieanlagen-68718
[3] https://www.teltarif.de/netzausbau-telekom-vodafone-o2-telefonica-1und1/news/97411.html


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Friday, November 22, 2024

Die 6,2 Millionen Dollar Banane

 


Der Aufreger dieser Woche! [1] 6,2 Millionen US Dollar wurden für eine Banane bezahlt. Nein, das stimmt so nicht. Und auch -: „da war noch Klebeband dabei“   – das stimmt so auch nicht. Die Banane wird alle zwei bis drei Tage ausgetauscht. Der Titel der Installation lautet „Comedian“ und zeigt schon den humorvollen Charakter an. Nennen wir sie hier aber kurz Banane oder kürzer Bananen-Installation [2].

Die Bananen-Installation wurde ursprünglich 2019 auf der „Art Basel / Miami Beach“ am Stand (haben Sie jetzt Strand gelesen?) von Perrotin [11] vorgestellt. Es handelt sich um eine frische Banane, die dem Verfall einer Frucht unterliegt, die mit Klebeband an der Wand befestigt wurde. Klebeband ist im Deutschen vielleicht ein zu schwacher Begriff und Panzerband läßt einen direkt an die Panzer-Knacker-Bande denken. Selbst Tesa nennt sein Gewebeband „duct tape“ [3], aber da haben wir also noch den Begriff Gewebeband. Und wie wäre es mit: GewebeKlebeBand. Ich nehme am besten den schlechteren, aber kürzeren Begriff Klebeband, aber am liebsten würde ich Duct Tape schreiben [4]. Ich war einmal bei 3M und dort wurde peinlich darauf geachtet, daß man nicht Tesaband sondern Scotchtape sagte [5]. Ich sollte wieder zurück zum Thema kommen und ergänzen, daß das benutzte Klebeband silbrig-grau ist.
 
Alle zwei bis drei Tage wird oder zumindest soll die Banane ausgetauscht werden. Verschiedendlich wurde bei Aussrellungen die Banane entfernt und gegessen – als Provokation; als sei das Kunstwerk nicht Provokation genug. Den Künstler hat das nicht gestört, denn nach seinen Instruktionen soll die reife Banane an der Wand alle zwei oder drei Tage ausgetauscht werden. Wir sehen in Museen fast nur statische Kunstwerke, die mittels Raumtemperierung und Befeuchtung in ihrem Zusand erhalten werden oder gegebenfalls restauriert werden. Somit ist „Comedian“ als dynamisches Kunstwerk zu verstehen. Das erinnert mich gerade an das auf 639 Jahre angelegte Orgelstückes ORGAN²/ASLSP von John Cage [6].

Maurizio Cattelan [7] ist ein italienischer Künstler, der allerdings in New York lebt. Er getstaltete eine fromm kniende Figur von Adolf Hitler, die 17,2 Millionen US Dollar bei einer Versteigerung erzielte. Man kann Cattelan selbst als Comedian bezeichnen, denn er versucht immer wieder mit Humor, den Kustbetrieb ad absurdum zu führen. Da reicht meines Erachtens schon der Preis seiner Werke. Trotzdem ist die Frage „Kunst oder nicht Kunst“ für mich eindeutig mit „Kunst“ beantwortet. Sotheby's dazu: „Dies ist ein Werk, das seine Kraft aus der Frage bezieht, wie wir Kunst bewerten. ...“. Der Wert eines Kunstwerkes ergibt sich aus verschiedenen Faktoren, zieht es Menschen an, um es zu bewundern, oder zieht es mir das Geld aus der Tasche bzw. Portokasse, um es zu erwerben.

