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Thursday, May 1, 2025

Der Maibaum von Diefenbach und ... Bolivien

 


Geduld – dann werde ich auch erklären, was den Maibaum von Diefenbach und Bolivien verbindet. Am Abend des 30. Aprils tanzen die einen in den Mai und in Diefenbach wird der Maibaum aufgestellt. „Der Wettergott hatte es gut mit uns gemeint“, findet man häufig in solchen Berichten, wie ich ihn gerade schreibe, aber das wird dem angenehmen Frühlingsabend nicht gerecht. Der Himmel strahlte in Blau.




Was war denn das Besondere in diesem Jahr? Vielleicht, daß die Birke  besonders hochgewachsen war. Anders als in anderen Orten wird in Diefenbach immer eine ganze Birke genommen und nicht nur einen Teil einer Birke, die man dann an einem Fichtenstamm befestigt. Wegen der Länge schafften wir das Ausstellen nicht alleine mit Manneskraft und einer Leiter, die wir unterschoben, sondern es mußte dann der Traktor mit dem Heuballenstapler kommen. Der stand nur 50 m entfernt, so daß es schnell mit Muskelkraft und der Kraft des Traktors gelang, den mit bunten Fendeln geschmückten Maibaum aufzustellen und in der Halterung (Bodenloch) mit Keilen zu befestigen.  

Der Ursprung des Brauchs liegt im Dunkeln, manche vermuten einen germanischen Ursprung, was aber andere Volkskundler ablehnen. Auf der Seite eines Maivereins wird 198 n. Chr. angegeben für die Gegend von Bitburg in der Eifel [1]. Ich halte das für einen Tippfehler und das Jahr 1198 für wahrscheinlicher. Denn das Aufstellen des Maibaumes ist für das Jahr 1224 bezeugt (Cäsarius von Heisterbach). Im Rheinland und der Eifel ist heutzutage die Birke am wahrscheinlichsten. In Stadtregionen ist es aber verboten, selbst Birken zu fällen oder Teile abzusägen. Die Spitzen sind bunt geschmückt mit Girlanden, Krepppapier-Streifen und weiteren mehr [2]. Insgesamt gibt es eine Jahrhunderte alte christliche Tradition.




Bolivien ist eine, nein mehrere Reisen wert. Ich habe bislang nur wenig über Bolivien berichtet [3]. Die Frankfurter Buchmesse hat 2025 als Ehrengastland die Philippinen. Hatte nun Diefenbach Bolivien als Ehrengastland? Nun, so international geht es in Diefenbach [4] doch nicht zu. Mehr zufällig wurden die Farben um den Birkenstamm geschlungen, die dann als Flagge Boliviens identifiziert wurden. Ich habe eine Abendstimmung aus Potosí [5] ausgewählt. Allerdings unterhielten wir über La Paz [6], da es dort die Heimstärke der Fußballmannschaft zu bewundern galt.


Links und Anmerkungen:
[1] http://www.mghuchem-stammeln.de/ursprung-des-maibrauches/
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Maibaum Ich hier auch Fendel benutzen können, ein ripuarisches Wort, das so viel wie Flügel oder hier Fähnchen bedeutet, aber ich wollte das Wort Krepppapier wg. der Häufung der Ps (PPPAP) nicht unbenutzt lassen.
[3] The Market of Tarabuco
https://rheumatologe.blogspot.com/2016/11/the-market-of-tarabuco.html  [4] https://de.wikipedia.org/wiki/Diefenbach_(Kall)
[5] Potosí ist Quechua (P'utuqsi) und bedeutet Lärm. Es handelt sich um eine Großstadt mit heute 175.000 Einwohner, die früher einmal zu den größten und wegen des Silberreichtum (Cerro Rico) reichsten Städten der Welt gehörte. https://de.wikipedia.org/wiki/Potos%C3%AD  
[6] Potosí liegt zwischen 3976 m und 4070 m und ist damit durchschnittlich höher als La Paz, das zwischen 3200 und 4100 m Höhe liegt, wobei die 4100 m den Slums und dem Flughafen von El Alto entsprechen.

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Tuesday, June 29, 2021

Geheimnisvolle Stätten – Tiahuanaco

 




Ich hatte gerade ein altes Buch gelesen – aus einem Bücherschrank. Der Titel ist: Geheimnisvolle Stätten der Geschichte [1]. Das Buch ist nicht ohne Anspruch, nicht reißerisch, gut für die damalige Zeit recherchiert. Ganz anders da Erich von Däniken, dessen Erinnerungen an die Zukunft [2] hatte ich mir vor etwa einem halben Jahr nochmals angetan.