Joe Morford [8] schuf ein Kustwerk „Banana & Orange“ und er verklagte Maurizio Cattelan. Die Klage wude in den USA zugelassen [9]. In dem Artikel von Anna Sansom sind die beiden Kunstwerke gegenüber gestellt. Und auf den ersten Blick könnte man Joe Morford Recht geben. Sie sehen ähnlich aus. Aber Morforts Kunstwerk ist statisch und Cattelans Werk ist dynamisch. Die Anwälte von Cattelan argumentierten, daß er keinen Zugriff auf das Werk von Morfort hatte. Der italienische Artikel spricht von einem Sieg für Cattelan, denn in der Urteilsbegründung heißt es in etwa: „die Technik, eine Banane auf einer vertikalen Ebene mit Klebeband zu befestigen, genieße keinen Schutz.“

Mein Bild „Ceci n'est pas une banane“ ahmt René Magritte „Ceci n'est pas une pipe“ [10] nach und ist in einem anderen Zusammenhang entstanden. Natürlich ist es keine Banane – es ist das Foto einer Banane, die zudem durch Hintergrund und Text sowie Text-Assoziation zum Kunstwerk wird. Soll ich es Sotheby's anbieten, denn immerhin haben sie Erfahrung in der Versteigerung von Bananen-Kunstwerken.


Links und Anmerkungen:

[1] https://www.stern.de/kultur/kunst-auktion--6-2-millionen-dollar---fuer-eine-banane----35245570.html und https://p.dw.com/p/4n7b2 – beide Artikel mit Bildern des Kunstwerks, das ich aus Gründen des Copyrights nicht zeigen kann - https://www.dw.com/de/maurizio-cattelan-banane-sothebys-auktion-versteigerung-kunst-mehr-als-sechs-million-dollar/a-70812620   
[2] Banane steht in diesem Kontext für „Die Banane, die Maurizio Cattelan mittels Klebeband unter dem Installation-Namen 'Comedian' an die Wand heftete“.
[3] https://www.tesa.com/de-de/buero-und-zuhause/reparatur/duct-tape
[4] Schon weil duct tape häufig in Jack Reacher Romanen vorkommt. Vielleicht auch, weil duct tape phonetisch nahe an Duck Tales ist.
[5] Weder die Firma Tesa noch die Firma 3M sponsern mich.
[6] https://www.aslsp.org/das-projekt.html John Cage (1912-1992) https://de.wikipedia.org/wiki/John_Cage
[7] Maurizio Cattelan ist ein italienischer Künstler, der in New York lebt. Er wurde 1960 in Padua geboren. https://de.wikipedia.org/wiki/Maurizio_Cattelan
[8] Joe Morford https://www.facebook.com/joemorfordartist
[9] Anna Sansom: Maurizio Cattelan Hits Back in Banana Copyright Lawsuit, Claiming He’s Never Seen the Other Guy’s Art https://news.artnet.com/art-world/maurizio-cattelan-banana-copyright-lawsuit-2176317 sowie: Wem gehört die Banane? Ein Radiobeitrag von Silke Hohmann. https://www.monopol-magazin.de/maurizio-cattelans-daniel-druet-gericht und Un'altra vittoria per Maurizio Cattelan von Rechtsanwältin Eleonora Carletti https://www.previti.it/unaltra-vittoria-maurizio-cattelan  
[10] René François Ghislain Magritte (1898-1967) war ein belgischer Maler des Surrealismus. https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Magritte
[11] Gemeint ist die Galerie Perrotin, die auf dier Ausstellung in Miami einen Stand hatte. Mehr zur Galerie hier: https://www.perrotin.com/

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Friday, September 13, 2024

Walter Liggesmeyer - Gedichte und Bilder

Kennen Sie Walter Liggesmeyer? Also ich kannte ihn bislang nicht und so werden Sie ihn jetzt auch kennenLernen. Muß man ihn kennen? Mal sehen.

Ich kam in den Besitz von zwei GedichtBänden von Walter Liggesmeyer. Zuerst las ich „Eisenmond“ [1]. Das Buch hat bei 61 Seiten 28 Gedichte, acht Holz- oder LinolSchnitte von Bernd Temming und acht leere Seiten. Der Untertitel lautet: Gedichte gegen Faschismus und Krieg. Da bin ich eigentlich für zu haben, aber es sprang kein Funke über, aus keinem der Gedichte.