Tiahuanaco ist die spanische Schreibweise, an die ich mich gewöhnt habe. Korrekterweise würde man heute Tiwanaku schreiben. Aber der Ausgangspunkt ist das Buch Geheimnisvolle Stätten der Geschichte und da schreibt man auch Tiahuanaco. Von Däniken hat interessanterweise Tiahuanacu.

Tiahuanaco hatte seinen Höhepunkt zwischen 600-900 n. Chr. Die Besiedlung um den Titicacasee  durch vorinkaische Kulturen ist aus aktueller Sicht zwischen 1500 v. Chr. bis 1200 n. Chr. Anzunehmen [3]. Tiahuanaco liegt etwa 15 km vom Titicacasee entfernt. Das Einflußgebiet in der größten Ausdehnung reichte bis Cochabamba, bis Argentinien und bis an die pazifische Küste der Atacama-Wüste (1000-1500 km). Man nimmt als Spache Puquina an. Über diese Sprache wissen wir nur wenig, da sie im 18. Jahrhundert ausgestorben ist. Man nimmt eine Dürreperiode als Grund für den Niedergang dieser Kultur um die Wende des ersten Jahrtausends an. Man konnte in den letzten 50 Jahren doch einige Erkenntnisse gewinnen. Der Wikipedia-Artikel bietet einen guten Einstieg.



Bei von Däniken liest es sich so: „In der Stadt Tiahuanacu wimmelt es von Geheimnissen.“ Ja, welche denn? „Über Tiahuanacu gibt es keine glaubwürdigen Überlieferungen.“ (S. 41) „Über den Ruinen, die ein unvorstellbares, bisher nicht ermitteltes Alter haben, liegen die Neben der Vergangenheit, des Nichtwissens und der Rätsel.“ Doch, man hatte auch schon 1968 Vorstellungen über das Alter und ist später genauer geworden. Über das Sonnentor schreibt er: „In drei Reihen flankieren achtundvierzig quadaratische Figuren ein Wesen, das einen fliegenden Gott darstellt.“ Ich interpretiere auch einmal so frei von der Leber weg: „In drei Reihen flankieren achtundvierzig Figuren, teils mit Menschen- und teil mit Geierköpfen einen Herrscher, der auf einem Thron sitzt.“ Wahrscheinlich aber steht die Figur und hält Pfeile oder ähnliche lange Gegenstände, vielleicht Insignien des Herrschers, in den Händen. Dann berichtet von Däniken von einer Sage: „Sie [die Sage] weiß von einem goldenen Raumschiff zu berichten, ...“ (S. 43). Da haben sich schon andere drum gekümmert; sie haben die Geschichte von Orjana nicht finden können [4].

Ich habe Tiahuanaco vor Corona noch besuchen können. Hier sind einige meiner Fotos.




Der Ponce-Monolith

Die archäologischen Arbeiten gehen weiter - ich sah viele Frauen




Die drei Professoren



Links, Anmerkungen und Literaturangaben:
[1] L. Sprague de Camp und Catherine C. de Camp: Geheimnisvolle Stätten der Geschichte. Econ-Verlag, Düsseldorf und Wien 1966.
[2] Erich von Däniken: Erinnerungen an die Zukunft. Ungelöste Rätsel der Vergangenheit. Econ-Verlag (ebenfalls!), Düsseldorf und Wien 1968.  
Erich von Däniken hatte wahrscheinlich das Buch  Geheimnisvolle Stätten der Geschichte geflissentlich nicht gelesen. Ich erinnere mich noch, wie mir der Bibliothekar, er hatte bereits eine Halbglatze und ich meine, daß sein Name Heiss ist, von dem Buch abgeraten hatte. Aber ich kam auch von selbst drauf, daß es voller Dummheiten war. Ich war 15 oder 16 Jahre alt.
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Tiwanaku
[4] https://www.patheos.com/blogs/danthropology/2015/03/von-danikens-delusion-ignoring-the-known-part-2/ „Patheos is the website of choice for the millions of people looking for credible and balanced information about religion.“ Author des Blogposts ist J.D. Brucker, Datum: 17.03.2015.

PS./OT: Ich benutze oben den Schriftfont Helvetica. Ich lasse es mal so stehen.
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