Aber da war noch der zweite GedichtBand „Liebe und Tod“ [2]. Diesmal 44 Gedichte auf 61 Seiten, keine LeerSeiten, keine Bilder. Das war schon einmal angenehm. Ein wirklicher GedichtBand. „auf roten Gitarren // in deinen Augen / blühte / Oleander // silbern / war / dein Haar / als du mich / Adam nanntest // die Nacht / umarmt / so lagen wir / singend / auf roten Gitarren“. Ja, das ist schon ein Gedicht. Die Farbsymbolik (Rot sowie Pink, Weiß oder ZartViolett) hilft mir nicht weiter. Bei silbernes  Haar denke ich vielleicht an Paul Celans „Todesfuge“: „dein goldenes Haar Margarete / dein aschenes Haar Sulamith“. Aber man mag es schon merken, auch hier berührten mich seine Gedichte nicht.

Können wir mehr über Walter Liggesmeyer erfahren? Auf Wikipedia wird er nicht erwähnt, aber es gibt biografische Angaben in den beiden Bücher und darüber hinaus habe ich noch zwei Internet-Stellen mit etwas ausführlicheren Angaben entdeckt [3]. Walter Liggesmeyer lebte von 1938 bis 2017. Er wurde in Paderborn geborren, wuchs in Bad Lippspringe auf und lebte ab 1957 in Dortmund. Nach einer Sparkassenlehre studierte er Jura und war als Justitiar und Rechtsanwalt tätig. Ab 1976 malte und schrieb er und ab 1982 widmete er sich hauptberuflich der Kunst. Er schuf Bilde zu den Themen Licht oder Toscana: „Liggesmeyers gemaltes Licht reißt den Betrachter weiterhin in jene lichtdurchflutete Atmosphäre.“ Später entdeckt er das Thema „Bergmanns- und Industriekultur“ und es entstanden großformatige (10x2 m) Bilder. Ab 2000 veröffentlichte er weitere GedichtBände sowie einen Roman.

Walter Liggesmeyer und Georg Deventer, Vorsitzender von Pro-Dortmund e.V., hatten die Idee, daß sich die Dortmunder Öffentlichkeit zur ihrer Stadt und gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bekennen müsse. Sie waren Urheber des „Dortmunder Manifestes“, an des Spitze sich die Arbeiterwohlfahrt Dortmund sich Ende 2010 gestellt hatte [4]. Und damit hat Walter Liggesmeyer sicherlich mehr bewirkt als mit seinem GedichtBand „Eisenmond“.

Pro-Dortmund e.V. präsentierte im Oktober 2015 eine BenefizVeranstaltung für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Dortmund, dabei wurden von Walter Liggesmeyer „Papierbild 1 Ölkreide & Tusche 56x42 cm von 2012“ und „Papierbild 2 Ölkreide & Tusche 57x47 cm von 2014“ versteigert [5]. Die haben mir gefallen!

Da ich nur wenig von ihm gelesen habe, kann ich nur über die beiden schalem GedichtBändchen urteilen – die muss man nicht kennen. Die Bilder – neben den beiden erwähnten sind weitere im Internet auffindbar – haben mit deutlich besser gefallen. Muß man Walter Liggesmeyer kennen? Es schadet nicht und ich bin froh, daß ich über ein NichtGefallen doch Gefallen gefunden habe.



Links und Anmerkungen:

[1] Walter Liggesmeyer: Eisenmond - Gedichte gegen Faschismus und Krieg. Padligur, Dortmund 1984. ISBN: 3-922957-04-8.
[2] Walter Liggesmeyer: Liebe und Tod - in deinen Augen blühte Oleander. Padligur, Dortmund 1986. ISBN: 3-922957-08-0.
[3] http://www.fischer-bild.com/content/walter-liggesmeyer/vita/ und
https://athena-verlag.de/autorinnen/liggesmeyer-walter/  
[4] http://www.pro-dortmund.de/pd/wp-content/uploads/2014/03/Kompendium_DortmManifest_Dez2013.pdf
[5] https://www.facebook.com/photo?fbid=716388175155138&set=a.689786091148680

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